| Sab | Es ist 1 1/2 Jahre her, aber wenn ich an diese Minuten denke, kommt es mir vor, als wäre es erst gestern gewesen. So sehr spür ich es noch. Ein Paar, ich schätze sie waren Mitte bis Ende 20, saß mir gegenüber in der S-Bahn. Sie redeten nicht, saßen einfach nur da und schwiegen. Sie brauchten nichts zu sagen, hielten sich einfach nur an der Hand, bildeten so eine Verbindung und verstanden sich. Beide waren so voller Schmerzen, Trauer und Verzweiflung. Ich habe noch nie einen Menschen erlebt, der so verzweifelt aussah und wirkte wie die beiden es taten. Ich wollte ihnen etwas von der Trauer und Verzweiflung abnehmen, fragen was los ist, doch es ging nicht. Ich spürte ihre Trauer und schwieg. Gleichzeitig war zwischen ihnen eine unendliche Liebe. Diese beiden waren so verzweifelt und trotzdem für einander da, ohne nur ein Wort zu sagen. Sie fühlten das gleiche und wahrscheinlich dachten sie auch ungefähr das gleiche. Ich frage mich oft, was aus ihnen geworden ist und glaube, dass ich nie wieder eine so große Verzweiflung sehen oder spüren werde wie damals. |