| Nordlichter | T. hatte mir im S. seine Hand gereicht. Ein Goa auf Speed, ein Kohlezeichner, ein schönes Gesicht, ein perfekter Körper, für meine Begriffe. Mit dem Taxi zu mir gefahren. Mein Zimmer, laut ihm, nicht 0815, individuell- gefällt ihm, meine Bilder ebenfalls. Irgendwann den Handstempel berührt, die Finger ineinander verschmolzen, sowie die Münder. Zwei mal gevögelt. Um zehn, am Morgen ging er, der verdammt hübsche Einnächtler. |
| Haevion | Ich mag diesen Stil. ;) Erinnert mich an einen Bekannten. |
| Nordlichter | Na toll dann gefällts dir ja nur wegen dem (Stil des) Bekannten und nicht wegen dem, was eigentlich dasteht;) |
| Aleska | Nordlichter du bist krank, gefällt mir... |
| Nordlichter | Sie dreht sich um, nochmal, diesmal zum letzten Mal. Die Zeit drängt, der Zug, zur Schule wartet nicht, die Augen öffnen sich nicht, der Wecker klingelt. Das Bett gibt viel zu viel Wärme ab. Draußen liegt Schnee, der jede Fortbewegung verlangsamt, der, der Dunkelheit seine Dichte stielt. Dann steht sie doch auf, weil sie sich aufs Frühstück freut. Wie weit ist man gesunken, wenn man das tut, wenn das Frühstück einem Freude bereitet? Doch für diesen Gedanken ist keine Zeit, an diesem, an keinem Morgen. Kuchen und Kaffee und ein ganzer, langer, schneebedeckter Tag in unmittelbarer Nähe. Ein voller Zug und überall Menschen, die gähnen, oder schlafen, oder husten, oder lesen, oder einfach nur dasitzen und vermeintlich aus dem Fenster schauen, was, zwecks des Neonlichts, das das Zuginnere auf die Scheiben projeziert, gar nicht möglich ist. Sie steht da, hin-´und hergerissen von den ungeraden Zuggleisen. Bei der vierten Station wird sie angekommen sein, an ihrem Ziel, an ihrer Haltestelle, an dem Ort, an dem sie Tag für Tag auf Züge wartet, die viel zu spät kommen, dann aber doch kommen und die Wartezeit verblassen lassen, so als hätte sie niemals gewartet. |
| Gr. Gaulichter | rein stilistisch gefällt mir der erste abschnitt besser, rein vom gefühl kann ich mehr mit dem zweiten etwas anfangen... aber du magst ja keine kommentare wegen des stils wie mir scheint. "Wie weit ist man gesunken, wenn man das tut, wenn das Frühstück einem Freude bereitet?" - wie schwer muss es sein, nicht derart genügsam zu sein, dass die kleinen momente, diese unbedeutenden erlebnisse, als eine art überfluss, nein eher unnötiges beiwerk empfunden werden, als als das, was sie sind: teil und anteil? dieser herrliche geschmack von erdbeerkonfituer, dazwischen immer wieder kleine mohnkörner mit ihrem unverwechselbaren geschmack, wenn man sie zerbeißt, das weiche brot, wie es im munde zergeht. und einen kaffee, vielleicht einen frisch gepressten orangensaft. darauf verzichten müssen, nur um nicht "tief gesunken" zu sein? gott, wenn es dich gibt, lass mich nur noch tiefer sinken ;) Graman (und es werde ...lichter :D ) |
| Nordlichter | Tag Graman Graulichter Erstmal danke für deine Antwort, ist immer schön zu hören, was andere dazu sagen:-) Der Schwerpunkt liegt auf dem, der "Frühstücksfrage" folgende, Satz. Das Frühstück steht nicht für selbes, sowie der beschriebene Morgen, das auf den Zug warten,... Es geht darum keine Zeit zum Nachdenken und im weiteren keinen Sinn, sondern nur blindes Warten in dem frühen Leben zu haben. Nordlichter |
| Gr. Gaulichter | das ist so mit der erwartung, dass, wenn man denn dann zeit gefunden oder sich abgerungen hat, sie viel zu kurz ist, um ihnen gerecht zu werden. weil nämlich da eine auszeit sein müsste für körper und geist. und dass man unzufrieden ist mit bestimmten situationen, etwa beim warten auf die bahn, sodass die situationen gar nicht mehr als möglichkeiten, sondern nur als gegenspieler gesehen werden, das ist den hohen erwartungen anzulasten, die vom gedanken abverlangen, er müsse optimal und unumstößlich sein, sich festfressen im gehrin auf ewiglich. zeit ist schon da... ob sie letzten endes dient als sinngeber für ein gesamtes leben, nun darüber ließe sich trefflich streiten (oder die such-funktion betätigen ;) ). gg.grüße |
| Nordlichter | Der Ofen brannte, ein seltsam bewegtes Feuer. Der Fernseher lief im Nebenzimmer. Bücher über Bücher auf dem Tisch, alles da, um gelernt zu werden. Die Zeilen schreien nach Kopfraum. Formeln, die schneller wieder verdängt, vergessen sind als man denken sollte. Dumme Zahlen, stumme Zahlen, da sie in der normalen Reihenfolge zu zählen auf den Telefontasten stehen. Keine intressante Logik ergründbar. Kein Denkanflug. Stilles Telefon. Zwischen den Nägeln riecht Rauch hervor, schreiend nach mehr. Rausch treibt zu Rausch. Enthaltsamkeit gibt dem langersehnten Rausch undurchschaubare Furcht. Tu´was du kannst und zerstöre, was du nicht konntest. |