| DarkIvy | Der Tag begann mit einem müden, verschlafenden Lächeln. Ich war zwar müde, doch die Sonne schien, ich fühlte mich zufrieden und erwartete einen schönen Sommertag. Der letzte Abend war lustig gewesen, ich hatte mit einer guten Freundin in ihren Geburtstag reingefeiert und ich dachte, dass das gute Gefühl noch lange anhalten würde. Doch die Zugfahrt nach Hause brachte mir zu viel Zeit, um darüber nachzudenken, was in der letzten Woche passiert war. Ich hatte eine schwere Entscheidung getroffen und diese in die Tat umgesetzt. Das Ergebnis war gewesen, dass ich mich besser fühlte. Ich habe meine Freiheit genossen… Doch warum fühle ich Bedauern? Warum habe ich mir so große Sorgen gemacht, als er für ein paar Tage spurlos verschwunden war? Warum möchte ich ihn so sehr wieder sehen? Warum fühle ich diesen Stich im Herzen, wenn ich Bilder betrachte, auf denen er mit irgendeiner Bekannten oder Freundin in die Kamera lächelt? Warum? Diese Fragen sind durch meinen Kopf geflogen, als ich dort allein im Zug saß und die Landschaft an mir vorbeifliegen sah… Sind in mir doch stärkere Gefühle für ihn als ich annahm? War es eine falsche Entscheidung? Ich habe an diesem Tag viel nachgedacht… Nein sagt mein Kopf, nein sagt mein Verlangen nach Freiheit, nein ist meine Entscheidung aber mein Herz weint um den Freund, diesen besonderen Menschen, meinen ersten Mann, den ich weggeschickt habe, den ich um meiner selbst wegen weggeschickt habe… In meiner Brust sind zwei Seelen, von denen eine noch in der Vergangenheit hängt… Diese eine Seele will nicht akzeptieren, dass alles vorbei ist… so glaube ich, so will ich glauben… Ich kann nicht rückgängig machen, was ich getan habe und ich will es auch nicht… irgendwo tief in mir drinnen weiß ich, dass es richtig war, auch wenn ich mir im Moment nicht ganz sicher bin… Now, don't hang on Nothing lasts forever but the earth and sky It slips away And all your money won't another minute buy Dust in the wind All we are is dust in the wind All we are is dust in the wind… -“Dust In The Wind”; Kansas- Der Tag endet mit einem müden, traurigen Lächeln und ich versuche für die schöne Zeit, die ich mit einem besonderen Menschen haben durfte, dankbar zu sein. Ich sollte in die Zukunft blicken und nicht in der Vergangenheit hängen bleiben… |
| DarkIvy | Wahn... Seit ich wieder frei bin, kreisen meine Gedanken erneut ständig um ihn… ich betrachte seine Hände, wenn er in der Verlesung mitschreibt, betrachte seinen Hals, wenn er seinen Kopf zu Seite neigt, betrachte seinen Mund, seine Nase, seine Augen, betrachte ihn, in seiner Perfektion… versinke in Tagträumen, versinke in Vorstellungen, versinke in Wünschen… Wünsche, die niemals Realität werden, das weiß ich. Dieser Mann ist tabu und wird es bleiben… Ich bin besessen, bin besessen von ihm. Ich mache mich lächerlich und kann mich doch nicht ändern… Ich flattere wie ein orientierungsloser Schmetterling durch die Gegend. Taumel durch mein Leben. Sehe Menschen, die sich für mich interessieren doch sie alle verblassen… verblassen neben diesen Gott, den ich mir geschaffen habe... Ein Gott, so nah und doch unerreichbar… Ein guter Freund sagte mir, ich solle doch endlich aufhören so oberflächlich zu tun und diesen Gott endlich als das ansehen, was er ist. Als einen ganz normalen Menschen wie du und ich. Und ich weiß, dass er Recht hat… Doch ich bin besessen… |
| x-xcva | [size=1]wie fühlt es sich denn an, dieses 'besessen sein', wenn ich fragen darf?[/size] |
| sonic.sacrifice | [SIZE=1]Ivy, leider verstehe ich nur zu gut. Einen Abgott erschaffen ... ihn auf einen existierenden Menschen projizieren, auf einen so wunderschönen Menschen ... auch ich erstarrte einst vor Erstaunen, als ich einen nahezu perfekten Mann erblickte, es war der zweite Tag an der Uni, glaub ich ... ich erstarrte ... ein nordischer Gott ... er ging über den Flur im MTi und verkörperte nichts als seine Schönheit, die er trug, als sei sie eine Last und ein Segen zugleich ... ein Engel, gefallen aus der Grazie ... so dachte ich. Lange sollte er meine Träume beherrschen. Dabei war ich nicht frei und sogar noch weit weg davon. Ich konnte mir sogar diese Träumereien nicht erlauben. Meine Hände zitterten, als ich ihm beim Mittagessen gegenüber saß, ich verlor sogar den Salat von meiner Gabel. Vor einer Klausur wollte ich ihn umarmen, denn er sah so leidend aus ... und dabei war dieser Mann trotzdem und deshalb von einer unglaublichen Schönheit. Ich habe es nie zeigen können und spielte meine schwärmerischen Ausfälle runter. Auch später lernte ich Männer kennen und doch blieb der Gedanke, an diese Schönheit, die ich damals sah. Ich sagte mir, dass ich einen Mann haben will, der mindestens genau so schön und makellos ist, im Optischen. Sein Innerstes kannte ich nie. Dinge können sich ändern. Ich habe meine wahre Liebe gefunden und das nicht in ihm. Nun ist jeder Mann hässlich für mich. Selbst dieser, dem ich so lange Götterstatus gewährte. Für mich musste nur der richtige kommen. Er wird auch für dich kommen. Sei versichert. [/SIZE] |
| DarkIvy | Danke für deine lieben Worte sonic.sacrifice!:) @x-xcva: Kennst du das, wenn du dich in etwas hereinsteigerst, wenn du jeden Menschen, den du triffst mit einer bestimmten Person vergleichst? Wenn du Fehler total ignorierst, wenn du diesen Menschen nur noch anhimmelst, sobald du ihn siehst? Wenn du weißt, dass du ihn nicht haben kannst und er eigentlich auch tabu ist aber du trotzdem sagst "Dieser muss es sein"? Wenn alle anderen nur Ersatz für diese eine Person sind? Wenn du eifersüchtig auf andere Personen wirst, weil diese mehr Kontakt mit IHM haben als du? Das ist meine "Besessenheit"... Verstehst du, was ich meine?^^ |
| x-xcva | Hallo Ivy,- ich verstehe Dich absolut. Es ist wie eine Art sich selbst Verbrennen in rasender Sehnsucht, die zwar alle Attribute des Grauenvollen aufweist, aber selbst das ist besser, als innerlich tot zu sein. Meinst Du das? Nachfragegruß Mischa |
| DarkIvy | @mischa: Ja, so kann man das sagen...Lieber so, lieber verbrennen, als gar nichts fühlen... |
| DarkIvy | Was so ein ICQ-Gespräch doch "anrichten" kann... Manchmal ist es für einen wichtig einen besten Freund zu haben. Einen Menschen, bei dem man sich wohl fühlt, ein Mensch, dem man vertraut, auch wenn man sonst selten Vertrauen zu Menschen fasst. Ein Freund, der einen dazu bringt über sich selbst nachzudenken, der auch mal sagt, wenn er etwas an einem scheiße findet. Ein Mensch, bei dem man sich ausheulen kann, dem man seine dunkelsten Seiten zeigen kann und der einen danach trotzdem oder gerade deswegen mag. Ein Mensch, der alte verkrustete Wunden aufreißt und sie gründlich säubert, der den Eiter ablaufen lässt und dann hilft die Wunde sauber verheilen zu lassen. Ein Freund, der einem nahe ist, so nahe wie kaum ein anderer, dabei aber nur im Geiste nahe, niemals im Körper. Ein Mensch, der hinter die Maske schaut, die man aufgesetzt hat. Ein Mensch, der einen so verletzen könnte wie kein Anderer, des aber nicht tut, weil er einen verdammt doll mag… Ein Mensch, mit dem man Stunden verbringen kann, und das jeden Tag, und trotzdem nicht zu viel bekommt. Ein Mensch mit dem man reden aber auch gemeinsam schweigen kann. Ein Freund, der einem in den Hintern tritt, damit man sich wieder auch die Dinge konzentriert, die wichtig sind. Ein Freund, der einem auf die Beine hilft… Manchmal, nein IMMER ist es wichtig einen besten Freund zu haben… Hiermit möchte ich meinem besten Freund Sascha für seine Freundschaft danken, auch wenn er das hier wohl niemals lesen wird. Mein Leben wäre ohne seinen liebevollen Sticheleien, seine Schultern zum Ausheulen, seine Tritte in den A**, sein Zuhören, seine Geschichten und Witze, ohne IHN wohl viel leerer und trauriger. |
| x-xcva | [QUOTE][i]Original geschrieben von DarkIvy [/i] @mischa: Ja, so kann man das sagen...Lieber so, lieber verbrennen, als gar nichts fühlen... [/QUOTE] Hallo Ivy,- ich kenne das sehr gut, daher einmal ein kurzer Gedankengang, vielleicht als Anregung: Diese Gefühle, es sind Deine, was meint, sie kommen aus Dir und entstehen in Dir. Was geschieht nun, so Du von einem Menschen 'besessen' bist? Nun, ich würde meinen wollen, Du verknüpfst, diese, Deine Emotionen, mit einer bestimmten Person und machst sie folglich von dieser Person abhängig. Das was Du beschreibst ist Sehnsucht, diese deklarierst Du als 'besser als gar nichts'. Ergo, solange Deine Sehnsucht brennt, fühlst Du. Was dürfte also auf keinen Fall geschehen, damit diese Sehnsucht sich erhält? Sie dürfte nicht befriedigt werden. Könnte es sein, dass Du Dir genau die richtige Person für dieses Unterfangen wähltest, da 'er' unerreichbar ist? Das wirft die Frage auf, ob Du womöglich Dich selbst aus einem bestimmten Grund in diesem Zustand hälst, und wenn, welcher könnte das sein? Gut, oberflächlich betrachtet ist Sehnsucht besser als gar nichts, jedoch, Sehnsucht arbeitet ja eigentlich auf ihre Erfüllung hin, sonst würde sie gar nicht so brennen. Was glaubst Du käme nach der Sehnsucht? Es freut mich übrigens zu lesen dass Du Freunde hast. :) Liebe Grüße Mischa |
| DarkIvy | Kennt ihr noch diese kleinen Plastikponys, die vor vielen, vielen Jahren so beliebt waren? Ich glaube, sie hießen MyPony oder so etwas. Ungefähr so groß wie meine Hand, in "quietschigen" Farben, mit bunten Haaren, in allen möglichen Formen und Farben. Ich habe nie viel mit Puppen oder Barbies gespielt aber diese kleinen Pferdchen habe ich heiß und innig geliebt. Ich habe ihnen die Haare geflochten, wilde Rennen veranstaltet und mich in eine Traumwelt geflüchtet. Ich musste heute vormittag in den Keller und da sah ich sie...in einer alten dreckigen Kiste, achtlos verstaut. Ich sah die kleinen Mäuler, die bunten Haare, das Glitzern... Plötzlich standen mir die Tränen in den Augen. Ich setzte mich neben der Kiste auf den Kellerboden und nahm langsam ein Pony nach dem anderen aus der Kiste . Mit jedem einzelnen kamen wieder alte Erinnerungen hoch, Erinnerungen, die ich schon lange zur Seite geschoben hatte, und mit jedem wurde ich für einen Moment wieder zu dem kleinen Kind von damals. Ich saß da unten, mir wurde kalt aber ich konnte sie nicht wieder einpacken. Erst als nach 2 Stunden meine Mutter besorgt nach mir schaut, legte ich sie zurück, ordentlich, so dass jedes bequem liegen kann und Platz zum Träumen hat. Ich wünsche ich wüsste noch, wie ich all die Pferdchen benannt hatte aber mir fällt nur noch einer ein: Silbermähne. So hieß mein "Braut-Pony". Es ist ganz weiß bis auf ein rosa Herz auf der Flanke und hat silber-weißes Haar, das ich in die tollsten Zöpfchen geflochten habe. Damals hielt ich den Namen für den Schönsten auf der ganzen Welt, heute... nun ja, was bedeutet er heute? Heute symbolisiert er die Zeit, die unwiderruflich verloren ist. Noch hänge ich dieser Zeit nach, ich will noch nicht erwachsen sein. Ich kann noch nicht... Als meine Mutter heute gefragt hat, ob sie nicht langsam mal diese komischen, kleinen, verdreckten Plastik-Teile im Keller wegschmeißen könne, bin ich ihr fast an die Gurgel gegangen. So wie heute hab ich in letzter Zeit meine Mutter selten angefaucht. Wahrscheinlich habe ich ihr damit nur noch einmal bestätigt, dass ich noch nicht selbstständig oder so bin aber das ist mir auch egal... Meine Kindheit mag zwar im Keller bergraben werden aber ich werde sie nicht entfernen lassen... Noch ist sie nicht tot, noch ist tief in mir das alte Kind, das wieder die Tage mit Spielzeug-Ponys und Lego verbringen möchte... |
| DarkIvy | Heute war ich wieder in meinem alten Zuhause, in Neuss. Dieser Ort verliert für mich immer mehr an Wert. Dort mag ich aufgewachsen sein, aber inzwischen ist für mich dort nicht mehr viel. Nur meine Mutter und meine Oma. Und meine Hunde, meine geliebten Weggefährten. Sie sind es, die mich noch an Neuss halten. Ich weiß, es gibt viele Leute, die Hunde nicht mögen, weil sie angeblich nur Dreck machen, tollpatschig seien und vom Menschen völlig abhängig. Mag sein, aber ich habe noch keinen Menschen getroffen, der so treu ist wie mein Hund, ich habe noch nie einen getroffen, der mir mit soviel Trauer und gleichzeitiger Hoffnung doch noch mitkommen zu dürfen, nachgeschaut hat, ich habe noch keinen getroffen, der sich so sehr bemüht hat, mich zu überreden in Neuss zu bleiben oder ihn wenigstens mitzunehmen. Momentan hasse ich mein Leben, das es mir nicht ermöglicht meinen Hund hier in Aachen zu halten, das mir dieses Glück verwehrt. Wenn ich nachmittags nach der Uni nach Hause komme, ist keiner da, der sich vor Freude fast den Schwanz abwedelt oder die Wohnung demoliert; wenn ich morgens aufwache, ist keiner da, der mich mit einer nassen Labbi-Schnauze weckt; wenn ich abends ins Bett falle, ist keiner da, der mich begleitet; wenn ich total fertig bin und kaum noch weiterweiß, ist keiner da, dem ich meine Sorgen ins Ohr flüstern kann und der mich ohne Worte so sehr trösten kann; wenn ich krank bin, ist keiner da, der sich auf meine Füße legt und mich mit seinem warmen Pelz wärmt; wenn ich einsam bin, ist keiner da, der mir unerwartet sanft am Ohr schnuffelt und gekrault werden will. Es ist keiner da, der mich braucht und den ich brauche. Mein Hund ist 8 Jahre alt, mit Glück wird er 13. Wieder einmal überwältigt mich die Angst, eines Tages von meiner Mutter den Anruf zu bekommen, dass mein Carlos gestorben ist, dass ich mich nicht verabschieden konnte, dass ich ihn nicht noch einmal lebend sehen, spüren, riechen, hören werde, dass mein Gefährte von mir gegangen ist, ohne MICH noch einmal bei sich haben zu dürfen. Nun sitze ich hier. Die Tränen laufen mir übers Gesicht und tropfen auf die Tastatur. Mir ist kalt und ich fühle mich so furchtbar schlecht…. Heute ist kein guter Tag. |
| sonic.sacrifice | [SIZE=1]Einmal verglich Linnea meine Haare mit den Frisuren von MyPony ... ich hatte nie solche tollen Spielzeugtierchen ... allerdings habe auch ich Spielzeuge gesehen, die mich an meine Kindheit erinnern, mich in der Zeit zurückversetzen ... manchmal, so selten kommt noch dieses Kindhafte, Unbeschwerte von damals, das so gar nicht zu der angeblich erwachsenen und reifen Frau von heute passt ... ich musste schnell erwachsen werden, aber manchmal vermisse ich es, diese Sorglosigkeit. Das spielen mit dem Lieblingsspielzeug, stundenlang und ohne Gedanken an andere, weltliche Dinge. Irgendwie wird alles immer gut und es wurde gut ... und heute liegt es in meiner Hand, dass alles gut wird, niemand da, der alles für mich übernimmt und mir sagt, dass ich mir keine Sorgen machen muss, ruhig weiterspielen kann in meiner eigenen, bunten Welt ... Ich werde mich auch nciht so schnell von den alten Spielzeugen trennen können.[/SIZE] |
| DarkIvy | Ich hasse Menschen, die ihre Klappe nicht halten können. Ich hasse Menschen, die ihre "Eroberungen" laut hinausposauen müssen. Ich hasse Menschen, die sich total toll fühlen. Ich hasse Menschen, die glauben sie wären unwiderstehlich. Ich hasse Menschen, die sich wie kleine Kinder benehmen. Ich hasse Menschen, die sich überhaupt nicht benehmen können. Ich hasse Menschen, die mich erpressen wollen. Ich hasse Menschen, die geile alte Böcke sind. Ich hasse Männer.... alle... alle miteinander... Es gibt leider nur wenige Ausnahmen und bei denen schaffe ich es immer wieder ihnen weh zu tun bzw. es vermutlich zu tun...:( |
| sonic.sacrifice | [SIZE=1]Dein Hass ist auch mein, ich kann es nachempfinden ... ich wünsche dir Ruhe für diese Nacht ...![/SIZE] |
| DarkIvy | Abhauen, weggehen, die Beine in die Hand nehmen, spurlos verschwinden, fliehen, sich davonmachen… wie verlockend diese Worte doch klingen… Am liebsten würde ich noch heute meine Sachen packen, das wenige Geld, das ich habe, von meinem Konto abheben und einfach verschwinden… irgendwo von vorne anfangen… vielleicht nach Kanada, in die unberührte Wildnis, wo ich meine Ruhe habe, wo mich keiner kennt, wo ich niemandem begegnen muss, wo es egal ist, ob ich meine Klausuren bestehe oder nicht, wo es egal ist, wer ich bin… Ich will weg, einfach weg von dieser Welt, die meine Seele und mein Herz zerreißt…. Ich kann langsam nicht mehr… Auch wenn ich mir geschworen habe, niemals aufzugeben, so ist in der letzten Zeit immer wieder dieser eine Gedanke gekommen, der mich schon vor einigen Jahren heimgesucht hatte… nicht einfach nur dieses Land, diese Gesellschaft verlassen, sondern sich endgültig von dieser Welt zu verabschieden… Einfach diesen unwiderruflichen Schlussstrich ziehen… einfach alles beenden… Es ist noch nicht einmal so, dass ich keine Freunde, keine Vertrauten, keine Freude am Leben hätte…eigentlich ganz im Gegenteil… Ich habe sehr gute Freunde, ich habe irgendwie Freude im Leben, ich genieße es, soweit ich kann, ich freue mich auf die montäglichen Besuche im Aoxo, meine Bekannten dort, ich erfreue mich an dem Quatsch, den ich mit meinen Freunden mache…All diese Dinge und der Gedanke an den Schmerz, den ich all den Menschen, die mich lieben, antun würde, halten mich noch in meinem Leben… aber gleichzeitig zerbreche ich an all den Anforderungen, die ich selbst und meine Umwelt an mich stellt. Der Stress frisst mich auf, der Schmerz zerreißt mich, die Angst höhlt mich von innen aus… Ich kann langsam nicht mehr… ich stehe kurz vor dem Zusammenbruch… Jede hohe Brücke lächelt mich einladend an, jede Rasierklinge zwinkert mir zu… Ich hab solche Angst… |
| DarkIvy | Stimmungsschwankungen bis zum Abwinken… Gestern ging es mir schlecht, heute Morgen vor der Klausur auch noch… Jetzt habe ich zwar keinen Nerv auch nur einen Menschen um mich herum zu ertragen aber zumindest habe ich keine Suizidgedanken mehr und muss auch nicht gegen gewisse Verlockungen kämpfen. Ich sitze auf dem Bett und rauche eine Zigarette nach der anderen. Ich zittere im Moment nicht vor Anspannung, eigentlich ist mir grad alles egal, dabei habe ich noch nicht einmal was getrunken. Ob ich die Klausur bestanden habe, egal… Ob ich die nächsten Klausuren bestehe, egal… Ob ich mein Praktikum durchhalte, egal… Ob ich mich wieder aufrapple, egal… Ob ich durchhalte, egal… Ob ich mich selbst wieder finde, egal… Es interessiert mich einfach nicht… Apathie… Immerhin besser als diese verfluchte Angst. Wenigstens mal ein Moment der Ruhe… Morgen werde ich vermutlich wieder ein einziges Nervenbündel sein, werde zittern wie eine bis zum Zerreißpunkt gespannte Saite aber zunächst „genieße“ ich meinen jetzigen Zustand. Viel zu schnell werde ich mich in der Realität wieder finden… wieder finden müssen… |
| DarkIvy | Das Gesicht, was mir aus dem Spiegel entgegenblickt, ist fremd und doch vertraut. Ein kleiner Klemmring für 2,95€ kann doch nicht eine solche Veränderung bewirken, oder? Und doch wirke ich mit dem Ring in meiner Unterlippe so anders. Fremd, ungewohnt, irgendwie härter, dunkler. Sie gefällt mir, diese Härte, diese scheinbare Unbeugsamkeit, diese Entschlossenheit. Ich werde mir dieses Piercing stechen lassen. Ich werde dieser Härte, die sich in den letzten Tagen in mir aufgebaut hat, ein Denkmal setzen, auf dass ich sie nicht unter Schuldgefühlen, Ängsten, Abhängigkeiten verstecke. Die letzten Tage habe ich genug gelitten, unter mir, unter anderen… Es reicht. Ich werde mich nicht unterkriegen lassen. Ich werde die Kriegerin sein, die ich immer sein wollte. Mag sein, dass ich ab und zu noch mal verzweifle aber ich werde nicht aufgeben, mich nicht unterkriegen lassen. Ich werde meinen Weg gehen und wenn ich verletzen muss, ob nun andere oder mich selber. Ich habe meinen Weg eingeschlagen und ich werde nicht umdrehen, auch wenn ich strauchle, stolpere und falle. Ich werde mich aufrappeln und weitermachen. Koste es, was es solle. Morgen schreibe ich die härteste Klausur dieses Semesters und eigentlich weiß ich, dass ich sie nicht bestehen kann aber das ist mir egal. Ich schreibe sie und ich werde sie nachschreiben, wenn es nötig ist. Und wenn ich dreimal schreiben muss. Und wenn ich in die Generalwiederholung muss. Es ist mir egal. Selbst wenn ich dieses Semester nicht schaffe, dann werde ich nicht abbrechen, sondern wiederholen. Ich lasse mir meinen Traum nicht vor der Nase wegnehmen. Ich habe meine Entscheidung getroffen und ich werde sie nicht zurücknehmen. Ich habe genug gezweifelt und geschwankt. Jetzt ist Schluss damit. Komme, was wolle! Ich kämpfe. Ich habe schon so oft gekämpft, jetzt wird nicht aufgegeben, auch wenn abhauen noch so verlockend ist, auch wenn Kanada oder Finnland oder sonst irgendeine Wildnis in irgendeinem Land dieser Welt nach mir brüllt. Ich laufe nicht mehr weg! Hier bin ich! Kommt und holt mich, wenn ihr euch traut!! |
| Gene | [SIZE=1]Hallo DarkIvy. Du erinnerst mich an mich selbst. Genau aus diesem Grund habe ich mir an meinem 18. ein solches Piercing anbringen lassen. Ich wollte härter wirken. Ich wurde zwar bis dahin weder sonderlich viel verletzt, noch war ich sonderlich sanftmütig. Aber mit dem Labrettstud hat sich noch mehr Härte in meine Gesichtszüge gelegt, zwei Jahre blieb der Stud unter meiner schmalen Lippe, bis ich das erste Mal ein Vorstellungsgespräch hatte. Ich kam mit Stud und sie lehnten mich ab, ich kam zurück ohne Stud, dafür mit 6mm Abdeckstift am Kinn und sie nahmen mich. Seither trage ich das Schmuckstück immer bei mir und beneide jeden, der dieses Piercing tragen darf. Viel Spaß DarkIvy, die Fummeleien mit Klemmkugeln und Segmentringen können nervtötend sein! [/SIZE] |
| DarkIvy | Seit einer Woche habe ich mein Krankenpflegepraktikum im Luisenhospital in Aachen. Ich hatte geglaubt, ich würde große Probleme haben mit den Patienten klarzukommen. Sie zu waschen, füttern, umbetten, mobilisieren… Ich dachte ich würde leiden, wenn ich diese Menschen leiden sehe… Nun ja, ich bedauere, dass ich ihnen nicht besser helfen kann, sie nicht heilen kann, doch die tägliche Arbeit erledige ich ohne großes Nachdenken. Ich lasse all das Leiden nicht an mich heran, ich habe eine unsichtbare Wand zwischen mir und den Patienten. Ich versuche zu helfen, doch ohne allzu große emotionale Beteiligung, das kann ich mir überhaupt nicht erlauben. Würde ich zu viel Anteil nehmen, würde mein Herz zerreißen… Früher habe ich meine Charaktereigenschaft schlimme Situationen nicht an mich heran zu lassen, verflucht, habe mich selber verflucht, weil ich nicht die vielleicht nötige Trauer oder Entsetzen gespürt habe, weil es mir in gewisser Weise egal war. Heute bin ich darüber dankbar. Dankbar, dass ich von Natur aus über eine Eigenschaft verfüge, die ein Arzt braucht, wenn er nicht an dem Leid, das ihn umgibt, zerbrechen will. Heute weiß ich, dass es mir emotional, seelisch möglich sein wird, den Job auszuführen, den ich mir wünsche. Morgens verfluche ich es um 5 Uhr morgens aufstehen zu müssen, doch gleichzeitig tut es gut, mal wieder körperlich arbeiten zu müssen, nicht mehr jeden Tag am Schreibtisch zu sitzen, sondern endlich mal wieder herum zu laufen und zu wissen, was man alles mit der Kraft des Körpers erreichen kann. Endlich habe ich den Zustand wieder, in dem ich zwar körperlich total müde aber geistig hellwach bin… Nicht mehr dieses Gefühl „Du hast heute mal wieder nichts getan außer am PC zu sitzen und zu lernen“. Mein Körper schreit nicht mehr danach endlich mal wieder benutzt zu werden. Ein gutes Gefühl… |
| DarkIvy | Icequeen oder doch Teufelsweib? Es war ein schöner Abend gestern, und doch...disturbing... Er hat mich aufgewühlt, meine Überlegungen in Frage gestellt. Ich hbae während der Nacht kaum schlafen können, weil mir Fragen über Fragen durch den Kopf geflogen sind, weil ich nicht weiß, was ich machen soll... Ich muss eine Entscheidung treffen, eine Entscheidung wichtig für mich, für andere weniger. Es betrifft meine Art zu leben, mein Privatleben. Es ist nicht einfach für mich zu sagen wie diese Entscheidung aussehen wird, noch was sie für Auswirkungen haben wird. Ich muss mich entscheiden, was ich haben will. Will ich eine Affäre oder will ich keine und ABSOLUT offen bleiben für den Mann, der irgendwann in mein Leben treten wird und mich aus meiner selbst erwählten Gefühlskälte holen wird? Werde ich einfach auf meinen Körper hören und ihm das geben, was er will oder will ich meinen Körper meinem Geiste unterwerfen? Will ich meine Geborgenheit unter anderem für einige Stunden von einem Mann haben, den ich nicht liebe, der mir aber das gibt, was mein Körper will oder will ich Geborgenheit über rein platonische Freundschaft zu einigen wunderbaren Menschen fühlen? Will ich die wilde Frau sein, die Affären hat und sich einfach das nimmt, was sie braucht oder will ich doch lieber die Eiskönigin bleiben, die niemanden an sich heran lässt, selbst wenn der Körper nach Sex schreit? Will ich ein völlig neuer Mensch werden oder mich doch lieber nur in einigen Dingen ändern? Will ich meinen Weg weitergehen, oder doch wieder dieses kleine Stück umkehren und einen neuen Pfad beschreiten? WIe werde ich mich entscheiden und werde ich mir danach noch selbst im Spiegel begegnen können? Ich weiß die Antworten auf diese Fragen nicht und doch muss ich sie schnell finden, um mich selbst nicht zu verlieren, um keinen schlimmen, für mich schlimmen, Fehler zu begehen… |
| DarkIvy | Endlich… Am Samstag war ich abends auf der Eyneburg. Am Tag war dort ein Turnier der Bogenschützen gewesen, das ich mir leider nicht angucken konnte, da ich in Neuss war. Abends sollte allerdings eine polnische Folk-Band spielen und S. hatte mich eingeladen, mir die anzuschauen, und so wie ich ihn richtig einschätzte, wollte er mich auch wegen anderen Dingen dort haben. Der Abend fing gut an. Schon als ich gerade den Burghof betrat, wurde ich mit der Bemerkung „Ich wollte grad gucken, wo die Frauen bleiben, und da ist ja auch schon die wunderschöne Frau“ begrüßt. Und bevor ich was sagen konnte, wurde ich an die Hand genommen und zu den Tischen gebracht, wo einige Andere der Veytaler saßen. Sie nahmen mich sofort auf, ohne Fragen zu stellen, ohne mich misstrauisch zu beäugen, und bezogen mich auf der Stelle in ihre Gespräche ein. Wer mich jetzt noch fragt, warum ich das Burgvolk liebe, dem ist nicht mehr zu helfen… Und der Abend ging genauso gut weiter… Die Band war klasse und ich habe mit einigen Mädels auf dem Hof getanzt. Keine komischen Blicke, kein Ignorieren, einfach gemeinsam in der Musik aufgehen und Spaß haben. Mit einer Kippe in der einen Hand, einem Kirschbier in der anderen und Musik, mit der ich aufgewachsen bin, genoss ich die Atmosphäre. Nach dem Auftritt der Band wurde ich von S. wieder zu der übrigen Truppe eskortiert, was allerdings einige Zeit dauerte… keine weiteren Details;) Nun saß ich in S.’s Armen am Tisch der Ausschenke und durfte mich wieder von der Gemeinschaft aufgenommen fühlen. Und es wurde im wahrsten Sinne des Wortes ein langer Abend. Trinkend, rauchend, singend…nun ja…grölend und quatschend verbrachten wir bis halb fünf morgens die Zeit bis alle langsam etwas müde wurden und in ihre Zelte verschwanden. Alle? Nein…Es gab auch einige, die zu zweit die Nacht im Auto verbrachten… Ich habe, ausgelöst durch diesen Abend, eine endgültige Entscheidung getroffen. Ich habe gemerkt, was ich will und was nicht. Es ist kaum zu glauben, wie gut es einem gehen kann, wenn man sich endlich wieder sicher ist, wenn man ganz genau weiß, was zu tun ist und auch bereit dafür ist. Das Einzige, was noch zu erledigen ist, ist das auszuführen, was man sich vorgenommen hat, und dann anzufangen mit neuer Kraft das Leben zu genießen… |
| DarkIvy | Gerüche Wie oft unterschätzen wir die Macht von Gerüchen, wie oft sind wir uns ihrer überhaupt nicht bewusst, wie oft schleichen sie sich in unser Unterbewusstsein. Wie oft verbinden wir gewisse Dinge, Menschen, Ereignisse mit bestimmten Gerüchen, wie oft wecken sie Erinnerungen. Vor wenigen Tagen wurde es mir auf der Station bei der morgendlichen Pflegerunde bewusst. Ich suchte nach dem Kamm eines Patienten als sie mir in die Hand fiel – eine kleine Flasche des After Shaves, welches dieser Herr benutzte. Eine kleine unauffällige rechteckige Flasche. Tannengrünes Etikett, unter einem kleinen goldenen Nadelbaum der Name in weißer Schrift – Pitralon. Es kam mir so bekannt vor, so familiär doch ich konnte keine Verbindung herstellen. Also nahm ich die Flasche, wog sie in der Hand, schaute sie mir genau an und nach kurzem Überlegen öffnete ich sie und atmete den Duft ein. Ich erstarrte wie vom Blitz getroffen. Den Geruch kannte ich nur zu gut, obwohl es über 3 Jahre her war, dass ich ihn das letzte Mal gerochen hatte. Erinnerungen überfluteten mich. Erinnerungen an einen Menschen, den ich geliebt habe, an einen Menschen, der stets stolz auf mich gewesen ist, egal, was ich getan hatte, ein Mensch, der mich stets mit einem Glänzen in den Augen angeschaut hatte. Diese Marke After Shave, diese Art Flasche, ich sah sie vor meinem inneren Auge in den Händen meines Großvaters. Pitralon war seine Marke gewesen. Er hatte niemals etwas anderes benutzt. Und ich habe es geliebt. Als kleines Kind habe ich immer die Flasche genommen und, während mein Großvater sich rasierte, habe ich den Duft tief in meine Nase gezogen, hatte gar nicht genug davon bekommen können… Ich stand im Patientenzimmer und Erinnerungen an meine Kindheit überfluteten mich, Erinnerungen an Geborgenheit, bedingungslose Liebe… Und Trauer… Trauer über den Verlust dieses Menschen, den Verlust dieser Zeit. Trauer, dass ich meinem Großvater nicht mehr hatte sagen können, wie viel er mir bedeutet hat, wie sehr ich ihn geliebt habe, wie wichtig er für mich war, wie oft ich ihn hatte stolz machen wollen. Trauer, dass er nicht mehr erleben konnte, dass ich mein Ziel erreicht und mein Abitur mit 1,4 geschafft habe, dass ich angefangen habe, Medizin zu studieren. Meine erste eigene Wohnung, mein erster Freund (und mein zweiter), meine Veränderung von Mädchen zu Frau, mein ganzes Leben in den letzten 3 Jahren… Ich wünschte, er könnte das alles sehen.. und ich wünschte ich könnte ihn noch einmal in die Arme schließen und ihm ins Ohr flüstern, dass ich ihn liebe… All das flutete durch meinen Geist an diesem Morgen vor ein paar Tagen. Nur wenige Sekunden lang dauerte meine Erstarrung bevor ich mich zusammenriss und mich um meinen Patienten kümmerte, doch den ganzen Tag war ich von einem bittersüßen Gefühl erfüllt… Ein bittersüßes Zusammenziehen meines Herzens… Pitralon… Bald wird eine kleine rechteckige Flasche mit tannengrünem Etikett auf meinem Regal stehen… in Erinnerung an einen besonderen Menschen… |
| DarkIvy | Heute war der Tag der vorerst letzten Schlacht… Es war der Tag der Generalwiederholung, der Tag der letzten Chance… Ich musste zwei Fächer meines Studiums nachschreiben, die allerletzte Wiederholungsklausur. Ich hatte gelernt aber anscheinend war es zu wenig. Das erste Fach war okay, ich dürfte es sogar bestanden haben. Das zweite Fach dagegen… Vor der Klausur hatte ich noch große Hoffnungen gehegt, auch diese Klausur bestehen zu können, doch… Es ist mein Untergang, davon bin ich überzeugt. Die Ergebnisse sind noch nicht draußen aber ich versuche mich schon darauf vorzubereiten, das erste Jahr wiederholen zu müssen, ein ganzes Jahr zu verlieren… Doch…das verlorene Jahr ist noch nicht einmal das, was für mich am schmerzhaftesten ist. Es ist die Tatsache, nicht mehr mit meinem besten Freund in einem Semester zu sein, nicht mehr in den Vorlesungen neben ihm sitzen zu können, sein Gesicht nicht mehr jeden Tag sehen zu können, sich nicht mehr ständig mit ihm zu kebbeln, sich zu ärgern, seine liebevollen Arschtritte zu bekommen, seine aufmunternde Umarmung zu spüren, wenn ich in der Vorlesung vor Schmerzen gekrümmt sitze, weil mein Körper meint, mich sabotieren zu müssen, nicht mehr jeden Morgen seine gemein-liebevollen Begrüßung zu hören… Es schmerzt, nicht mehr mit einem Gott zusammen zu studieren… Ihn nicht mehr in den Vorlesungen betrachten zu können, nicht mehr sein herzzerschmelzendes Lächeln zu sehen, ihn nicht mehr anhimmeln zu können, sich nicht mehr in Tagträumen verlieren zu können… Albern… aber so bin ich nun mal… Es schmerzt, all die netten Menschen, die ich im letzten Jahr kennen lernen durfte, nicht mehr zu sehen. Die zwar oberflächlichen, aber doch netten Gespräche, die Partys, das gemütliche Quatschen… Natürlich werde ich im neuen Semester neue Freunde finden, natürlich werde ich auch mit den neuen Leuten auf Partys gehen, natürlich werde ich Menschen zum Quatschen finden… wenigstens werde ich mit meiner besten Freundin zusammen wiederholen müssen, wenigstens sie werde ich jeden Tag sehen können...und doch… Es schmerzt, versagt zu haben. Es schmerzt, auf die Fresse geflogen zu sein, im Sumpf meiner Hybris versunken zu sein… Während meiner Schulzeit habe ich niemals versagt, ich habe immer alle Klausuren bestanden, meistens sogar gut oder sehr gut, und nun das… der totale Reinfall… Und dieses Versagen muss ich nun auch noch meinen Eltern beichten… Ihnen, die bis zum Ende an mich glauben, die mich für die beste Tochter der Welt halten… Ihnen gestehen, versagt zu haben, ist die schlimmste Hürde überhaupt, auch wenn sie mich auf jeden Fall trotzdem lieben werden. Ich wollte sie doch nur stolz machen…und habe auch darin versagt… Heute bin ich nur noch erschöpft… erschöpft vom Kämpfen und trotzdem Verlieren… Hätte ich nicht seit 6 Wochen dieses verlockende Metall nicht mehr angefasst, würde heute Abend wohl ein neues Muster auf meiner Haut entstehen. Doch ich will nicht auch noch hier versagen. Ich will wenigstens hier stark sein und das schaffen, was ich mir vornehme… Wenigstens ein Mal… |
| DarkIvy | Ich wache aus einem Traum auf, das dritte Mal in dieser Nacht. Ich habe das Gefühl, dass die Nacht weit vorangeschritten ist; es ist mindestens 5 Uhr denke ich. Dann drehe ich den Kopf und schaue auf die leuchtende Anzeige meines Weckers. Die Zahlen scheinen mich anzustarren. 3.16 Uhr… Ich bin zwar nicht ausgeschlafen und noch müde, habe aber gleichzeitig keine Lust die Augen zu schließen… Genau wie letzte Nacht… Ich habe Probleme einzuschlafen, und wenn ich es dann doch geschafft habe, habe ich merkwürdige Träume. Träume, die mich verwirren. Nach jedem dieser Träume wache ich auf. Ich versuche weiter zu schlafen, träume wieder wirr, wache auf, schaue auf die Uhr und entdecke, dass die ganze Nacht noch vor mir liegt… Immer und immer wieder das Gleiche… Was ist bloß los? Warum kann ich denn noch nicht einmal im Schlaf Ruhe finden? Warum muss ich auch in meinen Träumen von den Fragen, die mich im Wachzustand quälen, verfolgt werden? Ich will doch nur ein bisschen Ruhe, Erholung… Jetzt sitze ich hier, höre „Gotham Radio“, weil mich sämtliche Musik, die ich habe, ankotzt, und versuche mich so müde zu bekommen, dass ich schnell einschlafen werde, sobald ich den Laptop ausschalte. Gleichzeitig wälze ich mich in „Tag“träumen verschiedenster Form, verschiedensten Grundvoraussetzungen, unterschiedlichster Ergebnisse- unterbrochen von Schreien meines Verstandes „NEIN! DAS GEHT NICHT! VERGISS ES!“ und sanften, vielleicht aber auch verzweifelten Einsprüchen meines Herzens „Und was, wenn doch? Was, wenn es doch richtig ist?“. Doch was ist, wenn sich mein Herz einfach nur wieder nach Geborgenheit sehnt, nicht einmal insbesondere nach dieser gewissen Person. Was, wenn der Verstand recht hat? Was, wenn wir uns nur zerstören würden? Doch was ist, wenn mein Zustand damals nicht durch diese Person sondern durch die Gesamtsituation verursacht wurde? Ich habe kein „Recht“, ihm zu sagen „Lass es uns noch einmal versuchen“, wenn ich mir nicht zu 1000% sicher bin. Ihn noch einmal so verletzen zu müssen, wäre mein eigenes Todesurteil. Ich könnte mir selbst nicht mehr im Spiegel begegnen. Ich habe diesem Menschen schon das Herz zerrissen, ich kann und will ihn nicht umbringen. Mir ist kalt… Das Fenster ist auf und die Kälte der Septembernacht hat sich schon vor Stunden in jeden Winkel meines Zimmers festgesetzt. Die Heizung ist noch nicht an aber ich mag das Fenster auch nicht schließen. Ich komme mir sonst so eingesperrt vor… Ich bin kein geduldiger Mensch. Ich warte nicht gerne. Doch ich weiß, bei dieser Sache muss ich weiter abwarten, in der Kälte sitzen, nachdenken, bis ich mir sicher bin, wie auch immer diese Sicherheit aussehen mag. Erst dann kann ich etwas unternehmen… |
| DarkIvy | Herbst Herbst… die Stadt wird leer und düster. Der Himmel ist mit Wolken verhangen und die braunen Blätter knistern unter den Stiefeln. Mein Atem kondensiert zu kleinen Rauchwölkchen in der kalten Luft… und meine Laune passt sich dem Wetter an, wird grau und düster, obwohl sie das Gegenteil davon sein sollte. Mein Herz folgt den Temperaturen, wird wieder kalt und schwer, obwohl es vor Freude springen sollte wie ein junger Hund. Ich sehe die letzten Zugvögel, die diese Gestade in Richtung Süden verlassen und meine Seele schreit auf. Wie gerne würde ich ihnen folgen. Wieder zurück in den Sommer fliegen. In den Sommer, in dem ich mich zwar oft geschnitten habe, in dem ich massiv psychische Probleme hatte, in dem ich beinahe allem ein Ende gesetzt hätte… doch auch in den Sommer, in dessen Nächten ich die Magie spüren konnte, die Magie, die man wohl nur in warmen Sommernächten auf einer alten Burg erleben kann... Die Magie der alten Völker, der alten Götter, der alten Welt… Ich will zurück in den schlimmsten und doch schönsten Sommer meines Lebens. In den Sommer, in dem ich so tot war und gleichzeitig so lebendig wie noch niemals zuvor. Auch wenn ich den Herbst eigentlich mag, es wird wieder kühler, ruhiger, menschenleer, so hasse ich ihn gleichzeitig. In kaum einer anderen Jahreszeit bin ich so melancholisch, so traurig. Nicht der Winter symbolisiert den Tod für mich, nein im Winter kann ich die Energie spüren, spüren, wie alles schläft und Kraft sammelt, wie die Erde langsam unter meinen Füßen pulsiert. Der Herbst ist für mich das Sterben. Das Sterben der Blätter, der Schmetterlinge, die Flucht mancher Tiere in den Schlaf oder in den Süden, das Abklingen der Energie des Sommers, wenn alles das Leben laut herausschreit. Sehe ich hinaus in die Welt, so wird meine Seele schwer, mein Herz zerreißt… Der Sommer ist endgültig vorbei und es wird lange dauern bis die Magie im Frühling erneut erwacht. |
| Gene | [SIZE=1]Wer schreibt dir vor, dass du dich freuen sollst? Wer bestimmt, wann du trauern darfst? Der Herbst ist die Zeit der Besinnung und die Melancholie ist etwas natürliches. Wie soll man sich denn auch freuen, wenn alles an Natur um einen herum stirbt, der Himmel sich mit grauen Wolken ziert und die Tage so kurz werden, dass man nur noch Dunkelheit erlebt? Du bist nicht allein.[/SIZE] |
| DarkIvy | Wieder ein solcher Tag, den ich am liebsten aus meinem Gedächtnis streichen würde... Ich muss tun, was ich tun muss und doch habe ich Angst davor. Es gibt erneut keinen anderen Ausweg. Erneut muss ich einem guten Menschen weh tun, um mich selbst nicht zu verlieren, um mich nicht zu verraten, um mir selbst noch im Spiegel begegnen zu können... Ich bete um Kraft und Mut für heute Abend, denn es wird kein leichter Weg, doch es ist mein Pfad und nur ich kann ihn gehen... |
| DarkIvy | Eine erfreuliche Nachricht in dem ganzen Stress kann ganze Wunder bewirken. Eine kleine E-Mail einer mir völlig unbekannten Person hat mir einen schönen Abend beschert. Ich habe nach Anfrage an das Britische Konsulat erfahren, dass ich britische Staatsbürgerin durch Abstammung bin. Ich kann einen britischen Reisepass beantragen und die doppelte –britische und deutsche- Staatsbürgerschaft erhalten. Ich bin nicht mehr nur durch das Gefühl Britin, sondern, sobald ich diesen Pass in der Hand halte, auch offiziell. Ich kann sagen „Ja, ich bin Britin“. Ich „verstecke“ nicht mehr einen Teil meines Erbes, ich werde endlich das sein, was ich bin… Und damit haben sich auch ein Teil meiner Zukunftspläne vereinfacht. Ich werde nach Großbritannien ziehen können, dort leben und arbeiten können, ohne Visa, Arbeitserlaubnisse oder Sonstiges beantragen zu müssen. Ich kann dort hin gehen, wohin es mich mit meinem Herzen zieht. In das Land meiner Väter, in das Land, an das ich mein Herz verloren habe, in das Land, das mich mit seiner Magie gefangen hat… Ja, das mag kitschig, albern oder einfach bekloppt klingen aber es ist das, was mein Herz mir sagt… Britannien, ich komme!!! =) |