| Darket | (OT: Ich möchte diesem Thread voranstellen, dass die Überschrift in keiner Weise provokativ gedacht ist und ich keine theologische Grundsatzdiskussion im falschen Forum eröffnen möchte, wer diskutieren möchte schicke mir eine PN, der eigentliche Sinn geht hoffentlich aus dem folgenden Text hervor) Freitag Nachmittag, das Wochenende hat gerade begonnen, ich habe meine Matheklausur gerade so über die Bühne gebracht und freue mich wahnsinnig auf meine freien Tage. Am Abend bin ich mit Freunden verabredet um in unseren Lieblingsclub zu gehen und einfach eine fröhliche Nacht zu verbringen. Plötzlih klingelt mein Telefon, als ich gut gelaunt abhebe ist eine Freundin von mir dran, sie ist völlig verheult und klingt total fertig. Sie erzählt mir unter Tränen, dass meine beste Freundin im Krankenhaus liegt. Ich fange an zu fluchen, gestern hatten wir noch telefoniert, sie hatte erzählt, dass sie sich krank fühle und deshalb noch nicht genau wisse, ob sie heute Abend mitkommen könne. Ich nehme an es hängt damit zusammen, doch was mir in den nächsten Minute erzählt wird haut mich fast aus dem Sessel. Das Haus in dem sie mit ihrer Familie lebt ist bis auf die Grundmauern niedergebrannt, alles ist futsch, von heute auf Morgen besitzt sie nichts als einen Schlafanzug, ein Paar Unterwäsche und zwei Anhänger, die sie um den Hals trug, Haustiere, Bücher, CDs, Kleidung und persönliche Gegenstände, alles ist verbrannt und sie ist in Panik aus dem Fenster im ersten Stock gesprungen, was ihr mehrere Schürfwunden und einen gebrochenen Lendenwirbel eingebracht hat. Ich höre völlig geschockt zu, stoße einen wilden Fluch nach dem anderen aus, weil ich einfach nicht weiß, was ich sagen soll, aber es kommt noch schlimmer: Es war Brandstiftung, irgend ein kaputtes Subjekt wollte sich wahrscheinlich für irgend eine Lapalie an ihrer Mutter rächen. Inzwischen bin ich nicht mehr sicher ob ich nicht in einem bösen Traum gelandet bin. Das arme Mädchen hat in ihrem Leben schon so viel mitmachen müssen, sie kommt aus einem Elternhaus, das diesen Namen nicht verdient, sie hat psychische Probleme, die selbst mit professioneller Hilfe schwer in den Griff zu kriegen sein dürften und musste allein in den zwei Jahren, die wir uns kennen so viele üble Schicksalsschläge einstecken, wie andere in 20 Jahren. Und jetzt das! Kurz nach diesem Gespräch rufe ich sie im Krankenhaus an, die Besuchszeiten sind schon vorbei. Sie klingt völlig fertig, aber erstaunlich gefasst, sie erzählt mir was passiert ist und dass nur durch einen unendlich glücklichen Zufall weder sie noch ihre Schwestern ums Leben gekommen sind. Ich verspreche am nächsten Tag vorbei zu kommen und am Abend noch etwas mit ihrem Freund, der seit fast 10 Stunden bei ihr ist zu unternehmen um ihn ein wenig abzulenken. Wir fahren zusammen doch noch zu der Party in unserem Lieblingsclub, haben viel Spaß ohne den Gedanken an sie aus unserem Hinterkopf kriegen zu können, aber das wollen wir auch garnicht. Der DJ ist so lieb und spielt auf meine Bitte um punkt Mitternacht ihr Lieblingslied für sie in Abweseneheit. Als ich am nächsten Mittag im Krankenhaus vor ihrem Bett stehe und die Dinge aus der großen Einkaufstüte packe, die wir ihr mitgebracht haben, sehe ich sie an und sehe vor mir den Beweis, nach dem die Wissenschaft seit Jahrhunderten sucht und vor dem sich die Religionen seit Jahrtausenden fürchten: Es gibt keinen Gott! Der Beweis liegt vor mir in einem Krankenhausbett und ist glücklicher Weise noch am Leben. |
| LilEevee | ich habe zu der überlegung mit gott vorhin einen thread aufgemacht. irgendwie finde ich jetzt das sich das was ich mir überlegt habe etwas lächerlich wirkt. schaust du mal vorbei? [url]http://www.nachtwelten.de/vB/showthread.php?threadid=31126[/url] |
| Ford Prefect | kurze Rückfrage: Wäre es nicht auch möglich, das, was Du erzählst, als Beweis für die Existenz Gottes zu sehen ? Denn immerhin lebt Deine Freundin noch. Und auch wenn es keinen Gott gibt, werde ich sie trotzdem in meine Gebete einschließen... :) |
| Darket | Hmmm das ist der Gedanke, den alle anderen aussprechen, auch weil es nur einer Verkettung glücklicher Umstände zu danken ist, dass sie noch lebt, aber die Tatsache an sich, die Tatsache, dass das nicht der erste schwere Schlag war (sie ist grad mal 18), das und sie zu sehen, wie sie mit nem Schlauch in der Nase da lag, das war für mich in dieser Situation der Beweis nach dem ich nie gesucht habe. |
| Ford Prefect | ich kann dich so gut verstehen, wirklich. Habe über Jahre mit Kindern gearbeitet, wo ein Blick in die Akte der pure Horror war. Aber ob das etwas zum Guten oder zum Bösen beweist ?` Ich weiß es nicht... |
| Darket | Ich habe noch nie im Leben an ihn geglaubt, jetzt glaube ich zu wissen, dass es ihn nicht gibt oder zumindest nicht mehr gibt! |
| 2378 | Ein Gedanke der mir dazu kommt: Wenn es uns gut gehen würde, immer und wir nicht anderes Leid oder selbst welches erfahren und sehen müssten, könnten wir überhaupt schätzen, dass es uns so gut geht? |
| decay73 | [QUOTE][i]Original geschrieben von 2378 [/i] [B]Wenn es uns gut gehen würde, immer und wir nicht anderes Leid oder selbst welches erfahren und sehen müssten, könnten wir überhaupt schätzen, dass es uns so gut geht? [/B][/QUOTE] Wohl kaum. Aber manchen scheint es ungerecht hart zu treffen... ...um anderen aufzuzeigen, wie gut es uns eigentlich geht? Ich denke nicht. Das wäre wohl etwas zu viel verlangt und eine unsinnige Art bestehendes Leid zu erklären. ~decay~ |
| 2378 | Nein erklären kann man es damit nicht - eine Antwort wird es nicht geben... aber ich kann nicht verlangen, dass eine höhere Macht auf ein Einzelschicksal aufpasst - vielleicht wird es im großem und ganzem gesehen und wir wissen nicht, wie es da steht.... |
| decay73 | [QUOTE][i]Original geschrieben von 2378 [/i] [B]aber ich kann nicht verlangen, dass eine höhere Macht auf ein Einzelschicksal aufpasst - vielleicht wird es im großem und ganzem gesehen und wir wissen nicht, wie es da steht.... [/B][/QUOTE] Das ist doch auch eine eher traurige Einsicht. Da ist es mir auch schon lieber es schlicht als "Schicksal" hinzunehmen, anzunehmen und zu versuchen damit zu leben - eine (vermeintlich) höhere Macht, die irgendwie ihre Finger im Spiel hat, bringt mir (persönlich) da herzlich wenig. ~decay~ |
| 2378 | stimmt - ich muss an eine höhere Macht glauben, anders kann ich mir die entstehung von dem ganzen nicht erklären, deswegen glaube ich dran.... zum beeinflussen des lebens - ich habe zu viele unabhänige gedanken dazu - weiß nicht was da passt.... das weiß keiner. kann auch sein, dass wir einfach nach der entstehung des ganzen einfach in stich gelassen wurden... wer weiß es.... |
| Ford Prefect | @Darket Wenn man nicht an Gott glaubt - woher kommt dann Hoffnung ? Was, wenn Deine Freundin gestorben wäre ? Wer würde Dich, ihre Freunde, ihre Eltern, ihre Verwandten trösten und mit welchen Worten ? |
| neptunia | darket, gott ist nicht der liebe alte mann mit weißem rauschebart. gott ist nicht gut oder böse, er ist alles zur gleichen zeit. es ist diese ewige frage "warum läßt gott das zu?". ganz einfach, alles schlechte/böse/schlimme ist ein teil der ewigen verwandlung, nichts steht still. das hilft dir und deiner freundin grade nicht besonders viel, das ist mir klar. aber die tatsache, daß du jetzt, in dieser situation für sie da bist, genauso wie andere menschen, das bedeutet mehr als du denkst. menschen können alles leid der welt ertragen, wenn sie nicht das gefühl haben, alleine zu sein. und gott (oder wie wir diese energie/macht auch immer nennen) macht es uns nicht grade leicht, es liegt trotzdem alles bei dir, und das ist das schwerste von allen. wenn du es gut machst, dann hebst du das schlechte damit auf. in diesem sinne: mach's gut! (oh mein gott, das klingt sogar mir ein bißchen sehr "gläubig". nimm die hälfte davon, dann paßt's wieder) |
| Ronin47 | Wenn Leid einen Sinn macht, dann doch nur den Menschen dazu anzuregen etwas zu verändern um das Ausmaß des Leidens zu reduzieren. Insofern macht das Leid aus sich heraus Sinn. Es ist nur traurig, das allzu oft das Leid verdammt ungerecht verteilt ist, Und das immer wieder Menschen erst Leiden müssen damit andere dann erkennen, dass wir in einer Welt leben in der an alle Ecken und Enden Handlungsbedarf besteht. Und es wird immer so bleiben, die Menschen sind dazu verdammt sich solange selbst zu zerfleischen, bis sie endlich einsehen, daß das Leben an sich einen Wert besitzt, unabhängig davon ob es Sinn macht. Und das ist alles woran ich noch glaube, und das reicht mir völlig. Bald jährt sich der Todestag eines Freundes, und wenn Katholische Pfarrer sich mit Suizid auch generell schwer tun mögen, die wenigen unter den Anwesenden bei der Beisetzung die die Gründe kannten, (ich kenne wenige die so lange gekämpft hätten wie er) hätten ihm am liebsten den Mund gestopft. Zu diesem Zeitpunkt hatte ich allerdings keinen Beweis mehr nötig, er wäre es aber gewesen, und auf diesen wie alle anderen hätte ich gerne verzichtet. Es gibt meines Erachtens keinen Gott. Hätte dir gewünscht zu dieser Erkenntnis auf anderem Weg zu gelangen Darket. Solange es irgendwo noch einen Menschen gibt der mir irgendetwas bedeutet bin ich auch ohne Gott nicht allein. Und wenn dies doch irgendwann der Fall ist bleibt doch die tröstende Erkenntnis, daß die Einsamkeit im Tod mein letzter Beitrag zum Leid in dieser Welt sein wird. |
| neptunia | darket, eins fällt mir noch dazu ein: mein vater wurde am selben tag beerdigt, an dem er und meine mutter ein paar jahre zuvor geheiratet hatten. der pfarrer meinte in seiner predigt, daß gott in seiner großen güte ihn zu sich gerufen hätte, daß er vom himmel aus auf seine frau mit den zwei kleinen kindern aupassen kann und blablabla ... meine oma hat unter aufwendung überirdischer kräfte meine mutter davon abgehalten, den typ auf der kanzel zu massakrieren ... es sind die menschen, die das leben zur hölle machen ... |
| LestatLioncourt | Und was würdest du denken, wenn deine Freundin tot wäre? Sei froh dass sie lebt und frage nicht, wieso ihr Haus niedergebrannt ist. Amen. Ob es Gott gibt? Ihr wollt Antworten? Es gibt keine Antwort. Das ist die Antwort. Lestat |
| Haevion | Es sind immer Dinge, die wir nicht verstehen werden. Sonst wäre es nicht Gott. |
| LaChatte | Mein Mitgefühl... Allerdings: als ich vor knapp anderhalb Jahren in der [URL=http://www.nachtwelten.de/vB/showthread.php?s=&threadid=20227]Intensivstation[/URL] einen Tag lang am Bett eines Menschen sass, der überall Schläuche angeschlossen hatte, bewusstlos war, ein aufgedunsenes Gesicht hatte... da wusste ich, dass Gott existiert. Es konnte gar nicht anders sein. |
| Haevion | Odessa: Die Menschen, die Du dort beschreibst sind meistens solche, die mit diesen Situationen nicht umgehen können, und eine Begründung dafür suchen - aber keine andere finden. Dazu fällt mir, in anderem Kontext, ein gutes Zitat ein: "Der Atheist ist das größte Kompliment, das Gott sich selbst zollt: Er schafft ein Wesen, das stark genug ist, von ihm abzusehen." - (Ernst Wilhelm Eschmann, dt. Schriftsteller, 1904-1987) |
| Darket | Richtig, sie lebt und sie kommt wieder auf die Beine, heute konnte sie sogar schon wieder laufen und ich hatte das Glück dabeisein zu dürfen. Sie lebt nur auf Grund einiger fast schon merkwürdiger Verkettung von Zufällen, andere nennen das Gott, ich nenne es so wie es ist: Zufall und unbeschreibliches Glück im Unglück und dennoch ist die Tatsache, dass soetwas passieren konnte Beweis genug für mich. An einen Gott, der einem Menschen, der mir soviel bedeutet jedesmal wieder mit dem Absatz ins Gesicht tritt, wenn er sich gerade wieder aufrappelt und wenigstens für zwei oder drei Wochen glücklich ist, kann und will ich nicht glauben! |
| Sternenstaub | ...ich bin gerade etwas sprachlos...wütend...ich glaube auch nicht... ...zwar ist man ohne Glauben irgendwie haltlos - aber ich kann es nicht, so lange schon nicht. Und an einem Tag im Jahr werde ich immer in meiner Einstellung bestätigt. An dem Jahrestag des Unglücks, durch das in meiner Familie ein Engel verlorenging... alles gute lieber darket...alles alles gute |
| LestatLioncourt | Nicht Gott tritt deiner Freundin den Absatz ins Gesicht, andere Menschen tun es. Wieso sollte Gott deiner Freundin bei Problemen helfen, die er nicht verursacht hat? Lestat |
| Darket | Was tut er denn dann? |
| Ronin47 | @Odessa Warum wir in unserem Glaube nur aufgrund schlechter Erfahrungen zweifeln? (Leider nicht von mir, aber ich halts für nen verdammt guten Ansatz, läßt Raum für eine Menge überlegungen, einschließlich des Umkehrschlusses) Die Allgemeine Annahme: Gott=Gut 1. Assoziation: Gute Zeiten->Gott belohnt->wir sind gut 2. Assotiation: Schlechte Zeiten->Gott bestraft->wir sind schlecht Wenn auch nur unterbewußt. Ausweg: Kein Gott, nur Zufall, kein Sinn, keine Strafe, keine Belohnung,nur Glück, nur Pech, nur Leben und Tod Frage: Wieso soll die Angesichts des ganzen Leids gerade dies so unerträglich sein? |
| cocrea | darket, mein beileid für all das leid, das deiner freundin geschehen ist. meinen glückwunsch an die überlebende, die dem feuer widerstanden hat, die sie glück im unglück hat-te. was sagt und fühlt sie denn selbst zu ihrer jetzigen lage. der satz: wen gott liebt, den züchtigt er, klingt wie bitterer hohn. jedes überleben, das ich selbst erlebt habe, hat mich gestärkt und auch desillusioniert. bin dankbar dafür. nicht immer im akuten geschehen, doch im nachhinein. mein freund hat eine brandstiftung erlebt, allerdings in seiner abwesenheit. die folgen waren traumatisch. seine leben nahm eine neue wendung - es dauerte mehrere jahre bis er den schock verarbeitet hat. unwiederbringliches ging verloren, sein leben blieb erhalten. als junges mädchen war es ein schock für mich, zu entdecken, dass meine ältere schwester nicht an gott glaubt - und dass ich es nicht bemerkt habe. für mich war gott so selbstverständlich wie das gras grün. dann fiel mir ein, dass das grün, das ich sehe einzigartig grün sein könnte und kein anderer es genauso sieht. inzwischen seh ich in gott weniger den ER, denn das SIE, ES, weniger das weiß, denn das schwarz, weniger das alles, denn das nichts. beweise klappen nur innerhalb des systems. wenn es gott, das a priori, von vornherein ausschließt, ist ein beweis obsolet. lg, cocrea |
| GalacticSurfer | @Darket ER verhüllt sein Antlitz angesichts der Menschen, die IHM solche Fragen stellen...:cool: |
| Windspiel | Lieber Darket,mein herzliches Beileid für das,was deiner Freundin wiederfuhr. Religionen...Gott...große Worte.Ich möchte hier niemanden mit meiner Meinung zu nahe treten,ich für meinen Teil kann nur sagen: Der Mensch,dessen Geist nicht im Stande ist die eigenständige Perfektion der Natur und des Lebens zu begreifen,wird versuchen sich ein Leitbild zu suchen,etwas,auf das er seine Hoffnungen,Wünsche und Ängste projezieren kann.Er stellt sich in den Dienst seines eigenen Geistes,des Hirngespinnstes,das er selbst ersonn.Dies geschiet unmerklich,viele werden es Zeit ihres Lebens als selbstverständlich ansehen.Zudem werden sie noch durch ihr Umfeld bestärkt,dass jeder mehr oder weniger glückliche Umstand auf den Willen von "etwas" zurückzuführen ist.Nenne man es Schicksal,Gott,Satan oder wie auch immer.Der menschliche Geist trifft hier auf seine Grenzen,nur wenige kennen sich gut genug diese überhaupt zu erkennen.Unsere Existenz wie die allen Lebens auf dieser Erde entspringt einer,nennen wir es "glücklichen",Verkettung von Ereignissen,die sich im Laufe von Jahrmillionen abspielten.Das Ganze jedoch als "göttliche Fügung" zu sehen,oder gar zu behaupten,dass es "Schicksal" war,dass sich Leben auf der Erde ansiedelte,ganz zu schweigen von der Enstehung des Planeten,scheint mir unendlich vermessen,da es wie jegliche Vorstellung der Menschheit diese polarisiert.Die Möglichkeit des "vollkommenden Zufalls" wird nur selten in Betracht gezogen. Das Leiden des einzelnen in dieser rauhen Gesellschaft haben wir uns selbst zuzuschreiben,da wir sie gründeten.Das System kränkelt und zeigt immer tiefere Wundherde in Form von steigender Arbeitslosigkeit und Perversion des Individuums,das sich in seiner Welt nicht mehr wirklich zurechtfindet.Die Menschheit ist nicht perfekt und wird es auch durch modernste Technik nie werden.Schon Albert Einstein sagte:"Es gibt nur 2 Dinge,die unendlich sind: Die Dummheit der Menschen und das Universum,wobei ich mir bei letzterem noch nicht sicher bin." Letzendlich wird sie scheitern,entweder zerfallen oder von einer neuen Form des Lebens abgelöst werden.Womit ich nicht sagen möchte,dass die Menschheit verachtenswert ist,im gegenteil,sie schaffte Dinge wie Kunst und Lyrik,kann jedoch niemals über ihre eigenen Makel hinwegkommen. Soweit meine Ansichten dazu, stille Grüße,euer Windspiel |
| Ford Prefect | ich finde jedenfalls, daß angesichts von menschlichem Leid die Frage nach Gott eine schneidende Schärfe hat. Ich verstehe jeden, der angesichts der von Dir, Darket, geschilderten Erfahrung nicht an Gott glaubt. Ich möchte nur ein Zitat zu bedenken geben, über das ich seit ca. 25 Jahren nachdenke: "Es gibt nur deshalb einen Theologie nach Auschwitz, weil es Glauben in Auschwitz gegeben hat." (Eberhard Jüngel, evgl. Theologe) |
| eg0l | also ich kann dazu nur eins sagen ... Thread Titel = Tatsache ... mehr kann ich darauf nicht antworten sry ;) |
| HeiligerGeist | Nach der Bibel liebt gott alle seine kinder. Wieso aber zum teufel lässt er dann Darkets Freundin von einer scheiße in die nächste laufen ? Wieso tut er das ? Macht ihm das Spaß ? Es heißt immer in der Kirche, (in Darkets fall): Ah, ein Wunder und wäre die Freundin umgekommen hieße es "Die Wege des herrn sind unergründlich." Warum ? warum ? Da gab es mal bei mir so eine sache. Ich fahre mit nem Fahrrad einen Berg runter an der hauptstraße, 50m vor mir eine meist unbefahrene Seitenstraße über die ich immer hinüber fahren muss bei dieser Strecke. Aus irgend einem Grund bremste ich auf 0 runter, was ich nie tat. Dann raste auf einmal ein Golf mit völlig überhöhter geschwindigkeit aus der seitenstraße. Normal wäre ich tot gewesen. Was war das ? Ich bremste, aber warum, tu ich doch sonst nicht ? Ich denke es war einfach nur eine Lebenswichtige Intuition zu bremsen, oder doch vielleicht Gott ? Was ich damit sagen will man kann nicht sagen gibt es ihn, gibt es ihn nicht. Ich werde nie verstehen können warum ER (wenn es ihn gibt) Menschen so leiden lässt. |
| Offering | Hey Darket... ich habe deinen Beitrag gelesen und muss sagen, er hat mich sehr mitgenommen... für dich (und vor allem für deine Beste Freundin und ihrer Familie) ist es jetzt sehr schwer... :( mein Beileid... Deine Feststellung, dass es keinen Gott gibt, kann ich nun gut verstehen. Allerdings gibt es Menschen, die glauben selbst in diesen Situationen noch an Gott... für mich habe ich die Antwort gefunden: es gibt ihn nicht, den "ultimativen Schöpfer" und wenn: warum lässt er solche Grausamkeiten zu? Offering |
| MissPan | darket, irvine welsh hat es in einer seiner kurzgeschichten m.e. nach sehr gut formuliert, als er gott folgendes sprechen läßt: "... ich bin nicht tot, mir geht bloß alles am arsch vorbei. ich bin doch nicht dazu da, jedes problemchen von euch f.... (sehr unfeines schimpfwort, daher von mir nicht ausgeschrieben) zu lösen. ihr f.... kümmert euch doch auch n scheiß um alles, warum soll ich da anders sein?hä?" i.welsh läßt seinen gott außerdem eine selbstanalyse durchführen, deren ergebnis wie folgt lautet: ich bin " n stinkfaules, apathisches, verschlunztes arschloch." (ich bitte den ausdruck zu entschuldigen, es handelt sich aber um den originalen wortlaut.) alles nachzulesen in der kurzgeschichtensammlung "the acid house". |
| Darket | Hihihi MissPan der is jut :D Aber Dir bin ich ja ohnehin wahnsinnig dankbar, weil Du es mir möglich gemacht hast ihr eine riesige Freude zu machen :) |
| MissPan | [QUOTE][i]Original geschrieben von Darket [/i] [B]Hihihi MissPan der is jut :D Aber Dir bin ich ja ohnehin wahnsinnig dankbar, weil Du es mir möglich gemacht hast ihr eine riesige Freude zu machen :) [/B][/QUOTE] hab ich gerne gemacht, da hatte die hilfe wenigstens mal einen tieferen sinn. ;) |
| LestatLioncourt | Versteht mich nicht falsch: Ich sehe auch hinter schlechten Zeiten eine Fügung, ich sehe hinter allem irgend etwas. Ein Beispiel: Schule. Ich sagte mal zu einem Freund, der für eine Probe nicht gelernt hatte und dann eine Fünf hatte: "Wer eine Entscheidung trifft, muss mit den Konsequenzen leben." Nachmittags entschied ich mich , einem Geheul in einem Busch nicht nachzugehen. Am nächsten Tag erfuhr ich, dass ein Hund hinter diesem Busch verendet ist. Ich sehe dahinter so etwas wie eine Ohrfeige Gottes. Rede nicht von Dingen, von denen du noch keine Ahnung hast. Wieso sollte Gott dich vor etwas retten, das er nicht verursacht hat? Welchen Grund hätte er? Er kann dir nur die Weichen stellen: Dir zum Beispiel die Möglichkeit geben, aus einem brennenden Haus zu springen... Lestat |
| LestatLioncourt | [QUOTE][i]Original geschrieben von eg0l [/i] [B]also ich kann dazu nur eins sagen ... Thread Titel = Tatsache ... mehr kann ich darauf nicht antworten sry ;) [/B][/QUOTE] "Solange du die Welt vor Augen hast, ist die Behauptung, Gott existiere nicht, der Satz eines blinden, tauben und herzlosen Narren." -irgend so´n Typ Lestat |
| GalacticSurfer | Gestern waren wir im Tierpark Zeugen einer Greifvogelvorführung, unter anderem war dort ein Kondor zu sehen, der seine mächtigen Schwingen ausbreitete und dicht über den Köpfen der Zuschauer hinwegflog. Am Nachmittag sind wir durch die Wildblumenwiesen am Main entlanggestapft, an Erlen und Weiden entlang. Welchen Beweises bedarf es denn noch? Und Gott hat Menschen die Möglichkeit gegeben, solche herrlichen Bauwerke wie Kloster Banz (Dientzenhofer) oder schräg gegenüber Vierzehnheiligen (B. Neumann) zu schaffen. Heute lief mir in der Stadtbibliothek eine Mutter mit einem reizenden Kind mit tiefblauen Augen auf dem Arm über den Weg. Der Kleine lächelte mich vertrauensvoll an und streckte seine Fingerchen nach meinem Kuchenstück aus, von dem ich ihm eine Ecke abbrach. Wer die Augen aufsperrt, wird IHN überall finden. :) |
| Anaximander | [QUOTE][i]Original geschrieben von LestatLioncourt [/i] [B]"Solange du die Welt vor Augen hast, ist die Behauptung, Gott existiere nicht, der Satz eines blinden, tauben und herzlosen Narren." [/B][/QUOTE] Stimmt. Es ist natürlich absolut idiotisch, in einer Welt, in der jeden Tag 30000 Menschen an Hunger krepieren, nicht an einen liebevollen Gott zu glauben :rolleyes: |
| decay73 | [QUOTE][i]Original geschrieben von Darket [/i] [B](OT: Ich möchte diesem Thread voranstellen, dass die Überschrift in keiner Weise provokativ gedacht ist und ich [b]keine theologische Grundsatzdiskussion[/b] im falschen Forum eröffnen möchte, wer diskutieren möchte schicke mir eine PN, der eigentliche Sinn geht hoffentlich aus dem folgenden Text hervor) [/B][/QUOTE] Ich bitte darum, dies zu berücksichtigen. ~decay~ |
| Darket | Ich ebenfalls, ich habe das hier reingeschrieben, weil es ein persönliches Erlebnis war, das mich zu diesem Schluss verleitet hat. So gern ich normaler Weise über diese Dinge kontrovers diskutiere, dies ist nicht der Ort und auch nicht die Gelegenheit dafür. Ich wollte niemanden provozieren und verbitte mir jegliche Provokation in meine oder andere Richtungen hier. Sollte es dennoch dazu kommen werde ich decay (oder Julya, wenn sie wieder da ist) darum bitten diesen Thread zu schließen. Gruß Darket |
| LaChatte | Apropos, wie gehts deiner Freundin und ihrer Familie? Dinge wie ein Brand haben ja absolute Langzeit-Wirkung, und der erste Schock ist ja längst nicht der letzte Schock... gerade Fotos, gewisse Bücher die mich schon ein Leben lang begleiten, mein Kuschelbär und solche unersetzlichen Dinge werden ja bestimmt noch lange fehlen... mal abgesehen von der ganzen "wo und wie wohnen wir jetzt"-Geschichte und "was zahlt die Versicherung"-Geschichte... |
| Darket | Ihr gehts wieder halbwegs gut, war gestern bei ihr, sie lebt derzeit bei ihrem Freund, der sich wirklich lieb um sie kümmert....dat mit dem Kuschelbären war auch so ne Sache, ich hab ihr meinen geschenkt als sie noch im Krankenhaus lag, der hat inzwischen auch schon mehr Jährchen auf dem Buckel als sie (ist zwei Jahre jünger als ich und ich hab den zu meinem 2. Geburtstag gekriegt). Das schärfste, was mich gestern Abend als sies mir erzählt hat erst zum Lachen gebracht hat, weil ichs fürn Witz gehalten hab ist, dass das LKA jetzt Briefe an Schulfreunde von ihr schickt, weil sie sich gerne mit denen darüber unterhalten würden, dass sie ja eventuell den Brand gelegt hat....wenn die rauskriegen, dass ich am Vorabend eine der letzten Personen war, mit der sie gesprochen hat und mich anschreiben werd ich denen was erzählen, ich war und bin sowas von stinksauer.....psychisch labil blablabla, trägt schwarz blabla, ich dacht echt ich werd nicht mehr....diese Arschlöcher (man vergebe mir diese in diesem Forum unangemessene Ausdrucksweise) sind nur zu blöd Beweise gegen die wahrscheinlichste Person zu finden, da checkt man lieber aus ob der einzige Grufti in der Familie sich nicht inklusive der ganzen Familie umbringen wollte und es dann doch nicht durchgezogen hat, sorry aber das erhöht nicht unbedingt meine Meinung von der hiesigen polizei :mad: |
| GalacticSurfer | @darket Es ist nun mal Aufgabe der Polizei allen Möglichkeiten nachzugehen, dafür wird sie bezahlt. |
| LaChatte | Obwohl ich leider nun schon in mehreren Fällen feststellen musste, dass staatliche Institutionen bei wirklich schwerwiegenden Problemen oft alles andere als unterstützend sind...:( Dass die Polizei ihre Arbeit machen muss, ist klar. bleibt nur zu hoffen, dass sie nicht allzu vorurteilbelastst sind... |
| Darket | In diesem, konkreten fall ist es allerdings wirklich arg weit hergeholt. Nochdazu finde ich die Vorgehensweise eigenartig sich plötzlich bei Freunden und Bekannten zu melden, nachdem die Polizei vor zwei Wochen mal kurz im Krankenhaus bei ihr nachgefragt hatte und dann nie wieder von sich hören ließ. |