| Carcas999 | Ein grausames Lachen durchfährt die Stille, die sonst meist auf dem Parkplatz vor der Schule herrscht. Mit den nackten Fingern wird auf die beiden gezeigt. Hohn, aber auch pures Unverständnis spricht aus ihren Augen. Doch die beiden würdigen sie nur eines kurzen Blickes und gehen schweigend nebeneinander weiter, sind sie es doch gewohnt angestarrt und ausgelacht zu werden. Eigentlich ist es ganz natürlich, dass sie auf alle anderen seltsam wirken, liegt es nicht in der Natur des Menschen alles anzustarren was ihnen fremd erscheint? Und diese beiden sind schon amüsant anzusehen. Die Kleidung aufeinander abgestimmt, eine weite Jeans, ein weiter schwarzer Pullover, nur die Aufschriften unterscheiden sich von einander. Sogar die Frisuren wurden sich im Laufe der Jahre immer ähnlicher, Isabelles lange rote Locken glichen sich seinem dunkelblonden Krauskopf an. Niemand kennt die beiden wirklich. Nicht mal die Kinder aus ihrer Klasse kennen sie. Neugierige Fragen werden einfach übergangen und mit der Zeit nehmen sie auch mehr und mehr ab. Die Kinder begreifen, dass sie niemals eine Erklärung, geschweige denn eine Antwort, erhalten würden und so machen sie sich nur noch selten die Mühe über sie zu lachen. Selten… wie zum Beispiel an Tagen wie diesem... an dem sie in der Pause nacheinander auf einen Baum auf dem Schulhof gestiegen sind und ihre Phantasie spielen lassen. Denn davon haben sie eine Menge… Sie denken sich gemeinsam Geschichten aus über diejenigen, die unter ihnen entlang laufen und sie lachen viel gemeinsam über die Menschen die sie nie verstehen werden. Manche spekulieren, sind Isabelle und Phillip nur Freunde oder sind sie gar ein Paar? Was immer es ist, es ist viel mehr als nur Freundschaft oder nur Liebe. Es ist als seien sie innerlich aneinander geschweißt, wie verbunden durch ein dickes, rotes Seil. Gemeinsam wandern sie durch die vier Jahreszeiten, durch ihre Geschichten, durch ihre eigene Welt. Von Anfang an haben sie sich vom Rest ihrer Umgebung abgeschottet, als hätten sie schon früh gemerkt dass es keinen Sinn hätte sich anderen zu öffnen, als wollten sie sich selbst vor Enttäuschung und Verletzung bewahren. Es hat funktioniert über all die Zeit hinweg und sie sind stärker geworden. Die Lästereien können ihnen nichts mehr anhaben auch wenn sie sie noch immer wahrnehmen und speichern. Doch für beide gibt es nur einander. Ist der eine krank bleibt auch der andere lieber allein zuhause oder ruht neben des anderen Bett, so dass nie einer schutzlos und ohne die Kraft des anderen ist. Außer denen, von denen sie ausgelacht werden, gibt es noch andere, die, die sich Gedanken machen wie diese große gegenseitige Abhängigkeit möglich ist, diejenigen denen sowieso alles gleichgültig scheint und ein paar weniges die dieses seltsame Pärchen bewundern. Dafür dass sie ihre Verletzlichkeit gegenseitig aufzuheben vermögen und vor allem dafür, dass sie niemanden brauchen…. Isabelle braucht niemanden bei dem sie auch mal über Phillip herziehen kann und Philip braucht niemanden der mal mit ihm spielt wenn ihm Isabelle zu langweilig wird. Und dabei wissen sie voneinander, dass der eine wohlmöglich ohne den anderen verenden würde, was ihm noch mehr Halt gibt, obwohl sie keinen Ansporn brauchen um für den anderen da zu sein, da es für beide nichts Selbstverständlicheres gibt. Man könnte sie dafür bemitleiden, dass sie so abhängig sind oder dafür, dass sie nie erfahren werden, dass es Menschen gibt, die es vielleicht auch wert wäre kennen zu lernen. Sie brauchen kein Mitleid. Sie haben so wie es ist viel Freude in ihrer Welt. Ich persönlich gehöre zu den Menschen der sie gern still beobachtet und bewundert… Noch sind sie jung…doch was wenn ihr Seil eines Tages nicht mehr hält? ~Für all diejenigen die Phillip und Isabelle kennen und für die, die erfahren durften was wahre Freundschaft bedeutet~ |
| Sternenstaub | Solche Freundschaften ...oder Betiehungen sind selten - die beiden haben ihre eigene kleine Welt - es ist doch schön und irgendwie traurig zugleich...Weil sie angestarrt werden, weil es immer noch zuviel Intoleranz in dieser Welt gibt... Ich hab Dich gern Kleines... |