| mathea | Heute ist es wieder einmal passiert. Jemand den ich kenne hat etwas von seinem Alltag erzählt, ganz allgemein, ich stelle eine Frage dazu und bin nun die Böse. Was ist denn da wieder einmal passiert? Schon wieder so ein typisches, mir ständig anhaftendes Missverständnis. Es ging um eine Prüfung, die für uns "Architekten" am kommenden Freitag passieren wird. Wie das wohl in jeder Universität so ist, man meldet sich zu so einer Prüfung an und kann sich bis zu einem bestimmten Zeitpunkt ohne jedwede Konsequenzen von der Prüfung zurück ziehen. Nun, heute ist Dienstag und in drei Tagen findet die Prüfung statt. Wie so häufig finden sich auch in diesem Fall Studenten, die bemerkt haben, dass sie sich unbedingt doch noch abmelden müssen. Egal wie. Zuerst schrieb obiger Bekannter in einem studentischen Forum, bat um Rat, ob und wie er sich so kurzfristig noch abmelden könne. Ein allgemeines, teils bedauerndes Nein (auch von mir) war das Echo auf diese Frage. Nun, heute teilte er den Komillitonen mit, dass er nach einer E-Mail an das Prüfungsamt von der Prüfung hatte zurück treten können. Ich war ziemlich überrascht und fragte wie er dies geschafft habe bzw. welche Gründe dem Amt denn so kurzfristig als ausreichend erschienen. Das war wohl mein Fehler. Ich fragte ihn, welchen Grund er angegeben hatte. Krankheit? Todesfälle? Mein Partner, das hatte ich auch angegeben, musste seinerzeit sogar nach einem Unfall zu einer Prüfung antreten. Eigentlich hatte ich eine Antwort erwartet in der Form: "Geht dich nichts an", oder "ist zu privat" oder einfach gar keine Antwort, mehr oder minder freundlich. Nun ja, ich wurde frech beschimpft und als arrogant, neidisch und selbstgefällig abgeurteilt. Na gut, dann eben das. Schade eigentlich. Offensichtlich steht mir ein eiskaltest, humorloses Desinteresse an meiner Umgebung ebenso wenig wie eine herzliche, aufrichtige Anteilnahme. Ein seltsames Spiel, unsere Gesellschaft. Ist es nun sinnhaft sich zu sozialisieren oder doch eher zu isolieren? Finde ich dies nach meiner jugendlichen Einzelhaft nun spannend oder erschöpfend? Immerhin gibt es nun eine Person, um die ich mich nicht mehr bemühen muss, damit ich mit ihr klar komme. Aber war dies überhaupt nötig? Ein falsches Wort hat schon genügt ... Ich glaube, ich finde dieses Spiel nicht spannend. |
| mathea | Schon wieder, noch so eine merkwürdige Situation. Wie das oftmals in einer Universität ist, man sieht sich gezwungen, insbesondere von Außen, mit mehreren Leuten zusammen zu arbeiten. Erschwerend hinzu kommt allerdings der Umstand, dass man diese Leute eigentlich noch gar nicht richtig kennt. Soweit so schlecht. Vom Mentor erhält man indes eine Aufgabe, die es gemeinsam zu erarbeiten gilt. Man versucht sich also in der Gruppe zu einigen, doch je mehr Leute in so einer Arbeitsgruppe mitwirken, desto schwieriger erscheint ein Konsens. Umso mehr erschweren sich Entscheidungen, wenn sich in der Gruppe ausgesprochene Sturköpfe und Uneinsichtige befinden. Eben jene, die Alles anders sehen, verstehen und machen wollen und ausschließlich ihre eigenen Ideen und Vorstellungen für richtig halten. Nun denn, abgesehen von solchen Störfaktoren kann sich der rest der Gruppe einigen. Man entscheidet über einen Abgabetermin, darüber wer welche Aufgaben übernimmt, wieviel Freiraum die Bearbeitung beinhaltet und bespricht gemeinsame Ziele. Alle, bis auf einen. Er missachtet den Abgabetermin, ignoriert die ihm zugetragenen Aufgaben, nimmt sich alle erdenklichen Freiräume, definiert perönliche Ziele. Was soll man nun tun? Sagen wir mal, am 01.02. ist ein vorgesetzter Abgabetermin und man entscheidet "in der Gruppe", dass am vorherigen Wochenende alle Ergebniss gebündelt werden. Was tun, wenn besagter Querkopf am Morgen des 01.02. erst seine Arbeit abliefert? Man entscheidet in der Gruppe, dass man einen gemeinsamen roten Faden entwickelt um einer Struktur sichtbar zu machen. Was tut man, wenn besagter Kollege dies schlicht ignoriert? Ebenso vereinbart man, dass jeder einen kleinen Beitrag zu seinen Arbeiten verfasst, damit die Moderatoren (von der Gruppe bestimmt), diesen vortragen können. Was tut man, wenn besagter Student dies einfach nicht macht? Wir einigten uns darauf, dass wir seine Arbeit vorerst mit machen, da wir nicht wussten, ob er seinen teil überhaupt abgibt. Mit dem Ergebnis, dass wir Stunden über Stunden benötigten, die wir im Nachhinein verloren hatten, weil die Arbeit doch kam. Den roten Faden und die fehlenden Informationen suchten wir uns selbst zusammen. Der Vortrag indes war mittelmäßig, zwar durchaus verbesserungswürdig, aber nicht der Schlechteste. Was macht man nun mit einem Kollegen, der eine allgemeine Pause nutzt, um sich beim zuständigen Professor anzubiedern und die Arbeit der Gruppe im Gegensatz zu seinen eigenen Leistungen herab würdigt? Hinzu kommt, dass man sich von diesem Kollegen via E-Mail aufs Übelste beschimpfen lassen muss. Tut man überhaupt etwas? Ist der Kollege vielleicht durch seine Art genug gestraft? Ich bin mir nicht sicher. Eine Genugtuung empfinde ich nicht darin in einfach zu ignorieren. Eine Strafe für sein meiner Meinung nach kindisches und generell unmögliches Verhalten empfinde ich als angemessen. Doch welche soll es bloß sein ... ? |