| Haevion | Schach I (März 2004) Wie Silhouetten im eisernen Tanz des Regens brechen ihre Leiber zu einem flüssigen Fleisch entzwei. Matt und grau wirken sie, wie ihr Spiel. Schach ohne Dame und Königin, es herrscht Anarchie im Komplex des Ballsaals. Neuerungen werden eingeführt. Brennende Häuser, Kinder schreien, werfen ihr Leben aus dem Fenster. Einzig rostige Forken erfreuen sich am guten Wetter. Flüsse färben sich rot. Und irgendwo in der unberührten Ferne unter einem Baum sitzt, fernab dieser schrecklichen Szenarie, ein kleines Mädchen, und näht eine Puppe aus der Haut ihres kleinen Bruders, während sich ihre Eltern am Spiel der Revolution erfreuen. Schach II (November 2004) Aus dem Fenster sehend, erblicke ich abermals Dame, König, und Bauer, wie sie um die Gunst des weißen Feldes Ringen. D1 sollte mein Gedanke sein, stattdessen riecht das malvenfarbene Blut nach Honig. Einst, wenn sie die Sprache erlernt haben, werden sie verstehen. Schwarze und weiße Felder, eines gleicht dem anderen, 8 Bauern unter vielen, alle spielen sie das gleiche Spiel. Ich blicke auf zum Himmel, violette Wolken bersten, und ich schmecke den roten Regen. Lange Zeit starre ich auf das Gesicht des Himmels, bis seine Augen zu mir sprechen. Für viele Menschen war es nur Regen, doch für mich war es der blutrote Schrei dieser Erde. D1, Schachmatt. Die Figuren haben sich nicht bewegt. |