| Demira | Ich schreibe, nicht regelmäßig und manchmal nur einen Satz, aber ich schreibe. Manchmal ergießt sich eine seitenlange Flut an Wörtern auf das Papier meines Tagebuches. Warum tue ich das, das Frage ich mich oft, doch weiß ich auch gleich, dass ich es wohl tun muss, sonst würde ich es ja nicht tun. Immer wenn mir danach ist. Langsam aber sicher füllen sich die Seiten mit Worten, mit Bildern, mit Gedanken und Wünschen. Hoffnungen und Träume, die ich mir selbst bewahren will, fixiert auf einem karrierten Blatt Papier. Ich weiß nicht, warum ich schreibe und oft kommt wirres Zeug dabei heraus. Aber ich schreibe. Die Gedanken schießen wirr durch meinen Kopf und so schreibe ich sie nieder - ohne Ordnung, ohne Struktur, nur so, wie sie mir gerade in den Sinn kommen. Wirr und verrückt muss es sich lesen, wenn ich nicht ich wäre, sondern ein Fremder, der nie meine verworrenen Gehirnwindungen besaß, aus denen sich das Geschreibsel ergießt. Doch weiter werde ich schreiben. So ist dieses kleine Buch aus karriertem Papier zu einem treuen Begleiter meines Lebens geworden. Und mit der unaufhörlichen Flut an Gedanken werde ich es füllen. So lange und so oft, bis ich nichts mehr zu schreiben weiß. Ob ich jemals an den Punkt komme, an dem der Fluss versiegt, das wissen die Sterne. Ich weiß es nicht und noch bin ich lange nicht an diesem Punkt angekommen. Und so schreibe ich weiter, ein um die andere Seite. Irgendwann ist es voll, dann werde ich mir ein neues zulegen. Mein Tagebuch. |