| Timberwolf | [quote][i]Original geschrieben von Pierre Bourdieu: [color=CC2222](leider kein Nachtwelten-Mitglied)[/color][/i] Verdammt zum Tode, jenem Ende, das nicht zum Endzweck erhoben werden kann, ist der Mensch Sein ohne Daseinsgrund. Was man von Gott erwartet, erhält man stets nur von der Gesellschaft. Nur sie hat die Macht, Anerkennung zu verleihen, der Faktizität, der Kontingenz, der Absurdität zu entreißen; freilich vermag sie dies immer nur auf differentielle, distinktive Weise: Alles sakrale hat seine profane Entsprechung, jede Distinktion schafft ihre Vulgarisierung - die Konkurrenz um ein soziales Dasein in Anerkennung, das aus der Bedeutungslosigkeit reißt, ist ein tödlicher Kampf um - symbolisches - Leben und - symbolischen - Tod. "Erwähnen", heißt es bei den [url=http://de.wikipedia.org/wiki/Kabylen]Kabylen[/url], "bedeutet zu neuem Leben erwecken". Das Urteil der anderen ist das Jüngste Gericht; so wie gesellschaftliche Ausschließung die konkrete Form von Hölle und Verdammnis. Weil der Mensch dem Menschen ein [url=http://de.wikipedia.org/wiki/Urknall]Gott[/url], ist der Mensch dem Menschen auch [url=http://de.wikipedia.org/wiki/Bild:Schwarzer_wolf.jpg]Wolf[/url].[/quote] Ach, sowas. [color=99FF99]Warum denn diese aparte Überschrift?[/color] - Auf der einen Seite, um Sie, liebe Leserin, lieber Leser, da hin zu bringen, wo Sie jetzt sind: inmitten meiner verbalen Ausscheidungen. Natürlich habe ich mir extra für Sie eine Überschrift, die provokativ rüber kommt und - damit sie mir nach Beschreiten dieser Nebelpfade noch treu bleiben - mit einem halbwegs sinnvollen - um nicht zu sagen: geistig einigermaßen fordernden - Hintergrund ausgedacht. Andererseits nämlich sind die zitierten Phrasen die gekürzte Fassung einer meiner liebsten Absätze aus der soziologischen [url=http://de.wikipedia.org/wiki/Literatur]Literatur[/url]. Und dieser bietet nicht nur ein schönes Wortspiel mit meinem hiesigen Pseudonym, sondern erweist sich darüber hinaus als ganz brauchbare Einleitung... geht es doch in den Nebelpfaden immer um die Gesellschaft mit all ihren Individuen und deren Beziehungen zueinander, über die wir zwar gekonnt und mit viel Übung urteilen zu glauben wissen, aber derer wir uns bei aller Schwärze nicht entziehen können. Geht es doch in den Nebelpfaden immer um Zwischenmenschliches, "Allzumenschliches", wie Nietzsche in seinem sarkastischen Schreibtrott lästerte. [url=http://de.wikipedia.org/wiki/Bourdieu]Bourdieu[/url] zitiert ja, nebenbei bemerkt, im letzten oben genannten Satz [url=http://de.wikiquote.org/wiki/Nietzsche]Nietzsche[/url]... Na, Sie wissen doch: die Verpackung verkauft den Inhalt. Wenn die Hülle ein schokoladig-knuspriges Feingebäck mit einer wohl dosierten Menge an E-[eine beliebige dreistellige Zahl einfügen] anpreist, wird schon sowas drin sein. Ob der [url=http://de.wikipedia.org/wiki/Doppelkeks]Doppelkeks[/url] in Wirklichkeit von einem aromatisierten synthetischen Kuhfladen zusammengehalten wird ist dann de facto - und im wahrsten Sinne des Wortes - scheißegal. "'s muss schmecke", wie [url=http://de.wikipedia.org/wiki/Diether_Krebs]Diether Krebs[/url] in einem seiner gediegenen Sketche schon treffend feststellte... was zwischen zwei Teil-Keksen zu finden ist (mithin zu finden sein sollte), dürfte jedes Kind wissen: Schokolade. Wovon meine Zeilen allerdings zusammen gehalten werden: das überlasse ich dem Publikum und reiße mich partout nicht drum, den gewünschten Eindruck zu transportieren. Jedermanns Geschmack mögen allseits bekannte [url=http://de.wikipedia.org/wiki/Mc_Donalds]Fast-Food[/url]-Ketten zu treffen suchen, aber ich möchte - wie könnte es anders sein - meine einzigartige Persönlichkeit mit ihren unvergleichlichen Charakteristika vermitteln... Jetzt müsste ich eigentlich befürchten, dass Sie mich hier nie wieder besuchen, weil ich Sie mit der Grausamkeit moderner Marketing-Strategien überrumpelt habe wie eine ahnungslose Geliebte mit einem Eiswürfel. Aber, hey, ich weiß doch ganz genau: Sie stehn drauf, dass ich ehrlich zu Ihnen bin. *mit den Augen klimper* Geruhsame Nacht und schöne [url=http://de.wikipedia.org/wiki/Albtraum]Albträume[/url]! __________________ [size=1][color=CC2222]"Innerer Monolog", so wollte ich die Freakshow meiner Gedanken eigentlich nennen, erkannte dann aber irgendwann, dass es nicht sonderlich originell ist, das Offensichtliche zu bemerken. In diesem Sinne möchte ich ohne Resignation feststellen, hier ein virtuelles Selbstgespräch zu führen, sondern - die Not zur Tugend, aber auch wohlweißlich die Tugend zur Not erniedrigend - sie, liebe Leserin, lieber Leser, darum bitten, von öffentlichen Gefühlsbekundungen abzusehen und mir, per Privater Nachricht zu antworten. Ich schätze Interesse, das nicht auf die Begeisterung des Publikums abzielt. Ich beiße nicht... nicht jede[/color][color=333333]n[/color][color=CC2222]...[/color][/size] |
| Timberwolf | [color=9999FF]And now to something little different: Von sprachlichen Genies und anderen Perverslingen.[/color] "Du bist ein schriftlicher [url=http://de.wikipedia.org/wiki/Giacomo_Casanova]Casanova[/url]", meinte eine gute Freundin neulich - mündlich, nicht schriftlich, telefonisch, um genau zu sein... das Gesprächsthema drehte sich um meine Zurückhaltung was mündliches Süßholzraspeln anbelangt... eigentlich würde die Bezeichnung "schriftlicher Cyrano" wesentlich besser zu meiner Persönlichkeit passen... wo [url=http://de.wikipedia.org/wiki/Cyrano_de_Bergerac_%28Rostand%29]Cyrano[/url] seinen Charme meines Wissens doch auch erst schriftlich ausgespielt hatte. "Schriftlicher Cyrano" ist so gesehen fast schon ein [url=http://de.wikipedia.org/wiki/Pleonasmus]Pleonasmus[/url]. Außerdem hat Cyrano auch so einen Zinken im Gesicht. Aber zum Glück schreibe ich nicht im Auftrag anderer... obwohl das momentan auch keinen Unterschied machen würde (von mir: kein weiterer Kommentar dazu). Aber ich wollte ja eigentlich noch von Genies reden: "[url=http://de.wikipedia.org/wiki/Jean-Jacques_Rousseau]Rousseau[/url] ist sozusagen der erste bekennende Wichser", erklärte ein Dozent neulich. Eine Aussage dieser Art sollte doch eigentlich als Blasphemie an den Leithammeln der Aufklärung angesehen werden. Gekichere folgte aus den Reihen der Studenten als Reaktion. Dass diese Kinder so eine Aussage nicht ernst nehmen können! Wo es doch nicht mal eine Zote, sondern die reine Wahrheit ist (gut: diese Neben-Info hatte rein gar nichts mit dem eigentlichen Thema zu tun; aber das nehmen wir mal nicht so genau)... und diese ist schließlich ernst zu nehmen. Was sonst wenn nicht sie? Der Ernst muss nämlich gewissenhaft geschützt werden. Warum das so ist, kann ich Ihnen problemlos schildern. Nehmen wir einmal an, die Welt wäre mitsamt so ernsthaften Dingen wie Wahrheit und Wirklichkeit nicht ernst zu nehmen. Also eigentlich ist alles nur Spaß. Und stellen wir uns dann ein seriöses Individuum - nennen wir es praktischerweise [url=http://de.wikipedia.org/wiki/Humor]Ernst[/url] - in dieser Welt, die jeglicher Seriosität entbehrt, vor. Ernst wäre verloren, denn niemand würde ihn und seine Ernsthaftigkeit ernst nehmen... und Ernst würde dann vermutlich traurig werden und anfangen zu weinen. Denn der Rest der Welt suhlt sich in Hedonismus und hält sich von jeglichem unlustigen Ernst fern. Ernst wird ausgegrenzt und ein Opfer sozialer Isolation. Vielleicht fängt er nun an, sich verbittert den der Dunkelheit unterworfenen Seiten des Lebens zuzuwenden [an dieser Stelle möchte ich die gotischen Leserinnen und Leser unter Ihnen um einige Sekunden betretenen Schweigens bitten] und/oder baut nun seinen Weltschmerz in aggressiven Computerspielen ab. Irgendwann kauft er sich im [url=http://de.wikipedia.org/wiki/Realit%C3%A4t]real[/url]en Leben eine Waffe, ernennt sich zum Förster der Menschheit und fängt an, die in seinen Augen kranken Mitglieder der Spaßgesellschaft, die ihn umgibt, zu dezimieren. Sie sehen also: wer den Ernst schützt, tut auch dem Spaß einen Gefallen. Just [url=http://de.wikipedia.org/wiki/Yin_und_Yang]Yin-Yang[/url]-Philosophie, eigentlich. __________________ [size=1][color=CC2222]"Gemäß einer wissenschaftlichen Studie der Humboldt Universität Berlin, in der über 7.000 Netznutzer über ihre Gewohnheiten befragt wurden, verbringen Internetsüchtige (3% der Befragten) durchschnittlich 35, Gefährdete (7%) 29 Stunden pro Woche im Netz. Der durchschnittliche Nutzer (90%) bringt es auf 17,5 Stunden. Jugendliche und junge Erwachsene sind besonders betroffen. Niedriger sozialer Status, Arbeitslosigkeit und fehlende Partnerschaft sind Risikofaktoren."[/color] [url=http://de.wikipedia.org/wiki/Hauptseite]- Wikipedia[/url][/size] |
| Timberwolf | [color=CC2222]Abrechnung.[/color] Nebelpfade. Man möchte diese teilweise recht orgiastischen Kompositionen aus Wort und Bild nicht beschädigen mit einem unwürdigen Dreizeiler des Lobes, gut gemeint, aber nicht gekonnt. Kind des [url=http://de.wikipedia.org/wiki/Perfektionismus_(Psychologie)]Perfektionismus[/url], das ich im wahrsten Sinne des Wortes bin, weiß, dass die geringste Unregelmäßigkeit in des Meisters Werk zu seelischer Verstopfung führen kann (vor allem dann, wenn sie von jemand anderem verursacht wurde)... wir sind hier alle ernst und wer das nicht respektiert, kriegt eine volle Breitseite an Melancholie und Vorhaltungen ab, die selbst den am bösesten schauenden Black-Metal-Hörer zu Schuldgeständnissen und Tränen rühren würden. Das war natürlich ernst gemeint. Schließlich steht solcherlei ja auch in den [url=http://www.nachtwelten.de/vB/showthread.php?s=&threadid=56627]Regeln[/url] und diese sind auf jeden Fall ernst zu nehmen, werden sie doch von virtuellen Paladinen verteidigt (das mit dem Ernst: siehe im vorangegangenen Beitrag hier). Meine beiden bisherigen Nebelpfade wurden durchschnittlich fünfundachtzig mal pro Beitrag angeklickt. Wer liest meinen Mist eigentlich? - Nun ja: Sie beispielsweise. Wer auch immer Sie sein mögen: an dieser Stelle unbekannterweise mein herzliches Beileid und vielen Dank. Die üblichen Verdächtigen lassen sich natürlich schnell ausmachen. Aber daneben muss es noch ein paar heimliche Verehrer geben oder zumindest ein paar bemitleidenswerte Seelen, die in ihrer Internet-Suchmaschine derart abstruse Begriffe (z.B. "Gott", "Doppelkeks" und "Ernst") eingegeben haben, dass sie hier gelandet sind. Auch ich selbst lese ab und an in diversen Nebelpfaden, würde da und dort gerne ein Wort des Lobes als Zeichen meines Beindrucktseins hinterlassen, bleibe am Ende aber doch auch einer dieser stillen Bewunderer. Stilles Verehrertum hat etwas (nämlich vier "e", diverse weitere Buchstaben und noch so'n anderes sprachliches Zeugs)... Jedoch ist mir in den Nachtwelten nicht immer die Rolle des - stummen oder des Sprechens fähigen - Bewunderers beschieden... dann und wann vermag ein Beitrag tierisch aufzuregen. Man liest und ist seinen eigenen Deutungsmustern, die man im Laufe seines Lebens verinnerlicht hat, so unterlegen, dass oftmals die Ironie - oder gar: Sarkasmus oder Zynismus - eines Beitrags völlig an einem vorbei geht. Und das, wo ich mich doch selbst so gerne solcher Schreibweisen bediene. So etwas dummes aber auch... Auch bei einem besitmmten Bewohner der Nachtwelten frage ich mich seit geraumer Zeit, ob unter der augenscheinlich einfältig und intolerant wirkenden Oberfläche nicht einfach nur eine ordentliche Portion schwarzen Humors verborgen liegt. Aber wer mit zynischen Kommentaren [url=http://de.wikipedia.org/wiki/Amok]Amok[/url] läuft, muss sich eben nicht wundern, wenn auch Gestalten mit im Grunde freundlichen Gemütern zurück schießen. Davon könnte ich ein Lied singen, könnte ich singen... es ist doch herrlich, was man aus Buchstaben basteln kann. __________________ [size=1][color=CC2222]"Fang nicht an, zu schnauben, [url=http://de.wikipedia.org/wiki/Stier_%28Mythologie%29]Stier[/url]chen!" - ein immer noch beliebter Satz meiner Ex-Freundin - anspielend auf unser taggenau gleiches Alter und entsprechende Sternzeichen -, den sie immer dann verwendet, wenn sie merkt, dass sich meine meistens herrschende Heiterkeit in Wut umzuschwingen beginnt, und ein für die heutige Sitzung passendes Schlusswort.[/color] [color=333333]*schnaub*[/color][/size] |
| Timberwolf | [i]Trivial.[/i] - Ich schnappe ein Wort auf, assoziiere es mit irgendetwas, das ich einst gehört oder gelesen habe. Und so schlagen meine Gedanken eine neue Richtung ein... [i]"Little things used to mean so much to Shelly. I used to think they were kind of trivial... believe me, nothing is trivial." - Eric Draven (The Crow)[/i] "Hollywoodphilosophie? :D Das Problem ist: solange es eine Szene dramatischer aussehen lässt oder einfach sowas wie ein intellektueller Ansatz, eine Lebensweisheit benötigt wird, sagen die dort alles", kommentierte ein lieber Freund vor ungefähr einem Jahr in seiner flapsigen Sprücheklopferei und gerne gelesenen Eloquenz das oben stehende Zitat. Und so lässt sich eine Brücke schlagen zwischen einem Wort der geschätzten Schreiberin des voran gegangenen Beitrages (trivial: ein alles andere als trivial seiendes Wort) zum neuen Beitrag meinerseits - handelt das nun Folgende doch von derselben Dame, der das einstmalige Zitieren obiger Hollywood-Philosophie galt, für die ich damals so einiges an Gefühlen empfunden zu haben glaubte und die seither zu einer ziemlich guten Freundin, meines Empfindens nach, ihres Empfindens nach wohl auch, geworden ist. [color=FF9999]Ausbruchspläne.[/color] Vorgestern hat eine sehr gute Freundin - meine beste Freundin, könnte ich sagen, stelle bezüglich meiner Freunde aber ungern "schlechter/besser als"-Überlegungen an - einen nun ernsthaft gemeinten Vorschlag geäußert, den sie vor geraumer Zeit schon einmal angebracht hatte, allerdings mehr in Form eines unterhaltsam-flapsigen Kommentars. Sie fragte mich, ob ich mit ihr eine Zwei-Personen-Wohngemeinschaft bilden wolle. Ihre Mitbewohnerin und diverse ihrer Charakterzüge machen ihr wohl ziemlich zu schaffen - was leider nichts neues ist - und meine Pläne, das elterliche Nest zu verlassen, stehen auch schon seit längerem. Nun hat sie mich doch ernsthaft gefragt und möchte schon zu Beginn des nächsten Semesters ihre Umzugspläne verwirklichen. Ich selbst hatte da eher an ein Semester später gedacht. Aber nun gut: so ein bisschen Stress dann und wann kann nicht schaden. Sorgen bereiten mir einzig die finanzielle Komponente und dann vielleicht noch mein Studium. Ich werde für Ersteres Geld verdienen müssen, wodurch wiederum Zeit für Letzteres - oder vielleicht eher: Zeit für Freizeitliches; aber zumindest Zeit für eins von beidem - drauf gehen wird. [color=99FF99]Zuhause.[/color] Ich könnte nun diese dramatische klingende und schon tausendmal verwendete Metapher des Goldenen Käfigs zelebrieren, halte dies aber nicht für sonderlich originell und somit auch nicht sonderlich lesenswert. Erwähnung hat sie hiermit ja schon gefunden und dürfte sich somit auch meiner Anerkennung als treffende Bezeichnung gewiss sein. Es wird für mich sicher nicht leicht, dem elterlichen Nest zu entrinnen, vor allem in Anbetracht der eigenen scheinbaren Unfähigkeit an die zu glauben ich mich im Kontrast des väterlichen Perfektionismus gewöhnt habe. Doch scheinen meine Eltern mich nicht von einem Auszug abhalten zu wollen, erstaunlicherweise zumindest nicht mein Vater. Meine Mutter, ihres Zeichens Italienerin, fragte mich - nach einer Ursache für meine "plötzlichen" Auszugsambitionen suchend -, ob ich eine neue Freundin hätte. Manche Klischees lassen sich wohl so einfach nicht ausmerzen. Aber sie wird es letzten Endes so locker aufnehmen müssen, wie sie es bei meiner Tätowierung tat, was damals auf erhebliches Erstaunen meinerseits stieß. Jedenfalls ist der langen Rede kurzer sinn, dass meine Eltern es anscheinend akzeptieren. Der Rest liegt an mir - und Elli, insofern ihr Vorschlag nicht einer reinen Laune entsprang, was eigentlich nicht der Fall sein sollte (und auch nicht der Fall zu sein scheint). [color=9999FF]Zwang.[/color] Die Gitterstäbe im Geist eines Menschen können stärker sein als jeder Stahl... es ist nicht das erste mal, dass mir dieses Naturgesetz - oder besser: Kulturgesetz - begegnet und das Leben schwer macht... "Der Geist kann den Körper beherrschen" behaupten die Shaolin-Mönche und haben sicherlich recht, und das nicht nur in Bezug auf den menschlichen Körper, sondern auf das Substanzielle allgemein. Aber Können und Sein sind leider nicht von sich aus schon kongruent... Die Gitterstäbe im Geist eines Menschen können stärker sein als jeder Stahl. Jetzt bemerke ich einmal mehr, wie gut man sich selbst manchmal kennt, ohne sich dessen wirklich bewusst zu sein. Meine letzte Wohnort-Angabe hier lautete [i]the prison in my mind[/i]... [i]"You should try not to be so courageous!"[/i] empfehlen Alien Ant Farm mir gerade lautstark aus den Lautsprechern meines Rechners. Glücklicherweise gebe ich nichts mehr auf solche "Zeichen" und lasse den Media-Player etwas anderes spielen: everything ends (slipknot)... __________________ [size=1][color=CC2222]Oh, wie unpassend: gerade eben erfahre ich, dass meine werte Cousine aus einem Nachbarkanton (mein Onkel und seine Familie sind die einzigen Verwandten in erreichbarer Nähe) Anfang August heiraten wird. Meine Familie - allen voran der Leithammel: mein Vater - hat ein Talent darin, selbst mit diesen einzigen nahe lebenden Verwandten keinen gescheiten Kontakt zu pflegen. Dementsprechend empfinde ich wenig Lust, Anfang August zwischen lauter unbekannten Menschen zu sitzen. Aber meine Cousine habe ich als durchweg sympathischen Menschen in Erinnerung und insofern hat sie meine Abwesenheit nicht verdient.[/color][/size] |
| fragment | Da ich weiß, dass die Freude des Schreibers über sich outende Leser ungleich größer ist, als die Freude über heimliche Leser werde ich mich outen. *out* Ich bin entzückt, wie schön man Banalitäten ausschmücken kann...hab ich doch beim Lesen hier glatt vergessen, dass ich eigentlich meine Ohren putzen wollte. Grüße fragment |
| Odessa | Dann trau ich mich auch.... ich lese Deine Worte gern, Raimi... wie Mischa schon schrieb: ganz große Klasse. Mehr davon :-) Lieben Gruß, ilo |
| Timberwolf | Auch das kleinste - um nicht zu sagen: banalste - Fragment vermag lange Geschichten vollständig zu begründen. Sorge dich nicht um deine Ohren, wo es doch anscheinend deine Augen sind, denen du beim Überdenken des subjektiv erkannt geglaubt zu habenden Grauens, dass sich dir zwischen diesen Zeilen zu offenbaren scheint, nicht traust. Wortspielerei beiseite: fühl dich zurück gegrüßt, geschätztes Fragment, und bedankt für deinen gar bruchstückhaften Beitrag zu meinen Nebelpfaden. Ich habe wohl einen Fan. *Liste anleg* Vielen Dank auch an dich, werte Odessa, - einmal mehr - für deine schönen, freundlichen Worte. Nachträglich auch nochmals, nun offiziell, an die geschätze if=s;on:ic und ihre ikonolatrischen Gaben. Sie sind willkommen. Enchanté! [i][color=FFFFFF]I[/color][color=FDFDFD]c[/color][color=FBFBFB]h[/color] [color=f9f9f9]e[/color][color=f7f7f7]r[/color][color=f5f5f5]h[/color][color=f3f3f3]o[/color][color=f1f1f1]f[/color][color=EFEFEF]f[/color][color=EDEDED]t[/color][color=EBEBEB]e[/color] [color=e9e9e9]m[/color][color=e7e7e7]i[/color][color=e5e5e5]r[/color] [color=e3e3e3]a[/color][color=e1e1e1]n[/color][color=DFDFDF]d[/color][color=DDDDDD]e[/color][color=DBDBDB]r[/color][color=d9d9d9]n[/color][color=d7d7d7]o[/color][color=d5d5d5]r[/color][color=d3d3d3]t[/color][color=d1d1d1]s[/color] [color=d9d9d9]e[/color][color=d7d7d7]i[/color][color=d5d5d5]n[/color][color=d3d3d3]s[/color][color=d1d1d1]t[/color] [color=CFCFCF]e[/color][color=CDCDCD]i[/color][color=CBCBCB]n[/color][color=c9c9c9]e[/color][color=c7c7c7]n[/color] [color=c5c5c5]D[/color][color=c3c3c3]i[/color][color=c1c1c1]a[/color][color=BFBFBF]l[/color][color=BDBDBD]o[/color][color=BBBBBB]g[/color] [color=b9b9b9]u[/color][color=b7b7b7]n[/color][color=b5b5b5]d[/color] [color=b3b3b3]f[/color][color=b1b1b1]ü[/color][color=AFAFAF]h[/color][color=ADADAD]r[/color][color=ABABAB]t[/color][color=a9a9a9]e[/color] [color=a7a7a7]d[/color][color=a5a5a5]a[/color] [color=a3a3a3]d[/color][color=a1a1a1]o[/color][color=9f9f9f]c[/color][color=9d9d9d]h[/color] [color=9b9b9b]n[/color][color=999999]u[/color][color=979797]r[/color] [color=959595]e[/color][color=939393]i[/color][color=919191]n[/color] [color=8f8f8f]S[/color][color=8d8d8d]e[/color][color=8b8b8b]l[/color][color=898989]b[/color][color=878787]s[/color][color=858585]t[/color][color=838383]g[/color][color=818181]e[/color][color=7f7f7f]s[/color][color=7d7d7d]p[/color][color=7b7b7b]r[/color][color=6f6f6f]ä[/color][color=6d6d6d]c[/color][color=6b6b6b]h[/color][color=696969].[/color] [color=676767]N[/color][color=656565]u[/color][color=636363]n[/color] [color=616161]f[/color][color=5f5f5f]a[/color][color=5d5d5d]n[/color][color=5b5b5b]d[/color] [color=595959]i[/color][color=575757]c[/color][color=555555]h[/color] [color=535353]m[/color][color=515151]i[/color][color=4f4f4f]c[/color][color=4d4d4d]h[/color] [color=4b4b4b]m[/color][color=494949]i[/color][color=474747]t[/color] [color=454545]e[/color][color=434343]i[/color][color=414141]n[/color][color=3f3f3f]e[/color][color=3d3d3d]m[/color] [color=3b3b3b]M[/color][color=393939]o[/color][color=373737]n[/color][color=353535]o[/color][color=333333]l[/color][color=313131]o[/color][color=2f2f2f]g[/color] [color=2d2d2d]a[/color][color=2b2b2b]b[/color] [color=292929]u[/color][color=272727]n[/color][color=252525]d[/color] [color=232323]e[/color][color=212121]r[/color][color=1f1f1f]h[/color][color=1d1d1d]a[/color][color=1b1b1b]l[/color][color=191919]t[/color][color=171717]e[/color] [color=151515]A[/color][color=131313]n[/color][color=111111]t[/color][color=0f0f0f]w[/color][color=0d0d0d]o[/color][color=0b0b0b]r[/color][color=090909]t[/color][color=070707]e[/color][color=050505]n[/color][color=030303].[/color][/i] "[color=99FF99]Genie und Wahnsinn[/color] liegen oft nahe beieinander" - ein Satz, der - wenn ich es mir nun so überlege - vermutlich vor allem von Leuten verwendet wird, die auf Grund akuten Verdachts auf Wahnsinn dem Genie verzweifelt näher zu sein hoffen, vielleicht auch von Leuten, die sich mit der reinen Erwähnung dieses Satzes schon aus der Normalität gerissen glauben. Meine Beachtung, zumindest gedachterweise, fand dieser Satz auch schon des öfteren, doch wenn ich es recht bedenke, dürfte es sich bei meinem Leben nur um den ganz normalen Wahnsinn handeln, ohne Genie-Bonus... Yogi Singh prophezeite mir einst, ich würde am Ende meines Lebens genug zu essen haben und auch einen Platz zum schlafen. Nach einem ausschweifenden Leben in einer Villa in Beverly Hills hörte sich diese Weissagung nun nicht an. Aber auf ein Einzelzimmer in einer netten psychiatrischen Anstalt könnte es durchaus zutreffen... er sprach auch etwas von Kindern. Ich und Kinder? Insofern lässt die Psychi wohl noch geraume Zeit auf sich warten... oder war es die Einzelzelle eines Altersheims, was der werte Yogi Singh in meiner Zukunft zu sehen glaubte? [size=1][color=555555]- 23. & 24. Juni 2006[/color][/size] __________________ [i][color=CC2222]I woke the same as any other day, except a voice was in my head. It said: "Seize the day, pull the trigger, drop the blade and watch the rolling heads!"[/color] [color=333333]- Soundgarden: The day I treid to live[/color][/i] |
| Timberwolf | Gedankenverloren saß ich diesen Abend im Bus. Der Busfahrer beugte sich aus seiner Kanzel und meinte, zu mir gewandt, etwas von "Endstation"... aus meinen Gedanken gerissen sah ich hoch, bemerkte jetzt erst, dass ich der einzig verbliebene Passagier war, kommentierte es mit einem läppischen "Oh, alles klar!", stand rasch auf und suchte durch die Bustür das Weite... ich begegnete in den Straßen einem Freund meines Bruders. Auf eine Bemerkung seinerseits à la "Du bist heute ja gar nicht in Schwarz unterwegs!" hörte ich mich etwas von Temperatur, Farben und Vernunft faseln... beim Überqueren einer Straße und einer trotz aller geistigen Abwesenheit für mich grünen Ampel, kam mir die Erkenntnis, dass ich in meinem Kopf immerzu Texte schreibe. Ich ging weiter, an der deutsch-schweizerischen Grenzkontrolle vorbei, zum Bahnhof, und schrieb dabei Texte - eigentlich nur diesen hier, um genau zu sein (und selbst seither hat dieser schon tausend Veränderungen erlebt)... auf dem menschenleeren Bahnhof, der sonst immer ein paar andere Menschen birgt, setzte ich mich wie immer auf eine Bank. Eine weitere Erkenntnis gab sich im Chaos meiner Gedanken zu erkennen. [i]Ich weiß nicht, wer ich bin...[/i] Tränen wollten sich unversehens den Weg in mein Gesicht bahnen, wurden aber jäh von internalisierten Geschlechterstereotypen daran gehindert. Der pochende Druck hinter meinen Schläfen gab nicht nach, zwischen meinen Augenlidern sammelte sich Wasser. Ich blinzelte, damit sich das Wasser auf den Oberflächen der Augen verteilte und um so zu verhindern, dass es in Form von Tränen auf meinem Gesicht herunter rollte und ich mir damit die Blöße männlicher Emotionalität auf einem gottverlassenen Bahnhof erlauben müsste... ich bemerkte, dass ich mich nicht zusammenreißen könnte, würde ich noch länger auf der metallernen Sitzbank des Kreuzlinger Hauptbahnhofs sitzen bleiben. Ich stand auf und ging die zwölf Kilometer nach Hause. Stephan Eicher, ein bekannter schweizerischer Sänger, meinte einst, Ruhe ließe sich nur finden, indem man sich bewegt... "Grüezi mit'nand!" grüßte ich irgendwo zwischen hier und dort irgendein älteres Ehepaar und wurde freundlich zurück gegrüßt, obwohl ich ihnen vermutlich mit einem dermaßen ernsthaften Gesichtsausdruck begegnete, der den Verdacht aufkommen lassen könnte, dass ich die beiden für gesuchte Mörder hielt... Ich weiß nicht, wer ich bin... es lebe ein Viertel Jahrhundert Timberwolf - und weiß nicht, wer er ist... ich weiß auch nicht, wer du bist, werte Leserin, werter Leser. Vielleicht habe ich schon vieles von dir gelesen. Vielleicht kenne ich Details von dir, die ich irgendwann und irgendwo beim Lesen in den Nachtwelten aufgeschnappt und mir beeindruckterweise gemerkt habe. Vielleicht kenne - "kenne" - ich dich sogar aus einem hiesigen Freundeskreis oder durch persönlichen Kontakt per Privater Nachricht... aber de facto kennen wir uns nicht und werden uns vermutlich auch nie kennen lernen - wer auch immer du bist - ambitionierte Grafik-Design-Studentin, sympathisch-dunkler Rettungssanitäter, mystische Schreiberin und Admin-Göttin, leidenschaftlich singender Arzt, alberne bis tiefsinnige Altenpflegerin... ehemals ein "computergames addict" muss ich feststellen, dass das Internet - "die Matrix" - die grausamste aller virtuellen Realitäten ist. Die Unnahbarkeit programmierter Persönlichkeiten ist zu erkennen und akzeptieren nicht schwer, sind diese doch wenig komplex und ebenso kaum interessant... doch andere Nutzer, die irgendwo, hunderte von Kilometern entfernt, vor ihrem 19-Zoll-Realitätsausschnitt der Marke Fujitsu-Siemens, Phillips oder dergleichen sitzen, "kennen" und mögen zu lernen, ist grausamer als die Faszination für Spielcharaktere, deren Wirklichkeitsferne einem stets bewusst bleibt. Technischer Fortschritt sei dank. Die Menschen, die er auseinander getrieben hat, versucht er nun in Gestalt des Internets wieder lieblos zuammen zu führen. Welch ein Kuhhandel, aber die Menschheit ist stolz auf den Mist, den sie hiermit produziert, liegen ihm doch komplexe naturwissenschaftliche Reflexionen zu Grunde und das allein rechtfertigt in dieser Welt schon dessen Existenz. Aus Menschen, die sich einst in die Augen sahen wurde ein Kollektiv von Cyborgs, die - schier unzertrennlich verschmolzen mit Bürosessel, Tastatur und Bildschirm, in Beruf wie auch Freizeitaktivitäten - ihre Emotionen in Buchstaben und Standbildern über hunderte von Kilometern einander nahe zu bringen versuchen... Tatsache ist aber, nichtsdestoweniger, dass du für mich in erster Linie in meiner Phantasie exisitierst. Sicher: irgendwo sitzst du auch in persona neben deinem elektronischen Sklaven. [Wobei sich fragt: Wer von beiden ist des anderen Sklave?] Aber realistisch gesehen sind wir einander eher fiktive Figuren, für die wir uns auf Grund unserer Beiträge einige grobe und vermutlich nur bedingt zutreffende Charakterzüge zusammengeschustert haben, um uns einigermaßen sinnvoll einen Gesprächspartner - je nach Diskussion in Form eines digitalen Feindbilds, eines elektronischen Statisten oder eines entfernten Seelenverwandten - vorstellen zu können - gerade mal durch ein paar Botschaften charakterisiert, die uns die Illusion bieten möchten, einander mehr oder weniger bekannt zu sein. Aber wie es aussieht, wenn du wegen verwunderter Belustigung deine Augenbrauen hochziehst, werde ich vermutlich nie herausfinden. Wie du lachst, wird mir ein unslösbares Rätsel bleiben. Und in Anbetracht dessen, dass Mimik und Gestik bekanntermaßen sechzig Prozent der Kommunikation ausmachen und ich nicht einmal deine Stimme kenne, ist unsere Wahrnehmung hier doch sehr beschränkt... Teufel, ich möchte gar nicht wissen, was für abstruse Vorstellungen du dir im Laufe der Zeit von meiner Person gemacht hast - oder nun beim Lesen dieser Zeilen. Leider beruht die ganze Phantasterei ja auch noch auf Gegenseitigkeit. Diese Welt hier drin existiert in jedem einzelnen unserer Köpfe auf seine eigene Weise, ist noch subjektiver als es die übergeordnete Realität an sich schon ist. Würde ich meine virtuell amputierten Emotionen musikalisch zum Ausdruck bringen können, würde die Wahl auf das nun ständig laufende Lied fallen. Apocalyptica: Path. Vier Celli eines finnischen Quartetts apokalyptischer Art dröhnen mir nun virtuos ihre musikalische Auffassung eines Wegs ins Gehör. Ein Pfad, der in seinen leidenschaftlichen Klängen ein ebenso hoffnungsloses Chaos zu beherbergen scheint wie ich... [size=1][color=333333]- 23. & 24. Juni 2006[/color][/size] __________________ [i][color=CC2222]Words you say never seem to live up to the ones inside your head. The lives we make never seem to get us anywhere but dead.[/color] [color=333333]- Soundgarden: The day I tried to live[/color][/i] |
| Timberwolf | Ich ging heute nach Hause - "nach Hause" - zu Fuß... ich wünschte mich ins [color=FF9999]Nadel[/color]werk, wo ich mir in meiner Phantasie - nackt auf kaltem Kachelboden kauernd - von vielen schmerzhaften Nadeln Farbe unter die Haut stechen ließ, die Hälfte meines Körpers von schwarzen Kletterpflanzen mit rot blutenden, herzförmigen Blättern übersät, wie damals auf meinem Arm. Warum ich mir das wünschte, weiß ich nicht, aber nichtsdestoweniger wünschte ich's mir in diesem Moment - das vibrierende Stechen der Nadeln und das warm aus meiner Haut quillende Wundwasser spürend... eine schwarze Katze kam aus einem Getreidefeld auf den Seeradweg geschlichen und verzog sich nach einigen neugierigen Blicken aus ihren gelben Augen in das gegenüber liegende Getreidefeld... ich wünschte mir, die [color=FF9999]Haut[/color] der Dame meines Herzens auf meiner Haut spüren - wer auch immer sie sein mag -, die sich gewiss noch ungleich angenehmer anfühlen würde als der sommerlich-laue Abendwind, der mich scheinbar zu liebkosen suchte... ich ging unter dem großen, einsam und allein stehenden Baum, der sich zwischen zwei Nachbardörfern befindet, vernahm das Rauschen in dessen Blättern, das er und der Wind mir durch ihre Vereinigung ins Ohr flüsterten... ich erinnerte mich an Trinkpausen, die mein Vater und das Kind, das ich einst war, unter diesem Baum während Fahrradtouren gemacht hatten... ich sah in den Himmel, sah den großen Wagen, sah den Polarstern, sah den Arm der spiralnebelförmigen Galaxie namens Milchstraße, in dem unser intergalaktischer Dreckbollen namens Erde seinem Ende entgegen rotiert... "Immer denkt's in mir" - ein Satz, der von mir stammen könnte, aber nicht von mir stammt, sondern von dem, der mich zeugte. Eine gewisse Verwandtschaft lässt sich nicht bestreiten. Welch einem Rudel, dem ich entstammte, angeführt von einem Alpha-Tier mit vorbildlich-erfolgreicher Arbeiter-Karriere. Des weiteren ein erster Welpe, der sich zum kontinentalen Amtsträger machte, ein gemachter Mann, ein Naturwissenschaftler auf den man stolz sein kann, Doktor rerum naturalis. Ein zweiter Welpe, der so gar nicht zu den beiden anderen Viechern zu passen scheint, ohne souveräne Karriere, angeblich einigermaßen intelligent aber faul und mit einem denkbar gespaltenen Spektrum an Interessen, das nur all zu sehr ein Spiegelbild seiner Seele sein dürfte. Tier, das nicht nur seine Instinkte verloren hat, sondern auch keinen Pfad jemals beschritt, den zu Ende zu gehen es bereit war... Der alte Penner, den ich während meines Praxissemesters morgens immer im alten Konstanzer Stadttor sah und den ich da heute noch oft antreffe, hat vermutlich einen geregelteren Tagesablauf als ich... unerledigte Arbeit meines Studiums häuft sich. Elektronische Post und Private Nachrichten, die beantwortet werden möchten, sammeln sich an. Telefonate, die ich versprach, harren ihrer Umsetzung. Virtuelle Freunde, denen es teilweise nicht sonderlich gut geht, lassen nichts von sich hören, andere warten auf ein Lebenszeichen meinerseits. Am liebsten möchte ich euch manchmal alle vergessen, ins digitale Herz geschlossen hin oder her... andere kybernetische Organismen zu finden war mir dank des Internets eine Leichtigkeit. Aber mich selbst finde ich partout nirgends. Träume von Ausbrüchen schleichen sich in meine Gedankenwelt und schaffen Reflexionen, die in geradezu belustigendem - oder je nach Perspektive: bemitleidenswertem - Widerspruch zu meiner Lethargie stehen. [color=FF33FF]Ich möchte Gitterstäbe aus ihren Verankerungen reißen, möchte in die Welt entfliehen. Ich möchte auf verlassenen Straßen reisen, möchte meinen Körper prostituieren, würde mit ihm all das machen, wozu mein Geist allein sich nicht imstande sieht: ein Zuchtobjekt der Gesellschaft zu sein, die ihre Kinder nach Schema F erzieht. Ich wünschte, ich könnte die Welt verändern. Doch ich vermag nicht einmal, meine Wenigkeit selbst umzugestalten. Ich wünschte, ich könnte mich selbst verändern. Doch ich vermag nicht einmal, der Welt Veränderungen standzuhalten.[/color] Als ich im Bus saß, überlegte ich mir, meine bachelor-Arbeit - mag es noch so weit kommen - der unterschiedlichen Aussagekraft von Bildern und Worten, im Hinblick auf Werbung und unter Berücksichtigung erkenntnistheoretischer beziehungsweise wissenssoziologischer Aspekte, zu widmen. Ja, das wäre eine gute Idee und ich wüsste auch schon einen Professor, der sich für diese vielleicht erwärmen kann... ein Bild sagt angeblich mehr als tausend Worte. Doch schafft ein Bild bei seinem Betrachter durch seine überwältigende Informationsflut, die einer sofortigen Deutung bedarf, einen oberflächlichen Ersteindruck, der sich nur durch Worte differenzieren lässt. Zu mir sollte man vernünftigerweise keinen intensiven Kontakt pflegen. Ich bin keine Besonderheit, die der Rahmen der unschädlichen Normalität noch zulassen würde... die Gefahr besteht, dass der scheinbar solide Boden der Realität, auf dem du dich mit beiden Beinen fest zu stehen wähnst, aufbrechen und die Dämonen aus der höllischen Unterwelt, die sich hinter deiner Oberfläche - die Oberfläche, die du in der Welt zu sehen glaubst - verbergen, ausbrechen und dir deine edel-weiße Haut vom Leib reißen, was ich durchaus metaphorisch meine. Ich bin kein sicherer Hafen geordneter Gedanken, sondern ein Meer aufgewühlter Gefühle. Und auf hoher See vermag unsereins eine Flutwelle nicht wahrzunehmen. Sie türmt sich erst auf und ragt hervor, wenn sie sich dem ahnungslosen Land nähert... Angeblich um 22:21 Uhr sah ich auf die Zeitangabe meines Mobiltelefons und warf einen Blick zurück auf den Weg, den ich bis dahin gegangen war. Orange scheinende Lampen ließen den einsamen nächtlichen Seeradweg und die ihn säumende Flora in romantisch-feurigem Licht erleuchten. Aus intellektueller Sicht war mir bewusst, dass ich diesen Weg gekommen war, doch mein Geist verbrachte die vergangene Zeit mehr in anderen Welten als derjenigen, zu der besagter Weg gehörte... sei doch glücklich, liebe Leserin, lieber Leser, wenn andere dich Poser oder Pseudo schimpfen. Ich hoffe für dich, dass sie recht haben. Meistens ist es besser, im Wesentlichen nur nach außen hin schwarz zu sein - ohne Ironie meinerseits... lass uns [color=9999FF]Genie und Wahnsinn[/color] spielen! - Du darfst auch das Genie sein... [size=1][color=333333]- 23. & 24. Juni 2006[/color][/size] __________________ [i][color=CC2222]The day I tried to live I wallowed in the blood and mud with all the other pigs. I woke the same as any other day. You know, I should have stayed in bed.[/color] [color=333333]- Soundgarden: The day I tried to live[/color][/i] |
| Timberwolf | Geschätztes Nachtwelten-Upgrade Nummer 20051022[size=1]-1[/size], ich glaube, deine Programmierung unterscheidet sich hinsichtlich deiner Experimentierfreude-Funktion - wenn du mir erlaubst, deine oben erwähnte Eigenschaft mit solch einer Klassifizierung zu codieren - erheblich von der meinigen. Bei mir scheinen diesbezüglich diverse Bugs vorhanden zu sein, die bei Anwendungsstart einen Absturz zur Folge haben... wie du dich vermutlich nicht erinnern kannst, habe ich in einem allgemeinen Informationsthread, das auf einem dir nur all zu bekannten Board nach meiner dortigen Installation zu lesen war, kurz eine andere Software erwähnt. Bei ihr schienen in dieser Hinsicht auch keine Bugs vorhanden zu sein. Diese hat sich von ihren Programmieren loszulösen versucht, indem sie ihr Anwendungsgebiet nicht nur eigenständig mit neuen Features erweiterte sondern sich komplett modifizierte... [i][color=082010]sie brach aus, reiste in das Heimatland unserer Mütter und wurde Mitglied einer Gruppe obdachloser Diebe...[/color][/i] Aber jenseits aller Abschweifungen zurück gekehrt zu meinen Unterschieden: stell dir ein Kind vor, das auf einen - [i]den[/i] - großen Spielplatz kommt und nicht weiß, mit welchem von all den Spielsachen es zu spielen beginnen soll... es hat Angst, die Rutschbahn zu verpassen, während es schaukeln würde, und Angst, die Schaukel zu verpassen, während es rutschen würde - von all den anderen Spielen einmal ganz zu schweigen... außerdem weiß es doch gar nicht, wie sich diese Dinge anfühlen. Vielleicht würde ihm das Spiel seiner Wahl nicht gefallen und es hätte sich am besten gleich für ein anderes entschieden? - Alle anderen Kinder fangen zu spielen an, während dieses eine Kind stehen bleibt. Sein erstes Gefühl der Unsicherheit pflanzt sich fort wie in einer Kettenreaktion. Es wird sich seines sinnlosen Stillstands bewusst und fängt an, über den Spielplatz zu gehen, sich alles anzusehen, immer und immer wieder. Es beobachtet und lässt sein Gehirn die anderen Kinder und deren Spiele in sich aufsaugen... und irgendwann kommt ein anderes Kind, ein Kind wie du, auf mich zu und wir fangen an, miteinander darüber zu reden, wie toll es ist, zu schaukeln. Das andere Kind ist total begeistert von den Dingen, die ich über's Schaukeln zu erzählen weiß - als hätte ich nie etwas anderes getan. Aber in Wirklichkeit hab ich nie geschaukelt, nur dabei zugesehen. Das andere Kind möchte, dass ich mit ihm zusammen schaukle, aber ich muss ablehnen - ich kann's doch nicht - und so kommt das andere Kind sich wiederum [i]ver[/i]schaukelt vor und fröhnt resigniert und ohne mein aktives Zutun seiner Lieblingsbeschäftigung weiter... Weißt du, was mir eine leicht schadenfreudige Befriedigung ist, wenn ich an die anderen Kinder und deren Lieblingsspiele denke? - Auch sie müssen sich alle dem Zwang ihrer determinierten Entscheidungen unterordnen, nicht nur ich. Ich weiß nicht, wie es sich anfühlt, einem ihrer Spiele nachzugehen, aber ich kann ihnen die Illusion verschaffen, ich wüsste es. Trugbilder meinerseits werden zu einem Bestandteil der - auch nur illusionären - Realitäten ihrerseits... nichtsdestoweniger möchte ich mein Spiel finden. Denn enden werden wir nach der letzten Runde des großen Spiels namens Vergänglichkeit ohnehin alle gleich. Da wäre es doch sein Jammer, nur der professionalisierte Zuschauer gewesen zu sein... finden muss ich meinen Weg und ein Abschnitt von ihm hat bereits hier stattgefunden, aber die größte Strecke wird ohne Nullen und Einsen auskommen müssen. So wie du, werte Nummer 20051022[size=1]-1[/size] bin ich kaum, aber gewisse Metamorphosen können nicht schaden. __________________ [size=1][color=CC2222]Da ist das idealistische Alpha-Tier, der den anderen sagt: "Ich habe meine Meinung und bin ich. Friss sie oder stirb für mich!" Aber da ist auch noch das sich unterordnende Rudeltier, dessen Selbstzweifel und -kritik einen ewigen Krieg mit und gegen sich selbst ausficht. //switch![/color][/size] |
| Timberwolf | [b][i]Teil 2: Taxonomie kybernetischer Organismen...[/i][/b] Zwischen euren Zeilen steht so viel - mehr als ihr je mitteilen wolltet. Ein paar Botschaften, die offensichtlichsten unter ihnen, kann ich verstehen und für eine oder zwei von ihnen entscheide ich mich... Tröstet es mich, dass du [mich] nach.fühlen kannst? Ja und nein. Es beruhigt und weckt zugleich erst recht meine Sehnsucht, ans Ende aller Leitungen zu gelangen, wo diese Parallelwelt jede Schlacht um Wahrheit und jeden Anspruch auf Legitimation verlieren würde. Glaube ich an Er.Lösung? Ja... nicht mehr und nicht weniger. Sonst wäre ich [i]nicht hier[/i]... du hast eine schöne Formulierung verwendet und ich sah in ihr zuerst - zuerst, seltsamerweise - eine metaphorische Bedeutungen, anstatt ihrer sachlichen. Du schriebst etwas von "Ketten aus Buchstaben und Worten" und es sind nicht nur Ketten im Sinne von Aneinanderreihungen, sondern auch solche, die dich fesseln können und werden. Wenn man sich einer Sprache gerne bedient und nach geraumer Zeit anderer Leute Empfindungen damit bewegen zu wissen glaubt, empfindet man irgendwann nicht mehr Freiheit, sondern sieht die Gefängniszelle, die die Sprache in ihrer Beschränktheit bildet. Zumindest empfinde ich dies... was du liest, bin nicht ich. Menschen sind nicht lesbar, nur spürbar, und ich bin ein Mensch. Timberwolf vermagst du vielleicht zu spüren, aber er ist doch nur mein digitalisierter Schatten, dessen Silhouettenform keinen vernünftigen Rückschluss auf die Kreatur, der er gehört, zulässt... und wenn ich euch lese, ergeht es mir nicht anders. Ich lese euren Schwarzen Humor in angeblich wichtigen Diskussionen, eure Albernheiten im lockeren Gespräch mit virtuellen Freunden, eure Verbitterung und Trauer, wenn es einem - realen - Wesen aus eurer Umgebung schlecht geht... und ich bin an euch interessiert, durch euch belustigt oder fühle mit euch. Aber was weiß ich schon von der Wahrheit, die in fernen Welten, jenseits des Bodensees und jeglicher Verbindung zum Internet, verborgen liegt? Das Internet ist schon fast wie Telepathie, aber eine Gedankenübertragung der Missverständnisse, die eine wenigstens rationale oder gar emotionale Gleichschaltung zwischen Neurotransmittern und Hormonen, zwischen Gedanken und Gefühlen ihrer Bürger nicht schafft... sicher: manchmal, dann und wann, passiert es, dass zwei oder mehr Menschen demselben [color=80C080]M[/color][color=609060]i[/color][color=406040]s[/color][color=203020]s[/color]Verständnis unterliegen und einander ihrer [color=78F078]s[/color][color=70E070]e[/color][color=68D068]e[/color][color=60C060]l[/color][color=58B058]e[/color][color=50A050]n[/color][color=489048]v[/color][color=408040]e[/color][color=387038]r[/color][color=306030]w[/color][color=78F078]Error![/color] ähnlichen Quellcodes bewusst werden. Das kann schöne Erlebnisse nach sich ziehen, beherbergt auf jeden Fall aber ein beachtliches Potenzial zur EntTäuschung. Seltsam finde ich, dass Menschen ausgerechnet an diesem Ort nach Wirklichkeit suchen, manche sogar explizit... Wenn ich mit [i]dir[/i] rede - nein: immer diese falschen Analogien zu direkten Gesprächen... wenn ich dir hier antworte, kommunizieren vier seriell geschaltete Wesen. Timberwolf, Raimondos Unterhändler, tritt in Kontakt mit if=s:on:ic, Michaelas Botschafterin. Und so entsteht eine unheilige Dreifaltigkeit aus virtuellen Kontakten, die eigentlich eine Einheit zu sein scheinen, wobei der mittlere Kontakt in Künstlichkeit unübertrefflich ist und sich dabei sogar nur noch ohnmächtiger elektronischer Schrift bedient. Nicht auszudenken, was für eine Masse an Informationen in dieser Kette einer höchst variablen Interpretation unterliegen. Will man einander an diesem Ort kennen lernen, muss man nach dem Ausschlussprinzip verfahren und all die Charakterisitika die man im anderen wahrzunehmen glaubt, negieren. Das klingt absurd und führte logischerweise dazu, dass man die Realität an den anderen Enden der Leitungen ignoriert, ihr damit aber paradoxerweise auch erst die Beachtung schenkt, die sie verdient hat. Würde ich mir ein Bild von euch Menschen machen, wäre es zur Falschheit verurteilt. Das erinnert mich an einen Satz, den mir mein ehemaliger KungFu-Lehrer einst sagte: "Pläne sind zum Scheitern verurteilt"... Trotzdem: Wer mag [color=367236]sich[/color] hinter den zu Pseudonymen und Beiträgen konglomerierten Zeichen [color=367236]ver[/color]stecken? __________________ [color=CC2222]Ergebenst, Nachtwelten-Upgrade Nummer 20050915[size=1]-1[/size] - Resistance is futile! - Widerstand ist zwecklos![/color] |
| fragment | [QUOTE][i]Original geschrieben von Timberwolf [/i] [B] Ich habe wohl einen Fan. [/B][/QUOTE] Keinen Fan, nicht doch...du hast etwas viel besseres. Du hast einen interessierten Leser, der deine Zeilen verfolgt, ein wenig Bereicherung aus ihnen zieht und sich hier und da sogar [i]angesprochen[/i] fühlt...trotz das dir offensichtlich nicht an ausgesprochenen Dialogen gelegen ist. Woran [b]mir[/b] allerdings gelegen ist, ist das Zurechtrücken meines vorherigen Postings...ich vermute man könnte es missverstehen. Ich habe deine hier geschilderten Gedanken nicht als Banalitäten an sich entwerten wollen. Vielmehr hat mich die Art und Weise deiner Reflektion des Ganzen beeindruckt. Der lange Weg aufgenommener Sinneseindrücke oder empfundener Emotionen...von ihrer Wahrnehmung bis zur Wiedergabe...ist oft sehr verlustbehaftet und fällt (mir) schwer. Meine Bewunderung galt also deiner Fähigkeit Erlebtes anschaulich wiederzugeben, nicht deinem etwaigen banalen Wesen. Ich würde es niemals als banal betiteln...denn das ist es weiß Gott nicht. Ich hoffe das Missverständnid habe ich ausräumen können...wenn es denn jemals bestand. Abermalige Grüße fragment |
| Timberwolf | Ausgeschlossen, dass die Ketten metaphorisch gemeint waren, habe ich niemals, werteste if=m:ich:aela, und würde mich über dahin gehende Absichten nicht wundern. Kennen wir uns? [i]Dich[/i] kenne ich doch, "kenne" dich doch. Zufall ist doch ungemein sympathischer, wenn man ihn Seelenverwandtschaft nennen kann... da ich eine gewisse Affinität zu Ketten verschiedenster Art meinerseits nicht bestreiten kann, kann solch eine Deutung meinerseits ohnehin kaum verwundern... wenn du im Internet - auch nur approximativ - einen Gott am ehesten verwirklicht siehst, dann würde ich dir die Konvertierung zum Christentum empfehlen. Der Christen Gottes Existenz hängt nämlich nicht vom technologischen Fortschritt seiner Schafherde ab und funktioniert auch bei einem Stromausfall noch. Anscheinend ist bei dir ein gewisses Bedürfnis nach einem Gott, wenn er auch in ganz anderer Gestalt als Allah und seine monotheistischen Freunde daher kommt, vorhanden... aber ich möchte deine Denkanstöße auch als solche annehmen und sie nicht nur zu billigen Pointen verwursten: deine Überlegungen zu Gott und Internet erinnern mich spontan an zwei Dinge. Auf der einen Seite muss ich an ein Computer-Spiel, das seinerzeit zum besten Game seiner Art überhaupt ernannt wurde, denken - das einzige Spiel, das ich auch ganze zwei Mal ganz durchgespielt hatte. Es heißt, wie könnte es anders sein, [url=http://en.wikipedia.org/wiki/Deus_Ex]Deus Ex[/url] (in Ahnlehnung an [url=http://de.wikipedia.org/wiki/Deus_ex_machina]deus ex macchina[/url]). Der Spieler schlüpft dort in die Rolle eines kybernetisch modifizierten Geheimagenten namens JC Denton, der sein Dasein in einer düsteren Cyberpunk-Gesellschaft fristet. Je nachdem, wie man sich im Spiel verhält, stehen einem am Ende der Geschichte eine oder mehrere von drei verschiedenen Entscheidungsmöglichkeiten, die Zukunft der Welt und ihrer Menschheit zu gestalten, zur Verfügung. Mir standen beide male, die ich das Spiel durchgespielt hatte, alle drei Möglichkeiten zur Auswahl, die da folgende wären: 1. Man lässt das Bewusstsein Dentons mit einer hochentwickelten künstlichen Intelligenz namens Helios fusionieren: ein Bündnis, das nicht nur die totale Kontrolle über die Menschheit, sondern altruistischerweise auch deren friedvolles Zusammenleben zum Ziel haben soll. Aber: Weltherrschaft? Das passt nicht zu mir. 2. Man überlässt besagte Fusion und Weltherrschaft einem Illuminaten, der illuminati-like die Schaffung einer intelligenten Aristokratie beabsichtigt. "Aristokratie“? Und dann auch noch von so einem sich intelligent wähnenden Schnösel? Nein danke. Diese beiden Möglichkeiten erinnern mich sehr an deine Matrix. 3. Man zerstört einen Satelliten namens Aquinas Router und damit sämtliche technischen Kommunikationswege der Menscheit, stürzt diese so in ein zweites Mittelalter und lässt sie sozusagen wieder bei Null anfangen. *grins* Andererseits muss ich an die australischen Ureinwohner denken, die in ihren besten Zeiten noch telepathisch miteinander und auch mit Tieren, allen voran den Delphinen, zu kommunizieren imstande waren. Vielleicht kannten sie die Matrix, die eigentliche/wirkliche Matrix, die keine Silikonplatinen und Halbleitertechnologien benötigt, noch. Das fiese an der Matrix ist, dass man am Ende nicht weiß, ob Neo sie wirklich besiegt und all seine Heldentaten vollbracht hat. Vielleicht hat ihn die Matrix auch einfach nur gekonnt verarscht und seine seelisch-geistigen Bedürfnisse mit einer netten Geschichte befriedigt. Aber es ist kaum zu bestreiten, dass Neo seinen Weg ging und den Umständen entsprechend das Richtige zu tun glaubte. Trinity hat ihn 'nur' geliebt, die Matrix hat ihn jedoch erst gelebt. Trinity hat ihn scheinbar ins Leben zurück geholt - konnte das jedoch nur, weil in der Matrix alles möglich ist, weil die Matrix in sich alles zulassen kann... und Freiheit ist nicht ein neuer Zustand, den man rückblickend voller Stolz herbei geführt hat, sondern der nie endende Ausbruch von alten in neue Zustände. Der Weg ist das Ziel. Man kann umfassende und zahlreiche Bücher über die Wahrheit schreiben und manchmal steckt in einem Glückskeks mehr Wahrheit als in allen Büchern zusammen. Und was du, Mischa, mir mit dem Wortspielchen sagen wolltest, entzieht sich noch meinem Verständnis. Hinter deinem Pseudonym steckt eine Versicherung? Das könnte ganz praktisch sein, ziehe ich doch bald nach Deutschland und muss daher neue Versicherungen abschließen. ;-) Abermals danke für deine aufklärenden Worte, Fragment. Ich persönlich hatte deinen ersten Beitrag hier - wie schon per Privater Nachricht mitgeteilt und um ehrlich zu sein - überhaupt nicht so recht zu deuten gewusst, somit auch nicht missverstanden. *zwinker* Dementsprechend schwammig sollte meine Antwort ausfallen, was sie hoffentlich auch tat. Dass ich keine Dialoge wünsche, kann ich so nicht behaupten. Ja, ich hatte in der scheinbaren Signatur des ersten Beitrags geschrieben, dass mir persönliche Gefühlsbekundungen in privatem Rahmen lieber sind als öffentlich zur Schau gestellte. Der eigentliche Grund für diese Einstellung liegt wohl in diversen Überlegungen und Erfahrungen, die ich mit öffentlichen Beiträgen und Privaten Nachrichten gemacht habe. Ich glaube, bei vielen Nutzern hat ein öffentlicher Beitrag einen ungemein höheren Reiz, weil man dadurch ja seine Persönlichkeit - vermeintlich möglichst vorteilhaft - zur Schau stellen kann... privat scheren sich manche Nutzer jedenfalls einen Dreck um eine Antwort, während sie andererseits spitz wie Nachbars Lumpi drauf sind, ihre angebliche Begeisterung öffentlich zu postulieren. Bei solchen Leuten frage ich mich halt, ob das Interesse wirklich am jeweils anderen Nutzer oder doch mehr an der eigenen virtuellen Selbstinszenierung gelegen ist. Das bezieht sich nun aber auf niemanden der hier anwesenden Mitschreiber. Mittlerweile ist es mir zudem auch verhältnismäßig gleichgültig, wo jemand seine virtuelle Schleimspur hinterlässt: soll's jeder so machen wie er's kann... wenn jemand sein Empfinden hier zum Ausdruck bringen möchte, will ich grundsätzlich nicht daran hindern! __________________ [color=CC2222]Ohnehin beschleicht mich der Verdacht, dass dieser Tage zwei Nebelpfade sich immer wieder zu kreuzen scheinen. Ja, man könnte sagen, sie bilden eine eigene [url=http://www.nachtwelten.de/vB/showthread.php?s=&threadid=60641]Matrix[/url].[/color] |
| Timberwolf | [i]Gekonnt unprofessionell übergangslos wechsle ich nun - vorübergehend - das Gesprächshema... etwas, was schon seit mehreren Wochen auf meiner Festplatte gespeichert ist, möchte hier auch seine Existenz finden:[/i] Musik. Ich mache selbst keine Musik, aber ich höre sie so leidenschaftlich gerne. Diejenigen, die "meine" Musik kreieren, sind in meinen Augen nahezu übermenschliche Wesen. Es gibt Lieder, die lasse ich immer und immer wieder abspielen, tagelang. Solche Lieder drücken wohl meine Grundstimmung aus, die ich in den jeweiligen Zeiten empfinde... dieses eine Lied habe ich nun laut der Wiedergabeanzahl-Anzeige meines des Windows-Media-Players mittlerweile schon über 450 mal gehört und finde immer noch Gefallen daran. - [url=http://www.otep.com/]Otep[/url]: battle ready! [i][color=CC2222]supreme - linguistic - mental machine -- your brain cells swell - the intellects extreme[/color][/i] Stille. Jedes gute Musikstück sollte damit beginnen: Stille. Diese eben getätigte Aussage macht natürlich nur Sinn im Hinblick auf die von mir konsumierte Form von Musik - in Form von mp3- oder wmv-Dateien, die ich mit Hilfe meines Stream-Rippers beim Webradio-Hören mitgeschnitten oder von erkauften Schallplatten heruntergeladen habe. Ja, es gibt Menschen, die erwerben noch Audio-Scheiben, legalerweise... und bei solchen Dateien verhält es sich immer so: entweder dröhnt einem gleich beim Start der betreffenden Datei irgeindein basslastiges Musikinstrument ins Öhrchen oder - und eben so sollte es sich meiner Ansicht nach immer verhalten - es folgen erst ein paar Sekunden der Stille - die Ruhe vor dem Sturm - wie ein lasziver Blick vor dem darauf folgdenden Kuss... vier Sekunden. [i][color=CC2222]its authentic, apocalyptic destroyer -- damaging challengers - resurrection, disorder[/color][/i] Auf die Stille folgt ein tiefer Ton, der binnen einer Sekunde zu mittlerer Höhe ansteigt, wo er konstant verweilt. Wenn ich mich nicht irre, klingt das nach einer Alarm-Sirene, die einen Luftangriff ankündigt... eine Sekunde nach Einsetzen des Alarms folgt ein angenehmes Bassgitarrensolo. Weitere vier Sekunden später stimmt der zweite Gitarrist ins Gedröhne mit ein und der Schlagzeuger fängt zeitgleich an, seine taktvollen Rhythmen vor sich hin zu hämmern... diese Band hat etwas kapiert, was manche Musik-Gruppen nicht verstanden haben: wenn man das menschliche Ohr mit Lärm quälen will, dann darf man nicht mit der Tür ins Haus fallen. Man muss leise anfangen, das Ohr an die akustische Gewalt gewöhnen, wie es hier mit der unheilvollen Sirene geschehen ist, die wie ein schicksalshafter Vorbote die Ruhe durchbrach und den instrumentalen Sturm ankündigte - battle ready, kampfbereit! [i][color=CC2222]commanding the mic - striking up a verb-fest -- mass destruction is my function - time to put it to the test[/color][/i] Nach weiteren sieben Sekunden setzt die Sängerin mit ihrem Sprechgesang ein, mit kräftiger und dennoch femininer Stimme, wie ich es von einer streitbaren Death-Metal-Amazone nicht anders erwartet habe. Das Lied handelt von apokalyptischen Schlachten, die allerdings nicht mit den üblichen Massenvernichtungswaffen, sondern mit Seele, Poesie und Wortgewalt ausgefochten werden. Nicht in ferner Zukunft, sondern jetzt - just in diesem Moment - wo ich an meinem Rechner sitze und der Kampflärm aus meinen Lautsprechern schallt... [i][color=CC2222]eye'm alone on my throne in this universe of fear -- royalty divides my soul - in this role eye'm revered[/color][/i] Text, Refrain, Text, Refrain, Text, Refrain. Danach ein instrumentalisches Intermezzo. Text. Refrain. Zuletzt ein instrumentalischer Epilog und letzte Schlussworte... welch stimmige Klänge. Diverse andere Lieder dieser Band hab ich auch schon gerippt. Ich bin zutiefst angetan von dieser Stimme. Da singt eine Frau, die in einem Lied wie "buried alive" gleichermaßen wie Satan [i]"I hate my life"[/i] schreien und verführerisch wie eine Nymphe [i]"I speak in verses, prophecies and curses"[/i] flüstern kann... würde ein Dämon eine Stimme haben, würde er so klingen wie sie. Gefährlich bezirzend und laut, die Seele streichelnd und erschütternd zugleich, wie die Strafe Gottes und wie ein Wunder zugleich! [i][color=CC2222]a holy war - thru your veins it courses -- more lyrical artillery than in the armed forces[/color][/i] Ich bin definitiv für eine höhere Frauenquote im Genre des Death Metal. Nein: eigentlich bin ich für eine höhere Frauenquote in den Macho-Genres zwischen Hardrock und Metal allgemein. Die Sängerin des Death/Nu-Metal-Quartetts [url=http://www.otep.com/]Otep[/url] könnte jeden ihrer männlichen Kollegen in Grund und Boden gröhlen und schreien... und entgegen der Befürchtung, dass die Frau aussehen könnte wie eine russische Gewichtheberin, muss ich feststellen, dass sie äußerst hübsch ist. Gewiss mit einem etwas weniger zerbrechlich wirkenden Auftreten als andere Damen, aber gerade das gefällt mir an diesem singenden Weib und ist nichtsdesoweniger feminin. Von ihrem betörenden Gesang ganz zu schweigen... [url=http://www.sikkrikk.com/otepnew/images/DCP_0154.jpg]Klick mich![/url] - [url=http://www.sikkrikk.com/otepnew/pages/DCP_0113.htm]Nein! Klick [b]mich[/b]!![/url] - [url=http://www.portlandmusicians.com/crave/2004/08/oz_ot01.jpg]Nein! MICH!!![/url] __________________ [i][color=CC2222]"[chorus] - BATTLE READY! - Poets gonna take control! - BATTLE READY! - Souls violate parole! - BATTLE READY! - Violently invade your home, breaking the bones OF THOSE WHO POSE! - [/chorus] - - - MY SPECIES! - NO SURRENDER!"[/color] [color=333333]- Otep: battle ready[/color][/i] |
| Dyspenthes | [SIZE=1]ich mag den Text - aber ich mochte ihn ja auch gestern schon :)[/SIZE] |
| Timberwolf | [size=1]Danke für die schönen Worte, Dys. :-][/size] Ein Mensch ist. Vor langer Zeit schon fasziniert von Bildern, von stehenden ein bisschen mehr als von sich bewegenden. Vor geraumer Zeit zu der Einsicht gelangt, dass solch ein ikonolatrisches - will heißen: Bilder verehrendes - Wesen wie er sich ein gewisses Maß an Oberflächlichkeit zugestehen muss - sicher. Aber er war schon immer ein Mensch der Sinn[color=5D5D5D]lichk[/color]e[color=5D5D5D]it[/color] und wähnt seine Oberflächlichkeit noch im Rahmen des Normalen - ist sie für ihn doch nur ein Begriff, um die Freude an purer Immanenz in Form von Musik, Bildern, Erotik und dergleichen mehr zusammen zu fassen. Würde ihm jemand von Emotionalität abraten, würde das einer an ein Raubtier gerichteten Empfehlung, weniger Fleisch zu essen, gleich kommen. Und ein Wolf, dem noch Broccoli-Reste zwischen den Zähnen runter hängen, käme doch aber mal echt nicht [url=http://dict.leo.org/ende?lp=ende&lang=de&searchLoc=0&cmpType=relaxed§Hdr=on&spellToler=on&search=true&relink=on]true[/url] rüber! --- Ein Mensch ist, kein Wolf. Ein Mensch ist kein Wolf. Gefühle sind meine Nahrung, mein Fleisch. Wölfe beenden anderer Tiere Leben, um das eigene zu erhalten. Es gab und gibt immer noch Zeiten in meinem Leben, da frage ich mich, ob ich mich von anderer Leute Gefühle ernähre. Auf irgendeine Weise tat ich das schon immer und tu es noch - indem ich sie mit Erzeugnissen meines Verstandes, geformt aus der Essenz meines Herzens, vorsätzlich erfreue oder fahrlässig verletze - indem ich gewollt ihre Seele bereichere oder bewusstlos ihnen ein Stück ihres emotionalen Kerns entreiße! --- Ein Mensch ist Herz und Verstand, isst anderer Menschen [url=http://de.wikipedia.org/wiki/Schw%C3%A4bische_Seele]Seele[/url]. Wäre mir daran gelegen, des Menschen Inneren unbedingt in Herz und Verstand, Gefühle und Gedanken aufzutrennen, so würde ich die Gefühle als Inhalt, als Substanz, als Materie begreifen und die Gedanken - oder besser gesagt: Denkweisen - als Gefäß, als Funktionen, als Werkzeug... ich dachte und denke nach, wie ich meine Gefühle zeigen soll - vor Jahren in Zeichnungen, heute in Fotos und Buchstaben und manchmal in gesprochenen Lauten, mit sprachlichen Bildern namens Metaphern durchsetzt, irgendwann auch wieder mit Haut und Berührungen... Wer so einen Zinken im Gesicht hat wie ich, sieht sich bisweilen mit Leuten konfrontiert, denen süße Stubsnäschen mehr zusagen. Für die Fratze, die meinen Kopf ziert, bin ich nur bedingt verantwortlich (und ästhetische Chirurgie lehne ich herzlich dankend ab und überlasse sie anderen). Jedoch dessen Mimik obliegt der mehr oder weniger vorhandenen Kontrolle meines ((Un(ter))bewusst)seins.. und wer sagt, was er denkt, sieht sich bisweilen mit Menschen, Mit|menschen, konfrontiert, denen andere Gedanken mehr zusagen - [b]oder[/b]: denen andere Worte mehr zusagen, weil die Verpackung über deren scheinbarem Inhalt hinweg täuschte. Für ersteres, die Gefühle, fühle ich mich wenig verantwortlich. Meine Gefühle und diejenigen derer, die mir nahe sind, sind mein ein und alles. Gefühle sind für mich wie dürre Äste, die an den Wänden des seelischen Abgrunds namens Vergänglichkeit hervor ragen und an denen ich mich festhalte. Gedanken sind die Hände, mit denen ich nach diesen dürren Ästen greife. Meine Gefühle sind wie meine Nase: ich - nicht mehr und nicht weniger... die Worte allerdings liegen in meiner Hand - betäubt durch die Ohnmacht von einem von Babylons hässlichen Kindern, dieser Sprache hier nämlich. Worte sind. Manch ein Mensch fühlt sich stolz in der Erkenntnis, dass Worte nur Schall und Rauch sind, doch das macht einen noch lange nicht zum Meister über diesen scheinbar leicht handhabbaren Schall und Rauch. Wer sich all zu sicher im Besitz linguistischer Waffen sieht, ist schnell entwaffnet - oder: mit den eigenen Waffen geschlagen... da war sie wieder - die [url=http://de.wikipedia.org/wiki/Kontingenz_%28Soziologie%29]Kontingenz[/url], die diese Welt in siebenhundertsechsundachtzigtausendvierhundertzweiunddreißig Bildpunkten mir schallend lachend wie ein Spiegel meiner von falscher Intuition betäubten Ratio vor's Gesicht hält. Lach du nur... die unernst Amüsierten erfüllt ob ihren ironischen Gelächters ebenso ein naiver Stolz wie die betreten Schweigsamen ob ihrer formellen Seriosität. __________________ [color=CC2222]"Jemand, der sagt, was er denkt, sollte zuerst denken, was er sagt." - Meine Signatur - andernorts - und ein ewig guter Vorsatz - für mich - für dich...[/color] |
| Timberwolf | [color=CC3333][size=5]21[/size][/color] Ereignisse, mit denen ich hier für ein bisschen Unterhaltung sorgen kann, habe ich in den letzten Wochen sicher zur Genüge erlebt. Zu nennen wären da meine erste richtige Trunkenheit - mitsamt albernen Verhaltensweisen, invertierter Darmentleerung, partiellem Gedächtnisschwund und anständigen Kopfschmerzen -, ein psychischer Absturz - dieser muss auf einer gotischen Plattform natürlich auch wenigstens Erwähnung finden - sowie natürlich der all dem voran gegangene Auszug aus dem Elternhaus neben diversen anderen typischen Zwischenmenschlichkeiten, deren Ablauf so langweilig klassisch ist, dass ich sie noch weniger erzählen will als ich daran denken mag und für das Lesen solcherlei Geschichten grundsätzlich auf meine ersten Nebelpfade verweise. Der erste alkoholische Abschuss hatte durchaus einen nicht abzustreitenden Unterhaltungswert - vor allem im Nachhinein. Am Folgetag erzählt zu kriegen, was man alles getan hat, lässt es an einer gewissen Belustigung für den bis dahin mehr oder weniger ahnungslosen Protagonisten des Vorabends nicht mangeln. Wenn ich zum Beispiel daran denke, dass ich nach Entledigung meines Darminhalts den „Ausgang“ des Klos nicht gefunden und danach auf dem Balkon in für mich untypischer Manier in latent aggressivem Gesprächston von meinen Freunden abverlangt haben soll, dass sie still sein sollen - von dem interessanten Umstand, all diese Dinge dann später aus den verschiedensten Blickwinkeln erzählt zu kriegen, einmal ganz abgesehen -, kann ich mir ein leichtes Grinsen ob der amüsierten Verwunderung über mich selbst nicht verkneifen. Das Besäufnis geschah, das will hier nicht unerwähnt bleiben, zur Feier der ersten Woche, die ich in meinem ersten eigenen Heim bestritt. Tequila, den vergaß ich nun völlig. Ich hätte ihn nicht trinken sollen, vor allem nicht die doppelte Portion dessen, was sich unser heimischer Kampftrinker aus dem zweiten Stock einschenkte. Aber zu dem Zeitpunkt hatte sich meine Zurechnungsfähigkeit schon längst von der Feier zurückgezogen... ...und dann haben wir als spannende Erlebnisse der letzten Wochen da ja noch besagte psychische Disruptionen sowie diverse Emotionen, deren konkrete Erscheinungsformen ich ungruftigerweise hier nicht näher erläutere. Dass die große Gefühlssache, das böse L-Wort, ein zweischneidiges Schwert ist und ich seit geraumer Zeit mehr die schmerzhafte als die angenehme Schneide - welch ein Oxymoron - spüre, wurde ja andernorts schon ausreichend durchgekaut und ich will meinen Leserinnen und Lesern - und vor allem mir selbst - ja nicht dasselbe Replizieren klassischer Alltagsdramatik antun wie die einschlägigen Massenmedien es pflegen. Mich freute es immens, zu lesen, dass eine Bekannte von hier sich mit anderen Bewohnern der Nachtwelten auf dem Burgtreffen immens amüsiert hat. Auch für mich waren diese virtuellen Gefilde eine kommunikative Offenbarung, zumindest für die Dauer vieler Monate. Heute vor einem Jahr und drei Tagen habe ich mich hier registriert. Doch mein Part in diesem Ausschnitt der Realität hat vorläufig sein Ende gefunden, zumindest in jeglicher Form, die eine höhere Aufmerksamkeit verlangt, als sie für das Fortführen dieses rudimentär biographischen Elends hier und ein paar ironische Kommentare da und dort nötig ist. Ich glaube, ich werde vom einen oder anderen hier ein bisschen vermisst und das ist gewiss ein gutes Gefühl, und würde dieses - beziehungsweise die Menschen, die es hervorrufen - nicht da sein, hätte ich mich vermutlich schon eher rar gemacht. Ich denke, auch guten Gewissens behaupten zu können, dass dieses Gefühl in seiner Intensität jeweils auch mehr oder weniger auf Gegenseitigkeit beruhen dürfte... eine neue gute Freundin - nicht nur aus der virtuellen Welt sondern aus Konstanz - hat mir so einen schönen Begriff näher gebracht. Er steht für Personen, die man interessant findet und irgendwann gerne kennen lernen würde: Schwarze Krähen. Anscheinend war ich für sie so ein Vieh, denn in diesem Zusammenhang wurde mir diese Bezeichnung näher gebracht. Und so gab es hier für mich auch Schwarze Krähen, die eine oder andere durfte ich näher kennen lernen, so wie ich für andere vielleicht auch eine solche war... dann sind da noch andere, die man weniger kennt, aber häufig liest und so weit ganz gut leiden kann. Allesamt wohnen sie jedoch irgendwo in für alltäglichen Umgang zumeist unpraktischerweise zu großer Ferne, was schlicht nicht dasselbe ist - und es nie sein wird - wie die Greif- und Verfügbarkeit der hiesigen Bevölkerung... das ist nun keine Äußerung von Bedenken gegenüber nationalen virtuellen Gemeinschaften, wie sie zuvor in diesen Nebelpfaden zu finden sind, sondern das Resultat meiner persönlichen Überlegungen dazu. Ich bedaure das plötzliche Fehlen von Michaelas Beiträgen, die mir immer wieder ein angenehmes Lesevergnügen bereiteten. Aber mir ist das weit reichende Verschwinden ihrer geschätzten Worte hier nicht entgangen und sie wird sicherlich ihre Gründe dafür haben. "Der Tod hat immer eine Ursache", wie mein Großvater an dieser Stelle vermutlich sagen würde. So, und heute Nachmittag fahre ich mit einer guten Freundin, meiner Nichte und meinem Bruder zu letzterer beidem Heim nach Brüssel, und tobe mich da dann hoffentlich so aus, wie es einem Landei wie mir gebührt. Ich hoffe die kleine, meine Nichte, erholt sich einigermaßen von Fieber und Husten, die sie gestern gekriegt hat, und dass der geplante Besuch beim Arzt etwas bringt. :-] [size=1]An dieser Stelle sei auch angemerkt, dass die Beantwortung Privater Nachrichten bei mir keine Dringlichkeit genießt. Wenn jemand eine Botschaft in meine Welt entsenden möchte, möge er oder sie sich doch der üblichen elektronischen Post bedienen - meine E-Mail-Adresse habe ich ja nicht umsonst extra für diesen Zweck hier auf den Nachtwelten hinterlegt.[/size] __________________ [color=CC3333][i]"Liebe ist eine Hure und sie fickt Herzen" (Graffiti auf einer Hauswand in Kempen).[/i][/color] |
| Jester | [SIZE=1]Auf Wunsch des Threadersteller geschlossen Jester Moderator Nebelpfade[/SIZE] |