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  Forum: Nebelpfade
    Thema: The show must go on...
Timberwolf[size=1]30. Januar 2006[/size] - [color=888888]"[/color][b]I've been so[color=555555]ul[/color]blind[/b][color=888888]" [size=1]Blackmail: Soulblind[/size][/color]

...meine letzten Nebelpfade endeten mit der all zu hingebungsvollen Hoffnung an eine sich letzten Endes in Freundschaft reduzierende Verliebtheit... einst meinte eine gute Freundin von mir, als ich sie kennen lernte, zu ihrer besten Freundin, dass ich "endlich mal ein Mann, mit dem man gut reden kann", sei... spaßeshalber antwortete ich, dass ich der typische gute Freund sei. Wie ernst doch manch ein Scherz werden kann und wie übel mir gerade dieser Scherz momentan in Erinnerung ist...
In den vergangenen Monaten hab ich nicht nur ein paar weitere, höchst interessante Erfahrungen hinsichtlich zwischenmenschlicher Gefühle gesammelt, sondern bin mir auch klarer darüber geworden, was für einen immensen Unterschied es ausmachen kann, öffentlich miteinander zu kommunizieren anstatt über Private Nachrichten... wenn man etwas öffentlich zum Besten gibt, hat man ganz viele Zeugen, die mitlesen können, so dass der Angesprochene in Zugzwang gerät, darauf zu reagieren. Threads lassen sich vorzüglich dazu missbrauchen, andere Leute zu bestimmten Antworten zu bewegen... in diesem Sinne möchte ich folgendes festhalten: sollte hier jemand auf die Idee kommen, extreme Gefühle - welcher Natur auch immer - zu mir aufzubauen und möchte das der ganzen Welt - oder zumindest dem hier anwesenden Teil davon - Kund tun, dann möchte ich hiermit bitten: [b]Lass es bleiben![/b] - Solche Gefühlsbekundungen betreffen in erster Linie zwei Menschen und werden nicht besser dadurch, dass man sie - wenn auch nur der allgemeinen Belustigung wegen - veröffentlicht... wenn ich vor der ganzen Welt - oder zumindest dem hier anwesenden Teil davon - einen Seelen-Striptease abziehen wollte, würde ich mich gleich bei einer entsprechenden Fernsehsendung melden... so, genug darüber.
Vielen Dank! - Und nun also frei nach Freddy Mercury: the show must go on...
Timberwolf[size=1]1. Februar 2006[/size] - [b]Übergänge/Umbrüche...[/b]

Auf dem Gehweg hab ich gestern in Konstanz eine Mutter mit ihrem schätzungsweise drei- bis vierjährigen Kind überholt... der (oder die) Kleine rief mir danach ein paar mal "Cowboy!" hinterher - vermutlich wegen meinem Hut -, woraufhin ich unvermittelt grinsen musste... Kinder... da fragt man sich unvermittelt, ob und wie man es selbst eines Tages noch anstellen möchte, die exponentiell wachsende Menschheit mit ein paar zusätzlichen Welpen zu belasten... und eine Frau inklusive intakter Beziehung wäre für solch ein Vorhaben ganz nützlich. Und dann soll natürlich das liebe Liebesleben möglichst wenig darunter leiden... ach, eigentlich will ich momentan gar nicht daran denken...
Themenwechsel:
"Übergänge - Umbrüche" - so lautete das Motto einer Tagung, die mein Praktikaanbieter im November organisierte... mit dem Januar endete nun aber auch mein Praxissemester offiziell. Ein weiterer kleiner Lebensabschnitt mit dessen Ende ein Neuanfang kommt... in drei Wochen muss ich noch diese eine vermaledeite Klausur bestehen und ein bisschen Geld zu verdienen wäre auch nicht schlecht. Danach schauen, dass ich möglichst schnell meinen ollen Bachelor-Abschluss habe und dann zusehen, wie es beruflich weiter gehen soll. Und was letzteres anbelangt, hab ich im Moment keinen Schimmer, wie es aussieht... ich hab bei uns im Büro - oder besser gesagt: bei meinem ehemaligen Praktikaanbieter - die Kompetenz-Beratung - eine unserer wichtigsten Dienstleistungen - mitgemacht, wobei herausgekommen ist, dass ich eine soziale Ader übelster Sorte (also im positiven Sinne) habe und ich ansonsten eher einen Hang zu kreativen Berufen habe... da entscheide ich mich lieber für die kreativen Berufe. Als Pfleger oder dergleichen zu arbeiten wäre, weiß Gott, nicht so ganz meins. Aber der kreative Kram: ja, sofort... fragt sich nur, in welchem Bereich. Auf jeden Fall etwas, was mit Geschriebenem und/oder Bildern zu tun hat...
Timberwolf[size=1]5. Februar 2006[/size] - [b]Zwischen den Extremen...[/b]

"Ähm. Darf ich dir mal eine 'persönliche' Frage stellen?" fragte ich den Besitzer eines meiner Lieblingsläden und deutete beim Wort "persönlich" mit den Fingern die Hochkommas an... "Ja. Frag nur." - Während ich mit einer Hand flüchtig auf die umstehenden Artikel wies, fragte ich ihn: "Du bedienst in deinem Laden ja die verschiedensten Szenen. Hat dir eigentlich noch nie jemand Ärger im Laden gemacht?"
So fing das Gespräch an und füllte eineinhalb Stunden der insgesamt knapp zwei Stunden, die ich am Donnerstagnachmittag dort war... von Anarchie-Zeichen über mittelalterlich angehauchtem und Indianer-Kram bis hin zu Lonsdale-Klamotten ist da alles zu finden. Probleme hatte er in fünfzehn Jahren tatsächlich noch nie, bis auf jemanden, der seinen Laden mal als Nazi-Laden bezeichnete. Tatsächlich bedient er in seinem Laden aber alle möglichen Szenen: Gothic, Punks, Rocker, Skins... selbst war er einst in der Rocker-Szene, Mitglied in einem Motorrad-Club mit allem, was dazu gehört... irgendwann hat es ihn frustriert, einzig wegen seiner Zugehörigkeit zu einer Szene mit Problemen wie Gewalt und Inakzeptanz konfontiert zu werden... was Extreme anbelangt, hat er eine ähnliche Meinung wie ich: Jungs, die sich gegenseitig verprügeln, im festen Glauben daran, sie würden damit irgendein politisches Ideal vertreten, von dem sie mangels ernsthaftem Interesse allenfalls eine leise Ahnung haben... manche geben ja auch offen zu, dass sie es nur aus Spaß am Kloppen machen und nicht, weil sie sonst irgendein "höheres Ziel" damit verbinden.
Eine interessante Unterhaltung - auch über Politik und diverse Verschwörungstheorien... ;o)
Timberwolf[size=1]13. Februar 2006[/size] - [b]Am nächtlichen See...[/b]

Auf dem steinigen Ufer des Bodensees stand ich Samstagnacht, kurz vor null Uhr, und sah wieder auf den See hinaus, der von lauter kleinen Lichtern gesäumt wird - die einzelnen Lichter der Häuser und Straßenlampen, die in den Ortschaften rund um den See dicht gedrängt aneinander liegen und wie Sternhaufen aussehen... hinter mir das steinige Ufer, das durch den niedrigen Rekordpegel des Sees eine beachtliche Breite gewonnen und viel Platz frei gelegt hat... vor mir der See, in dem sich einmal mehr das Licht des fast vollen Monds spiegelte. Sanfte Wellen rauschten sich kräuselnd ans Ufer... vielleicht gut einhundert Meter hinter mir, auf einer Parkbank unter den Bäumen des Badeplatzes, sitzen Basti und Elli, Freunde, leeren eine Flasche Weißen und lauschen den ausgesuchten Klängen von Johnny Cash, Green Day, den Warlocks und wie sie alle heißen...
...dieser verdammte See gibt mir einmal mehr einen dieser verfickt romantischen Momente, die dazu geeignet sind, sentimental zu stimmen und unbekannte Liebe herbei sehnen lassen... ein Anblick, der Erinnerungen weckt. Erinnerungen an vergangene Freundschaften und Liebe, Erinnerungen an unvergessliche Momente und Situationen wie diese, Erinnerungen an die Ungewissheit der Zukunft... ungewiss wie jeder kommende Moment, so wie dieser schöne hier, der uns spontan zum See fahren und dort inne halten ließ. Ein Geschenk der Unvorhersehbarkeit... einst meinte ein Freund - jener, der da hinten auf einer Parkbank sitzt - zu mir, bald würde der Frühling wieder da sein und sich bei mir entsprechende Gefühle breit machen. Meine Ex meinte einmal, es würde dann wieder so weit sein, wenn ich es nicht erwarte... ich hoffe, Ersterer hat recht und Letztere mit Einschränkungen. Zu oft hab ich erwartet... manchmal, da hasse ich Liebe...
Timberwolf[size=1]19. Februar 2006[/size] - [b]Merci, dass es dich gibt...[/b]

...nachdem ich nach Hause kam - in derselben Nacht, in der ich am See stand - schaute ich spät nachts noch einen Dokumentarfilm auf dem Fernsehsender XXP. Es war ein Dokumentarfilm über die Waffen des Zweiten Weltkriegs. Als ich ihn sah, wurde mir bewusst, was für einen immensen Einfluss die Idee eines einzigen Menschen auf den Rest der Menschheit haben kann und das Denken jedes einzelnen Individuums haben kann... eigentlich muss man diesen Menschen dafür danken, denn ohne sie wäre man nicht so, wie man ist, sondern unbekannterweise anders...
...ich möchte deswegen an dieser Stelle einmal all den Menschen danken, die meine bisherige Biographie maßgeblich beeinflusst und meine mentale wie physische Entwicklung geprägt haben:
Meine Eltern, die meine Entstehung bewirkt und den wesentlichen Bestandteil meiner primären Sozialisation durchgeführt haben. - Mein Bruder, der mir trotz (oder vielleicht auch wegen) vieler Unterschiede in mancherlei Hinsicht immer ein Vorbild war und ist. - Meine Ex-Freundin, mit der ich das zweischneidige Schwert der Liebe kennen lernen durfte und die mir heute noch ein guter Freund ist. - Meine Freunde, die mir immer ehrlich sagen, was für ein guter Gesprächspartner oder großer Idiot ich bin. - Viele meiner Mitschüler, die mir eindrücklich demonstriert haben, dass ich anders als sie bin. - Mein ehemaliger Physik-Lehrer, bei dem ich leider kaum etwas über Physik lernte, aber dafür umso mehr über Verbitterung und Sarkasmus.
Adolf Hitler (Vorsicht: Ironie), der als liebevoller Familienvater und wahnsinniger Massenmörder zugleich einen leider nicht mehr hinweg zu denkenden Einblick in die Kontraste und Abgründe der menschlichen Seele gab. - Robert Oppenheimer, der mit seiner Erfindung der Atombombe meine Faszination für die menschliche Dummheit nach seinem Ableben noch zu fördern vermochte. - Marilyn Manson, der ein konkurrenzloser Meister der Selbstinszenierung ist und Verrücktheit zur Normalität werden lässt. - Viele andere Musiker, deren Lieder und Texte mir täglich ein treuer Begleiter sind.
Zuletzt danke ich Albert Einstein hierfür: "Phantasie ist wichtiger als Wissen, denn Wissen ist begrenzt."
Timberwolf[size=1]25. Februar 2006[/size] - [b]Gedanken über Geträumtes...[/b]

"Come save us... from ourselves..." heißt es in dem Lied der Warlocks, das ich mir laut Wiedergabezähler heute beim Schaffen schon zum zweiunddreißigsten Mal anhöre, und könnte schon fast wie ein ironischer Kommentar der Psychedelic Rocker zum nun folgenden Thema gemeint sein... die auf dem Gebiet der Kunst beziehungsweise Massenmedien Erfolg versprechende Zauberformel "sex and crime" scheint sich in gewissem Sinn im Lauf der vergangenen Jahren in meinem Unterbewusstsein durchgesetzt zu haben. Angeblich träumt man jede Nacht, kann sich nach dem Schlafen jedoch nicht immer an das Geträumte erinnern, wie jeder aus eigener Erfahrung wissen dürfte. Bei mir kommt es sogar sehr selten vor, dass ich mich nach dem Erwachen noch an das Geträumte erinnern kann: wenige male im Jahr... aber was meinem Bewusstsein in den letzten Jahren an Träumen offenbart wurde, handelte im Einzelnen jeweils entweder von Sex oder von Krieg - letzteres vorzugweise auch noch in apokalyptischen Endzeitszenarien...
Ich kann mich auch an eine merkwürdige Situation erinnern: ich wachte nachts im Bett meiner Ex-Freundin (ein Schelm wer schlechtes dabei denkt; als ich noch mit ihr zusammen war) auf, die selbst auch wach neben mir saß, mir sagte, ich solle mich beruhigen, und mich daraufhin in die Arme nahm. Aber ich wusste im ersten Moment nicht mal, wovon ich mich beruhigen sollte oder warum ich wach wurde. Angeblich soll ich unruhig geschlafen und im Schlaf geredet haben... manchmal frage ich mich, was in meinem Unterbewusstsein verborgen liegt, dass es auf diese unbemerkte Art in meiner Seele existiert und manchmal auf diese Art zum Vorschein kommt. Vielleicht ist das auch eine Frage, die ich nur aus Neugier beantwortet kriegen möchte, obwohl ich auf die Antwort an sich vielleicht auch getrost verzichten könnte... aber das weiß man erfahrungsgemäß erst im Nachhinein.
Mir fällt grad auf, wie gut die martialischen Träume zu manch vorangegangener Danksagung passen. ;o)
Timberwolf[size=1]10. März 2006[/size] - [b]Langeweile als Kunstform...[/b]

Am vergangenen Samstag (dem 4. März) war ich wieder mit meinen beiden Lieblingspseudokonstanzern unterwegs. Während unseres Spaziergangs im Schnee gab sich Basti die Mühe durch wiederholtes Formen von Schneebällen eine permanente Bedrohung für Elli und mich darzustellen... da wir sonst nichts besseres zu tun hatten und ich keine Euro sondern nur Schweizer Franken im Portemonnaie (ich schreibe dieses Wort wohl bedacht nicht nach der teilweise falschen neuen deutschen Rechtschreibung; ansonsten halte ich mich schon an Letztere), beschlossen wir, zum Bahnhof zu gehen, um Geld zu wechseln. Dort angekommen bewahrheitete sich meine Befürchtung, dass der Schalter samstags um 19 Uhr schon geschlossen sei... doch mein lieber Basti hatte eine geniale Idee und meinte, ich könne mir doch im Aldi mit den Schweizer Franken etwas kaufen und würde dann ja eh Euro als Wechselgeld zurück bekommen. Also gingen wir zum LAGO, dem hiesigen neuen Einkaufszentrum, wo ich mich zum Aldi begab, während die anderen beiden in der Zwischenzeit im "Karstadt Sport" Ski-Schuhe und dergleichen begutachteten... meiner heterosexuellen Orientierung zum Trotz überkam mich eine Lust auf scharfe Würstchen. Also grapschte ich mir im Aldi eine Packung von den scharfen Kabanossi und dann noch eine Packung mit anderen, aber ebenfalls scharf gearteten Würstchen drin. Danach holte ich meine beiden Leute wieder ab und wir gingen weiter unserer Wege... meine Einkäufe schienen Belustigung hervorzurufen und Elli redete bezugnehmend darauf irgendwas von Schwangerschaft. Basti produzierte ungebrochen weitere Schneebälle. Ich drohte, ihn mit einem meiner frisch erworbenen scharfen Würstchen zu bewerfen, falls ich einen seiner Bälle (also seiner Schneebälle) abkriegen sollte... eines Moments kam dann ein älterer Herr des Wegs. Er trug einen Hut, der dieselbe Form hatte wie mein eigener, allerdings edlerweise aus Leder war. Meine Idee, ihn damit zu bedrohen, ihn bei Nichtherausgabe seines Hutes mit einem scharfen Würstchen zu bewerfen, um in dessen (also des Hutes) Besitz zu gelangen, wurde von meinen so genannten Freunden aber leider wiederholt abgelehnt... im Endeffekt blieb es ein netter und friedfertiger Abend: kein Würstchen wurde aus martialischen Beweggründen zweckentfremdet und eine als solche bezeichnenswerte Schneeballschlacht fand auch nicht statt.
Timberwolf[size=1]13. & 15. März 2006[/size] - [b]emotions; chaos; shit...[/b]

...oder: was die Deutsche Bahn mit den ganz großen Gefühlen zu tun hat... nein, nun folgen keine interessanten Details über mein Gefühlsleben oder Gejammer über das zweischneidige Schwert der Liebe. Würde zwar beides hervorragend auf dieses Board passen, aber da ich mein Herz hier bereits an anderer Stelle weinen ließ, dort insofern auch schon zur Genüge den großen Gefühlsschmerz zelebrierte und ich von der Veröffentlichung real existierender zwischenmenschlicher Gefühle nun nicht mehr so viel halte, sollen meine Nebelpfade ohne diesen Scheiß (damit meine ich das öffentliche Breittreten und nicht die Gefühle an sich) auskommen, wie weiter oben schon erläutert... ich fange ganz anders an:
Ich sehe mich gerade in meinem Zimmer um... ein Sauhaufen, ein Chaos, eine Unordnung, an der selbst die gleichmäßig im Zimmer verteilten Gesetzesbücher nichts richten können. Nein, es sieht nicht aus, als hätte jemand eingebrochen, und der Fußboden ist frei begehbar (einige Bekannte von mir leisten sich da wesentlich mehr). Aber dennoch sieht es hier nicht so aus, wie es sollte... keine nennenswerte Arbeitsfläche auf meinen Tischen. Und vorhin hab ich meine Bahn-Card unter einem kleineren Haufen von Broschüren und Vorlesungsmitschrieben gefunden. Es war fast ein Gefühl, als wäre schon Ostern... in Anbetracht dessen, dass meine Ex und ich uns vor fast einem Jahr getrennt haben und ich einfach nur vergaß, die Bahn-Card - die ich eigentlich nur der Fernbeziehung wegen drei Jahre lang abonniert hatte - abzubestellen, würde ich das kreditkartenförmige Stück Plastik vielleicht auch nie wieder brauchen... es sei denn - und an dieser Stelle kommen die Gefühle der Zuneigung ins Spiel - es würde sich wieder eine Freundschaft (oder so) zu einer Dame aus dem nahen, am anderen Ufer da drüben gelegenen Deutschland ergeben. Und das könnte durchaus im Rahmen des möglichen bestehen... aber das Leben wäre eigentlich nur halb so lustig, wenn es nicht kompliziert sein würde... leider fällt mir jetzt gerade kein passendes Schlusswort ein. *grübel...
Wie wär das folgende? [size=19][color=FF9999]FUCK![/color][/size] [size=1]'tschuldigung. Spricht uns beiden wohl aktuell aus dem Herzen.[/size]
Timberwolf[size=1]16. März 2006[/size] - [b]Die Welt wird bald untergehen...[/b]

Liebes Internet-Nebelpfade-Pseudotagebuch... alle Anzeichen für die nahende Apokalypse scheinen vorhanden zu sein. Nein, die sieben Plagen ließen sich noch nicht blicken und die vier apokalyptischen Reiter scheinen ihre Rössli erst noch schirren zu müssen. Auch der Mond prangt noch nicht in hübschem Blutrot gefärbt am Himmel... aber gestern fand ich in meiner M&Ms-Packung eine halbe Erdnuss ohne jegliche Schoko-Spuren daran, von einer vollständigen Ummantelung ganz zu schweigen! Außerdem handelte es sich ja nur um eine halbe Erdnuss und nicht, wie bei M&Ms üblich, um eine ganze. Schockiert über diesen Fund, wand ich mich per ICQ an die liebe Amsel (alias Bastian), um mich bei ihr auszuweinen. Sie meinte, es handele sich dabei nicht um eine Erdnuss, sondern um ein Placebo. Verschwörungen machen die Runde. Amsel meinte, M&Ms seien beliebte Placebos in diversen Anstalten dieses Landes. Nur würde vorher die Farbe abgewaschen, sonst würde es den Patienten ja auffallen. Sie warnte mich schließlich noch vor den Nebenwirkungen. Trauer lag in ihren Worten und mit Angst in meinem Herzen wechselte ich das Gesprächsthema... mit all diesen Problemen beladen, brachte ich heute meine Sorgen auf einem quasi Unterforum der Nachtwelten zur Sprache. Man warnte mich vor einer möglichen Vogelgrippe-Infektion meines gefiederten Freundes. Aber die Amsel ist ja weder tot noch habe ich sie je angeschleckt, und ihren weisen Worten schenke ich nach wie vor Beachtung...
Muhmuhs (also Kühe; tituliert in einfacher Kindersprache) verfolgen mich - keine rosafarbigen mit flauschigen Hörnern, aber dennoch immerhin geschriebene Muhmuhs... dabei habe ich erst angefangen, meinen Freunden abzugewöhnen, in Rinder-Lauten mit mir zu kommunizieren. Aber wie man in den Wald ruft, so schallt es zurück. Trotzdem werde ich weiter machen. So lange uns der Himmel noch nicht auf den Kopf gefallen ist, besteht eine Chance auf Besserung. In diesem Sinne: muh.
Meine alte Freundin, Lady in Red, fängt plötzlich an, Selbstgespräche zu führen (siehe vorangegangenes Posting): "und sei bitte nicht immer so viel am Rechner..Du erleichterst uns das Leben damit ungemein"... und garniert ihre seltsame Bitte mit gar verführerischen Sanktionen: "und erstwenn DAS ALLES so getan ist, dann darfst Du wieder da ran.." Wo auch immer sie mich nach dem Aufräumen ran lassen wollte: es liest sich irgendwie befremdlich. *muahaharrrhrrr...
[size=1][color=FFAAAA]Ja, ich entschuldige den "Ausrutscher", Lady. Also meinen hier. Ob ich Deinen entschuldigen soll, weiß ich noch nicht. *fg*[/color][/size]
Timberwolf[size=1]17. März 2006[/size] - [b]Isch räspäktir nure Disch, Bäbi...[/b]

Böses Tagebuch... Lady in Red wird immer seltsamer. Es war wohl keine gute Idee, auf besagtem quasi Unterforum den Link zum konkret krassen Lied, zu dem nun oben der Text steht, zu posten. Ich hätte nicht so freigiebig mit der Information, dass ich mir dieses Lied seiner Extraordinärität wegen mehrmals angehört habe, um mich werfen sollen. Die Dame in Rot konnte sich von dem Lied wohl auch nicht losreißen, so dass sie sich sogar auf die Suche nach dessen Text begeben hat, um ihn dann in meinen Nebelpfaden zu veröffentlichen... ich werde mich wohl herzlich dafür bei ihr bedanken. Es gab nämlich einige Textstellen, die ich auch nach wiederholtem Anhören nicht richtig verstanden hatte. Da halfen auch die Sprachkenntnisse, die ich aus dem Buch "Kanakisch/deutsch" von Michael Freidank erworben hatte, nicht weiter... obwohl: wenn ich mir den Text so durchlese, vermute ich eher, dass die Dame in Rot ihn selber abgeschrieben hat und nicht von einer Seite im Internet abkopiert. Und ich wollte sie schon darauf hinweisen, dass ihre Einträge hier schon eine bedenklich hohe Dichte an verlinkten Animationen und abkopierten Schriften enthalten und gerne mehr selbst kreierte Erzeugnisse enthalten dürfen. Aber da sie sich augenscheinlich selbst die Mühe der Verschriftlichung gemacht hat, werde ich meinem mildtätigen Naturell entsprechend davon absehen... *der Lady die Zunge rausstreckt
[color=FFAAAA]Liebe Lady, ... nein, nein, nein, ich ticke wirklich nicht mehr richtig. Wer so ein virtuelles Untier wie Dich gut leiden kann, sollte bunte Pillchen zu sich nehmen - in der Hoffnung, dass der offenbar vorhandene Realitätsverlust aufgehoben wird. *fg* Außerdem höre ich ja sonst durchaus Musik. Da stellte der Gesangsversuch dieser Jungs eine willkommene Abwechslung zu den üblichen Rock/Metal-Klängen dar.[/color]
Timberwolf[size=1]22. März 2006[/size] [b]- Ich hasste Dienstage...[/b]

...und jetzt hasse ich Mittwoch... Dienstag vor zwei Wochen: sie und ich hatten wieder eins unserer berüchtigten Missverständnisse. Dienstag vor einer Woche: ein kleineres Streitgespräch. Gestern, Dienstag: endlich mal nichts (zumindest nicht mit ihr).
Heute, Mittwoch: zuerst gab es in frühen Morgenstunden eine eineinhalbstündige Diskussion zwischen Basti und meiner Wenigkeit um die taktische Herangehensweise, mit der ich mich meiner Angebeteten nähere (obwohl ich mich in seinen Augen überhaupt nicht nähere)... dann noch seine Bedenken bezüglich der Inkompatibilität meines angeblichen Ziels, so klischeehaft dunkel und böse wie möglich wirken zu wollen, und meiner Affinität zur Gothic-Szene mit dem Umstand, dass ich noch bei meinen Eltern wohne... danach mal schnell an die Uni gedüst, aber nicht schnell genug, um ebendenselben Basti, der seine Kritik geäußert hatte und nun aber so freundlich war, vermutlich meinetwegen schon um 11:15 Uhr an der Uni zum Mittagessen zu sein, dem ich aber nicht beiwohnen konnte, weil ich doch erst um 12 Uhr an die Uni ging. Also den Basti ungewollt versetzt und das nach unserer verbalen Auseinandersetzung... dann genervt über eine halbe Stunde beim Studienberater gewartet. Am Nachmittag wieder daheim, um mich müde und mit Kopfschmerzen per ICQ bei meiner Angebetenen auszuweinen, die so nett war, mich aufzumuntern... oh Du liebe... kluge... geile...ööhm... Dame... ich weiß, warum ich mit dem Warten nicht mehr so ein Rotzproblem hab. Schön, dass wir uns verstehen... und dann kommt der männliche Part zuvor bereits erwähnter Eltern und redet mir auch noch ins Gewissen... dann heute Abend sich mit einem neuen Bekannten, sozusagen der guten alten Ehrlichkeit wegen geistig/seelisch auseinandersetzen und versucht, eine Private Nachricht zu schreiben, die sich möglichst kritisch und respektvoll zugleich lesen soll. *seufz* ...gibt es auch einfache Menschen? - Dann möchte ich so einen bestellen. Oder noch besser: gleich selber einer werden! :-]
Was für ein abwechslungsreicher herausfordernder Mittwoch. Da hilft nur eins: immer schön lächeln! :D
Timberwolf[size=1]29. April 2006[/size] - [b]Seelischer Abfall - Bio- oder Sondermüll?[/b]

Ach... wie war das nochmal mit diesen... wie nannten sie sie? Gefühle? - Ja, genau: Gefühle. Man kann sie einfach so deaktivieren wie jedes herkömmliche Elektrogerät. Das kann man nicht? Nein? Nein! Wie unpraktisch! - Halten sie sich lieber an Elektrogeräte. Deren Benutzung erscheint mir deutlich unkomplizierter... aber es gibt doch das Internet, das einem ermöglicht, die Intensität von Gefühlen mit der Praktikabilität von Elektrogeräten zu kombinieren. Elektro-Gefühle sind ja so herrlich einfach: wenn eine Beziehung zu kompliziert wird, hört man halt einfach mal auf, die "Antworten"-Schaltfläche zu bedienen. Sie sind so unverbindlich, distanziert, kühl... schreibt der Gegenüber mal etwas falsches, denkt man sich einfach: "Tja, pass bei deinem nächsten virtuell-menschlichen Mülleimer halt besser auf, dass du nicht aus Versehen seelischen Sondermüll in die Bio-Tonne wirfst. Und künstliche Aufregung kommt in den Gelben Sack!" Wir praktizieren schließlich zwischenmenschliche Mülltrennung und das mit noch peinlicherer Genauigkeit als beim physischen Müll. Hier werden die verschiedenen Müllsorten auch nicht wieder zusammengeführt, nachdem man sie fein säuberlich getrennt hat... "Ich kann nur den geistigen Müll verbrennen, der frei von Schadstoffen ist. Deinen Giftmüll wirst du leider in den dunklen Wäldern deiner eigenen Seele illegal entsorgen müssen! Tja, dumm gelaufen. Man kann ja nicht immer das richtige tun wollen..."
"Bitte erzähl mir alles, wenn es dir schlecht geht [[color=FFAAAA][aber übertreib's gefälligst nicht; mir geht es schließlich noch viel schlechter als dir][/color]]." | "Mir ist Ehrlichkeit so immens wichtig [[color=FFAAAA][insofern als dass ich dir die Wahrheit gerne ohne Vorwarnung direkt ins Gesicht knallen möchte; von dir erwarte ich natürlich Taktgefühl; ich bin schließlich empfindsam][/color]]." | "Ich habe Mühe, Vertrauen zu anderen Menschen aufzubauen [[color=FFAAAA][also pass mir bloß auf, was du sagst und tust][/color]]."
In Momenten wie diesem frage ich mich, was meine mutmaßlichen Freunde an mir eigentlich wirklich schätzen und was diejenigen, die sich von mir abgewandt haben, an mir eigentlich wirklich hassen. Ich kann mich nicht des Verdachts entziehen, dass sich die Antworten der mir sympathisch und der mir antipathisch gegenüber stehenden Menschen sich hochgradig widersprechen würden. Und woran mag das liegen? - Das ist die große Preisfrage, die ich mir momentan stelle. Wer sie mir abschließend beantworten kann, kriegt von mir ein kleines flauschiges Plüsch-Muhmuh mit wuschligen Hörnern und drei Jahren Kuschelgarantie geschenkt.
Ein Grundsatz ist mir in den letzten paar Jahren immer deutlicher vor Augen getreten und er ist so simpel, dass er mehr eine Binsenweisheit als eine wirklich bewegende Erkenntnis ist - des Niederschreibens schon kaum wert: die eigenen Probleme belasten immer am schwersten und die eigene Arbeit ist immer die anstrengendste...
Kein Mensch ist perfekt. Gott (oder wem auch immer) sei dank... die Leute, mit denen ich mich wirklich gut zu verstehen glaube, sind immer diejenigen gewesen, mit denen ich gut blödeln und streiten konnte - kurzum: denen ich das ganze emotionale Unterhaltungsprogramm - von wutentbrannten über traurigen und zufriedenen bis hin zu romantischen Gefühlsäußerungen - an den Kopf werfen und mich gleichermaßen von ihrem kommunikativen Gegenfeuer beschießen lassen konnte... eines Tages möchte ich jemandem ebenso gearteten in ihre schönen Augen blicken und die magischen drei Worte... nein, wohl eher: die profanen sieben Worte sagen: "Du bist abstoßend. Und ich liebe dich..." (wer das nicht verstanden hat, kriegt von mir einen leckeren Gratiskeks geschenkt).
Vielen Dank, Internet. Dank dir und deinen Nutzern kann ich nun in der befriedigenden Gewissheit schlafen, dass ich nicht der einzige bin, dessen Charakter und Wesenszüge, Neigungen und Anschauungen fernab des üblichen befinden. Dank dir hab ich auch schon schwierige und traurige Gefühlsangelegenheiten miterlebt.
Jester[SIZE=1]Auf Wunsch des Threadersteller geschlossen

Jester
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