| Black Dawnie | Seit ich ihn kenne finde ich ihn sonderbar schön, ich habe das Gefühl, dass ich gleich einen Einblick in sein Inneres hatte. Dabei ist er mir so unbekannt und fern. Es ist eine tiefe Bewunderung die ich empfinde und eine Verbundenheit die ich mir nicht erklären kann. Es fing damit an, dass eine Projektwoche an unserer Schule statt fand. Er war zu der Zeit ein neuer Lehrer an unserer Schule und ich kannte ihn nicht doch schrieb ich mich für sein Projekt "Konditorei" ein, da ich soetwas unglaublich spannend finde. Als das Projekt begann und er zum ersten Mal den Raum betrat spührte ich diese Besonderheit, er trägt immer Anzug, hat eine wunderbare Art zu sprechen und eine solche Anziehungskraft dass man seinen Blick nicht abwenden kann. Ich klebte an seinen Lippen und sog alles auf was er sagte, soetwas hatte ich vorher nie erlebt. Mein ehemaliger Klassenlehrer nannte mich immer bei meinem Spitznamen (diesen möchte ich nicht nennen ^^") und auch er fing auf einmal an mich so zu nennen. Als ich ihn fragte warum er mich so nannte entschuldigte er sich höflich dafür und fragte ob mir das etwas ausmachen würde aber es machte mir ganz und garnichts aus! Vor beginn der Schule wird bei uns immer etwas vorgetragen oder vorgelesen, dies machen die Lehrer abwechselnd. Irgenwann einmal las er eine seiner Kurzgeschichten vor und dies tat er in einer solchen Ausdrucksweise wie ich sie vorher noch nicht erlebt hatte, die Geschichte schien lebendig zu sein und er gab ihr soviel Gefühl und ...ich kann es garnicht mit Worten beschreiben. In der Zeit als er las bewegte sich die Erde langsamer und ich genoss es in seiner Stimme vollkommen verloren zu gehen, es war einmalig. Es vergingen zwei Jahre in denen ich darauf warten musste ihn als Fachlehrer zu bekommen, ich wünschte es mir wie nichts anderes auf der Welt. Ich dachte lange darüber nach ob ich in ihn verliebt bin aber das bin ich nicht, ich weiß nicht wie ich es beschreiben soll aber es ist nicht ein Gefühl des "verliebt seins" wie man es sonst hat, keine Schmetterlinge im Bauch oder ähnliches. Es ist ein Gefühl der Vertrautheit, wenn er in der Nähe ist fühle ich mich wohl und zufrieden. Nun endlich seit einem halben Jahr habe ich ihn in Geschichte und freue mich seitdem auf die Schule. Er hat etwas bannendes, etwas dem man nicht ausweichen kann. Er ist im Unterricht anders als sonst, aber er erzählt wunderbar und weiß fast alles. Doch ich denke es schmerzt ihn ein bisschen seine Zeit an Menschen verschwenden zu müssen, die es nicht interessiert was er sagt, mich interessiert es sehr. Ich hatte schon oft das Glück mich in den Pausen mit ihm unterhalten zu können, es ist einfach so interessant ihm zuzuhören...er erzählte mir einiges aus seinem Leben und machte mir Mut. Er raucht Vanille Tabak in seiner Pfeife (duftet fast genauso wie Black Devil) und er hat ein schönes Lächeln....außerdem ist er der einzige Mann den ich kenne, der kichert :). Ich habe mir sehr gewünscht mich mal länger mit ihm unterhalten zu können und heute ist etwas sonderbares passiert...wir haben unsere Klausuren von ihm wieder bekommen und meine war sehr schlecht ausgefallen (4 -). Nach der Schule bin ich noch geblieben um einem Mädchen Nachhilfe in Englisch zu geben, als ich aus der Toilette kam wusste ich genau das er im selben Moment aus der Tür des Lehrerzimmers treten würde(ich hatte noch eine halbe Stunde Zeit bis zum beginn der Nachhilfe) ich sah nach links und er trat aus der Tür. Ich grinste ihn an und sagte "Ich hab es doch genau gewusst!" er fragt mich "Was machst du noch hier?" "Ich gebe Nachhilfe in Englisch, das wissen sie doch..." er ist schon fast in der Tür zum Raucherzimmer verschwunden als er mich fragt "Kommst du mit? Ich rauche aber wenn das ok ist" "Da darf ich doch überhaupt nicht rein..." "Es ist ja niemand da" ich gehe ihm nach ins Raucherzimmer der Lehrer und setze mich ihm gegenüber an den Tisch. (Weil zwei Schülerinnen nicht anwesend waren bei der Klausur sollten sie als Ersatzleistung ein Referat halten und sich mit einer Aufgabe befassen zu der er ihnen einen 29 Seitigen Quellentext ausgehändigt hatte. Einige beschwerten sich das dies ja unfär sei) Er runzelte die Stirn, zündete seine Pfeife an und fing an sich wegen dieser Aufgabe zu rechtfertigen. Er wollte denke ich meine Zustimmung dafür, welche ich ihm versicherte. Er sprach weiter über diese Aufgabe und die Klausur und ich lauschte vollkommen gespannt seinen Worten. Irgenwann, es musste wohl schon eine halbe Stunde vergangen sein, machte er seine Pfeife aus und wir verließen den Raum wieder. Er entschuldigte sich dass er nun nach Hause fahren müsse und lächelte mich lieb an, verabschiedete sich und dann ging er. Im Moment bin ich zufrieden. |