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  Forum: Nebelpfade
    Thema: owner of a lonely heart
poisonmir träumte ... vom baum der erkenntnis, der da wächst in der trostlosen wüste der einsamkeit, gespeist vom salzigen nass unzähliger tränen
gehindert an der flucht durch seine übermächtigen wurzeln, die mich in fesseln legten
in seinen stamm gebrannt die worte wahrheit, realität, nichts ist für die ewigkeit
sein starres, kaltes geäst zerbröstelte wie klamme finger meine wünsche, träume, sehnsüchte - zerrieb sie zu staub, schon vom wind verweht
seine blätter raunten und wisperten von endlichkeit, zerstörung, abschied, schmerz
seine früchte - gnadenlos bitter, owohl sie die illusion von süsse erschaffen wollten ... den geschmack des unmöglichen vergessens auf die lippen bringend

schweissgebadet erwacht - und im herzen bleibt die bange frage -
wird jede noch so kleine hoffnung tatsächlich immer wieder nur genährt, um dann der tiefsten verzweifelung zum frass vorgeworfen zu werden

ist es das, was leben bedeutet, was das leben ausmacht
ist das der sinn des daseins ....
Demon17Deine Gefühle poison, sind das Salz des Lebens und bist Du verzweifelt, lerne die Verzweiflung zu genießen. Schlimm ist nur das Grau des Alltags. Solange Deine Seele, Dein Herz noch gegen den Gleichschritt des Materialismus rebelliert, bist sicher, daß Du noch lebst. Es gibt so viele Zombies in dieser Welt. Die Gesellschaft frisst die Seelen Stück für Stück und übrig bleibt nur der kleinste gemeinsame Nenner. Leben heißt leiden poison und solange Du leidest lebst Du noch...
Davy Crockett[I]Leben heißt Leben...

wenn wir alle die Kraft spüren...

Leben heißt Leben...

wenn wir alle den SCHMERZ fühlen...

...Welch ein Glück dass es vorbei ist
wir dachten nichts wird anders
jeder Augenblick der Zukunft
ist ein Gedanke an vorher
weil wir alle Kraft vergaben
wir gaben alles Beste
und jedermann jetzt nichts mehr hat
und der Tod nun aller harrt...

LEBEN HEIßT LEBEN! [/I]

(Laibach - Leben heißt Leben)
poisonmir träumte ....vom tanz zwischen den welten .... frei, ausgelassen, wild ....
grenzenlos, durch nichts aufzuhalten, im zufriedenen einklang mit allen gegebenheiten ...nichts, was sich nicht miteinander vereinbaren liesse ...
gepflückte sterne - glücklich in meinen händen geborgen ....
mein unbändiger gesang erfüllte die nacht
der mond lächelte auf mich herab - mit milder güte, mit nachsicht für die stürmischen, naiven gefühle der erdbewohner ... erworben in seiner seit jahrtausenden währenden existenz
doch tief hinter seinen augen glomm die finstere weisheit, die bittere wahrheit, die realität, die stetig lauert ...
türen werden sich schliessen, nicht über jedem abgrund spannt sich ein seil, schranken lassen sich nicht auf ewig ignorieren ....
die unabänderliche gewissheit .... die wege der erfüllung sind letzten endes doch nur schmugglerpfade ... eines tages entdeckt und entweiht ..
irgendwann, irgendwo, in einem unbewachten augenblick erwartet dich der zollbeamte und fordert mit lieblichstem lächeln seinen grausamsten tribut ein

tränendurchnässt erwacht ...
geklammert an die verzweifelte hoffnung - die suche nach der wundersamen schere ... nach dem einzigartigen werkzeug, das vermag die puzzleteile des lebens zurechtzuschneiden
vergangenheit, gegenwart, zukunft zu vereinen - auf dass selbst die entferntesten welten zu einer einzigen verschmelzen
JohnSteed[QUOTE][i]Original geschrieben von Davy Crockett [/i]
[B][I]Leben heißt Leben...

wenn wir alle die Kraft spüren...

Leben heißt Leben...

wenn wir alle den SCHMERZ fühlen...

...Welch ein Glück dass es vorbei ist
wir dachten nichts wird anders
jeder Augenblick der Zukunft
ist ein Gedanke an vorher
weil wir alle Kraft vergaben
wir gaben alles Beste
und jedermann jetzt nichts mehr hat
und der Tod nun aller harrt...

LEBEN HEIßT LEBEN! [/I]

(Laibach - Leben heißt Leben) [/B][/QUOTE]

Ha! noch einer hier....

@Poison

Sinnstiftende Ideologien gab es viele, sie endeten alle in Minengürteln und Maschinengewehrfeuer der starren Ansichtspaletten.
Deine Kraft liegt in dir, dein Sinn liegt in dir.


"Die besten Abenteuer sind im Kopf und sind sie nicht im Kopf, dann sind sie nirgendwo!" (André Heller)
ArrogantNick[SIZE=1](Als Reaktion auf Deine PN, poison, stelle ich es wieder hier ein. ;-))[/SIZE]

....

Hallo poison,-

ich kann mich Demon nicht anschließen, auch wenn ich das noch vor einigen Jahren bedingt getan hätte. Ich selbst war so und kenne auch einige Leute, die sich sogar noch an den Schmerz klammern, Hauptsache man fühlt überhaupt noch irgendwas. Ich badete und suhlte mich in meinen Verletzungen, nahm sie, ohne mir dessen eigentlich wirklich bewusst zu sein, als Teil meiner Selbstdefinition an und hatte immer und immer wieder das Gefühl, mich endlos im Kreise zu drehen und immer wieder dort zu landen, dass außer dem Schmerz nichts mehr übrig war in mir.

Irgendwann kam dann der Punkt, dass ich mir gewahr wurde, dass ich über die Jahre verlernt hatte, die leisen Töne, die ich irrtümlicherweise als Stille und damit Tod interpretierte, in mir ertragen zu können. Ich stellte fest, dass ich eine ungeheure Angst hatte vor anderen Gefühlen als dem Schmerz, bzw. vor der inneren Stille, die erst der Nährboden ist, um andere Gefühle wieder erwachsen zu lassen. Lieber verharrte ich im Schmerz und der ewig währenden Enttäuschung, denn das war bekanntes Terrain und folglich hatte ich auf diesem Gebiet kein solches Angstproblem. Ich erkannte, dass ich diese quasi selbstgewählte Depression, wie einen Schutzwall vor mir selbst installiert hatte und mit eben dieser Erkenntnis, begann sich etwas in mir zu verändern.

Ich hörte auf zu hadern und zu kämpfen und forcierte ganz bewusst die Stille in mir. Ich sagte mir, lieber bin ich innerlich erst einmal still, tot, öd und leer, anstatt ewig um meinen inneren Leidensplaneten zu kreisen, der mich nie wieder aus seiner Umlaufbahn lassen wird, so lange ich ihn als Mittelpunkt meiner Welt ansehe. Ich tat Dinge um die Stille zu finden. Lernte mich bewusst zu verweigern, nicht mehr auf Dinge einzusteigen, bzw. sie gezielt zu meiden, von denen ich bereits ahnte, dass sie mich in altbekannte Muster stoßen würden. Ich beendete ungesunde Bindungen und Kontakte. Ich übte mich in Entspannungs- und Meditationstechniken. Ich erlernte, für mich zu sorgen und mich selbst aufzufangen und anzunehmen.

Es gibt immer einmal Phasen, in denen es einem nicht gut geht. Das ist vollkommen normal. Wenn man sich diese negativen Gefühle als quasi Energie vorstellt, die einem naturgegeben von Zeit zu Zeit innewohnt, so würde der Versuch diese Gefühle zu verdrängen, einem Energiesparprogramm gleichkommen, welches dafür sorgt, dass man umso länger etwas davon hat. Man kämpft mit und gegen sich selbst und arbeitet es in sich ab, während man mit der Wut und dem Selbsthass immer weitere dieser negativen Energien erzeugt. So verbleibt man in diesem Zustand, viel länger als eigentlich nötig.

Heute weiß ich, dass es zum Menschsein gehört sich einfach mal mies zu fühlen, innerlich müde zu sein und traurig. Ich gestatte es mir dann auch, lasse es wie eine Welle über mich gleiten, packe mich auch mal einen Tag ins Bett oder vor's TV mit trauriger Musik und Heulfilmen. Ich schwelge in der Traurigkeit, lebe sie aus, bis nichts mehr (oder nur sehr wenig) davon übrig ist. Dadurch, dass ich es mir gestatte, erspare ich mir Wut, Zweifel, Selbsthass und ähnliches mehr, erzeuge also keine weiteren negativen Energien in mir. Ich arbeite einfach ab was da ist - ohne zu hadern oder zu hinterfragen. Es geht mir heute schlecht - Punkt.

Und dann am nächsten Tag, wenn es still ist in mir, dann suche ich die Schönheit, ganz gezielt und bewusst. Beschäftige mich mit schönen Dingen die ich mag, fülle die Leere in mir mit Wärme und Freude, denn auch das gehört zum Leben dazu, ebenso wie alles andere. Und dadurch, dass ich nicht mehr in kämpferischen Stürmen mich befinde, im inneren Kampf und damit Lärm, höre ich in der Stille auch die leisen Töne. Das sanfte Rauschen des Windes, spüre die Erhabenheit dessen, was mich tagtäglich umgibt und seine Schönheit, Finesse und Großartigkeit. Nimm Dir eine Lupe und schau Dir eine Blüte an, was Du siehst in Genialität. Schau in die Augen Deiner Kinder und was Du siehst ist die Kraft und die Schönheit von Schöpfung.

Mach es still in Dir, lass alles zu in Dir und danach lass es still werden. Du wirst nicht innerlich absterben wenn es still wird, im Gegenteil, wirst Du erfahren können, dass in der Stille (ein) neues (Er)Leben erwächst.

Der Sinn des Daseins ist nicht Leid. Dasein ist ein Leben.s:Spiel und Spiele können unheimlichen Spaß machen, wenn man es wagt sich auf sie einzulassen. ;-)

Lieben Gruß
Mischa
poisonmir träumte - vom land der schlachten und kriege - von kleinen siegen und endlosen niederlagen ....
und wieder einmal sass ich am rande des schlachtfeldes - einsam, verlassen, allein - und wie gern hätte ich mich in einen mut-machenden arm geflüchtet
zu müde den blick zu heben, vielleicht auch zu feige, mir den wahren anblick dieses enormen grauens anzutun - die realität endlich anzuerkennen, ihr raum zu gewähren, mich einfach damit abzufinden
in weiter ferne verhallten die gesänge der abziehenden krieger - frohlockend über die hinterlassene zerstörung
meine einst so stolze feste - erbaut aus träumen, wünschen, hoffnungen für alle zukunft - verborgen hinter dichten nebeln (oder war es der qualm des alles verzehrenden feuers ?) .... würde sie nur noch aus trümmern und geröll bestehen, nicht einmal mehr wert den namen "ruine" zu tragen ... sobald der helle tag sie beleuchtete ?
was würde bleiben .... was bestand haben, wieviel zu verkraften sein - um erneut stein um stein, fels um fels zu versetzen, um zu vergeben, zu vergessen, zu verzeihen ... - unerfüllte erwartungen - zu viel verlangt - vielleicht
bisweilen erscheint die kapitulation der bessere weg ...
und so sah ich hinauf zum nachtschwarzen himmel (nicht einmal der immerwährende mond bot mir seine gnade), schwenkte die fetzen der alltbewährten weissen fahne und bot mit kalten augen dem schicksal den letzten deal - "nimm alles von mir, nimm dir auch noch den letzten rest meines selbst - ich gebe dir mit freuden, was immer du verlangst - nur, bitte, reiss mich nicht mehr stück um stück ausseinander ...."

erwachen ?? ich sehnte es herbei, wie nichts sonst auf dieser welt ... doch wollte es mir einfach nicht gelingen
poisonmir träumte ... ich sei dem sagenumwobenen phönix begegnet ... erst kürzlich aus der asche auferstanden, strahlte er schöner und kraftvoller denn je ... in seinen ungewöhnlichen augen glomm ein faszinierendes feuer - nicht laut, lärmend, brüllend, sondern solches von der art, dass leise knistert, in den verschiedensten farben tänzelt, mit sanften bewegungen das holz liebkost, von innen heraus ein zartes glimmen darin hinterlässt, sich still seinen weg bahnt - ein feuer, dass tiefste wärme aussendet, wie geschaffen dafür, sich daran niederzulassen - ein feuer, dass jede faser des körpers entspannt, in den hintersten winkel der seele eindringt und dort ersehnte ruhe und frieden einkehren lässt ... zugleich jedoch ein feuer, dem - genau wie seinem wilden bruder - eine unendliche macht innewohnt, dass zu kämpfen, sein ziel zu erreichen weiss ...
erstarrt in fassungslosem staunen vermochte ich nicht den blick von diesem herrlichen geschöpf zu wenden, bis es mir gestattete, mich ihm zu nähern - und mit zitternden fingern strich ich sanft über sein gefieder ...
ein traum, der nur die bitte hinterlässt, ihn ewig währen zu lassen ...
poisonmir träumte - ich sei gefangen im labyrinth meines lebens ... von tiefster finsternis umgeben wurde mein unsicheres vorantasten zum gehen, das gehen zum laufen, das laufen zum rennen, das rennen zur kopflosen, panischen flucht ... meine immer schneller werdenden schritte hallten als mannigfaltiges echo von den gängen wider, die sich vor mir einen spalt breit öffneten und sich hinter mir mit erschreckender geschwindigkeit zu schliessen schienen ... getrieben von wachsender hysterie eilte ich weiter, mit hämmerndem herzen, rasendem puls, mit immer knapper werdender luft zum atmen ...
in den zerklüffteten wänden blitzten fortwährend bilder auf - grausige darstellungen meiner schwächen, bequemlichkeiten, versäumnissen, fehler, fatalen entscheidungen ... eines jagte das nächste - es hörte und hörte einfach nicht auf ... bis ich schluchzend zusammenbrach, nur noch eine leise bitte um gnade und vergebung auf den lippen ...
die antwort erfolgte in einem höhnischen kichern : "der wunsch sei dir gewährt, wollen wir doch einmal grosszügig sein - zeigen wir dir dafür : was hätte sein können, wenn du nur einmal anders wärst, wenn du nur einmal genügen würdest ... all die unerfüllten träume, wünsche, hoffnungen, verpassten chancen deines daseins - na, wie gefällt dir das ?!"
"rechts, links, geradeaus - du kommst hier nicht mehr raus!"

angstschlotternd erwacht und mein blick traf direkt in das geöffnete zähnefletschende maul des minotaurus ....
poisonmir träumte … nichts …
überdrüssig, alles und jedem … überdrüssig des lebens selbst ….
verbraucht, zerstört, niedergemetzelt … am ende, zu kraftlos, mich dagegen zu wehren …
stück für stück ausseinandergenommen, jeder versuch etwas zu ändern, zu verbessern, zu verwirklichen … kläglichst gescheitert …
„shadow of myself“ so nennt man es wohl … ein schatten meiner selbst … alles was nun bleibt ... dabei weiss ich noch nicht einmal mehr, was ich bin, wer ich bin … was und wie ich sein würde wollen … zugegebenermassen – dies wusste ich im grunde noch nie ...
taumeln durch das leben ist erlaubt, doch nicht gestattet ist es, andere wesen in dieses chaos hineinzuziehen, sie in mitleidenschaft zu ziehen, ihnen unsägliches anzutun …
selbstmitleid, garniert mit schuldgefühlen … der cocktail meines daseins ...
bewunderung, gepaart mit einer spur neid, für diejenigen, die immer ihre ziele kannten und gradlinieg ihren weg verfolgten (selbst, wenn sie sich ihre schneisen in die zukunft mit erbarmungslosem egoismus schlugen) … ich gehörte nie dazu
bewunderung, gepaart mit einer spur von neid, für diejenigen, ihn als begünstigte des schicksals immer fanden, so, wie eine katze immer auf ihre pfoten fällt – ich gehörte nie dazu
nie ein kämpfer, nie ein glücklicher …irgendwie durchgekommen, ohne wirklich abzurutschen … das baugerüst stand so oft – nur ein fertiges haus wurde nie daraus … nicht einmal die kleinste gemütliche hütte ...
und jetzt ?! … selbst die skizzenblöcke taugen nichts mehr, der entwurf vom sturm zerrisssen … dem sturm, den der wind entfesselte, den ich gesät …
was gäbe ich für einen traum … mag es auch der schrecklichste, grausamste, furchtbarste von allen träumen sein …
einen traum, der mir beweist, von meinem selbst sei mehr geblieben, als ein seelenloses gespenst … zu schwach, um mit seinen ketten zu rasseln …
einen traum, der mir sagt, tief im innersten glimmt irgendwo doch noch ein funke …
ein funke, der die chance in sich trägt, zur flamme, zum lodernden feuer zu erwachen … einem glühenden punkt am horizont … der mir den weg zurück weisst, zurück zum irgendeinem gefühl ….
poisonEine Krähe ... augerechnet eine Krähe ... obwohl ... bei genauerer Betrachtung erschien es nur logisch ... was auch sonst sollte man als erstes erblicken, wenn man auf einem Friedhof erwacht, als die schwarzen Augen einer Krähe ? ...
Der Vogel sass nur still da und starrte mich an, ich starrte zurück - während allmählich die Funken des Lebens in meinem Gehirn erwachten, die bleischweren Glieder allerdings noch weit vom normalen Funktionieren entfernt.
Fantasygeschichten hatte ich schon immer gemocht, trotzdem ... ausgerechnet jetzt mussten mir die alten Mythen vom Seelenbegleiter ins Reich der Vergangenen doch wirklich nicht einfallen ... natürlich ... es gibt ja auch sonst nichts, womit sich der Kopf beschäftigt, wenn man sich beim ersten Morgentau von Grabsteinen und wucherndem Efeu umgeben wiederfindet ...
"Verschwinde, ich bin nicht tot !!", sandte ich einen Gedanken an das lästige Federvieh aus, welches sich davon allerdings höchst unbeeindruckt zeigte.
Auch wenn ich mich überhaupt nicht erinnern konnte, was es mich an diesen merkwürdigen Ort verschlagen hatte - eines war sicher : ich musste schleunigst hier verschwinden. "Schleunigst" ... leichter gemurmelt als getan ... Versucht doch selber einmal auf eure Füsse zu springen, wenn eure Beine sich wie Wackelpudding benehmen, die Arme sich wie weiches Wachs gebärden, in eurem Kopf eine lustige Elefantenparty stattfindet und zu allem Überfluss das Herz rast, als wolle es einen 100 Meter Sprint gewinnen ... Von der Achterbahn, die im Magen Full-Speed-Loopings dreht, einmal ganz zu schweigen ...
Nach dem vierten Anflauf schaffte ich es zumindest, mich, halbwegs aufrecht, an die nahegelegene knorrige alte Birke zu klammern, darauf wartend, dass mein rasender Puls sich beruhigte. "Na, das kann ja heiter werden" ... Der Friedhof lag etwas ausserhalb der Stadt, mein Zuhause in etwa am genau entgegen gelegenen Ende.
Alle verbliebenen Kräfte zusammennehmend, machte ich mich auf den Weg. Schwankend und wankend, mehr schlecht als recht. Begleitet von vielen Pausen, in denen ich das immer wieder aufkommende Schwindelgefühl unterdrückte ... Begleitet von vielfach aufblitzenden Bildern, wohl Erinnerungsfetzen an die vorangegangene Nacht.
Das verlassene Fabrikgebäude, Stimmengewirr, laute Musik ... bekannte und unbekannte Gesichter - die Jungen betont cool und lässig wirkend, die Mädchen aufgestylt wie Supermodels ...
"Oh Mann, der Typ ist der Hammer"
"Du traust dich nie, den anzuquatschen ..."
"Nimm eine von denen, das macht dich locker"

Aus den Augenwinkeln nahm ich den Schatten der Krähe wahr, mich aus unerfindlichen Gründen hartnäckig verfolgend. Manchmal nicht mehr als eine Ahnung, allerdings, jedes Mal, wenn sie endlich verschwunden schien, so intensiv, als würde sich ihr Blick gradewegs unter meine Haut bohren.

"Hey, sie atmet kaum noch ..."
"Lass uns verschwinden ..."
"Aber ... aber, wir können doch nicht ... wir müssen doch ..."
"Nun komm ... wir kriegen sonst den Megastress"...


Endlich, die Haustür in Sichtweite, die letzten Meter, eine letzte Anstrengung ...
Verdammt - der Schlüssel, wo ?? ... Egal, irgendwie gelangte ich ins Haus und ließ mich erleichtert auf einem der Küchenstühle niedersinken.
Meine Mutter war wohl viel zu beschäftigt, um mich wahrzunehmen ... konzentriert in ein Gespräch mit zwei uniformierten Polzisten vertieft. Die Anwesenheit der Beamten irritierte
mich zwar leicht, allerdings interessierten mich die Beweggründe für ihren Besuch momentan herzlich wenig - vielmehr galt meine ganze Aufmerksamkeit dem Photo, das auf der Anrichte stand. "Ein Trauerflor ??? Wieso ziert da eine schwarze Seidenschleife mein Bild ???"
Auf der Suche nach einer Antwort wanderten meine Augen zu meiner Mutter ... "Seid wann durchzogen graue Strähnen ihr Haar ? Und ... ihr Ausdruck ... so erstarrt, leblos, leer - im besten Fall ein Schatten ihrer selbst ??" Ihre Hände spielten nervös mit einem alten Zeitungsbericht, abgegriffen, zerknittert, wie tausende Male studiert und nie verstanden. Kalte Schauer liefen über meinen Rücken, denn, ohne die Zeilen lesen zu können, erfasste ich plötzlich ihren Sinn, zugleich drangen die am Tisch gesprochenen Worte wie Trommelfeuer direkt in mein Gehirn. "Ein Jahr, doch endlich konnten wir den Dealer fassen ... Ein Junge, 16, kaum älter als Ihre Tochter ... hätte nur einer ihrer Freunde den Mut bessessen, Hilfe zu holen ... jede ärztliche Hilfe zu spät ..."
"Klopf, klopf" ... ein Picken am Fenster ... die Krähe ... natürlich ... die Krähe ... Sie lächelte (?!?) ... in ihrer Welt gab es kein Verständnis dafür, warum Menschen dazu neigen, sich selber zu zerstören ... "Nun komm schon - wir müssen ... "
Und so brachte sie mich zurück, zurück an jenen Ort, an dem alles Bedauern und alle Reue für immer ohne jegliche Bedeutung sind ...

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