| rosenkind | Es ist aus, vorerst zumindest. Jung war unsere Blume noch, viel zu jung, doch schon im Keim faulig. Es ist nicht lange her, als wir jenes Gespräch führten, das uns vereinen sollte. ungefär 6 Wochen waren es, 6 Wochen, die trotz ihrer kurzen Zeit uns beide verändert haben. 6 Wochen, die einen Menschen aus mir machten, der ich zuvor nicht war. Ich kannte dich schon länger als diese 6 Wochen, ein Jahr lang nämlich. Es war Ende Juli 2003 als wir uns zufällig im Internet begegneten und schnell zu Freunden wurden, zu Freunden? ist Freunde das richtige Wort? Wir waren immer mehr als Freunde, immer. Enge Vertraute, Seelenverwandte. Wir redeten über ... über alles. Du hast die Tiefen meiner Seele gesehen, die ich niemals einem anderen Menschen offenbart hätte. Du hast alle Abgründe gesehen und sie verstanden. Du warst immer der einzige Mensch in meinem Leben, dem ich erlaubte, mich vollkommen nackt sehen zu dürfen, schon lange bevor ich zum ersten Mal ohne Kleider vor dir stand. Und: du vertrautest mir auch Dinge an, die niemand sonst wusste. Ein Jahr lang habe ich diese Rolle gelebt, die Rolle an deiner Seite als gute Freundin, als sehr gute Freundin, nicht mehr, nicht weniger. Ich habe dich geliebt, schon immer, doch war es eine besondere Art von Liebe, eine, auf die die bekannte Definition von Liebe nicht passte, jedenfalls nicht alleine. Ich war 3 Wochen zu spät in dein Leben getreten um den Platz an deiner Seite als Liebste zu ergattern, so verblieb ich als gute Freundin. ich habe mich in dieser Zeit verliebt und entliebt bei einer anderen Person. Doch immer wieder warst du da. Wir trafen uns, einmal, es war Mai, es war ein Forumstreffen und ich musste bei dir übernachten, weil ich am Abend nicht zurückreisen konnte. Dieser Tag sollte etwas verändern, doch wussten wir es noch nicht. Es vergingen 2 Monate seit jenem Tag, als ich dich anrief um eine Kleinigkeit zu klären. Was ich dann erfuhr: es war aus. es war aus zwischen dir und ihr. Ein kleines Hoffnungslicht wachte in mir auf, ich löschte es innerlich sofort wieder, weil ich mir bei dir nicht mehr Chancen als eben eine gute Freundschaft errechnete. Wir redeten lange und dann verzoegn wir uns, um Telefonkosten zu sparen, in einen Chatroom und redeten dort... lange, sehr lange, als das Gespräch auf einmal zu jenem Abend im Mai kam. Jenen Abend, den ich bei dir verbrachte. Jenen Abend, als wir mitten in der Nacht in deinem Bett saßen, nebeneinander und trotz der Müdigkeit diskutierten. Jenen Abend, als ich nur neben die saß und die Situation einfach genoss, völlig unschuldig genoss, weil ich sie nie ausgenutzt hätte. "was hast du damals gedacht?" fragtest du. Zunächst antwortete ich mit einem "wow, ist das ein weiches Bett". Doch dann traute ich mich zum ersten Mal in einem Jahr, dir mein Geheimnis zu offenbaren, von dem ich fürchtete, es könne unsere Freundschaft zerstören. Es stellte sich herraus, dass irgendetwas in dir Gefühle für mich hegte, die du noch nicht definieren konntest. Der Abend schritt fort. Es fielen viele Worte, wir dachten viel nach und als ich den letzten Satz schreib, weil mich die Müdigkeit zu Bett rief, war klar, dass wir uns liebten. Das ist 6 Wochen her. Es verging eine wunderschöne Zeit. Erinnerst du dich, wie wir 5 Stunden telefonierten und dabei uns meist nur süße Worte sagten? Erinnerst du dich, wie du vor Glück weintest. Erinnerst du dich wie wir uns das erste mal nach über 2 Monaten wiedersahen? Wie du sagtest, du hättest nie einen Menschen so geliebt wie mich? wie du mir erzähltest, dass du mir dein bisher größtes lyrisches Werk widmen willst? Erinnerst du dich, wie uns 2 kleine Mädchen beobachteten und riefen "Knutschen verboten". Wie ich ein zartes "ich liebe dich" hauchte? Es war eine schöne Zeit, eine wunderschöne Zeit, wir liebten uns und waren glücklich miteinander, die Liebe in uns verband uns und sie wurde stark... zu stark... viel zu stark. Wir lagen im Bett und weinten. Jedes mal, wenn ich dich verlassen musste, starb ich tausend Tode und die Zeit, in der ich nicht bei dir war, sie war ausgefüllt von Gedanken an dich und nur an dich. Wir liebten uns sehr, zu sehr, zu sehr für eine Beziehung, die grade mal ein paar Wochen alt war. Die Dunkelheit in unseren Seelen, die wir beide kannten, sie begann an uns zu zehren, gemeinsam lagen wir mehr als einmal beieinander und weinten. Vor Glück? Oder doch vor Trauer. Bei dir fühlte ich Geborgenheit, die Geborgenheit, die mir diese kalte Welt nicht geben konnte und nichtmal die Menschen, die sich Freunde nannten ganz ersetzen konnten. Deine Augen, die wunderschönen Augen, ich schaute in sie.... ich versank in ihnen und ich sah uns beide... Arm in Arm............. tot. Mehr als einmal, wirklich mehr als einmal wünschte ich mir zu sterben, zu sterben mit dir in diesem Moment, in dem wir unsere Nähe spürten. 4 Wochen waren vergangen, ich war von dir wieder weggefahren und einen Tag zuhause, als Panik in mir aufbrach, den ganzen Tag lang anhielt, die mich dazu brachte mich zu verletzen, bevor ein Wort gefallen war. ich spürte ein Ende auf mich zukommen. Das Ende deiner Liebe? Das Ende deiner Liebe zu mir, das ich so sehr fürchtete, denn die Abhängigkeit nach dir hatte mich im Griff. Es wurde Abend... ich rief dich an. Es fiel der Satz "ich muss morgen eh nochmal mit dir reden". Meine Panik erreichte den Höhepunkt, ich drängte dich zum reden. Es war aus. "Ich liebe dich, aber ich kann nicht, verstehst du, ich kann im Moment einfach nicht". Stille. Du hast mir dein größtes Geheimnis an jenem Abend offenbart und versucht mir zu erklären, warum es nicht so weitergehen kann. Du hast geschluchzt und geweint. "Ohne dich will ich nicht mehr leben" ich dachte es und ich sprach es aus. Deine Tränen, deine Stimme, "ich will nicht verantwortlich sein für deinen Tod" "ich liebe dich" "ich liebe dich mehr als alles andere und damit meine ich auch mehr als meine Eltern" "wenn wir zusammenlagen, ich habe mir vorsgestellt, wir würden zusammen sterben" "das gibts nicht, ich hatte ähnliche Gedanken". Es überschlugen sich Worte, Sätze, Schluchze, Tränen. Wie lange redeten wir? ich weiß es nicht. Das Ergebnis dieses Abends: "wir lieben uns doch sind beziehungsunfähig". Es verging eine Woche, eine mehr als seltsame Woche und paradoxerweise warst du in dieser Woche der einzige mit dem ich über diese Ereignisse reden konnte. "Du wirst immer mehr als nur eine Freundin für mich sein und das weißt du auch" Unsere Verbindung, wir hatten Probleme ein Wort für sie zu finden. Wir entdeckten eine neue Seite an uns, an uns beiden, eine Liebe, die tiefer lag als alles andere, eine Seelenverwandschaft, die nie endet. Und doch ich wünschte mir nicht mehr als wieder deine Nähe, als wieder deine "Liebste" zu sein. Eine woche verging, als wir wieder einen längeren Chat führten. Es schien als hätten wir unsere Fehler erkannt, wir wollten neu beginnen und Dinge besser machen, in mir kam Freude auf und das Wochenende war ich wieder bei dir, wir ließen es langsamer angehen und doch: haben wir nicht wieder zusammen im Bette gelegen und geweint? Dann kam dein Anruf vorgestern. Es ist wieder aus. "ich bin momentan einfach beziehungsunfähig". Wir wollten am Abend reden bzw. chatten, doch die Müdigkeit von uns beiden lies es nicht zu. Ein "ich hab dich lieb, vergiss das nicht" war das letzte, was ich von dir hörte - bis heute. Und die Einsamkeit breitet sich erneut in mir aus. Ich weiß, dass du Recht hast, mit den Dingen, die du sagtest. Wir erdrücken uns gegenseitig mit Liebe, wir erdrücken uns mit unserer Dunkelheit. "wir sind uns ähnlich,ich fürchte in vielen Dingen zu ähnlich". Ja, ich weiß es, du hast Recht. Nie bin ich einem Menschen begegnet, der mich besser verstanden hätte, nie bin ich einem Menschen begegnet, dem ich alle, wierklich alle meine Geheimnisse anvertraut hätte. Ich weiß es, du weißt es, wir wissen es beide, dass wir mehr waren und sind als ein Liebespaar, dass das, was uns verbindet tiefer liegt als simple Liebe. Es ist eine tiefe Seelenverwandschaft, wir sind wie geistige und emotionale Zwillinge, 2 Menschen in einer Welt, in der es nicht viele Menschen wie wir gibt. Doch müssen wir unsere Probleme alleine in den Griff kriegen, weil uns sonst gegenseitig in unserer Dunkelheit ersticken. Ich weiß es, ich weiß es, ich weiß es. Doch will ich es nicht verstehen, warum ich nicht bei dir sein kann. Ich will es nicht verstehen, warum ich nicht deine Nähe spüren darf. Ich habe in deine Augen geschaut und die Unendlichkeit gesehen. Ich habe durch dich meine Einsamkeit erkannt. Ich habe gesehen, dass ich etwas gesucht habe, was ich in dir fand und nun bin ich gefallen und kann nicht weiter suchen, denn das Ziel dieser Suche bist du. Ich habe dir einmal erzählt, dass ich glaube, dass wir füreinander bestimmt sind, du hast erwidert, dass du das selbe denkst. Doch wieviel Zeit wird vergehen, bis wir uns wiedersehen können, nicht als "Freunde" sondern als Paar? Oder wird sie in der zwischenzeit versiegen, wird diese unsere Blume komplett verwittern, bevor wir einander erneut finden können? Meine Sehnsucht nach dir qäult mich, doch weiß ich, ich wäre erneut in ihr ertrunken. Wie sehr ich manchmal wünsche, du hättest gesagt "ich liebe dich nicht mehr". Doch das hast du nicht, das hast du nicht nur ein "ich kann im Moment nicht mit dir zusammensein". So werde ich warten müssen. Wie lange? Ich weiß es nicht. Ich kann nur hoffen, dass es nicht so lange dauert und dass die Liebe, die man als Liebespaar empfindet bis dahin nicht versiegt ist. Doch ich habe das Gefühl, dass die Zeit auf unserer Seite ist. Die Zeit war es, die uns vereinte, so wird es auch hoffentlich die Zeit sein, die uns erneut vereinen wird. |
| rosenkind | Doch selbst wenn das nicht passiert, so bleibt uns die andere Liebe erhalten, die, die tiefer liegt, viel tiefer, die Liebe, die unsere Seelen auf immer miteianander verbinden wird, weil wir uns kennen, weil wir das selbe denken und fühlen und die tiefsten Tiefen kennen, die nie ein Mensch zuvor gesehen hat. Diese Liebe wird ewig bleiben. Sie wird unseren Tod überleben und viele Jahrtausende. Denn durch dich habe ich die Unendlichkeit gesehen, die die Zeit überwinden kann, die die Zeit überwinden wird. unzertrennlich auf geteilten Pfaden... |