| Demon17 | Bei all der Gefühlsduselei hier auf den Nebelpfaden komm ich mir richtig tot vor. Kalt wie Eis. Da wird ein Bohei gemacht um ein bisschen verpasste Beziehung. Dabei hab ich mir überlegt, wann ich das letzte Mal so etwas wie Bedauern verspürt habe, dass mit einem anderen Menschen zusammenhing. Ich mußte viele Jahre zurückdenken, als sich einer von zwei besten Freunden mit fünf Stichen ins Herz umbrachte. Ich hörte davon beim Mittagessen, aß aber ungerührt weiter. Ich hatte zwei Tage vorher einen Abend mit ihm verbracht und es war wie immer. Erst bei seiner Beerdigung brach ich dann Hemmungslos in Tränen aus und mußte mich bald darauf in den Wald zurückziehen, wo ich dann übersinnliche Erlebnisse hatte, die mein wissenschaftlich geschulter Verstand nicht leugnen konnte. Er fehlte mir noch Jahre. Der andere Kumpel wurd Techno - kein Wort davon. Doch seitdem vermisse ich keine Menschen mehr und käme wunderbar allein auf der Welt klar, emotional gesehen. Mich interessiert eigentlich nur noch themenorientierte Kommunikation, egal mit wem. Insofern fühl ich mich auch in der Annonymität sehr wohl. Hamburg war diesbezüglich sehr angenehm. Die moderne Massenuniversität ebenso. Teilweise interessante Menschen zu denen man belanglose kurzfristige Kontakte hat, meist zweckgebunden, ohne großen emotionalen Aufwand. Gerade die Uni hat mir dabei sehr geholfen Menschen mit derselben Distanz zu betrachten, mit der ein Biologe einen Ameisenhaufen beobachtet. Sicher man lernt hin und wieder Leute, meist aus der Szene kennen und verbringt einige Zeit zusammen, aber bei mir entsteht nicht der Wunsch nach mehr oder nach Wiederholung. Ich glaube für mich überwiegen die Nachteile sozialer Kontakte inzwischen deren Vorteile. Wer kaum ein Bedürfnis nach Gesellschaft hat, hat irgendwie nichts davon. |
| Kampfsau | Solche Menschen soll es ja auch geben.Ich habe ja auch mal gerne meine Ruhe und Distanz zu anderen Menschen aber nicht ständig. Ich finde so eine einsame Existenz ganz ohne wirkliche soziale Bindungen irgendwie leer und langweilig.Mir würde da auch irgendwie die Bestätigung und der Rückhalt fehlen. Die meisten Menschen haben so ein soziales Bedürfnis.Aber es gibt immer Menschen die anders Empfinden und warum sollte es nicht so sein dürfen. |
| Demon17 | Ich glaube es hat zwei Gründe, einmal ist das Herz irgendwann mal ausgeblutet. Soziale Kontakte hin oder her, wenn keine gefühlsmäßige Bindung mehr entsteht ist der Unterhaltungswert relativ gering. Es fehlt einfach das Motiv sie zu festigen. Dann ist da noch der Vorteil der Kontrolle, man kann z.B. über ein Board sehr viel besser kontrollieren wen und was man an sich ranläßt. An welchem Gespräch man sich beteiligt und an welchem nicht. Man muß ja nicht antworten. Aber es ist ein langer Prozeß vom Klassensprecher und Multi-Cliquen-Member zum Einzelgänger. Ich kann das was Du sagst nachvollziehen. Doch mir half damals die heilige Dreieinigkeit, Cure, Joy Division und Bauhaus diesen Vereinsamungsprozeß zu genießen. Irgendwie ist es das was mich schwarz machte und genau das suche ich heute noch. Kunst, die diese Leere füllt, ja sie als Resonanzkörper voraussetzt. Es hat ja auch mit Desillusionierung zu tun und mit sich ständig wiederholenden Erfahrungen, die das zwischenmenschliche so langweilig machen. Kaum noch Menschen, die einen Überraschen, diese ewig gleiche Gruppendynamik, die sich immer wieder nach den gleichen Mustern vollzieht. Außerdem hat das Eis einen ganz entscheidenden Vorteil, die Ruhe, diese herrliche Ruhe, die es einem erspart sich permanent mit der emotionalen Aufarbeitung sozialer Einflüsse zu beschaftigen. Ich galeube die emisten Menschen kommen nie mit sich ins reine, weil sie einfach bei der Reizüberflutung keine Zeit haben mal seelisch bei sich aufzuräumen und hektisch nach der Anerkennug der Anderen ringen, die einem bei meinem Verhalten von allein zufällt. Jedenfalls nicht geringer ist, soweit ich das wahrnehme. |
| Weltenbummler | natürlich wirst du, Demon 17 , mich nicht mehr oder minder beachten wie all die anderen um dich, die dir nichts bedeuten... natürlich wirst du - und berechtigt, wohl- meine worte an dir vorüberzeihen lassen und sie als emotionales geschwätz der Weltenbummler abtun... wenn du dich überhaubt soweit hiermit befasst... doch, Demon, lese ich dás wissen um die eigenen schwindel, das wissen um die eign'en Lügen, in deinen worten... das einrededen des positiven, denn, sicher ist es leichter mit einer illusion zu leben als mit der gewissheit zu sterben... doch, sei ehrlich, nur ehrlich, und nur zu dir selbst... meinst du dies wirklich so, so wie du es sagst... ist es nicht was ich sagte? bist du denn zufrieden, so wie es jetzt ist? und, ja, ich spreche absichtlich nicht von glück... glück... was ist das schon... schalom.... bummler |
| Demon17 | Ja ich glaube was ich sage, ich sage dies vor dem Hintergrund, das meine sozialen Bedürfnisse durch Familie und die unvermeidbaren Kontakte zu Kollegen weitgehend gedeckt sind. Das meine Bedarf nach Kommunikation sich an Boards befriedigen läßt und das ich immer wieder dieselbe Erfahrung mache, dass mich soziale Netze eher einschränken als befreien. Das mich das Sozialverhalten der Menschen in Gruppen eher abstößt als anzieht. Denn es ist im Grunde immer das gleiche. Egal ob in eltären Kreisen oder in der Subkultur. Egal welche Werte und Normen herrschen, ob mit oder ohne Moral. Das was mich motiviert mich mit Menschen auseinanderzustzen ist ein Thema, eine thematisch orientierte Kommunikation, egal mit wem, es geht um das Niveau, die Qualität und nicht um Personen. Mit Einzelnen komme ich ganz gut klar, doch Gruppen sind mir zu anstrengend, zu verpflichtend, nehmen zu viel Einfluss auf mich, wer den nicht zuläßt so wie ich gehört automatisch nicht mehr dazu. Doch, ich denke ich komme so besser klar, auch wenn mir das ein oder andere fehlt. Weißt Du, ich nehme Menschen einfach nur in Rollen war und will sie auch gar nict "persönlich" kennen lernen. Die Gesellschaft ist funktional Differenziert, doch viele Menschen möchten zurück in die alte Gruppenstruktur mit face to face Beziehungen, wo jeder jeden kennt usw. Ich fühle mich in der Annonymität sehr wohl und versuche deshalb nicht dauerhafte soziale Kontakte aufzubauen. Es fällt mir leicht zielgerichtet oberflächliche Kontakte herzustellen falls ich sie benötige und sich das mit meinen Werten vereinbaren läßt. never surrender demon17 |
| Demon17 | Ich sitze seit einer stunde am PC höre die Sisters of Mercy und überlege was ich will. Ich möchte dem oben gesagten noch etwas hinzufügen. Jeder Mensch versucht seine Umelt zu kontrollieren. Die Erfahrung kontrolliert zu werden erzeugt Frustration. Doch andererseits können wir nur etwas gemeinsam erreichen. Deshalb gibt es Organisationen, die Menschen für Geld also für die Versorgung mit materiellen Gütern dazu bewegen zusammenzuarbeiten. In der Hirarchie wird jedem seine Rolle und Aufgabe zugewiesen. Doch wir alle machen die Erfahrung, das diese Hierarchie die Menschen auf Funktionen reduziert, die diese oft nicht befriedigen. Mehr noch, das Einzelne in ihnen versuchen ihre Machtgelüste zu befriedigen. Ein guter Vorgesetzter begreift seine Aufgabe als Verantwortung, ein schlechter fühlt sich persönlich über die anderen erhoben. Dieses Rangstreben, die böse Hackordnung, findet sich auch in weiten Bereichen der Szene wieder. Prestigedenken, wer kennt wen und wer alle kennt ist der Größte. *kotz* Vielleicht ist es ja auch nur die Angst vor Einsamkeit, die die Menschen dazu bewegt sich in ihrer Freizeit dem auszusetzen.Ich persönlich bin Einzelgänger, doch wir können gemeinsam viel mehr erreichen als allein. Deswegen ist mir die Ambivalenz meiner Haltung bewußt. Ich weiß ich bin nicht allein und zumindest einige denken ähnlicdh wie ich und lehnen diese Hackordnungen, die offenbar in der Natur des Menschen liegen und sich unbewußt immer wieder einschleichen genauso ab wie ich. Mit diesen Leuten möchte ich gemeinsam Ziele erreichen, die wiederum der schwarzen Szene dienen. Denn sie ist trotz aller Mängel und Vermainstreamung, mit der der Verlust subkultureller Werte und Ideale einhergeht immer noch mehr als eine Mode. Mein Ziel ist es das es so bleibt, ja das das modische in den Hintergrund tritt und das Anderssein wieder als wertvoll und zentraler Inhalt dieser Bewegung begriffen wird. Ich will die Dominanz der Gegenkultur. Das Bewußtsein, das der schwarze Wahn, die irrationale Faszination unserer Abgründe wieder in den Vordergrund tritt. .... und ich kann es nicht wirklich ausdrücken, aber vielleicht verstehst Du mich.:) dark dreams demon17 |
| Demon17 | Mal wieder den Cut überlebt, die Hälfte der Kollegen wurde gefeuert. Doch es waren nicht die schlechtesten. Ihr kotzt mich an, die ihr glaubt soziale Netzwerke seien wertvoller als 1% Leistung. Denn es geht nur um Leistung wenn ihr im internationalen Wettbwerb überleben wollt. Nothing else matters. Kapiert es endlich ihr Heuchler und selektiert endlich die, die sich auf Ansprüche, soziale Beziehungen und Arschkriecherei berufen. Vielen Vorgesetzten geht es eher um Unterwerfung als um Leistung. Ich sitze hier im Vollrausch und fordere endlich die Besseren zu fördern. no mercy demon17 |
| Demon17 | Eigentlich wollte ich heute Nacht hinaus in den Wald, doch ich werde wieder keinen Ort finden, an dem mich nicht die Lichter der Stadt verfolgen, an dem nicht die Motorengeräusche aus der Ferne zu hören sind. So bleibe ich in meinen vier Wänden höre Goethes Erben und muß beim Sitz der Gnade an eine vietnamesische Hure denken, die auf einem Lyrik-Board mitreißende aber auch brutale Gedichte und Texte veröffentlicht. Aus ihrem Leben voller Brutalität und über ihren Hass. Eines handelt von der Hinrichtung eines Delinquenten auf dem elektrischen Stuhl und ich höre den Sitz der Gnade und denke an die Stelle wo sie beschreibt wie dem Verurteilten die Augen aus dem Kopf herausquellen undwerden gebraten wie Spiegeleier. In ihrer Signatur steht ein Zitat von Sabrina Setlur "...keine ist wie Du..." und ihr Hass frißt Sie langsam auf. Warum ist eigentlich alles so kaputt? Warum gibt es keine unberührte Natur mehr? Warum werden Kolibries zu Bestien? Ich denke ich werde heute nacht noch ein paar Gedichte von Hazel Crowley lesen in den Gärten der Poeten. Sie ist so schön traurig, auf eine Art und Weise die mir nicht die Träume verdirbt... |
| Demon17 | Hey man, ich liebe es. Seit 10 Tagen Urlaub, allein in meiner Wohnung. Geschlafen, geposted und mich selbst genossen. Das Leben ist herrlich, die nächsten Monate bin ich finanziell abgesichert. Alles Weitere wird sich zeigen. Langsam beginne ich darüber nachzudenken wie ich mich neuen Dingen widmen kann, außerhalb des täglichen Einerleis bei der Arbeit und in den Clubs. Wie ich den alte Zauber neu erwecken kann, oder einen neuen finde. Wie das Leben wieder in einen Traum zu verwandeln ist, der mich noch ein paar Jahre begleitet, so wie es 2001 war als ich wieder tanzen ging und mir die Wesen der Nacht als die Ausgeburten eines dunklen Traums erschienen. 6 Jahre hatte ich nicht mehr geträumt, 6 Jahre und die Psyche hat es mich gekostet... Ein neuer Traum, ein neuer Traum und Menschen die keine Hackordnung benötigen, für die soziale Kontakte keine Frage des Prestiges oder der Selbstbestätigung sind, sondern Anregung und neue Möglichkeiten bedeuten. Ich muß mich zusammenreißen, ich könnte noch jahrelang so weiter leben und schlafen und posten und Fernsehen schauen... Doch wer rastet der rostet, ich beginne zu verfallen, körperlich und geistig. Es wird Zeit für neue Herausforderungen. |
| Seneca | [QUOTE][i]Original geschrieben von Demon17 [/i] [B]Ich muß mich zusammenreißen, ich könnte noch jahrelang so weiter leben und schlafen und posten und Fernsehen schauen... Doch wer rastet der rostet, ich beginne zu verfallen, körperlich und geistig. Es wird Zeit für neue Herausforderungen. [/B][/QUOTE] Genau aus diesem Grund widme ich mich seit zwei Jahren wieder verstärkt meinen spießigen und absolut ungruftigen Hobbies... Was Deine Ausführungen bezüglich der Netzwerke angeht...die darf man nicht unterschätzen, speziell nicht im Job. Egal ob nun interkollegial oder unter Geschäftspartnern...eine Auftrag bekommt man oft genug nicht wegen der Zahlen...da spielt auch die Sympathie zwischen den Vertragspartnern eine Rolle...speziell im Mittelstand ist das ganz extrem der Fall. Was Dein Gefühlsleben angeht, und die Suche...hört sich ganz so an als bräuchtest du mal einen Tapetenwechsel...und sei es auch nur mal eine Woche...! |
| Demon17 | Hallo Seneca, schön Dich zu lesen. Glaubst Du, das mit den Netzwerken weiß ich nicht? Warum wohl hab ich an der Uni nicht weiter gemacht? Dort geht es nur um Vitamin B. Ich war zwei Jahre im Außendienst usw. Ich hatte Netze, zu denen nur jemand Zugang hatte, den ein Mitglied seit Jahren kannte und war in drei Cliquen gleichzeitig und daß mindestens 10 Jahre lang... weißt Du was, in der Wirtschaft bereinigt sie der Markt wenn die Objektives nicht mehr stimmen. Es dauert, denn diese Netze können sehr groß sein und sie vermeiden Wettbewerb wo sie können. Was hat wohl Japans Wachstumsdynamik zum erliegen gebracht? Wieso erstarrt dieses Land? Warum bauen große Firmen so viel Arbeitsplätze ab und haben einen Betrugsskandal nch dem anderen? Siehe Siemens und VW. Das ist nicht einmal die Spitze des Eisberges. Das Regulativ des Marktes ist es, das die Netze zerreißt und dem Neuen eine Chance gibt. Deshalb ist der Kapitalismus so erfolgreich. Deshalb bildet sich keine Oligarchie, die alle Branchen unter sich aufteilt. Dasselbe in der Politik. Die Wahlen zerreißen die Netze und es müssen sich neue bilden. Bis sie soviel Ballast mit sich schleppen, daß sie wieder zerreißen. Ja ein Tapetenwechsel wäre nicht schlecht. Eine neue Stadt, eine neue Aufgabe, neue Menschen. Ich bin schon oft von vorne Angefangen. Ich denke ich werde es diesmal anders machen und nicht alle Brücken hinter mir abbrechen. Liebe Grüße demon17 |
| Seneca | Andererseits kann eine gute Partnerschaft auch außerhalb des üblich geschäftlichen, Umgangs erhebliche Synergien hervorbringen. Wenn es z.B. um Projekte geht die man aufgrund der derzeit zögerlichen Kreditvergabe von Seiten der Finanzwirtschaft nicht alleien auf die Beine stellen will, oder kann...Wie gesagt, meine Erfahrungen beschränken sich auf kleine und mittlerer Betriebe. Bei den großen ensteht so scheinbar oft nur Filz. Da haften die Manager und Abteilungsleiter aber auch nicht persönlich...! Speziell in der Politik geht deine Rechnug aber offensichtlich überhaupt nicht auf, wenn ich mir ansehe wie viele Dauerwürstchen dort herumhängen...wenn es dort jemanden erwischt, hat er/sie/es doch meiste nur den Fehler begangen, in irgend einer Weise Profil gezeigt zu haben. PS: Möge die N(M)acht mit Dir sein...! |
| Demon17 | Klar Seneca, Parteien sind Netze, aber stell Dir das mal in der SU vor, da herrschten die Netze der Herrscher solange sie lebten. Am Ende hast Du nur noch Marionetten und Altersstarrsinn. Was meinst Du, warum Gorbatschow den Laden dicht gemacht hat? Leider habe ich nur zwei Hobbies, dichten und tanzen, die beide sehr von der Stimmung und Inspiration abhängig sind, so daß ich sie nicht ausüben kann, wenn mich die Muse nicht küsst, oder das große Schwarz mich die Ewigkeit im Tanze erahnen läßt. Auch hier lenken die Menschen doch sehr ab, mit ihren Eitelkeiten. Ich suche mir ja immer große Hallen mit halben Fußballfeldern als Tanzflächen und doch behindern sie mich manchmal, auch wenn jeder zig Meter Platz hätte, indem sie in meiner Nähe tanzen, so daß ich die Augen nicht schließen kann. Ein Sakrileg, sie werden nie verstehen, das es nur sie und die Ewigkeit gibt. Irgendwann kommt die endlose Nacht Seneca, wir werden es lieben, glaub mir. |
| fragment | Hallo Demon, Was du vor einem Jahr über Gruppendynamiken und Menschen, die in sozialen Kontakten vor allem ihren Status bestätigen wollen geschrieben hast, hat mir die Augen gerade ein klein wenig weiter geöffnet. Ich weiß bis jetzt nur wage, warum ich die meißten Menschen, die mir so über den Weg laufen gar nicht näher an mich heranlassen möchte. Ich glaube das von dir Beschriebene ist ein Grund. Danke für die kleine Anregung am Morgen; und viel Glück bei der Suche nach einem neuen Zauber. Zauber ist gut...denn Zauber macht, dass man sich lebendig fühlt. Gruß fragment |
| Demon17 | Da nicht für...;) und danke Unkraut vergeht nicht. |
| Demon17 | Oh maan, kaum gefeuert ein neuer Job bei der Telekom, nette Leute, aber sie streiken dauernd und irgendwie befürchte ich in so einem Callcenter mit Miniboxen zu landen. 1,5 qm pro Arbeitsplatz oder so etwas. Aber was solls der Arbeitsmarkt zieht an und schon bin ich Produktionsleiter in einer kleinen EDV-Bude. 2 km von meinem Wohnort, ganz ohne Beziehungen. Allein und isoliert. Das Leben kann seltsam sein, nun muß ich kündigen. 5 Jahre Zeitarbeit, 5 Jahre lang Ware. X-mal gemobbt und gedeckelt und immer wieder nein gesagt und nun das. Na schaun wir mal. Ich mag start ups. Ich werde immer wieder das Risiko wählen, die Selbstständigkeit, das Know How. Wenn die Aufgaben noch nicht 50 mal aufgeteilt sind und nur noch die Dauer der Betriebszugehörigkeit zählt, oder die Beziehung zum Vorgesetzten. Ich mein ich hab nichts gegen Menschen aber ich finde Beziehungen sollten sich ohne Hintergedanken entwickeln. Es ist wie es immer war, ich halte immer noch die Chancen offen, habe aber bisher nichts realisiert. Wer nicht in Raster paßt hat es schwer in diesem Land. Die Sonne scheint, aber es stört mich nicht. Heute nacht tanzen wir in einem Schloss auf dem Lande...:) Ich weiß nicht, einerseits zerreißt der Kapitalismus die Netze, isoliert die Menschen und zerstört soziale Beziehungen, anererseits sorgt er für Rationalität. Die Menschen werden ständig zur Verwirklichung neuer Ziele reorganisiert. Ich glaube deswegen funktioniert dieses System besser als andere. Menschen wollen Kontrolle über ihre Umwelt. In weniger instabilen Umwelten gelingt es immer Minderheiten, die anderen zu kontrollieren und ihrer Dynamik zu berauben. In der Marktwirtschaft ist es gerade diese Kontrolle und der daraus resultierenden mangelnden Dynamik, die einen Wettbewerbsnachteil darstellt. Die Interessen der Menschen in den großen Organisationen stehen nur noch indirekt in Zusammenhang mit den Interessen des Unternehmens, oder der Aktionäre. Das Unternehmen will wachsen, das schafft neu Arbeitsplätze, Karrierechancen, Aktionäre wollen möglichst hohe Gewinne und sind nicht bereit ein Wachstum zu finanzieren, das den Profit nicht optimiert. Hinzu kommt das strategische Verhalten von Mitarbeiten, denen individuelle Karriereziele wichtiger sind als Profite oder die Arbeitsplätze der anderen. Dies führt manchmal dazu, das in einer Firma in der ständig Erfolge kommuniziert werden, in Wirklichtkeit horrende Verluste gemacht werden. Eine große Organisation, ist eine organisierte Heuchelei, immer. Jedenfalls nach den Erkenntnissen führender Sozialpsychologen in der Organisationsforschung. Meine Erfahrungen sind da nicht so eindeutig, bestätigen diese These aber in sterbenden Unternehmen. Doch der Zwang zur interessegeleiteten Kommunikation von Erfolg, bzw. der direkten kausalen Erklärung von Mißerfolg, aus der Retrospektive steigt wahrscheinlich von Hirarchiestufe zu Hirarchiestufe. Also werden irgendwann ganze Organisationen abgebaut, denn es gibt ja viele einander kontrollierende Hierarchien. Ich denke in einem zentralistisch verwalteten System, ist die Reaktionszeit einfach zu lang, bis die Organisationen gezwungen werden sich an die (Welt-) Umwelt anzupassen. Gehen wir von einer Weltgesellschaft aus, so besteht dieser Zwang immer dann, wenn eine Dienstleistung oder ein Produkt preisgünstiger Angeboten werden kann, als bisher. So entsteht Massenwohlstand, denn der einzelne kann sich (im Normalfall immer immer mehr leisten.) Man denke an die die Preisentwicklung bei den PC´s, den Telefon- und Onlinegebühren etc. Die Rohstoffpreise können dem natürlich entgegen wirken bis ein Substitut gefunden ist. Andererseits führt diese ständige Reorganisation zur Zerstörung sozialer Beziehungen. DIe Fortpflanzungsquote sinkt in den entwickelten Ländern ständig und es stellt sich die Frage, wozu der Wohlstand, wenn die Spezies auf Dauer bei dessen Herstellung ausstirbt? Denn den Schwellen und Entwicklungsländern wird es auch nicht anders gehen, wenn sie erst entsprechend entwickelt sind. |