| Morag of Nimes | Gestern war einer jener Tage, die eine seltsame Atmosphäre besitzen: unbestimmt und zu allem bereit. Gestern Nacht habe ich den Mond herangewacht an meinem Schreibtisch und fast unmerklich schlich sich eine tiefe Trauer über mich. Ich bemerkte sie erst, als es zu spät war, die Tür vor ihr zu verschließen. Sie war heimlich in meinem Zimmer um mich und in mich gewachsen. Aufsehend bemerkte ich die Stille um mich, nur durchbrochen vom Summen meines PCs. Es dröhnte plötzlich in meinen Ohren. Obwohl Menschen rings um mich nicht fern waren und ich wusste, dass ich geliebt werde, brach über mir durch die Decke die Erkenntnis, wie einsam der mensch doch ist und immer bleiben muss. Denn die letzte Tür kann er für niemanden aufsperren, vielleicht nicht einmal für sich selbst. Etwas bleibt unerkannt und verlangt doch nach beachtung. Tief ist es verschüttet und kommt nur in der größten Melancholie in die halbschatten des bewusstseins. Mir war, als stünde ich an einem Abgrund und starrte hinunter in die gähnende Leere. ich fühlte die Tränen in mir aufsteigen: wenn sie kämen, würden sie direkt in den Abgrund fallen, ungehört, ungesehen und ohne existenzbeweis. All meine geistige Kraft versenkte sich immer mehr in diese trauer, während mein äußeres unberührt und wie versteinert schien. Mir war, als könnte ich selbst meine teilnahmslose Hülle sehen, und dieser Anblick zog mich weiter in das Meer der verzweiflung hinab. Mir wurde bewusst, dass diese flut, die aus mir selbst quoll, mich ertränken würde. Doch lötzlich bildeten sich worte in meinem Kopf, worte der Traurigkeit und des Schmerzes, und sie stoppten - einer magischen formel gleich - allmählich den fluss und glätteten die wogen. Es blieben nur die bittersüßen nachwehen eines Seelensturmes. Das Außen war verschohnt geblieben, doch das innere trug noch in den heutigen tag hinein die Spuren der inneren Naturgewalten. |
| EviltwiN | Ich kann dich gut verstehen...obwohl ich weiß das ich liebe Freunde und Verwandte habe fühle ich mich oft sehr einsam...oder ich weiß nicht mal wo die Trauer herkommt... Es ist irgendwie Ironie... |