| Katzenschatten | Ein ganz normaler Tag in einer urologischen Arztpraxis. Ich mache meinen Job, mal mehr, mal weniger motiviert. Ich blicke auf die Karteikarten der anwesenden Patienten und erspähe eine Blasenspieglung für einen Mann. Mein Ding. Deshalb gibt es Arzthelfer; behauptet mein Chef. Ich rufe den Namen des Patienten und spüre sofort ein [I]Weltunter[/I] Jetzt kann ich den Menschen auch sehen. Und wieder [I]Weltunter[/I] Er kommt auf mich zu, Spannung baut sich auf. Ich lächle ihn an, sage meinen Text auf [I]Steig durch das Portal der Augen hinter meinen Blick! Nur ein kleines bisschen näher und dann gibt es kein Zurück.[/I] bzw.: Jetzt gehen sie bitte noch einmal auf die Toilette, die Blase ganz entleeren und dann hier *deut* in diesen Raum hinein. Der Patient gehorcht. Wenn er dann getan wie ihm geheißen [I]Lege alles ab, Du brauchst nichts dort, wo wir hin gehen[/I] bis auf Oberkleid und Strümpfe [I]Lass alles fallen [/I] Sie können es auch hier auf den Stuhl legen [I]auch Dich[/I] nicht auf den Stuhl! [I]es tut nicht weh, Du wirst schon sehen[/I] (wenn er es schafft sich später fallen zu lassen), ausserdem gibt es 11ml Instilla-Gel in die Harnröhre. Und jetzt: Die Begegnung. Mann trifft auf gynäkologischen Stuhl. Ein Blick. Ein Zögern. Ein Harren. Aufmunternde Worte meinerseits. [I]Steige empor! Winde Dich hoch![/I] Jedesmal ein erstaunlicher Anblick, wie der Mann den Stuhl erklimmt. Dann sitzt er dort voll der Weigerung seine Beine in die Bügel zu legen, aber hier bin ich der Dirigent, oder eher der Dompteur? Nun denn, der Patient sitzt regelrecht und blickt um sich. Soll er auch, denn [I]Schau über's Land hinab vom dunklen Turm. Beuge Dich vor [/I] (er ist diesen Thron nicht gewohnt) [I]Augen nur zu[/I] Nein, nicht bei dem Monitor neben ihm [I]Fühlst Du mit schwarzen Schwingen kommt der Sturm.[/I] und dem Arzthelfer vor ihm, der ihn anlächelt [I]Komm zu mir[/I] sag ich [I]Weltunter[/I] sagen seine Augen [I]Sag kein Wort[/I] denke ich [I]Weltunter, Weltunter[/I] denkt er [I]Zög're nicht mehr länger[/I] höre ich die Stimme meines Chefs [I]dann sind wir noch heute fort[/I] Pünktlich Feierabend? Ja sicher... [I]Komm zu mir[/I] Chef, ich warte... [I]Weltunter[/I] Ach, der Patient... [I]Keine Furcht[/I] guter Mann, versuche ich den Patient zu beruhigen, doch der signalisiert nur [I]Weltunter, Weltunter[/I] Ich spüre seine Angst. [I]Folg dem Lied des Sängers[/I] Mir! [I]mach das Tor auf und geh durch![/I] Öffnet Euch, edler Patient, es ist doch nur eine neue Erfahrung. Es gibt keinen anderen Weg, denn [I]Blut hat uns'ren Bund besiegelt[/I] und zwar jenes in Ihrem Urin. Experten sprechen hierbei von einer Mikrohämaturie. [I]nun sind wir vermählt[/I] Er und ich. Bis der Arzt kommt. [I]Folge mir, geh' mit mir bis an's Ende dieser Welt[/I] Wir machen hier nur Diagnostik. [I]Und dann noch weiter[/I] was ich niemals hoffe und niemandem wünsche . [I]ich nehm' Deine Hand[/I] damit ich Deine Daumen auch drücken kann. [I]wenn Du erlaubst[/I] Der Patient ist König! [I]Lass Dich führen, kurze Zeit[/I] Im Hier und Jetzt bin ich für Dich da (das Du kommt irgendwie automatisch...) [I]es ist näher als Du glaubst[/I] Das Blasenkarzinom. Was ich fürchte, er nicht mal ahnt. [I]Steige empor...[/I] Mensch. Tumor. Engel. .... oT.: Danke ASP. Deine Lieder helfen. |
| Katzenschatten | [I]Wenn die Nacht für uns gemacht Dunkle Schleier schickt Wenn deine Liebe schlafend liegt Der Zeiger weiterrückt Wenn Leidenschaft mich besiegt Das Feuer entfacht Wird mein Herz von Gier getrieben[/I] So sitze ich hier in meinem Auto, schaue hoch zu dem geschlossenen Rolladen, hinter dem wahrscheinlich schläfst. Ich weiß nicht, warum ich hierher gefahren bin, es war wie ein Zwang, ich musste es tun. Hoffnung? Bessenheit? Nenn es wie Du willst, Gör, hättest es nicht verstanden, es hätte Dich genervt oder besser gesagt: gestresst. Ist egal, mit meinen Tränen war ich allein, damals, vor Deinem Fenster. [I]Ich komm zu Dir wenn alles schläft Ich komm zu Dir nur in der Nacht Ich warte dass die Sonne untergeht und beug mich zitternd deiner Macht[/I] Am Tag konntest Du mich sehen, hättest es auch nicht gewollt. Schlussgemacht, abserviert und nicht mehr wahrgenommen. Was zählt es da noch, dass ich Dich zu Deinen Dates nach mir gefahren habe? Weißt Du eigentlich was Du mir angetan hast? Gut, ich bin selbst schuld, habe es schließlich angeboten, will Dir keine Vorwürfe machen. Also, vergiss es, so wie Du mich vergessen hast. [I]Still die Gier, die Gier in mir Halt mich fest Still die Gier, die Gier Erhöre mich Es leuchten die Sterne am weiten Himmelszelt Für Dich und mich Bis die Nacht zerfällt[/I] Einmal noch, einmal noch, bettel ich stumm vor mich hin. Vielleicht gibt es da jemanden der meine Gebete erhört, aber... nein, es ist niemand da; niemand kommt, nur ein paar nächtliche Spaziergänger die meine Tränen nicht sehen, nicht sehen sollen. Ich sitze in meinem Auto, halte mein Lenkrad fest, als ob ich mein Schicksal oder die Wahrheit in eine Richtung zwingen könnte, doch nein, es ist wahr: Du bist fort und ich allein. [I]Wenn der Atem lusterfüllt Die Lippen brennen Wenn dies Licht uns erhellt Wirst Du erkennen Das Herzenlust Ketten sprengt Die Qual verfällt Wir verglühen Es wird Zeit[/I] Vergebene Hoffnung. Was soll das? Ich weine und schreie, ich fluche und leide und doch... Alles vergebens. So stand ich dereinst stundenlang vor dem geschlossenen Fenster. Wozu? Ich weiß es nicht mehr. Vielleicht war es Liebe. Auf jedem Fall war es Schmerz. Ich mache Dir keinerlei Vorwurf, schreibe mir nur etwas von der Seele, damit es endlich vergeht. |
| Katzenschatten | Eine kleine Melancholie, ein kleiner Gedanke, eine kleine Erinnerung... [I]Hast Du wirklich dran geglaubt?[/I] Damals? Alles. [I]dass die Zeit nicht weitergeht?[/I] Dachte dass alles ewig so bleibt. [I]Hast Du wirklich dran geglaubt?[/I] Wie gesagt: Ja. [I]dass sich alles um Dich dreht?[/I] Um mich, Dich, die Sonne, wen auch immer... [I]Man hat sich reichlich gehaun[/I] Zumindest so getan. [I]und nie dazu gelernt[/I] Irgendwie dann doch schon; im Nach hinein; ein wenig... [I]Viel Alkohol,[/I] Hab ich getrunken [I]viel' Frauen[/I] hab ich mir gewünscht [I]von der Wirklichkeit entfernt.[/I] war ich und doch mitten drin. [I]Ich erinner mich gern an diese Zeit[/I] Nicht unbedingt so gern, da aus jetziger Sicht unnötig bis peinlich [I]eine Zeit die man nie vergisst[/I] Ja, leider... [I]Doch ich muss mein Leben leben[/I] was den Tod mit einschließt [I]meinen Weg alleine gehen[/I] Nicht alleine, aber ohne die Loite und Helden von damals. [I]Machs gut[/I] Verpiss Dich! [I]Du schöne Zeit[/I] IRONIE IRONIE! [I]Auf wiedersehen[/I] Und Tschüss! |