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  Forum: Nebelpfade
    Thema: In the mood to write
VardaHi,
ich befinde mich gerade in einer angenehmen Stimmung, die - wie ich finde - gut dazu passt, einen Nebelpfade-Beitrag zu posten.
Nun, gerade habe ich meinen dritten Pina Colada gemixt, was natürlich dazu führt, dass ich leicht angetrunken bin. Dazu beschallt mein PC mich mit Ewigheim, Letzte Instanz und Apocalyptica.
Eine schöne Melancholie und Nachdenklichkeit hat sich breit gemacht. Keine Angst, es wird kein Hospital-Beitrag. ;)

Gestern (Freitag) war es so weit: Meine letzte Abiarbeit ist vorbei. Und mit der Freude darüber kommt gleichzeitig die Gewissheit, dass ich sie komplett in den Sand gesetzt habe. Das ist ein ernstes Problem, denn (ohne jetzt unser ganzes Schulsystem erklären zu wollen) wenn ich mein Abi bestehen will, muss ich im mündlichen Abi, das im März kommt, Mathe gut hinter mich bringen.
Darum sol les aber in diesem Thread nicht vorrangig gehen, ich hatte bereits in einem anderen Nebelpfade-Thread und unter Dies&Das über mein Abi geschrieben.
Vielmehr bringt mich meine jetzige Lebenslage dazu, sehr viel nachzudenken: Über das was war, das was ist und das, was noch kommen wird. Ich könnte jetzt hier sitzen und heulen, denn meine lange Zeit in Mainz geht zu Ende. Geboren wurde ich in Hannover, doch zogen wir sehr bald hierher (als ich zwei Jahre alt war) und 17 Jahre in einer Stadt hinterlassen Spuren. Ich mochte die Stadt immer ganz gerne, auch jetzt, wo mir viele Leute auf die Nerven gehen. Ich mochte die 'Meenzer Gemütlischkeit', kannte mich hier aus, bin über die Zeit zu einer kleinen Lokalpatriotin geworden. Ich mochte jetzt zuletzt sogar die 'Meenzer Fassenacht', obwohl ich sie nie leiden konnte. Ich werde es hier vermissen. Liebe Leute werde ich hier zurücklassen, wenn sie auch nicht so zahlreich sind.
Es wird ein neuer Lebensabschnitt kommen, in Nürnberg. Näher bei meinem Freund, mit dem ich seit zwei Jahren eine Fernbeziehung führe. Näher zu sehr engen Freunden, die ich in Bayern habe. Und doch stimmt es mich ein wenig traurig.
Es ist eine interessante und verwirrende Mischung aus Melancholie und Freude, aus Trauer und purer Lebenskraft, aus Angst vor dem neuen und unglaublicher Neugier.
Ich war immer ein Mensch, der Dinge gewagt hat. Mit 15 war ich zum Beispiel drei Wochen allein in Amerika. Ich habe immer dazu geneigt, viel zu wagen, viel zu tun, weit herumzukommen. Jedesmal hätte ich, wenn ein solches Ereignis dann kurz bevor stand, einen Rückzieher gemacht. Nie habe ich es getan und nie habe ich es bereut.
Mein ganzes Leben wir sich nun ändern, kaum etwas wird sein, wie es war. Ein neuer Weg, neue Entscheidungen, neue Gedanken und Gefühle.
Ich hoffe sehr, dass ich in Nürnberg Menschen finde, die mich in dieser Zeit ein wenig tragen. Bis zu meinem Freund werden es immer noch 130 km sein - immerhin weniger als die 320 km vorher.

Nun, ich denke, ich werde hier immer wieder mal etwas berichten. Versteht diesen Beitrag nicht als Hospital-Beitrag, ich will hier nicht heulen. Es ist wie gesagt eine Gefühlsmischung und eine große Veränderung, an der ich euch gern teilhaben lassen möchte, wenn ihr das wollt. Irgendwo muss ich einfach darüber schreiben, denn es ist zu groß, um es einfach in mit zu lassen.
Zudem bin ich ein Mensch, der gern von sich erzählt (wie ihr vielleicht schon manchmal bemerkt habt).

So, nun hoffe ich, dass der ein oder andere vielleicht ein wenig Freude an meinem Beitrag hat, Vielleicht erinnert es ja jemanden an einen selbst erlebten Umbruch.

Eine Diskussion möchte ich übrigens nicht so gern. Es kann gerne geantwortet werden, ich höre auch gerne eigene Erfahrungen. Aber meine Gefühle sind wie sie sind und lassen sich icht wegdiskutieren.

Liebe Grüße, Varda
DemonOfLoveIch bin gerade in einer Verfassung die der deinen ziemlich ähnlich ist. Sitze auch bei meinem vierten Glas Wein und bin am Grübeln über meine Zukunft...
Meine weitere (die in 1 1/2 Jahren) bereitet mir auch einiges Kopfzerbrechen und die jüngere beeinhaltet auch das Weg-Von-Zu-Hause sein.. ich mache mir Gedanken über die Menschen die ich dort kenne und kennenlernen werde und vorallem über meine Veränderung... Über die Veränderung die ich in letzter Zeit durchgemacht habe und die sogar für mich selbst unübersehbar ist.. Wie muss sich das wohl auf die anderen ausgewirkt haben?

Aber genug von mir...

Ich wünsche dir alles Gute in Nürnberg, viel Glück dabei Menschen kennen zu lernen, mögen einige dich eine Weile auf deinem Weg begleiten...

Lg Demon
VardaHi,
ein entscheidender Schritt ist getan: Heute habe ich einen Mietvertrag unterschrieben. Es ist eine sehr schöne Wohnung im Nürnberger Stadtteil Johannis. Die Wohnung hat eine wundervoll große Küche mit Einbauküche, ein Bad mit Wanne und sehr hohe Decken.
Es ist einfach perfekt und irgendwie zu schön um wahr zu sein. Als nächstes wartet nun eine ganze Flut von Dingen, die noch erledigt werden wollen: Den Wohnsitz ummelden, das Auto ummelden, das Telefon anmelden, die alte Adresse abmelden, Visitenkarten verteilen, meine neue Telefonnummer rausfinden, Möbel rücken (zumindest auf dem Grundriss), Kosten kalkulieren, einen Nachsendeantrag bei der Post beantragen........ Es gibt bestimmt noch eine Millionen andere Dinge, die ich noch gar nicht bedacht habe (wer von sowas einen Plan hat, darf gern was dazu sagen!! ;) ).

Aber das wichtigste ist: Ich bin stolze Mieterin einer wunderbaren Wohnung, die voll und ganz meinen Vorstellungen entspricht. Jetzt brauche ich nur noch einen Job (wenn jemand einen hat...? ;) ). Heute ist wirklich ein schöner Tag. Und ganz nebenbei habe ich noch erfahren, dass schon längst fest steht, dass ich mein Abi habe: Ich hatte lediglich eine Regel falsch verstanden und somit gedacht, alles würde am seidenen Faden hängen. Das tut es aber nicht und jetzt habe ich sehr viel positive Energie, die ich noch auf die letzten Meter Schule umwandeln muss.

Life can be sweet!!!

Seyd gegrüßt, Varda
VardaTja,
und mal wieder bin ich in the mood to write. Diesmal ein paar Tage zu spät, jedenfalls so gesehen. Wie auch immer, habe mich gerade einigermaßen von einer heftigen Mittelohrentzündung erholt. Das Penicillin hat mir zwar meinen Geschmackssinn gestohlen, aber dafür hab ich keine Ohrenschmerzen etc. mehr.
Aber eigentlich will ich was ganz anderes erzählen.
Am Wochenende war ich bei meinem freund in Bayern. Sonntag wollte ich wieder heim - würde doch am Montag die letzte Schulwoche meines Lebens anbrechen... Ich bin bei leichtem Schneefall losgefahren, doch je weiter ich mich von Dillingen entfernte, desto heftiger war der Schnee und zwang mich schließlich zum Umkehren. 70km war ich schon entfernt, aber die Autobahn war unter der Schneedecke nicht mehr zu erkennen und somit fand ich es besser, zurück zu fahren als die weiteren 250km nach Mainz zurück zu legen.
Am Montag wollte ich dann eigentlich zurück - aber da war ich dann krank. Dienstag also zum Arzt, ich hatte erst kaum Symptome außer Halskratzen, deswegen bekam ich nur ein mildes Medikament. Am Mittwoch ging es mir zwar wesentlich schlechter - ich hatte Druck auf den Ohren, meine Nase war zu, die Nebenhöhlen auch usw. - aber ich wollte heim. Ich bin dann also Vormittags losgefahren. es ging trotz Schnee ganz gut - bis ich dann in eine Autobahnauffahrt mit ca. 10km/h zu schnell gefahren bin. Ein etwas zu heftiges Bremsen und Lenken und schon drehte ich mich in meinem Auto. Ich habe sofort Panik bekommen, das geht bei mir schnell und ich habe sowas auch noch nicht gehabt. Als ich zum Stehen kam, fand ich mich entgegen der fahrtrichtung wieder. Zum Glück war keiner hinter mir, von der Fahrbahn abgekommen war ich auch nicht. Im grunde war nichts passiert. Trotz dem habe ich heftig gezittert und ein paar Tränen flossen mir auch die Wangen runter. Als ich dann sah, dass ein LKW in die Kurve fuhr, fing ich sofort an zu hupen. Er hat es rechtzeitig bemerkt. Da ich immer noch so erschrocken war und gar nicht wusste, was ich machen sollte, bin ich ausgestiegen und habe den fahrer um Hilfe gefragt. Er hat mich dann beruhigt, ich habe mich ins Auto gesetzt und bin weitergefahren.

Im grunde ist nichts passiert. Nichts und niemand kam zu Schaden. Trotz dem hat mich das Ganze sehr nachdenklich gemacht. Sowas packt einen irgendwie und erinnert einen ganz schnell an die Vergänglichkeit. Deshalb bin ich, trotz dem großen Schreck, dankbar für solche Erfahrungen. Das wollte ich hier einfach loswerden und dazu sagen, auch, wenn ihr es tausendmal gehört habt: Fahrt vorsichtig. Seid einfach vorsichtig. Werft euer Leben nicht durch so einen Quatsch wie zu schnelles Fahren über Bord. Das sind die paar Minuten, die man schneller am Ziel ist, nicht wert.

Das leben ist sehr wertvoll. Lange Zeit habe ich das nicht so gesehen. Aber es ist nunmal so.

Seyd gegrüßt, Varda

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