| TheWithdrawn | 01.01.05 Eine Frage die sich mir noch vor dem Schreiben dieser Zeilen stellt, ist: Wieso mache ich es überhaupt? Ich kann dese Frage selber nicht genau beantworten. Direkte Ratschläge suche ich eigentlich nicht. Ich möchte nicht wirklich etwas an mir verändern. Vielleicht suche ich nur ein wenig Zustimmung oder möchte Mitleid. Es erleichtert auch ein wenig einfach über Dinge zu schreiben, die einen beschäftigen. Selbst für den Fall, dass ich vielleicht hierdurch jemanden kennen lerne...er/sie wüsste dann bereits soviel über mich, dass es für mich erstmal noch schwerer wird, etwas über mich zu erzählen, was der andere nicht ohnehin bereits weiss. Nun, worüber möchte ich eigentlich schreiben? Ich denke, summieren lässt sich das ganze mit einem Wort: Unzufriedenheit. Vielleicht auch depressiv sein? Was ist der Unterschied zwischen Depressivität und Melancholie? Wann ist etwas krankhaft? Ich bin zwar unzufrieden aber dennoch - ich genieße irgendwie auch die Momente, in denen der "Schmerz" am stärksten ist, doch könnte ich auf sie wahrscheinlich auch gut verzichten. Seit 3 Wochen nun lebe ich wo anders, ohne die Möglichkeit in's Internet zu kommen. Ich habe noch ein wenig Kontakt mit denen, die mir ab und an eine Mail schicken, die ich auch auf der Arbeit abrufen kann, aber dennoch fühle ich mich recht abgeschottet und ich hoffe, dass ich sobald wie möglich wieder einen privaten Internetzugang in meiner neuen Wohnung bekomme. Ich freue mich über jegliche E-Mails die ich von Internet-Freunden bekomme. Doch wie mich Mails von einigen erfreuen, so enttäuscht mich auch das Ausbleiben von Mails vor allem von einer bestimmten Person. Diese Person habe ich vor recht genau einem Jahr kennengelernt. Sie sprach mich damals über ICQ an und noch am ersten Tag machte sie sich einen grossen Aufwand mir eine Liste interessanter Bands und Alben zusammenzustellen. Da ich selber die schwarze Musikrichtung erst ganz frisch für mich entdeckt habe (bzw ich mochte diese Art von Musik schon vorher, doch das meisste blieb mir verborgen, da ich den Begriff nicht kannte) war ich ihr sehr dankbar für diese Arbeit. Nach dem Austausch von Interessen, Hobbys und ähnlichem und danach auch der von Bildern wurde mir eines klar: Eigentlich ist sie genau mein Typ, schade nur, dass ich nichts für die Bilder "empfinde". Es gibt Mädchen/ Frauen bei deren Anblick denke ich mir "ja, vielleicht...", das ist allerings vielleicht eine von tausend, die das "gewisse etwas" für mich hat. Mit der Zeit hat es sich gewandelt...ich habe mehr und mehr erkannt, dass sie eigentlich nicht mein Typ ist, auch wenn wir das selbe "Wesen" haben...und doch habe ich immer mehr und mehr für sie empfunden. Ich dachte mir damals schon, dass das nicht gut gehen kann, vom ersten "Versuch" den Kontakt abzubrechen konnte sie mich direkt abhalten. Der zweite "Versuch" hielt etwa einen Monat, dann sprach sie mich an und alles war wieder vorbei und ich fühlte noch intensiver. Ich konnte noch immer nicht sagen ob es Liebe ist oder nicht, ich hatte sie bisher (und das war ein halbes Jahr) noch nie im wirklichen Leben getroffen. Und daran änderte ich etwas im September, ich wollte Gewissheit...doch das Treffen änderte absolut nichts an der Lage. Und mehr denn je stellte sich nun bei mir die Frage, was ist Liebe überhaupt? Sie war und ist meine beste Freundin und sie ist die Person für die ich bisher am meisten empfinde. Allein zu hören, dass sie sich mit anderen trifft, verletzt mich. Sie weiss, was ich für sie empfinde, erwidert diese Gefühle aber nicht. Dennoch verhält sie sich zum Teil so als täte sie es. Ich persönlich kann keine "normalen" Freunde halten, oder erst machen. Für mich ist sie etwas ganz besonderes, und das ist auch der Grund wieso ich bereits seit einem Jahr mit ihr in Kontakt stehe. Für sie bin ich allerdings nur "ein Freund", und wäre ich sie - ich hätte diesen Kerl ganz anders behandelt, nicht unbedingt besser oder schlechter, aber anders, mit der Zeit immer weniger gesprochen bis er auf einmal verschwindet. Und vielleicht ist es das, was momentan passiert...sie schreibt mir eine Mail, und ich antworte. Zeige interesse und Frage nach Dingen die mich interessieren, und für die ich an ihrer Stelle glücklich wäre drüber etwas erzählen zu können, doch stattdessen kommt darauf keine Antwort, die nächste Mail schon nimmt überhaupt keinen Bezug mehr darauf, als hätte ich sie nie gefragt. Wieso sollte ich ihr überhaupt noch antworten wenn sie scheinbar die Antworten ohnehin nicht interessieren? Zu der Frage "was ist Liebe" denke ich mitlerweile folgendes: Die wahre Liebe gibt es nicht, und es gibt auch nicht nur 0 und 1, Nein und Ja. Stattdessen gibt es ein breites Spektum. Und da sie an einer so hohen Stelle in diesem Spektrum steht, würde ich mitlerweile auch sagen, dass ich sie liebe. Doch das wirft auch andere Dinge auf, Liebe ist keine Konstante, sie wechselt ständig ihren Wert, man kann jemanden lernen zu lieben und man kann es wieder verlenen, möglichweise durch Einfluss der Änderung des Wesens des anderen. Das Äussere spielt in der Tat langfristig sicher die geringere Rolle. Das Leben ist mir fast gleichgültig, wenn ich eine Pistole hier liegen hätte, dann hätte ich mich möglicherweise bereits weggepustet. Es gibt Momente da ist mir alles egal, Momente in denen ich mich auch umbringen würde, doch diese Momente sind zu kurz um das auch in die Tat umzusetzen. Zudem bin ich noch jung und ich hoffe darauf, dass irgendwann einmal Momente kommen, für die es sich zu warten lohnt. Diese Hoffnung würde ich als das bezeichnen, was mich am leben hält. Doch es ist schon seltsam wie schnell man sich wandeln kann. Noch vor 2 Jahren war ich so kalt, dass sich mir solche Fragen nie aufgetan hätten. Doch vor allem im letzten Jahr wurde ich generell immer empfindsamer, sensibler, verletzbarer und auch nachenklicher. Viel habe ich sicher auch aus dieser "Beziehung" gelernt, ob und wie auch immer sie wohl enden möge. Mein "Problem" hat sie bereits nach wenigen Tagen erkannt: "You are longing for something". Und sinngemäß "It's great to be independent, but nevertheless we need to care for someone and want to be cared for"...und ja, für sie habe ich Dinge gemacht, die ich normalerweise niemals gemacht hätte, und wenn es nur das betreten eines Spielzeugladens war, in dem ich ein Stofftier für sie gekauft habe. Doch nun bin ich enttäuscht. Enttäuscht von ausbleibenden Antworten. Enttäuscht über kleine Dinge. Eine Mail mit einem Zusammenhanglosen "I wish you a good night" oder ähnliches hätte mir wirklich sehr viel bedeutet. Meine Logik sagt mir zwar, ich sollte mich nicht so stark in sie "verbohren", doch es fällt mir sehr schwer loszulassen. Und noch schwerer, sie als "neutralen Freund" zu betrachten. Wie ich bereits einmal kurz angemerkt habe, wohne ich seit 3 Wochen an einem neuen Ort, vorübergehend im Hotel bisher. Schon seit etwa 2 Monaten habe ich ein Bild von ihr in meinem Portemonae. Kurz nachdem ich dann in das Hotel gezogen bin, habe ich dieses Bild an die Wand geheftet. Doch seit einigen Tagen, habe ich es von der Wand verbannt und zurück in das Portemonae gesteckt. Seitdem ich "enttäuscht" bin, möchte ich wieder etwas Abstand gewinnen, auch wenn ich mir recht sicher bin, dass dieser Abstand doch recht schnell wieder dahinschmelzen wird, wenn sie mir wieder etwas schreibt, das mir "ans Herz geht". Irgendwie fehlt jetzt etwas...der Blick auf das Bild und der Gutenachtwunsch, auch wenn ich mich selbst frage ob das nicht etwas ist, dass ich der Handlung wegen getan habe und nicht weil ich es ihr wirklich gewünscht habe...nichtsdesto trotz fehlt es mir nun... Zum Teil finde ich es sogar lächerlich wie gross ich dieses "Problemchen" ziehe. Es gibt genug Leute mir weitaus schwerwiegenderen Problemen. Doch mitlerweile denke ich es gut nachvollziehen können, was in einem Kopf vorgeht, wenn der Freund/ die Freundin einen nach Monaten oder Jahren verlässt und man einfach keine Lust mehr hat weiterzumachen, alles nochmal neu aufzubauen, nur damit es dann wieder zerstört wird. Doch ist es eine absolute Sache wenn jemanden der Lebenspartner verlässt, auch durch Tod. Und ich wünsche es wirklich niemandem, auch mir nicht. Aber solche Situationen rücken einen selber mehr in eine passive Rolle, und wenn man einmal entschieden hat weiterzumachen, dann ist man wieder im Rennen. In so einer aktiven Rolle, ist es meine Entscheidung was ich will. Und was ich will, was auch realistisch ist, das weiss ich nicht, und so werde ich immer wieder zurückgeworfen und komme nicht vom Fleck. Womit ich es keinesfalls verharmlosen möchte, wenn man vom Lebenspartner verlassen wird. |
| TheWithdrawn | 6.1.05 Ich weiss nicht, was ich denken soll, was ich fühlen soll. Zwar hat sie mir eine Mail geschickt um mir dort ein frohes neues Jahr zu wünschen und auch hat sie, nachdem ich noch einmal nachgefragt habe, auf die Fragen einer alten Mail geantwortet. Es war wieder schön von ihr einiges erhalten zu haben, aber irgendwo denke ich auch, dass ich mich einfach zu schnell zufrieden gebe. Zufrieden in dem Sinne, dass ich nicht weiter über bestimmte "Missstände" nachdenke. Natürlich hat das auch etwas mit Vertrauen und Ehrlichkeit zu tun, und bisher hatte ich nie das Gefühl angelogen zu werden, aber...dennoch...ich denke, dass ich mich zu schnell mit Erklärungen zufrieden gebe. Sie hat mir unter anderem geschrieben, dass sie sich tattoowieren lassen möchte. Ich selber bin weder ein Freund noch ein Feind von Piercings und Tattoos, solange es in Maßen ist. "In Maßen" ist natürlich sehr subjektiv. Im Prinzip habe ich ja nichts dagegen, dass sie sich tattoowieren lassen möchte, aber aus einem Tattoo wurden auf einmal zwei, und über weitere wird auch bereits nachgedacht. Mit Piercings hat auch alles mal normal angefangen, Augenbrauen und Lippe...und dann kam der Wunsch nach einem Piercing durch die Nasenscheidewand...was ich persönlich hässlich finde. Doch anstelle von dem Piercing schockte sie mich später mit einem Bild, in dem Sie mit einem Piercing auf der ückseite des Halses zu sehen war, vom Nasenpiercing ist sie aber immer noch nicht angerückt und über weitere wird auch nachgedacht.Ich selber finde es einfach nicht mehr schön, es sieht schrecklich aus, eklig sogar, und ich hätte Angst sie irgendwann mit einer Berührung zu verletzen. Und nun soll das mit Tattoos auch ncoh anfangen, bis man später keine Hautfarbe erkennt? Sicher, es ist ihr Körper und ich kann es schlecht verbieten, aber ich denke, wenn ich es könnte, dann würde ich es verbieten. Irgendwo hört der Spass auf. Wenn sich Unbekannter X mit Metall vollstopfen will, ist das ok für mich, der kann sich auch meinetwegen das Leben nehmen, das juckt mich nicht, aber einen guten Freund würde ich von so etwas abhalten wollen. 7.1.05 Heute habe ich eine Mail von ihr bekommen, in der sie mir unter anderem erzählte, dass sie ein Date mit jemandem habe und sie fragte wie es mir ginge. Diese Mail war ein Schock, ein Schlag in's Gesicht und so habe ich es ihr auch geschrieben. Daraufhin mailte sie zurück, dass es mich vielleicht trösten würde zu wissen, dass es mit dem Date nichts geworden ist. Nun hatte ich wieder einmal den Entschluss gefasst, das ganze enden zu lassen. Ich bin nicht in der Lage sie als Freund zu sehen und will nicht länger diesen Gefühlen ausgesetzt sein, für die es ohnehin keine reale Hoffnung gibt. Erstaunlicherweise viel es mir dieses mal leichter im Vergleich zum letzten mal, doch ich war dennoch ein grossteil der Zeit abgelenkt und habe durch meinen Monitor gestarrt, doch Tränen sind keine geflossen. Obwohl ich ihr geschrieben habe, dass sie mich nicht länger kontaktieren sollte, checkte ich wieder und wieder mein Postfach nach einer Antwort...ergebnislos. Aber ich denke sie wird mir noch eine gefühlvolle, rührende Abschiedsmail schreiben, die mir dann richtig zusetzt. Vielleicht beginnt jetzt ein neues Leben, aber die Erfahrung hat gezeigt, dass das für mich nur schwer möglich ist. Morgen werde ich diesen Laptop an das Internet bringen können und diesen Text posten können. Was ich ansonsten im Internet getrieben habe, ist alles am Arbeitsplatz abgelaufen, wo ich aber mit dem Laptop nichts machen darf. Nun, was denkt ihr? Habt ihr andere Sichtweisen? Möchtet ihr mir in einigen Punkten zustimmen oder widersprechen? Habt ihr ähnliche Erfahrungen gemacht? Antworten werde ich wohl, wenn nicht morgen, auch erst in Wochen können, aber lesen kann ich eure Kommentare immer. |
| GenocideMachine | das leben ist da draußen! weg vom lappi, rein ins vergnügen! |
| funktion | Mir gings bei ner Freundin ganz ähnlich. ich lag dann stunden lang auf meinem Bett und hab nachgedacht und irgendwie bin nie zu einem Schluss gekommen. man liegt einfach rum und fragt sich was das ganze soll und im nachhinein ist man dprimiert weil sich die siche für einen aussichtslos anhöhrt. Sie hat sich teilweise verhalten als wären wir zusammen und teilweise als würde sie mich erst seit 2 stunden kennen und ich hab irgenwann dann den Kontakt abgebrochen, weil ich sie erstens nie sehen konnte(sie hatte komischerweise immer irgendwas zu tun...) und zweitens kam ich mir irgendwann verarscht vor und das war mir zu blöd. das hat aber 1-1 1/2 jahre gedauert.... |
| TheWithdrawn | Ich muss sagen, verarscht komme ich mir nach wie vor nicht vor. Ich bezweifel nicht ihre Ehrlichkeit. Ich würde wirklich viel dafür geben, dass ich sie so sehen könnte, wie sie mich sieht, doch das bekomme ich einfach nicht hin. @Genocide Ist sicher nett gemeint, aber nichts für mich. Ich denke auch nich, dass darin das Problem liegt. Sicher...hätte ich mich nie mit PCs befasst, hätte ich sie nie kennengelernt, aber... Ich denke passieren kann so eine Situation jedem - nur sehen die Umstände bei den anderen sicher anders aus. Mir gibt es mut zu wissen, dass viele schon Beziehungen hinter sich haben, zu wissen, dass dieses Gefühl weggehen kann. Und mir tut auch das Mädchen leid, dass nunmal einfach nichts dafür konnte... |
| lost_one | @TheWithdrawn [QUOTE]Das Leben ist mir fast gleichgültig, wenn ich eine Pistole hier liegen hätte, dann hätte ich mich möglicherweise bereits weggepustet. [/QUOTE] He Mann, mach keinen Scheiß!!! Bestimmt kann man über sowas irgendwie hinwegkommen. |