| Manley | 02.09.2006 es ist irgendwann nach 21 uhr. ich bin auf burg ludwigstein, im landgrafenzimmer und lausche entspannt und melancholisch "the escape". gerade hat ein neuer lebensabschnitt angefangen, und zwar einer, in dem die arbeit keine vorherrschende rolle mehr spielt. mein vetrag ist nicht verlängert worden, ich bin jetzt erst einmal arbeitslos. gestern abend habe ich das kräftig begossen. es ist die ironie, die mir hilft, weiter nach vorn zu sehen, weiter zu kämpfen. mein handy klingelt. "wer kann denn jetzt noch was wollen," denke ich, greife danach und begebe mich vor die tür, um meinen anrufer wenigstens verstehen zu können. es ist mein schatz. er berichtet mir von einer e-mail mit einem jobangebot. alles um mich beginnt, im nebel zu versinken. hat er gerade von einem job gesprochen? ich lasse mir die details sagen, höre kaum zu, die freude wird übermächtig. ich lege auf, gehe wieder hoch und greife mir das nächstbeste alkoholische getränk zum anstoßen. es ist vorbei. es ist wirklich vorbei. ich danke allen, die sich mit mir gefreut haben. |
| Manley | vor mir liegt er, der vertrag. ich habe ihn einmal gelesen, zweimal. jedes wort buchstabiert, hinterfragt. noch scheue ich mich, meine unterschrift darunter zu setzen, so groß ist der sprung, den ich damit tue. und doch - ich will. will endlich aufhören, jede woche zig bewerbungen zu schreiben, auf die keine antworten kommen als absagen. will das tun, was ich am besten kann, am meisten liebe. als mein eigener chef. dies ist meine chance zu beweisen, was ich wirklich kann. all das in so kurzer zeit ist beinahe zu viel, um es wirklich verarbeiten zu können. dieses angebot, die konsequenzen daraus - ehrlich, wenn das mein letzter chef wüsste, der mir so gar nichts zugetraut hat... der mann, der den stein ins rollen brachte, der das erste angebot machte, scheint das ganz anders zu sehen. und ich tue es auch. ich weiß, was ich kann und damit werde ich ab oktober mein geld verdienen. ich weiß vor lauter glück gar nicht, wo mir der kopf steht. darum hab ich mir gestern auch erst einmal einen hut gekauft... jump into the dark - aber die sonne geht bereits auf... |
| Sternenstaub | ...ich wünsche Dir einen wunderbaren Start in Deine neue Aufgabe. Es wird Zeit für eine Stelle, die dem Ego gut tut...:) Ich freue mich so, dass es geklappt hat! |
| Darket | Hey, das freut mich echt zu lesen! Vornehmlich das mit dem Job, aber Hut ist auch klasse *g* |
| Manley | "it's a job that's never started that takes the longest to finish." [SIZE=1]j.r.r. tolkien[/SIZE] in der unerträglichen sommerhitze der verzweiflung vor zwei, drei monaten habe ich mich kurz mit dem gedanken getragen, freiberuflich zu arbeiten. damals habe ich gerechnet, gerechnet, gedacht, es würde nie reichen. vielleicht kann ich das ja in 10, 15 jahren machen, habe ich gedacht. ein leises bedauern hatte sich in mein denken geschlichen - der große traum, noch 10, 15 jahre weit weg. lichtjahre weit weg. jetzt färben sich die blätter der bäume bunt, segeln in großen spiralen langsam zu boden. die verzweiflung ist zusammen mit der sommerhitze verschwunden, nicht klammheimlich, leise, nein, mit einem knall. jeder tag bringt neue überraschungen, neue spannende stunden. die lichtjahre sind weg, haben sich davongeschlichen. eine andere galaxie hat mich eingeholt... dies ist kein job, den ich nie begonnen habe. no regrets... |