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  Forum: Nebelpfade
    Thema: Taggeflüster
Carcas999[I]*leise wispert es an mein Ohr, kaum hörbar und schon gar nicht greifbar*[/I]

Alles ist so still um mich herum...Eigentlich kann es gar nicht still sein, fünf Menschen sind in diesem Haus, draussen laufen Kinder umher und Musik tönt aus den Boxen...und doch kommt es mir vor wie unendliche Stille...

Stille die einen Wall um mich errichtet hat und mich beherbergt, mir ein mulmiges Gefühl im Bauch beschert...
manchmal ist Ruhe etwas schönes aber nicht jetzt, nicht hier...ich brauche etwas was mir das Gefühl gibt mich zuhause zu befinden.
Bin ich denn zuhause? Ich meine, wenn ich mich hier nicht daheim fühle, was habe ich dann?
Keinen Ort der mir gehört...
Keinen Mensch der bei mir ist
nur mich und das anhaltende Gefühl der Kälte und unangenehmen Stille...und doch ist dort irgendwo etwas
Ein Ort den ich kenne, ohne ihn je kennengelernt zu haben, ein Ort der vielleicht...eines schönen,aber fernen Tages mal mir gehören wird...
Hoffentlich werde ich dann nichts mehr haben was ich auf Schritt und Tritt vermisse, weil es jederzeit neben mir ist.

[I]*die Wort sind noch unverständlich...*[/I]
TosendeSchmerze"ferne Orte ... ferne Zeite ... erreichen wir nur durch fernes denken ... in nichth all zu fernen Tagen!"
Orte der Sehnsucht und Ruhe
Carcas999[I]*und wenn der kalte Wind mir ins Gesicht peitscht...*[/I]

Durch die hohen und schön verzierten Gitterstäbe blicke ich auf den in Dunkelheit gehüllten Friedhof. Die Tore sind schon geschlossen und die hohen Bäume wirken wie dunkle,nur schemenhaft erkennbare Riesen vor dem tiefblauen Himmel.
Weiter unten sieht man dagegen nichts mehr..nicht mal die Grabsteine sind zu erkennen. Nur ein etwas höheres Kreuz sicht hinaus aus der unergründliche Schwärze, die einzig von kleinen roten Flecken unterbrochen wird...
Lichter die die Nacht durchleuchten...irgendwie wirken sie wie kleine Elfen die über die alten Gräber wachen, alle Zeit.

Ich fühle mich in diese unerreichbare Ruhe hinein, frage mich wie es sein mag Tag ein Tag aus über einen Toten zu wachen...der wohlmöglich schon viele Jahrzehnte in der kalten Erde ruht...in längst verwesenen Holzsärgen, nur die Knochen übrig geblieben...
Gern säße ich jetzt in warme Decken eingehüllt inmitten dieser Ruhe, zwischen den flackernden Lichtern, ein leichter Schauder würde mich überkommen doch die Elfen würden aufpassen, dass mir nichts geschieht, dass ich die einzige bin die diesen Moment genießen darf.

...aber die Tore sind fest geschlossen, die Mauern hoch, nichtmal ich darf diese Ruhe stören..und mir bleibt nur der letzte Blick durch das Gitter...
Carcas999[I]* ... bleiben nur die Sterne ungerührt*[/I]

Es ist wieder recht spät, ein Freitagabend. Ein Abend den ich nicht alleine verbringen musste, und sogar ein sehr schöner Abend. Eigentlich sollte ich längst zuhause sein, gleich sind es halb 12
Ich renne durch die leeren Straße, aus der Kneipe dringt Licht und laute Musik, ich renne weiter. Über mir scheinen die Sterne. Nach vielen Tagen die nur von schier endlosen,grauen Wolkenbergen beherrscht waren schien heute die Sonne und der Himmel war blaun und klar...Schon heute morgen leuchtete die Sonne in mein Zimmer und brach sich in dem Spiegel an meiner Wand.
Und nun kann ich all die Sterne über mir sehen, die Wächter aus
fernen Zeiten...
Einen kurzen Augenblick stoppe ich,atme laut ein und aus, den Kopf nach oben gerichtet. Einer der Sterne ist anders als die anderen, viel gelber und größer, ich betrachte ihn bis ich merke dass es kein Stern ist, Sterne bewegen sich nicht. Es musste ein Flugzeug sein, wenn es sich auch sehr langsam bewegte. Ich schickte einen Luftkuss hoch in den Himmel...für dich...für euch alle...
Den Blick weiterhin nach oben gerichtet, wenn auch nicht ganz so aufmerksam um nicht an die nächste Laterne zu rennen, lief ich weiter...
Danke
Carcas999Schnee. Überall. Ich komme aus der Schule, es fallen zwar nur noch vereinzelte Flocken aber alles ist in ein wunderbar reines weiss getaucht. Ich freue mich wie der frische Schnee und meiner Schuhsohlen knackt, ein schönes Geräusch und so gehe ich absichtlich langsamer um es genießen zu können.
Später an diesem Tage liege ich im Bett und lese. Als ich kruz hochsehe durchfährt es mich ein ein kleiner Stromschlag. Mein Zimmer scheint von innen heraus zu leuchten. Durch das vom Schnee reflektiere Licht was nun in meinem Zimmer war sah alles so...anders aus. Die Panelen an der Decke waren eins mit der Farbe des Schnees, das Gesicht der Dame auf einem meiner Poster schien fast tansparent und leicht bläulich und die Wände erst...das Apricot der Wand sah anders aus als sont, heller und klarer, leuchtender.
Ich konnte den Blick gar nicht abwenden...
Manche Sachen sind so altbekannt und man kann sie doch immer neu entdecken und staunen.
Carcas999Alles ist verstummt...die Luft schmeckt nach nichts...

Nur der frische Frühlingswind auf meinem Gesicht
das Gras unter meinen nackten Füssen
der Geruch von Hyazinthen, direkt wenn man vor unsere Haustür tritt...hinaus in einer andere Welt...hinein in meine Welt...

wie wäre es wohl wenn ich eines Tages einfach durch eine andere Tür gehen würde?...nicht mehr die Marmorfliesen, auf denen ich im Winter schon so oft ausgerutscht. Nicht mehr der wundervolle alte Nußstrauch, der schon älter und größer ist als das Haus selbst, auf dem ich in Kindertagen so oft rumgekraxelt bin und meine freundin dafür bewundert habe, dass sie so viel höher klettern kann als ich...Nicht mehr die dunkelgrünen Sträucher, mit den nadeligen Blättern an denen ich mich so oft gepickt habe als ich im Somme die blauen Beeren pflücken wollte, und deren dottergelben Blüten zu dieser Jahreszeit ganze Scharen von Hummeln und Bienen anlocken...

Hinter der Türe...Geschrei...unangenehme Stimmen. Streit. Zwei Jungen die sich von Morgens bis Abends beschweren. Ein Vater der laut telefoniert und eine Mutter die versucht sie alle zusammen zuhalten...

...und irgendwo dazwischen ich




Taggeflüster

Dämmerlicht
warmer frühlingswind
Vogelgezwitscher
Knochengerippe

needed elsewhere
"nevermore" said the raven
in death

stumme Tritte
weit hinaus
schwarzer See

"another time" said the raven

Ist dort ein Bott am Ufer
morsches Holz
kaputte Ruder

"now?" I ask the ghost
"not now" said the rauven

klappern
enttäuscht fährt der Wind durch die Knochen
so wird er weiterwandeln
am Ufer
sich nach der anderen Seite sehnen
Blüten ins stille Wasser schleudern
Tag wird niemals hell

the raven flew away
Little Dreamer...und irgendwo dazwischen ich


zwischen Türe.... Streit, wieder raus, ich will nicht hier bleiben, weg von hier.
Weg von dem, was so lange mein Zuhause war,

Laute Stimmen...Weinen..... das Knallen einer Tür.... wütende Schreie...... das Murmeln der Kinder....
...und irgendwo dazwischen Ich, abgekapselt von all dem, nicht mehr anwesend, abgekapselt in einer kleinen Kugel aus trübem Glas, damit Niemand sieht, was dahinter steckt....

Tag Falter

__________

Um ein intaktes Schaf einer Schafsherde zu sein,
muss man ein Schaf sein!

Blöd, wenn man der Wolf ist!?

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