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  Forum: Nebelpfade
    Thema: Das Mädchen aus dem Bus
Igla[SIZE=1]das ist die Geschichte, die mich auf eine Suche führte, die niemals enden soll[/SIZE]

Es geschah in einer trüben Morgenstunde, vor ungefähr einem Jahr. Ich saß in dem Bus nummer einundachzig richtung Schule. Ich hatte zur Dritten, das heißt, ich war offiziell ausgeschlafen, in Wirklichkeit aber brachten mir zusätzliche zwei Stunden Schlaf nur eine Portion Kopfschmerzen.
Ich saß in der linken Reihe, der Bus war gerade dabei, abzubiegen. Es war nicht der beste Platz zum sitzen, denn dieser befindet sich direkt hinter dem Fahrer. Dort ist man alleine und hat nichts im Blick, als ein Stück von schwarzem Plastick, manchmal mit einer Werbung verziehrt und dem Blick aus dem Fenster. Auf dem Sitz gegenüber ist dann meistens ein Platz, den meistens sehr komische Gestalten annehmen. Wir haben mehr als Genug von solchen Helden. Sie reden mit sich selbst, haben eine Behinderung oder sind Säufer. Manche von den strahlen vor Freunlichkeit und scheinen alles und jeden zu kennen. Manche von den machen Angst. Vorne rechts. Dieser Platz ist ein "Behinderterplatz", er ist niemals so einem wie mir vorbehalten. Aber vorne links, da hat man keinen freien Blick nach vorne. Das ist ein Platz, um sich zu verstecken. Nur ein harmloses, kleines und unmittelbares Wesen wie ein Kind kann sich dort dazusetzen. Kinder haben mich noch nie gestört, im Gegesatz zu einen Typ jugendlicher, die sich die Plätze hinten sichern. Dort wird lautstark Musik gehört, unsauberes Deutsch geredet. Dort ist man wie auf einer Bühne - ganz oben. Dort wird der Bus zu jeder Tageszeit zu einem Nachtbus, und wer dort sitzt, dem sind die gnzen Frauen mit einkaufstaschen und Kinderwagen egal, sie können die höchtens nur belächeln, wie jeden anderen im Bus, weil alle vor ihnen wie auf einenm Präsentierteller liegen. Und der eizige Platz, der vor diesem Gipfel sicher ist, befindet sich vorne links. Dort ist man ganz nah beim Fahrer, zu dem man aber keinen Sichtkontakt hat. Das ist der einzige Ort im Bus, an dem man niemanden sieht, außer seinem verdunkeltem Spiegelbild. Das gibt einem die naive Vorstellung, man wäre alleine, an einem ganz inimen Ort, für sich selbst, wie zuhause. SIE dachte es wahrscheinlich auch, an diesem späten trüben Morgen.
Ich konnte sie ganz genau sehen. Ich wusste sofort, dass es ein magisches Wesen sein sollte. Oder, mindestens, eine Goth. Sie hatte ein wunderschönes schwarzes Kleid an, die zusammen mit ihren kurzen schwazren Haaren einen starken Kontast zu ihrer schneeweißen Haut machen. Aus den Haaren rankten sich viele Lange schwarze Zöpfe und in sie waren hin und wieder weiße Bander eingeflochten. Sie hatte etwas spitzes an sich - die Zöpfe, die Nase, die Augen - ich konnte nie fassen, was genau es war. Nicht ihr Blick hat mich verzaubert, den hat sie nur ein oder zwei mal nach hinten gewandt, sondern.. ihre Haut? Ja, es klingt sehr witzig und unromantisch - ihr Nacken hat mich verzaubert. Überall, wo Schwarz un Weiß an ihr grenzte, entstand dieser Zauber. Sie muss eine Fee sein, dachte ich sofort. Eine schwarze Fee.
Und dann verschwand sie. Ich weiß nicht, wer von uns als erstes ausgestiegen ist. Sie war weg. Ich fürchtete mich nicht, sie nicht wieder zu sehen, denn uns verband ein Bus, mit dem wir immer fuhren. Wir waren ganz in der Nähe von einander, sie zu finden, würde für mich kein Problem darstellen. Nach einer Woche hatte ich den Wochetag vergessen, an dem ich sie sah. Ich versuchte, jedes Mal, wenn ich zur Dritten hatte, zu nutzen, um sie zu finden. Ich verpasste einen Bus absichtilich, weil ich sie dort nicht sehen konnte. Ich habe aufgehört, zur Schule mit dem Fahrrad zu fahren. Sie fand ich nicht. Ich dachte mir schon, ob sie nicht zu Besuch in meiner Gegend war, od sie nicht bei einem Freund war. Haben Feen überhaupt menschliche Freunde? Ich wollte sie wiedersehen, um jeden Preis. Sie war eine Goth, das wusste ich ganz genau. Ich hatte nur ein schimmerndes trübes Bild von ihr im Kopf, aber ich würde sie sofort an den Zöpfen erkennen. Ich musste sie finden. Ich ging von einem "schwarzen" Klub zu anderem. Es gab dort viel neue, unbekannte Musik für mich, viele neue, interessant aussehende Menschen - manches fand ich hässlich, manches wunderschön, doch das Mädchen aus dem Bus war nicht unter ihenen. Wenn sie schon nicht hier auftaucht, dann soll das Internet mir bei der Suche helfen. Ich stöberte wild durch Gothic-foren, landete in einem von den. Fast sofort habe ich begriffen,dass diese Suche wohl sinnlos ist, weil in diesem Forum ein fester Freundeskreis sich traf, höchtens 10 Leute. Es muss viele Gothics auf einmal irgendwo sein, damit es eine möglichkeit gab, sie zu finden. Also, gab es den CSD, der in diesem Forum angekündigt wurde. Ich wusste genau, dass sie hingeht, wie konnte es anders sein - die Ganze Szene trifft sich doch dort, dachte ich. Ich musste mich gründlich darauf vorbereiten. Schwarze Sachen hatte ich keine, also brauchte ich welche. In ging in einen gothic laden nach dem anderem - nein, danke - für diese Preise will ich mir lieber ein volles CD-Regal leisten. Ich ging in einfache läden und da war ein neues Problem - es gibt keine passende Größe für mich. Ich war einen verdammten Tag in der Stadt unterwegs und wiederholte wie ein Gebet in meinem Kopf die Formel "dreißig-verunddreißig, schwarz, dreißig-verunddreißig, schwarz..." Schließlich hatte ich es. Unter sägender Hitze ging ich an nächtem Tag, ein Tshirt zu kaufen. Ich musste mich sehr überwinden, um die super-diy-Aktion durchzumachen - für nur 15 Eure ein einfaches schwarzes teil mit meiner damaligen Lieblingsband bedrücken. Doch ich hab's geschafft. 1 tag vorm CSD stand ich bereit zum Einsatz - schwarze Hose, tshirt, und (ganz wichtig!) Plastiktüte. Ich war da. Mitmarschiert. getantzt auf der Straße. Viele geniale Outfits gesehen. Teil des Ganzen gewesen. Geflirtet und Spaß gehabt. Doch verdammt, sie war nirgendwo zu sehen. Viele Zöpfe, viele Kleider, extrem viele Gothics - aber, meine Fee, sie war nicht dabei. Naja was soll's.
Icvh blieb weiter auf dem Forum. Dort habe ich wunderbare Menschen kennengelernt. Und Musik, die mir zum Teit fremd war, zum Teil aber sehr nah ans Harz ging. Ich ging wieder in die Klubs, ich suchte... Dieses Schöne, was ich dort enmpand, wollte ich vertausendfachen, diese Menschen wieder sehen. Ich habe aber auch gelernt, dass nicht alles was scharz anmutet - schön und gut ist. Ich suchte weiter danach, was schön war. Im Internet. Ich suchte nach Musik, Filmen, Seiten.... Und jedes Mal, wenn ich in einem Bus saß, streifte mein Blick an den Menschen vorbei, ob es dort nicht etwas schwarzes zu sehen war. Und es war oft viel zu sehen. Nicht DAS Mädchen aus dem Bus, andere,keine Feen, einfach schöne Menschen. Auch in der Bahn, im Park, auf den Wegen.
Hin und wieder ging ich noch in die Klubs, und mit jedem Mal wurde es beschiseener. Ich wurde müde, mich jedes Mal umzuschauen. Ich lernte niemanden kennen und hasste die Musik, die dort lief. ich tanzte nur noch automatisch und willenlos. Überfüllte Nachbusse, zerstörte Stimmungen - nein, es war nicht das, was ich suchte. Doch plötzlich schlugen mir diese Zöpfe vors Gesicht. Ja, sie war es. ich habe mir jedes Mal geschworen, sie sofort anzusprechen, würde ich sie wieder sehen, ungeachtet meiner Schüchternheit. Aber sie hatte diese weißen dinger in den Ohren, diese IPod-Kopfhörer. ich km ganz nah an sie ran, so dass ich die weißen Bänder und Zöpfe berühren konnte. Auf den Kopfhörern drang *unz-unz-unz* - typischer House-Beat. Und auf einmal sah sie nicht wie ein Goth aus, sie hatte was weißes an, und in ihrem gesicht gab es irgendwie keine Zauber mehr.. Die Fee ist von mir erfunden worde, dieses Mädchen verkörperte sie nur, aber sie WAR es nicht. Verzweifelt ging ihc ihr nach, als sie mit einer Freundin an der Endhaltestelle aussteig. Eine schwarze Jacke zog sie noch an. Ok,schwarz.. aber.,. nichts besonderes.. Es war irgendwie zu spät, dass ich sie gesehen habe. Nicht sie war es, was ich in Wirklichkeit suchte. Jedoch ging ich ihr bis zu ihrer haustür wie ein Stalker nach. Ich wusste jetzt, dass sie von hier war, dass sie nirgendwo von mir verschwinden konnte... Doch wie kann etwas verschwinden, dass es nicht gibt? Das Mädchen aus dem Bus gibt es nicht, ich hatte recht.
Un 3 Uhr nachts lief ich durch den ganzen Wald und feierte die Nacht, dund sie machte mich betrunken. Meine Füße wurden ganz nass von dem Tau, meine Stimme vom Singen heiser. Ich wollte sie nie wieder sehen, nie wieder enttäuscht werden. Ein märchen soll ein Märchen bleiben - mit diesem Gednken war ich um 4 Uhr, um die "Chaoszeit" bei mir zuhause. Ich sollte mich eigentlich auf dem Forum abmelden und in keine Klubs mehr gehen, weil die Suche nun zu ende war. Aber sie war es nicht, sie hat sich nur von einem Menschen befreit. Es kamen andere, tiefer sitzende Dinge hinzu. Es veränderte sich. So oder so würde ich mich mit Gothic beschäftigen - das liegt einfach in meinem Blut (und in dem schwarzen humor meiner Mutter ;) ).
Ganz zufällig leitete mich meine Suche in diesen Forum. Wegen Apokalyptic Faktory und Zornbeatz, die neue Stationen in der Suche nach etwas sind. Und einen Tag, nachdem ich mich hier anmeldete, sah ich sie wieder. In dem einundachtziger. Shcwarze Fingernägel, kurze schwazre Haare, schneeweiße Haut. Sie saß rechts, auf einem Einzelplatz und hörte ihe Ipod. Wie ein Gegenstand, das einmal verzaubert worden war und dessen Kräfte immer weiter nachlassen. Die Zöpfe sind weg. Das Mädchen aus dem Bus gab es nie.
IglaPS: sie gibt es, natürlich. Es ist ein bestimmtes Mädchen. Wenn ihr sie kennt, oder wenn sie soger das hier jetzt liest - der Zauber ist vorbei, ich suche sie nicht mehr. Es gab inzischen andere, teilweise in Bussen oder in anderen Plätzen, die ich verzweifelt gesucht habe, aber das waren andere Geschichten und hatten außerhalb von der Liebe keine so große Auswirkungen.
Es ist nur eine gaanz große Geschichte aus meinem Leben. Nun bin ich hier, in diesem Forum. Mal schauen, vielleicht geht sie weiter (was ich bezweifele) und es kommen wegen ihr neue wunderbare und ergreifende Geschichten dazu (was ich zutiefst hoffe)
Ich bedanke mich fürs Lesen.

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