| Terranigma | Dies ist nicht nur der Titel eines wunderschönen Films, sondern wohl auch Programm im Leben - Veränderungen. Man macht sie wohl ständig durch, eh? Vor Tagen hätte ich mir schwören können doch niemals in dieses Forum zu schreiben und dann tu ich es doch, Veränderungen eben. Vielleicht ist der Beitrag hier auch völlig fehl am Platz, wie auch immer - Ich will es einfach von der Seele schreiben können und mich dann nachher halbwegs ruhig ins Bett legen. Noch vor Monaten konnte ich diesen inneren Wall von Unbekümmertheit und völliger Distanzierung aufrecht halten - Aber eine freundliche und höfliche Distanz, wohl bemerkt! Mir kann nichts und niemand was und tatsächlich - Es stimmt, nichts hat sich daran geändert bloß einer: Ich. Und genau das macht mir nunmehr angst, weil ich wieder an mir merke wie ich innerlich anfange zu klammern, an einzelnen Menschen. Keine Lieben, nur gute Freunde - Leider, aber auch die haben Bedeutung. Noch vor Monaten hatte ich meine Ziele hochgesteckt, wolle was von der Welt sehen und wie Hannes Wader schon sang, heute hier und morgen dort sein, unbekümmert und los gelöst. Eine schöne Vorstellung bloß schlich sich dann langsam etwas ein - Einsamkeit. Was bedeutet es schon die Welt zu sehen wenn man sie nicht zusammen mit jemanden sieht? Rein gar nichts, es wäre doch völlig bedeutungslos. Jeder ehemalige Schüler weiß, dass es auf Klassenfahrten keine Rolle spielt wohin die Reise geht sondern mit wem. Hatte mich heute wieder gemütlich auf's Bett geschmissen, die Füße auf'n Stuhl hochgelegt und einfach nur'n wenig in mich gegrinst aber sogar das Grinsen blieb mir irgendwann im Halse stecken, weil niemand dort war, der es sieht. Es ist dermaßen abstrus, dass mir dieser ganze Mist gerade jetzt, im Frühling, wieder durch'n Kopf schwirrt, als würde ich mitten in der Pubertät stecken und völlig orientierungslos sein. Ich! Dabei wusste ich eigentlich immer wohin der Weg für mich gehen sollte aber mittlerweile ist der Weg egal geworden, ein Ziel hatte ich ohnehin nie vor Augen, am liebsten würde ich sogar die Zeit anhalten und auf der Stelle stehen bleiben und mich solange umschauen bis ich jemanden finde der sich zu mir stellt. Es ist schon eine kuriose Sache - Kann mich an kaum einen Frühling errinnern an dem ich so glücklich war wie in diesem. Ständig auf Achse, mit'n Fahrrad und Freunden unterwegs, die Nacht durchgemach und am nächsten Tag hat man sich gesprochen aber kaum ist die Show vorbei, fällt der Vorhang und man steht eben wieder da. Kennt jemand das Gefühl? Ich denke schon. Der Abend ist vorbei, alle haben spass gehabt, man sieht einzelne Paare Arm in Arm nach Hause laufen und weiß, dass sie auch am nächsten Morgen gemeinsam aufwachen werden. Man selber doch, läuft alleine nach Hause. Man tritt alleine im Dunkeln Zuhause ein, legt sich alleine in's Bett und auch am nächsten Tag wacht man alleine auf. Diese beklemmende Einsamkeit und das Gefühl in den letzten Jahren etwas ganz bedeutsames verpasst haben, hatte ich bislang noch nie verspürt - Womöglich war mir auch bloß nicht bewusst, was ich verpasst habe. Ich hör' den Tag über gut gelaunte Musik, irgendwelche kultigen Deutschpunk-Bands, und fühle mich Scheiße - Weil es mir im Moment gut geht aber da niemand ist, mit dem man was teilen kann. Jedenfalls nicht richtig. Hatten mich irgendwelche oberflächlichen Schnulzen damals nur zum gähnen animiert, treffen sich mich mittlerweile irgendwie. ... Meine Welt steht in den letzten Tagen völlig Kopf. Das was für mich noch vor wenigen Monaten zählte, Studium, Zukunft ist mittlerweile völlig belanglos, nichts scheint im Moment noch große Bedeutung zu haben. Man freut sich auf die Tage wo man wieder Freunde und Bekannte trifft und hasst zugleich bereits den Augenblick wo sich alle die Hand geben und umarmen, um wieder alleine nach Hause zu gehen. Dieses Gefühl ist widerlich, weil es immerzu da ist und doch bin ich froh darüber - Froh, überhaupt offen für solche Gefühle zu sein und diese kühle Distanz immer mehr schmelzen zu lassen. Meine Jugend verbrachte ich weitesgehend alleine, vor'm Rechner und am Rechner und die letzten Tage ekelt mich dieses Gerät immer mehr an und ich verspüre eine Wut wie ich sie seit jeher nicht mehr gespürt hatte. Ich vermiss die Zeit als ich als Kind einfach zu einem Freund lief wenn mir danach war - Mittlerweile jedoch, ist die Welt anders. Nicht weil es Telefon und Computer sind, sondern weil Freunde nunmehr nicht mehr das Einzige sind, das zählt. Es gibt immer einen Menschen, einen besonderen Menschen welcher in fast jedem Leben eine besondere Rolle einnimmt - Früher war es noch der beste Freund, heute der Partner. Ich scheine diesen Wechsel völlig verschlafen zu haben. Computer? Geld? Karriere? ... Was will ich mit'n Mist, ich will einfach nur glücklich sein und wenn ich's nicht hier, heute mit dem werden kann was ich habe, so werde ich's auch nie. Ich hätte nie gedacht mich so sehr nach menschlicher Wärmer zu sehen und das gerade bei dem Wetter, wo einen ja sogar die nächtlichen Temperaturen warm halten. Insgesamt aber doch, bin ich glücklich so unglücklich zu sein - Denn wenn ich nun endlich spüre was mir fehlt, weiß ich, dass ich auch endlich einen freien Platz dafür habe. Es scheint nun wohl also doch ein Frühling anstatt einem Herbst zu werden - Die Zeit für'n Neuanfang. |