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    Thema: - und Du wirs wandeln auf meinen Spuren ... -
LadyLananSchie... Es war eine statisch aufgeladene Atmosphäre, und es knisterte um mich herum ... von ferne schob sich ein Gewitter heran ...

Eine so herrlich warme Luft, obwohl die Sonne doch den ganzen Tag nicht schien.
Gigantische Wolkenbilder türmten sich, in allen Schattierungen, von weiß bis violett und grau am Himmel, und der Wind trug eine herrlich frische, nach Regen duftende Briese mit sich.
Ich war noch niemals in diesen Gärten, doch bei ihrem Anblick wurde ich still. Hörbar klimperte Emils Halsband, als der kleine Mops hurtig die Stufen hinabeilte. Ich folgte ihm. Der Weg führte hinab zu einer Allee, überdacht von Birken, die mit hoher Kunstfertigkeit langsam in ihrem Wachstum beeinflusst wurden, bis sie schließlich ein Dach, einen Bogen über dem kleinen Kiesweg bildeten. Ein herrliches Dach aus smaragdfarbenen Blättern und knorrigen Ästen. Ich folgte dem kleinen Mops, der hinaus wuselte, aus der Allee zu den grauen Mauern des Schlosses, über welche hinweg man diese atemberaubende Aussicht auf das Land hatte. An dem grauen Stein blühten verboten grell, herrlich, üppige Rosen. Mannshohe Sträucher, deren dünne Ästchen die Last riesiger Blütenköpfe trugen, die beinahe schamlos einen betörenden Duft verströmten. Überhaupt war dieser Ort erfüllt von einem Bouquet von Gerüchen.
Berauschende Düfte, von Gras, Rosen und süßen Pollen, von Regen und frischer Erde.

In allen Formen und Arten entdeckte ich Rosen. Einfache, natürliche Strauchrosen in rosé, weiß oder dunklem Lila. Aber auch edle Rosenstöcke aus dem Treibhaus, mit riesigen gelben Blüten. Andere waren von solchem Rot, das es in den Augen schmerzte, sie länger zu betrachten. Kein Lippenstift kann diese Farbe wieder geben, kein Pinsel vermag sie so zu bannen, wie es die Natur schafft. Wunderschöne Pfingstrosen und Klettersporn. Ich entdeckte eine Lilie, eine Schwertlilie. Ich hatte oft von dem Vergleich der Keuschheit mit der Lilie gehört, aber erst an diesem Tag begriff ich es wirklich.
Ihre weißen Blüten von violetter Farbe um säumt und durchzogen, bedeckten elegant und tugendhaft ihren Blütenkelch. In edlen Bögen bedeckte sie ihr innerstes, und wirkte doch so sehr anziehend und verlockend...

Alle Arten von Obstbäumen wuchsen aus der wilden Wiese und kletterten an den Mauerwänden empor.

Ich musste die Augen schließen, und ich atmete nochmals die herrliche Luft ein, überhaupt lebte ich von dieser Stimmung. Fernes , dunkles Grollen, wie die tiefen Paukenschläge eines Orchesters, kündeten ein Gewitter an und der Wind stobte hier und da einwenig auf, ließ die Meterhohen alten Bäume, des kleinen anschließenden Wäldchens leise ächzen und knarren und das Laub geheimnisvoll rascheln.

Eine Umarmung ... durch die knisternde Schwüle hindurch ... leise geflüstert

Ein hohes , altes, zerfallenes Holztor, an dem der Wind zerrte, und es geheimnisvoll knarzen ließ, war der Eingang an das angeschlossene Wäldchen, mit seinen riesigen Laubbäumen.
Es war wahrlich ein Konzert, denn die Vögel in den hohen Wipfeln übertrafen einander in ihrem Gesang, und erschufen einen Klang in tausend Farben, durchdrungen von dem Rauschen des Windes und dem leisen Zirpen, der Zikaden in den Gräsern.
Das Tageslicht war fast gänzlich geschwunden, und die Wolken über mir wurden immer dunkler und prachtvoller in ihren Gebilden.
Im Wald selbst herrschte schummeriges Licht, und hier und da gaben die wogenden Äste den Blick auf den bedrohlich, dunkel gewordenen Himmel frei.
Ein Duft lag in ihm, den ich so noch nie erlebt habe.
Ich besah die einzelnen Bäume und Sträucher, legte meinen Kopf stramm in den Nacken, und blickte hinauf zu den Wipfeln, und der Anblick ließ ich innerlich schrumpfen. Ich fühlte mich so klein und hilflos zwischen den riesigen Bäumen die bedächtig mit dem Wind schaukelten.

Zwischen all den Bäumen eine unberührbare Stille... Musik... Und ich... und ich halte mich an nichts fest, denn ich bin alles ... Mitten drin .

Das Vogelkonzert verstummte nicht, als die dumpfen Donnerschläge näher rückten. Zwischen mächtigen Stämmen wuchsen auf weichem Moos, violette kleine Blüten, Teppiche von Sauerklee wucherten über den Boden und da waren Sträucher, mit einem Meer von weißen Blüten. Von ihnen entströmte jener herrliche Duft, der sich über den ganzen Wald legte und ich erkannte verzückt beim näher Kommen, dass es wilder Jasmin war. Er wucherte hier überall in mannshohen Sträuchern, hatte sich ihren Weg, sogar durch die kleinsten Spalten zwischen Holz und Mauer gebahnt.
Was für ein Bouquet durchströmte diesen Wald. Wilder Jasmin, moschusartiger Moosgeruch, duftender Waldboden und wohliger Harz kreierten eine Komposition, die jedes Parfuem in den Schatten stellen musste.

... meine Augen waren nicht mehr die meinen ... Als stünde ich neben mir, in jener warmen Dämmerung im Wald und wandelte in fernen Träumen, schwor ich das Bild einer fremden Seele in mir herauf und ließ gewähren. Und alles war, als ob es schon ist ... als hätte der Wind alle Barrieren weg geblasen, als wären ´s nur die feinen Fühler, der Pusteblume.
Manchmal denke ich, es gibt nichts, was meine Seele berührt, dass nicht auch zugleich ein Gedanke an jene fremde Seele wäre, ein Gedanke von Ihr...
Oh, nein das ist nicht übertrieben.
Es ist im Alltag so winzig klein und einfach nur schön.

Und sie war so nah, ein Flüstern mit dem Wind, als kröchen alle Empfindungen, wie Hände unter meine Haut, um mich zu berühren, unsittlich, unersättlich ... und ich war ein einziges Empfinden. Als würde ich ein Bild mit meinen Händen zeichnen ... Dort ein bisschen Blau, für die Stiefmütterchen, Gelb, für den Klettersporn, ein paar Tropfen laufen über grüne Blätter und vermengen sich zu Tau. Und alles verschwimmt im dunklen Violett und graue Schlieren ...ach ich könnte den Himmel über mir , sowieso nicht malen ...

Ich will locken... meine Gedanken sollen jene Seele berühren, wie die Flügel eines Schmetterlings , der gegen das Licht empor schwebt... folge mir ... komm zu mir ... mein Unsterblicher Geliebter ... schneide Lilien für mich ... und die Rosen.

Du wirst sie durchstreifen, die Fluren dieses Schlosses, wirst untern dem Blätterdach, der Birkenallee hindurch wandern, den Duft der Rosen einatmen , dich betören lassen, von der prachtvollen Jasmin-Blüte... hörst Du, wie der Kies unter meinen Füßen knirscht?... Der Himmel gibt auch ein paar Regentropfen dazu, die an die Blätter des Daches Trommeln ... oh, du wirst wandeln ... auf meinen Spuren im Kies ...

*Susann*

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