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  Forum: Nebelpfade
    Thema: Schneegestöber.
winterkind[11-02-2005]

Ich erinnere mich an eine wunderbare Winterlandschaft.
So einzigartig, dass sie schwer zu beschreiben ist.
Man kann kaum die Worte dafür finden.

Und wenn ich mich in meine Vergangenheit begebe,
dann sehe ich es vor mir.

Ich sehe weite, schneebedeckte Wiesen,
dunkle, zugeschneite Wälder,
riesige Felder unter dicker Schneeschicht.
Tiefe Fußspuren, die zum Wald führen in einem wunderbaren, perfekten Schnee,
in dem man am liebsten versinken würde.

Der Weg zum alten Schloss, der schneebedeckte Berg.
Dunkle Tannen, tief unten im Tal ein schmaler Bach,
von dem eine faszinierende Magie ausgeht.

Es wird erzählt, einst wurde das Schloss ausgeraubt,
und die Räuber flüchteten den Berg hinunter.
Als sie fast unten ankamen,
stürzten sie samt dem vielen Gold,
das sie bei sich hatten, in den damals noch tiefen Bach,
und ertranken.
Man sagt,
man könne einmal im Jahr nachts das Gold im Bach glitzern sehen,
welches die Diebe verloren.

Das Schloss, so märchenhaft und wunderschön,
von einer dünnen Schneeschicht bedeckt,
ragt aus den Tannen.
Ein Traumbild, wie einst Menschen dort wohnten,
Prinzessinen, Adelige, bedeutende Personen.
Sitzen in einer Kutsche und fahren den holprigen Waldweg entlang, die Aussicht wunderbar,
über Berge und Täler, so unschuldig weiß,
so faszinierend zauberhaft.

Die Tannen ächzen unter dem Gewicht des Schnees und der kalte Wind spielt mit den Haaren.


Winter in Polen, als ich noch ein Kind war.
Einzigartige Winter, die ich über alles liebe.
Doch ich bin nur noch selten im Winter dort,
erlebe kaum noch solche wunderbaren Begebenheiten..
Schade. Die Erinnerung verblasst.
LestherDas ist so traurig. Drückt so viel aus...
Ein ganz großes Kompliment, es ist einfach wunderschön.
winterkindDanke. Aber ich hoffe ja immer noch darauf, wieder eines Tages im Winter dort zu sein... Hm... :(
winterkind[12-02-2005 . Der Nachruf]

Manchmal denke ich, mein Leben ist wie von einer Eisschicht bedeckt.
Und ich habe Angst.
Angst davor, alleingelassen zu werden. ALso bleibe ich von Anfang an einsam, damit die Erkenntnis dessen nicht so schmerzhaft ist.
Ich habe Angst davor, verletzt zu werden, deshalb lasse ich kaum jemanden an mich heran.
Ich habe Angst davor, vergessen zu werden, deshalb rücke ich mich immer gleich in den Hintergrund.
Ich habe Angst vor dem Leben.
Ich habe Angst vor mir selbst.

Nun habe ich einen Freund (Kumpel). Meinen einzigen, den Rest sehe ich nur als "Bekannte" an. Jedenfalls erfuhr er innerhalb von kurzer Zeit sehr viel über mich. Muntert mich auch dauernd auf und so, aber mir bleibt dauernd diese Angst. Ich fühle mich so hilflos. So ausgeliefert. Ich vertraue ihm zwar, aber irgend etwas streikt in mir.
Wenn er mir sagt, dass er mich gern hat, dass ich [I]nicht[/I] egal bin, kommen mir die Tränen. Ich weiß nicht wieso, ich werde dauernd schlagartig so traurig. Traurig darüber, dass mein Leben nicht so verläuft, wie ich es mir wünsche.

Und dann flüchte ich mich in meine Traumwelt.
Liege auf einer schattigen Wiese, Efeu um mich herum.
Ich weiß nicht wieso, aber schon seit ich mich erinnern kann, träume ich von einem alten Schulgebäude, um es herum viele Bäume, es ist schattig, viel Efeu, viel grün. Dunkles grün. Und die Wolken ziehen über mich hinweg, ich will ihnen folgen, einfach fortfliegen...
Das sind Momente, in denen es mir gut geht. Bedingungslos.
winterkind[13-02-2005]

Draußen ist es kalt.
Der Wind weht ziemlich stark, kaum ein Mensch
treibt sich außerhalb seiner vier Wände herum.
Außer mir.
Die Hände noch taub,
die Haut eiskalt, so sitze ich nun hier.
Ich wäre am liebsten draußen geblieben.
Ich habe bemerkt, dass es mir gut geht, wenn ich Bäume sehe.
Wie die in einander verzweigten Äste nach mir zu greifen scheinen.
Der Wald steht dunkel und starr
auf der anderen Seite des Feldes.
Über ihm ziehen graue Wolken hinweg.
Das Sonnenlicht wärmt mein Gesicht,
gleichzeitig lässt der eisige Wind alles erkalten.
LestherEigentlich müsstest du doch jetzt zufrieden sein, wo es Winter ist, winterkind... Nicht viele haben dieses Glück, dass der Winter und die Kälte sie so zufrieden machen, die meisten werden dabei sehr traurig. Es ist viel zu selten, dass sich noch jemand an etwas einfachem erfreuen kann. Ich wünsche dir noch viele Bäume in deinem Leben! :)

Lesther
winterkind[17-02-2005]

Träume zerplatzen wie Seifenblasen.
Schweben noch kurz durch den Bauch
und verflüssigen sich dann zu etwas salzigem,
das seinen Weg aus den Augen sucht.

Weglaufen. Einfach fort, weit, weit weg.
Ohne an die Konsequenzen zu denken.
Irgendwo an's Meer. Das wär's.

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