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  Forum: Nebelpfade
    Thema: Morgennebel
DemiraIch stehe früh auf. Draußen ist es noch dunkel, ich muss mich beeilen, hab verschlafen. Der allmorgentliche Trott beginnt.
Als ich eine halbe Stunde später die Haustür hinter mir ins Schloss fallen höre, ist es schon heller geworden. Die Luft ist klar und kalt. Normal für diese Jahreszeit. An der Bushaltestelle sind schon einige Leute. Ich stelle mich etwas abseits und rauche noch eine Zigarette, bevor der Bus kommt. Ich steige ein und der Dunst aus dem vollbesetzen Bus schlägt mir wie eine Mauer ins Gesicht. Ganz hinten ist noch ein Sitzplatz frei. Ich zwänge mich durch den Gang und setze mich. Die Musik aus meinem Discman lullt mich ein aber schlafen kann ich nicht mehr, sonst verpasse ich meine Haltestelle, an der ich raus muss.
Der Bus fährt über den Kanal, durch die Siedlung durch und ist nun über dem Regnitzgrund. Die Häuser weichen auf einmal zur Seite - ganz so als hätte jemand mit einem riesigem Messer sie abgeschnitten - und geben den Blick auf das Naturschutzgebiet frei. Dichter Nebel steigt von der Regniz auf und verteilt sich über die Wiesen. Graue Schemen stehen in der Landschaft herum, die sich als Bäume entpuppen, sobald man näher kommt. Und wie ich so aus dem Fenster schau, bin ich zufrieden. Ich habe eine Lehrstelle und ich weiß, das ist gut so. Ich habe jemanden, der mich liebt, und ich weiß, es ist gut so. Mir geht es verdammt gut und ich bin froh - auch wenn es häufig nicht so läuft, wie ich es gerne hätte - dass mein Leben ist, wie es nun mal ist. Es könnte schlimmer sein, ist es aber nicht.
Der Bus hält stockend an und spuckt seinen Inhalt am Bahnhof aus. Ich stehe da, in der kalten Morgenluft, sehe die Leute um mich herum. Viele hetzen zum Zug. Schüler stehen in Grüppchen zusammen und klagen über die Schule, die nun wieder begonnen hat. Ich sehe die Menschen, die noch schnell einen Kaffee trinken, bevor sie ihre Arbeit beginnen. Und inmitten dieser geschäftigen Menschen stehe ich. Für einen Moment ist die Zeit stehengeblieben und ich genieße den Augenblick, da ich spühre, dass ich lebe. Ich lächel in mich hinein und mache mich auf den Weg, zu meinem Arbeitsplatz.
demelzaLiebe Demira,

auch ich liebe die Morgenstunden, die Zeit, in der der Tag erwacht, während meine Mitmenschen sich noch in den Federn wälzen. Dein Schreiben erinnerte mich an einen Spätsommertag, an dem eine Freundin und ich das Privileg genießen durften, eine Ballonfahrt zu unternehmen.

Es war Sonntag, unter uns lag der Rheingau in morgendlichen Nebeln, während sich die Sonne langsam immer höher hob. Es war 7 Uhr, wir schon seit 5 Uhr auf den Beinen, und obwohl uns die Müdigkeit zu überwältigen drohte, schauten wir fasziniert auf das ruhende Land unter uns. Es war noch frisch, doch die Kälte machte uns nichts aus. Auch daß ich nach und nach Hunger verspürte, war mir gleichgültig.

Die einzigen Zeichen von Leben, die wir wahrnehmen konnten, waren ein Hund, der aufgeregt an seiner Kette umhersprang, und die Vögel, die ihre Kreise über den Weinbergen zogen.

Dieser Tag gehörte zu dem schönsten, was ich bisher erleben durfte, und ich werde mich noch lange daran erinnern
HarbistaAls ich noch zur Schule ging, bin ich ausgerechnet in den Ferien besonders früh aufgestanden, um mit Rad oder Tram in die Stadt zu fahren und ihr Erwachen zu beobachten.
Zu sehen, wie sie ihrem Nebelbett entsteigt, sich räkelt und reckt, den Schlaf almählich aus den Augen reibt.
Alles ist noch still, ein paar erste Lieferwagen fahren durch die noch leeren Straßen, die augehende Sonne läßt die Spitzen der Hochhäuser erglühen.
Das zu erleben und zu fühlen war einfach unbeschreiblich schön.
Maloniusich kenne dieses gefühl auch sehr gut und ich liebe es ebenfalls.
ich wohne auf einem dorf und jeden früh gehe ich um 5 uhr mit meinem hund spazieren, ich gehe einen langen geraden feldweg entlang direkt auf den wald zu, sehe immer wie der morgen erwacht. ob fröhlich, traurig oder ganz einfach nur nur normal, wie ich mich eben fühle.
aber in dieser zeit, die ich da entlang gehe, stelle ich mich auf den tag ein, kann dies vearbeiten was ich am vortag erlebt hab und koste diese momente der ruhe einfach aus.
wenn ich dann wieder zurück gehe, sieht man dann schon immer mehr aus unserem dorf, die sich auf zur arbeit machen oder in die schule fahren.
dies ist ein unbeschreibliches gefühl ganz allein zu sein, nur der morgen, die natur und du selbst.
Nebeltaenzerinich kenne das gefühl nur bei uns auf dem land. wenn ich morgends um 5 durch die landschaft fahre und die natur erwachen sehe udn auch die bauern höfe, wie die erstenmelkmaschienen anfangen zu surren und die schweine schreien weil sie gefüttert werden wollen. udn das alles im nebel.
ichfinde auch das immer wieder schön.
leider durfte ich das in einer stadt noch nie erleben... wäre zu schön das mal zu dürfen
Malonius@nebeltänzerin

da ist wohl jemand finisterra-fan?

*g
demelzamich erinnert die signatur eher an hermann hesse
HarbistaIst auch von Hesse.
Nebeltaenzerinjep ist hesse:) auch wenn ich das echt spät erst mitbekomm hab...

@Malonius:finisterra?
TawhiriFinistera ist ne gute Mittelalterband.

Aber wer Hesse mag: Experiment Nnord - gute band teilweise mit Texten von Hesse.
Nebeltaenzerinjaaaa experiment nord... die sind toll... vor allem wei sihc jetzt seid dem NW treffen wo die gespielt haben endlcih, von wem das gedicht ist, vorher war mir das leider nicht so klar:)

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