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  Forum: Nebelpfade
    Thema: Take it easy
White_FangKennt ihr das Gefühl der Unfähigkeit Dinge einfach ernst zu nehmen? Ich meine nicht, dass man sich im kindlichen Trotz dafür entscheidet, einfach nichts als wichtig zu erachten, sondern dass selbst wenn man sich bemüht einfach nicht in der Lage ist, etwas einer Bedeutung beizumessen?
Ich muss gestehen, mir fällt auf, dass ich persönlich zunehmend unfähiger werde Dinge ernst zu nehmen. Um genau zu sein, ist dieser Umstand das einzige, was ich überhaupt noch ernst nehme.
Sowohl Menschen, als auch Umstände begegne ich immer stärker mit einem Gefühl der Indolenz. Ich halte mich beleibe nicht für einen überdurchschnittlich klugen Menschen, eher im Gegenteil, aber dennoch habe ich das Gefühl, das wirklich jeder Mensch mit dem ich kommuniziere dümmer ist als ich. Es fällt mir einfach schwer jemanden ernst zu nehmen.
Einfach alles was ich tue, oder was jemals getan wird, jede Person, jedes Geschehen, jede Gefahr, oder jedes Glück, ist für mich zunehmend eine indifferente Masse, in denen ich keine Konturen mehr sehen kann. Das ist wirklich ein Problem für mich, denn im Grunde bin ich ein Idealist. Nur habe ich leider keiner Ideale. Ich würde mich gerne für ein höheres Ziel opfern, aber leider, erscheint mir die Menschheit zu retten genauso lächerlich wie die Menschheit zu zerstören. Mal ungeachtet der Tatsache, dass ich allein zu beidem gar nicht in der Lage wäre.
Dieser Habitus der Indifferenz ist stark auf große Bereiche meines Denkens ausgedehnt. Mir fällt auf, das der Bedeutungsunterschied zwischen Realität und Fiktion, für mich immer mehr zu verblassen scheint. Ich kann nur schlecht, und auch nicht immer, unterscheiden, ob etwas tatsächlich geschehen ist, oder ob ich es mir nur ausdachte. Was erwartet man auch von jemanden der den Großteil des Tages damit beschäftigt ist, zu verdrängen, wo und wer er eigentlich ist?
Nun, dass sind keine absolut neuen Probleme für mich. Während Depressionen war das Gefühl der Gleichgültigkeit schon immer bei mir sehr stark ausgeprägt, und meine Phantasie trieb schon sehr früh, die seltsamsten Blüten. Aber das alles wurde bei mir immer Kompensiert durch die Zielsetzungen und Struktur meiner Handlungen. Ich wusste zwar selten wer ich war, aber ich wusste stets wer ich sein wollte. Nur leider ist das große Problem mit Zielen, die, dass man seine Ziele auch verwirklichen kann. Man nimmt eine Hürde, und stellt sich die Frage: Was jetzt? Dann nimmt man die nächste Hürde und fragt wieder: Und was jetzt? Und so weiter. Das Gefühl der Befriedigung, des Stolzes, der Rechtfertigungen der Mühen, das bleibt aus. Im Gegenteil man fühlt sich leerer als zuvor. Wenn man seine Träume verwirklicht, gehen sie verloren. Angesichts dessen, wie sollte man da noch Träumen?
Ich denke diese Ansicht, war ausschlaggebend für meine beginnende Gleichgültigkeit.
Nun ich weiß, dass Gleichgültigkeit nicht gerade ein lebensbedrohliches Problem für das Individuum darstellt, im Grunde genommen denke ich sogar, dass für viele anscheinend Gleichgültigkeit ein Lebensziel ist. Aber dennoch, ich möchte mein Tag nicht in einem dumpfen Automatismus verbringen, in dem ich nur das nötigste tue, wenn überhaupt.

Wenn das hier das falsche Subforum sein sollte, bitte ich natürlich um Entschudligung.
joe kickassIch kenn das leider alzu gut. bei mir ging dass drei Jahre nach dem Tod meines Vaters lang so

Ich war damals noch 13 (es geschah 9 tage vor meinem Geburtstag). Vorher habe ich mir nicht besonders viele Gedanken gemacht was ich mal machen will, was ich in meinem Leben ereichen will.Und vor allem wozu ich hier bin. Nach diesem Tag wurde mir klar ,dass das alles keinen sinn ergibt und man eigentlich sein Leben nur damit verbringt immer die gleichen Sachen zu machen. Dass hatt mich ziemlich runtergezogen.
Mir war wirklich alles egal. In der Schule gings bergab. Einige Freunde fingen an mich zu hassen. Ich konnte nichts mehr auf die Reihe bringen.

Doch habe ich mich jetzt damit abgefunden und versuche trotzdem was besonderes zu machen. Meine Träume versuchen zu erreichen bis es mit mir aus ist. Was bleibt mir auch anderes


Wenn jemand eine andere Lösung des Problems kennt wäre ich sehr dankbar wenn er die hir vortragen würde.
dying-roseDie Menschen sind Dir also so gleichgültig, dass Du ihnen aber dennoch Deine Gedanken mitteilen willst?!

So ist das ... man kann nicht mit ihnen, aber auch nicht ohne sie leben ...

[QUOTE]aber dennoch habe ich das Gefühl, das wirklich jeder Mensch mit dem ich kommuniziere dümmer ist als ich[/QUOTE]

Und hast Du auch mal daran gedacht, dass sich die intelligenteren Menschen sich gar nicht mit dir unterhalten wollen?
MahsheedMeiner Fantasie sind bei dem Erstellen idealistischer (wahrscheinlich unerreichbarer) Ziele keine Grenzen gesetzt. Das liegt vielleicht daran, dass ich nicht davon ausgehe(n kann), dass (alle anderen) Menschen dümmer sind als ich oder daran, dass ein innerer Mechanismus mich dazu zwingt, meinen inneren Schweinehund zu lieben und nicht überwinden zu wollen.

Du hast mal von einer Begegnung gesprochen ... Ich hatte den Eindruck, dass sie dir gar nicht dümmer erschien, im Gegenteil, du fandest sie unergründlich und hast sie bewundert.

Und dann ist da noch die Frage, was in dir passiert, wenn du an Grenzen stößt, die du nicht überwinden kannst oder überwinden konntest (Ich bin mir ganz sicher, dass jeder solche Grenzen kennt.): Ich habe den Eindruck, dass dich diese Grenzen nicht an deinem Idealismus festhalten lassen.
2morowich kann von mir nicht sagen das ich rein garnichts ernst nehme,
doch ist es so das ich jedem mit einer gewisssen skepsis gegenübertrette. ich denke das dies etwas anderes ist als bei White_Fang.
ich vertraue den menschen nicht genug um etwas von ihnen ernst zu nehmen!
ich wurde schon zu oft entäuscht als ich etwas gesagtes ernstgenommen habe,
also habe ich nach und nach damit aufgehört.
aber auch für mich verwischen die grenzen zwischen gedacht und gesagt bzw. getanem. es ist schwer den überblick zu behalten.
White_FangUm klar zustellen: Mit „dümmer als ich“ meinte ich bei weitem nicht, weniger intelligent. Dummheit imho hat mit Intelligenz wenig zu tun. Der Dummheitsbegriff von mir, wurde durch „Das Focaultsche Pendel“ von Umberto Eco geprägt. Und dort ist von genialer Dummheit die Rede. Was ich meinte, ist, dass wenn ich mit Menschen rede oder ihnen zuhöre (was der Realität näher kommt) immer das Gefühle habe, dass sie von dem was sie erzählen, nur einen winzig kleinen Teil erwähnen. Als würde man an einem Strand sitzen, und mit dem Sand oder einigen Muscheln spielen, während man den Ozean der Wahrheit vollkommen ignoriert. Ich erfahre nie exakt das was ich wissen wollte, und alles was ich erfahre kommt mir unvollständig, schal und falsch vor. Vielleicht liegt es nur an mir das ich als Perzipient nichts tauge, oder Unfähig bin meine Fragen exakt genug zu formulieren. Aber als Ergebnis dieser Empfindung habe ich das Gefühl, das Gespräche über Sachverhalten im gewissen Sinne sinnlos sind; Das ich nicht auf gleicher Ebene kommuniziere. Das gilt allerdings nicht für Gespräche über die Betreffende Person selbst, sprich wenn sie über ihre Erfahrungen/Empfindungen spricht.
Da das eigentlich nicht zum Thema gehört, und ich ohnehin nicht fähig bin, es klar zu formulieren wollte ich es nicht weiter ausführen. Es war an der Stelle kein wertender Begriff.

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Meiner Fantasie sind bei dem Erstellen idealistischer (wahrscheinlich unerreichbarer) Ziele keine Grenzen gesetzt. Das liegt vielleicht daran, dass ich nicht davon ausgehe(n kann), dass (alle anderen) Menschen dümmer sind als ich oder daran, dass ein innerer Mechanismus mich dazu zwingt, meinen inneren Schweinehund zu lieben und nicht überwinden zu wollen.
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Mein „alltäglicher Idealismus“ grenzt schon an Idiotie. Ich gebe Bedürftigen Geld, ich trage Taschen alter Frauen, hebe Müll von den Straßen auf, schreite ein wenn Schwächeren Gewalt angetan wird, etc pp. Aber im Grunde ist das alles Bedeutungslos, und in einem Tag schon vergessen. Ich sehne mich nach Nachhaltigem, wenn nicht für andere Menschen, so zumindest für mich. Aber hinter dem stumpfen Automatismus scheinbar netter Taten, verbirgt sich nichts, für mich. Im Zeitalter gepredigtem Nonkonformismus und Hedonismus, ist das Bedürfnis nach transzendenten Zielen, vielleicht schwer nachvollziehbar.

Was genau meinst du mit innerem Mechanismus der dich zwingt deinen Schweinehund zu lieben?

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Du hast mal von einer Begegnung gesprochen ... Ich hatte den Eindruck, dass sie dir gar nicht dümmer erschien, im Gegenteil, du fandest sie unergründlich und hast sie bewundert.
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Dass stimmt auch. Großartige Menschen trifft man, wenn einem der Wille danach steht, zwar selten, aber doch einige male im Leben. Aber Menschen sind nichts fassbares, nichts was einem erhalten bleibt. Eine Sammlung von Charakterzügen, psychologischen Funktionen, Liebens- und Hassenswertem, aber nichts Sinn gebendes. Für mich.

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Und dann ist da noch die Frage, was in dir passiert, wenn du an Grenzen stößt, die du nicht überwinden kannst oder überwinden konntest (Ich bin mir ganz sicher, dass jeder solche Grenzen kennt.): Ich habe den Eindruck, dass dich diese Grenzen nicht an deinem Idealismus festhalten lassen.
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Natürlich kenne ich solche Grenzen. Ich erlebe sie ständig: meine Unfähigkeit mich für etwas zu begeistern, mich über etwas zu freuen/ärgern, jemanden oder etwas zu Lieben, meine Einsamkeit zu überwinden etc pp. Aber ich haben den Opportunismus (Und das sage ich in allem Eigenzynismus, wie fast alles was ich schreibe Eigenzynismus ist) diese Grenzen, als meine Stärken anzusehen. Ich bin diese Grenzen natürlich auch schon angegangen, aber es endete immer in einer Kasteiung. Ideale jedoch konnte ich bisher daraus nicht ableiten, außer dem Ideal sich mit fast allen Lebensumständen zu arrangieren.

Das alles mag jetzt zu sehr nach Selbstmitleid klingen, aber das ist es nicht. Ich halte meine Probleme für vergleichsweise lächerlich, weshalb ich sie auch nur selten, ernsthaft beleuchte. Ich versuche nur es zu ergründen.

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Und ich fordere von Dir mit dem Recht .... (mit welchem? Such es Dir aus...) ...daß Du solche Beiträge öfter schreibst. [/Quote]

Eigentlich schreibe ich solche Sachen fast ununterbrochen, jedoch erzähle ich in der Regel nichts davon. Zum einen, weil mir die Motivation fehlt, zum anderen, weil ich mir dilettantisch vorkommen, so etwas zu schreiben. In der Regel, traue ich mich nicht einmal selbst, meine Texte nocheinmal durchzulesen, weshalb ich das auch stets vermeide.

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