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  Forum: Nebelpfade
    Thema: running in circles
DoorSeit 14 Jahren begleitest du mich. Vor 14 Jahren traf ich im jugendlichen Leichtsinn den Entschluss, dass du es bist. Du und niemand anderes.

Nach zig Malen des Auf- und wieder Abwärmens, nach unzähligen Malen von gewählter Distanz und zufälliger Begegnung, sind wir gemeinsam ein Stück des Weges gegangen.

Und jetzt? Sitze ich hier in der neuen Wohnung, die nie hätte passieren dürfen. Die letzte hätte die erste im neuen Abschnitt sein sollen. Jahrelang habe ich mich schnell abgelenkt. Habe schnell Menschen als Ablenkug für mich nutzen können.
...ein menschlicher Zug, das mag sein. Gut war er dennoch nicht für mich, ebensowenig wie für die anderen.

Bei Null muss ich anfangen. Und das, obwohl ich einen Großteil meines Fühlens immer an dich gehangen habe. Jetzt ist es ein wirkliches Ende. Wie soll ich es schaffen, dich aus meinen Gedanken zu tilgen? Es verbietet sich so vieles, egal ob es Musik, Empfindungen, Rausgehen, gemeinsame Bekannte, Einkaufen, Kochen... du bist immer da.
Alleine mag ich manches mal sein, einsam nicht. Und dennoch fühle und empfinde ich genau das. Selbst meine sonst so gut funktionierenden Mechanismen bezüglich meiner Arbeit versagen. Zu oft habe ich das Gefühl, auch den wirkllich engen Freunden nicht mehr reinen Wein einschenken zu können. Ich nehme mich selbst kaum noch ernst. Verstecke ich in der Vrgangenheit, als es noch ein "Vielleicht" gab.

Monate sindseit alledem vergangen. Dennoch fühlt es sich auch heute noch so an wie gestern. Und du? Du lebst dein Leben, immer, wenn ich so lange an deiner Schublade geruckelt hab, bis sie sich schliessen ließ, kommt eine Mail. Ich antworte erst ewig später. Du teilst mir von deinem neuen Job mit. Pendelst durch ganz Europa. Bist begeistert ob deiner neuen Aufgaben. Nie eine Antwort auf Fragen, wie es dir geht. Unabhängig vom Job. Nie eine Frage, wie es mir geht. Emotionen bremst du nur aus.
...ganz ehrlich, Smalltalk hatten wir nie. Egal was in der Vergangenheit vorgefallen war. Ich kenne deine Abneigung zu solchen Dingen, genauso wie du die meinige. Also was soll das?
Musst du schauen, bis wann ich noch reagiere?
So werde ich dich in Gedanken niemals ziehen lassen können. Immer und immer wieder brichst du all das wieder auf. Irgendwann werde ich dir ebendies auch mitteilen. Vielleicht dann, wenn ich den Mut finde, die letzten Sachen zu holen und die Schnur somit durchzuschneiden. Vielleicht.

Vielleicht begleitest du mich aber still die nächsten Jahre.
Door...if I only could, I'd be running up that hill.

Stetig und langsam - es geht voran. Das geplante Leben umgebaut und neuorganisiert. John Lennon war ein weiser Mann...

In vielen Monaten intensive Beschäftigung mit dem Selbst. Vielleicht auch Jahre zu spät, wer weiß das schon.
Dinge und Begebenheiten, die ich nie erlaubt hätte. Leben ohne Konsequenzen. Kaugummi-flexible Moral. War das nu' alles? Oder ist das die Ruhe vor dem Sturm? Die verschiedenen Stürme der der letzten 14 Monate haben mich erstaunlicher Weise nicht aus der Bahn geworfen. Eher bestärkt.

Voller Freude festgestellt: Felsen bleiben.

If I only could, be running up that hill
with no problems


Ich habe mich UND mein Leben wieder :)
Dooroh my...

Stabilität ist wohl nur ein sehr relativer Begleiter. Das Problem bleibt im Kern dennoch bestehen. Viel zu spät habe ich an mehreren Stellen in diesem Jahr bemerkt, dass du dich nicht so recht abstreifen lässt.
Weder in Gedanken, noch in der Realität. Deine Mail aus dem Frühjahr war fast mehr als ein böser Affront. Oder einer Bitte um Absolution.
"Blut ist dicker als Wasser" - du erinnerst dich? Geh zu den deinen, sie werden dich hören. Ich will taub sein.

Dich im Sommer so unerwartet hoch im Norden zu treffen, war ein fieser Schlag in den Magen. Erst recht, wenn ich bedenke, dass ich seit über zwei Jahren alles dran setze, dich nicht zu sehen. Und dann nimmst du mir den süßen Nachgeschmack Schwedens. Ich will nichts schmecken.

Dann meldest du dich in der jährlichen kurzen Mitteilung. Du denkst an mich, alle Ziele sollen erfüllt werden,...
Hohle Phrasen, die ich an diesem Abend nicht sehen will.

Dennoch - das böse Wort. Ab März werden die Karten vermutlich neu gemischt. Sich dann in den Trümmern einer gemeinsamen Vergangenheit nach Jahren wieder zurechtzufinden, wird vermutlich nicht einfach sein.
Ich will diese Zeit genießen. Die Vergangenheit in ein kleines Fenster zerren und diese kruse Retrospektive erleben.

Im Zweifelsfall musst du gläsern werden.
True ZombieIch hab jetzt nicht alles gelesen, aber kann die Überschrift Deines Postings gut nachvollziehen. Nichts ist belastender als wenn das Leben einem vorkommt als renne man im Kreis. Und da dachte man, das Leben sei schon beschissen genug, wenn es einem vorkommt wie ein Strahl, der unendlich in die Vergangenheit und unendlich in die Zukunft geht ;)
Door...und da waren sie wieder. Die kleinen Vergangenheitsstücke, die teils erwartet, teils unerwartet den berechenbaren Bogen eines Boomerangs ziehen. Und japp, es kommt alles zurück - eben nur eine Frage der Zeit.

Dass du dich melden würdest hatte ich nun wahrlich nicht geglaubt. Hoch im Norden (im Sommer, der keiner war) schienst du schon so ...seltsam. Wie auch die Art der Kontaktaufnahme. Mal ehrlich - nur weil wir all die Jahre den gleichen Weg gegangen sind: wo ist deine Berechtigung, dich so zu verhalten??
Morgen werden wir uns alle wiedersehen. Vermutlich hat das den verqueren Reiz eines Klassentreffens. Oder aber es ist die Reise in die Vergangenheit. Vielleicht wollen wir auch wirklich "nur" noch einen gemeinsamen Auftritt.

Im Frühsommer wünschte ich mir nichts sehnlicher, als in altbewährter Form vor Publikum zu stehen. 'Sei vorsichtig mit dem, was du dir wünschst' drängt sich dabei unweigerlich auf. In aller Konsequenz bin ich mir heute, einen Abend vor dem Konsolidierungstreffen nicht mehr ganz so sicher.

Und ich weiß, dass es dir nicht anders geht. Diese Zeit lässt sich schwerlich ohne einander in Erinnerung rufen. Egal was, du hängst mit drin. An den unmöglichsten Stellen.

Dennoch: diese Mail ist ein Affront. Ich war da konsequenter. Aber hej, Schnelligkeit in Handlungen war eh immer mein Ding denn deines.
Vermutlich sind mir manche Dinge in den letzten Jahren so sehr ans Herz gewachsen, weil sie schlicht frei von dir sind. Irgendwann kommt der Zeitpunkt, an dem all das ausgestanden sein wird. Sollte diese blöde Floskel von der Hälfte der Zeit stimmen, blühen mir noch neun Jahre. Danke auch.

Ich lasse die Wolken ziehen und gehe meinen Weg.

Edith hat Buchstaben zurechtgerückt
DoorSo kurz vor dem Auftritt ist alles relativ. Die Proben waren klasse, warum du sie nicht mehr wirklich besuchtest erschließt sich mir nicht, aber das ist auch gottlob nicht mehr mein Problem.
Alle alten Hasen feiern doch noch ein Fünkchen der Pubertät. Backflashs auf längst Vergangenes waren bei allen Beteiligten so immens, dass wir uns zwischenzeitlich kaum zu halten wussten. Manchen schleppten auch ihre eigene Brut an. Ich staune, wie andere ihr Leben in der Zeit gemanagt haben. Zweifel kommen hier und da sicherlich auch auf, allerdings muss ich unter'm Strich feststellen, dass längst nicht alles so verfahren ist, wie ich lange Zeit glaubte.

Anders. Vor allem anders als geplant.

John Lennon war ein weiser Mann.
DoorDer Abstand jetzt tut gut. Noch "Meine" einsammeln und das Kapitel sollte geschlossen sein. Deine Vorderung nach "normaler, entspannter" Kommunikation mag nachvollziehbar sein. Allerdings ist dieser Zug vor Jahren abgefahren.
So sehr die Feststellung, dass du ihn losgeschickt hast, nicht an dich heranzutreten vermag, so deutlich zeigtest du mir dadurch auf, dass da nie eine gemeinsame Augenhöhe war. Der Nachgeschmack ist fahl, dennoch kann ich letzlich keinen weiteren Groll hegen.

Du warst offenkundig nie dazu in der Lage. Weder mit Worten, noch mit deinem Herzen.
...schade, dass ich so lange gebraucht habe, das zu erkennen.

Zeit sich zu trennen. Endgültig.
Door...oh my.

Endgültigkeit ist schon was Feines. Wenn man mich dann mal ließe...

Schon wieder drängst du dich auf.
Schon wieder teilst du mir ein Resümee deines Jahres mit.
Schon wieder beschreibst du die wunderlichen Dinge, die dich beschäftigt haben.

Warum? Ich würde die Nummer mittlerweile wirklich gern verstehen. Ist es, wenn dich die große Leere in einem Hotelzimmer i-wo auf dem Globus mitten in der Nacht überfällt? Ist es, wenn du für dich ein Fazit des letzten Jahres ziehst? Ist es, wenn du deine Sippe größer werden siehst? Liegt es an der puren, jahrewährenden Gewohnheit ?

Bereits beim Auftritt im Mai '12 hatten wir den eigentlichen Punkt schon im Raum stehen. Du weißt schon, der rosa Elefant, der zwingend ignoriert werden wollte. Es wird nie wieder so werden wie gehabt. Nie.

Ich möchte mir mein Rückgrat nur ungern mit Absicht brechen. Lassen.
DoorDas Treffen mitten in der ungeschönten Aldi-Realität war wahrscheinlich überfällig. Wobei ich mir in den letzten Jahren echt Mühe gegeben habe, hier vor Ort nicht großartig in Erscheinung zu treten.

Ich will das alles nicht mehr fühlen müssen.

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