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  Forum: Nebelpfade
    Thema: Tote Blätter im Wind
HereticIch bin heute mit dem Zug gefahren und saß wie immer gegen die Fahrtrichtung,...liegt wohl daran das ich gerne nach hinten schaue,....in die Vergangenheit. Habe Musik gehört und aus dem Fenster gesehen, wie immer....damit ich abgelenkt bin und nicht den Blicken von anderen Leuten begegnen muss.

Ich habe drüber nachgedacht an was das hübsche Mädchen auf der anderen Seite des Wagons wohl denkt, wenn sie aus dem Fenster sieht und die Landschaft an einem vorbeifliegt wie das Leben es manchmal tut,... alles viel zu schnell um die Details zu erkennen...Ich betrachte ihr Spiegelbild im Fenster, sie sieht mich nicht an aber das stört mich nicht,...wäre mir nur unangenehm.

Der Zug fährt an einem Wald vorbei, auf dem Boden liegen tote Blätter, gelb, rot, braun, wie Blätter im Herbst so sind. Ich schaue wieder nach hinten... weiter hinten werden die Blätter vom Sog erfasst und hochgewirbelt.

...Komisch denke ich...

Sind wir auch wie tote Blätter im Herbst, die am Boden liegen und darauf warten, dass der zug des lebens kommt? Um dann kurz nach oben zu fliegen, in völlig wilden bahnen? Am Ende landen wir doch wieder am Boden und warten auf den nächsten Zug, der uns Leben einhaucht,...nur ganz kurz.

Der Zug ist angekommen, ich gehe raus...dreh mich nicht um, schau mir das Mädchen nicht an, sie ist mir Gleichgültig so wie mir gleichgültig ist wann der nächste Zug kommt.
ArahilionJa den Gedanken hatte ich auch, jedenfalls aus dem Film "forrest Gump". Die Feder die am Anfang und am Ende vom Wind erfasst wird. Ich denke dieser Vergleich trifft den Ablauf des Lebens einiger. Es gibt tiefe phasen im leben, dann kommt etwas und wirbelt alles auf, andere gefühle kommen auf, wir schweben in einer anderen ebene mit freuden und veränderungen, kleinen niederlagen und erneuten hochflügen. Doch dann legt sich der wind und wir legen uns wieder auf die erde, jedoch auf einer anderen stelle als zuvor, wir rücken weiter und unser standpunkt verlaggert sich, wann immer ein neuer windhauch kommt, wann auch immer wieder das schicksal mit uns spielt. Das sind so meine Gedanken, ich fühle mich auch wie ein Blatt.
xandieJa, genau ..

Und nur für die kurzen Momente in denen der Wind uns erfasst und tanzen lässt, harren wir lange am feuchten, kalten Boden aus. Die kurzen Momente des Glücks, die - auch noch so kurz - das Leben lebenswert erscheinen lassen .. Oft verlieren wir diese Momente aus den Augen, glauben nicht an die Schönheit und resignieren .. Aber irgendwann kommt wieder ein Windstoß und nimmt uns mit ..
TiamatSeid mir gegrüsst

Ihr vergeicht euch mit Blätter, die vom Winde aufgewirbelt werden, nur um dann auf den kalten, feuchten Herbstboden zurückzufallen.

Ich kann euch da nicht ganz zustimmen. Haben wir unser Schicksal nicht einen Teil weit selber in der Hand. Können wir nicht manchmal entscheiden, wo und wann wir zu Boden fallen? Wie lange unser Glück andauert? Also mir missfällt der Gedanke, dass jemand anders mein Leben bestimmt. Obwohl ich auch nicht abstreiten kann, dass manche Dinge so sein müssen wie sie sind. Trotzdem, der Vergleich mit Blättern finde ich für uns Menschen nicht zutreffend.

Abzustreiten ist jedoch auch nicht, dass wir nur ein winziger Teil der Natur sind und nicht ein höher entwickeltes Leben.

An Heretic: Du schreibst sehr schön und ich glaub trotz meiner Antwort, dich ein Stück weit verstehen zu können.

Dunkle Grüsse
Tiamat
Heretic@tiamat
Danke für die Blumen.
Natürlich haben wir einige Entscheidungen in unserem Leben selbst in der Hand man könnte meinen alle aber am ENDE kommt alles auf das gleiche raus.
Ich meinerseits hab schon lange das Gefühl verloren die Dinge in der Hand zu haben. Hattest du noch nie das Gefühl, dass es Dinge gibt die unvermeidlich erscheinen.... Wenn du durch die Gegend läufst und dich fragst warum manches passiert, obwohl man alles versucht um die Situation zu vermeiden? Seltsam oder? Verstehst du was ich meine?

@alle anderen
Danke für eure Antworten, sie helfen mir das erlebte zu verstehen,...meine eigenen Gedanken vielleicht.
FireghostHeretic mir gehts meistens ähnlich....
Nunja... du hast recht meiner meinung nach....

Naja hier im forum zu posten lass ich lieber...
ch sage es dir lieber persönlich wenn wir uns treffen....

Kocky....
bilharziaInteressante Assoziationen! Geht mir auch sehr oft so, dank der menscheneigenen Fähigkeit zu abstrahieren.
Weißt Du, ich denke jeder von uns kann wählen, wer, oder was er sein möchte. Oft ist der Weg dort hin hart, und sicher sind wir oft nur tote Blätter im Wind. Aber genau so gut kann man, mit dem entsprechenden Willen, auch der Wind selbst werden.
"What you want is your desire!"

Gruß
Ein Krieger des Lichts
SternenstaubWunderschön geschrieben...ich kenne es...dieses Warten auf ein Erlebnis, welches uns für eine kurze Zeit [I]lebendig[/I] sein lässt...

...und dann sterben wir erneut...

Sterni
PelloquinVom ersten Tag an da wir auf Erden weilen, fallen wir - unserem Ende entgegen. Und vielleicht sind wir wirklich Blätter. Blätter...

Eigentümlich fühlt es sich an... zu fallen, zu taumeln, dem Boden entgegen. Und wie ich so falle und der Wind mit mir spielt, da sehe ich viele andere Blätter, die mit mir fallen. Sie sind so schön anzusehen, so bunt gefärbt wie sie sind, eines anders als das andere... und doch... wie ich uns betrachte, fallend, erkenne ich... ihr seid wie ich. Eines Baumes Kinder. Lösen uns ... und erst im getrennt sein erkennen wir einander ... uns selbst ...


bin Blatt bin Baum bin Humus bin Licht bin alles bin nicht. Bin...

*lächel*

Schön mit euch zu fallen...

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