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  Forum: Nebelpfade
    Thema: Summer in the City
DarketEs wird Sommer in Berlin...ok, es ist arschkalt, es regnet und die Cafes in meiner Straße haben zwar vorsorglich die Bierbänke nach draußen gestellt, doch noch rosten sie unbenutzt vor sich hin. Trotzdem ist es so, man kann ihn riechen, den Sommer und so wie hier riecht er an keine anderen Ort, den ich kenne.


Dies mag ein Tagebuch werden....über einen Sommer in Berlin. vielleicht nicht nur über einen sommer und vielleicht nicht nur in Berlin. Ich weiß nicht ob ich die Geduld, die Nerven und die Kraft haben werde das hier regelmäßig und fortlaufend zu aktualisieren, aber ich werde mich bemühen.

In the summer in the city...
DarketBerlin im April, das wetter ist unbeständig und wenig sommerlich. Und auch wenn ich wenig für pethetische Vergleiche dieser Art übrig habe, geht es mir gerade nicht unähnlich.

Heute war ein seltsamer Tag. Kein Praktikum, heute war "Praxisbegleitender Unterricht" in der Schule angesagt. Die Horde schreiender und lärmender Kinder wäre mir lieber gewesen, so waren es vier Stunden Zeitverschwendung.
Bei der Arbeit kaum in anderes Bild, das einzige von Relevanz war die Mitteilung, dass mein Einsatzortswechsel noch bis Mitte Juni auf sich warten lassen wird und ich mich noch gut zwei Monate mit meiner Kollegin D. rumschlagen muss, die ich langsam aber sicher zu verachten beginne. Immerhin ist es schön mal zu sehen wie ich NIEMALS werden möchte. Wie kann man eine geschlagene Stunde lang gute Mine zum bösen Spiel machen und versuchen die Stimmung mit lächerlichen Witzchen aufzulockern, wenn man genau weiß, dass das gegenüber einem am liebsten an die Kehle gehen möchte? Eine Antwort habe ich nicht, aber dieses Spielchen spiele ich seit etwa zwei Monaten durchgehend...immerhin werde ich dafür gut bezahlt...

Eigentlich hätte ich viel tun wollen heute Nachmittag, aber irgendwo fehlte mir die Energie mich auf meinen Haushalt zu stürzen. Vielleicht fürchte ich mich auch einfach davor, immerhin würde das Aufräumen das endgültige Eingeständnis des Endes von etwas bedeuten, dass mir seit annähernd anderthalb Jahren so unendlich viel bedeutet hat.
Entgegen all meiner Aussagen in den letzten Tagen und Wochen hatte ich irgendwo ein Fünkchen restlicher Hoffnung, es ist erloschen.
das Einzige was noch fehlt ist das klärende Gespräch, in dem wir uns das Scheitern von Angesicht zu Angesicht eingestehen.
Morgen? Zweifelhaft. Es wird so aussehen wie die letzten Gespräche und auch Deine Nachricht, die ich eben bekommen habe aussahen. Der ganze Spuk wird abgewickelt und morgen um diese Zeit werde ich in meiner Wohnung sitzen, an die Wand starren und "Nine while nine" auf dauer-repeat hören.

[I]Frost upon these cigarettes
Lipstick on the window pane and I've
Lost all sense of the world outside but I
Can't forget so I call your name and I'm
Looking for a life for me and I'm
Looking for a life for you and I'm
Talking to myself again and it's
So damn cold it's just not true and I'm
Walking through the rain[/I]

vielleicht läuft es anders, wer weiß? Und was weiß ich, was sie sich vorgenommen hat? Es würde nur zu gut zu uns beiden, die wir uns (ich noch wesentlich stärker) konsequent weigern darüber zu reden, wenn es uns schlecht geht.
Ich weiß nichteinmal ob sie noch Worte an uns verschwenden wird, ich würde es mir wünschen, aber ich zweifle an der Gelegenheit. Ich werde keine hochemotionalen Debatten in Anwesenheit ihrer Mutter und eines Möbelpackers führen, man mag mir das zum Vorwurf machen, aber das tue ich nicht, egal was kommt!
Ich frage mich in letzter Zeit öfter ob ich ihr etwas übelnehme. Irgendwo tief in mir drin bin ich wütend und gekränkt. Ich weiß nicht worüber genau, das Verbalisieren von emotionen fällt mir bekanntlich ein wenig schwer. Ich weiß auch nicht ob es gerechtfertigt ist. Ich habe von ihr merh als einmal verlangt bestimmte Entscheidungen für sich selbst zu treffen, genau das hat sie getan....gegen mich, gegen uns, aber für sich selbst. Obes die richtige ist wird die Zukunft zeigen, ich werde das wohl nicht miterleben, daran nicht mehr teilhaben.

Wie dem auch sei, ich werde sicherlich gleich oder morgen früh den Abwasch machen, der sich in meiner Küche türmt, die restlichen Sachen von meiner Mutter holen und auch sonst alles andere, was mir notwendig erscheint. wenn es schon nötig ist, wickeln wir es ab.

Es wird Sommer in Berlin, schauen wir was er diesem Berliner hier bringt.
DarketBerlin immernoch im April. das Wetter ist herrlich, der erste wirkliche Sommertag, auch wenn es noch ein wenig frisch ist, aber man kann es riechen.

Heute Abend werde ich ausgehen. Ich freue mich schon seit wochen auf genau diese Party, ein Bekannter legt auf. Gute usik....ausschließlich gute Musik. Das soll bekanntlich in schwarzen Clubs alles andere als der Durchschnitt sein.

Irgendwie scheint es mir unangemessen heute Abend nicht wieder vor mich hin brütend zu Hause zu sitzen. Es ist kaum mehr als 48 Stunden her seit genau das eingetreten ist, was ich befürchtet hatte: Die bloße Abwicklung von über einem Jahr meines Lebens. Zu irgendwem habe ich danach am Telefon gesagt es sei "außerordentlich unerfreulich" gewesen. Die Formulierung ist irgendwo typisch für mich. Ich untertreibe gern was Emotionen angeht und das war definitiv eine gewaltige Untertreibung. Genauer gesagt habe ich danach Rotz und Wasser geheult, aber ich stapele bei sowas eben gern tief.

[I]Everything will be alright
Everything will turn out fine
Some nights I still can't sleep
And the voices pass with time
And I keep
No time for tears
No time to run and hide
No time to be afraid of fear
I keep no time to cry[/I]

Nobody is perfect, ich am allerwenigsten. Ich bin nicht frei von Selbstzweifeln, Vorwürfen gegen mich selbst. ich tue nur gern so. Es baut mich auf, es gibt meiner Umgebung ein möglichst starkes Bild von mir.
Offenbar habe ich zur Wahrung dieses Bildes zugeschaut wie das alles den Bach runter ging. Ich wollte es nicht, habe dagegen, habe gegen mich selbst angekämpft, aber es ging wohl nicht.
Ich bin weit davon entfernt alle Schuld auf mich zu nehmen. Ich habe ehrlich gesagt eine Stinkwut und fühle mich wirklich ungerecht behandelt, fühle mich verraten.
Dennoch fange ich an mich selbst zu hinterfragen, erkenne langsam aber sicher die dinger, die ich falsch gemacht habe. Jetzt ist es zu spät, ich muss mich damit abfinden, damit klarkommen.
Heute bei der Arbeit fragte mich eine der Behinderten, die ich berteue nach meiner Freundin. Auf meine einsilbige Antwort diese sei weg und käme auch nicht wieder klopfte sie mir auf die Schulter und meinte: "Dann suchste Dir ne neue."
Irgendwo ein cooler Satz von einer Frau, die stramm auf die 70 zugeht. Nicht, dass ich darüber nachdenken würde, aber irgendwo hat mir das tatsächlich geholfen. Es geht immer weiter....irgendwie eben.

Es wird sommer in Berlin und heute Abend gehe ich feiern. keine Ahnung was ich feiere, aber ich werde feiern, mich eventuell sinnlos betrinken, tanzen quatschen und vielleicht ein wenig flirten....fürs darniederliegende Selbstbewusstein...

In the summer in the city...

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