| Sloth | Freitag, 11. 2. in den Faschingsferien... Meiner besten (und fast einzigen) Freundin geht es überhaupt nicht gut - schon seit Tagen nicht - persönliche Probleme, - ziehmlich heftige - von denen nur ein Freund und ich wissen. Es war schon schwer genug für sie, es uns mitzuteilen. Ich treffe Sie am Abend. Wir gehen, wie jeden Freitag zum schießen in unseren Schützenverein im Ort. Wir reden auf dem Weg nicht, sonst meistens schon. Unsere drei Freunde treffen ein, und wir schießen. Sie haben schon gemerkt, dass was nicht stimmt. nachdem wir geschossen haben, setzen wir uns raus auf die Treppe unterhalten uns; gehen wieder rein, in die "Stube". die drei beschäftigen sich, indem sie sich mit Bierfilzchen beschmeißen. Meine Freundin und ich gehen raus und reden über das Problem - Ich weiß allerdings nicht wie ich ihr helfen kann - is nicht einfach. Sie schickt mich rein und bittet um den Freund der auch bescheid weiß. Ich bin deshalb schon etwas niedergeschlagen - aber wenn er ihr besser helfen kann... . Die anderen gehen dann nach langer Zeit auch raus. Ich geh nach ein paar mituten hinterher. Sie liegt in der Ecke und sagt nichts - ich sehe ihr gesicht nicht, und weiß nicht was jetz los is. - stille. Nach ner halben stunde steht sie auf und geht raus in die nieselnde kälte - Ich geh natürlich hinterher und der Freund auch. Die anderen finden das verhalten irgendwie blöd, und bleiben noch drin; dann kommen sie auch nach - bis unters dach - toll. Wir zwei gehen mit ihr mit. Sie hat sich ne Zigarette angezündet und die kaputze über den Kopf gezogen. Die läuft einfach bloß; läuft die Straße entlang. Ich bin den tränen schon nahe - der schmerz sie so zu sehn. Nach sanfter führung und zureden des Freundes auch wieder zurück und rein - in die wärme. Ich friere auch schon so, dass ich zittere. Wir sind drinn und sie stapft in den Keller - um´s Eck - da wo keiner von den Erwachsenen hinterkommt. Sie steht von der Heizung "was hält so ne Heizung aus" - ich weiß genau: sie schlägt gleich zu. "ich glaub nicht so viel" sagt der Freund. Sie geht ein paar schritte weiter und schlägt volle kanne mit dem Fuß gegen die Wand. Mir rinnen die Tränen schon fast aus den augen, dieser schmerz zu sehen wie sie sich fertig macht.. . Sie läuft hinter zur Tür und schlägt nochmal mit voller wucht, erst mit dem Fuß, dann mit der Faust zu. Dann setzt sie sich auf den Boden. Ich nach einer weile auch - um nicht zusammenzu brechen. Eine Stunde - eine geschlagene; stille erfüllte Stunde später, bringen wir sie nach hause. Holn ihre sachen. Einer der "Freunde" is schon abgehaut - seine Mutter holt ihn ja um 11 ab. Nach einiger Zeit bringen die, die geblieben sind sie ganz bedacht hoch und hinaus. Führen sie die paar Straßen zu sich nach hause. Wir stehen noch ein paar Minuten vor ihrer Tür. Ich würde sie am liebsen in die Arme schließen, und als mir dieser Gedanke durch den Kopf schießt, dreht sie sich hastig zu dem Freund un umarmt diesen. "Danke" flüstert sie ihm zu. Mich zerreißt es schier. Sie dreht sich noch um und verabschiedet sich, sperrt die tür zu, und geht rein. Mir rinnen die Tränen in strömen das Gesicht herunter, zum Glück hab ich Taschentücher dabei. - Ich wollte Sie doch auch noch umarmen. Wir - nun drei - stehen noch da und sagen nichts. Der Freund zu mir [COLOR=darkblue]"Weißt du um was es geht?"[/COLOR] ich wisch mir noch die tränen weg. "ja". [COLOR=darkblue]" soll ich mich mal drum kümmern? Ich meine, ich glaub ich kann besser mit ihr reden."[/COLOR] - ich nicke - wobei ich doch doch bestürtzt bin es so zu hören " ich komm zur Zeit eh nich an sie ran." bei diesem satz noch mehr tränen. "ja, um was gehts denn" meldet sich der dritte. "des is schwer zu erklären. Sie soll es selber machen, wenn sie bereit dazu is" zum glück hat er des gesagt - ich bekomm fast kein wort raus.[COLOR=darkblue]" Ja, ich glaub wir gehn dann, wir müssen heim"[/COLOR] "was machst du jetz noch?" frägt der dritte mich. ich zögere "Ich schau jetz noch ob´s ses Licht im zimmer anmacht und dann zieh ich noch n bisschen um die Häuser" Die zwei gehn langsam weg und ich schreite lansam um das Haus und blicke in das Dachbodenfenster - kein Licht. Ich schneuze noch zwei Taschentücher voll und lauf dann wieder zurück zur Tür. Schmeiß die Tücher in die Tonne. Höre jemanden die Treppe drinnen runterspringen und gehe ein paar schritte zurück. Die tür geht auf. Sie steht an der Tür und sieht mich. " was machst du denn noch hier?" Ich seh ihr in die Augen und dann in die andere Richtung. Die Tränen laufen abermals in strömen. "Was is denn?" Ich bringe keinen mucks heraus. "na, komm mal her" ich laufe die vier stufen zu Tür. stehe noch kürz von ihr und falle ihr dann in Tränen um den Hals. Ein paar Minuten nur schluchtzen meinerseits. "ich hab solche Angst um dich" bringe ich ganze zwei mal heraus ehe ich sie wieder losslasse.Ich habe immer das Bild vor Augen, wie sie sich die Pulsadern aufschlitzt. Sie wischt mir das Wasser von den wangen "is ja gut" . " Ich bin so froh freunde wie euch zu haben" . Stille. "und, wo wolltest du noch hin?" fragen ich. "Ich hab nur den schlüssel stecken lassen" ."achso". .......... "tja, ich geh dann auch mal wieder - ich muss heim" - (eigendlich sollte ich das schon seit einer viertel stunde sein. - aber ich habe mir die Zeit genommen. und auch den ärger der damit verbunden ist.) "machs gut. Und pass auf dich auf" sage ich, noch an der Tür stehend. "Gehn wir morgen Abend weg?" frägt Sie während ich die Treppen runtergeh. "gerne" . "also dann bis morgen" . "ja. ... Ich sehe das als versprechen. ok? also bis morgen abend." "hmm, bis morgen" "wenn noch was is dann ruf mich an - egal wann - ok?" "hmm - mach ich. gehabt euch wohl" "gehabt euch wohl" sag ich noch - und ich geh die Straße entlang, aber nicht ohne mich noch mal umzudrehn. Sie schaut auch; ehe sie die Tür zu macht. Die zwei Straßen bis zu mir nach hause scheinen ewig lang zu sein. Ich will mir ne Zigarette anzünden. Ich pack sie aus, hol das Feuerzeug; zum anzünden bleib ich stehn. "oh mann nich auch noch" unter bedrücktem, wütendem schluchtzen. - Das Feuerzeug funktioniert nicht. Ein paar minuten von hoffnungslosen versuchen, die Zigarette anzuzünden. Dann wieder wegpacken - toll - heute geht doch alles schief. Ich laufe wieder langsam weiter. Bin vor unserer Haustür. Seh das Fahrrad, mit dem ich eigendlich heute fahren wollte, das aber nen platten hatte und ich es somit in den Garten gestellt habe. "Hallo. Dich räum ich auch noch auf." Dann höre ich auf einmal jemanden der die Straße entlang zu rennen scheint. Ich stell das Fahrrad wieder ab und trete schritte zurück um zu sehen wer da rennt. Meine Freundin. Sie rennt auf mich zu und rennt mir mit voller wucht in die Arme. Ich bin total sprachlos - von ihr kommt auch kein Ton. " Ich bin so Froh dass ich dich als Freundin hab" flüstert sie mir fast ins Ohr. Mir rinnen abermals Tränen aus den Augen, und ich drücke die noch fester. Spüre sie atmen, vom schnellen rennen. Lange Zeit liegen wir und in den Armen. Lange Zeit. Dann lösen wir uns. bleiben nochmal stehn. gehen beide nach haus. Ich räum noch mein Fahrrad auf und ich weiß - es muss vorherbestimmt sein. Alles. Denn Hätte ich nicht Zeit gebraucht, heim zu kommen, hätte das Feuer gleich funktioniert, hätte ich keinen Platten gehabt und somit das Fahrrad nicht aufgeräumt, hätte sie mich / Ich sie nicht in die Arme schließen können; und es wäre jetzt vielleicht ganz anders, zwischen uns, als wenn es nicht geschehen wäre. - oder? Es muss doch irgendwie was gewesen sein, dass es so verlaufen hat lassen. Ich glaube nicht dass es nur ein Zufall der ereignisse gewesen sein kann - oder? |
| littlelilith136 | Schöne Geschichte.... Es gibt nur eines, was mir dazu einfällt: Es gibt keine Zufälle.... Lilith |
| Amy | Nicht, das ich soetwas schon erlebt hätte.. doch kommt es mir merkwürdig bekannt vor, wie ein immerwiederkehrender Traum. Musste weinen, als ich das las. |
| Dunkelchen | Diese Geschichte kommt mir bekannt vor. Habe so etwas ähnliches auch mal erlebt Ich glaube auch nicht an Zufälle. Manchmal hat man aber auch nur Glück! Liebe Grüße, Dunkelchen |
| Sloth | Ich möchte euch allen ganz dolle Danken, dass ihr euch Zeit genommen habt, und euch die Geschichte durchgelesen habt. Zwar hatte ich mir vorgenommen, sie gleich am darauffolgenden Samstag nieder zu schreiben, jedoch fiel es mir zu schwer, es in worte zu fassen oder überhaupt erst mal zu begreifen, was da eigendlich passiert is... . Als ich dies gestern niederschrieb, musste ich an manchen stellen immer noch mit den Tränen kämpfen.. - es ist doch noch zu nah, glaube ich. Jedoch habe ich daraus gelernt; und ich bin mir verdammt sicher, das unsere Freundschaft deutlich tiefgründiger geworden ist. Vielleicht momentan noch etwas verschlossen - aber ich spüre dass die größte offenheit noch bevorsteht - und lange halten wird... . Dieses Erlebnis werde ich nie vergessen können. Es wird mich erst noch, deutlich in Gedanken umherschwirren, bald noch in Träumen, die sich sachte vernebeln werden. Jedoch vergessen werde ich es nie. Niederschlagende genugtuung der befesselnden Erleichterung, beklemmt in der Hoffnung stehend. so oder ähnlich würde ich das Gefühl vielleicht beschreiben, dass mich zur zeit umgibt. Ich danke für eure anteilnahme in diesem Sinne verabschiede ich mich von euch allen - Gehabt euch wohl P.S.: Ich weiß nicht wie ich es sagen soll; ich finde es jedoch irgendwie - ich wieß nicht, des klingt jetz so seltsam - "nett" von dir Amy dass es dich so berührt hat. Ich danke dir, für dein inniges Mitfühlen... es hat mich irgendwie gerührt... . Ich verneige mich vor dir. |
| Carcas999 | Es ist schön, dass ihr einander habt, vor allem für sie ist es sicher sehr wichtig zu wissen, dass jemand für sie da ist. Die schlechten Tage sind es die eine Freundschaft am meisten festigen und euch beiden Kraft geben. Eine warme Umarmung sagt mehr als alle Worte Viel Glück euch beiden Carcas |