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  Forum: Nebelpfade
    Thema: Geteert und Gefedert
Herr van ReesVorhin saß ich am Ufer der Alster, im Schatten einer Brücke, Stahlkonstruktion. Ich fixierte mit meinem Blick Punkte auf der Wasseroberfläche, Luftblasen, kleinste Pflanzenteile, um meine physischen Augen zu beschäftigen. Dann ließ ich meinen Körper Körper sein und betrachtete mit meinem inneren Blick das Wellenspiel, das weiche Geschaukel von Schatten und Zerrbildern. Realität in einem anderen Sinn. Die Welt stürzte irgendwie in mich rein.

Wer hat mich eigentlich verstanden?

Zur Zeit bin ich von vielen Menschen umgeben. Anders als noch vor wenigen Wochen. So schnell ging das. Und doch fühle ich mich einsam. Die kurzen Begegnungen mit Freunden, manchmal nur Bruchteile von Sekunden während eines mehrstündigen Zusammenseins, sind kühlende Eiswürfel auf meiner brennenden, nach Löschung, nach Berührung verlangenden Haut.

Ist verletzte Liebe die Motivation für mein Handeln?

Der Wunsch nach Ganzheit. Eine Ganzheit, die niemals erreicht sein wird. Und je mehr Blut ich lecke und vordringe, desto weitverzweigter, tiefgeschichteter wird mir die Realität. Ein Fass ohne Boden. Ein Pylon, den ich selbst hinabgestalte. Punkt und Ausdehnung in Eins.

Solange ich lebe, werde ich gehen.
DirchiLieber Olaf,

...ein "Fass ohne Boden" oder "Punkt und Ausdehnung in Einem" - dies scheint gewiss vielen Menschen, durch die Zerstreuung, Halt- und Orientierungslosigkeit, furchterregend und bedrohlich zu wirken.
Der menschliche Geist, unser Ego, versucht halt an der imaginären Beständigkeit der Dinge anzuhaften, sehnt sich nach Struktur und Identität und trennt sich immer kontinuierlich, durch seinen unterscheidenen Geist, von seiner Außenwelt ab, was ihn freilich innerlich vereinsamen lässt, er sich abgeschottet und sich un- oder missverstanden von seiner Umwelt fühlt.

Dies geht wohl jedem Menschen, hin und wieder und dem einen mehr dem anderen weniger, so!
Theoretisch weißt Du das auch, genauso das wir Menschen im Grunde schon mit allem verbunden und Eins sind, wir erleuchtete Wesen sind, die nichts mehr erreichen oder vor etwas weglaufen und fürchten müssten...! Aber unser verblendeter, getrübter Geist vermag diese Erkenntnis nicht intuitiv zu kultivieren.
Das "Fass ohne Boden" und "Punkt und Ausdehnung in Einem" stellen an sich die absolute Freiheit und Vollkommenheit dar, da hierbei der Geist ohne Trennung, ohne Richtung und Identität sich grenzenlos entfalten und verwirklich kann. - Doch unser "ungeschulter", vor Furcht sich selbst nicht loslassen könnender und getrübter Geist empfindet dabei jedoch große Verwirrung, Unsicherheit und Unverständnis, weshalb solch verzweifelnde Angst aufkommt.

Dein neues soziales Leben hat Dir einiges und gravierendes an Neuigkeiten und Ungewohntem gebracht, wodurch ganz natürlich Unsicherheiten, Zweifel, Skepsis, Befürchtungen und ein Gefühl von Überforderung oder Überschwemmung aufkommen kann.
Jede einschneidende Veränderung und jeder neuer Lebensabschnitt birgt diese ganzen Emotionen und die Fragen nach der Richtigkeit, dem Wieso, Weshalb, Warum und nach dem Sinn im Allgemeinen.

Sich selbst als der Mensch, der man wirklich ist, und seine Situation, sein wahres Leben im Hier und Jetzt, als das annehmen wer, was und wie es ist, ist schon das Ziel auf dem vermeintlichen Weg - die ersehnte Ganzheit! Da gibt es nix wovor Du wegrennen oder was Du ändern müsstest und auch nix was Du noch anderes erreichen und besiegen bräuchtest!
Seine Ängste, Wünsche, Hoffnungen und Ansichten nicht zu ersnst zu nehmen wäre da schon der erste Schritt dem Feuer die Nahrung zu entziehen, sprich auf deutsch: So ließe es sich schon um ein Vielfaches unbeschwerter und glücklicher Leben!

Gebe Dich doch einfach Deinem Leben mit Neugier, Aufgeschlossenheit und gesunder Selbstironie hin, ohne eine zu große Erwartungshaltung zu hegen, denn diese ist unser aller großes Problem, weil fast immer die klägliche Enttäuschung überwiegt!
Steht irgendwo geschrieben oder haben wir vielleicht sogar eine Garantie-Urkunde, das es uns immer gut gehen, wir immer glücklich und zufrieden sein müssen und wir jederzeit und alles verstehen können? Ich glaube nicht!

Der Wunsch nach Ganzheit, und damit zur Glückseligkeit, wird dann erfüllt, wenn Du ihn nicht mehr begehrst, erträumst!
Du bist ein guter, tiefgründiger und liebenswerter Mensch, Olaf, bleib immer nur Du selbst und gehe Deinen Weg einfach weiter - ich denke Du hast den für Dich fruchtbaren und richtigen Weg eingeschlagen.... und, ja, solange wir leben, werden wir gehen...!


Lieben Gruß: Dirk ;)
Herr van ReesDanke, Dirk ;). Je weiter wir miteinander gehen, desto mehr verstehen wir uns .... selbst und gegenseitig.

Friedhof.

Ich bin in der Stille, allein meine Trommelfelle sind unter Beschlag. Also ziehe ich die Stöpsel des MP3-Players aus meinen Ohren und lasse sie lose an meiner Brust herab baumeln. Der Daten-Krach ist nun nur noch ein leises Gefauche und Geschepper. Das sich vom geringen Lautstärkepegel her perfekt in die Geräuschkulisse meiner Umgebung einfügt. Dieses Schnarren da auf meiner Brust, stereo, vermag mein Bewußtsein partiell zu fokussieren. Ich bin konzentriert und zerstreut zugleich.

Heute trage ich zur hochsommerlichen Abwechslung mal vollständig Schwarz. Ich blende den Gedanken aus, damit einem Klischee zu entsprechen. Was bitteschön soll das sein: ein Klischee?!

In der Stadt ist mir vorhin ein schön anzuschauendes Pärchen begegnet. Sahen beide aus, wie aus einem Vampirfilm. Oder wie aus einem Lacrimosa-Clip, nur etwas bunter. Sie trugen dicke Sonnenbrillen, hinter denen sie die Fenster zu ihrer Seele verbargen. Ich konnte ihnen trotzdem in die Augen sehen.

Ein Gewitter ist aufgezogen. Ich habe mich in eine kleine Gruft gerettet. Sitze hier im Schneidersitz auf schwarzem Marmorboden. Über mir ein Giebeldach aus Zement, gestützt von 8 im Quadrat angeordneten schwarzen Marmorsäulen. Im Rücken der eigentliche Totenschrein, hinter einer weiß getünchten Wand, welche eine unbeschriftete schwarze Marmorplatte ziert.

Es hört nicht auf zu pissen, mein Gott! Auf dem wenige Meter kurzen Weg in meinen Unterstand bin ich so nass geworden, daß ich mein Hemd ausziehen und auswringen mußte und es dann dem direkt vor mir in der Mitte dieser offenen Räumlichkeit auf einem Sockel stehenden weißen Marmorengel um den rechten Flügel gehängt habe. Es wird eh nicht trocken ..... Zum Glück hatte ich noch ein TShirt in meiner Tasche, das nicht ganz durchnässt war!

Es pisst - und ich muß pissen! Hoffentlich locke ich damit keinen Blitz an, denke ich, wär ja schad drum! Mir ist, als könne ich die Blitze hören ....

Und ich dachte so bei mir, während die Wasser liefen, auf mich herab, aus mir heraus, ja, ich dachte so bei mir, daß ich jetzt absolut keinen Bock hätte, vom Blitz erschlagen zu werden, daß ich es aber, wenn es passieren würde, bestimmt garnicht mitkriegen würde. Also genoß ich den Augenblick.

Später zu Hause, im Trockenen, sagte T, der uns für ein Stündchen besuchen kam, daß er gerade dabei sei, einzusehen, daß seine Freundschaften eigentlich gar keine richtigen Freundschaften wären. Und daß er auch wisse, warum. Daß es an ihm läge. Und daß ihn das z.Zt. tierisch beschäftigen würde, weil er das gerne ändern würde, aber keinen Plan hätte, wie.

Ich ließ ihn ausreden. Forcierte seinen Gedankenfluß durch knappe Gesten und kurze Worte des Verständnisses, indem ich Parallelen zu meinem eigenen Leben zog. Und während er von dem Gefühl seines Isoliertseins redete, aßen wir gemeinsam zu Abend ....

Was trennt uns eigentlich voneinander?
Herr van Rees[center]Ein böser Traum[/center]

Von der Heizung aus blickt Kinski in meine Richtung, schwarz-weiß Postkarte, blickt wohl direkt in die Kamera, aber sein Blick hat sowas Zerstreutes, das mich nur als ein beliebiges Teilchen im Raum erscheinen lässt. Dieser Blick ist ein dunkler, abgründiger See aus Nebeln und Schatten, Ahnungen von Farben der Trauer und des Blutes, Ausdehnungen geisterhafter Formen der Verwirrung und des Wahnsinns. Ein Fremdkörper ist diesem Blick die geordnete Welt. Wie ein nichtiger Fels, den die Wasser verschlingen, durchdringen, zersetzen, verdauen und dann wieder ausscheiden, leergesaugt, ausgelaugt und überflüssig.

Und Ich beginne zu sehen. Mit eben diesem Blick. Mit demselben schiefen Lächeln. Ich bin alleine. Und Ich liebe Dich, weil auch Du alleine bist. Nein, Du kannst Deine spitzen Fänge nicht vor mir verbergen! Wir grinsen uns an, schamlos und kalt. Doch unsere Herzen berühren sich kurz im Vorbeiflug, samtig, ekstatisch, und tauschen Neuigkeiten aus, die Tränen, die wir von fremden heißen Wangen schleckten, Geschichten von Verlorenheit und Überdruss, vom Duft eines verirrten Daseins ohne Sinn und ohne Hoffnung. Nur Lieben, Lieben ist unsere Passion.

[center]So schmeckt die Welt, mein Freund!
Aber wer bist Du, daß Ich Dich grüße?[/center]
Odessa[size=1] mehr mehr mehr....hör nicht auf zu atmen, hier, durch Deine Worte.

Ich lese Dich gerne, höre Dich gern. Der zweite Engelsflügel trägt ein paar leichte arabische Sandalen, die an ihren Schnürbändern über ihn geworfen sind...danke, daß ich hier sein darf. SEIN darf. [/size]



Du ... du ...
ich bin so wild nach deinem Erdbeermund,
ich schrie mir schon die Lungen wund
nach deinem weißen Leib, du Weib.
Im Klee, da hat der Mai ein Bett gemacht,
da blüht ein süßer Zeitvertreib
mit deinem Leib die lange Nacht.
Da will ich sein im tiefen Tal
dein Nachtgebet und auch dein Sterngemahl...

Interpretiert von Kinski. Wahn-sinn-lich.
Herr van ReesSo wie's aussieht, habe ich irgendwann in der kommenden Woche meinen ersten Einsatz als Sargträger! Nachdem ich mich gestern erfolglos bei dem ersten Institut persönlich vorstellig gemacht habe, war ich hinterher so überzeugt von der Sache, daß ich nicht gleich aufgeben wollte. Über eine andere Kontaktnummer und durch Inet-Recherche und a bisserl Telefoniererei (mann, wasn Wort...*pffff*) bin ich dann auf das zweite (es gibt hier wohl nur die beiden) Vermittlungsinstitut gestoßen. Und da war ich heute Vormittag.

Das Aufstehen um 8 hat wie am Schnürchen geklappt (normalerweise penn ich bis 12) und der Hinweg war mir auch klar. Nur auf dem Weg ist mir dann eingefallen, daß ich den Zettel mit der Hausnummer vergessen hatte! Ich bin trotzdem weiter, mit einem Pokerface beharrlich in der Bahn sitzen geblieben. Dann in den Bus umgestiegen, richtige Haltestelle raus und dann .... erstma verlaufen! Die Leute, die ich nach dem Weg gefragt habe, haben immer nur in dieselbe Richtung gezeigt und gesagt 'Da vorne irgendwo'. Und ich passierte mindestens 3 Haltestellen des Busses, mit dem ich gekommen war, selbe Richtung.

Der Termin war um 10, geschätzte Zeit, weil ich keine Uhr habe, ca 10 vor. Shit! Erst wollte ich umkehren, hab ein bißchen laut rumgeflucht und rumgezuckt, wahrscheinlich zum Amusement der Autofahrer. Aber da kenn ich nix, wenn ich mich aufrege. Und früh morgens mitten in der Pampas erst recht nicht. Dank einer Omma, die im Vorgarten zum Fußweg hin Rabattenpflege betrieb, bin ich dann endlich in die richtige Richtung gewiesen worden. Und endlich fand ich auch die Straße. Jetzt mußte ich nur noch das Haus finden!

Also habe ich den nächstbesten bierbäuchigen, geripptes Trägerhemd und blaue Boxershorts tragenden, halbglatzigen Typ gefragt, der EBENFALLS schon in seinem Vorgarten zugange war. Der hat auf das Haus nebenan gezeigt und gesagt 'Probiers mal da!'. Hab es da dann auch probiert. Hingen überall Schilder 'Vorsicht, bissiger Hund', den ich dann auch permanent erwartete. Zum Glück vergebens. Die Eingangstür des kleinen Anwesens befand sich mehr oder weniger hinterm Haus, so daß ich durch privatesten Gartenbereich (Grillecke) hindurch mußte, wo benutztes Geschirr rumstand und so. Fehlte nur noch aufgehangene Unterwäsche.

Vor einer Tür, die wie Eingangstür aussah, suchte ich erstmal vergeblich nach einer Klingel. Mein Klopfen verhallte in dem schweren Holz, klang eher lächerlich. Nachdem ich geklingelt hatte, setzte erstmal Gebelle ein und eine riesige Dogge sprang von Innen an das dicke Fensterglas der Tür. Ich schaute dem Tier mit dem versöhnlichsten Blick in seine triefenden aschgrauen Augen den ich drauf habe. Ich weiß nicht, ob das Wirkung gehabt hätte. Es schien nicht unbedingt so. Aber da trat auch schon der Hauseigner hinzu, musterte mich hinter dicken Brillengläsern.

Ich schrie ihm von Draußen zu, was ich wollte, denn er machte keine Anstalten, die Tür zu öffnen. Ich versuchte, die Worte möglichst laut und deutlich zu sprechen und dabei mit meinen Lippen noch zusätzlich zu akzentuieren. 'SARGTRÄGER', 'WO'?! Schließlich öffnete er die Tür und schob sich an der Dogge vorbei, die er mit einer Hand am Halsband zurück hielt. Er sah nach Alkoholiker aus. Um die 50, aufgedunsen, rötliche großporige Haut, relativ ungepflegte, wenn auch nicht dreckige, Erscheinung. Ja, und der war dann doch so kompetent, mir den Weg zum betreffenden Haus zeigen zu können: schräg gegenüber. Und er war noch so freundlich, mir die Uhrzeit mitzuteilen, nachdem ich so dahinsagte, um 10 einen Termin zu haben: 'Da sind Sie schon 6 Minuten zu spät'.

Ich habs dann doch noch geschafft ;-)

Der erste Typ, mit den Boxershorts, hat mich bewußt auf eine falsche Fährte gesetzt. Das Schwein. Denn der wohnt da bestimmt schon sein Leben lang, zumindest lange genug, um bescheid zu wissen, was für Firmen es in seiner kleinen Straße gibt. Wahrscheinlich hat er Clinch mit seinem Nachbarn oder findet ihn irgendwie komisch und wollte ihn mit meinem Besuch ärgern. In solchen 'besseren' Einfamilienhaussiedlungen ist alles möglich.

Tja, was soll ich sagen. Ich liebe das Leben. Es ist schon ein seltsamer Trip.

Edit: [i]Oder der böse Kleingärtner von aus dem Vorgarten wollte, daß die Dogge mich reißt! Oder er hats WIRKLICH nicht gewußt und ihm fiel nichts Besseres ein, als mich nach nebenan zu schicken. Oder oder oder ....[/i] :eek:
Dirchi...Mhh, mein Freund - wie war denn nun der Ausgang der Komödie?:rolleyes:

...Ich wünsche Dir, besonders als sarkastischer Mörder-Zen-Buddhist, viel Erfolg und das Du diesen lebensbejahenden Job mit Berufung und Harmonie bewerkstelligst, ...und Du weißt ja, wer schneller lebt, ist früher fertig!

...Schade, das ich net in der Hansestadt Rettungsdienst fahre - sonst würde ich Dir mal "Kundschaft" besorgen, die bei uns schon Kundschaft war...!

Lieben Gruß, ...und die Tatsache bleibt trotz Zynismus: Leben ist immer lebensgefährlich!
Herr van ReesDer Ausgang ward mit dem Eingang gegeben. Wir schreiben außerdem mit Mut zur Lücke. Auch zur Zahnlücke. Denn die ziert und kann sehr niedlich aussehen. Außerdem kann man durch eine solche Lücke hindurch pfeifen. Oder spucken. Was natürlich etwas sehr Vulgäres hat.

Wirre Welt. Verkehrte Welt. Geben wir unser Bestes, mein Freund, unser Bestes!

[center]:)[/center]
Herr van Rees[b][center]*[/center][/b]
Der Blödsinn hat sich in den Gesichtern der Menschen manifestiert. Seit dem Sündenfall. Sicherlich. Und hält sich dort hartnäckig, bis zum jüngsten Tag.

Eines Tages werden wir lachen! Weil wir es gewagt haben, die Maske des Blödsinns mit Stolz zu tragen!

Deine Berührung, das sind die Blicke, die Du mir schenkst. Denn es ist an mir, Dich zu berühren, mit meinen Händen. Dich in meine Arme zu schließen.

Ich halte einen Moment still und spüre Dich. Genieße Dich. Du weißt nichts davon. Du darfst nicht wissen, was Du mir bedeutest. Uns zuliebe.

Und wenn wir voneinander scheiden: mein Gefühl für Dich, das nehme ich wieder mit .... So wie die Worte, die ich Dir wieder nicht sagen konnte ....
Herr van ReesDer Ü30-Stomp. Da bautzt man mit den Versen auf. Da ist schon Hornhaut unter den Sohlen. Die Jugend springt elastisch auf den Fußballen. Bei uns ist das ein Bautzen. Und dann diese Gesichter. Diese alternden, angealterten, dem Tod verzweifelt entgegenblickenden, ihn aber immer noch verdrängenden Gesichter. Leicht entstellt im Strobolight. Schwitzig blässelnd. Wir haben uns köstlich amüsiert.

Es ist schon komisch gewesen. Nur 24 Stunden zuvor am selben Ort. Ganz anderes Szenario, andere Musik. Und SIE war da! Die Einzige, der ich eine schwarze Rose brechen würde. Nur um ihr zu zeigen, was sie mir bedeutet. Aber sie würde es nicht verstehen. Genauso wenig, wie sie verstehen würde, warum ich sie so gerne aus der Distanz heraus betrachte. Wenn sie es nicht merkt. Und dann tanzten wir. Und es tat so gut.

Ich träum Dich nur. Ich bewege mich in meinem Traum durch einen Traum, in dem Du vorkommst. Um die sich eigentlich alles dreht. Wie durch ein Panoptikum. Es ist DEINE Stimme, die ich höre, DEIN Gesicht, das ich sehe. Für Dich trete ich in Erscheinung. Und bin glücklich. Bis Du mir das Herz brichst. Und das wird Dir auch gelingen. Und das Schöne daran ist, daß Du auch DAS nicht bemerken wirst. Danke, für die Qualen, die Du mir bereitest.
Herr van Rees[center]~ Daß Ich Dir zulächel, siehst Du das? ~[/center]
Herr van Rees[center]Es ist so geil und so bitter![/center]

Hey. Ich weiß, Du findest mich scheiße und nervig und alles. Aber warum sagst Du nicht einfach Tschüß? Warum bist Du so doof zu mir? Brauchst Du das? Kannst Du Dir vorstellen, daß ICH es brauche?

Ich habe Dir gesagt, ich bin komisch. Du hast gesagt, daß Du das nicht findest. Ich weiß auch, warum. Weil Du nämlich noch viel KOMISCHER bist, als ich! Du hast Humor.

Doch, es macht Spaß, die Ampel zu umarmen. Du Windsbraut, bist so fest in mich verkrallt. Ich will Dir nicht weh tun. Diese Art von Spaß, den Du mir bereitest .... schmeckt so bitter. Und ist so geil.

Indulgence instead of Abstinence. Der Herr meiner Sinne ist nicht mehr ganz bei Sinnen. Zum letzten Mal springt die Ampel auf Rot. Ich banne sie, um meinen Schmerz zu bannen. Zu einer Maskenwelt.


[center]Denn Ich will Ewigkeit! Will tiefe, TIEFE Ewigkeit![/center]
Herr van Rees[quote][b]
Tut mir übrigens leid, daß ich Dich neulich nicht 'auffangen' konnte. Ich weiß, was Dich so aufgeregt hat .... :-/. Aber mir gings letzte Woche selbst ziemlich beschissen; war ziemlich deprimiert (wie lange nicht mehr), wegen der xxxgeschichte. Weil die mir sehr viel bedeutet.

Ich hatte den Eindruck, plötzlich auf sehr viel verzichten zu müssen .... Und da fange ich immer an, innerlich zu rotieren und sofort nach einer Möglichkeit zu suchen, um den Posten doch noch irgendwie halten zu können. Mich einfach in mein 'Schicksal' fügen, kann ich nicht. Denn ich glaube nicht an Schicksal.

Sich ausjammern oder auskotzen ist ok, aber wenn das Vertrauen in sich selbst fehlt, das Bewußtsein für das eigene schöpferische Potential, dann mache ich nicht mehr mit. Das ist ein Zustand, in dem ich lange genug gelebt und NICHTS auf die Reihe gekriegt habe, außer zu funktionieren, wie andere es wollten (solange ich Lust dazu hatte).

Und dieses Selbst-Vertrauen ist dann besonders stark, wenn ich mich gegenüber drohenden Verlusten von selbst Erarbeitetem behaupten muß. Dann wird es zu einer Art Schutzpanzer - an dem alles abprallt, was ich eben draußen halten muß, weils schädlich ist, als da wären Selbstzweifel oder Scheißegal-Haltung oder Fluchtgedanken usw.

Ich empfinde diese Einstellung als sehr kräftigend und motivierend: Sich nicht wieder vertreiben zu lassen! Das Territorium zu verteidigen! Weiter zu gehen! Zu kämpfen! Neues Terrain hinzu zu erobern! Und den ganzen heroischen Scheiß halt .... Und weil es mich aufbaut und auch praktisch hervorragend funktioniert, gebe ich diese aufbauenden Gedanken auch gerne an die weiter, die selbst gerade in der Scheiße sitzen. Und die mir etwas BEDEUTEN!

So, nun weißt Du, warum ich so verständnisvoll war.

Zum Kennenlernen: Wenn mich jemand wirklich interessiert, bin ich bereit, vieles zunächst einmal zu AKZEPTIEREN, was ansonsten vllt von vornherein als Unvereinbarkeit gewertet werden könnte. Denn oft genug hat sich herausgestellt, daß, wenn erstmal diese Unvereinbarkeiten im Umgang miteinander zur Gewohnheit geworden sind, und man gelernt hat, richtig damit umzugehen, sie garnicht mehr so schlimm sind. Was DAHINTER steht, muß passen!

Leider bedeutet das nicht zwangsläufig, daß mein Gegenüber genauso denkt.

Ich hätte Dich weder angesprochen, noch überhaupt diese Treffen mit Dir zugelassen, wenn ich nicht an DIR interessiert wäre, an dem, was ich wahrnehme, wenn ich Dich sehe. Mit Verliebtheit und dem ganzen Schmus hat das nichts zu tun. Sondern mit Freude. In all dem nichtssagenden Gewühl freue ich mich einfach, jemanden wie Dich zu sehen!

Zum Reden: Bis jetzt bin ich eigentlich noch garnicht wirklich zu Wort gekommen. Du redest wie ein Wasserfall. Außerdem habe ich den Eindruck, daß Du garnicht zuhörst (im Sinne von Hin-Hören), sondern gleich Deine meist kritische Meinung zu allem sagst (Grenzen ziehst) oder das, was ich sage, unkommentiert lässt. Ich habe das so verstanden, daß Du ein großes Mitteilungsbedürfnis hast und gerne SELBST reden willst. Und ich hatte nichts dagegen. Wieder ein Mißverständnis.

Ich überlasse es nun Dir, entweder weiter auf mich zuzugehen oder es sein zu lassen. Denn anzufangen, den Clown für Dich zu spielen, um Dich vorbildlich im Sturm zu erobern, ist von Anfang an nicht meine Motivation gewesen. Mein Leben würde reicher MIT Dir, aber auch nicht ärmer OHNE Dich. Denn für Letzteres sind wir uns noch nicht nahe genug gekommen.
[/b][/quote]

[size=1][i]Diesen Text, eine 'Mail, die ich niemals verschicken werde', habe ich ganz bewußt hier her gesetzt, denn er würde, wenn ich ihn der Person schickte, für die ich ihn tippte, mehr schaden als nutzen. Trotzdem ist es aus bestimmten Gründen wichtig für mich, daß er gelesen wird. Von anderen. Quasi 'stellvertretend' für den Adressaten. Lasst ihn aber bitte unkommentiert, denn ihr wißt nicht, was bisher geschah und um was es hier konkret geht. Danke.[/i][/size]
Herr van Rees[center][color=black][b]Rose der Nacht!

Ich blicke verwirrt in die Zeit ....

Staub unter meinen Füßen, wie lange trägst Du mich schon!

Ich sehe Dein Gesicht!

Es ist schwarz!

Und auf ihm lieben die Engel sich.

Feuerlohend. Züngelnd. Rot.

Gierig. Fleischlich. Tot.

Soll dies das Ende sein?

Von Deinen bleichen Wangen küsse ich den Wein der Nacht. Den Rest, der übrig blieb.

Und nun? Rafft uns die Morgendämmerung dahin! Und wir lösen uns auf in die Schatten ....

Sag: Nimm mich hin!

Sag es und schmecke das Blut auf meinen Lippen!
[/b][/color][/center]
Dirchi...


Er hustete so hohl, dass man in jedem Laut den doppelten Resonanzboden Brust und Sarg mitzuhören glaubte.

;)

(Georg Christoph Lichtenberg)





...einen lieben Zen-Gruss mit schwattem Zen-Humor, ...vom schwatten Dirchi! :p


...
Herr van Rees:). Es geht auf Härbst zu ;) ....

Das Pic, das ich verwendete, habe ich, wie man sehen kann, wieder entfernt. Ich wollte nämlich speziell in diesem Fall unbedingt wissen, ob ich damit Copyrights verletze. Da habe ich die Betreiberin der Seite, von der ich das Pic hatte, angeschrieben. Und folgende Mail kam zurück:
[quote][b]Hallo Olaf,

im Prinzip hätte ich nichts dagegen, nur gibt es zwei Probleme dabei.

Zum einen ist das Bild derzeit per Hotlink eingebunden, was bedeutet, dass
für jeden Aufruf dieses Forums bei meinem Hoster Traffic-Kosten entstehen,
die ich zahlen muss. Also bitte den Hotlink entfernen und das Bild vom
eigenen Server laden lassen. Einfach auf Festplatte speichern und wieder
hochladen. Hotlinking ist übrigens nach deutschem Recht strafbar. Bei der
falschen Person kann das in die Tausende gehen ;). Ich kenne da welche,
denen das passiert ist ... Aber das ist leider nicht das einzige Problem.

Zum anderen liegt das Copyright für dieses Bild nämlich leider nicht bei
mir. Es ist aus einer Clipart-Sammlung von Planet Medien AG, die ich
erworben habe (samt den Nutzungsrechten). Deshalb kann ich Dir leider keine
Genehmigung für dieses Bild geben. Die Clipart-Sammlung ist aber gar nicht
teuer und die Rechte gibts dann dazu. ("370 000 ClipArts", Planet Medien AG,
CH Zug). Gibts bestimmt auch bei EBAY oder bei Pearl. Aber ich weiß nicht,
ob man die Bilder von denen überhaupt in Foren verwenden darf. Um sicher zu
gehen, solltest Du bei der Firma mal die Lizenzvereinbarungen nachschlagen.

Leider kann ich Dir keine positivere Antwort geben. Wenn ich das Bild selbst
gemalt hätte, wäre es leichter gewesen. Ich habe zwar vor, nach und nach
alles selbst zu malen, aber mir fehlt im Augenblick leider die Zeit dafür -
sonst hätte ich Dir schnell eine Nachtrose gemalt ;). Falls Du sonst noch
irgendwelche Fragen zu Copyright oder ähnlichem hast, frag mich ruhig.
[/b][/quote]
Ich war ziemlich erstaunt, ob der vielen neuen Infos. WAS FÜR EIN APPARAT DAHINTER STECKT!! Meine Güte! :eek: . Und da dachte ich mir, 'Aus die Maus'; denn so macht mir das keinen Spaß. Pics gibts in Zukunft nur noch per PN :D.
Herr van ReesDu denkst, mich zu kennen, weil Stichworte fallen, die Du in einem Buch gelesen hast. Du denkst also, mich zu kennen, weil Du ein Buch kennst. Und nun wunderst Du Dich, daß Du mit mir nur noch auf derselben Stelle trittst. Auf der letzten Seite. Ich habe Dir Dein eigenes Lehrbuch vor die Nase gelegt! Ich kannte es, denn ich bin Buchhändler. Selbe Auflage, aber anderes Cover. Geschickt, geschickt. Um Dich abzulenken von mir. Denn ich bin im Dunkeln. Und das Lehrbuch ist meine Art herauszufinden, wer MICH sehen will. Es ist so schade, immer wieder zu sehen, wer alles mit seinem Blick an diesen BUCHSTABEN hängen bleibt und sich an seinen Aha-Erlebnissen in Bezug auf mich ergötzt. Ich bin traurig. Du könntest mir die Frage stellen, warum ich mich nicht von vornherein zeige. Darauf würde ich lehrbuchmäßig antworten, daß ich schon sehr verletzt worden bin und mich darum schützen muß. Und daß ich darum nur für diejenigen hervortrete, die Interesse an MIR haben. Darauf könntest wiederum Du erwidern, daß, wenn ich mich gleich zeigen würde (kein Lehrbuch dazwischen), das doch denselben Effekt hätte, von wegen Selektion und so. Und daß ich mir dadurch auch die nervige Wartezeit für das Ergebnis meines Lehrbuchtests und die damit zu 99% einhergehende Frustration bei Nicht-Bestanden sparen könnte. Und weißt Du, genau DARÜBER denke ich im Augenblick viel nach. HINTER dem Lehrbuch.
Dirchi...Die spirituelle Natur des Lehrbuches besteht im Leerbuch, im Freudentaumel des lohdernden Scheiterhaufens!
Wahre Inhaltsverzeichnisse dienen lediglich zur Selbstreflektion, Buchhändler sind Drogendealer, Leseratten sind Suchtbolzen, die meinen die Wahrheit zu suchen, bevor sie sich jemals selbst im morgentlichen Spiegelbild entdeckt haben.

Bücher trennen, Bücher verbinden - wie jedes einzelne Wort eines Menschen.

Jeder Buchstabe ist zu viel, jedes Lächeln zu wenig.

...Ich kenne da einen Sarg-tragenden Buchhändler - der hat die Mischung raus, obwohl er's noch net weiß! - Trag das Buch des Lebens zu Grabe und leg Deinen Schädel in das das schwarze Meisterwerk der Schreiner-Kunst!

Lieben Gruß nach Hamburg, am Rhein,...oder war's doch die Donau?:p

Dirchi
Herr van Rees[center]
[COLOR=crimson][b]~ Danke, ihr beiden .... danke! ~[/b]

[size=1]... und heut Nacht wird getanzt, hehe ...

[b]Lasst uns tanzen![/b][/size][/color]

:p

[/center]
Jester[SIZE=1]Auf Wunsch des threaderstellers geschlossen.

Jester
Moderator Nebelpfade[/SIZE]

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