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  Forum: Nebelpfade
    Thema: Meeresrauschen...
WindspielFlüsternd branden die Wellen,schroff spüre ich die rauen Konturen des Gesteins unter mir und horche still dem Gesang der Felsen.Eine kühle Bö umspielt zärtlich meine Wangen,lässt verspielt die Strähnen meiner Haare tänzeln.Doch ich fröstele,ziehe die Knie enger an mich.Der Wind schmeckt nach Salz und in mir erwacht die Sehnsucht nach der Weite der See.Doch halte ich meine Lieder geschlossen,horche nur der vergessenen Melodie der Wellen,die sich leise gurgelnd zu meinen Füssen brechen.Und wieder die Bö,säuselnd um mich.
Ich öffne die Augen.Die See vor mir liegt da wie ein Spiegel,ölig glatt,nur vom Spiel der Bö an einigen Stellen gekräuselt.Der vergessene Hafen hinter mir ist in lichten Dunst getaucht.Ein Geruch von Teer dringt kaum merklich von ihm herüber,vermengt sich mit der frischen Luft und findet Widerhall nicht einmal an der Küste dunklen Klippen.Ich sehe über die Wasserfläche,wie sie sich in unsagbarer Entfernung weich mit den Konturen der tiefhängenden Wolken vereint.Es wird Nebel geben.Die ersten Schwaden kriechen geisterhaft still vom Wasser über die Felsen neben mir.Stille,nur das Gebet des Meeres leise um mich.Der Nebel wird dichter,berührt mir kühlen Fingern tastend mein Gesicht,küsst sachte meine Stirn.Phantastische Scheinwelten enstehen um mich,kommen und vergehen tausende von Illusionen mit jedem Atemzug der Luft.Der Horizont hat sich lange meinem Blick entzogen ,verschwunden hinter einem Vorhang aus Träumen.Der Schrei einer verirrten Möwe dringt klagend und wie aus weiter Ferne an mein Ohr,scheint mich zurückzurufen.Doch ich bin längst in die Unendlichkeit des Nebels entschwunden.
Stille,nur das ewige Lied der Wellen füllt säuselnd die Luft...
Carcas999Es ist als würde ich neben dir sitzen und den Wind und die Kälte auf meiner Haut spüren...
Worte wie diese wecken das Fernweh in mir..
danke dass ich sie lesen durfte

carcas
WindspielIch denke,ich werde hier über längere Zeit meine Gedanken und Erlebnisse niederschreiben,die Nebelpfade sind eine völlig neue Entdeckung für mich.

Heute stürmt der Wind.Reißt rauschend an der Bäume Kronen und rüttelt an meinen Fensterläden.Doch fühle ich nichts.Ich sitze hier und schreibe diese Worte,Nightwish erfüllt zart die Luft,vermengt sich mit dem unterschwelligem Heulen des Windes.Durch die dünne Staubschicht auf dem Glas sehe ich wie draußen versprengte Vögel hecktisch flatternd im wogenden Grün der Blätter verschwinden,fliehend vor dem Zorn des Windes.Ich denke an die Kälte,welche nun unerbittlich mit klammen Fingern durch ihr Gefieder streift,an ihren kleinen Körpern zieht und zergelt.Doch ich denke auch daran,wie sie sich im Windschatten eng zusammenducken,sich gegenseitig wärmend.Mich wärmt nur die Wärme der Heizung,welche soeben mit leisem Klicken auf "ein" sprang.Rauschend bahnt sich das Wasser den Weg durch längst trockene Rohre,tönt glucksend zwischen den leisen Klängen der Symphonie.Einzelne Bäume recken wie im fanatischen Gebet die Arme in Zugrichtung des Sturms,lassen ihr Blattwerk vom kühlen Atem des Windes durchwirken.Die große Rose direkt unter meinem Fenster ist vor kurzem erblüht.Weiß und zerbrechlich reckten sich die Blüten gleich zarten Kelchen zum Licht.Einzelne Blütenblätter werden vom Wind abgerissen,treiben scheinbar ziellos in kleinen Wirbeln über den steinerenen Boden unserer Terasse.Erste Tropfen sammeln sich zuerst haarfein auf meinem Fenster,werden größer um schließlich den Staub des Frühjahrs in kleinen Bächen mit sich zu nehmen.Mit Bedauern denke ich an den Duft der Blüten,welcher mit ihnen nach dem nächsten Platzregen entschwunden sein wird.Der Guss des Regens schwillt an,wird zum alles verschlingenden Rauschen.In das so enstandene Vakuum hinein verlangt es mich zu schreien,lang und laut,einen letzten Schrei der Verzweifelung,der Empörung,über mich selbst.Doch ich schweige...
WindspielAm See

Heute kam ich an dem kleinen Teich bei uns im Dorf vorbei.Die Oberfläche des Weihers liegt dem Himmel gleich grau und leblos da.Einige Enten ziehen still ihre Kreise,ihr Warten auf die freundliche Wärme des Sommers bisher vergeblich.Im leisem Atem der Luft bewegen sich geisterhaft die dürren Zweige der Weide,welche uralt und verkrüppelt das Ufer des Gewässers mit ihrem noch zartem Geäst und Blattwerk säumt.In einiger Entfernung höre ich den langsam verlautenden Ton eines Autos,das sich einsam über die holprige Landstraße qäult.Und wieder sind dort die Enten,in ihrem Hoffen ebenso beständig wie auswegslos.Nun legt sich der Mantel der Stille sachte über die Wasserfläche.Plötzlich jedoch vernehme ich ein Platschen und bei genauerem Hinsehen entpuppt sich ein junger Barsch als Urheber dieses so unpassend wirkenden Tumultes.Scheinbar übermütig springt er umher,seinem Element für Sekunden entfliehend.Versonnen verweile ich und versuche,mir die Sicht unserer Welt aus der Perspektive des kleinen Fisches vorzustellen.Wie fremd und verschwommen mag sie ihm sein,die Enten fremdartige und bedrohliche Boten eines weiteren unerschlossenem Raumes.Kaum ein Laut vermag die Wasseroberfläche zu durchdringen,ein Leben in einer schwebenden Welt aus Stille.Ein weiteres Geräusch reisst mich aus meine Träumereien,ein gewaltiger Ring hat sich mitten im See gebildet.Erstaunt ob des Ausmaßes der Oberflächenbewegung bleibe ich aufmerksam und bemerke kurz darauf,wie ein Haubentaucher elegant die Grenze vom Wasser zur Luft überschreitet,glitzernd perlt das noch verbliebene Wasser von seinem Körper.Der Schnabel blitzt kühl im Zwiellicht des Tages.Quer zwischen seinen spitzen Schnabelhälften liegt zappelnd und panisch nach Luft schnappend ein kleiner Barsch und verschwindet nach Sekundenbruchteilen im Rachen des imposanten Vogels.Dieser erhebt sich nun vollends vom Wasser,spreizt seine Schwingen und entschwindet still im Grau des Tages,so als habe er und seine Beute nie existiert...
WindspielDas Fragment
Menschen,die Strassen sind voll von ihnen.Menschen,sie lachen,reden,laufen,fühlen,streiten,trauern,leben.Ihr penetranter Geruch erfüllt die trockenen Luft,sie lässt mir die Kleider am Leibe kleben,drängt mir ein Gefühl des Ekels und der Beengung auf.Menschen,überall Menschen,soweit das Auge blickt.Eine bunte,hysterische,laute Einheit,die sich schwatzend und unaufhaltsam ihren Weg durch die zerfurchte Steinernheit der Stadt bahnt.Ihr Kollektiv von unsagbarer Dichte erfüllt die schwere,warme Luft.Ihr Atem geht mal schwer,mal leicht,treibt sie voran,im dumpfen Fall der Massen,dem Ende entgegen.Schweiß,haftet an mir,benetzt meine Lippen salzig und klebrig.Der Mund schmeckt mir schal,die Zunge mir klebt am Gaumen.Menschen,dicht gedrängt schreiten sie über Strassen,verstopfen in ihrem scheinbaren Vorschreiten schmale Wege,verschließen kühle Gassen.Ihre Dichte erscheint mir fast intim,so dicht gedrängt sie schreiten voran,teilen scheinbar ein stilles Einvernehmen über ihre Einheit.Stumm husche ich an ihnen vorbei,den meisten nur ein Stirnrunzeln oder eine anderweitige Geste der Misgunst wert.Ihre Enge berührt mich nicht,jeder Berührung weiche ich klaglos aus,ein Schatten in den Scharen der Sorglosen.Ihre Blicke bleiben auf mir haften,wollen mich scheinbar befühlen,nur um mich zu begreifen-doch sie würden scheitern...Sehnsucht keimt in mir auf,in stillem Gedenken an eine andere Zeit,der Zeit des Kollektivs,der Nähe,der Wärme.Doch blicke ich in die Gesichter der Masse,so schlagen mir Dämonen der Frustration und Resignation,Stagnation,Oberflächlichkeit und Ablehnung scheinbar in Scharen entgegen-doch auch Freude.Viele Augen blicken leer und tot,wenige nur brennen im stillem Odem der Leidenschaft und andere wiederrum sind vernarbt durch Hass und Verbitterung.Ich fürchte sie,die Menschen mit ihren Augen,Worten und Taten.Sie lassen so wenig Raum,verstellen jeden Weg durch ihre schwitzende,riechende,warme Einheit.Doch eine Sehnsucht bleibt,tief in mir glimmt sie kaum spürbar in dunkler Glut.Eine einsame Träne rinnt lautlos aus meinem Augenwinkel,zieht eine feuchte Spur über meine Haut und vergeht,vergeht in unbedachter Stille...
WindspielDer Misanthrop

Den Wegen der Stille folgend,
Wanderer auf Pfaden meiner Einsamkeit,
Schweigen mein Gefolge,
Verachtung mein Gefährte,
die Kälte,
mein Vermächtnis.

Still in dicht verschlossener Kammer,
wein ich ungelebte Tränen.
Stumm in dicht versperrter Höhle,
träum ich meines Lebens Sinn.

Nie lass ich Gefühl entweichen,
verschlossen,
von außen kaum noch zu erreichen,
getrieben nur vom Hass.

Doch die Welt hat mich belogen,
entzog mir aller Hoffnung Schein,
warum sollte ich noch bleiben,
einst wieder Teil von ihr zu sein?

Und noch immer wein ich brennend Tränen,
erblindet fast an Zorn und Furcht,
und Denken,
welches taub in mir zerfließt,
sich Dunkleheit betäubend über mich ergießt,
wird Zeuge tot gebornen Lachens,
einst in stiller Kammer...

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