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    Thema: nichts von alledem tut mir leid...
Manley[I]warum kann ich nie nach hause geh'n
warum musste das passier'n
was ist das
es tut mir leid (nichts von alledem tut mir leid, rosenstolz)[/I]

das karussel des lebens dreht sich wieder. es dreht sich in eine andere richtung als die, die ich erwartet hatte. und doch ist es eine erleichterung, besser als ich dachte...

[I]du tust mir nicht gut
tust mir nur weh
trittst in mein herz bis es schreit
du tust mir nicht gut
machst mich kaputt
doch nichts von alledem tut mir leid(nichts von alledem tut mir leid, rosenstolz)[/I]

rückblick
kurz nach dem ende meines studiums (und ich meine wirklich kurz, es waren keine 5 tage) im juli 2005 bekam ich eine chance, mich in einer großen firma, die in ihrer branche führend ist, zu beweisen. ich war unendlich dankbar und bin es auch heute noch, gewissermaßen. als geisteswissenschaftler direkt einen job zu bekommen, der auch noch ansatzweise mit dem zu tun hat, was man gelernt hat - darauf war ich stolz. nach ein paar wochen bekam ich die zusage, dass ich mit der abteilung nach hannover umziehen könnte, erst einmal bis ende des jahres.
kurz nachdem ich dorthin gezogen war, hat mir eine wild gewordene zahnärztin eine kiefersperre verpasst und versuchte auch noch, mir einzureden, dass das ganz normal sei. natürlich war es das nicht, und ungefähr zwei monate später begannen andere ärzte endlich damit, etwas dagegen zu unternehmen. zwischendurch ging es mir wirklich dreckig, weil ich praktisch nichts essen konnte...
mein vertrag wurde bis juni 2006 verlängert. ich begann, mich endlich zu entspannen, zur ruhe zu kommen. doch bereits ende februar fielen mir gewisse veränderungen auf. ich wurde in bestimmte projekte nicht mehr eingeweiht, informationen wurden mir vorenthalten.

[I]jetzt seh ich nur noch deinen blick
wie langsam so'n verstand doch ist (nichts von alledem tut mir leid, rosenstolz) [/I]

ich hätte diese entwicklung schon viel früher durchschauen müssen. vor drei wochen hat mir mein chef zwei eröffnet, dass er meinen vertrag nicht verlängern wird. ich habe ihm gesagt, dass mir sechs wochen fehlen würden, um anspruch auf arbeitslosengeld 1 zu haben, falls ich bis juli nichts anderes finden würde. das machte ihn sehr betroffen. inwzischen hat er mit mündlich zugesagt, den vertrag zumindest so lange zu verlängern, damit ich diesen anspruch habe. immerhin etwas. ich bekomme ein zwischenzeugnis, das ich meinen neuen bewerbungen beilegen kann. mutmaßlich, gesehen habe ich es noch nicht. vielleicht habe ich mich auf meinem stuhl zu sicher gefühlt, wollte nicht sehen, worauf alles hinausläuft. und doch - es geht mir gut, auch, weil endlich mein kiefer wieder in ordnung ist, weil die schmerzen im rücken endlich bekämpft werden, weil ich meine überstunden abarbeite, weil mein herz in ordnung ist, weil... ach, es gibt so viel, was die sorge um den (neuen) job so unwichtig erscheinen lässt. eine krankenkasse möchte eine bewerbung von mir, nachdem ich mich ihnen kurz vorgestellt hatte. ich habe zwei vielversprechende bewerbungen laufen. das leben ist so schlecht gar nicht...

[I]manchmal sind die dinge gar nicht so
wie man sich's vorgestellt hat
sondern besser (ich geh in flammen auf, rosenstolz) [/I]

es tut gut, das alles einmal in ruhe revue passieren zu lassen. habe ich etwas falsch gemacht? nein. alles ist so, wie es sein soll. und wenn ich ehrlich bin, war ich schon länger nicht mehr wirklich glücklich in diesem büro. immer nur hilfsarbeiten erledigen - dabei kann ich mehr, man lässt es mich nur nicht zeigen. doch jemand anders wird das tun, und wenn ich großes glück habe und einen vertrag bei einer anderen firma bekomme, kann ich sogar noch kündigen, bevor der vertrag ausläuft. und bin nicht auf die arbeitsagentur angewiesen...

glaubt mir, das geräusch beim auf-den-tisch-knallen der kündigung wird man noch in 500 km entfernung hören...

[I]halt dich fest an mir
weil der wind sich jetzt dreht
's wird 'n stürmischer tag
unser leben wird wahr (ich geh in flammen auf, rosenstolz)[/I]
Manleyein ganzer monat ist vergangen. meine gedankenstürme sind ruhiger geworden in dieser zeit, der sturm im wasserglas hat sich gelegt. nur die wut ist noch da. die wut, die ich in neue energie zu kanalisieren versuche, in meine bewerbungen, das neue leben.

vor vier wochen habe ich zwei aussichtsreiche bewerbungen abgeschickt, eine woche später eine weitere. von der letzten habe ich schon antwort - momentan haben sie keine kapazitäten, möchten jedoch meine unterlagen gern behalten, falls sich etwas ergibt. von den beiden anderen habe ich nichts gehört - auch heute nicht. ich habe nichts gehört, keine absage bekommen. ich rette mich von tag / leerem briefkasten zu tag / leerem briefkasten. und stelle mein handy nicht mehr ab, aus angst, einen anruf zu verpassen, der die chance für mich bedeuten könnte. zu groß ist das verlangen nach einer dieser stellen, eine mehr als die andere, aber beide wären in magdeburg. beide würden ein zusammenleben mit meinem freund bedeuten, dass wir eine zukunft haben, die aus mehr als wochenenden besteht. ich glaube nicht, dass irgend jemand diese stelle noch mehr will als ich...

morgen muss ich wieder arbeiten. in das büro, in dem ich von meinem chef bei jeder sich bietenden gelegenheit ausgeschlossen werde aus dem team, immer mit dem hintergedanken / unterton "die ist ja eh nicht mehr lange da". aber der kriegt mich nicht klein. der nicht. keiner von denen. am freitag und samstag werde ich noch das firmenevent mitnehmen - immerhin gibt es sicherlich feines essen und ich muss das hotel nicht bezahlen und darf fußball spielen. ja, und mir langweilige geschäftspräsentationen anhören, aber irgendwas ist ja immer.

und ich werde weiter kämpfen, weiterhin keinem eine gelegenheit bieten, mich anzugreifen. das alte leben geht weiter, und das neue leben wird anfangen...
decay73ich drück dir für magdeburg die daumen!

(auch wenn bewerben in der heutigen zeit nicht immer spaß macht...)
WillyWonkaDir ist ja echt viel Scheiße passiert, aber die Einstellung, die du zu den Dingen hast ist bewundernswert. Mir dieser Einstellung wirst du schon auf den richtigen bzw. einen guten Weg kommen...drücke dir die Daumen:)
SternenstaubViel Glueck Dir, Suesse. Ich denke ganz fest an Dich..
Dr.Jackal*seufzt*
Ehrlich gesagt treiben mich oft Ängste um, wlche genau das zum Thema haben, was du grade durchlebst: nach dem MA-Studium keinen Job zu finden, ersetzbar zu sein, als Geisteswissenschaftler irgendwie zurückstecken zu müssen und vielleicht keine Zukunft zu haben, "nur" weil man nicht mit Aussicht auf einen Job studiert hat, sondern weil man glaubt an könne genau das und einem interessiere genau das.

Sogesehen drücke ich dir umso mehr alle meine Damen und hoffe nicht nur, dass du einen guten, dauerhaften Job bekommst, sondern auch, dass jener in Magdeburg oder Umgebung zu finden ist.
Manley@dr jackal: auch wenn es bei mir momentan nicht so rosig aussieht, lass dich davon nicht entmutigen. ich arbeite mit menschen zusammen, die es nicht besonders gut verstehen, mit kollegen und mitarbeitern umzugehen... du wirst es schaffen, einen job zu finden, der deinen interessen entspricht. genau wie ich. :) und außerdem: ihr habt euch - das ist das wichtigste!

__________________________________________________

es hat nicht geklappt mit der "lieblings"-stelle, für die ich wirklich alles getan hätte. doch die anderen bewerbungen sind noch nicht zurück gekommen.

das tägliche arbeiten gleicht einem spießrutenlauf. ich werde in nichts mehr involviert, bekomme nur aufgaben, die mich wahnsinnig machen. mein chef lobt meine kollegin, die mich ersetzen soll, in den himmel, ohne zu merken, dass mich das verletzt und ärgert. davon abgesehen ist es einfach nur unfair, wenn man bedenkt, dass ich extra für diesen job innerhalb einer woche eine neue wohnung gesucht habe und umgezogen bin, während sie aus der gleichen stadt kommt wie ich und nicht vorhat, in der hinsicht flexibel zu werden. sie spricht nur holpriges englisch, ich kann fließend zwischen beiden sprachen wechseln. sie hat keine qualifikation, die ich nicht auch habe...

zählen denn leistung, flexibilität und einsatz heute gar nichts mehr? anscheinend nicht.

aber wenigstens wird meine katze wieder gesund. sie hat eine schwere bronchitis und meine mutter hat es versäumt, rechtzeitig mit ihr zum arzt zu gehen. aber dank tatkräftiger unterstützung aus einem anderen forum kriegen wir das schon wieder hin....

heute schaffe ich es wenigstens wieder, zusammen hängende sätze zu formulieren. gestern abend war mir alles zu viel. alles auf einmal stürzte auf mich ein, meine mieze, der ärger im büro, die ungerechte behandlung, die ich jeden tag über mich ergehen lassen muss. die entfernung, die zwischen mir und meinem schatz liegen.

alles wird gut. alles wird gut. alles wird gut.
Manleydas leben ist komisch. vergangene woche noch verzweiflung, jetzt wieder zuversicht. es wird bald in einer anderen abteilung in magdeburg eine stelle geben, auf der ich bereits ab nächster woche zweit tage/woche arbeiten werde. die abteilungsleiterin wird sich dafür einsetzen, dass ich diese stelle bekomme, und so schlecht sieht es nicht aus. als mein chef mich heute morgen fragte, ob ich mit der teilversetzung einverstanden wäre, musste ich mich arg zusammenreißen, um nicht über das gesamte gesicht so breit zu grinsen, dass meine mundwinkel die ohrläppchen berühren.

meine mieze wird definitiv wieder gesund, und laut tierärztin wird wohl auch nichts zurück bleiben. als hätte ich das nicht von anfang an gesagt...

etwas mehr konstanz in meinem leben wäre nicht schlecht.
Manleyein anruf. ein anruf, der mich aus allem herausriss, was heute passiert ist, was ich getan habe. gleichgültig auf einmal das defekte auto, die hohe rechnung dafür, gleichgültig der ärger im büro.

der vater eines meiner besten freunde ist tot. er hat sich das leben genommen. erhängt. in seinem haus. seine frau, die mutter meines freundes hat ihn gefunden.

niemand versteht es. er hat keinen brief hinterlassen. die familie steht vor einem rätsel. wir, seine freunde, ebenfalls. ich habe in unser aller namen unser mitgefühl übermittelt. dass er am telefon geweint hat, ging mir durch mark und bein. nie habe ich ihn so erlebt. ich wollte stark sein, nicht mitweinen. das hat nicht funktioniert. ich wollte trost geben. ich denke, ein wenig hat es gewirkt. aber wohl nur ein wenig. in dieser situation dauert es wohl sehr lange, bis trost eintritt... und auch mir fehlen die worte. es wird eine weile dauern, bis sie wiederkommen.
Heathcliff-WH[I]gehörst du da denn noch dazu?[/I]
[I]oder bist du längst schon draußen?[/I]

[I]hast versucht da noch zu laufen[/I]
[I]bist doch gestern erst gebor'n und seit kurzem kannst du geh'n[/I]
[I]hast dein gleichgewicht verlor'n[/I]
[I]doch kannst trotzdem g'rade steh'n[/I]
Manley10.August 2006

auf meinem grabstein wird wohl stehen: „die ungewissheit wurde ihr zum verhängnis“. die tagelange warterei macht mich wahnsinnig. in dieser woche sollte sich entscheiden, ob ich die geniale stelle in magdeburg bekomme. bis heute habe ich nichts gehört. ehrlich gesagt – die hoffnung auf diese glückliche fügung habe ich mittlerweile aufgegeben. dann wird es eben anderswo was. Und wenn nicht gleich, dann eben später. Es wäre nur so schön gewesen… endlich hätte ich mir ein eigenes auto leisten können. Und auch der traum vom eigenen katzitatzi rückt nun wieder in weite ferne. Erst recht, wenn ich vielleicht dann doch nach heilbronn muss… warum kann das leben nicht einfacher sein?
Es bohrt. Immer noch. Es tut so weh, dass diese firma meint, sie bräuchte meine fähigkeiten nicht mehr. Und doch muss ich auf meine letzten tage hier gleich 2 kolleginnen vertreten. Wäre ich nicht hier, könnte keine von ihnen urlaub machen. Super. Ich habe mir ein ganzes jahr lang wirklich den a… aufgerissen, habe mehr als die hälfte der zeit meine gesundheit hinten angestellt, obwohl es mir wirklich mies ging… leistung zählt wohl nichts mehr, stattdessen ist es wichtig geworden, unliebsame kollegen bei gelegenheit auflaufen zu lassen und gegen einander zu intrigieren. Warum? Und warum muss während eines internen meetings diskutiert werden, wie meine nachfolge aussehen wird, während ich dabei sitze? Über mich wurde gesprochen, als wäre ich gar nicht da gewesen. Es interessiert mich nicht, was nach meinem letzten tag mit meinem schreibtisch passiert! Und ich will auch nicht wissen, wann da die nächste aushilfe anfängt, die sie genauso ausbeuten und dann hochkant rauswerfen werden wie mich. Und mein chef hält mich anscheinend nicht für intelligent genug, kurze erklärungen mit anschließenden bitten von ihm zu verstehen. „in der zeit hab ich das auch selbst erledigt.“ Sachlich vielleicht richtig, aber muss man das so sagen? Er hätte sich auch aus der affäre ziehen können, indem er auf die 2 vertretungen hingewiesen hätte, die ich gerade ausführe. „sie haben doch auch so schon genug zu tun“ klingt eindeutig besser für meine ohren. Das hätte auch bedeutet, dass das, was ich den ganzen tag tue, nämlich den beiden neuen helfen (was ich ja auch gern mache) und dann noch meine eigene arbeit erledigen, anerkannt wird. Aber anscheinend weiß der kerl gar nicht, was ich tue. Und es spielt eigentlich auch keine rolle mehr. Ich würde ohnehin nur bleiben, wenn ich keine andere wahl hätte – immer vorausgesetzt, man würde es mir anbieten. Was man bislang nicht getan hat. Aber nur zu. Er scheint ja zu glauben, dass er meine beiden kolleginnen im nu auf mein englisch-niveau bekommt und mich deshalb nicht mehr braucht. Good luck with that – it’s going to take years. Ich werde mir amüsiert ansehen, wie sie klarkommen werden, wenn einer von den iren anruft. Es ist einfach nicht fair. Ich bin extra für diesen job nach hannover gezogen, während die kollegin, die an meiner stelle verheiratet ist, aus hannover kommt und auch nie hier weg will. Ich nehme wetten an, wie lange es dauert, bis sie schwanger ist… gerade heute habe ich mit einer wirklich lieben kollegin, mit der ich auch nach meinem ende dort weiter in kontakt bleiben würde, ein wichtiges projekt abgeschlossen, von dem eine menge abhängt, und wir haben es sogar noch vor dem termin geschafft. Aber das wird niemand sehen. Eigentlich hätten wir es gegen den baum fahren müssen, weil man uns den abgabetermin mehr als eine woche vorverlegt hat. Aber nein, wir haben es gepackt…
Ich frage mich immer noch, wo mir der fehler unterlaufen ist, der zu meinem aus geführt hat. Und ob ich eigentlich überhaupt etwas damit zu tun hatte. Mein kopf sagt mir, dass da eine entscheidung getroffen worden ist, die gänzlich auf privaten präferenzen getroffen wurde und nicht auf fachlicher basis, nicht auf basis der qualitäten, die man in dieser abteilung benötigt. Und doch… hätte ich anfangen sollen, die andere unfair auszubooten, auflaufen zu lassen? Darauf kann es nur eine antwort geben – nein. Das kann ich einfach nicht. Ich will es auch nicht. Aber vielleicht sollte ich es trotzdem lernen. Für den nächsten job.
fragment[QUOTE][i]Original geschrieben von Manley [/i]
[B]Und doch… hätte ich anfangen sollen, die andere unfair auszubooten, auflaufen zu lassen? Darauf kann es nur eine antwort geben – nein. Das kann ich einfach nicht. Ich will es auch nicht. Aber vielleicht sollte ich es trotzdem lernen. Für den nächsten job. [/B][/QUOTE]

Ich glaube eine der vielen "großen" Aufgaben, die uns das Leben stellt ist, unsere Prinzipien und Moralvorstellungen nicht über Board zu werfen, wenn es ernst wird. Es gibt viele Menschen, die angesichts des ganz normalen Wahnsinn, den der Alltag so bietet den [i]Verlockungen[/i] von Selbstsucht und Ignoranz erlegen sind. Und damit meine ich nicht den gesunden Egoismus...

- Demon17 wird mir hoffentlich verzeihen, wenn ich ihn an dieser Stelle mal zitiere -

[i]Never surrender![/i]


Viel Glück mit der Stelle in Magdeburg!
docsfanHi Manley,

für solche Situationen habe ich mir immer einen Trost zurecht gelegt, der sicher falsch, vielleicht aber wirksam ist:
Ich habe für mich die Theorie, dass jeder in seinem Leben mindestens einmal bis zur absoluten emotionalen Belastungsgrenze gefordert wird. Das bedeutet, dass gerade die, die sich einsetzen, viel Stress aushalten können, kreativ sind, in bestimmten Phasen auch viel mehr aushalten müssen - das ist vielleicht der Preis für die anderen Fähigkeiten, die einem das Leben sonst ja schon etwas einfacher machen als vielen anderen Menschen.

Wenn's nicht hilft: vergiss, dass Du es gelesen hast ;-)

Dave
SternenstaubViel Glück für die neue Stelle Süße.
UND: Bleib wie Du bist. Und schreite lächelnd in den neuen Lebensabschnitt. Nur Mut!

Ich freue mich sehr auf unser Wiedersehen,
Deine Freundin :)

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