| Travia | Alles fing an in Münster, Sonntag morgen. Der Samstag war ein erfolgreicher Tag, wir hatten ne Menge Spaß, haben rumgealbert und ich hab dich besser kennengelernt. Noch nicht sehr gut, aber besser. Als du gefahren bist, war alles in Ordnung, oder? Und dann kommst du Sonntag morgen kreideweiß auf uns zu und sagst, dein Kopf täte weh. Dann seh ich, wie dir Speichel aus dem Mund läuft, denn deine linke Gesichtshälfte hängt. Mir schwant nichts gutes. Nachdem du schon nicht mehr richtig aufrecht sitzen kannst, lauf ich los, um die Sanis zu holen. Eine andere war zwar schon gegangen, aber das dauerte mir zu lange... In der Zwischenzeit bist du zusammengebrochen. Dann geht alles sehr schnell, die Sanis rufen den Notarzt und der bringt dich ins Krankenhaus. Ich fahre im Wagen hinterher, baue fast einen Unfall, so bin ich durch den Wind. In der Notaufnahme bist du an diverse Maschinen angeschlossen, und das Sprechen fällt dir immer schwerer. Ich streichel deine Schulter und du drückst dein Gesicht gegen meine Hand. Man kann deine Angst spüren, denn inzwischen ist die ganze linke Seite gelähmt. Als der Arzt dann mit dir zum CT läuft, und dich nicht den Pflegern überlässt, krampft mein Herz sich zusammen. Mit deinen Schuhen und deinem Portemonnaie in der Hand warte ich fast eine Stunde. Und dann kommst du wieder raus, der Arzt sieht hektisch aus, winkt ab, als ich zu dir will. Aber du bestehst drauf, und sie schieben dich kurz neben mich. Da greifst du nach mir und fängst an zu weinen: "Sonja ich hab einen Schlaganfall!" Ich drücke dich und gebe dir einen Kuss auf die Stirn, sage dir, dass alles gut wird. Der Arzt will dich sofort in den OP schieben, aber du lässt mich nicht los. Irgendwann musst du. Die Stunden, die du im OP bist, sind endlos. Ich bin da, als du auf der Intensivstation langsam versuchst aufzuwachen. Wahrscheinlich weisst du das nicht mehr. Ich warte bei dir, bis deine Mutter da ist, und bleibe noch ein wenig länger... Du hast alle Komplikationen bekommen, die man kriegen kann. Seit zwei Wochen liegst du im künstlichen Koma. Letzte Woche bist du dreißig geworden. |
| more | Das ist sehr schlimm. Ich hoffe mit dir, dass alles gut wird. Ansonsten fehlen mir die Worte. Ich kann dir nur alle guten Wünsche und Gedanken schicken. |
| x-xcva | [size=1]Auf diesem Wege meine besten Wünsche. Ich hoffe Du bist von Menschen umgeben, die Dir Halt bieten können...[/size] |