| Black Rat | Meine liebe Freundin, wie ungerecht ist doch diese Welt. Das Leben gibt nur den starken Menschen eine schwere Voraussetzung fürs Leben mit. Damit wird ihnen eine Bürde aufgelegt, die die einen tragen und die anderen nicht. Nach 20 Jahren war für dich mit dieser Bürde das Leben nicht mehr zu schaffen. Eine lange Zeit hast du gekämpft, warst oft verbittert aber hast dich nie beschwert, warum nun ausgerechnet du diese Krankheit haben musstest. Aber ich möchte fragen: warum du? Eine, die Leben wollte! Eine, die alles im Leben ausprobiert und mitgenommen hat! Doch am Ende sagtest du zu mir: "Ich habe keine Kraft mehr." Wo immer du jetzt auch bist, hoffe ich, das du deine Ruhe, deine Kraft und dein Feuer wieder hast. Ich denke an dich und werde dich wundervollen Menschen nie vergessen! Für meine beste Freundin C.J., verstorben am 28.11.2005. In tiefer Trauer Black Rat |
| Black Rat | Es ist jetzt zwei Tage her. Ich bin aus der Bahn geworfen. Kanns gar nicht begreifen das du nicht mehr da sein sollst. Mir ist so, als ob ich dich besuchen komme, mit dir Cappuccino trinke und wir uns unterhalten, wie immer. Habe gestern die Grabsträuße beim Floristen bestellt. Ich weiß du magst keine Blumen, aber es wird eine pinke Rose unter den Blumen sein. Und diese Farbe mochtest du doch so gern. Blumen sind wichtig. Damit wir an der Stelle, wo dein Körper der Erde übergeben wird, schmücken können und einen Platz zum Trauern haben. Ich kann dich dann weiter besuchen. Allerdings werden wir nie wieder zusammen Cappuccino trinken können. Ich hoffe die Blumen ärgern dich nicht so sehr. Das Leben einer Blume ist sehr kurz, deshalb sollte man sie lieben. Gerade jetzt im Winter. Eigentlich mag ich den Winter. Doch dieses Jahr wird er trister als je zuvor. |
| Black Rat | 1.Dezember 2005: Das war der Tag, an dem wir deinen Körper der Erde übergeben haben. Ich war noch nie auf einer Beerdigung. Ich muss sagen das ich nach dem Aufstehen schon fertig war. Ich wusste das dies sehr schwer werden wird. Es war eine sehr liebevolle Beerdigung, die deine Eltern da organisiert haben. Der Redner hatte Tränen in den Augen, als er dein Leben nochmal schilderte. Sogar einige deiner Texte, die du geschrieben hattest wurden verlesen. Auch von deiner Lieblingsband wurden 2 Songs gespielt. Ich brach zusammen, beim Hören dieser Songs, weil ich weiß wieviel sie dir bedeuteten. Als dein Sarg zu Grabe getragen wurde, waren selbst die Sargträger berührt. Es war so sauschwer, aber auch beruhigend. Die Sonne schien beim Untergang zwischen die Bäume auf dein mit blumengefülltes Grab. Die zwei Kerzen, die bei der Beisetzung angezündet wurden leuchteten noch. Die Tiere, Eichhörnchen, Krähen und Tauben tummelten sich auf dem Friedhof und passen jetzt auf dein Grab auf. Ich habe einen Ort, wo ich dich besuchen kann. Werde dir bei Gelegenheit Cappuccino mitbringen. Du bist gegangen, von Schmerz und Leid erlöst. Aber wir sind hier, voller Schmerz und wir leiden. Leiden unter deinem Verlusst. Meine liebe Freundin: ich werde dich niemals vergessen! |
| Black Rat | Ein halbes Jahr ist´s her das du fort bist. Kaum zu glauben, ein halbes Jahr! Mein Leben ging weiter. Ich gehe zur Arbeit, treffe mich mit Freunden, habe wieder eine Beziehung ect... Verzeih das ich nur im April noch einmal bei dir war, als du deinen 21.Geburtstag gehabt hättest. Ich hätte nie gedacht wie ungern ich auf den Friedhof gehe. Andere Menschen wissen nicht damit umzugehen. Wenn ich deinen Namen erwähne, gucken sie nur beschämt runter oder wollen das Thema wechseln. Ich stehe da, ganz allein. Wie soll ichs denn machen? Das ist eben nichts was in einigen Monaten wieder gut ist. Es wird nie wieder gut sein. Ich denke jeden Tag daran, das so viele Menschen leben und ihr Leben total verkorksen, die sich ihrer Vergänglichkeit nicht bewusst sind. Du musstest nach nur 2 Jahren deiner Sterblichkeit ins Auge sehen. So viele Fragen die ich mir stelle. Was ist denn Glück? Worauf kommt es an im Leben? Was ist wichtig? Wozu bleibe ich hier? Ich will noch nicht gehen, aber warum? Wenn ich dich wenigstens fragen könnte. Doch ich spüre dich nicht mehr. Du bist fort und ich kanns nicht verstehen. |
| Ascaron | [SIZE=1]Ich kann ungefähr nachempfinden, wie Du Dich fühlst. Ca. 5 1/2 Jahre ist es her, daß ich meinen besten Freund verlor - plötzlich, unerwartet. Kurz vorher hatten wir noch telefoniert. Ich war auch nicht oft auf dem Friedhof, dort, wo seine Asche unter einer Steinplatte begraben liegt. Ich fühle mich dort nicht sonderlich wohl, die Erinnerungen an die Trauerfeier schmerzen. Aber ich glaube, es ist auch wichtiger, den geliebten Menschen nicht zu vergessen, sondern immer in seinem Herzen zu behalten. Ich habe viel von M. gelernt. Daher glaube ich, daß er ein Stück weit in mir weiterlebt. Das wird bei Deiner Freundin und Dir sicher ebenfalls so sein, auch wenn Du es momentan nicht siehst. Es ist schwer, einen geliebten Menschen zu verlieren, aber der Schmerz wird irgendwann weniger werden. Ich habe viel Trost in der Erinnerung an ein paar Gespräche mit M. gefunden. Ich wünsche Dir, daß auch Du Trost findest. Falls es Dich interessieren sollte, ich habe vor einiger Zeit einen Brief an M. geschrieben, in dem ich die Geschichte ein bißchen ausführlicher beschrieben habe. Vielleicht hilft es Dir ein wenig: [url]http://www.nachtwelten.de/vB/showthread.php?s=&threadid=37064&perpage=15&pagenumber=11[/url][/SIZE] |
| Black Rat | Heute ist ein trauriger Jahrestag. Vor genau einem Jahr bist du fortgegangen. Ich erinnere mich daran, wie deine Mutter mich auf der Arbeit angerufen hat und es mir erzählte. Wie sie sich auf der Beerdigung dafür entschuldigte, da sie mich damit so erschrocken hat. Aber ganz ehrlich: ich hätte es von niemand anderem erfahren wollen. Eigentlich wollte ich dich an diersem Tag im Krankenhaus besuchen. Stell dir vor, ich wäre ins leere Zimmer gekommen, ohne Vorwarnung. Das Geschehene vor die Birne geknallt bekommen und im ersten Moment allein dagestanden. Eine Schwester hätte es mir dann wahrscheinlich erzählt. Eine kalte Vorstellung. Am liebsten hätte ich mich sowieso ab diesem Tag verkrochen, vielleicht für einige Monate. Um alles in Ruhe realisieren und ein Stück verarbeiten zu können, aber das ging eben nicht so einfach. Der Alltag ging weiter, als sei nichts geschehen. Und doch hat mich dieser 28.11.2005 verändert. Dieser Tag ist verdammt nochmal schon ein Jahr her! Die Zeit rast, heute bleibt sie plötzlich stehen. Ich erinnere mich wieder an das Licht des Sonnenuntergangs, der auf dein mit Blumen und Kerzen geschmücktes Grab schien, an diese Kiste namens Sarg in der du drin liegen sollst, an die schöne Rede, an die Songs unserer Lieblingsband, die ich mir bis heutwe nicht anhören kann. Inzwischen bin ich weiter weg gezogen, in eine andere Stadt. Hamburg würde dir gefallen, obwohl du mich damals gebeten hast nicht wegzuziehen. Ich wünschte du wärst bei mir. Denn heute konnte ich dich nicht besuchen auf dem Friedhof. Bitte entschuldige! Ich denke auch ohne mich wirst du heute viel Besuch gehabt haben. Du weißt ja, ich bin ne Rumtreiberin... Aber ich denke an dich, sehr oft habe ich das getan. Über das Warum....warum du, warum so früh, warum auf diese Art und Weise. Ich fand keine Antworten. Außer einerdeiner letzten Sätze an mich: "Ich habe keine Kraft mehr." Die Worte hallen noch heute in meinem Ohr. Ich habe viel geweint in diesem einen Jahr, obwohl es dir nie so recht war dass jemand weint. Aber ich muss, ganz besonders heute. *In stillen Gedenken an dich C.* |