| Loki | Hach ja, der Mythos Tagebuch. Es soll ja helfen, wenn man alles, was man so durchmacht einem wortlosen Stück Papier anvertraut... Glub ich nicht so recht dran, aber ich war noch nie jemand, der keinen Versuch wagt. Frisch gewagt ist halb gewonnen, so heißt es. Allerdings heißt es auch, dass die Augen der Spiegel der Seele seien. Und ich, mit meiner Sehschwäche, was hab ich dann für eine Seele? Oder Blinde? Na egal, eigentlich schreib ich ja keine Tagebücher. Aber hey, warum nicht mal was Neues? Deine Freundin hat dich betrogen, bildungstechnisch gehst nicht nur du den Bach runter, sondern auch der Rest Deutschlands, Depressionen schwappen über dich inweg udn bevor du tatsächlich wieder in Selbstmitleid versinkst... Ja, es ist Zeit, für einen Neuanfang. Genug Kauderwelsch für heute (vormittag), mal sehen, was der Tag noch bringt. Oder behält. |
| Loki | Ich liebe es, wenn nichts klappt. Oh Gott, herrlich! Einfach mal alles versuchen, was man tun kann udn dann sehen, wie alles in sich zusammenbricht. Ich warte nur noch auf den großen erhobenen Mittelfinger von Gottes Hand, die aus den Wolken herausragt und mich verhöhnt. Halleluja! So, genug des Spaßes. zurück zum Ernst des Lebens. Es mag vielleicht auffallen, dass hier eher kryptischer Kram umhergeworfen wird, aber man stelle sich vor: Es ist beabsichtigt. Da ich mich nie zu der Behauptung erdreisten würde, ich führte ein besonders interessantes Leben, versuche ich einfach, mal etwas abstrakter zu formulieren. Das, was bei mir schiefläuft, kann auch bei anderen schieflaufen und ich versuche so zu schreiben ,dass der auserwählte Kreis derer, denen das Leben in den Arsch tritt, seine eigenen Sorgen hierin wiedererkennen möge. Man sei gewarnt. Ja, schade, wenn man endlich die Realität begreift, nachdem man so viele Jahre mit der rosa Brille herumgelaufen ist. Zack, das Leben ist hart, von einer Sekunde auf die andere. Man fällt aus allen Wolken und man landet genau da, wo die langen Stacheln des Pessiismus am spitzesten sind. Ich höre mcih schon an wie ein gescheiterter Dichter auf der aktuellsten Partydroge... Goethe 5000 oder so... "Der Herr erbarme sich meines flammenden Herzens, dieser gar vollendete Beat lässt meinen Körper durch die Lüfte schweben udn entfacht vor meinen Augen ein wahres Feuerwerk aus Farben udn Formen!", sprach's und zuckte über die Tanzfläche. Recht lustige Vorstellung eigentlich. ziemlich abstrus aber mir irgendwie doch lieber als der Alkoholmangelzustand, der sich sadistischerweise "Realität" getauft hat. Oha, ich muss Schluss machen, es wird zu wirr. Knapp an der Blamage vorbeigeschrammt. Glück gehabt (?) |
| Nelle | hey, loki, nicht traurigsein, du beschreibst deinen zustand auf eine besondere weise, dahinterzusteigen vermag nur der der ebenso empfindet. hier sind warscheinlich einfach nicht die richtigen menschen "zu besuch gekommen". um ehrlich zu sein, ich habe gerade heute eine solcher feststellungen gemacht. es zerreißt mir das herz, zu wissen, das 1. mal verliebt gewesen zu sein, nach langer zeit, in welcher ich mich nur verschlossen und unverletzbar gemacht habe... wurde mir klar das sein interesse und wünsche nichteinmal in kontackt mit mir kommen. es ist eine art ratlosigkeit, wie ich jetzt noch hoffen oder einfach leben im sinne von 'vergangener ruhelosigkeit' finden könnte. doch es scheint mir unmöglich, diese gefühle und wünsche zu papier zu bringen. entweder man versteht mich oder nicht, in einem tagebuch müsste ich also selbst nachvollziehen und verstehen können was ich schrieb, -wie wenn dem unmöglich ist? deshalb finde ich tagebücher für erlebnisse ok, für unsereins nahezu selbstzerstörerisch. gruß nelle |
| petrol | Tagebuch schreiben... habe ich schon länger nicht mehr gemacht. Früher wollte ich mich in Zeiten, wo vergangene Gefühle und Gedanken längst wieder vergessen sind, an eben diese erinnern können. Sei es aus einer masochistischen Laune heraus, oder doch aufgrund des Bestrebens, die Differenz zwischen vergangenen Ansichten oder Zeiten und den heutigen zu erkennen. Wenn ich Einträge ein, zwei oder vier Jahre später lese, denke ich mir oft, wie dumm und unerfahren ich damals war! Aber eigentlich machten sie mich zu dem was ich heute bin. Worauf ich hinaus will, ist, dass jede Zeit ihre "Realität" hat... Denn auch Wahrheiten ändern sich. Was heute wahr ist, kann morgen schon Irrtum sein (genügend Beispiele aus den letzten Jahrhunderten vorhanden). lg |
| Loki | euch beiden nach dieser sträflich langen abstinenz erstmal einen herzlichen dank. es freut mcih, dass einige sich tatsächlich zum teil wiedererkennen. ein gutes zeichen, ich habs also richtig gemacht. nun, ohne große umschweife weiter zur bestandsaufnahme. traurig aber wahr, alles befindet sich im stillstand. die zeit des wandels ist anscheinend vorbei und so bleibt mir, und vielleicht auch einigen anderen, nur der pessimistische blick in die zukunft. was soll sie bringen? weniger arbeitslosigkeit? bessere gehälter? mehr toleranz? heureka, unser land stand vor dme aus, doch wunder über wunder, heute sind wir einen schritt weiter. die rettung, freunde, sie ist geglückt, ein volk aus phagozyten. es herrscht wieder frieden im land! ich blicke aus dem fenster und sehe armut neben dekadenz, miderheiten neben faschismus, ideale neben harter realität, tod neben leben. oftmals leben, dem der tod vorzuziehen wäre. doch genug der kalten, schneidenden analyse. erst heute las ich in einem thread die beschwerde, dass es keine träumer/innen mehr gäbe. doch doch, es gibt sie noch. nur der mut zur öffentlichkeit, den hat es unweigerlich dahingerafft. "meine träume, sie sind das einzige was ich habe. und du, mein freund...du trittst auf meine träume" - e. v. wandersleben uralt und doch topaktuell, diese worte. nahezu jeder könnte sich als "du, mein freund" angesprochen fühlen...träume zu zerstören ist viel zu oft leichter, als sie zu unterstützen, zu erschaffen, zu leben... und schwingt nicht auch neid mit? neid auf die wahren idealisten, die träumer, die ihre träume nicht aufgeben möchten? ist man selbst zu schwach, um sie zu verwirklichen? - man stelle sich direkt neben einen träumer, einen glücklichen menschen, mit wünschen, hoffnungen, idealen - man erkläre ihm, wie schlecht, erbarmungslos und verdorben die welt ist - man beobachte, wie der träumer jedes wort verarbeitet und glaubt, dass seine träume nie wirklichkeit werden können, wie siene hoffnungen in sich zusammenfallen wie kartenhäuser und seine ideale sich in etwas hässliches und verkümmertes verwandeln - man fühle sich selbst besser ein bitterer preis ist es, den man als träumer zahlen muss...verachtung ist nur ein teil davon. doch statt zu lernen, frisst die gesellschaft immer mehr von dem müll, der ihr vorgesetzt wird, wird immer fetter, dekadenter, träger, bis sie schließlich von innen heraus zerfällt. alles nur kollateralschaden? auch unter unter nobelvierteln verlaufen abwasserkanäle... es herrscht wieder frieden im land... ich möchte fast in die hände klatschen, doch ich kann mich nciht überwinden. stattdessen vergieße ich tränen der scham, wie es so viele tun sollten udn doch nicht tun. gruß, Loki |
| Loki | da bin ich wieder, der narrenkönig, der, der keinen hehl daraus macht, was er von der gesellschaft und ihrer scheinmoral hält. oh ja, jeden tag ein neuer grund, anstoß zu nehmen, jeden tag neues unglück, neues leid, neue arbeitslose, neue soap-folgen im fersehen... hört ihr ihn? den trommelwirbel, der die nächste welle sozialen drecks ankündigt? also, ich schon. zack, da ist er. und was haben wir da? stimmt, ich erinnere mich, heute traf ich einen alten bekannten, um einiges älter als ich, der mir sein leid mit seiner jetzigen freundin klagte. traurig aber wahr: es lief alles schief, was schief laufen konnte. sie waren eine zeitlang glücklich, aber natürlich darf das in einer gesellschaft, die wie ein haufen phagozyten nur vom leid anderer lebt, nicht zu lange anhalten. worüber sollen die skandalblätter denn dann berichten? gute nachrichten will niemand hören: die deutschen jammern gern. folgendes ist passiert: sie zog aus, weil ihr kerl ein arschgesicht war. mit ihren 2 kindern. klasse. folgende alternativen boten sich ihr (aus sicht des amtes): 1. melde dich als wohnungslos und empfange mit offenen armen die säcke vom jugendamt, die dir die kinder wegnehmen wollen 2. nimm eine eklige, ranzige absteige in der gegend, in der die macker ihre dicken wagen parken, um erst am nächsten morgen wieder abzuhauen. toll, der harte oder der steinige weg? hmmm... ehrlich, ich bin kurz davor, in die hände zu klatschen udn mcih vor lauter freude zu übergeben. wenn nicht unsere gesellschaft aus egozentrischen, gefühllosen, dekadenten aasgeiern besteht, welche dann? viel spaß beim zweifeln. |
| Loki | und weiter gehts in "Lokis närrischem Gesellschaftsstadl"! was ist zwischen dem letzten und diesem eintrag passiert? In den letzten zehn tagen hat sich ein nebel dichten zigarettenqualms auf mein haupt gelegt. ich lebte im delirium udn war nicht gewillt, diesen vegetativen zustand zu ändern. ich existierte im grunde nur für meine zeichnungen, das webzine, für das ich arbeite (ohne bezahlung), meine texte...nicht aber für emine freunde. für die menschen, die mich brauchten in dieser dunklen zeit, war ich nicht da. nicht mal lebendig. das hat mir (viel zu spät, aber immerhin) die augen geöffnet: auch ich, der, der sich über exakt diese apathie in unserer vermodernden, degenerierten bundesrepublik aufregt, ist ihr opfer. das war bitter. folgende fragen drängten sich mir auf: 1. ist am ende jeder mensch ihr opfer? 2. reg ich mich nur drüber auf, um meine eigene unzulänglichkeit zu übertünchen? die antworten zur zweiten frage erschließen sich mir noch nicht, doch beunruhigende erkenntnisse pflastern den weg, der dorthin führt... die erste frage allerdings lässt sich ohne weiteres beantworten: am ende ist jeder mensch ihr opfer. selbst, wenn man es schafft, ein leben zu führen, in dem man immer hilfsbereit ist, immer für seine mitmenschen da ist, sich am ende sogar politisch engagiert um "etwas zu verändern"...am ende merkt jeder, dass all das nur solange anhalten wird, solange man selbst am leben ist. es wird immer der nächste kommen, der das gesamte lebenswerk wieder zerstört. aus dieser (bereitwillig zugegeben sehr subjektiven) antwort, kam mir just im moment des darüber-nachsinnens eine weitere, meiner meinung nach viel wichtigere frage in den sinn... auch wenn nach dir jemand kommt, der deine botschaft von lebensfreude, hilfsbereitschaft und tatendrang vernichtet, indem er sie nicht wahrnimmt, sondern so schlecht weitermacht, wie andere vor dir...ist es nicht trotzdem wichtig ein solches leben zu führen? nur für DICH? auch wenn ich mich einem solchen leben nicht ehrlich verschreiben könnte, denke ich, ja, es ist wichtig. vielleicht besteht darin sogar der lange gesuchte "sinn". ich denke, diese gedanken haben cih wieder wachgerüttelt. ich denke, es hilft immer irgendwie, wenn man selber ein leben führt, dessen man sich nciht schämen muss. ich denke, dass... ich denke... ich... gruß, Loki |
| Nelle | eintrag 1: träume zu zerstöhren, wahrlich leicht. doch, ist es nicht unser idealismus, unsere träume, das, was uns kämpfen und leben lässt? jede sekunde meines lebens versuche ich meine ideale nicht zu verraten. ich helfe, ich bin freundlich, ich denke nach was die welt noch besser machen würde und versuche das, was in meinen kräften steht, einzusetzen um schritt für schritt immer mehr zu erreichen. würde ich eine 2 meter große hürde in einem hopser überspringen wollen, würde ich das nicht schaffen, ich würde es an dem schmerzhaften aufprall spühren. so ist es auch mit den idealen, ich analysiere, erkenne, -ich beschaffe mir ein Seil, erkenne, -das seil muss sehr lang sein, denn ich muss knoten hinein machen, und erklimme nach und nach die mauer. bin ich oben, von dort aus ich besser helfen kann. ich half einem menschen, ich brachte ihn in emotionalen frieden, nun? dieser mensch erwartet nun das ich small talk führe und etwas beibehalte. was? ich bin da, aber ich lerne, diskutiere, interessiere mich, warum sollte ich so handeln. DARIN sehe ich keinen sinn. ich gehe doch nicht deshalb saufen, um immer da zu sein, SO BIN ICH NICHT. 2. [QUOTE]toll, der harte oder der steinige weg? hmmm...[/QUOTE] viele menschen nehmen den harten weg, denn auf diesem leidet der mensch zwar, aber er wird keine steine während des laufens in den füßen stecken haben. doch ein harter weg? der nimmt kein ende. (die vorstellung von solchen metaphern ist wichtig, =hart: langer, unendlicher, schwarzer, teerweg; steinig: schotterweg, hügelig, kurwig, mit ev. dürrer umgebung) ich persönlich würde einen steinigen weg nehmen, denn anstrengung lohnt immer. 3. genau, dieses "..." ist für uns sehr wichtig, denn würden wir alles niederschreiben, was wir für uns persönlich festlegen, feststellen, dann wäre nicht nur das träumen weg, sondern der kommerz ist fähig ehrliche gedanken nach zu brabbeln und damit die gedanken zu verfälschen. es ist wichtig selbst zu sein. Opfer, nein, kein mensch ist ein opfer, solange seine gedanken nicht gebannt, seine denkweise vorurteilsfrei, sein handeln unkontrollierbar ist. kein mensch sollte pessimistisch sein, denn hoffnungslosigkeit führt unmittelbar zu nichtstun, was weiter zu selbstzerstörung führt. jede erkenntnis, bemühung, arbeit lohnt, egal ob nur für dich, mein freund, oder für die welt. gruß nelle |