| Caranaldion | Unruhig wehrte sich der Weg gegen die schweren Reifen der fünf Leichenwagen, die mehr oder weniger zeitgleich hinauf zur Waldpension fuhren . Dort angekommen begrüßten sich die zwölf Menschen mit Vorliebe für schwarze Kleidung, und bezogen anschließend ihre Schlafgemächer. Glücksfall für Zimmer Nr.7, die anscheinend den einzig vernünftig funktionierenden Fernseher ihr Eigen nennen konnten . Nach kurzem Akklimatisieren stieg die Prozession der Zwölf auf den Berg, um das dort stehende Panoramamuseum zu stürmen. Der Aufstieg war beschwerlich, was Einige zum Haare raufen fanden, während andere deutlich an ihr Alter erinnert wurden. Das Sauerstoffzelt wurde glücklicherweise nicht benötigt. Nachdem man in der Eingangshalle alles nicht Gestattete (Schwerter, Äxte, Kettensägen, Mobiltelefone und Fotoapparate) abgegeben hatte, betrat man einen grossen runden Raum, dessen Wände ringsherum ein Gemälde zeigten, und in welchem eine Frau das beeindruckende und imposante Bild recht lebhaft erläuterte. Der Abstieg gestaltete sich natürlich weniger anstrengend, und wenig später sassen die Zwölf an einer langen Tafel. Es gab zwar kein Elchschnitzel, und auch keinen Schnee in den Mund, aber geschmeckt hat es trotzdem. So gestärkt machte man sich noch einmal in der Dunkelheit in den Wald auf, und entdeckte eine Höhle, die auch sofort geentert wurde, was jedoch so manche nicht unbedingt Hochgewachsene vor Probleme bei der Überwindung der den Weg kreuzenden Leitplanke stellte (O-Ton :“ Wie soll ich denn da rüberkommen !?“) . Weiter ging der Weg in den tiefen, finsteren Wald, über eine Treppe zu einer Lichtung mit überdachter Sitzmöglichkeit. Ganz stilecht (man hat schliesslich einen Ruf zu pflegen) saß man dort im schwarzromantischen Schein zweier Grablichter. Nachdem man rotblitzende Erscheinungen auf Bild gebannt hatte, trat man den Rückweg an. Der folgende Morgen wartete mit strahlendem Sonnenschein auf, und nach den obligatorischen Restaurationsaktionen diverser, meist weiblicher Wesen brachen wir zum Supermarkt auf, wo die „Trauergemeinde“ (O-Ton einer Einkaufenden : „Trauergemeinde bitte nach rechts“) sich mit allerlei nützlichen und schmackhaften Dingen eindeckte . Um das gute Wetter auszunutzen, ging es danach zum Kyffhäuserdenkmal, wo angeblich In Extremo in zwei Monaten spielen sollen (O-Ton eines Umherstehenden : „Hey, ihr seid zu früh, In Extremo spielen erst in zwei Monaten“). Bereits dort hätte uns aufgehen müssen, daß die Besucher an dem Tag alle etwas im Kaffee gehabt haben müssen, anders kann ich mir nicht erklären, daß die Zwölf scheinbar mehr Aufsehen erregten als das Denkmal. Obwohl – Parallelen gibt es ja anscheinend schon, schliesslich sind wir ja eine „Sache“ . Aber selbst die Unterstellung suizidaler Tendenzen hielt uns nicht davon ab, bis ganz oben auf das Denkmal zu steigen, was sich wirklich gelohnt hat, denn die Aussicht von dort oben ist grandios. Die dafür verbrauchten Energiereserven wurden durch Eis wieder aufgefüllt, aber selbst das ging nicht ohne Kommentar von Aussen vonstatten; das höhlenhexige Osterbröh (welches sich dreisterweise vorgedrängelt hatte ) wurde nämlich von der Eisverkäuferin mit dem Kompliment „Die Haarfarbe ist geil“ bedacht. Den Vogel abgeschossen hat aber ein Herr gehobeneren Alters , der sich ganz offen in einem netten ostdeutschen Dialekt an uns wandte : „Sagen sö mal, sind sie `ne Sektö ?“ . Den daraus resultierenden Schock kompensierten wir mit dem Kauf einer Flasche Met (oder zwei oder drei). Den Nachmittag verbrachten einige mit der Besichtigung der Barbarossahöhle (wo es keine Grottenolme gibt), andere zeigten Kulturbegeisterung durch den Besuch eines Mittelaltermuseums . Am Abend war gemeinsames Grillen angesagt, was später in pädagogisch mehr oder weniger wertvolle Spiele ausartete, und in Swinger-Club ähnlichen Zuständen der Marke „Sodom & Gomorra“ gipfelte . Das römische Motto „Brot & Spiele“ nahm genauso Einfluss, denn zwischen Würstchen und Rotwein fanden erbitterte Wettkämpfe im Armdrücken statt, die stellenweise erstaunlichen Ausgang hatten. Zur Ehrrettung der Unterlegenen sei aber gesagt, daß die Bedingungen nicht die Besten waren. Der Ostersonntag begann wiederum mit Sonnenschein, was zur Besichtigung einer Burgruine ausgenutzt wurde. Diverse Kletteraktionen, Zweikämpfe und In-der-Sonne-sitzen-und-Trompetenklängen-aus-dem-Tal-lauschen waren die Dinge, mit denen wir die Zeit verbrachten. Der Nachmittag sollte für einige wieder unter dem Gruftmotto „Dunkle und unter der Erde“ stehen, diesmal im Zuge einer Besucherbergwerkbesichtigung. Aus organisatorischen Gründen fiel das leider ins Wasser, sodass spontan auf die Austragung der Osterrodelweltmeisterschaften auf einer Sommerrodelbahn umgesattelt wurde. Und spätestens hier wurde klar : „Sonne macht albern“ – da ist etwas dran . Zusammen mit unseren beiden Besuchern gingen wir abends gemeinsam in einem griechischen Restaurant essen, und saßen später wieder auf „unserer“ Terasse, und lauschten dem Highlight der ganzen Tage, dem wir seid dem Freitag Mittag entgegenfieberten : In den Hallen unserer Pension fand der „Ostertanz mit INGO“ statt ! Was haben wir gerockt ! Selbst die unter der Decke befestigte Fledermaus sah sich angesichts dieser fetzigen Musik nicht in der Lage, einfache Kreise zu fliegen, sondern zuckte stattdessen unkontrolliert durch die Gegend. Irgendwann trieben uns Kälte & Müdigkeit jedoch in unsere Schlafgemächer , und zum Glück hatte da auch INGO die Hütte schon leergerockt. Am Montag Morgen hieß es Abschied nehmen, und gegen zehn-elf Uhr blieben von den Zwölfen noch Sieben übrig, die eine Klosterruine besichtigen wollten. Gut, da war ein Bauzaun drumherum, aber das störte uns nicht (O-Ton : „Da ist doch `n Eingang“). Neben der Klosterruine gab es noch ein paar alte verfallene Häuser zu sehen, die wir auch von innen begutachteten, und eine unheimliche Begenung mit einem toten Dachs hatten. Die Benutzung des „Eingangs“ schien drei Herren aus der Nachbarschaft aber nicht entgangen zu sein, die daraufhin kurzerhand unseren Eingang verschlossen. Gut, man hätte ihn wieder aufschieben können, aber so sehr auf dem Silbertablett wollten wir dann nicht dort herrausspazieren. So entschieden wir uns für den Weg der inneren Einkehr, und kletterten über eine Mauer. Beim anschliessenden Eis essen hatten wir dann doch arge Probleme, uns halbwegs gesellschaftsfähig zu Benehmen, da wurden die perversesten Mixturen wie Schokohase in Kaffee etc. ausprobiert. Zwei mussten natürlich wieder total aus der Reihe tanzen, und bestellten einen Eisbecher, der grösser als sie Selbst war. Und zu allem Überfluss konnte eine der Beiden noch nicht mal vernünftig essen, und hatte das Eis im gesamten Gesicht verteilt. Kurz darauf minimierte sich das Grüppchen noch einmal, und es blieben nur noch vier übrig. Diese vier diskutierten zunächst die Benutzung einer kostenpflichtigen öffentlichen Toilette. (O-Ton :“ Wenn Du da drin bist, obwohl Du kein Geld eingeworfen hast, geht der Boden weg, wegen der Reinigung. Ich hab mal gehört, daß sich da einer auf die Toilette stellen mußte, um nicht im Boden zu verschwinden.“) Es ist zum Glück niemand verschwunden, und so saßen die vier später an einer Heilquelle , und alberten herum. Es folgten keine ernsthaften Sekunden mehr, eigentlich stürzte man von einem Lachanfall in den nächsten. Am Nachmittag lösten (bröhsten) sich auch die letzten vier auf, und traten den Heimweg an, nachdem sie vorher am Bröhnorama-Musem fast den Erstickungstod durch Lachanfall gestorben wären . Es waren wunderschöne Tage, und ich würde um alles in der Welt die Zeit um eine Woche zurückdrehen. Ich grüsse ganz lieb, und hab euch total gerne Den Boardgigolo Das Höhlenhexige Osterbröh Das pädagogische Osterbröh Die Döbröhtö Die Rodelweltmeisterin Das Helmchen Die Armdrückmeisterin Den Lessy Die Hummelbrumse Die Hummelbrumse junior Die Mondseherin |
| Lady Morgue | oh das is echt süß geschrieben. hab so gelacht. aber du hast die abenteuerlichen krabbi-fahrten vergessen zu erwähnen :D liebe grüße an den kaffeehasenbademeister (mit sahne und himbeersoße oben drauf *g*) |
| DBT | Es is so schlimm wenn man 5 Runden im Kreisverkehr fährt, schreiend, gröhlend... *lach* Soviel Spaß hab ich aufm Fahrrad nicht :( Aber Cara hat mal wieder volles Talent bewiesen...*applaudiert* DBT |
| Lady Morgue | @dbt ich glaub die stoßdämpfer ham da auch etwas gelitten :rolleyes: *6 schwarze wesen quetschen sich in einen kleinkrabbi und moschen* |
| Jester | Joah ist wirklich toll geschrieben, aber Krabbbi fehlt definitiv, das Party-mosch-irren-Mobil :) Ich glaube alle wundervollen Aspekte dieses Wochenendes zu erwähnen zu versuchen stellt ein Din gder Unmöglichkeit dar! |
| Julya | Eigentlich wollte ich auch einen langen Thread in die Pfade setzen und ich hätte sicher auch Krabbi, das Moschmobil erwähnt, aber da Du, lieber Cara, das jetzt so schön gemacht hast, spare ich mir das lieber, denn meine Worte wären sicherlich noch bissiger gegenüber Dir, als Deine gegenüber mir geworden! :p ;) :D Ich hab Euch Haufen so lieb und ich freue mich schon sehr auf die Fortsetzung.... :) |
| Jester | Tja Julchen da warst du wohl zu langsam, wie auch morgens wenn es um das Frühstück geht :) |
| Clytie | Krabbi, das Moschmobil ...?:D :D :D Der Name ist irgendwie an mir vorbeigegangen, dabei hab ich´s eindeutig noch vor Augen :) Clytie. P.S. Julya war am Montag eher wach, als eine der ersten sogar. Wir Osterbröhs sind immer pünktlich, wenn wir Hunger haben :) |
| Julya | Clytie, Du hattest ja auch nicht das zweifelhafte Vergnügen, in einem minikleinen Auto zu sechst über holprige thüringer Straßen zu fahren. *lach* Es wundert mich, daß wir beim Moschen nicht aufgesetzt sind :D Und...ja... ich war ausnahmsweise superpünktlich (nur 10 Minuten zu spät ;)) am letzten Morgen... |
| Carcas999 | Freut mich dass ihr so viel Spass hattet! Frohe Ostern nachträglich... car |
| Caranaldion | [QUOTE][i]Original geschrieben von Julya [/i] denn meine Worte wären sicherlich noch bissiger gegenüber Dir, als Deine gegenüber mir geworden! [/QUOTE] Hey hey hey, oich war ganz brav, jawoll, wo habe ich bitte bissige Worte Dir gegenüber erwähnt !? Daß du mich morgens mit Deinem Stiefelabsatz aus dem Bett geprügelt hast, hab ich schliesslich wohlweisslich nicht erwähnt :D ;) @ Stoßdämpfer und aufsetzen Ich glaube, es hackt !? Die Stoßdämpfer sind niegelnagelneu !!! Ihr seid alle nur etwas wehleidig und empfindlich ! So! *g* Und ein [i]zweifelhaftes Vergnügen[/i] war die Mitfahrt bei mir auch niemals nicht, und ich bin sicher, Clytie hätte sich nichts lieber gewünscht, als auch einmal daran teilhaben zu können *winkmitdemzaunpfahlsagjetztjanixfalsches* |
| Clytie | Ja, das stimmt - zum nächsten Treffen nehm ich noch ein bisschen ab, dann pass ich auch mit rein...;) Gemoscht hab ich auch schon nicht mehr viel, seit meine ehemals langen Haare ab sind, da ging das viel besser... Wird mal wieder Zeit. Und das Fahrgefühl kenn ich - bin bis vor zwei Jahren einen alten Seat Marbella gefahren (so´n überdachten Rasenmäher); der hatte am Ende auch neue Stoßdämpfer (was den Wert des Autos enorm erhöht hat ;)) - das mit dem Nicht-Aufsetzen stimmt :) Clytie. |
| mondseherin | Also was Krabbi anging, muss ich doch sagen: er liegt super in den Kurven. Was DBT nicht gerade gemocht hat, die Kurven fahrten! Übelkeit war die Folge! Seit lieb gegüsst!*knuddel* |
| DBT | Ja aber das lag auch am vielen Eis...*puuuh* Aber der Cara hat dann ganz toll Rücksicht drauf genommen, wollt wahrscheinlich auch nur nicht das ich ihm ins Auto gübel ;) DBT |