| crossingjordan | Rückblickend muss ich feststellen, dass sich mit meinen Erfahrungen, seien sie positiv oder negativ, ganze Bücher füllen ließen. Vielleicht sieht man es mir nicht gleich an mit meinen wehnigen Wintern die ich zähle, doch glaubt mir, zu erzählen habe ich genug. Denn im Herzen bin ich weit gereist... So will ich euch nun erzählen von Gestalten die ich traf, Wegbegleitern, Personen die immer wieder auftauchten und davon, dass mein Leben gerade erst anfängt... Als mich der "Sog zur Dunklen Seite" vor einigen Jahren das erste Mal erfasste, könnte man sich das in etwa so vorstellen: Ein Wolfswelpe, etwas abseits von den anderen Tierkindern herummarodierend entdeckt eine Höhle, die es neugierig betritt, nicht ahnend was es dort erwarten könnte. Völlig naiv betrat ich damals zum ersten Mal diesen Club, mit einer Freundin, die selbst noch in den Anfängen steckte, völlig fasziniert vom unbunten Treiben in der Dunkelheit. Im Nachhinein erinnere ich mich an diese Zeit, als hätte man mich in eine Wolfsgrube geworfen, winselnd Anschluss suchend, abgeblockt werdend, auf die Schnauze fallend, ignoriert, höchstens als Beute betrachtet. Doch ein Wolf beobachtete mich eine Weile von Weitem, ich hatte Angst, ich wollte fliehen. Er war es jedoch, der nun all die Jahre meine Sinne geschärft, mein Welpendasein beschützt und mich gelehrt hat, was es heißt ein Wolf zu sein. Er leehrte mich meine Stärken anstatt der Schwächen nach außen zu kehren, selbstbewusst zu sein und selbst zum Jäger zu werden. Er hat mir die Starthilfe gegeben, die ich gebraucht habe um so zu werden wie ich nun bin. |
| crossingjordan | Mit der Zeit lernte ich wie es ist ein lebender, be- und geachteter Mensch zu sein. Ganz anders als in meiner Kindheit, hatte ich plötzlich Freunde, war ich plötzlich beliebt, begehrt und gern gesehen. Vielleicht stieg mir dieses Gefühl manchmal zu Kopfe, sodass ich mich selbst verlohr und Menschen Schmerzen zugefügt habe, die ich mir selbst nicht verzeihen kann. Doch immer wieder gab es Menschen die mich darauf hingewiesen haben, die mir verzeihen konnten und die mich wieder auf den Boden zurück holten. Keinesfalls bin ich stolz auf die Affären die ich hatte, denn ich kann genausowehnig stolz sein auf die Gefühle die ich damit verletzt habe. Ich bin nicht stolz auf die Dinge die ich meinem Körper zugemutet habe, denn irgendwann zahlt er mir die Sünden heim. Ich bin auch nicht stolz darauf wie ich manchmal die Kontrolle über meine inneren Dämonen verliere, die dann mein Umfeld verletzen, erschrecken und vergraulen. Aber ich bin stolz auf meine Freunde, die es trotzdem soooo lange mit mir ausgehalten haben. An dieser Stelle würde ich euch gerne etwas erzählen, was relativ aktuell ist, was mich im Moment sehr beschäftigt. Schon seid einigen Jahren sind es immer wieder Spielleute die mich faszinieren, mich in ihren unglaublichen Bann schlagen, die mich faszinieren. Nun kenne ich seid dem vergangenen Winter eine Gruppe von Spielleuten aus meiner Umgebung, zu denen ich sagen muss, dass sie mich obwohl ich ihr Programm und ihre Bühnenscherze schon so oft gesehen habe, immer wieder faszinieren. Und auch unter ihnen befindet sich ein Wolf, ein wahrer Wildfang der gerade mein Gefühlsleben in Verwirrung versetzt. |