| JohnSteed | VORLÄUFIGE VIRTUELLE EXILREGIERUNG BEIDER LEITHANIEN K.u.K. Krevettenkapitän von Horvath-Cipriani zu Waldau-Schreiegg. Exil-Bundesreichsbesorger, Exil-Premierminister von Leithanien. Koordinator. Gemeinsames Amt für In- und Auswärtiges- Verbindungskanzlei/Depeschendienst/Auspizien c/o ..... Tu Felix Istros- ein Fluss, zwei Länder ---------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------- Servusz! Lieber Herr Ziauddin, noja, hat Uns schon a bisserl Vergnügen bereitet, Ihr klans Büachl über die "Piefke". Vor allem weil Wir ja an der Front stehen. So wie damals im Alpenkrieg, nach 1915. Hinter jedem Fels a Deitscher. Artillerie nach vorn! A Fehlschuss? Harhar, Sauber Buam, I gib a Marüllnschnapserl aus. Der Weisswurstrubikon wurde vor Jahrzehnten schon überschritten, mit der Folge, dass es seitdem eine Vorschrift gibt, wie die Weisswurst zu essen sei. Im echten, weil anarchistischen Bayern hätte es so etwas nie gegeben. Sie erkennen daran, dass Bayern als Nation verschwunden ist. Die Gummihälse haben das erste Alpenland schon assimiliert und übernommen. Es folgen Nr.2 und 3. In gut zwanzig Jahren kennen schweizer Schulkinder ihr eigenes Land nur noch aus der Milkawerbung.Dementsprechend als Abziehbildlein. Es ist Uns gerade mal gelungen die noch halbwegs veritable und erträgliche Scheinidentität eines Bayern angenommen zu haben, dabei sind wir ja....eben! Österreicher. Das mit dem Pass lässt sich leider nicht ganz bewerkstelligen. Nach Art.116 Grundgesetz sind Wir angeblich Deutsche. Die Bundesrepublik Deutschland ist wie ein Buchklub organisiert. Sie ist der, in Expertenkreisen etwas umstrittenen Meinung, anlässlich des Münchner Abkommens hätten ein gewisser Herr Hitler und ein gewisser Herr Chamberlain sich in demokratischer Absicht getroffen, um die bestmögliche Lösung für ein geeintes Europa zu finden. Dabei prägte Chamberlain einen in Diplomatenkreisen sehr bekannten Spruch: "No Duce, I didn't say Pizza in our time!". Gut, is' ja auch schon lange her. Somit sind alle Österreicher, die ausdrücklich nicht in Wien oder seinem Land-Bezirk (heute irreführend Österreich genannt) gelebt hatten, zu Deutschen oder noch schlimmer zu Reichsdeutschen ernannt worden. Jedenfalls sollen wir damals ein Aufnahmeformular an einen bis dahin noch nicht existenten Staat geschickt haben, der ab 1949 behauptete, er hätte nichts, absolut gar nichts mit seinem Vorgänger zu tun. Soviel zur allfälligen Staatsbürgerkunde, die aber zugegebenermassen nichts über den Buchklub Deutschland aussagt. Wir leben ja sozusagen wegen der Eltern in Lande der Teutschen. Nun gut, im Adenauersozialismus wurde auch ein "Lastenausgleich" bezahlt. Nun, vor etwas längerer Zeit war ein Deutscher kein Angehöriger eines angeblich genetischen Volkes, sondern ein Mensch, der kein Latein verstand. Ein etwas ungebildeter Zeitgenosse also. Naja, a Trottl halt. A Dolm. Deshalb schon eher nicht erstrebenswert "nur" Deutscher zu sein. Sag zu Chiquita nie (nur) Banane. Als Wir den ersten Menschen trafen, der nicht aus unserem virtuellen Auffanglager stammte, dachte ich daran, dass es sehr zähe Wesen sein müssten, denn die weiten Auen dieses seltsamen, wennauch scheinbar gastfreundlichen Landes, waren ja von drachenähnlichen Wesen beherrscht. Das waren also die legendären Deutschländerwürstchen. Dies erklärt die Gehetztheit dieser Menschen. Es muss ja laufend mit Drachenangriffen gerechnet werden. Deswegen bewegt man sich sehr zackig durch die Landschaft, um den Feuerstössen aus dem Weg zu gehen. Er sprach von Abendbrot, Hefeklössen und allerlei wunderlichen Dingen, die Uns aber nicht begeisterten. Sie klangen so unzivilisiert.Auch der Tonfall. Einen Germknödel zum Nachtmahl zu essen ist aber auch grundfalsch, denn da gibts Debrecziner oder Käskrainer zum Märzenbier. Letzteres ist in Bayern, Deutschland kaum mehr erhältlich. Alle trinken entweder Pils aus der Fernsehwerbung oder pick-süsses Helles. Keiner weiss warum. Dafür kriegen die Österreicher bei den bundesdeutschen Ablegern ihrer Discounter die volle Piefkeladung ab. In Wien wurden die ersten Erbswürste verkauft. Entwicklungshilfe des grossen Bruders. Dafür sagen wiener Kinder gerne leise (oder laut)"tschüss", beim Abschied. Des habt's jetzt davo. Der Eingeborene aus der Gegend von Schalke-Umtata zeigte uns seine T-shirtsammlung mit Adlern drauf und dieser eigenwilligen Farbkombination, die Wir mal in einem Clownmuseum in Wien gesehen hatten. (schwarz-rot-gold). Dazu tanzte er einen Eingeborenentanz und sang "Humba-humba-täterä". Wir begannen uns "fremdzuschämen", weil wir als Diplomat die Vorstellung hatten,mit so etwas auch ins Ausland fahren zu müssen und es würde nicht nur bei dem einen bleiben.... Noch schlimmer, man würde behaupten, wir kämen auch von diesem Ort, an dem jeder jedem auf Anhieb unsymphatisch ist, ihn aber duzt.Oder umgekehrt. Aber als diese wohligen Schauer des Schämens und vor allem Fremdschämens Uns erfassten, wussten Wir, dass der Virus schon in Uns war. Die logische Folge davon war es ins innere Exil zu gehen. Wie gerne lasen Wir daraufhin Traktate über "bewaffnete Neutralität". Mitunter dachten Wir über eine Aufhebung der Neutralität nach,wollten aber das "bewaffnet" beibehalten. Sie sollten wissen, dass die Piefkeinvasion nicht auf Neusprentznis-Kotzbrow begrenzt blieb. Die Völkerwanderung von Nord-Nordost machte München zur unbayrischsten Stadt im Universum. Eine Germanisierungswelle jagte die andere und in München wurden Nordländer angesiedelt, so wie in Südtirol eben Sizilianer oder im Baskenland Spanier. Am Walchensee wurde bis in die 1860er Jahre ein Dialekt, dem Rätoromanischen nicht unähnlich gesprochen, und jetzt das. Bereits zu diesem Zeitpunkt nutzte uns die bayrische Tarnidentität nichts mehr. Die wahre österreichische Identität jedoch war dahin, denn mit buckligen Vorfahren aus Böhmen und Mähren konnte man sich in Wien kaum blicken lassen, obwohl jeder zweite dort als Mädchennamen Cerny-Havlicek hat. Sie haben schon den richtigen Ausdruck gebraucht,wobei Sie nichts dafür können, dass er schmerzt. Länder-transvestit oder Länder-transe, wie ein Teutone dies ausdrücken würde. Ein Österreicher im Körper eines Deutschen. Jaja, wir kennen diverse Witze, die man in punkto Hirnoperation jetzt machen könnte, auch wenn die Nationalitäten austauschbar sind (im Sinne des schriftstellerischen Verständnisses). Aber warum sollen Wir uns die Hälfte des Hirns wegoperien lassen, nur damit die Angaben in Unserem BundesPersonalausweis zutreffen? Deutschen ReisePass haben Wir keinen, Unsre leicht erhöhten Blutfettwerte gehen Herrn George W. eher sehr wenig an. Ach doch, Wir haben einen Diplomatenpass/Potni List der Republik NSK. Die Kennung ist ...., ausgestellt am 15.07.1999 in Ljubljana, auf Wunsch senden Wir gerne eine Kopie an eine Adresse Ihrer Wahl. NSK ist eine geistige Teilrepublik Sloweniens, Slowenien ist geistiger Teil des heiligen österreichischen Reiches, österreichischer Nation. Damit wäre Ihre Bedingung meiner Meinung nach erfüllt. Aber bittschön, was ist denn ein Schmähbussikratzerl? Schönen Gromek noch und Servusz, Baba Fallns ned hin Da Horvath und sein Schreiberling |
| JohnSteed | Du huum it may konzörn "Iniative Rettet den ORF", sie berichteten. (Kein) Leserbrief ------------------------------------------------------------- VORLÄUFIGE VIRTUELLE EXILREGIERUNG BEIDER LEITHANIEN K.u.K. Krevettenkapitän von Horvath-Cipriani zu Waldau-Schreiegg. Exil-Bundesreichsbesorger, Exil-Premierminister von Leithanien. Koordinator. Gemeinsames Amt für In- und Auswärtiges- Verbindungskanzlei/Depeschendienst/Auspizien c/o ... Tu Felix Istros- ein Fluss, zwei Länder Sehr geehrte Presse, Nun, dass ausgerechnet der Piätistenpfarrersohn aus Stuttgart den ORF retten will, ist schon irgndwie witzig. Einer von vielen die an 68er-Amnesie leiden und neoliberale Standpunkte vertreten. Herrlich! Also der Mann, der (Originalzitat)"wegen des Freizeitwertes" nach Wien gegangen ist. Vermutlich hat der rote Filz Österreichs ihn sehr angesprochen. In München ist er gescheitert, was kein Beweis ist, der schwarze Filz ist ja ned anders. Anbei ein Schreiben mit Verbesserungsvorschlägen, dass wir Herrn Gen.Dir.Wrabetz seinerzeit vorgelegt hatten, leider bisher ohne Antwort. Selber schuld! Naja find im Moment ned, egal. Schick ma dann irgendwann......... Servusz da Horvath (gemeint ist Professor Langenbucher) |
| JohnSteed | Vorläufige Virtuelle Exilregierung beider Leithanien. K.u.K.-Krevettenkapitän von Horvath-Cipriani zu Waldau-Schreiegg, Exil-Bundesreichsbesorger,Exil-Premierminister von Leithanien. Koordinator. ------------------------------------------------------------- -Gemeinsames Amt für In- und Auswärtiges- Verbindungskanzlei/Depeschendienst/Auspizien ------------------------------------------------------------- ------------------------------------------------------------- .... Tu Felix Istros! Ein Fluss - zwei Länder ------------------------------------------------------- ORF -World Services zu Handen Herrn Gen.Dir.,Dr.Wrabetz Würzburggasse 30 1136 Wien Was ist nur aus dem ORF geworden? Sehr geehrter Herr Generaldirektor, Dr. Wrabetz, Wir wenden Uns heute an Sie, weil der Pezi Uns am Telephon gesagt hat, Wir wären für die Kasperlpost zu alt. Ausserdem hat da Zauberer Habakuk gmeint, dass wegen der Arbeitszeitreform, da Kasperl keine ausreichende Bearbeitungszeit mehr für Briefe hat bzw. dass dieses Marketinginstrument "outgesourced" worden is'; weiss ned, ob das Krokodil sich jetzt darum kümmert. Naja, als klaner Bursch Hama noch den Faschingskaiser Wilhelm mit den missglückten Knödln von der Oma beworfen.Egal. Nun,dies scheint nicht das Jahr des ORF zu sein. Ein fader Operettenball, dank Hollaender. dauernd die selbstverliebten Singversuche eines Sozialpädagogen in Ö3 (Grölemayer) statt Ambros(ia) und Heinz Prüller vorerst in der Medienwüste. Was ist los im ehemals einzig guten öffentlichen deutschsprachigen Sender Mitteleuropas? Es werden keine neuen Akzente gesetzt, die über das Sendegebiet hinausreichen (anders als früher). Splendid isolation? Wer schaut schon 3Sat, obwohl es besser ist,als all der andere Schrott? Wer soll es schauen? Das bundesdeutsche Präkariat etwa? Naja... Der ORF betreibt einen "Kultur"-import, der dem Land nicht gut tut. Der ORF sendet Degeto-konserven. Blonde Frauen, deren Qualifikation damit bereits erfüllt ist, berlinern sich durchs deutsche Rosabrillenfernsehen, hohle Phrasen, die sogar die eingefleischtesten peruanischen Telenova-nutzer als Lari-fari einstufen würden. Aber der ORF hängt sich unkritisch dran. Das ist schon sehr arg. Warum sads ihr damals aus der ohnehin blödsinnigen Lindenstrasse ausgstiegen? Die war ja fast Nobelpreisverdächtig dagegen.Trotz oder wegen Spatzek.Egal. Die Globalisierung scheint kaum aufzuhalten zu sein, auch Kanada wird immer mehr zum unfreiwilligen Wurmfortsatz der USA. Weicheier, die sich die Geschmacklosigkeit einer Krankenversicherung leisten? Quite absurd. Aber bittschön, wir sind in Europa! Eigen-sinn ist kein Luxus, sondern eine Verpflichtung! Was wäre Europa, wenn es keine eigenständigen Völkerschaften in jedem Winkel, in jeder Bucht gäbe. Richtig! die geographische Einheit Eurasien. Damit nichts wirklich spannendes. Kostensparen ist eine Sache, den an die Kolonialzeit erinnernden Kulturexport des kulturell unterlegenen, vielzugrossdeutschen Nachbarlandes mitzufinanzieren eine andere. Die bundesdeutsche Geschichtsklitterung und Sprachverflachung ist also in Österreich angekommen, Glückwunsch! Nun, laut seriösen Schätzungen der Unesco sprechen (im Alltag) mehr als 15 Millionen Menschen ein Idiom, das man Bairisch nennt, es verteilt sich sprachwissenschaftlich, lt. Duden auf ein gutes Dutzend Länder (Sprachinseln mitgezählt), der überwiegende Teil davon spricht Mittelbairisch, in wunderbaren lokalen Varianten. Die Politik der Bundesrepublik Deutschland ist nicht geeignet, diese Sprachvielfalt zu erhalten. Erhalten zu wollen. "Denn Dialektsprecher sind ja ungebildet und dumm", auch wenn sie quasi Zweisprachig aufwachsen und ihre geistigen Synapsen einfach mehr Reibungsfläche haben. Wurscht. Mithilfe der bundesdeutschen Medien werden immer wieder Germanisierungskampagnen gefahren, die ein septisches Denk- und Sprachklima herstellen sollen, denn erst wenn die Menschen eingeebnet sind, hat die Marktforschung und mit ihr die manipulative Werbung ungeahnte Durchgriffsmöglichkeiten. Der eigensinnige lokale Mensch kauft ja nur, was er braucht, nicht was er kaufen soll. Sollte es eines Tages im Hofer/Aldi statt der Germknödln nur noch Hefeklösse geben (allein der Name lässt einen zum Hungerkünstler werden), dann hat Österreich es endlich geschafft, sich den flachen Denkstrukturen der berliner Republik anzupassen. Bitte Buchstabieren Sie mit: Meer...Rettich....Uahhh. (Der Kren schmeckt einfach besser.) Gut gemacht Musterschüler! Braves Hundi. Niemand will, das es so weit kommt Servusz Horvath genügt. .... |
| JohnSteed | Wien in der int.Kulturszene abgehängt? Sehr geehrte Frau ..., sehr geehrte Frau ..., es ist ein grundsätzliches Problem, dass die Kunst sehr oft vom Staat gefördert, subventioniert und in Auftrag gegeben wird/wurde. Tja, nicht zu vergessen die sogenannten Mäzene, die ja oft Kultur nur fördern, wenn sie ein Image zu verlieren haben, ein schlechtes. Wussten Sie, dass über 10% des verbrauchten Stromes in Österreich aus Atomkraftwerken (der Nachbarländer) stammt. Soviel zur Kulturföderung von Stromkonzernen. Somit ist die Unabhänigkeit der Kunst ein hehrer Begriff, in der Praxis aber sehr flexibel. Die einzig glaubwürdige Instititution in dieser Hinsicht ist die Generali-Foundation. Ähnlich verhält es sich mit der Kirche als Auftraggebererin. Somit hat jede Stadt, die Kunst die sie verdient. In Mitteleuropa ist ein sehr etatistisches Bild von Kunst und Kultur unterwegs, nicht immer zielführend. Ihre Beweisführung ist eher schwach angelegt, so Sie von vorneherein eigentlich davon überzeugt sein wollten, dass Wien quasi schlafmützig sei, in punkto Kultur. Tja, die Frage ist, was Sie speziell damit meinen? Sollte der Staat mehr Geld in präpotente, verbeamtete Künstler investieren, sollte Herr Lugner ins Mäzenatentum einsteigen? Lieber nicht. Soll die Rettung Wiens vom Gasometer und seiner ach so schicken Klientel ausgehen? Das ist ungefähr so, als würden Sie erwarten, dass in München die Staatsreligion Schicki-Micki abgeschafft wird, eher unwahrscheinlich. Aus Leithanischer Sicht macht es wenig Unterschied, wenn die kulturelle Kraft von den Kronländern ausgeht, wobei ich mir von Europas leichtester Stadt (A-gram) wenig Innovatives vorstellen kann, da der nichtdalmatische Bevölkerungsanteil Kroatiens selten durch egal was, aufgefallen ist, naja. Laibach ist klar, gehört es doch zum Einflussbereich der Neuen Slowenischen Kunst, der nicht zuletzt (lose) Slavoj Zizek angehört.Prag...was soll man da sagen, als Spielwiese für Menschen wie Brod, Kafka, Hasek oder Havel. Dort kann kein wirklicher Untergang zu befürchten sein, auch wenn er Thema jeglicher Kunst sein mag.Auch wenn 50.000 uninspirierte amerikanische Zahnspangenträger so tun, als wären sie die Speerspitze der Kunsteliten der USA, ...yes we would like to, but can we? Budapest, naja...ein Planet stier (pleite) wie Island. Der unlogischen Logik der Magyaren zufolge wird dort das eigene Unglück nicht beweint, wie etwas in Obergermanien, sonder gefeiert. Ist irgendwo klar. Welche überwältigenden Popkonzerte dort gewesen sein sollen, entzieht sich Unserer Kenntnis. Wir wissen nur, dass Client derzeit keine Tour plant. Als jemand, der sozusagen aus beruflichen Gründen in den Planeten München geworfen worden ist, können Wir nicht erkennen, wie schlafmützig Wien denn sein soll. Gemessen an Schwabing, der seit den zwanziger Jahren toten Gespensterstadt, ist sicherlich Ottakring oder Hütteldorf ein richtiggehendes Babylon. Apropos, ich hoffe Sie wissen, dass Sie Uns gerade davon abhalten, das wiener Derby zu schauen. Die eigenwillige Mischkulanz der Stadt hat eine gewisse Ordnung; eine gute Voraussetzung für Gärungsprozesse aller Art. Obwohl ORF-Staatsrundfunk, wie bitte sollte anderswo FM4 gedeihen? Die Wiener Museen funktionieren, sie funktionieren gut. Gemessen an München, dort wo alles für ein einziges Disneyland (Pinakotheken) in die Schlacht geworfen wird. Die restlichen staatlichen Kulturvollzugsanstalten sich dadurch kaum verbessern werden. Ein städtischer Ausstellungsraum, der sich nach einem Kaiser-WilhelmII-Maler nennt, ach wie originell? Lenbach war alles, aber nicht innovativ. Klimt zum Beispiel, ist halt einfach heute noch so attraktiv und epochal, dass sich noch niemand daran getraut hat, ihn quasi zu überholen, wennauch ein blosses Kopieren nicht ratsam wäre. Immerhin hat es die Secession auf die 50cent-Münzen geschafft. Berlin hat seine grossen Figuren, wie etwa John Heartfield schlichtweg vertrieben oder beweint, dass Schliemanns Beutekunst (Einheimische übers Ohr hauen) quasi von den Russen okkupiert wurde. Nun, es handelt sich um Weltkulturerbe und in St.Petersburg gibt es qualifiziertes Personal. Das Erbe der Menschheit ist also in guten Händen,egal wo. Wie dem auch sei, Wien ist (immer) anders. Die Kunstszene ausschliesslich am Umsatz und an Halbjahresbilanzen von Stromkonzernen zu messen, ist absolut unredlich. Ist die Kunst unabhängig? Hätte man das "Haus der Kunst" anno 1938 von der Deutschen Bank sponsorn lassen können, ist genau das nicht geschehen? Egal. Mit zerebralen Grüssen |
| JohnSteed | .... Sehr geehrte Damen, sehr geehrte Herren, mehr als einmal habe ich mich über Ihr Deutschlandbild aufgeregt, was zur Folge hat, dass ich in Punkto Qualitätsfernsehen auf 3Sat zurückgreifen und ARTE in Zukunft meiden werde. In der Vorstellung von ARTE, equvalent zum französischen Zentralstaatsmodell halten Sie Berlin für Deutschland und Deutschland für Berlin. Das sehr unattraktive Deutsch, das dort gesprochen wird, halten Sie für Hochdeutsch. Das ist etwas so, als wäre die Verbalgrobmotorikern Merkel eine Art Standard für Hochdeutsch, was aus erklärbaren Gründen nicht geht. Dank dem Politkriminellen Franz Josef Strauss, haben in Bayern mehrere Germanisierungswellen eingesetzt. Diese haben die Identität Bayerns mehrfach unterwandert. Dieser Unionismus wird letztendlich auch durch Ihr Programm fortgeschrieben. Wir wollten einst die "Vereinigten Staaten von Europa"(VSE) gründen. Daraus ist leider nichts geworden. Stattdessen wird das Krankheitsbild des 19.Jahrhundert, nämlich der "Nationalstaat" in Form des unseligen Lissabonvertrages fortgeschrieben. ARTE trägt zu dieser historischen Falschfarbe mit bei. Als bekennender Süddeutscher wehre ich mich gegen das berlinozentrische Bild, dass sie von Deutschland verbreiten. Nicht jeder in Deutschland wird sexuell aufgereizt, wenn er das Brandenburger Tor (natürlich im Fernsehen) erblickt. Durch ständige Wiederholung erhöht sich der erotische Reiz auch nicht. Es mag sein, dass es in Frankreich viele Menschen gibt, die Paris für Frankreich halten, aber diese äusserst simplifizierende Ansicht muss nicht zwangsläufig für Ihre Nachbarländer gelten. Jeglicher Zentralismus hatte extrem negative Folgen für Deutschland, zwangsläufig somit für seine Nachbarn, die die jüngste Geschichte beweist. Vielleicht können eines fernen Tages Bayern, Schottland,Aquitanien oder das Baskenland eigenständige Bundesländer der "VSE" werden, und damit jeglichen Kulturimperialismus abstreifen. Europa ist Vielfalt, nicht Einfalt. Sonst wären wir ja in den USA. |
| JohnSteed | Sehr geehrte Fleischanderl! Was flüstert die leere Bierdose am Waldesrand? "Vergiss-mein-nicht!" ruft sie so zart. Vergessen sein ist gar zu hart (Vera Ferra-Mikura) Nun, mit Verlaub...da haben Sie sich quasi selbst "verraten" (ohne es zu wollen). Zunächst einmal unterstelle ich Ihnen, dass Sie Ostösterreich/Wien für Gesamtösterreich als sprachdominant erachten.Eh kloar! Das ist eigentlich schade, schon weil Sie sich derzeit in Kärnten befinden. Keine Nuancen zu kennen, vielmehr nicht kennen zu wollen, ist im Grunde Sprachstalinismus. Andererseits ist die Behauptung, dass Bundesdeutsche über alles hinweghören, was nicht mit spiessigen Versatzstücken der eigenen, kleinen Welt zu tun hat (-->Adenauersozialismus), vor allem wenn sie aus Köln oder Westfalen stammen, ja per se nicht falsch. Überhaupt nicht falsch! Nur...den österreichischen Sonderweg anhand einer (alemannischen)Voralbergerin, die auch noch in der Schweiz studiert hat, als Beispiel zu nehmen für des Bundesdeutschen Unverstand gegenüber danubischen Sonderformen der Sprachtaktik, das ist schon mehr als kühn. Wenn nicht sogar fast arrogant (gegenüber den Menschen "hinter" dem Arlberg). Vor allem dann, wenn Ihr Ideologiereflex üblicherweis schneller anschlägt, als der dazu passende Inhalt. Dem Wienerischen den literarischen Vorzug zu geben, ist eh ned grad foisch. Aber zu sagen, dass nur Wien allein gleichbedeutend sei mit österreichischer Literatur, das ist so, wie die Brasilianer Fussball spielen: selbstgerecht. Wer weiss, vielleicht ist der henndorfer Zuckmayer auch Teil der Österreischischen Literatur und Sie wissen es vielleicht nicht. Ah so, Henndorf liegt ja in Salzburg. Deppert bin, hab I jo vergessen. Und vergessen Sie nicht, es waren die 15jährigen Wienerinnen, die die Lugner-City gestürmt hatten, wegen eines letztklassigen "Sängers", der Bohlens Gärtner kennt. Man erträumt sich doch jedes Jahr einen Autor, eine Autorin, die sämtliche Gesetze des hehren Kulturbetriebes bricht, in der Hoffnung, dass mal etwas Frischluft in einen -sagen wir- fast ranzig gewordenen Wettbewerb hineinkommt, aber am Ende machen sich immer die gleichen Funktionäre breit. Neuseeland wird eines Tages Weltmeister werden, da bin ich mir sicher! Aber Herr Blatter würgt es schon vorher ab. Bert Brecht ist aus Bayerisch-Schwaben und da gibt es auch Nuancen, die nördlich der Wertach keiner versteht. Kurz gesprochen, in seinem Sinne: was zieht uns auf die Berge - die Seilbahn! Was zieht uns zur Literatur? Als hehren Kulturbetrieb: die Schnittchen und der kostenfreie Rotwein. Freunde, Römer, Landsleute: Auf nach Klagenfurt! Und im Oktober ab nach Frankfurt! Was gibts dort eigentlich an Incentives. Naa! Bitte ned scho wieder die Kugelschreiber vom Randomhouse... Danke für die Aufmerksamkeit. (Bachmann-Turner-Overdrive-Klagenfurt 2010) |