| Lady Morgue | vorweg schon mal sorry für eventuelle tipp fehler, aber denke das geht ausm text hervor warum...: letzten di hatte ich einen wichtigen termin. hätte eigentlich eine prüfungsleistung in form eines vortrages in meiner fh halten sollen. nun war es so, dass es verdammt glatt war, im radio von vielen unfällen berichtet wurde usw. aber ich bin aufs auto angewiesen um zur schule zu kommen. was tun? der gedanke ans fahren bei dem wetter löste bei mir schon unwohlsein aus. den prof. anrufen und absagen? ob er überhaupt für so etwas verständnis hätte? also hab ich mich mit einem flauen gefühl in der magengegend doch dazu gezwungen hin zu fahren...es war doch ein wichtiger termin und ich brauchte diesen schein. schließlich will ich doch nä semester mein diplom schreiben! bin dann mehr oder weniger die 30 km hingerutscht und stellte mein auto auf dem parkplatz ab und ich war froh, dass es einigermaßen geklappt hat. die rückfahrt am nachmittag wird schon nicht so wild, bis dahin is bestimmt gestreut oder die str. etwas getaut. ich schlitterte also vorsichtig über den fußgängerüberweg um auf der anderen seite einen kleinen fußgängerweg(der im winter nie gestreut wird) zu passieren. beim ersten rutschen konnte ich mich noch gut fangen, aber am ende des weges der zum nä bürgersteig mündete war eine schräge. ich rutschte, versuchte mich noch mit der rechten hand an einem metallzaun festzuhalten, aber ich knallte natürlich nach hinten längs. schnell wieder aufstehen, damits keiner sieht dachte ich noch. ich guckte auf meine hand. so ein mist, mein handschuh is zerrissen. ich blickte weiter auf meine hand. verdammt ein fingerring es weg und tiefe schnitt in der handfläche, aber wo kommt das viele blut her? die restlichen fetzen vom handschuh schnell weg gezogen und dann sah ich die 2 hängende hautlappen meines mittelfingers und die tiefe klaffende wunde am restlichen finger entlang. das war der moment in dem ich panisch wurde und mir tränen in die augen schossen. ins krankenhaus, sofort! zitternd und mit tränen in den augen in das nahegelegende altenheim, die mir erstmal einen druckverband verpassten und ein mitarbeiter der mich ins krankenhaus fuhr. erst einmal an der rezeption gefragt wo die ambulanz ist und ich bekam frühstückskauend und gelassen die auskunft einmal quer übern hof und das nebengebäude rechts. formalitäten klären kann einem so ewig erscheinen wenn man unter schock steht. im behandlungszimmer die restlichen ringe von den anderen fingern gezogen, dabei immer dieser grausige anblick der einem fast den magen umdreht oder man am liebsten umkippen möchte vor schwindelgefühl. 20 minuten alleine gewartet bis ein arzt kommt. nebenan die schmerzschreie einer alten dame die wohl ebenfalls gestürzt ist. alles wird gut sagte ich mir, du bekommst ne spritze und die flicken dich wieder zusammen, es wird schon schnell wieder verheilen. endlich kam ein arzt, der meine wunde untersuchte und dieses hin und wieder mit einem besorgten "oh oh oh" und "heijeijei" komentierte. supi. das macht mut und baut einen auf in solch einer situation :mad: (kann man sich das als sensibler arzt nicht verkneifen???). "ja das muss erstmal zum röntgen, da es ein sturz war" und weg war er, kurz darauf kam der anästhesist rein. "ich spreche mit ihnen nun die narkose durch, sie müssen operiert werden und einige tage hier bleiben". schöne scheiße. nach dem röntgen warte ich nach anweisung also wieder alleine im behandlungsraum und nix passiert. man läuft ungeduldig im raum hin und her, hin und wieder ein blick auf den flur. hektisches pflegepersonal das auf dem flur ist rennt an mir vorbei und nix passiert. die alte dame schreit immer noch vor schmerzen. mit einem ohr bekomme ich dann ein gespräch zwischen einer schwester und dem pfleger mit, der mich mehr oder weniger betreut hat "...mensch die is schon längst fertig und wartet da..." "achja stimmt ja" er kramt meine unterlagen hervor und geht mit mir kurz einen gang entlang. " also sie müssen auf station 80 in die handchirurgie, die ist in einem der nebengebäude. sie gehen hier den flur entlang und dann links bei den fahrstühlen raus. den weg durch die parkanlage immer grade aus und dann rechts" und er drückt mir die mappe mit meinen unterlagen in meine linke hand in der ich eben noch schirm, jacke und meinen rucksack auf der linken schulter hatte.(ich glaub, ich hab ganz schön blöd geguckt, denn ich kenn es so, dass man den patienten auf ihre station begleitet und nicht mit ner wegbeschreibung quer übers gelände auf die suche schickt!!! das hätt von mir aus auch ein[e] schwesterschüler[in] oder praktikant[in] machen können, wenn scheinbar so viel los is, aber so...???:mad: ) tja wie sollte es anders kommen? ich habs net gefunden(wie auch, die hausnummer, die auf jedem haus fett angemalt war, hat er mir garnicht mitgeteilt). also wieder zurück ins hauptgebäude. dort kam mir eine ärztin entgegen, die ich fragte. ein anderer älterer patient bekam dies mit und meinte er müsse eh da hin und er zeigt mir den weg. immer noch verheult war ich froh über seine hilfe und wir kamen ins gespräch. er erzählte mir, dass er schon seit monaten hier hin muss und seine hand immer noch nicht besser geworden ist und er probleme habe sie zu bewegen. er streckte sie mir entgegen und ich konnte seine stark vernarbten finger sehen. musste mich ziemlich zusammenreißen um nicht laut los zu heulen. was wenn mein finger nun auch so geschädigt ist, ich ihn nicht mehr gut bewegen kann und er so vernarbt? ich bin doch rechtshänder! was dann? nachdem ich dann aufgenommen wurde, hieß es dann wieder warten. da es eine "not"op war, war nicht klar wann ich endlich dran kam. da mir eh übel und schwindelig war legte ich mich hin und verschlief die 3 std. bis ich in den op-vorsaal geschoben und an alle möglichen geräte verkabelt usw wurde. da ich eine ambulante statt einer vollnarkose vorzog( wäre komplizert gewesen da ich zur zeit erkältet bin) musste ich eine weitere stunde in diesem saal warten, bis diese wirken sollte. mehr als unangenehm 6 spritzen in die achselhöhle zu bekommen. tja irgendwie wirkte es aber nicht wie geplant. nach einer std war mein arm nicht mal ansatzweise taub. also in den op und nun doch vollnarkose(auch nicht schlecht. nichts fühlen, nichts sehen, nichts hören is mir um einiges lieber.). das resultat nach 3std opsaal: glück im unglück. keine wichtigen strukturen und nerven kaputt, wie anfangs vermutet, nur eine heftige fleischwunde. aber dafür hab ich nun weitere erfahrungen über zuverlässlichkeit und kompetenz mancher krankenhausangestellten und neues futter für neue alpträume und grausige phantasien :( auf die ich gern verzichtet hätte wär ich doch nur zu hause geblieben.... |
| Blinder Mann | .... kenn ich irgendiwe ... zwar net so extrem aber diese situation das alles schief geht kenn ich gut ( bin ein extremer tolpatsch in manchen dingen und sowas passiert mir immer in aller öffentlichkeit so das mich jeder sieht und die tratschwelt neues futter bekommt :-) |
| Julya | Ohje, das hört sich wirklich richtig übel an. Ich habe hier die ganze Geschichte über mit verzogenem Gesicht gesessen und gelesen... Ich kann nachvollziehen, warum das alles so schlimm war... Die Wunde war wahrscheinlich gar nicht das Schlimmste. Passiert halt jedem irgendwie mal... aber daß einem in so einem Augenblick, wo man selbst nicht so ganz beisammen ist und Trost gebrauchen könnte, die gesamte Inkompetenz des Krankenhauses 'auf die Füße tritt', ist natürlich um so schlimmer... Ich wünsche Dir gute Genesung, liebe Lady und Verständnis Deines Profs Deiner Situation gegenüber.... Liebe Grüße ~Julya~ |
| Pelloquin | Hallo! Auch von mir gute Besserung! Kann sonst nichts gescheites sagen, außer dass ich mich für dich freue, dass nichts weiter schlimmes passiert ist. Und wenn dein Prof. nicht voll der Arsch ist, wird er bestimmt Verständnis haben! Freundliche Grüße Pelloquin |
| Dolly | @Liebe Lady, wenn Du diesen langen Text tippen konntest, bist Du ja aus dem schlimmsten schon wieder heraus und pfeifst zumindest wieder leise vor Dich hin. Entschuldige, wenn ich trotz allem gelächelt habe, Du hast alles so flüssig geschrieben und es liest sich wie eine Kurzgeschichte von E. Kishon - fehlt nur noch die Pointe. Mein ernstgemeinter Tip: Wenn dieser verflixte Tag schon nicht mehr zu ändern ist, nimm Deinen Text und mach eine Kurzgeschichte aus und versuche sie zu veröffentlichen. Vielleicht war der ganze Käse doch noch zu etwas gut und Du kannst eine Zweitlaufbahn als Hobbyschriftstellerin starten. Alles im Leben ist im Nachhinein betrachtet zu etwas gut! P.S.: Was studierst Du denn? |
| Lady Morgue | @blinder mann der gedanke kam mir auch immer wieder in den tagen wo ich dort lag "typisch ich- typisch pechvogel" als ich mir vorhin wie gewohnt mit rechts nasenspray ins nasenloch sprühen wollte, is es mir nicht geglückt. is alles noch unkoordiniert mit der schwellung und dem dicken verband und zugreifen schmerzt. ich zuckte und hab ich mir die ladung ins auge gesprüht...:o @julya der schock is eigentlich das schlimmste, der bleibt hängen, denn schmerzen hab ich komischerweise nur bei unvorsichtigen bewegungen. als ich entlassen wurde bin ich mit meiner familie nochmal zu dem weg hingefahren um das alles nochmal genau durch zugehen für die beschreibung bei der berufsgenossenschaft und um evtl meinen ring wieder zu finden. dann kam die übelkeit und das zittern wieder( selbst beim schreiben des textes an dieser stelle). im nachhinein ärger ich mich auch, dass ich dort in den entsprechenden situationen nicht richtig reagiert hab und meine meinung gesagt hab. aber wie du schon sagtest, in der situation is man irgendwie detsch im kopf (hab nach dem sturz sogar überlegt trotzdem erst zu der blöden prüfung zu gehen, im nachhinein so eine bescheuerte idee). dumm war auch der kommentar von dem oparzt als ich aufm tisch lag und wegen erkältung hustete und er meinte, dass da wohl der raucherhusten durchkommt...die horrorgeschichten von anderen patienten, naja da kann man nicht viel erwarten, aber von geschulten "fach"leuten nicht nur fachwissen sondern auch umgangsformen mit menschen für die das alles vielleicht nicht alltägliche routine ist! @pelloquin ne hab scheinbar doch nen lieben prof. hab ihn ganz falsch eingeschätzt. er hat sogar im schwesternzimmer ne karte für mich eingereicht (" nach diesem down kann es nur noch up's geben" recht hat er :rolleyes: ) und wie mir berichtet wurde, war er erstaunt, dass ich in solch einer situation noch an die prüfung denke...werd sie wohl wiederholen dürfen. @dolly ach du meine güte weiß garnet was ich sagen soll. danke für das kompliment( wer is denn e. kishon? jetzt bin ich neugierig. und werd mich mal nach nem buch von ihm umgucken) so flüssig kam mir das beim schreiben garnicht vor (hab zeiten verglichen mit dem beitrag den ich zuvor geschrieben hab= 2std für diesen text mit links und dem rechten zeigefinger der noch so unterm verband vorguckt *g*) ja, teilweise kam ich mir wirklich vor wie in ner schlechten komödie/ film(was man in der situation aber eigentlich gar nicht so lustig findet, aber mit etwas abstand ein lächeln verliert, den kopf schüttelt und sich denkt "ne, nich nochmal"). vielleicht kommt die pointe ja noch in 14tagen beim fäden ziehen. mo hab ich erstmal ne nachuntersuchung (allerdings bei nem anderen chirurg, von dem ich weiß, dass er einfühlsam is ;) ) ich weiß nur, dass ich es bei diesem weg, den ich noch öfter entlang muss, von nun an lieber riskiere in die dornenbüsche auf der anderen seite zu fallen... studiere übrigens sozialpädagogik/sozialwesen nochmal dankeschön für die lieben genesungswünsche liegrü lady morgue |
| Dolly | @Lady Bekannter, besonders in Deutschland sehr populärer humoristischer jüdischer Schriftsteller (kommt ursprünglich aus Ungarn, lebt heute in Israel). Findest in jeder Buchhandlung etwas von ihm. Klar, daß Du das in der Situation nicht so lustig fandest, aber mittlerweile kann ich auch damit leben, daß ich mal mit dem Auto mal so an einem Gebirgshand zu stehen kam, daß die Vorderreifen schon überhingen oder daß mir jemand mal bei einem Raubüberfall eine geladene Pistole unter die Nase hielt. Die Vergangenheit sorgt für die nötige Distanz.:cool: |
| Lady Morgue | huch! na du scheinst ja ein aufregendes leben zu haben. vielleicht solltest du lieber in den schriftstellerbereich gehen. du scheinst zumindest einiges erlebt zu habe, worüber du schreiben könntest :) |
| Latona | wann darfst du denn die prüfung wiederholen? und sag mir mal, wies gelaufen ist... also, was das betrifft, hattest du ja nochmals glück im unglück, oder?! also, ich hab bisher eigentlich gute erfahrungen mit krankenhäusern gemacht, auch in ausländischen..ok, es war nur ein ausländisches und das auch in der schweiz, die waren alle sehr freundlich, muss ein ziemlich ängstliches gesicht gemacht haben *g* kompetente mitarbeiter *g* voll cool.... |
| Lady Morgue | ähm also wann ich die prüfung nun genau wiederholen darf weiß ich so auch net. entweder ich werd schnell gesund und kann selber hin fahren, oder einer fährt mich hin...erstmal abwarten was der doc sagt... ja kann man wirklich so sagen, dass ich glück hatte. das einzige vor dem ich nun noch angst hab is die narbe. nicht nur aus ästhetischer sicht, sondern auch wenn diese (so wurde mir gesagt) sich verhärtet oder verformt mein finger krumm und unbeweglich wird und ich dann nochmal in dieses kh muss wo sie wohl nochmal aufgeschnitten wird...*graus*. ebenso, dass es, naja nicht taub, aber das gefühl so dumpf ist um die narbe herum, wie es an meinem knie nach einer op der fall ist(auch noch nach 3 jahren!). am knie ist das nicht wirklich schlimm, kann ich mit leben, aber an der hand die ja auch zum tasten gebraucht wird, ist das schon blöd... wenn ichs mir hätte aussuchen können, hätt ich ein anderes krankenhaus bevorzugt (waren nicht die ersten schlechten erfahrungen dort). aber da es das einzigste im umkreis mit einer handchirurgie ist, wird dieses nunmal bevorzugt als so eine "allgemeine" unfallchirurgie. |
| Latona | achso, ja, das mit dem einzigen kh ist ja blöd, sonst hätt ich dir vorgeschlagen in ein anderes zu gehen also, ich hoffe ja mal, dass du ganz schnell gesund wirst ...und das du dann auch gesund bleibst und das das dann mit der hand net so schlimm ist oder wird |
| Sternenstaub | Liebe Lady... Gute Besserung! Ich hoffe dass Dein Prof Verständnis haben wird... Alles alles Liebe, V. |
| Lady Morgue | ich danke euch beiden. tja nun war ich heute zur nachuntersuchung. und wie erwartet war der ärztebrief, der per post vom krankenhaus zugesendet werden sollte, nicht da. schlampig, aber da soll sich nun die weiterbehandelnde praxis mit mühen. 2std warten sind bedeutend angenehmer als 6std wie am di...zumal man noch so "nette" krankengeschichten von umgeknickten knöcheln, und kaputten nerven, sodass der fuß einfach so am gelenk hängt*schauder* aufschnappt. omis die eben noch in aller ruhe kreuzworträtsel lösten, plötzlich über die lange wartezeit und übelkeit klagen, sobald das personal im flur ist, sodass sie natürlich vorgezogen werden um sich auf der behandlungsliege auszuruhen, alles zur freude eines anderen älteren ehepäärchens, die sich scheinbar schon sehr darauf gefreut haben als nä dran zu kommen und sich laut beschwerten. naja, mir egal, da ich eh die letzte in der warteschlange war. tja und mein mein freund der krankenpfleger im popeye verschnitt (wegen dem ankertattoo auf seinem unterarm) der gerne mal arzt spielt? scheint wohl urlaub zu haben. schade, fast ungewohnt dort zu sein, ohne von ihm belehrungen zu bekommen wie leicht sich piercings entzünden (auch wenn diese längst völlig unproblematisch verheilt sind und man eigentlich wegen ganz anderen anliegen dort ist) wie es während des praktikums fast täglich geschehen ist (seine selbstgestochenen "jugendsünden" sind da natürlich viel ungefährlicher ;) . lustigerweise arbeitet mein piercer hauptberuflich im selben krankenhaus wie er :D . ironie?) im behandlungszimmer dann den verband ab. meine güte tat das gut mal wieder die restlichhen unbetroffenen finger zu bewegen und luft zu spüren. sieht zwar ganz schön wild aus aber wenigstens blieb die übelkeit meinerseits fern. gewohnheit? und der arzt der in gewohnter manier mitten im gespräch die fakten für sein diktiergerät wiederholt. aha, angeblich darf ich sogar autofahren? was die bullerei wohl dazu sagt wenn ich mit nem dicken verband, in dem ich kaum zugreifen kann, hinterm steuer sitz?nachm verbandswechsel natürlich sofort schaltübungen aufm parkplatz gemacht. *autsch* . naja ich glaub das lass ich lieber noch sein(zumindest bis die fäden draußen sind) ansonsten scheints wenigstens schnell zu verheilen :) |