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  Forum: Nebelpfade
    Thema: Call me a hero - I make my day ;-)
Töggelie[COLOR=burlywood][I]Da ich gerade unter einem enormen Laberflash leide ( [img]http://www.cosgan.de/images/smilie/froehlich/k055.gif[/img] ) und schließlich ein bissel Verantwortung für die Nerven meiner Umgebung trage, gedenke ich mich hier häuslich niederzulassen. Ach ja...schöne Aussicht, viel Platz, wie ich sehe...da fällt mir gleich ein passender Spruch von Wilhelm Busch ein: "Die Luft ist gut, die Lage neu, der alte Lump ist auch dabei",...jaaah das passt.


Gut, also das hier ist meine neue Bleibe und ich werde sie mit ein paar persönlichen Details von mir schmücken. Ich denke, das ist sehr praktisch, gerade wenn einem mitten in der Nacht einfällt, man müsste jetzt unbedingt eine lustige Anekdote, oder sonst was loswerden und schier platzt, weil man nicht weiß, wohin damit.


Ich hab' zwar jetzt spontan noch nichts, was an die Öffentlichkeit möchte, aber ich wollte das hier nur schonmal als meins markieren, da sich das innerhalb der nächsten Stunde ja ändern kann. Also, seht das hier als angeleckt an. [img]http://www.cosgan.de/images/smilie/froehlich/s025.gif[/img] [/I][/COLOR]
DarkHeartHey Du, musste ganz oft an Dich denken ;) - Deine Gedanken konnte ich immer lesen, wie ein Wunder,
vielleicht haben wir einfach dieselbe Sprache. LG

(falls Dich der Beitrag størt, ich kann es wieder løschen)
TöggelieWie in meinem Anfangspost erwähnt, wollte ich keine Depri-Geschichten in meinen Pfad packen.
Da ich versuche zu halten, was ich verspreche, wird das auch kein Depri-Beitrag, sondern eher einer, der mich selbst und die Situation verkaspert.


[I]Ich hatte einen ziemlich krassen Albtraum, aber ich hatte wirklich Glück, dass ich ihn schon zum...mh...bestimmt 30ten Mal hatte, so waren wir quasi gute, alte Bekannte und ich wusste, worauf ich mich einstellen musste.
Irgendwer wurde erschossen...das war zwar tragisch, aber das Gute daran war, dass ich es nicht war, der dran glauben musste. Es war ein junger Mann, gutaussehend...aber er wollte nicht sterben...er musste bestimmt...meine Güte...er sah aus wie ein Sieb, aber er wankte noch immer durch die Gegend. Seine Freundin wollte ihm helfen und da die Schützen bei der Menge an Schüssen ja nun wirklich nicht mehr wissen konnten, wen sie da trafen, wurde sie gleich mit angeschossen. Gut war, dass die beiden nicht sofort tot waren, das ersparte mir wenigestens den Schock, eine Leiche - nein besser sogar, 2 Leichen *!* - zu sehen.
Dummerweise sah man die Wunden der Beiden ziemlich gut. Okay, irgendwie ganz gut, wie sich später herausstellte, denn als auch auf mich geschossen wurde, war ich nicht zu sehr erschrocken, als ich bemerkte, dass ich aussah, wie eine aufgeplatzte Wassermelone.
Ich war auch total froh, als ich aufwachte, bevor mich der letzte, wohl tödliche Schuss, in's Gesicht treffen sollte. Jaah...das war mal ein wirklich interessanter Traum...nicht so ein langweiliger, in dem alles supertoll und gut läuft.
Während meines morgendlichen Computer-Dates, erreichte mich endlich die Mail, auf die ich schon lange wartete. Ich wurde zum wiederholten Male für einen Nebenjob abgelehnt. Das war jetzt zwar leicht überraschend, da ich irgendwie schon damit gerechnet hätte, endlich mal wieder etwas Geld und damit auch Bakterien und gefährliche Krankheitserreger in den Händen zu halten (man weiß ja wie dreckig das Zeug ist), aber so betrachtet eigentlich ganz gut...das erspart mir den Gang zum Arzt, sollte ich wirklich davon was Ansteckendes bekommen...man weiß ja nie.
Nachdem ich das dann erledigt hatte, ging ich runter, um nachzusehen, ob mein Geschenk, von mir für mich, endlich da wäre. Ich hatte mir eine kleine, niedliche Plüschspinne bestellt, die witzig aussieht und mit den Beinchen wackeln kann. Na gut, leider war sie noch nicht da, aber irgendwie ganz gut, denn so kann ich mich noch ein bissel länger darauf freuen. Kommt ja schließlich nicht oft vor, dass ich mich auf etwas von mir freuen kann...jap, ich bin ein geiziger Zeitgenosse...
Da ich zu dem Zeitpunkt bereits einigermaßen fertig war und absolut nicht hungerig, ließ ich das Essen wie an jedem Tag ausfallen, übersprang den Rest und rollte mich unter meiner Bettdecke ein. Man darf das durchaus positiv sehen, denn so spart man eine Menge an Geld und Energie. Stattdessen stopfte ich mich mit sehr zuckerhaltigen Sachen voll. Ich muss anmerken, ich mag Süßkram nicht wirklich, aber in letzter Zeit ist das wohl mein Hauptnahrungsmittel. Das wird dem Zahnarzt irgendwann wieder viel Freude machen und man hält die Wirtschaft am laufen...also ne gute Sache.
Da man ja auch trotz absoluter Antriebslosigkeit was tun muss...auch wenn es jetzt nicht wirklich eine Belohung nach sich zieht, versuchte ich mich auf eine laaaangweilige Hausarbeit über Politik zu konzentrieren. Kurz bevor ich fertig war, kippte ich meinen gesammten Kaba über die Papiere. Völlig verdattert und am überlegen, ob es jetzt gut wäre, auszuflippen, oder lieber doch nochmal in's Bett zu gehen, entschloß ich mich, das Ganze positiv zu sehen und nutzte die Gelegenheit, um meinen Schreibtisch gründlich zu reinigen. Kaba sei Dank, ist der jetzt endlich wieder richtig sauber...von alleine wäre ich da im Leben nicht draufgekommen.
Mein Vater kam angedackelt und erklärte uns, dass er aufgrund einiger Schwierigkeiten nicht sicher sei, wie er den Rest unseres Hauses abbezahlen soll. Die Konsequenz wäre: verkaufen. Naja, mein Gott...was soll ich sagen...wenigstens müsste ich mir dann keine Sorgen mehr machen, jemand könnte mir das Haus anzünden. Und da ich erwachsen bin, leider aber mitten in einer Ausbildung, bliebe mir auch der Umzugsstress erspart, da ich die große weite Welt mein Zuhause nennen dürfte. Das ist gut, ich kann hingehen, wo ich will...niemand nervt mich...wenn ich mich nicht wasche, macht mich keiner dumm an, weil das ja auch nicht erwartet wird. Außerdem soll frische Luft ja bekanntlich gut tun und eine gute Ausbildung ist heutzutage sowieso nichts mehr Wert, weswegen es im Prinzip egal ist, wenn ich diese nicht mehr weiterführen kann. Klar, oder? Außerdem komm ich nicht in die Verlegenheit, in eine fremde Wohnung Kindheitserinnerungen reinpacken zu müssen. Sowas wäre ja auch Unsinn, ich meine, schöne Erinnerungen behindern einen doch nur...wer keinen Halt mehr hat, sucht sich einen neuen...wer ein Auto benötigt, kann sich doch genauso gut ein Gartenhaus kaufen. Die beiden Dinge haben zwar rein gar nichts miteinander zu tun, aber Hauptsache Ersatz.
Als wundervolle und abwechslungsreiche Abrundung, ist eines meiner Kaninchen krank. Was es hat, naja mein Gott...woher sollte das jemand wissen...können Kaninchen reden? Wohl eher nein. Ich schätze mal, es will sich nur wichtig machen...Tiere eben...aber okay, wenn es sterben sollte, dann haben es die Anderen schon besser, weil viel mehr Platz. Und ich meine...Tiere können nicht Platz genug haben.
Und nebenbei ist mir noch so irgendwie passiert, dass ich anscheinend jemanden verloren habe. Aber, auch da gibt es durchaus einen positiven Aspekt: auf lange Sicht spare ich sicher viel Geld, da Besuche, etc. wohl ausfallen werden. Kurz darauf sah ich im Training, wie jemand von der besten Freundin abgeholt wird, die diejenige lange nicht sah. Ich beschloss mir diese Wiedersehensfreude nicht anzutun und sah zu, wie ich so schnell wie möglich Land gewinnen konnte.
Okay, so weiß ich wenigstens wieder, was mir fehlt und ebenso, dass sowas nicht so leicht zu ersetzen ist, wie manche einer vermutet. Versuche mal Eltern, ein Haustier, usw. zu ersetzen...wie soll das gehen? Jedenfalls hatte ich dadruch, dass ich mich so beeilte, das Glück, den Anfang von einem guten Film nicht zu verpassen. Zwar schon zigmal gesehen, aber - wie fing meine Geschichte doch noch an...? So weiß man wenigstens, worauf man sich einstellen muss...wie es bei alten Bekannten der Fall ist. Oder auch nicht. [/I]



Es gibt anscheinend wirklich Zeiten, in denen man durch und durch vom Pech verfolgt wird. Alles geht kaputt, alles geht schief und wenn einem nebenher noch die gute Laune flöten geht, ist sowieso alles vorbei. Da ist nunmal einfach nichts Positives, nichts worauf man sich freuen kann. Die Gesichtsmuskulatur wiegt Tonnen und wenn man das feststellt ist das nur ein weiteres kleines Drama.
Das geht vorbei, klarer Fall.
Aber wenn währendessen dauerhafte und wichtige Dinge verlorengehen, ist es leider keine schlechte Phase mehr, sondern ein Desaster. Ebenso, wenn man manchmal Dinge wegschicken muss, um zu sehen, ob sie auch von alleine wiederkommen würden. Aber in den meisten Fällen wohl eher nicht...


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Töggelie[B][U][COLOR=purple][I]Nachruf für Lassa [/U][/B]

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Es ist nicht fair, dass manchen nur eine sehr kurze Lebenszeit vergönnt ist, die noch nichtmal als halbwegs glücklich bezeichnet werden kann, während andere - naja lassen wir das.
Vor 3 Jahren wurde ich durch eine Anzeige auf dich Aufmerksam. Gut, damals wusste ich natürlich nicht, dass es sich um dich handelte, ich wusste nur, dass es um 2 kleine Kaninchen ging, die dringend ein neues Zuhause haben wollten.
Wir sind extra die 3 Stunden bis nach Frankfurt gefahren, um dich und deine Freundin Lola abzuholen.
Mir wurde erzählt, du wärst von einem mieserablen Züchter weggeholt worden. Dein Fell und deine Haut waren von Fliegen und Maden ruiniert und zerschunden. Kein schöner Anfang für ein kurzes Leben und ich war mir sicher, alles wieder gutmachen zu müssen.
Du warst immer sehr scheu, hast dich hinter Lola versteckt und warst gegenüber Töggi und Lotte mehr als misstrauisch, da die beiden dich in ihrem Übermut leider oftmals über den Haufen rannten, was aber niemals böse gemeint war.
Es tut mir leid, dass ich nichts mehr für dich tun konnte und es tut mir leid, dass ich das besondere Überraschungs-Fressi bis heute aufgehoben habe und es euch nicht bereits gestern gab. Vielleicht hätte ich zur rechten Zeit am rechten Ort sein müssen, den Tierarzt rufen, etc...ich weiß es nicht.
Jedenfalls fand ich dich heute tot in eurem Gehege.

Für dich: [URL=http://www.youtube.com/watch?v=7oiTg8MRR2Q]klick[/URL]
[/I][/COLOR]


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[COLOR=indigo](schwarz und im Vordergrund, Lassa)[/COLOR]
Töggelie[URL=http://www.youtube.com/watch?v=Mu5QPVD427o]
klick[/URL]


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[COLOR=indigo][FONT=century gothic]Erstes Foto von Lassa und Lola, noch beim früheren Frauchen[/FONT] [/COLOR]



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[COLOR=indigo][FONT=century gothic]Lassa lernt Töggi kennen (leider schlecht belichtet, da nachts)[/FONT] [/COLOR]



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[COLOR=indigo][FONT=century gothic] Töggi, Lotte und Lassa beim verspachteln von Lolas "Torte" zu ihrem 1ten Geburtstag[/FONT] [/COLOR]



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[COLOR=indigo][FONT=century gothic]Während eines Ausflugs, zusammen mit Lotte, beim Ausruhen[/FONT] [/COLOR]
Ascaron[URL=http://img179.imageshack.us/my.php?image=kerzell1.jpg][IMG]http://img179.imageshack.us/img179/7131/kerzell1.jpg[/IMG][/URL]


[FONT=times new roman][I][COLOR=red]Mein herzliches Beileid, ich fühle mit Dir.

Aber Du solltest Dir keine Vorwürfe mache, für nichts.
Wenn man sich die Bilder ansieht, kann man fast spüren, daß sich Lassa die drei Jahre bei Dir sehr wohl und geborgen gefühlt und nach der schweren Zeit beim vorherigen Besitzer genossen hat.

Du hast einem kleinen Lebewesen eine schöne Zeit geschenkt, das ist das, was zählt, und wofür sie Dir mit Sicherheit sehr dankbar war.

Ich wünsche Dir viel Kraft, damit Du bald zwar mit einer gewissen Wehmut, aber doch lächelnd an Lassa zurückdenken kannst.[/COLOR][/I][/FONT]
Töggelie[I]Danke, für die schöne Kerze und die lieben Worte. Ich weiß das zu schätzen. [/I]
TöggelieTeil 1

Es ist irgendwie schwer. Man hat einen perfekten Aufsatz in seinem Kopf. Fertig formuliert und vor sich selbst vorgetragen. Aber die Buchstaben und das weiße "Blatt", dieser schreckliche Anfang, ruinieren das Alles...und lassen es lächerlich oder dumm erscheinen.


Ich suche einen Anfang für eine Idee an Wahrheiten. Nein, nicht solche wie: es ist blöd im Winter mit nassen Haaren rauszugehen, denn die Haaren werden einfrieren. Das ist wohl so, aber das ist kein großes Geheimnis, das fistelt einem jede Omi nach.
(Wobei das in meinem Fall nicht gereicht hat. Ich hatte eine Zeit, in der ich mir einbildete, es wäre unschön sich die Haare nach dem Waschen zu föhnen.
Vielleicht war der Grund, dass ich danach aussah als hätte man mir Watte auf den Kopf geklebt. Also harte Maßnahmen, harte Haare...funktionierte zwar nicht, aber ich versuchte es tapfer immer wieder... [img]http://www.cosgan.de/images/smilie/traurig/d030.gif[/img]
Ich musste sogar schon als "Ein-Mensch-Streichelzoo" herhalten, weil einer anfing über meine Haare zu streichen und dabei begeistert ausrief, wie flauschig-weich die doch wären und 5 bis 6 andere Leute das ausgiebig nachprüfen mussten. *narf* Hat sich jetzt sowieso erledigt.
Jedenfalls, um auf die eigentliche Nebensache zurückzukommen: Bei - 20°C sah das Endergebnis folgendermaßen aus: die Ohren waren knallrot und heiß, da ja blöderweise nun Eis darauf ruhte und meine Haare standen in weißlichen, fein gesplitterten Eissträhnchen von meinem Kopf ab. Ekelhaft. Es gibt Leute, die werden nach Jahren, wenn sie von solchem Mist erzählen, mit verzweifelt-belustigter Miene gefragt - nein, eher angefiept:"....wieso?! Aber wieso?!", und man muss ihnen immer wieder sagen:"Was weiß denn ich?!". Ich habe keine Ahnung warum man offensichtlichen Blödsinn macht. Man hält es entweder einfach für eine kreative Abwendung eines anderen Problems, oder für das kleinere Übel, keine Ahnung. Vielleicht gehört das zu den Dingen, die einen im Alter weise werden lassen: man denkt nicht nur, dass es blöd war, man hat es gespürt. Nachplappern kann ja jeder.)
Ich meine eher solche Sachen, wie das hier:
Mit 10 Jahren fiel mir der winzige, aber scheins doch beeindruckende Unterschied auf, dass man von Lehrern nicht mehr als Kind tituliert wurde, sondern allgemein mit "Leute" angsprochen wurde. Ich fragte meine Freundin, ob ihr das auch aufgefallen war...überhaupt, wie sehr sich die Prinzipien verändert hatten. Die Bilder an der Wand waren - vorsichtig ausgedrückt - abstrakt und zeugten vom reinen Zweck, den entsprechenden Anweiser zum Schweigen zu bringen und Ruhe zu haben.
Außerdem brauchte ich allein schon Wochen um rauszukriegen, dass mit "Hausheft" nicht ein und das selbe Heft gemeint war, sondern dies mit dem Fach gekoppelt war. Klar, das war logisch, aber wieso Hausheft?! Hätte ich aufgepasst, hätte ich es wohl mitgekriegt, aber die monotonie des gesammten Unterrichts machte mich zuerst wütend und schläferte mich später ein...was für ein aberwitziger Schwachsinn. Jedenfalls meinte meine damalige Freundin dass das nur logisch sei, man wäre ja jetzt praktisch erwachsen. Mit 10 Jahren. [img]http://www.cosgan.de/images/smilie/konfus/a035.gif[/img]
Klar, die Lehrer waren einfach den Umgang mit den höheren Klassen gewohnt und meine Freundin wollte groß sein, aber ich fing an ernsthaft darüber nachzudenken, wo man stand, als was man angesehen wurde, wie sahen ältere Menschen jemanden mit 10? Wie würde das mit jedem weiteren Jahr sein? Gäbe es dafür so etwas wie eine allgemeine Richtigkeit? Vielleicht steigerte ich mich zusehr hinein, denn ich war immerzu damit beschäftigt, alles von allen Seiten zu beleuchten. Kann sich jemand vorstellen, wie schwierig es ist, sich im Alter von etwa 10/11 Jahren in sämtliche Altersstufen hineinzuversetzen, nur um rauszukriegen, was die Welt denkt? Es ging mir letztendlich nicht nur darum. Ich fing an, von allem alle Seiten fühlen zu wollen. Momente wurden dadurch endlos und ermüdend. Mal davon abgesehen, dass es einem nur kurz gelingt, für eine gewisse Zeit, etwas zu fühlen, was man gar nicht fassen kann. Woher denn auch? Ich wünschte mir, ich wäre für kurze Zeit 100, nur um den Hauch einer Chance zu haben, zumindest ein Teil verschiedenster Aspekte aufzufangen. Irgendwann fiel mir auf, dass durch diese Taktik womöglich das Wesentliche an mir vorüberging. Ich glaube, es ist wichtig, dass in einem Moment zählt, was man selbst fühlt. Nicht, was ein Anderer, oder sogar viele Andere. Das bringt einen um den eigenen Eindruck und den eigenen Lerneffekt. Einen Nutzen hatte die ganze Aktion: ich konnte sicherer ich sein.
Trotzdem kommt man nicht wirklich davon los. 25, meine Fresse...irgendwann werde ich 25 und es überfordert mich jetzt schon einigermaßen. Das ist so eine große Zahl und wie werde ich aussehen? Komme ich dem nach??
Ich gehöre zu den ewigen Babys. Mit 19 gelang es mir immernoch als 14 Jähriger an eine Kinokarte zu gelangen. Hey, man könnte sagen, ich hab dadurch jedes Mal eine halbe Popcorn-Tüte umsonst gekriegt. Und ich bin der Mensch, der bei so gut wie jedem Anruf bei - nein, ich weigere mich "höhere Stelle" zu schreiben, auf gar keinen Fall - ahm...einem Bundfaltenhöschen-Zurechtzupfer (ja, der Ausdruck gefällt mir) gefragt wird, ob ich denn schon Volljährig sei. (Ich hoffe, es will sich jetzt, ob dieser Info, niemand meine Stimme auf bestimmte Art und Weise vorstellen, denn so schlimm ist es nicht. Das liegt am Telefon.)
Sicher, wenn man älter ist, dann ist es schmeichelhaft, aber ich glaube nicht, dass es schön ist, mit 25 wie ein Kind behandelt zu werden. Gedanken, die ein bisschen heftig sind.
Andererseits könnte das der größte Unsinn sein, den man sich zumuten kann. Es ist wie mit vielen Dingen...man hat extreme Angst davor und irgendwann ist es plötzlich da und man denkt sich:" Hey, was denn...das war's schon?" Klar wird man immer Angst davor haben, älter zu werden, etc...aber das ist, als wäre man bereits schon älter und wie soll jemand mit 40 damit zurechtkommen, 50 zu sein, wo er es doch noch gar nicht ist? Man versucht das noch nichtmal von einem äußeren Blickwinkel aus, sondern katapultiert sich direkt 10 Jahre weiter. Kann irgendwie nicht funktionieren.
Dabei versucht man doch so tapfer, sich schon im Voraus dem zu stellen, was so unheimlich scheint...die Angst vor dem Schmerz ist ja bekanntlich schlimmer als der Schmerz selbst.
Ich schätze, so ist es in vielen Dingen. Es fehlt die Zeit und der Weg...oftmals hat man noch nichtmal die Landkarte gesehen, geschweige denn die Route.
Die wichtigsten Erfahrungen fehlen noch. Die Negativen, sowie die Positiven. Eigentlich ist alles, was man mitnimmt eine Art Wertsteigerung seiner selbst. Man wird besser...je mehr man erlebt, je mehr man mitnimmt. Nicht umsonst kann man bei jedem Strategenspiel nur weiterkommen, wenn man diesen und jenen Pilz, Stein oder Fussel gefunden hat.
Beispiel:
Mit 17 sollte ich ätzenderweise zur Mathenachhilfe...ich betone meine extreme Freude darüber so richtig stark, indem ich vermeide solche Wörter wie - naja, ich kann sie nicht schreiben, sonst hätte ich sie doch benutzt, sorry.
Gelernt habe ich dort das hier:
Lektion 1: Ich bin echt gut in Mathe, aber der ganze Stress ruinierte das auf's Übelste.
Lektion 2: Man klopft 20 Cent solange mit dem Hammer flach, bis sie die Größe von 2 Euro haben. Das sollte man möglichst ausdauernd machen, damit man innerhalb einer Nacht, den ganzen Zigarettenautmaten leerräumen konnte...und dadurch den Inhalt mit sattem Gewinn verkaufen würde. Ja...das praktische Denken eines 23 jährigen Punks.
Der letzte Teil wäre wohl nicht wirklich umsetzbar gewesen, aber die erste Erkenntnis war wichtig: ich war kein Idiot. Und wieder war ich ein Stück reifer...oder um es mit meinem Vergleich zu sagen: teurer.
TöggelieFortsetzung... oder auch: Teil 2


Nachdem ich also festgestellt hatte (ja, das "ich" ist mit Bedacht gewählt, denn in der Praxis, also dann wenn es wirklich, wirklich angebracht gewesen wäre, ging das Festgestellte auf Tauchkurs) dass ich kein Mathe-Nussi war...allenfalls ein U-Boot-Mathe-Nussi (Nussi nach bedarf), änderte sich leider absolut nichts.
Ich war im Unterricht immernoch damit beschäftigt, gelangweilt das fette Ameisen-Heck meines Mathelehrers anzustarren. (Was übrigens der gesammten ersten Reihe so ergangen sein dürfte, darf man den Gesprächsthemen Glauben schenken.)
Wenn man die Wahl hat, zwischen einer Tafel, auf der unfassbar unzusammenhängende Dinge stehen, wie sie nur jemand zustande bringen kann, der in völliger Extase weilt und das Gleiche bei Jugendlichen erzwingen will, und einem Hintern, der so unfassbar hässlich ist, wie nur etwas sein kann, das - ahm ja...das würde jetzt zu weit führen - dann...nehmen die Augen gezwungenermaßen den Hintern.

1.) War das genau das, was nicht gewünscht wurde,
2.) war es GENAU deswegen um einiges interessanter,
3.) konnte man zielgerichteter ablästern, und
4.) es war wie ein Unfall, man KONNTE nicht wegsehen!

Und wenn, es nicht die genannten Gründe waren, dann wenigstens, um Maß für eine Comicfigur zu nehmen. Ich malte Strichmännchencomics, in denen dieser Typ die absolute Niete gezogen hatte.
Alle sahen aus, wie ganz normale Strichmännchen, aber dem Mathegenie hatte ich hinten eine Kugel verpasst, eine Art Airbag am Kofferraum...es sah aus, wie eine Ameise.
Ich habe wohl den Fehler gemacht, das meiner Sitznachbarin zu zeigen. Klar, dass wir uns beide daran hochzogen ohne Ende, der ganze Tisch wackelte, da wir zwar krampfhaft versuchten unsere Gesichter unter Kontrolle zu halten, aber mit den Bäuchen wollte das nicht klappen. Als ich dann auch noch anfing hektisch nach Luft zu schnappen und daraus ein dementsprechender Schnarchlaut (jaaah...laut...es war in der Tat mehr als deutlich hörbar) aus meiner Nase rutschte, war es um die Fassung meiner Kollegin geschehen.
Wir flogen raus.
Jasmin, weil sie gelacht hatte und ich, weil...ja, meine Nase so unbeherrscht war. [img]http://www.cosgan.de/images/smilie/konfus/d050.gif[/img]
Ich hatte irgendwie immer die extrem strengen Lehrer. Mein Bruder hatte die Flaschen, mit denen man alles machen konnte. Ich dagegen hatte durchweg die schweren Kaliber.
Böse Zungen behaupteten, es gäbe Dinge, die hätten schon ihren Sinn. Klar, aber das muss nicht auf alles zutreffen. [img]http://www.cosgan.de/images/smilie/boese/a050.gif[/img]
Jedenfalls sah es so aus, als ob ein Hintern meine aufkommende Mathekarriere ruinierte...hätte ich nicht das Gefühl gehabt, dass das was dranhing auch ne Menge damit zu tun hatte.
Es war so, dass man alle Jahre wieder zu einem Besinnungstag in einem Kloster genötigt wurde. Hatte man Pech, fand dies im Sommer statt, was bedeutete, man musste mit einer "Pilgerreise" ( = Wanderung) rechnen.
Ich hatte Glück, es war mitten im Januar, es lag ordentlich Schnee und mein Klassenlehrer sah nicht mal annähernd so aus, als hätte er kampflos vorgehabt, seine angepassten Gesundheitsschuhe in die Nähe von Kälte und Feuchtigkeit zu lassen.
Einige Tage zuvor hatte der Ameiserich mir nahegelegt:" Gehst du mit zu diesem Besinnungstag? Solltest du tun, vielleicht kriegst du eine Erleuchtung...oder jemand hat Erbarmen mit mir...*seufz*"
Klar, dass ich diese Unverschämtheit nicht ohne Weiteres hinnehmen konnte. Kaum fragte der Pater in geselliger Runde, warum man gekommen war (irgendwie eine doofe Frage, denn kaum jemand wird aus irgendwelchen Idealen heraus aufgekreuzt sein), erklärte ich mit größtem Vergnügen was mir jemand (und ich schreckte nicht vor namentlichen Erwähnungen zurück) nahegelegt hatte.
Die Antwort:"Schön, wenn der Herr auch noch kommt, ist euch beiden geholfen." [img]http://www.cosgan.de/images/smilie/frech/a080.gif[/img]
Es gibt Studien, die beweisen, dass jemand, der einen Fehler gemacht hat...eine Schwäche hatte...etc. absolut keine Chancen hat, in seinem alten Umfeld hochzukommen. Leute mit wenig Empathie...denen es nicht gerade häufig in den Sinn kommt, Gnade walten zu lassen...abgeklärte, frustrierte Herrschaften, sehen das wohl manchmal als persönlichen Angriff. Es wäre ja auch eine Schande, wenn plötzlich ein absoluter Vollpfosten eine Behauptung in einer Sache hinlegt, welche vorher das alleinige Revier bestimmter Zeitgenossen war.
Klar, was haben sie denn? Nimm eine Person, die geradezu hysterisch in ihrem Beruf aufgeht, ohne Alternativen ohne Weitblick...alles abgeschafft...setze sie wie ein Playmobilmännchen nach draußen, in einen Park, einen Laden, eine Feier, in die Welt. Geht es nur mir so, oder sehen andere Leute auch, wie hilflos, fehlgeleitet und erbärmlich sie wirken?
So jemand kann in seinem Büro, im Flur, meinetwegen noch geraaaaadeso auf dem Parkplatz, etwas hermachen, aber ansonsten ist es eine Witzfigur.
Lass mal einen eingefahrenen Chemielehrer in eine Turnhalle...*öhöhöhööö* [img]http://www.cosgan.de/images/smilie/frech/a075.gif[/img]
Es hängt also alles, oder vieles damit zusammen, dass tierische Instinkte eine Chance verhindern. Ich sah schon fast vor mir wie eine meiner Arbeiten, die schnellste Korrektur ihres Daseins erhielt: "Nameeee...- oh nö...in die Akten, 6."
Sie hatte einfach den falschen Namen...meinen. Denkt man wirklich genauer darüber nach, wieviel einem durch solche Aktionen versaut wird...- nein, nicht machen...war ne blöde Idee von mir.
TöggelieFortsetzung...oder auch: Teil 3


Nicht dass man nicht auch seine Vorteile aus solchen Missständen (das sieht komisch aus...Mi-s-s-s-tände...schreibt man das so?) ziehen könnte. Ich konnte absolut machen was ich wollte. Menschlich gesehen ist das sehr tragisch und eigentlich wollte ich das so nicht haben. Vielmehr wollte ich aufzeigen, was da schiefläuft, aber da das absolut nicht von Interesse war, wäre ich ein Idiot gewesen, hätte ich das nicht ausgenutzt.
Das Unglaublichste an der ganzen Sache war, ich schaffte es 9 Tage, mich nicht in der Schule blickenzulassen. Das ist jetzt noch nichts Besonderes, vielmehr ist es der "Anlass": das Essen eines Maiglöckchens, daherführende Vergiftungserscheinungen ganz ohne Arztbesuch, ohne Attest, ohne irgendwas.
Ich sorgte dafür, dass eine Klassenkameradin den Unsinn erfuhr, und wartete ab. Mehr war da nicht. Es gab niemals ein Entschuldigunsschreiben, nichts. Was soll ich sagen...die haben das geglaubt und hatten nicht den geringsten Zweifel.
Ganz im Gegensatz zu mir, denn ich zweifelte extrem. [img]http://www.cosgan.de/images/smilie/konfus/a025.gif[/img]
Als ich mich widerwillig dazu entschloss, es nun doch mit den 9 Tagen zu belassen, erwartete mich...nichts. Diese Dummheit in Kombination mit Gleichgültigkeit, war unübertrefflich. Einige fanden das total witzig und bedauerten, dass ich wieder da war. Aber damit war es das.
Ich setzte mich absolut gelassen neben Jasmin, deren Verhalten so gar nicht zu dem der Anderen passte. "Das war Schwindel, oder?", fragte sie mich nebenbei.
Eigentlich hätte mich das schockieren müssen, andererseits war da jemand, der nicht ganz so dumm zu sein schien, wie der Rest. Um es bildlich auszudrücken: ich habe noch nie gesehen, dass ein Korn gegen so viel Schrot(t) halten musste.
Ich hakte nach:"Woher weißt du das?"
"Weil du bestimmt nicht so blöd wärst, sowas zu machen. Ich habe nur gedacht "Hey, warum ist mir das nicht eingefallen?! Genial eingefädelt!"
Später fragte mich jemand, ob ich nicht einmal das richtig machen könnte, und ob ich es nächstesmal vielleicht freundlicherweise so hinbekommen könnte, dass ich daran sterbe.
Ich wusste nicht, wieso er mir das mitteilen musste. Er war mir vollkommen egal und somit traf mich das absolut nicht. Aber er hatte sich durch diese Ansage selbst mit einem roten Fleck versehen: der König der Idioten.
Im Endeffekt war das eine Aktion die keinem geschadet hat. Ich hatte meine Ruhe und der Rest...ja, die waren wohl auch ganz glücklich.
Aber, was wäre gewesen, wenn ich jemand Anderes gewesen wäre? Eine andere Person mit einer ganz anderen Aktion? Und sie hätten genauso reagiert, weil sie denjenigen vollkommen falsch eingeschätzt hätten. Was wäre passiert?
Ich stempelte sie allesammt als leichte Opfer ab, die sich in ihrer Eigenschaft als Richter unantastbar fühlten und vergaß die Geschichte. Arme Welt, darüber gibt es nichts mehr zu sagen. [img]http://www.cosgan.de/images/smilie/konfus/k050.gif[/img]



[U]Aber:[/U]


Es kann aber auch anders sein...und zwar total anders, wie ich vor 1 1/2 Jahren mehr als fasziniert feststellte. Ich durfte für knapp 3 Monate ein Krankenhaus mein Zuhause nennen. Das hört sich übel an, richtig? Nein, das kann [I]ich[/I] nun wirklich nicht behaupten.
Ich weiß gar nicht genau, was ich getan habe, oder was ich an mir hatte.
Gut, in einem Bereich wusste ich, was ich hatte:
Ich hatte meinen *hust* Trolli dabei...Trollzilla. In dem Ding konnte man Menschen transportieren und genau das Ding hatte auch dafür gesorgt, dass ich bei meinem ersten Besuch bei einer Bekannten, Trolli voraus, aus dem Zug gekippt bin. Er war zu schwer, zu groß und ich...ah...hatte zu wenig gegessen und meine Schuhe waren nicht griffig genug. Ja! So war es. Das kann jeder glauben! Ich weigere mich jetzt auch, genauer darüber zu berichten, das ist mir peinlich. -,-
Ich wusste, dass es total bescheuert aussah, wie ich da mit einem halben Zimmer durch die Gegend rollte, was meiner Laune absolut nich zuträglich war und ich hörte schon beinahe die blöden Kommentare. Ich hatte keine Lust mehr. [img]http://www.cosgan.de/images/smilie/boese/e010.gif[/img]
Das sollte sich bessern: Irgendwie sah ich mich im Laufe der ganzen Wochen immer mehr Sympathiebekundungen gegenüber.
Es schien eine Art verkehrte Welt zu sein. Alles schien im Gegensatz zu dem zu stehen, was ich bisher erlebt hatte. Man kann es nicht anders sagen, ich wurde verhätschelt ohne Ende. Besonders von den Mittvierzigern, die offenbar leichte Elterngefühle entwickelten. Und ich würde lügen, würde ich behaupten, dass ich das nicht super fand. [img]http://www.cosgan.de/images/smilie/froehlich/s015.gif[/img]
Alle wollten mich überall dabeihaben und ich war wichtig. Ich bekam viele Geschenke...einfach so! Man sagte mir ich wäre hübsch...ich!! Und man sagte noch, ich wäre was Besonderes...besonders...nicht besonders blöd, besonders hässlich...sondern einfach ETWAS Besonderes.
Manchmal hatte ich auch den Eindruck, dass sich so und nicht anders Rockstars fühlen mussten, die zuvor, arme versoffene, kaputte Schweine waren. Na gut, versoffen und kaputt waren sie danach meist auch noch, aber nicht mehr arm und irgendwie ist das ein irres Gefühl, der absolute Mittelpunkt zu sein.
Logisch, dass es extrem hart ist, sowas loszulassen und wieder in die Welt geschubst zu werden. Wohlgemerkt, in die harte, blöde, ätzende Welt. Ich wollte das behalten und wiederhaben, obwohl ich wusste, dass das absoluter Unsinn war. Aber es ist mehr als extrem, wie grundlegend verschieden die Ansichten sein können. Für die Einen ist man ein Störfaktor, der die gediegene Umgebung in Unruhen versetzt und - versaut. Die Anderen sehen in dir etwas, was sie begeistert, was absolut Herrausragendes.
In den Einzelfällen des Alltags, wo mal jeder dieses und jenes zu einem sagt, geht das eher unter und man registriert nurmehr die abfälligen Bemerkungen. Klar, das Schlimme ist immer härter und schwerer und logisch wiegt das mehr, wo man doch die schönen Sachen sowieso fast nicht glauben kann. Vielleicht nimmt man auch Negatives eher an, weil man sich dann auf einem Grund fühlt. Man ist sicher. Was sollte auch noch passieren? Kommt es schlimmer, geht's einem sowieso schon dreckig und kommt es besser...hey super, umso schöner. Aber so krass einander gegenübergestellt, sind die Eindrücke schon prägender.



[U]Ein anderes Beispiel für eine "prägende Krassheit":[/U]


Ich war hässlich. Ich war - und ich weiß es - einer der hässlichsten Schüler unserer Schule. Das hört sich schwer nach Selbstkasteiung an, aber das ist die Wahrheit. Einige Freunde haben mir das sogar ganz ehrlich gesagt und außerdem, war ich im Besitz eines Spiegels. [img]http://www.cosgan.de/images/smilie/froehlich/s025.gif[/img]
Ich habe später auch alle Fotos verbrannt...wirklich nichts für die Nachwelt. Man stelle sich mal vor, das läuft wie bei den Dinos ab. Wir sterben aus und anstelle eines Skelettes findet man ein Foto. MEIN Foto. Dann steht eine nachgestellte Figur von MIR in einem Museum der nächsten Spezies. Pubertär und hässlich und alle denken: "Oiiiiii, SO haben die damaligen Menschen ausgesehen?! Uuh..." [img]http://www.cosgan.de/images/smilie/konfus/a035.gif[/img] An den Füßen meiner Nachbildung wird ein Schild lehnen, mit der Aufschrift: Töggelus gruselus (deutsch: kugeliges Tischfußball (Gott sei Dank ausgestorben)).
Sie werden blöde Filme drehen, wie "Jurassic Töggi":
[I]Ein Rudel Töggis überfällt einen Supermarkt, frisst die Chipstüten leer und will so die Weltherrschaft an sich reissen, was ihnen auch gelingt, weil sich alle kreischend selbst über den Haufen rennen. [/I]
Ob das mit dem Aussehen heute noch stimmt kann ich nicht wirklich sagen...wer kann das schon? Ich denke mal, ich sehe doch um Welten besser aus als damals. Was jetzt aber auch keine Kunst ist. *g*
Gestern schrieb mir eine Freundin, ihr Freund wolle mir etwas sagen. Er möchte ganz dringend mit mir sprechen, denn er möchte mir, in einem Anfall von Offenheit, etwas Wichtiges sagen.
Ich muss betonen, ich habe noch nie mit dem Menschen geredet, es war 2 Uhr nachts und ich war dementsprechend darüber verwirrt. Ich rief also an, gespannt auf die kommende Offenheit.
Die Stimme am Telefon teilte mir mit, ich wäre süß und total hübsch. Ich dachte, ich höre nicht richtig. "Doch! Du bist wirklich verdammt süß. Und deine Stimme auch...wow *lach* ja, das ist sie." Ahja, mein Gehör funktionierte anscheinend doch.
Das Ende vom Lied war, ich wurde zu seinem Geburtstag eingeladen und - sollte sogar abgeholt werden. Zur Info: ich wohne im Schwarzwald, der Geburstag findet jedoch in NRW statt. [img]http://www.cosgan.de/images/smilie/konfus/a070.gif[/img]
Nachdem er sich auch noch Gedanken darüber gemacht hatte, ob ich vergeben wäre, dachte nicht nur ich darüber nach, ob ich mir im Gegensatz zu seinen Gedanken, Sorgen machen müsste. Das...also DAS...und DAS auch noch SO...kriegt man selten gesagt. [img]http://www.cosgan.de/images/smilie/konfus/d040.gif[/img]
Ich fand es ziemlich mutig, jemandem, den man so nicht kennt, nicht wirklich weiß, wie er reagiert, mittzuteilen, man fände ihn süß. Der Rest war zwar wohl übertrieben, aber sehr amüsant.
Aber es ist merkwürdig, wie sehr sich Prinzipien verändern können und wie extrem man sich selbst verändert. Von damals zu heute...niemand will einen, noch nicht einmal man selbst möchte sich haben. Aber plötzlich hast du was, was sonst nur für andere bestimmt war.
Das ist, als wäre man von einem einem Fähnchenträger, der gar nicht mehr in's Fußballstadion rein durfte, zum Feldspieler aufgestiegen.
Töggelie:-(

Irgendwie ist jetzt nichts mehr so wirklich lustig. Ich habe für meine Karnickel ein Überraschungspaket gebastelt. Bananenscheiben, Apfelschnitze und Orangenfilets in Papier verpackt, damit sie es irgendwie aufpacken und aufrupfen mussten. Ich wusste von Lotte, dass sie für Futter absolut alles machen würde. Weihnachten vor 2 Jahren, hatte ich ihr und Töggi einen Ball geschenkt, indem man Futter verstecken konnte. Umd das Ganze aufregend zu halten, habe ich den Ball, inklusive Futter, verpackt. Lotte war total aufgeregt und Töggi...ja, Töggi war sauer und hatte absolut keinen Bock. Sie verzog sich, nicht ohne mir ihre Wut, durch ein angepisstes Gemurre kundzutun. Gut, also kein Geschenk für Töggi. Aber Lotte roch das Fressen, setzte sich auf meinen Schoß und fing an wie besessen, das Papier abzureissen. Meine Großeltern waren total verzückt und alles achtete nur noch auf Lotte. Klar dass Lotte das geschnallt hat und das vollends ausnutzte. Sie hüpfe uns an den Tisch nach und durfte im Altpapierkorb rumwühlen, vollführte tollkühne Haken und - bepfützte vor lauter Übermut den Holzkorb. :rolleyes:
Ich gab ihnen also ihr Spielzeug. Doch anstatt zu rupfen, sprang Lotte mit vollem Körpereinsatz, also ohrenschlackernd und mit wedelnden Gliedmaßen, drauf. Blieb sitzen und versuchte so zu erschnüffeln, was in dem Päckchen war. Ich sah meine Idee, im wahrsten Sinne des Wortes, zerfließen, denn Matsch war nun garantiert.
Irgendwann kamen sie darauf, dass man reissen konnte, nebenbei bemerkt, eines ihrer absoluten Hobbies, und mit einem triumphalen Blick, zog Lotte mit dem ersten Apfel ab. Die Beute musste schließlich versteckt werden.
Es war wirklich niedlich, wie sehr sie sich darüber ereiferten.
Plötzlich fiel mir auf, dass Lottes Wange wieder dick war. Nur leicht, aber immerhin. Ich dachte, ich hätte es mir nur eingebildet, weil sie eifrig am Kauen war, aber wie ich später nochmals nachschaute, war sie immernoch dicker als die Andere. Das wäre jetzt das dritte Mal und irgendwann kann man nichts mehr machen. Das ist eine typische Kaninchenkrankheit...Eiter in der Wange...das hört sich total harmlos an, aber bei Hasen greift das die Knochen an...wie eine Art Säure.
Lassas Tod war übel, ohne Zweifel traurig. Aber zu ihr hatte ich nie so einen riesigen Bezug, wie zu Lotte und Töggi. Man kann nicht alle gleich gerne haben, das ist zwar furchtbar ungerecht, aber was soll man machen? Lotte ist durch und durch was Besonderes. In der Tierarztpraxis ist sie der absolute Hit, da sie es versteht, alle durch ihre Showeinlagen auf Trab zu halten.
Und dann das Liebespaar: Lotte und Essen, es gibt nichts Unzertrennlicheres.


Lotte + Essen die Erste:
Wie ich nachts vor unserem Auto, mitten auf der Hauptstaße, Lotte rennen sah, anhielt und versuchte sie einzufangen, kamen zwei Jungs die Straße entlang, die zu Tode erschraken, als Lotte sie ansprang. Einer von ihnen stammelte ensetzt:"Ich dachte, das wäre eine McDonalds-Tüte!!!"


Lotte + Essen die Zwote:
Als ich sie dann Zuhause in einen Korb setzte, war es eher prophylaktisch, dass ich ihr was zu Essen gab. Ich wusste dass eigentlich kein Kaninchen bei einem solchen Stress, in ungewohnter Umgebung, fressen würde. Ich drehte mich kurz um und sah später gerade noch, wie das letzte Stück rote Paprika in Lottes Mund verschwand.


Lotte + Essen die Dritte:
Und als ich ihr Lola und Lassa vorstellen wollte (Töggi hatte wiedermal keinen Bock) und sie sah, dass die Beiden einen Essnapf im Transportkäfig hatten, der obendrein auch noch gefüllt und nicht angerührt war, rannte sie laut jammernd und aufstampfend vor dem Käfig auf und ab. Der Käfig war offen, nur dummerweise saß Lola darin und vor der hatte die doppel so große Lotte ziemlich Angst. Als sich Lola, nach für Lotte gefühlten Stunden, endlich aus dem Käfig begab, nutzte Lotte die Gunst, renkte ihren Unterkiefer aus und schluckte das ganze Essen mit einem Happs. Nein, gut, das war übertrieben, aber bei Lotte kann einem das so vorkommen.


Lotte + Essen die Vierte:
Allein das tägliche Füttern ist ein Abenteuer für sich, bei dem ich nie weiß, ob ich noch mit allen Gliedmaßen zurückkomme.
Ich öffne die Tür zum Vorraum des Geheges und Lotte stürzt an die Gehegetür und fängt an, wie ein wildes Tier an der Tür zu rütteln. Sie hatte es sogar mal geschafft, die Tür anzuspringen, sich daran mit allen Vieren festzukrallen, um so auf sich und den Fressinotstand aufmerksam zu machen.
Bin ich dann zu langsam und rollt das Futter nicht schnell genug an, werde ich mit den schweren Tonnäpfen beworfen, die sie in's Mäulchen nimmt und mit einer gekonnten Drehung von sich schleudert. 4 hat sie schon zerworfen.



Lotte ist ein absolutes Unikum und eigentlich wollte ich niemals wieder ein Unikum haben, da ich es nicht ertragen kann, einem Tier so nahe zu stehen und ständig Angst haben zu müssen, es könnte ihm etwas passieren. Aber diesen Vorsatz konnte ich niemals einhalten. Zumindest nicht so wirklich. Man könnte sagen, ich kann nicht mit, aber ebensowenig ohne solche durchgeknallten Spinner. Aber ich hoffe, dass ich mit diesem Spinner noch eine Weile zusammensein darf.


Unten: Lotte am Fressen...was sonst? *g*


[IMG]http://www.medion-fotoalbum.de/mediapool02_aldi_s/22/BA/F3/20/C8/14/11/DB/B3/B2/5B/7A/55/D8/0C/26/oma/10/B02D61D0F6C411DD9AB5D3574E2B304F.jpg[/IMG]
Töggelie[B]Skandal um Hose[/B]


Vor ca. einer Stunde, bin ich total fertig und auf dem Knochengerüst meiner Nerven, etwa so auf dem Boden rumgekrochen:"Licht...Tageslicht...ich bin durch, ich hab's geschafft!" Total ausgehungert, halb verdurstet und mit den übelsten Mangelerscheinungen und wer weiß was für Krankheiten. Ja, ich gebe ja zu, das ist ein bisschen übertrieben, aber so hätte es ganz bestimmt sein können, wäre ich nicht so tapfer.
Ich benötigte eine neue Sporthose, da die Alten mittlerweile protestierten, oder sofort einen Abgang machten, wurden sie gefordert.
Wie jetzt vielleicht auch jeder drauf kommen könnte, hasse ich einkaufen. Ich versteh nicht, wie man sowas als Hobby betreiben kann.
Man könnte jetzt denken, ich wäre ein verweichlichter Jammerlappen, aber 1tens, ist das absolut nicht wahr und 2tens: na und?! Ich kämpfte mich gefühlte 10 Stunden durch zwanzig - ahm nein...zwei Läden...es waren große Läden...also einer davon war es annähernd. -,-
Ich fühlte mich bereits einigermaßen unwohl, wie der Luftzug über dem Eingang meine Haare verwuschelte und ich bin überzeugt, das ist Taktik. Taktik, um sich in den Umkleidekabinen noch unvorteilhafter zu fühlen. Das gibt einem das Gefühl, nicht nur man selbst wäre unproportioniert, sondern jetzt auch noch zu allem Überfluss die Frisur. Na toll. [img]http://www.cosgan.de/images/smilie/konfus/s065.gif[/img]
Um mir einiges zu ersparen, versuchte ich so schnell wie nur möglich in die Abteilung mit den Trainingshosen zu gelangen. Es waren auch welche da, nur hatte ich so meine Probleme damit. Meine Größe, oder das was noch irgendwie akzeptiert werden konnte, schien schlichtweg nicht zu existieren, und von dem, was absolut nicht gepasst hätte, war sogar die Farbe Mist. Das war zwar völlig egal, aber so konnte ich schonmal mit Sicherheit sagen, dass ich absolut keine Chance gehabt hatte.
Außerdem kam ich mir bereits jetzt schon vor, als hätte sich ein ganzes Rudel Bakterien auf meinen Händen angesiedelt, und das allein vom Kleiderbügelschieben und ungläubig auf die Stelle starren, an der eigentlich meine Größe hätte sein sollen. Ich kann nicht glauben, dass alle Welt meinen Hintern hat! [img]http://www.cosgan.de/images/smilie/konfus/a035.gif[/img]
Auf dem Weg nach draußen blieb mein Blick an einem großen Spiegel hängen. Da war sie, die Falle. Meine Fisur war strubbelig (okay, das was davon strubbelig werden konnte), in meinem Gesicht wurden selbst die Krater die seit 5 Jahren abgeheilt waren wieder sichtbar und alles sah nach Baustelle aus. Dieses Licht, diese Spiegel...das würde mich Zuhause wieder Stunden kosten diese Stellen bei normalem Licht aufzusuchen...eher zu erahnen...und mir einfühlsam, aber überzeugend auszureden.
Den Rest gab mir eine Staksen-Barbie, die mich interessiert anstarrte. Unter Anderem wohl auch, weil ich allzu abrupt vor dem Spiegel angehalten hatte und ebenso unvermittelt weitergestürzt war.
Zur Erklärung, wer mich da als Sensation betrachtete:
Eine große, aber sehr schlanke Person, eingenäht in etwas Jeansstoff, mit einem Fetzen umwickelt, schwarzbraun gefärbtes, geglättetes Haar, schräger Pony, der meist eine Auge halb verdeckt, das Lächeln im Gesicht anscheinend mit Gips und 4 Tonnen Schminke fixiert, riesige Ohrringe, und als Abrundung Klacker-Stiefel, die ihr Erscheinen schon 5 Minuten vorher ankündigen. Ich habe das Gefühl, so sehen gerade 50% der weiblichen 15 bis 35 Jährigen aus.
Ehrlich gesagt, kann ich da die Eine nicht von der Anderen unterscheiden, aber sie schaffen es doch immerwieder, dass man sich doof fühlt. An Tagen wie diesen...also an denen man an viel zu großen Spiegeln vorbeigelatscht war, kommt es einem so vor, als würde eine lebendig gewordene Anklage vor einem stehen, die einen mit dem unbedeckten Auge anfunkelt und argwöhnisch mustert, weil man selbst noch mit beiden Augen sehen kann und noch in der Lage ist, seine Klamotten zu wechseln, da man auch wieder aus ihnen rauskommt. Im Normalfall geht einem das sensationell und astrein sonstwo vorbei, aber - bei diesen Spiegeln...
Schlussendlich hatte ich zwar immernoch keine Hose, aber dafür würde ich ganz bestimmt, sollte ich jemals zu einer kommen, niemandem gestatten, sie zu berühren oder auch nur schief anzuschauen, denn bei dem, was ich dann für das Teil auf mich genommen hätte, würde es schlichtweg unbezahlbar sein!
TöggelieIch glaube, ich sage es schon vorweg: es liegt mir nicht über Gefühlslagen, Emotionale Dinge, etc. blabla, zu reden, zu schreiben...keine Ahnung, mich darüber zu äußern. Es ist mir peinlich und ich fühle mich unangenehm nackt, ausgeliefert...
Man muss sich das so vorstellen, als würde man gerade vom Plantschen kommen, stellt fest, wie ekelig bleich und bäh man doch außerhalb des Wassers aussieht, aber jemand klaut einem einfach das Handtuch und rennt damit weg. Entschuldigung, aber das kann ja mal absolut nicht angehen. -,-


Gut...jetzt hätte ich zwar einen Anfang...aber dafür fehlt mir diesesmal die passende Überleitung vom Anfang zu dem, was ich eigentlich sagen will. Ich versuche mal mit Lyrik die Kurve zu kriegen. Gute Idee...Peter Pan. Also, wenn ich mich recht erinnere, ist das in dem Buch so: Man kann nur fliegen, wenn man seine guten Gedanken beisammen hat...irgendwas Wunderschönes...vielleicht etwas, das so schön ist, dass man meint, ein mit Helium gefüllter Luftballon, befindet sich im Bauch. Im letzten Kapitel, kann dann auch Hook fliegen (wir erinnern uns? Der böse Pirat, Haken statt Hand, komische Haare...nein halt, das mit den Haaren kann mir zum Verhängnis werden, das streichen wir)...leider taucht das Krokodil auf, welches schon lange hinter ihm her ist, was ihn so ziemlich aus der Fassung bringt. Verständlich. Verzweifelt versucht er, an seinen guten Gedanken festzuhalten, aber von allen Seiten werden ihm schlimme Tatsachen in's Gedächtnis gerufen. Er ist alt, allein, unglücklich. Irgendwann dringt das Gesagt zu ihm durch. Ein letztes Mal wiederholt er:" Ich bin alt, allein und unglücklich." Danach fällt er in das Maul des Krokodils. Das war das Ende von Hook.
Fazit: durchsickernde Erkenntnis ist mörderisch.
Aber manchmal passiert irgendwas mit einem und da lässt sich das nicht mehr aufhalten. Vielleicht ist das eine richtig gute Sache und sehr wünschenswert. Aber woher soll man das in dem Moment auch wissen?
Das fing an, als ich vor einer Woche hörte, dass ein Junge sämtliche seiner Mitschüler erschossen hatte. Das ist eine ganz normale Info...es ist der Job von Nachrichten, einem sowas mitzuteilen, dafür sind es Nachrichten. Und mein Job war es, sowas nie an mich ranzulassen. Ich muss zugeben, wenn ich nicht gerade einen auf hart mache, bin ich ein wahnsinniger Weichkeks. Leider.
Und ich finde, gerade ob der Tatsache der Weichkeksigkeit, ist es gar keine schlechte Leistung keine Verletzbarkeit vermuten zu lassen, das muss ich mir schon lassen. Oftmals geht das zwar ganz von alleine, aber manchmal, ist das geradezu Schwerstarbeit. Das hat super geklappt...ziemlich lange...bis vor kurzem.
Aber jetzt sah ich einen Jugendlichen vor mir, der alleine, ganz alleine ist, und sich die Einsamkeit mit Computerspielen vertreibt. Und jetzt ist er tot und viele andere ebenfalls. Während ich irgendwo um mich herum die abgeklärten, kalten Infos der Nachrichtensprecher vernahm, liefen in meinem Kopf erschreckende Filme ab. Es würgte mich vor Mitleid und plötzlich, bemerkte ich irgendwas Nasses in meinem Gesicht. Aber das konnte nicht sein, denn ich war der Mensch, der niemals weinte. Ich war am Boden zerstört und hatte keine Ahnung warum. Je mehr Details darüber bekannt wurden, desto schlechter ging es mir. Ich fing an, Dinge zu träumen, die an und für sich gar nicht schlimm waren...total harmlos, da hatte ich wirklich schon härtere Sachen. Neu war, dass sich früher oder später das verzweifelte Gefühl der quälenden Einsamkeit einstellte: ich war alleine, niemand liebte mich und ich war unsagbar tief traurig. Jedesmal, wenn ich im Traum kurz davor war, in Tränen auszubrechen, wachte ich völlig nassgeschwitzt auf. Gut, duschen konnte ich...aber die Traurigkeit hatte sich vorgenommen, mir den Rest des Morgens nicht von der Seite zu weichen. Guter Plan, hat auch super geklappt.
Ein paar Tage später, lieh ich mir ein Buch aus, welches ich schon bestimmt 2 mal gelesen hatte. Bootcamp. In dem Buch geht es um Jugendliche, die in einem Erziehungslager ziemlich mies behandelt werden. Ziemlich mies...naja, sagen wir es mal so, das ist stark untertrieben. Wie gesagt, ich habe das Buch bereits 2 mal gelesen, man könnte jetzt also eigentlich getrost annehmen, dass mich keine Überraschungen mehr anspringen könnten. Doch. Und überraschender hätte es kaum sein können. Achtete ich sonst nur auf die Handlung, so hätte ich mich diesesmal an ausführlich beschriebenen Stellen, in denen die "Häftlinge", mit offensichtlicher Freude, zusammengeschlagen wurden, am liebsten herzhaft übergeben. Zitternd und voller entsetzen, warf ich das Buch quer durch mein Zimmer. Dummerweise fiel mir erst während der Flugstunde wieder ein, dass das gar nicht mein Buch war und eventuelle Bruchlandungen ungut für mich ausgehen konnten....allerdings, was musste man auch so grausige Dinge in Büchern verfassen...?! Tze... -,-
Ich nehme an, dass ich mehr oder minder jetzt das wahrnehme und empfinde, was ich sollte. Zumindest momentan und zumindest für kurze Zeit.
Ich schätze, ich könnte jetzt auch ganz klar sagen, was ich früher nicht wusste, oder vermitteln konnte, auch wenn ich nicht weiß, wem.
Ich möchte, dass man mich gerne hat, umarmt und streichelt, denn ich war so lange einsam, traurig und taub...und ich will nicht, dass das Krokodil mich irgendwann frisst.
TöggelieIch hätte nicht gedacht, dass es irgendetwas gelingt, meinen Jähzorn nochmal so dermaßen anzustacheln. Das war eigentlich seit Jahren abgehakt.
Ich weiß nicht mehr was machen, vor lauter Hass und Wut. Ich kann gerade nichtmal mehr normal mit irgendjemandem reden, ohne ihn früher oder später anzubrüllen und ihm am liebsten den Hals umzudrehen.
Und wie jedes Mal, wenn es mir absolut dreckig geht, ist nichts da, was hilft. Ich könnte sterben, das würde kein Mensch merken, wie denn auch?! Auf irgendeine Art und Weise ist das wohl sarkastisch anzusehen, denn für den Aufwand, den ich dafür betreibe, mich bei anderen seit Jahren als Seelenklemptner zu betätigen, hätte ich reich werden können! Leider ist die Praxis nun wegen Unlust geschlossen. Wie schade.
Sämtliche meiner Sachen sind kaputt. Eigentlich wollte ich so weit nie gehen, da ich zu pleite bin, um mir das erlauben zu können, aber meine Fernbedienung war plötzlich durchgebrochen. Ich glaube, ich war selber erschrocken, da der Krftaufwand ja nun doch beachtlich ist.
Eigentlich hatte ich auch schon meinen Laptop in der Hand, bereit ihn voller Verzweiflung zu zerschmettern...aber wo hätte ich dann etwas Ablenkung herkriegen sollen und was, wenn das nicht den gewünschten Effekt gehabt hätte?
Beim Fußball lasse ich mich besser gar nicht blicken, das Risiko, gesperrt zu werden, würde bei nahezu 90% liegen und was in meinem Kopf vorgeht, wäre wohl das perfekte Drehbuch für einen Horrorfilm.
Was ich in den letzten Wochen gelernt habe ist klar: Freundlichkeit, Fürsorge und Liebe sind absoluter Schwachsinn. Man nimmt dir alles weg, die Gesellschaft ist wie ein Kind, das einer Ameise die Beine ausreist. Es ist im Moment ganz witzig, aber sobald es was Anderes entdeckt, ist diese Ameise uninteressant. Vergessen. Leider hat nun die Ameise das unbedeutende Problem, dass sie wegen diesem gottverdammten Kind ein Leben lang ein Krüppel ist!!!! Ist die Welt nicht witzig?
Das Leben und was es aus einem macht.
Vor 2 Jahren sagte ich, dass ich wohl mit 27 sterben würde. Ich weiß nicht wieso, 27 ist einfach die Zahl...in diesen 2 Jahren verbesserten sich mein Leben und ich gründlich...ich würde sagen...180° Wendung. Und ich vergaß die 27 völlig, weil ich das Gefühl hatte, ich wäre wichtig, man würde mich gern haben...wenigstens annähernd...es war ein Anfang.
Aber was ist, wenn man das gar nicht vergessen muss, wenn das einfach eine Tatsache ist? Wenn man das gar nicht selbst bestimmen kann? Wenn man einfach nur weiß, was passieren wird und es selbst nicht verhindern kann?
Es ist unglaublich, was Einsamkeit bewirken kann.
Man kann machen was man will, Zuneigung ist nur in den wenigsten Fällen drin. Man kann durchdrehen, zu einem Arzt gehen, sagen wie schlecht alles ist, aber was hat man davon? Man findet nicht das, wonach man sich sehnt, weil der Arzt nichts für einen empfindet und nachdem man geschnallt hat, dass das eben nicht wie im Fernsehen läuft, wo sich alle Welt Gedanken macht, wenn man einmal doof geguckt hat und man vor irgendeinem großen Fehler bewahrt wird, gaaaaaanz kurz vor knapp und natürlich wird auch kurz vor knapp alles gut und die Hauptperson wird plötzlich von allen gemocht, da wird einem klar, dass sogar die letzte Chance nach Geltung nicht funktioniert hat.
Die Realität schaut so aus, dass man als gestört betrachtet wird, sobald man kein Sonnenschein ist, man ist gestört und noch dringender: man stört. Man stört einfach!!!
Und dabei hätte man es wissen müssen. Ich dachte ja auch, man wird beachtet, wenn man den Leuten so lange auf den Geist geht, bis sie gar nicht anders können, als einen wenigstens anzuschreien. Aber die Rechnung geht nicht auf, man wird einfach nicht beachtet und schon ist man trotz viel Kraftaufwand und Planung wieder am Anfang.
Zugegebenermaßen zweifel ich manchmal schwer daran, zu der Spezies zu gehören. Vielleicht gibt es einen Planeten Töggi und durch irgendeinen heftigen Regen wurde ich hierher gespült und die suchen und vermissen mich, wissen aber nicht wo ich bin. Derweil sitze ich auf der Erde und weiß nicht, was überhaupt abgeht, weil die meisten Menschen so verdammte Vollpfosten sind!!! Ich würde geliebt werden und muss nun stattdessen hier sitzen!? Das wäre ja wirklich super gelaufen!

[URL=http://www.youtube.com/watch?v=ba5snb4SpQQ]klick[/URL]
[URL=http://www.youtube.com/watch?v=mSMK9zu5ik4]klick[/URL]


[COLOR=skyblue]damals ------>[/COLOR]

[IMG]http://www.medion-fotoalbum.de/mediapool02_aldi_s/22/BA/F3/20/C8/14/11/DB/B3/B2/5B/7A/55/D8/0C/26/oma/10/04520AF0222A11DE982081AF4E2B3296.jpg[/IMG]

[COLOR=skyblue]heute ------>[/COLOR]

[IMG]http://www.medion-fotoalbum.de/mediapool02_aldi_s/22/BA/F3/20/C8/14/11/DB/B3/B2/5B/7A/55/D8/0C/26/oma/10/DFC56500222A11DE9874C32E4E2B3296.jpg[/IMG]
Töggelie[SIZE=1](Mist...ich muss das auf 2 Beiträge verfassen...zu lang) [/SIZE]

[U]1ter Teil:[/U]



Würde ich meine Augen öffnen und auf die Uhr sehen, würde ich feststellen, dass es kurz vor 4 Uhr morgens ist.
Eigentlich bin ich verdammt müde und eigentlich hab ich absolut keine Lust, irgendwas Anderes zu tun, als mich in meinem Bett breitzumachen, in meine Decke einzurollen, festzustellen, dass in der Position meine Beine frieren und ich schlecht Luft bekomme, mich wie ein wilder Mixer um mich selbst zu drehen, bis ich endlich mit der gewählten Position einigermaßen zufrieden bin, verblüfft ob der plötzlich eintretenden Ruhe, wenn ich nicht mehr rumzuzappel, durch die Gegend zu glubschen, nachzuschauen, ob ich aus dem Deckenhaufen heraus meine Zehen sehen kann, wenn ich mich nur ordentlich verbiege und zu bemerken, dass die Aktion von vorn bis hinten komplett bescheuert war.

Stattdessen schwinge ich meinen zarten Hintern aus dem Bett, quäle mich an meinen coolen Schreibtisch (ehrlich, der ist wie aus einem romantischen Heimatfilm, wo alle mit einem seligen Grinsen und einem Krug Bier in der Hand rumlaufen), mache eine rote Kerze an, die den coolen Eindruck nochmal verstärkt, fühle mich wie jemand unheimlich Kreatives aus einem Film, drücke den Einschaltknopf meines Laptops, fühle mich plötzlich nicht mehr so unheimlich kreativ, weil das plötzliche Geräusch des Computers jegliche Stimmung zerstört (erfindet vielleicht endlich mal jemand absolut geräuscharme Computer?! Zarte Nerven wie die meinen kriegen irgendwann ein Krischen bei einer einigermaßen wahrnehmbaren aber monotonen Geräuschkulisse òó) und muss ganz dringend über das hier reden:


Eine Freundin hat mir das hier vorhin gezeigt:[URL=http://nightlife.2switch.de/forum/go/posts/id/9508.html]klick[/URL]


Das ist, würde man es auf Jahre später beziehen, ziemlich genau meine Sache. Wenn irgendwas schiefgelaufen wäre, wäre jetzt nicht nur ich, sondern noch eine ganze Menge an Jugendlichen und Lehrern tot. Ich hätte sie erschossen. Potentiell wäre das absolut denkbar und ein Stückweit wäre das wohl auch natürlich gewesen. Mich hat vor 2 Jahren jemand gefragt:" Denkst du darüber nach, sie alle umzubringen? Das wäre völlig okay, solange du nur daran denkst, ist das absolut nachvollziehbar."
Ich denke darüber nach, sie zusammenzutreten, ihnen vielleicht eine Waffe an den Kopf zu halten, durchzuladen und abzuwarten, wie sie reagieren, um sie das Grauen in mir spüren zu lassen.
Die Realität würde aber wohl eher so aussehen, dass ich geschockt das Weite suchen würde, würde ich jemand davon wiedersehen. Ich war seither nicht einmal in der Nähe meiner Schule. Dort sind zwar noch 10 Euro, die ich schon seit 4 Jahren abholen sollte, aber ich kann dort nicht hin. Ich wüsste nicht, was passiert.
Töggelie[U]2ter Teil:[/U]



Mir ist das Ganze peinlich, weil es als Schwäche meinerseits ausgelegt werden kann...und auch darf, da bin ich ehrlich.
Und das nur wegen einem bescheuerten Pullover...
Eigentlich wollte ich nur meine Ruhe und da ich das, was man getrost Spätzünder nennen konnte war, hielt ich das für das Beste. Ich war kleiner, aber leider fetter als die Anderen, da ich mir gut Kummerspeck angefressen hatte, sagte anstatt Mathe immernoch Rechnen, hatte Panik zu schnell alt zu werden, wollte nur bei meinen Eltern sein, da ich einfach Angst vor der krassen und negativen Umstellung der weiterführenden Schule hatte und fing wegen nahezu jedem Mist an zu weinen. Ich fing an zu weinen, wenn jemand alleine vor dem Fernseher saß, weil er aussah, als wäre er einsam. Wenn jemand etwas haben wollte, es aber nicht haben konnte. Jemand geschubst wurde. Eine abgerissene Blume am Straßenrand lag. Ich irgendetwas von mir in der Nähe der Schule verloren hatte und war es nur ein Knopf.
Einmal bin ich sogar vor lauter Tränen gegen eine Straßenlaterne gelaufen, weil ich einfach nichts mehr gesehen habe, aber trotzdem weitergelaufen war.
Kleine Kinder, die keine kleinen Kinder mehr sein sollten, gehen anderen leider entsetzlich auf die Nerven. Jedenfalls hatten sich 2 meiner Freunde gestritten und ich saß quasi zwischen den Stühlen. Eine durchaus unangenehme Position, wie man sich denken kann. Nachher war es so, dass die Eine der Anderen den Pullover angemalt hat und damit fing das ganze Theater so richtig an, weil sich die gesammte Klasse auf die Seite von M. schlug und ich...ja...ich war so dumm und hielt aus - Überraschung - Mitleid zu S. Ist schonmal jemand an Mitleid gestorben? Ich hätte die erste Person sein können.
Es kam zu einem handfesten Streit, mit dem ich eigentlich gar nichts zu tun hatte. Ich stand nur doof rum, schaute mir das ganze an und wusste erst, als ich zwischen 2 Tischen eingeklemmt wurde, dass ich an der Reihe war und als offizieller Gegner, sowie leichtes Opfer angesehen wurde. Das lief immer so ab: S. ging in die Vollen, reizte die Klasse bis zum Geht-nicht-mehr und als Vergeltung krallten sie sich - na, wen? - mich. Klar, ich war eindeutig das leichtere Opfer. Anfangs ist man auch eher erschrocken darüber, denkt aber in seiner Naivität, dass irgendwer irgendwas unternehmen müsste. So läuft es doch immer, oder? Irgendwer muss doch darüber nachdenken, warum man plötzlich die ganze erste Reihe für sich hat und warum man jeden Tag eine halbe Stunde zu spät kommt und einem sowieso alles egal ist. Aber niemand hat irgendwas gemacht. Nichtmal als die Reihe hinter mir mitten in der Deutschstunde anfing, mich mit Glasscherben zu verletzen. Das war verdammt ätzend, vor allem, weil jeder ordentliche Treffer mit Beifall bekundet wurde.
Nichtmal als alle um mich rumstanden und mir die Hände verbrannten, oder ich - zufällig angeschubst - die Treppen runtersegelte, aus dem Bus flog, am Boden lag und 15 Leute um mich rumstanden, ich festgehalten wurde und jemand den Tafelschwamm über mir auswrang, ich voller Grünzeug und Ameisen aus einem Kurztrip während des Schullandheimes zurückkehrte, weil einige Leute entdeckt hatten, wie lustig es ist, jemanden mit Ästen zu schlagen. Mir jemand Leim in die Haare geschmiert hatte, ich mit blauen Flecken und offenen Wunden das Schulhaus verließ, weil am lebenden Objekt gezeigt werden musste, was die Katze mit der Maus angestellt hatte...etc.
(An dieser Stelle: Ich hasse euch!)
Da zwischenzeitlich auch S. einiges davon zu spüren bekam, ließ sich nicht mehr vermeiden, dass unsere Eltern davon Wind bekamen.
Man kann annehmen, wie "erfreut" sie waren, als sie erfuhren, was genau da passierte. Ist es überraschend, wenn ich sage, dass die meisten Lehrer kein Wort davon glaubten? Ein einziger Lehrer war bereit uns zu helfen. Er wollte es zumindest, aber danach und nach der Elternaktion wurde alles schlimmer.
Jemand rief mich an und teilte mir mit, würde ich noch einmal irgendjemandem etwas sagen, würde er mich erhängen.
Ich erzählte das dem Konrektor, der ging auf die Klasse los und - oh Wunder - solche Ansagen häuften sich.
Es hört sich jetzt alles nach einer asozialen Schule an...und es hört sich so an, als wären das Jugendliche aus benachteiligten Familien gewesen. Aber das war eine der angesehensten Schulen und das Alles waren Kinder von Führungspersonen, alles wichtige Leute und genau darum hat sich jeder bemüht, so zu tun, als wäre nie irgendwas passiert.
Ein Schulverweis der entsprechenden Schüler, angezettelt durch den Konrektor, wurde vom Rektor sofort vereitelt.
Zwischenzeitlich wurde mir regelmäßg schlecht, wenn ich nur an Schule dachte...ich hatte zahlreiche Macken (man würde das wohl Belastungs-Neurosen nennen) entwickelt. So bekam ich wirklich Panikanfälle, wenn irgendetwas von mir an der Schule zurückblieb. Ich konnte keinen Stift, oder irgendwas Persönliches dort zurücklassen. Mir war alles egal, bemerkte ich das im Bus, stieg ich aus und lief den ganzen Weg zurück, aber es durfte bitte nichts von mir dort zurückbleiben.
Ich kaute ständig an meiner Unterlippe rum, zuckte zusammen, sobald jemand in meiner Nähe auftauchte, hatte für ca. 2 Wochen Angst irgendetwas anzufassen, aus Angst, es wäre giftig, brauchte 6 Monate um eine Art Waschzwang hinter mich zu bringen, etc.
Ich war so kaputt und fertig durch den ganzen Stress, die ganze Panik, dann diese Macken mit denen ich fertigwerden musste.
Ich hatte irgendwann so die Nase voll, dass ich immer öfter daran dachte, vom Schuldach zu springen. Ich wollte ihnen zeigen, was sie getan hatten und ein zerschmetterter Körper und Blut erschienen mir als sehr beeindruckend. Aber es ging weiter.

Irgendwann lag ich mit angebrochenem Arm auf der Unfallstation. Jemand hatte mir einen Bleistift durch's Handgelenk gerammt und ich hoffte inständig auf einen Gips. Zum Einen, um Schulfrei zu kriegen und zum Anderen, weil ich Ungutes befürchtete, würde ich nach dem Ärger ohne irgenetwas Handfestes wieder auftauchen.
Ich bekam keinen...dafür war am Folgetag mein Füller kaputt. Als Rache sozusagen. Schön, man sollte eigentlich meinen, dass ich jetzt mal mit Rache und so drangewesen wäre.
Der Witz dabei ist, dass man jetzt denken könnte, es wäre so einfach, sich dagegen zu wehren. Manche sagten auch schon, sie hätten sich das niemals gefallenlassen. Sicher, das würde ich heute auch sagen. Aber in der akuten Situation sagst du erstmal gar nichts, weil sich das verselbstständigt.
Ich habe keine neuen Klamotten mehr angezogen, aus Angst Aufmerksamkeit zu erregen. Es ist auch egal, es wird einem alles gleichgültig...man sieht sich nicht mehr als Mensch, man sieht sich so, wie einen die Anderen sehen wollen.
Wenn dir jemand die Hand brechen will und dir sagt, es wäre besser, du würdest auf der Stelle tot umfallen und du würdest dir das auch bald wünschen, du dich eben so verhältst, wie sich jemand nunmal verhält, der misshandelt wird, du schreist und weinst und alle Anderen lachen und finden das großartig...dann rechnest du nicht mehr damit, dass du menschlich bist. In dem Moment hast du nur die Wahl abzuschalten, oder zu spüren, dass du eigentlich tot bist.
Am schlimmsten war, wenn jemand doch nett zu mir war. Mir tat die Person unendlich leid, weil sie ihre Zuwendung an mich verschwendete. Es war leichter zu ertragen, dass man gehasst wurde und das nonstop. Aber dann positive Gefühle zu erwecken war die Hölle...weil dir erst dann bewusst wurde, was überhaupt Sache war.
Man kann das so sehen: man war in einem Dornröschenschlaf und irgendjemand hat einen durch eine nette Geste, ein kleines Geschenk aufgeweckt...und erst dann sieht man, was passiert war.
Ich glaube, ich hatte an die 2 bis 3 Nervenzusammenbrüche. Ich schrie alles zusammen, versuchte mir, indem ich meinen Arm zwischen eine Türe legte und diese zuschlug, den Arm zu brechen und tobte, bis ich mich letztendlich zitternd in eine Ecke verkroch. Irgendjemand hat mir daraufhin ein Beruhigungsmittel gegeben, woraufhin ich völlig erschöpft einschlief und im Krankenzimmer wieder aufwachte.
Danach war ich meistens 1-2 Tage krank. Der Konrektor machte währendessen die Klasse zur Schnecke, ich bekam eine Entschuldigung, manchmal mit einem kleinen Geschenk, aber nichts änderte sich, außer dass alles in abgeschwächter Form weiterging wie gehabt...6 Jahre lang.
Heute bin ich okay, denke ich. Außer gelegentlichen Panikanfällen und einer Abneigung dagegen, Gefühle zu zeigen, bin ich das, was man normal nennen dürfte.
Das hört sich jetzt wie eine überflüssige Mitteilung an, aber mir ist wichtig, dass niemand auf die Idee kommt, mit mir könnte etwas nicht stimmen...denn damit hat das ganze Drama erst angefangen. Ich bin normal.


Ich finde in diesem Zusammenhang Kinderfotos immer beeindruckend. Wenn ich damals alte Alben durchsah, hab ich mich oft gefragt, wie aus mir so etwas werden konnte, wie sowas passieren konnte. Damals war man noch die Nummer 1, man wurde geliebt, alles was man tat oder nicht nicht tat, war großartig und man wurde als kleines Wunder angesehen. Wie sich alles ändert...



[IMG]http://www.medion-fotoalbum.de/mediapool02_aldi_s/22/BA/F3/20/C8/14/11/DB/B3/B2/5B/7A/55/D8/0C/26/oma/10/14FC8740230B11DEBE67DFCF4E2B3296.jpg[/IMG]


[IMG]http://www.medion-fotoalbum.de/mediapool02_aldi_s/22/BA/F3/20/C8/14/11/DB/B3/B2/5B/7A/55/D8/0C/26/oma/10/14C571B0230B11DE8ACD35074E2B3296.jpg[/IMG]



[SIZE=1]Sorry für irgendwelche Rechtschreibfehler, aber ich werde mir das nicht nochmal durchlesen.[/SIZE]
Töggelie[U]1ter Teil[/U]



Ich hab was sehr Beruhigendes gefunden, was ich hier hoffentlich kurz zitieren darf.

Das hier ist von Odessa...ein kurzer Satz, über einem gelungenen Nebelpfadeintrag von ArrogantNick.
Merci für die Vorlage.


[FONT=courier new][COLOR=royalblue][I]Zitat: "Nicht normal" für sein Alter zu sein ist manchmal in dieser Zeit und Gesellschaft das einzig wirklich Normale und Gesunde, und bildet dann auch ganz hervorragend gesunde, verantwortungsvolle, liebes-fähige und liebenswerte Menschen... [/I][/COLOR][/FONT]



Gelungen, das muss ich zugeben. "In deinem Alter macht man normalerweise...in deinem Alter hat man normalerweise...du MUSST doch..." ich könnte das als Diktat für eine Strafarbeit ansehen, in der man immer und immerwieder den gleichen Satz vorgesagt bekommt und ihn dann abschreiben muss, bis er einem zu den Ohren rauskommt. Und das Blöde ist: du glaubst das auch noch und machst da irgendwann selber mit. Man macht sich Gedanken, beobachtet die Anderen und hat den Eindruck, dass man etwas verpasst, man sieht sich schon im Schaukelstuhl sitzen, darüber nachgrübelnd, was man doch für ein armseliges Leben hatte, weil man auf Feier xy keinen Bock hatte und den Whiskey wieder ausgespuckt hat, der doch eigentlich jedem im damaligen Alter wahnsinnig vor Glück machte, aber irgendwas stimmte da nicht, denn man selbst fand ihn schlichtweg grauenhaft.
Man glaubt wirklich, das Leben der Anderen wäre eine Erfüllung. Aber wenn man es selbst ausprobiert, stellt man fest, dass es einen langweilt, man nur die Zeit absitzt und einfach fehl am Platz ist. Wäre das eine Erkenntnis? Im Prinzip schon, nur leider vertieft das die Idee der Umwelt, dass etwas nicht okay ist, gravierend. Und man selbst denkt nicht etwa: "Okay das war nicht das Meine, nehmen wir das Nächste." Wie sollte man, wo doch aller Welt klar ist, dass wenn man nicht genießen kann, was genießenswert geheißen wird, eine psychische Macke vorliegt.


Ich wurde vor ein paar Jahren von einem Seelenklemptner allen Ernstes gefragt - aufpassen:" Und? Schonmal jemanden geküsst?" Peinlich! Meine ausgesprochene Antwort:"Äh?!" Meine erdachte Antwort:"****sorry zensiert****."
"Wie? Du hast noch nie geknutscht?! Noch nie?!" PEINLICH!!! Ich brauchte keinen Spiegel, um zu wissen, dass ich knallrot anlief. Einerseits aus Panik, weil mir offensichtlich die Zeit davonlief und ich auf der Liste der Dinge, die ich in einem bestimmten Alter zu erledigen hatte, etwas vergessen hatte und zum Anderen, weil unausgesprochen aber doch offensichtlich klar war: mit mir war etwas absolut nicht in Ordnung.
Ich sah schon, wie sich sämtliche Leute darüber lustig machten, wie das bis an's Ende meiner Tage in den Akten stehen würde und wie man daraus herleiten würde:" Hey! Pssst! Töggi ist zurückgeblieben, da ungeküsst! SKANDAL!!!"
Ich würde lügen, würde ich sagen, dass mich das nicht gewaltig stresste. Andererseits war mir nicht ganz klar, was die Welt davon hatte, dass ich noch niemandes Spucke in meinem Mund gehabt hatte. Ich meine, würde das für sie was verändern? Hätte das den Regenwald gerettet? Den Papst vor seinen roten Schühchen bewahrt? Die Wirtschaftskrise verhindert? Wieso sind Dinge, die keinen Menschen außer mir und noch jemanden etwas angehen, so wichtig für die Außenwelt?
Weil es Sicherheit und Bequemlichkeit verschafft, wenn eine Einheit gebildet wird. Die stupide Gesellschaft ist ein Rudel und das ganze Rudel muss gleich gepolt sein, das ist übersichtlicher. Kein Überraschungseffekt bitte, das stört die Ordnung.
Ich glaube, ich werde einen Skandal draus machen, wenn mir demnächst jemand unterkommt, der kein Pistazieneis mag. Genau das mache ich, das ist ein super Plan und von der Logik her nahezu identisch.
So n Scheiss.
Eine Freundin von mir meinte das Problem so lösen zu können: Sie plante, einfach jemanden, den sie okay fand, über den Haufen zu rennen, sich rücklings fallenzulassen, bewusstlos zu stellen und denjenigen so dazu zu bringen, sie per Mund zu Mund-Beatmung wiederzubeleben...was dann wie ein Kuss wäre...ja, wiederbeleben...aber belebe mal etwas wieder, das gar nicht tot ist.
Der Plan an und für sich war...joah...njo...detailliert. Aber ich hatte leise Zweifel, ob er auch nur ansatzweise funktionieren könnte. Obendrein war sowas irgendwie nicht mein Stil.
Ich glaube an sowas wie Liebe, Vertrauen, Magie des Augenblicks, blablub und nicht an hirnlose Fick-Aktionen, die nur durchgeführt werden, damit man ne große Fresse riskieren kann.
Ich hab sowas noch nie verstanden, denn kommt man sich da nicht schrecklich ausgenutzt vor? Sollte man jemanden nicht küssen, weil er für einen was Besonderes und das größte Wunder ist, das auf der Erde rumflitzt?
Oder ist das sowas wie eine Liste, die man abarbeiten muss...so sicher, wie man Akne und Nachsitzen durchmacht? Einfach ein lästiges Spiel, das erledigt werden will, damit man mitreden kann und das möglichst noch in abfälliger Form über den Anderen, der ja nur als Spielzeug herhalten musste. Und später? Wird es da nicht meistens zu einer Art Freizeitsport degradiert, bei dem der Andere ebenso benutzt wird? Ist es nicht das, was einem täglich im Fernsehen präsentiert wird? Ich schätze, die Welt will wirklich verarscht werden und steht auf Fälschungen. Aber wenn du da nicht mitmachst, bist du draußen...es geht dir nicht anders wie einem jungen Tier, das wegen einer falschen Zuchtfarbe abgeschoben wird. Von außen wird bestimmt, dass es niemand liebhaben darf, weil es eine aussergewöhnliche Fellfarbe hat. Ob dem so ist oder nicht, ist komplett egal, es wird einfach so festgelegt, von Leuten, die gar nichts mit den Gefühlen oder dem Leben anderer zu tun haben.
Es wird bestimmt, was schön, lustig, erlebenswert, etc. ist und die Tatsache, dass das Empfinden dafür subektiv ist, wird vollkommen ignoriert. Wie mündig und aufgeklärt wir doch sind.
Aber das ist nicht meine Welt, ich kann da nicht mithalten...oder umgekehrt: Sie kann nicht mit mir mithalten.
Töggelie[U]2ter Teil[/U]



Eine Geschichte, die mir da aktuell einfällt: Weihnachtsfeier im Fußballverein.
Die Feier war schön, kein Ding, aber ich hatte nicht vor, mich zu betrinken. Niemand wird mich je betrunken erleben, das ist eine Sache, die schlichtweg unmöglich ist.
Mir war das klar, meinem Magen ebenso, nur leider meinem Trainer nicht.
Mein favorisiertes Getränk war Fanta. Fanta ist cool. Trinkt man es ab und an, flippt der Bauch völlig aus und ist selig vor Glück. Alkohol würde das nie schaffen.
A. war schon gut zugeschüttet und ging mir tierisch auf den Pudel.
Wann immer ich an ihm vorbeilief, in seiner Nähe stand oder unglücklicherweise in seine Richtung schaute, wurde ich festgehalten. Ätzend. Auf den Hinweis hin, dass er bald richtig großen Ärger bekommen würde, reagierte er, indem er mir meine Flasche Fanta wegnahm und es gegen ein Glas Wodka-Lemon austauschte. "Was ist los mit dir? Du bist krass drauf, keine Frage, aber trinken kannst du nicht?! DAS kannst du nicht?! Das - (theatralisch auf mich deutend und laut verkündend) ist mein neuer Top-Stürmer! Sie weiß es nur noch nicht."
(Gott bewahre! Das war jetzt der Moment, wo ich mich umgedreht hatte und das Weite suchen wollte)
Er wandte sich mir wieder zu und krallte sich mein Kragen, damit ich seiner Ausführung weiterhin beiwohnen konnte: "Ich bin Trainer, ich hab schweigepflicht, du kannst mir alles sagen, das weißt du." (Jaja sicher, sonst noch was. *ekel*)
"Aber da, wo du jetzt noch...das klingt jetzt blöd...ja...aber da wo du jetzt noch letzter bist, musst du im Trinken, erster sein. Alles klar?! (*mich durchschüttel*) Und ich bin der Coach, ich muss es wissen. Und...ah??? Sind das...sind das echte Nadeln? Die hast du dir aber nicht in's Ohr gestochen! Schaut euch das an! So krass wollte ich immer sein...au...also das kannst du..." Alle drehten sich nach mir um, zogen an meinen Ohren rum und machten entsetzte Gesichter und beteuerten, wie weh das doch tun musste.
Mir war das peinlich. Die Rede war scheisse, ich verstand die Logik nicht und ich war genervt, vor allem da sich Flossen an mir befanden, die da nichts verloren hatten und leider Gottes reagiere ich sehr allergisch auf sowas. Ich bewahre gerne eine gesunde Distanz, das gibt mir Macht...Macht die ich verliere, wenn mir jemand zu nahe kommt und ich suche mir gerne selber aus, wer diese Schwäche erleben darf und wer nicht.
Und weiter gehts:"In deinem Alter keinen Rausch...du bist doch kein kleines Kind mehr! Weißt du, dass du dich damit um Stunden zurückwirfst?! Wie willst du je betrunken werden, wenn du meine ganze Arbeit, meine ganzen Versuche dich abzufüllen, ruinierst?!" Er zog einen Schmollmund, was mich fast auf die Palme brachte. Dieses lächerliche Getue, das alle so witzig fanden, war schlichtweg peinlich. Fremdschämen war angesagt. Wie konnte man sich so derbe hirnamputiert aufführen und mir, weil ich nicht so war, unterstellen, ich wäre nicht altersgemäß?! Anfangs fand ich ihn ganz cool, aber jetzt fand ich, er war ein Trottel und er gab mir Zunder ohne Ende...
Als ich mich zum Gehen wandte und mich von allen verabschiedet hatte, stand nur noch eine Person aus. Jemand, der inzwischen mit dem Freund einer Mannschaftskameradin knutschte.
Als ich ihm die Hand reichte, befand ich mich schneller in einer luftabschnürenden Umarmung, als ich "halt" sagen konnte. Und ich kam nicht mehr raus. "Sarah, hilf mir!", seine Freundin stand grinsend daneben "Weißt du, daran musst du dich gewöhnen, der ist immer so." "Aber er lässt mich nicht mehr los, mach was! Das ist dein Freund!" und an A. gewandt:" Hey, lass mich los, ich muss noch zu Fuß 6km gehen und das packe ich nicht, wenn meine Lungen demoliert sind!" Nach gefühlten 30 Minuten, wurde ich mit einem Tritt in den Hintern entlassen. Himmel!
Es war inzwischen 5 Uhr morgens und ich eierte irritiert, da wohl wieder etwas mit mir nicht okay war, und leicht angepisst, mitten auf der Landstraße, nach Hause.
Anscheinend ist es in dieser Welt ein Verbrechen, wenn du nicht wöchentlich auf Parties abhängst, weil du sie oberflächlich und peinlich findest, weil du nicht rauchst, nicht in einer ausgeflippten WG lebst, keinen schrägen Pony, übergroße Ohrringe und einen Hintern, der über deinen Hosenbund quillt, hast. Gotteslästerung nennt man das wohl.
Letztendlich ist das nur ein zusätzlicher überflüssiger Mist, über den man sich den Kopf zerbrechen und Sorgen machen muss, weil man immer damit rechnet, der altbekannte Spruch könnte auf den Tisch gelegt werden:" In deinem Alter hat man normalerweise..."
Töggelie[U]Hässlichkeits-Tag:[/U]




Ich kann nicht schlafen. Grund: ich hab einen Hässlichkeits-Tag, und da es erst halb 6 ist und der Tag noch ganze 18 1/2 Stunden hat, sollte ich mir vielleicht k.o. Tropfen verabreichen und das ganze Drama verschlafen.
Das ist jedes Mal das Gleiche und ich weiß noch nichtmal, wie das heute wieder angefangen hat...ich muss nachdenken...wahrscheinlich sind meine Gedanken vom Schock des bewussten Spiegelblickes so benebelt, dass ich unter einer Amnesie leide. Einem Gedächtnisverlust, der einen vor schlimmeren Folgeschäden bewahren soll. Oh Himmel.
Moment...check-check, ich bin 23 Jahre alt, wohne im Schwarzwald, bin 1,68cm groß, ich heiße...okay das Langzeitgedächtnis ist noch da.
Ich glaube, ich habe vorhin lediglich den Fehler gemacht, vor meinem Spiegel ein neues T-Shirt anzuziehen. Das wäre vielleicht gar nicht so tragisch gewesen, hätte ich nicht IN den Spiegel geschaut und wenn, warum zur Hölle habe ich dann die goldene Regel, NUR meine besockten Füße anzustarren gebrochen?!
Mich hat der Schlag getroffen. Mit weit aufgerissenen Augen, total unter Schock stehend, torkelte ich Richtung Schreibtisch, auf der Suche nach einer Papiertüte, zum Reinatmen. Ich hab zwar keinen Schimmer, was das bringt, aber in Filmen machen sie das immer so, also wird das schon seinen Zweck haben und wenn es nur der Dramatik wegen ist. Aber immerhin hatte ich schon genug Dramatik. Da ich nicht glauben wollte, was ich gesehen hatte, pirschte ich mich vorsichtig und - um einem Frontal-Schock auszuweichen - von der Seite an meinen Spiegel ran und guckte so vorsichtig wie irgend möglich rein. Alles was ich sah, war ein riesiges Grau-braunes Auge und ein paar Sommersprossen. Nähe war also doch keine gute Idee gewesen.
Tapfer, mutig und mit dem Gefühl, ich wäre Django, Bruce Willis und Pippi Langstrumpf in einer Person (bitte nicht vorstellen), sprang ich vor das böse, hirnverbrannte, grausame, widerliche, (Stop mich wer, ich hyperventiliere gleich!) Stück Glas.
"Äh...oh...oh nein!", quietschte ich das Dingens an. Das war der Brecher! Was ich sah, war jemand der...so irgendwie...ungut aussah. Um es nett auszudrücken, ich würde mich nicht heiraten.
Besommersprosst, zuviel Speck, hier und da Narben, zu viel Speck, durschimmernde Adern auf fast durchsichtiger Haut, zu viel Speck, alles irgendwie nicht so, wie ich es möchte, erwähnte ich schon zu viel Speck? Und zu guter Letzt zu viel Speck. Ich hatte das Gefühl, mich hätte wer verarscht, denn SO war das nicht abgemacht.
Ich war einer Ohnmacht nahe, flitzte zum Computer und recherierte Panisch nach, ob man da vielleicht durch Sport was retten konnte...und wenn nicht durch Sport, dann durch die Futterzugabe...und wenn nich dadurch, ja dann musste man halt die Hälfte von mir wegschneiden...und wenn das nicht...notschlachten.


(Ich muss an dieser Stelle erwähnen, dass ich der Mensch bin, der schonmal ärztlich verordnetes Internet-Rechercheverbot hatte. Ernsthaft, und zwar aus dem Grund, weil ich Depp...als z.B. mal angenommen, ich hätte Husten und würde mal so aus Neugierde nachschauen, was man da so machen könnte...aber 100Pro würde ich in diese Internetsitzung mit Husten reingehen und mit Aids oder Lungenkrebs - vielleicht auch schon ganz ohne Lungen - wieder rauskommen.
Man könnte jetzt durch etliche komplexe Schlussfolgerungen ganz vorsichtig andeuten, ich würde zu Dramatisierungen neigen...stimmt. -,-
Katholische Religion, 2te Klasse: Die Nonne erzählte uns was von Leuten, denen einfach Arme und Beine abgefallen waren, sprich Lepra hatten. Jemand fragte nach, wie sich sowas denn äußern würde und die Antwort war, man würde zuerst weiße Flecken am Körper vorfinden.
......
Nein...Genaueres sage ich dazu jetzt nicht...aber ich fand einen kleinen weißen Fleck am Bein und rechnete augenblicklich mit dem Schlimmsten.
Erst Jahre später hab ich irgendwo gesehen, dass das heute durch Antibiotika geheilt wird! Wie nichts! Mein Bein war schon fast am Abfallen und wusste nicht, dass es das gar nicht brauchte?!?!?! Skandalös!)


Jedenfalls konnte ich mich jetzt auch nicht so ohne Weiteres vom Spiegel fernhalten. Ich rannte immer wieder davor, richtete alles verfügbare Licht auf das Unfassbare und starrte minutenlang darauf. Ich hoffte, dass sich das irgendwie verharmlosen würde, dass mir ein paar Kilos vom Hintern hüpften, ich meine Haut wie ein Jäckchen ausziehen konnte, (die Schönheitsindustrie über Nacht einen Durchbruch erlangte), etc. Ich hoffte auf ein Wunder. Das einzige Wunder, das ich finden konnte, hieß Edding.
Ich finde Tätowierungen super und das Gute an sowas ist, dass anstelle einer hässlichen Stelle, was ganz Plausibles tritt.
Ich versuchte mir in meiner Verzweiflung, denn an Ablenkung war nicht zu denken, irgendwelche Bilder zu verpassen. Klar, mit Edding sieht das nicht so klasse aus...eigentlich sieht es total bescheuert aus...aber die schwarze Farbe macht sich irgendwie ganz gut. Ich weiß noch nichtmal, ob die Möglichkeit besteht, dass man die Farbe nicht mehr wirklich ganz runterkriegt, aber das ist mir dann auch egal...hauptsache, ich muss meinen Anblick nicht länger als nötig ertragen.
Es ist nicht fair, mein Bruder sieht echt gut aus, aber irgendwas muss bei mir schiefgelaufen sein. Wahrscheinlich habe ich die ganzen Abfallgene abgekriegt. Egal was, es ist zum Davonlaufen.
Die größte Angst habe ich davor, wie das wohl wird, wenn ich älter werde. Wenn ich jetzt schon so ne Gesichtsgrätsche war (vom Rest ganz zu schweigen), wie würde das dann erst im Alter werden? Andererseits glaube ich manchmal, dass da nicht mehr viel zu holen ist...das hat mein Körper schon mit Barvour in den ersten 20 Jahren erledigt. Gratulation. Dass mein verblödeter Körper nicht beschlossen hat, dass mir die Hautfarbe Grün super stehen würde, ist auch alles.
Der Gedanke daran, ein Leben lang mit diesem Missgriff leben zu müssen, nichts dagegen tun zu können, macht mich absolut fertig und raubt mir so viel Kraft, dass ich es gerademal Richtung Bett schaffe, nur um mich dort einzurollen und zu hoffen, dass ich die nächsten Stunden nichts mehr von der Welt mitbekomme.
Ich bin so müde...ich habe langsam wirklich keine Lust mehr auf mich.


[I]"This time I'm taking it away, I've got a problem
When they getting in the way, not by my side
So I take my face and bash it into a mirror
I won't have to see the pain

This state is elevating, as the hurt turns into hating
Anticipating all the fucked up feelings again

My hurt inside is fading
This shit's gone way too far
All this time I've been waiting
Oh I cannot breath anymore
For what's inside awaking
I'm not, I'm not a whore
You've taken everything and
Oh I cannot give anymore

My mind's done with this
So hey, I've got a question
Can I go another away?
Take back what's mine
So I take my time
Driving humbly down the line
Each cut, closer to the vein

..."
[SIZE=1] Here to stay [/SIZE][/I]
ArrogantNickD A N K E

Ich habe jetzt mehrmals herzlich und laut gelacht. Das tat richtig gut hier zu lesen. Und - wer so schön, selbstironisch und lebendig schreiben kann, der kann so häßlich gar nicht sein. :-)

*Lieben Lesergruß abstellt*
Mischa

....
Töggelie@ArrogantNick:

Merci und danke für Lob und lieben Lesergruß. *g* Hat mich sehr gefreut, hier ein Servus vorzufinden. :-)




[B][SIZE=3][COLOR=red]-----> Beitrag gelöscht, weil wegen ist nicht mehr. Person ist out, meiner unwürdig und wird hoffentlich in nächster Zeit nicht mein Blickfeld kreuzen. *pffff* <-----[/COLOR][/SIZE][/B]
TöggelieSchön, und jetzt habe ich es auch noch geschafft, mit einem Knopfdruck meinen gesammten Beitrag zu löschen. Ich bin kurz davor, mich in's Bett zu legen und nie wieder aufzustehen.


Ich bin schrecklich nervös. Allerdings nicht in der Art von
"[I]Huh, yeah! Alles klar? Ich freue mich auf dieses und jenes und alles ist so schrecklich aufregend, absolut abgefahren, und ich weiß gar nicht, was ich anziehen soll, und was ist, wenn meine Haarfarbe nicht zu meinen Schuhsohlen passt und - könnte mich mal bitte jemand stoppen, denn ich bin schrecklich nervös[/I]"
Auch nicht wie
"[I]Oh Himmel! Ich muss - o-oh, ob ich das schaffe und wer mir da alles dabei zusieht und was davon abhängt! Ich brauche eine Tüte...ich muss in eine Tüte atmen...TÜTE!!![/I]"
Ich meine das eher so wie:
"[I]Ich kann nicht mehr. Egal was es ist, aber ich ertrage es nicht mehr, ich ertrage mich nicht mehr, ich ertrage überhaupt niemanden mehr und ich kann nicht schlafen, nicht irgendwo sitzen, denn Nachdenken wäre überhaupt der absolute Horror und ich weiß nicht mehr, wann ich zuletzt mit jemandem richtig geredet habe, das ist Monate her und seitdem bin ich mit der Person zusammen, die für mich absolutes Gift ist: mit mir! Und ich bin absolut unerträglich, weil ich mich mit Einsamkeitsgefühlen und selbstzerstörerischen Gedanken quäle und da nicht mehr rauskomme und das, was helfen würde, wäre zwar eine Hilfe für mich, aber nicht für meinen Körper, aber scheissegal, denn wir hassen uns ja beide sowieso, also ist doch eigentlich gar kein Problem da![/I]"
Sowas meine ich. Versteht jemand, was ich meine? Würde auch nur jemand gerne mit mir zusammensein wollen? Mit Sicherheit nicht.

Moment...geht gleich weiter...ich geh Blumen-Pflücken, das hat was Beruhigendes an sich, denn sitzen ist der absolute Brecher, wenn man kurz vor einem gefühlten Herzkasper ist.
...


So...der fetteste Strauß Wiesenschaumkraut ever. Eine Freundin hat mir mal vor ca. 10 Jahren gesagt, ich würde den Hummeln so ihr Essen wegnehmen.
1. wenn es so wichtig ist, dann sollen sie essen, bevor ich pflücke.
2. wenn Natur der Natur gehört, so auch mir, weil der Mensch ebenfalls Teil der Natur ist und des Menschen Natur, bzw. meine Natur ist es, mich mit kleinen Blumensträußen abzulenken und ein Insekt wird wohl kaum strategisch alle Blüten ausrüsseln, warum ausgerechnet dann die eine Blume, die ich pflücken will?
3. das geht an die Hummeln: Kauft euch ne Primel!


Ich hasse Wochenenden. Denn wenn die Wochentage schon schwer erträglich sind, dann sind es die Wochenenden umso mehr und ich hasse, hasse, hasse es.
Nehmen wir dieses Wochenende, was hab ich gemacht? Hab ich mich mit Freunden getroffen? Nein. War ich im Kino? Nein.
Ich hab geschlafen.
Ich hab den ganzen Tag geschlafen, wachte auf, weil ich schrie wie am Spieß, da ich träumte, ich wäre in einem engen Raum und von den Decken kamen Kreuzspinnen runter und wedelten mit den Beinen vor meinem Gesicht rum.
Nachts war ich wach, da ich gerade einen mehr als bescheuerten Rythmus habe, aber ich wüsste gerade sowieso nicht, was meine Lage, meine Laune, mein Gefühl verbessern könnte.
Alles ist schmerzhaft und das Grundgefühl ist eine dumpfe Leere, die sich leicht in ein brennendes Gefühl der Verzweiflung und Traurigkeit wandelt, wenn mir bewusst wird, wie lange das noch so gehen kann. Das fühlt sich an, als wenn jemand mit einem abgebrochenen Ast irgendwo zwischen Schulterblatt und Lungen piekt. Und sogar wenn ich jemanden treffe, es bringt mich nicht weiter. Das bringt mir nichts. Im Gegenteil. Ich fühle mich überfordert und weiß nichts anzufangen...weder mit mir, noch mit dem Gegenüber. Ich weiß, dass was fehlt, aber ich habe keine Ahnung, was es ist. Ich weiß, dass ich in einem ziemlichen Tempo kaputtgehe, aber ich habe keine Ahnung, was dagegen hilft und ich weiß noch nichtmal, ob es sich lohnt, etwas dagegen zu tun.
Das ist nicht meine Welt. Ich verstehe den Sinn nicht und ich ertrage den Inhalt nicht.
Eines der schlimmsten Dinge ist, morgens mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu fahren. Du siehst Leute und sie sind müde, total müde und sie erledigen eine Arbeit, die wahrscheinlich total sinnfrei ist, nur um sich eine billige Wohnung leisten zu können, um überleben zu können. Und warum überleben sie? Um einer Arbeit nachgehen zu können, die sie hassen. Und ich verstehe es nicht. Wenn ich sie sah, war mir, als ob ich falle, als wenn jemand eine Schneekugel umdrehte und das Leben und das Universum und alles hatte keinen Sinn, weil ich nicht verstehen kann, was das soll. Für mich wäre das, ohne Übertreibung, ein absoluter Grund zum Freitod, weil mit dem was ich jetzt bin und einem solchen Leben ... wie schlimm kann da noch die Hölle sein...?
Auf meinem Arm steht geschrieben:" Wenn ich sterbe komme ich in den Himmel, weil ich meine Zeit in der Hölle schon hinter mir habe", aber das könnte ein neuerlicher Besuch dort sein und das ertrage ich nicht. Ich fürchte mich vor sowas. Das würde man wohl ein vernunftgesteuertes Leben nennen. Sei glücklich, du hast einen Beruf...sei glücklich, du hast ein Dach über'm Kopf, wenn auch 0 Rückzugsmöglichkeiten, 0 Sinn, 0 Spaß, 0 Möglichkeiten dich auszuleben, 0 Rechfertigung für dich selbst, 0 Leben. Die Hölle der Mittelmäßigkeit und Fremdbestimmtheit. Oh Gott!!!!!
Das war ein ziemlich blöder Gedankengang für meine Laune. -,- Jetzt hab ich noch einen Grund, mich schrecklich zu fühlen.
Jedenfalls fühle ich mich wie in einem Glaskasten und ich darf höchtenfalls zusehen, wie der Rest Spaß hat, sich freut, nicht alleine ist. Als hätte ich einen Stempel auf der Stirn, auf dem steht: Du nicht!
So viel zum Wochenende.
Eigentlich dachte ich, Ostern könnte cool werden. Ich hatte mich richtig darauf gefreut, in der Hoffnung auf Abwechslung und dass etwas Interessantes passiert, so wie nur ein halbverhungerter, naiver Idiot auf etwas Essbares in einem Papierkontainer hoffen kann.
Aber es war ganz genau wie Weihnachten: meine Eltern spielten sich als Samariter auf und arbeiteten, damit ihr Team bei ihren Familien sein konnte. Mein Bruder machte sein Ding, der Rest der Verwandtschaft ebenfalls und der entartete Teil färbte mit sich selbst Eier, versteckte sich selbst ein Nest, machte sich selbst einen Osterstrauß, schaute fern und stopfte sich mit Antidepressivum voll. Echt gelungen, ich hatte mich zurecht darauf gefreut, der Brecher, wunderbar.
Ich bin echt verdammt sauer und wütend auf das ganze misslungene System.
Nur was ich vergessen habe: spätestens dann, wenn irgendjemand etwas will oder ein Problem hat, bin ich wieder wichtig und existent. Klar, man braucht ja einen Deppen, der den ganzen Tag nichts zu tun hat, sich um andere sorgt und deswegen immer zur Stelle ist. *brüll* Und wer zur Hölle bezahlt für mich?!

Ich werde jetzt meinen Tag mit mir alleine verbringen, mit mir joggen, mit mir Muskelaufbauübungen machen, mit mir lernen und mit mir aufräumen, sowie mit mir mich und meine verdammte Existenz verfluchen.
TöggelieIch bin noch nicht fertig.
Wenn ich für das, was ich für andere an unbliebsamen Mist erledige, Geld bekommen würde, dann hätte ich schon lange den Computer, hinter dem ich seit Jahren her bin.
Ich hatte eine Freundin, bei der war das ganz extrem. Sie hatte Ärger, ich bügelte es aus. Sie war krank und wollte Bücher haben, ich besorgte ihr welche. Sie brauchte Hilfe bei den Hausarbeiten und es war keine Frage, das ich half.
Nur wenn es darum ging Spaß zu haben, etc. wurde ich großzügig übersehen und ich habe bei manchen Leuten den schweren Verdacht, sie haben einen Pakt mit meinen Eltern geschlossen und auf deren Konto häufen sich Unsummen.
Ich weiß gar nicht, wieviel Zeit ich mit Warten verbringe, warten dass sich Leute nicht bei mir melden und mit nicht kapieren wollen, dass sich niemals jemand melden wird. Irgendwann sind sie einfach verschwunden. Leute, die mich schon seit 2 Jahren besuchen wollten, sind zu schwach für einen Anruf, oder die Antwort eines simplen Briefes und Personen, die davon sprachen, wir wären für immer befreundet, sind - wenn man jemanden danach fragt - plötzlich am anderen Ende Deutschlands.
Vielleicht befinde ich mich manchmal in einem Zustand der Dauerbekifftheit, denn so irgendwie, meine ich phantasiert zu haben, mir hätten sie alle gesagt, ich wäre wichtig, sie würden mich mögen, nie alleine lassen, ich wäre unersetzlich. Sicher, das muss man sagen, damit jemand, der sich über jeden Mist an Freundlichkeit freute, als hätte er ein großartiges Geschenk erhalten, nicht etwa auf den Gedanken kommt, es könnte anders sein. Ich glaube niemandem auch nur ein positives Wort über mich. Dir wird gesagt, dass du nett bist, aber noch bevor derjenige den Mund geschlossen hat, ist das vergessen. Es bedeutet mir nichts mehr. Ich schätze, man könnte mir 100mal sagen, man hätte mich lieb...das ist mir egal, das kommt nicht an, ich glaube das nicht mehr.
Das ist so bescheuert, wie sich monatelang nicht zu melden, mir dann zu beteuern, ich wäre einer der besten Freunde, aber man hatte leider keine Zeit, aber bitte, ich soll das auf jeden Fall glauben. Direkt danach passiert das Gleiche abermals - huch, welch Zufall - und wieder kommt irgendeine haarsträubende Ausrede, anstatt dass man mir gleich sagt, man hätte keinen Bock auf mich. Ah, geht ja nicht - man könnte mich ja noch für irgendetwas gebrauchen!
Menschen sind wohl so, aber dann sollte man von mir nichts Anderes erwarten, denn ich nehme mal an, dass für Extras nicht bezahlt wurde.
Rechnung folgt übrigens und Überweisungen hätte ich zukünftig bitte gerne auf mein Konto, damit ich, wenn schon die Menschen versagen, mich wenigstens dem Materiellen, oder einer angenehmen Sucht zuwenden kann. Das Altbekannte, immer ein guter Trost und eine schöne Methode für andere, sich freizukaufen. Scheiss Welt!
ArrogantNickJa - die Welt kann manchmal echt scheiße sein. WENN ich das nochmal irgendwem glauben sollte, dann Dir. Btw. Du hast den geilsten Galgenhumor ever - bei der Primel kaufenden Hummel lag ich schon wieder am Boden. Ich für meinen Teil finde Deine Schreibe ausgesprochen sympathisch. So, genug gestört mitten in der Nacht, weiter im Tex.... ähm.... Welt scheiße finden. ;-)

Lesegruß *Das wirst das erste Thema was ich hier in über sieben Jahren abonniere*

Mischa

Ein kleines Edit: Weißt Du, ich hasse auch öffentliche Verkehrsmittel und ich habe mir vor langer Zeit die gleichen Fragen gestellt wie Du. Die Antwort ist die, dass die Wenigsten es jemals herausfinden werden, warum sie sich das hier wirklich alles antun. Aber die Wenigen die es schaffen, es doch heraus zu finden, die werden am Ende sehr glückliche Menschen. Ich weiß das, ich bin einer davon. Und ich habe angefangen wie Du, Du stellst (die richtigen) Fragen und Du hast Humor - DAS ist eine schier unschlagbare Kombi. Jetzt war ich nett und das obwohl ich Dich nicht brauche. Vielleicht macht mich das ein wenig glaubwürdig, was ich mir wünschen würde. :-) So, und nun ist aber wirklich gut....
TöggelieHey, du kamst echt wie gerufen, weißt du das? Danke...das ist echt super das zu lesen, danke.
Weiter im Text, da sagst du was...


Bis vor exakt 10 Minuten, glaubte ich, ich müsste sterben. Ich wollte es.
Und ich habe echt Angst davor, was passiert, wenn ich aufhöre zu schreiben, deswegen werde ich wohl die ganze Nacht an diversen Nebelpfaden sitzen...einfach damit ich weiß, ich überlebe.


Ich stellte mir vor, wie ich von einem Hochhaus springe, wie ich mir die Pulsadern aufschneide - nein halt, das wäre nicht cool genug gewesen - ich hätte mir wahrscheinlich der Dramatik wegen gleich den ganzen Arm abgesäbelt, immer schön mit der popeligen Rasierklinge versteht sich.
2 Abfuhren an einem beschissenen Tag. Darf ich bitte den Titel "ärmste Sau der Nachtwelten" haben?
Der Erste war schon mies genug...
Ich hatte mich auf eine reelle Chance konzentriert und wurde weggeschubst, weil ich um ein paar Jahre zu jung war. Der Typ war 33 und fand es war ein Witz, dass ich mit ihm was unternehmen wollte. Lustig...haha...ja, das war auch mein bester Witz...immerwieder ein Brecher auf Parties und so.


Der Zweite riss mir dann mein Herz heraus. Mir wurde schlecht und ich hatte kurzeitig das Gefühl, bewusstlos wegzukippen und ich hätte insgeheim alles dafür gegeben.
Das, was manche so leicht haben können, ist für mich nicht drin...das Licht begann zu flackern und ich wusste, dass sich die Hölle vor mir auftat und ich kilometerweit fallen würde, um am Ende zu verbrennen.
Weißt du, mir ist klar, dass wir nicht zusammenpassen. Das wusste ich. Das Schlimme war eher diese totale Abschmetterung, die mich völlig hilflos zurückließ und mir klarmachte, dass ich eine Sonderrolle innehatte...der Stempel auf meiner Stirn, du erinnerst dich? Ich hätte es locker weggesteckt, hättest du gesagt:" Hey, ich weiß nicht, also ich glaube, das hätte keinen Sinn." Als hätte ich das nicht gewusst, das wäre meine Wellenlänge gewesen, das hätte uns auf eine Stufe gestellt. Das hätte mir gesagt, ich wäre nicht anders als die Anderen und es wäre okay gewesen.
Ich hab dich zwar dazu aufgefordert, mir doch eine klare Abfuhr zu erteilen, aber ich glaube, ich hatte die Schmerzen unterschätzt. Wirklich, das war der Hammer.
Ich fühlte mich, als wäre ein Auto frontal auf mich zugebrettert und hätte mich voll erwischt.
Wenn ich ehrlich sein soll, habe ich das Ganze dir gegenüber nur zugegeben, weil ich Angst hatte, jemand kommt mir zuvor...eben jemand, der Entwicklungstechnisch deinen Ansprüchen genügt...ohne dass ich eine Chance hatte.
...ich weiß gar nicht, wieviele Abfuhren ich schon kassierte, wieviele Zusammenbrüche ich dadurch erlitt, aber...man verdrängt das dann doch und hofft auf das, was nicht eintreten wird.
Wahrscheinlich weil die Sehnsucht nach Liebe alles aufgefressen hatte und man endlich...nach dieser ganzen Scheisse, auf ein Wunder hofft, obwohl man ganz genau weiß, wie utopisch es ist. Vor allem, wenn der oder die Abgebetete(r) ein Level weiter ist.
Aber die Welt ist nicht gerecht und, so geschockt und mit weit aufgerissenen Augen ich auch dasaß und spürte, wie die Realität sich in meine Haut fraß...das bekam ich mit.
Mein Ego ist extrem angekratzt, das muss ich zugeben. Ich bin verwirrt und weiß nicht, was ich von wem halten soll...am allerwenigsten von dir.
Ich hab verhindert, dass du weißt, wen du wirklich vor dir hast, unter anderem, indem ich versuchte so zu sein, wie ich dachte, dass du mich haben wolltest. Ich schätze, dabei habe ich alles falsch gemacht, was man nur falschmachen kann. Ich habe vieles gesagt und gemacht, das ich sonst nie...das war nicht ich. Dieser Part tut mir leid...für mich.
Ich glaubte auch, dass ich sämtliche Entwicklungsstufen so schnell durchlaufen könnte, dass man denken würde, ich hätte Jahre übersprungen...aber das geht nicht.
Ich muss zugeben, dass ich geschockt war, als ich diese Ewigkeit und Ernsthaftigkeit aus deinen Zukunftsvisionen heraushörte.
Ich meinte herauszuhören, dass es nicht um Zweisamkeit, sondern um Ehe, etc. ging...das hat mir Angst gemacht, weil solche Pläne für mich erst in 10 Jahren anstehen. Du kamst mir plötzlich wie ein alter Mann vor...vielleicht weniger deswegen, was du sagtest, sondern eher, wie du es sagtest. Du lässt ab und an wirklich Sachen fallen, die mich erschrecken und verstörend sind.
Eigentlich war ich immer glücklich, dass du mein Kumpel warst...ich wollte nur das bisschen Zuneigung, aber irgendwann reichte das nicht mehr und ich merkte, dass ich noch nie jemanden so schrecklich gerne hatte. Und ich konnte den Gedanken, jemand dürfte das haben, was ich so sehnlich wollte, nicht ertragen.
Und jetzt hab ich gar nichts mehr.
Es gibt Dinge, die wünscht man sich so sehr, dass man sich vergisst...nichts ist mehr wichtig, nur dieser Wunsch...
Ich wollte noch nichtmal eine Beziehung, ich wollte...ich denke...ich wollte eine Chance...eine potentielle Chance.

Entweder war es das jetzt, weil ich es nicht ertragen kann, oder es muss einen kompletten Neuanfang geben, für eine ehrlichere Freundschaft. Denn ich für meinen Teil...du kennst mich nicht, sorry.
Du weißt nicht, mit wem du befreundet bist und ich sehe dich jetzt mit total anderen Augen, was ich erst wieder neu sortieren muss.
Ganz real gesehen, bist du seit Anfang dieses Jahres, nur ein Bekannter...bis dahin warst du mein bester Freund. Ich weiß momentan einfach nicht mehr, wer du bist.


Und...jetzt wäre ich dankbar, wenn ein Flugzeug über unserem Haus abstürzen und mich erschlagen würde.
Hätte ich einen Wunsch frei, so wäre es dieser. Und das meine ich sogar, mit all seinen Konsequenzen - ernst.
Heute morgen hatte ich eigentlich gedacht, es könnte nicht mehr schlimmer kommen, es könnte sich jetzt nicht mehr schlimmer anfühlen, aber nachdem jetzt auch noch 2 langwierige Hoffnungen und damit das, was eigentlich das Einzige war, das mich aufgemuntert hatte, flöten gegangen war, sehe ich ein echtes Problem.
Ich sollte barfuß spazierengehen...irgendwas...was schmerzhaft ist...egal was, nur damit ich nichts mehr fühlen muss...oh Gott...
TöggelieEs ist nicht nur das. Es ist nicht nur das...es ist...
Ich bin dem ganzen Mist nicht mehr gewachsen und ich ... ahm ... ich habe bescheidene Schmerzen.
Ich bin müde, ich bin so unendlich müde und...was wollte ich sagen...ahm...ah...ich will nicht mehr aufwachen, nicht mehr essen, nicht mehr fernsehen, nichts mehr!!!
Das Abi ist mir scheissegal, ich will kein Studium, ich will kein Haus, ich will einfach keine Schmerzen mehr haben. Seit 12 Jahren der gleiche Mist und ich kann nicht mehr.
Aaaaaaaaaaaaaah! Ah, oh nein!!!
Ich kann nicht mehr atmen, ich krieg keine Luft mehr!
Scheiss Leben!!!! *tob*
Ich hab genug...ich will nicht mehr...
Das reicht endgültig!
Ich fühle mich benutzt und ungenügend, ein Fehler...ihr habt alles genommen und ich kann nichts mehr geben...da ist nichtmal mehr was für mich!!!! Äääääähaaaagh!!!!!



...



Nur zum Mitschreiben:

Es ist nichts mehr da!!! Das heißt, es gibt nichts mehr!!! Hab ich was gekriegt?! Nein! Scheisse gelaufen, das heißt, die Bank ist zu!!! Bankrott!
Ich seh nicht ein, dass alle Welt sich ständig bei mir abholt, was sie braucht, aber absolut nicht in der Lage ist, auch nur im Entferntesten zu raffen, was ich möchte! Verdammt!!!
Besorgt euch euren Mist selbst!!!
Oh, und ehe ich's vergesse: sämtliche Extras wurden gestrichen. Wurde heute morgen ja schon schriftlich mitgeteilt, steht oben am Schwarzen Brett. Ausserdem wurde die veraltete Regel wieder neu ausgegraben: Don't touch Töggi. Fasst mich ja nicht an.
Es war sowieso immer scheissegal. Ich reisse mir den Hintern auf, mache mir mords Gedanken, aber hey, das ist doch selbstverständlich.
Das war es wirklich...aber ich bin kaputt. Wenn man mit einem Spielzeug zu lange spielt, geht es kaputt, so ist das nunmal.
Reparieren wäre vielleicht mal kein Fehler...war hier nicht irgendwo dieses Spiel mit den misshandelten Kuscheltieren? Ich will das Schaf, oder das Krokodil sein! Halt! Die Schlange ist auch cool.
Ich will ein Zuhause...aber ich hab keines...



...



Ich glaube, ich hab mich einigermaßen im Griff...ich geh vorsichtig runter...hole mir Tee...schaue einen Film...mache Kerzen an...und denke nicht mehr nach...
Abgefahren, ich hab mich beruhigt und meine Nachbarschaft schläft noch. Ich hätte jetzt gewettet, ich würde so abgehen, dass die ganze Straße unter der Decke hängt.
Aber sogar meine Fische schlafen noch.


Memo an mich:

- Beruhigungsmittel besorgen...
- Um Gottes Willen sowas nicht nochmal erleben...
- beten dass sich meine augenblickliche Bewältigungsstrategie hält...
- 5 Tage schlafen und für niemanden ansprechbar sein
- sollte es jemand wagen, den letzten Punkt zu missachten ----> denjenigen erschießen
- extreme Egozentrik aufbauen
- wichtigster Memo: ihr könnt mich alle mal. Ich bin verdammt mutig, da ich sogar auf die Gefahr hin, eine extreme Bauchlandung zu machen, sage was Sache ist, sogar wenn ich mich der Lächerlichkeit und Verletzlichkeit preisgebe.
Beispiel: ich bin verdammt selbstgefällig und arrogant....aber ich kann es mir leisten. Huch! War das etwa ehrlich?! Ouh, ja klar.
Ich hab mich...ich brauche niemanden...





[QUOTE][i]Original geschrieben von ArrogantNick [/i]
[B]Ein kleines Edit: Weißt Du, ich hasse auch öffentliche Verkehrsmittel und ich habe mir vor langer Zeit die gleichen Fragen gestellt wie Du. Die Antwort ist die, dass die Wenigsten es jemals herausfinden werden, warum sie sich das hier wirklich alles antun. Aber die Wenigen die es schaffen, es doch heraus zu finden, die werden am Ende sehr glückliche Menschen. Ich weiß das, ich bin einer davon. Und ich habe angefangen wie Du, Du stellst (die richtigen) Fragen und Du hast Humor - DAS ist eine schier unschlagbare Kombi. Jetzt war ich nett und das obwohl ich Dich nicht brauche. Vielleicht macht mich das ein wenig glaubwürdig, was ich mir wünschen würde. :-) So, und nun ist aber wirklich gut.... [/B][/QUOTE]


Wenn das irgendwann passiert...würde das jetzt eine Idee an Hoffnung bedeuten...es gäbe einen Sinn zu ergründen und man wäre keine willenlose, selbstversklavte Marionette. Ein guter Gedanke, da das eine meiner größten Ängste ist und ich nicht nachvollziehen kann, dass das für manche echt okay zu sein scheint. Ich dachte aber immer, das wäre normal und mit mir würde was nicht stimmen.
Brauchtest du arg lange, um es rauszufinden? Aber es ist schon beruhigend, dass es etwas rauszufinden gibt.
*g* Macht es. Danke. :-)
Töggelie[FONT=times new roman][I]Es muss stark sein, zu wissen das man die Macht hat, jemanden mit ein paar Worten in den Abgrund zu schicken und gleichzeitig Klarheit darüber zu haben, man ist wertvoll...das hat man ja nun erfahren...
Nicht umsonst können sich die Meisten, die klarstellen, dass aus der Seifenblase nichts wird, kaum ein Grinsen verkneifen. Die Welt ist witzig...[/I][/FONT]


[IMG]http://www.medion-fotoalbum.de/mediapool02_aldi_s/22/BA/F3/20/C8/14/11/DB/B3/B2/5B/7A/55/D8/0C/26/oma/10/CFCFD6F033B711DEA9434CBA52D438C5.jpg[/IMG]
ArrogantNickHm.... was soll ich sagen? Was ich soll, ist ja eigentlich auch egal, was also [i]will[/i] ich sagen? Zuerst einmal ein Bild, die sagen manchmal mehr als Worte.


[center]****


[IMG]http://www.syilver.de/hands.jpg[/IMG]


****[/center]


Du wirst sie finden, da bin ich ganz sicher. Du wirst die Hand finden, in die Du Deine betten kannst. Völlig beruhigt und mit dem Wissen, dass Du Zuhause bist. Aber das wirst Du erst können, wenn Du in all Deinem Chaos das erlernst, was Du selbst schon so glaskar geschrieben hast: Du selbst zu sein - denn bist Du es nicht, so verlierst Du erst recht. Wenn man schon abgelehnt wird, dann doch bitte um seiner Selbst Willen und nicht um eines Theaterstücks, das man so gestaltete, wie man meinte, dass es erwartet würde. Du bist kein Schauspieler, nicht in Deinem Inneren, dort bist nur Du. Man kann sich nicht ewig vor sich selbst verstecken und das tut man, wenn man sich vor der Welt verbirgt. Und wenn Du Dich nicht lebendig sein lässt, wenn Du nicht zulassen kannst, dass all diese wunderbaren kleinen Gizzmos die ich hier lese, sich entfalten und Dich den wunderbaren Menschen sein lassen, der Du bist, wie willst Du es dann glauben, wenn Dir jemand sagt er/sie hätte Dich lieb? Du tust es ja noch nicht mal selbst.... ?

Dort, tief in Dir, lebt etwas, das sich so sehr danach sehnt angenommen, respektiert und geachtet zu sein; ja, SEIN zu dürfen. Und darum bist Du auch erstaunt dass alle schlafen bei dem Lärm, so laut wie es in Dir schreit. Ich kann es jetzt lesend hören, ja nachspüren was DU empfindest - und, ich verstehe Dich. Ich kenne Dich nicht, aber wäre ich jetzt da, ich hätte Dich mal in den Arm genommen, einfach mal so, um Dir zu zu flüstern, dass es lange dauert und dass es weh tut, aber dass am Ende, wenn Du den Weg zurückblicken wirst, Du keine Minute davon wirst missen wollen, denn als Lohn bekommst Du die völlige Gewissheit und das Selbst-Vertrauen. Und dann wirst Du diese, Deine Hand, in so unglaublich viele Hände legen können, aber Du wirst es nicht oft tun. Du wirst eher Deine aufhalten, damit Andere ihre hineinlegen können. ....

Du bist gut so wie Du bist. Versuch den Mut zu finden DU zu sein.

Liebe Grüße
Mischa

Ach und ~> achte auf Dein Herz. Wenn Du es nicht fühlen magst, weil es so schmerzt, behandle es doch zumindest wie einen guten Freund (schließlich hält es Dich am/im Leben), den wirft man auch nicht weg wenn es ihm schlecht geht - eher versucht man es mit trösten. Behandle doch zumindest Du Dich besser als es so viele Andere taten. ;-)

....
lioba[IMG]http://img.2concert.de/org_bilder/user/5457269.jpg[/IMG]
[SIZE=1]Hier, du meine große Liebe: Wildkatzen,Krallen, Leben.. you know?[/SIZE]
TöggelieDanke...das ist lieb von euch.

@lioba: ich weiß...Krallen, Fauchen, Leben und so...danke...


Wahrscheinlich war das absolut klar...das ist mir in abgemilderten Formen schon etliche Male passiert...ich wollte das nur nicht wahrhaben. Dabei ist es wirklich offensichtlich gewesen, aber man ist ja so doof und hofft trotzdem, weil man es nicht mehr ertragen kann, immer nur zuzusehen.
Vielleicht bringt mich noch nichtmal diese Tatsache so aus dem Gleichgewicht, sondern vielmehr das Gefühl, dass mit mir etwas nicht stimmt. Das stellt mich und alles extrem in Frage.
Wie wirke ich auf andere? Wie sehe ich aus? Bin ich zurückgeblieben? Das sind alles Sachen, die ich erstmal klären muss. Und wenn es stimmt, dass jeder seines eigenen Glückes Schmied ist, dann habe ich bisher grundlegend was falsch gemacht. Das würde heißen, meine ganze Einstellung ist falsch...und die vieler Integranten richtig.
Ich bin gerade einfach total verwirrt.
Oh...und ich fliege bald aus meinem Elternhaus raus, weil ich meine Mutter eben angebrüllt habe. Möchte noch jemand draufhauen? Ich möchte die letzten 6 Monate bitte aus meinem Leben streichen, welchen Antrag muss man da stellen?
Ganz ehrlich, der einzige Grund, weswegen ich noch lebe ist der, dass ich zu feige zum Sterben bin.
So einen Satz kann man schnell bereuen, aber ist mir gerade so scheissegal. Das war wahrscheinlich der Tropfen, der zu viel war.
Es ist alles so dermaßen Scheisse, ohne auch nur irgendwas Schönes, dass man wohl zwangsweise wirklich irgendwann die Schnauze voll hat.
Ich leide, und das seit 12 Jahren...das ist immerhin über die Hälfte meines Lebens.
Ich dachte eigentlich, ich hätte das wirklich im Griff. Ich hatte das auch im Griff. Aber ich weiß nicht, wozu ich mir das Alles antue.
Ich bin eigentlich schon seit Monaten komplett fertig mit der Welt. Ich schätze, unter normalen Umständen würde mir das hier jetzt gar nicht so viel ausmachen. Klar ist es schlimm, keine Frage, aber man könnte es abhaken, denn man hätte ja noch genug andere Sachen, die einfach lebenswert waren. Vor einem halben Jahr hatte ich erst so einen Fall. Die Antwort damals war:"Naja, ich weiß nicht...ich will dich auch nicht als Freundin verlieren." Das hat mir irgendwie absolut nichts ausgemacht. Es war okay, ich war abgeblitzt, naja dann eben nicht.
Zu der Zeit waren die Umstände aber wohl auch besser und ich musste mir bei der kurzen Aussage keine Gedanken machen, wegen Schmieden, die mein Glück nicht richtig bearbeiten und Alter - sowie Entwicklungsstände.
Ich komme mir vor wie einer der Typen, die ihr ganzes Leben versaut haben. Sie vegetieren vor sich hin, versuchen so viel zu schlafen wie nur möglich und Irgendwann passiert irgendwas und sie spielen den Helden und verheizen sich dabei. Wenn sie viel Glück haben, setzt ihnen irgendwer ein Denkmal. Aber das Alles ist ein verdammt hoher Preis für so ein Stück Stein.
Wenn man das aufwiegt, 12 Jahre jeden Tag miese Arbeit...mit einem Stundenlohn von...machen wir 10 Euro, ohne Steuern versteht sich. Dann würde mein Denkmal zur jetzigen Zeit...349 440 Euro kosten. Das krieg ich aber aus Gips billiger hin, mal ehrlich.



@ArrogantNick:

Es stimmt schon...das Theater, das ich aufgeführt hab, war billig und total unnötig. Ich schätze, ich brauche einen kompletten Neuanfang...mit viel mehr Töggi und so wenig wie möglich die Phantasterei einer imaginären Person. Ich schätze, ein Viertel aller Emotionen etc. war nicht echt.
Ich mag mich manchmal selbst, doch...aber ich hab ab und an extreme Rückschläge und die machen die Sache mit dem Mögen irgendwie arg heikel...weil wenn ich nicht Schuld an allem habe, wer dann? Ausserdem fehlt mir meistens ein bissel Bestätigung.
Ich war vor einigen Jahren in einer Psychiatrischen Klinik. Ich war total depressiv. Man darf sich das nicht so vorstellen, dass dort, wie in einer Psychatrie, die Leute krank waren. Sie waren nur verletzt und sollten sich erholen dürfen.
Es waren auffallend viele Firmenleiter, Feuerwehrleute und Polizisten da. Und eben dann noch viele jüngere, die alle Schwierigkeiten mit dem Essen und sich selbst hatten. Wie ich irgendwie auch.
Jedenfalls war das der Brecher. Das war mitunter das Beste, was ich erlebt hatte...
Ich habe einfach so Geschenke gekriegt. Jemand hatte mir extra ein Buch gekauft, über das wir vor einigen Tagen geredet hatten, mit dem Grund, dass ich sehen sollte, dass nicht alle Leute schlecht sind. Ich bekam Plüschtiere, kleine Porzellanengel, Spiele, etc. alle waren scharf darauf, dass ich beim Fußballspiel mitmachte, ich war auf jeder Party eingeladen...das war super... Manche haben mich begeistert ihrem Besuch vorgestellt und ich hab nicht wirklich begriffen, was das sollte, aber es war stark. Das war absolut abgefahren und hatte ich bis dato nie erlebt. Man wurde als was Besonderes und Mögenswertes angesehen...abgefahren.
Vielleicht war das eine Art von dem, was du meinst mit den Händen in die ich meine legen kann, wenn ich will. Das wäre cool.
Danke für deinen ausführlichen und sehr tröstlichen Eintrag...er ist sehr schön...das Bild...die Worte...wunderbar...danke...
TöggelieSo als nicht anerkannter Fachmann aber Wichtigtuer, würde ich zu mir sagen: [I]"Töggi, du wärst wohl um ein Haar richtig doof in was reingerutscht."[/I]
Aber in harten Fällen hat man Glück und gerade dann, wenn man denkt, dass man wirklich kurz vor der Biege ist, hört alles auf und eine extreme Ruhe und Unempfindlichkeit macht sich breit. Ich weiß nicht, ob das normal ist, ich weiß nur, dass das bei mir normal ist. Wirklich immer dann, wenn es richtig ungut ausgehen könnte, hört alles schlagartig auf und ich spüre absolut keine Schmerzen mehr in der Hinsicht. Als wäre dieser Teil total abgeschirmt. Ich komme da, ehrlich gesagt, momentan auch gar nicht mehr ran. Es gelingt mir nicht, darüber nachzudenken, ich drifte sofort ab. Alle Gedanken daran, sind wie in Watte gepackt.
Ich sehe gerade alles mit einer extremen Gelassenheit und Nüchternheit. Wahrscheinlich hat mir mein Schutzengel 'ne extreme Dosis gelöstes Valium gespritzt, jedenfalls bin ich sogar ganz gut drauf und das kann ich mir beim besten Willen nicht anders erklären.
Es war daneben, es war nicht meine Zeit, aber ich fühle mich gerade extrem erwachsen und allem überlegen. Wahrscheinlich bin ich sogar eine Spur stolz auf mich.
Ich hatte einen ziemlich guten Tag...wahrscheinlich den besten seit Monaten.
Ich habe meinen ultimativen Super-Saisonsjob sichergestellt und ich kann sogar selbst bestimmen, um welche Uhrzeit ich anfange, wann ich aufhöre und ich bekomme 9 Euro die Stunde dafür, dass ich Leuten helfe, ihr Grünzeug in ihre Kleinbusse zu laden. Ich schätze, das ist das, was man einen guten Fang nennt.
Dann hatte meine Mutter noch vor ihrer Besprechung einen Umweg gemacht, um mir ein kleines Glasherz zu kaufen, mit Glas-Schmetterlingen drauf, sieht richtig hübsch aus. Sie war auch extra mit mir Lebensmittel besorgen, alles Sachen für mich, da ich endlich wieder richtig Essen lernen soll und mir das ohne Plan ein wenig schwerfällt. Das hört sich jetzt dumm an und ich weiß, dass man das nicht so ohne weiteres nachvollziehen kann, aber Tatsache ist, dass man da ziemlich schnell aus dem Takt kommt, wenn eines zum anderen führt.
Mittlerweile fällt es mir nicht gerade leicht, eine etwas schwerere Tasche zu tragen, ohne dass mir dabei schwarz vor Augen wird und sich nurmehr nur zum Essen zu bewegen, wenn man merkt, dass man bald umkippt, Kopfschmerzen oder Muskelkrämpfe bekommt, ist wohl so nicht Sinn der Sache. Über den gesundheitlichen Aspekt, sollte man dabei gar nicht erst reden. Ständig ist einem unterschwellig schlecht, alles schmerzt und man ist unendlich schwach. Logisch, der Körper ist von den Socken und absolut empört über die Ausartungen seines Bewohners.
Dann hab ich heute lauter witzige Leute gesehen. Eine ältere Dame sah aus, wie eine perfekte Disney-Mäusekarikatur. Sie sah ganz genau so aus, wie in den Disney-Filmen ältere Mäuse-Ladies dargestellt werden...es war beeindruckend.
Total wuchtiger Körperbau, den Mund versnobt nach unten verzogen, eine kurze, scharfe Hakennase, die Augenbrauen nach oben gezogen und den Blick immer von oben herab gehalten. Dazu typisch tantenhafte Ketten, riesige runde Ohrstecker und - ich bekomme regelmäßig Magenprobleme von der Farbe - eine fliederfarbene...äh...ich würde das Beutel-Jacke nennen. (Also ne Jacke, die aussieht, wie ein Hustenbonbon: in der Mitte sehr viel Stoff und sehr aufgeplustert und oben, sowie unten, irgendwie...abgeschnürt.) Mich erinnert diese Farbe immer an eine widerliche Blümchenjacke, die ich mit 4 Jahren trug. Ich hatte sie damals bei einem Ausflug an, bei dem mein bereits gegessenes Frühstück mitmachen wollte...wenn jemand versteht was ich meine. -,- *hust*
Später tauchte eine Oma auf, die aussah, wie ein Bulldoggen-Baby. Ich weiß nicht, was sie mit ihren Haaren und ihrem Kinn gemacht hatte, aber bei den Backen kam mir der eindeutige Verdacht, sie hätte sich bei den Süßigkeiten die Backen mit irgendwas vollgestopft. Ich glaube, so Omas haben's schon drauf. O.O Die bringen's manchmal knallhart und kommen damit auch durch, weil man einfach nicht glauben kann, was man sieht...außerdem hat man wohl Angst, gevierteilt und gefressen zu werden, wenn man es wagt, etwas anzudeuten. -,-
Etwas Peinliches ist dann doch passiert; mein Bruder und ich sahen etwas das aussah wie...ich weiß nicht, ich würde es als komisch gefilzte Zipfelmützen ansehen...keine Ahnung was das war, wohl irgendeine Dekoration, aber wer stellt Zipfelmützen auf? Jedenfalls rätselten wir, was das sein konnte und mein Bruder stellte die Verhängnisvolle These auf:" Vielleicht sind das Eierwärmer." Mich fiel spontan der Gedanke an die Größe eines normalen Hühnereis an und bevor ich auch nur irgendwas dagegen unternehmen konnte, rutschte aus meinem Mund:" Hä?! So große Eier hast du?!?!" Ich weiß nicht, ob wer blöd geschaut hat, ich hatte Besseres zu tun: ich meine...also...kann man denn nichtmal in Ruhe über Frühstück reden?! Tz! Peinlich, es schäme sich, wer Schlechtes dabei denkt...ich redete vom Essen und würde sowieso nie...ja. -,-
Ich hörte nur meinen Bruder sagen:" Ich...äh...das muss ich erstmal verdauen." (Seht ihr?! Verdauen ---> Essen. Er hat's geschnallt.)
Das war jetzt aber auch ein dummer Unfall, aber was kann man schon machen?! Wenn man da praktisch überfallmäßig mit der Bedeutung von komischer Bekleidung von essbaren Kalkovalen konfrontiert wird, kann man eine solche Reaktion eigentlich nur noch als Notwehr ansehen. -,-
(Den letzten Satz kann man übrigens nicht zweideutig verstehen, da steckt wirklich nur die offensichtliche und harmlose Bedeutung dahinter. *g* ;-))


(Annähernd wie das hier, sahen diese Mützen aus, nur eben einiges größer:
[URL=http://www.wegola.de/wegola_neu/images/24200_Eierwaermer_6_St_fuer_WEB.jpg]klick[/URL])
Töggelie[U][I][FONT=arial][COLOR=darkred][SIZE=3] [B]WGT 09 [/B][/SIZE]

Von Super-Grobis, trüen Griftis, Pippi Schwarzstrümpfen, schwarzem Silber und schmerzenden Schnauzen[/U][/COLOR][/FONT][/I]


[U]Tag 1[/U]


Freitag 14 Uhr, mein Kumpel Asci und ich auf der Landstraße.
(...Was würde ich dafür geben, jetzt an dieser Stelle, die Musik vom weißen Hai einspielen zu können...)
Nein, wir waren nicht auf dem Weg zum Wgt, sondern hetzten in die entgegengesetzte Richtung, quer durch die Kleinstadt, zu Ascis Wohnung zurück...weil wir das Bügeleisen vergessen hatten.
(Jaja, das fängt schon total untrue - halt nein! Trü! Es fängt schon total untrü an, weil wir sind Griftis und wir sind trü. Gut, mehr dazu nachher, jedenfalls wird das hier noch cooler, als es sich jetzt liest, das will ich nur mal gesagt haben.)
Nein, wir haben nicht vergessen, es auszustecken, sondern es mitzunehmen (ich weiß, ich sagte, dass es cooler wird und nicht schlimmer, dabei bleibe ich auch, aber wie gesagt, erst später. -,-) und wieder nein - wir sind keine Bundfaltenhöschen-Träger, wir sind nur auf absolut alles vorbereitet.... also...wenn zum Beispiel jemand auf meine börnerhaften 20-Loch Springer getrampelt wäre, dann wäre das Bügeleisen ne prima...ahm... *hust* nein, sowas machen wir nicht. (Das war doch schonmal ein cooler Ansatz, oder?)
Alles verlief nach Plan: das Navi beschloss nicht, erst in Leipzig, auf die letzten paar Meter zu funktionieren, mir wurde auch nicht schlecht und wir kamen in einen Stau. (HA! Verarscht! Das Letzte ist irritierend, was?)
Ich mag Hotelzimmer nicht. Der erste Schritt in ein Hotelzimmer, geht gar nicht. Unbekanntes Terrain, nicht markiert, noch nicht angeleckt nocht nicht...lassen wir das. -,-
Meine erste Aufgabe war: Toilettenpapier besorgen...na super. Ich finde es peinlich, zu wildfremden Menschen zu gehen und sie um etwas anzulabern, was sich in der Hose abspielt - ah! Nein! Halt, also...was ich meine...etwas, was etwas damit zu tun hat, was in der Hose wohnt...oder - manno, klar soweit?!
Ich begab mich Richtung Fahrstuhl, war mehr als erstaunt, dass er anstelle nach unten, nach oben fuhr und brüllte Sekunden später ein Mädel in meinem Alter an, das ebenfalls zurückbrüllte, da wir beide nicht damit gerechnet hätten, dass da jemand vor, bzw. im Fahrstuhl stand. Wir grinsten uns danach verlegen an und beschlossen so zu tun, als wäre nichts gewesen.
Glücklicherweise stand kein Mensch an der Rezeption (nein, ich hätte ihn nicht angebrüllt, denn das dort jemand zu erwarten wäre, war sogar mir klar) und so wurde ich um das prickelnde Erlebnis: "Töggi und Klopapier"gebracht. Danke Gott.
Jedenfalls standen wir irgendwann an dem Stand an der Agra, an dem man sich den Schlüssel für 3 geniale Tage abholen konnte: *dramatische Musik einschalt* die Bändchen.
Ich motzte, weil so viele Leute nicht imstande waren, sich die Dinger früher zu besorgen. Ich meine, hallo?! Man hat den ganzen Tag Zeit, da muss man nicht erst spätabends dumm rumstehen und hoffen, dass es noch Bändchen gibt. Es reicht, wenn wir das machen!
Obendrein fror ich erbärmlich, da ich darauf verzichtet hatte, über T-Shirt, Samtstulpen und...ähm...ein Dingens mit unheimlich viel Spitze aber 0 Stoff, einen Pullover zu ziehen. Es war ja schließlich und eigentlich auch sehr warm gewesen...zumindest tagsüber und Stunden davor und wer sollte da auch darauf kommen, dass es nachts eventuell kalt sein könnte?! *narf*
Für Asci begann daraufhin gleich die erste Etappe seines Deliriumzustandes (rettet mich!). Mit weit aufgerissenen Augen, blieb er an einem Plakat kleben, worauf stand, dass jetzt, gerade, momentan, in diesem Augenblick, sofort einer seiner Wünsche wahr werden würde. Project Pitchfork, eingesprungen für weiß Gott wen, in der Agra. Die Augen noch weiter aufgerissen, flitzten wir auf die andere Seite der Agrahalle. Wobei ich nur ein eulenartiges Aussehen annahm, weil es schon dunkel und der Weg daher leicht unübersichtlich war und ich mich schon mehrere Meter weit segeln sah.
Asci hingegen, war schlichtweg aus dem Häuschen.
In der Halle angekommen - ich war sauer, weil die Ordner nicht nur meine Tasche durchsucht, sondern auch mich befummelt hatten, das gab es letztes Jahr nicht - stellten wir nach einer Weile fest, dass - so edel sich auch der Großteil der Schwarzen Szene gibt - sich so mancher Idiot schon am ersten Tag komplett abgeschossen hatte. Wie blöd muss man sein, um 70 Euro für eine Karte zu blechen und sich direkt im Anschluss, so derbe die Birne wegzusaufen, dass man sich 1tens total blamiert, 2tens gar nichts mitbekommt und 3tens, das was man eventuell noch geschnallt hat, nach dem - 4tens - Kater sowieso wieder vergessen hat?! Sowas wäre weit unter meiner Würde und meiner Vorstellung eines Festivals.
Gleich am ersten Abend, kamen wir sogar unserer Pflicht nach und huldigten dem guten alten Chiligott und stopften uns mit Chili con Carne voll (vorsicht, Insider).
Asci teilte sogar sein Chili - das hat dem Chiligott sicher sehr gefallen - mit seinen Schuhen. Ja, so ist Asci, so kenne ich ihn. Pflatsch, ein großes Löffelchen auf die Stahlkappen und nicht vergessen, das Seitennähtchen abzuwischen.
Meine fütterte und betüdelte er allerdings nicht, das bemängel ich etwas in der Aufmerksamkeits-Note. (Für diese Bemerkungen wird Böses über mich gesagt werden. autumnnight!!!! *ruf*)
Ich muss ehrlich sagen, danach wollte ich nur ungerne ins Hotel zurück. Das Zimmer war arg klein und irgendwie fühlte ich mich darin, als hätte ich mich in einem Schlafsack verwickelt, so ohne jeglichen Bewegungsfreiraum. Klar, für ein paar Tage ist das echt okay, aber 60 Euro inklusive 10 problematischen Punkten, waren eine heikle Sache.
Ich frage mich, warum Supergrobi da nichts gravierendes unternommen hatte. Vor einigen Monaten, verwurstete ich für Asci eine CD, auf der unter anderem ein Ausschnitt aus einer Episode Supergrobi aus der Sesamstraße drauf war. Supergrobi ist der Meinung, Probleme werden durch Auf - und Abspringen und "Humpa-humpa-humpa" - schreien, gelöst. Auf die Frage, wer jetzt im realen Leben Supergrobi ist, antworte ich aus Sicherheitsgründen nicht, aber Asci und ich saßen im Auto und brüllten jede rote Ampel mit "humpa-humpa-humpa" an. *g* Mein Gott, es war dunkel und ich nehme mal an, Ascis Auto ist einigermaßen gut isoliert...schätze ich...hoffe ich.
Jedenfalls ist es vollgekrümelt, weil ich darin saß und jemand sagte gemeinerweise, ich wäre das Krümelmonster und wenn ich das Krümelmonster bin, kann ich nicht Grobi sein, also... *Richtung jemand Bestimmtes nick*
Aber was sollte ich denn machen?! Meine Müslischnitten krümelten, mein Apfel aus mysteriösen Gründen irgendwie auch (das sollte im Normalfall aber nicht sein, oder?), ... also, ich konnte nichts dafür. Die Chips krümelten auch, aber man kann ja jetzt nicht einfach die Grundnahrungsmittel streichen, weil sie krümeln.
Meine Füße waren bereits nach diesem Abend ein Trümmerhaufen. Meine Knöchel taten weh und ich war einem Ohnmachtsanfall nahe, wenn ich daran dachte, dass ich erst die kompletten Schnürsenkel rausziehen musste, bis ich aus den Stiefeln kam. Eigentlich war der Plan, ich würde die ganzen Tage über, die Schuhe nicht ausziehen, aber ich hatte Angst davor, was passieren würde, wenn ich sie danach dann letztendlich doch auszog...ich schätze, das hätte ich nicht überlebt.
Töggelie[U]Tag 2[/U]

Teil 1 (Mist zu lange)


Der Morgen begann mit mehreren Dramen:
1. Ich hab Asci geweckt. Um es kurz zu machen, mein Arm konnte erhalten werden und ich bin ansonsten nicht verletzt.
2. Mich traf gleich 2 weitere Male der Schlag. Einmal, als sich der Vorhang der Dusche - während ich verzweifelt versuchte den Wasserregler so einzustellen, dass ich mich nicht verbrühte und andererseits nicht erfror - an meinem Bein festsaugte. (Hey! Warum machen die das?! Bzw. warum bei mir und warum nicht bei Asci?!)
Und das andere Mal, als ich nicht schnell genug nach einem Handtuch griff und mich im Spiegel sah. Früstück wollte ich nun doch nicht mehr. Sorry, aber die Natur ist eine blöde Drecksau. An dem Tag, als sie das Fett entwickelt hat, hätte Gott sie einsperren und verprügeln sollen.
Nach dem Frühstück, das leicht in die Hose ging, weil so irgendwie kein Platz zum Frühstücken da war...starteten wir voller Elan in den Tag und gingen pflichtbewusst...wieder schlafen. Man weiß ja schließlich, was sich gehört und was gibt es Trueres (wie hört sich das denn an?!), als auf dem Wgt in einem verdunkelten Zimmer zu hocken und zu schlafen. Das ist doch das, was die einsamen, ungewollten, unverstandenen, gefrusteten jungen Leute der Szene den Tag über machen, oder?
Also, wir haben das Prinzip verstanden, richtig umgesetzt und alles richtig gemacht.
Wir in unserem Fall fühlten uns eindeutig von der Bedienung unverstanden, denn kaum hatten wir unsere Teller leergegessen und überlegt, ob ein Polster für tagsüber und damit Nachschlag angebracht wäre, da waren die Teller verschwunden und die Sache war schlichtweg gegessen. -,-
Ich weiß gar nicht, was zur Hölle wir den frühen Tag über gemacht haben...tja...gepennt...uns mit Süßkram und Chips vollgestopft und...aber das kann doch nicht sein...ich meine...oh je...es ist so.
Ich hatte einen einigermaßen großen Futterbeutel mitgeschleppt. Der Plan war, so das teuere Wgt-Essen einigermaßen zu umgehen...die Realität war: wir haben den Süßkram und die Chips gefressen, die etwas sinnvolleren Dinge außer Acht gelassen und uns gleich doppelt mit Chili, Eis, Rahmbrot, etc. vollgestopft. Man könnte jetzt sagen, der Schuss wäre nach hinten losgegangen...richtig.
Irgendwann, spät am Nachmittag, begaben wir uns Richtung Agra-Gelände.
Kaum angekommen, blieb mir der Mund offen stehen, ich vergaß, was ich überhaupt gerade wollte, vergaß meinen Namen, wo ich war...etc.
An mir schwebte der Typ vorbei, den ich lange, ewige... äh - 4 Wochen angehimmelt hatte. Irgendwann ist anhimmeln scheisse und frustrierend einseitig. -,-
Fakt ist, der absolut Börner wanderte an mir vorbei. Und ich - sagte nichts. Wie und was denn auch? Es waren mehrere Leute dabei und das ganze wäre verdammt peinlich geworden. Ich murmelte stattdessen: "Die Haare...", erinnerte mich daran, dass ich in Leipzig stand, Töggi war, eigentlich gerade in die Verkaufshalle wollte und folgte Asci. Peng! Die Sache war erledigt, Töggi-Cool stand über den Dingen. HA!
Wenig später beging ich einen folgeschweren Fehler. Ich stand an dem Stand mit den Piercings und wollte lediglich wissen, ob ein Nasenring vorhanden war. Ein Nasenring, der nicht unbedingt schwarz lasiert war, da ich das Gefühl hatte, die Farbe würde nicht lange halten und das Endprodukt würde schlichtweg grottig aussehen.
Asci stand einige Meter von mir entfernt und betrachtete eine Vitrine, während ich einer meiner dümmsten Sprüche abließ:[I]" Gibt es diese Ringe dort - also, ich meine, das Schwarz, das ist doch bestimmt nicht von Dauer - ahm, gibt es diese Ringe dort auch in einer anderen Farbe? Äh, so wie meine Ohrringe???" "...*dumm schau* Silber?" "Ja!!! *jubel*"[/I] Hinter mir ertönte unheilvolles Gekicher und ich konnte mich nicht entscheiden, ob ich so tun sollte, als wäre die Ausblendung aller Färbungen bis auf Schwarz, Absicht gewesen, oder ich versuchen sollte, Asci durch irgendetwas dazu zu bringen, das Gehörte nicht seinen Bekannten zu stecken.
Mir erschien beides absolut sinnlos.
Ich weiß nicht, wie er das macht. Kaum passiert mir irgendein Mist, steht Asci hinter mir und hat alles mitgekriegt. Sogar, wenn etwas total Peinliches geflüstert wird, das kriegt Asci 100pro genauer mit, als wenn ich ihm irgendwas Unspektakuläres ins Gesicht brülle. Asci, das Phänomen.
Ich wollte mir noch ein Labret stechen lassen und ich wusste, wer nicht dabeisein würde. -,-
Ich hatte meinen Ring, meine Nase war selbstverständlich auch auf der richtigen Position, ich saß im Auto und - brachte den Ring um's verrecken nicht an meine Nase. Alles was ich geschafft hatte war, dass meine Nase blutete, schmerzte und schmucklos war. Mein Nasenflügel schien schlichtweg zu dick zu sein und ich war kurz davor, Ascis Nase auszuleihen, um zu probieren, ob der Ring über seinen Nasenflügel ging.
Als Höhepunkt, fiel mir auch noch die Klemmkugel runter und ich fand mich schon damit ab, dass 15 Euro schlichtweg und halbwegs wortwörtlich, unter die Räder gekommen waren.
Ich war mehr als froh, als diese verdammte Kugel wieder aufgetaucht war und beschloss, niewieder irgendwas alleine an diesem Ding zu machen.
Ich packte den Schmuck endgültig weg und nahm mir vor, entgegen meinem Willen, dem Piercer doch nochmal unter die Augen zu treten und darauf zu vertrauen, dass er sich bei den vielen Besuchern, nicht an mich erinnern würde.
Asci nahm sich vor, dem beizuwohnen. Gut, aus seiner Sicht, mehr als verständlich, aber aus meiner...ich zweifelte ehrlich gesagt daran, dass mir das mit meinem Nasenproblem helfen würde.
Als Nächstes trotteten wir zum Feindflug Konzert. Trotten deswegen, weil unsere Füße schlichtweg Schrott waren. Meine Knöchel taten höllisch weh und ich erprobte, ob die Schmerzen weniger wurden, wenn ich auf Zehenspitzen ging. Klarer Fall, das funktionierte super, sah aber auch dementsprechend entwürdigend aus. Allerdings war ich unglaublich froh, die Kamera in meiner Tasche und somit in meiner Gewalt zu haben. Ich hätte ungerne solche peinlichen Fotos von mir gesehen.
Ich wusste nicht, was sich blöder anfühlte: meine geschwollene Nase, durch die ich mittlerweile nicht mehr atmen konnte, mein Schlüsselbein, an dem der Riemen meiner Kampftasche ungut entlangscheuerte, oder meine Füße.
Ich wollte einen Rollstuhl.
Zu dem Konzert: Was soll ich sagen, ich hätte im Leben nicht damit gerechnet, dass wohl nahezu alles, was im Besitz eines Bändchens war, zu diesem Feindflug Konzert wollte. Es war so voll, dass meine ohnehin empfindliche Nase, quasi nonstop in gefährlicher Nähe von Ascis Schulter schwebte. Ich überlegte mir, ob es nicht irgendeine Sportart mit Nasenschutz gab, oder ob es Sinn machen würde, wenn man einer der unteren Näpfe eines Eierkartons ausschneiden und sich auf die Nase...nja...
Leider muss ich zugeben...das Konzert war super. Es hatte einfach was. Asci filmte, knockte fast ein Mädel mit seinem Ellbogen aus und ich stand da und stellte fest, dass ich Asci gegenüber zugeben musste, dass mir das ganze gefiel. Mist, blöder Mist. Dabei motzte ich sonst gut und gerne gegen Feindflug und nun?! - Ach, ich schwächel, aber auch hier nochmal offiziell und auch für Asci: Feindflug war echt gut. [URL=http://www.youtube.com/watch?v=XI-wUa7MVOY]*mitgutfind und klick* [/URL]
Die Kunst danach war, autumnnight, sammt Begleitung zu finden. Asci und ich, standen dabei sehr ungut mitten in dem Strom Leute, die nach draußen wollten. Ich weiß gar nicht, wie oft ich geschubst und empört angeglubscht wurde, weil - ja, weil ich eben wirklich saublöd und mitten im Weg stand.
Der erste Lacher, als wir die Beiden gefunden hatten, war Ascis Story von meiner Farben-Unkenntnis. [I]"Der arme Piercer, der muss auch gedacht haben, die Goths kennen wirklich nix anderes als Schwarz! *begeistertes Stereo-Gelächter*"[/I] Nja...nächstesmal tätige ich solche Gespräche per Sms und wenn mein Gesprächspartner mir gegenüber steht - das ist mir scheissegal. Hauptsache, es gibt keine Zeugen. *g* *lach*
Töggelie[U]Tag 2[/U]

Teil 2 (sonst werde ich hier nie fertig -,-)


Um dem vorangegangenen Disaster vorzubeugen und weil es mich unheimlich ankotzte, so gänzlich mit nackter Nase rumzulaufen, quetschte ich mich noch während des Konzertes durch die Menge (wohlgemerkt, wenn ich sage Menge, dann meine ich auch Menge. Ich weiß gar nicht, wie oft ich [I]" Entschuldigung...tut mir leid...sorry...hab ich dir wehgetan?! Oh, ist noch alles dran?"[/I], gebrüllt habe. Irgendjemand schrie mich auch mit:[I]"Vorsicht!"[/I], an, als ich auch schon über seinen Rucksack gestrauchelt war und diesen als Sturzpuffer missbrauchte. Ich hoffe, es war nichts darin, was 64 Kilo Körpermasse unter sich zerdeppert haben könnten...*hust*)
An meinem Ziel angekommen, stellte ich fest...hey, der Typ erkannte mich wirklich nicht mehr, aber mein erneuter Redeschwall hatte keine Schwierigkeiten, diesen Triumph zu zerschmettern.

Töggelie:[I]"Entweder liegt es an mir oder meine Nase ist zu fett, aber ich krieg den Ring nicht rein."[/I]
Nasenrettermensch:[I]"Deine Nase ist schon total blutig...sie ist nicht zu dick, der Ring ist auch nicht zu klein, der Stichkanal ist vielleicht zu eng für den Ring, den sollte man erst weiten."[/I]
T:[I]"Weiten?! Aber...aber...äh-hä?! Aber ich kam noch gar nicht so weit, das war die Sicherheitsnadel, die da durchmusste, weil ich das andere nicht mehr durchbrachte, ich kam nichtmal über den Nasenflügel."[/I]
N:[I]"Sicherheitsnadel?!"[/I]
T:[I]"Äh...Notfall."[/I]
N[I]"Wo hast du den Ring denn her?"[/I]
T:[I]"Von hier."[/I]
N:[I]"Aber warum hast du denn nicht gleich gesagt, dass du vorhast, den selbst reinzumachen?"[/I]
T:[I]"Ja - öh - öhm...mh...ich dachte, ich könnte das alleine."[/I]

(Kurze Ausblende: Asci war auf dem Konzert...ca. 100 Meter entfernt...Oh lasset uns die Konzerte, die Lautstärke, die 100 Meter und die vielen, vielen Leute zwischen uns lobpreisen... Denn Asci hatte mir noch gesagt:[I]" Frag ihn, ob er dir den reinmacht."[/I] Was hatte ich gesagt? [I]"Neeeeeeeeeeein, das kann ich auch so! *große Fresse aufreiss*"[/I] Memo an mich: *auf die Knie fall* Bitte, bitte nimm endlich Hilfe an! Weiter geht's: )

N: [I]"Komm mit, ich operier dir den rein."[/I]

Ja! Operieren! Der brauchte 3 Zangen!!! 3!!!!! Kein Wunder - also - ja, wer hätte denn das gewusst?! Sagen wir es so, wäre ich nicht zu stolz gewesen, dann hätte von Anfang an absolut kein Problem bestanden.
Mit geschwollener Nase, einem Gefühl, als hätte ich den größten Schnupfen und absolut keiner Lust, einmal um die Halle rumzulaufen, dort wieder durch die Abtatsche und abermals durch die...mengenhafte Menge...machte ich doch alles, was ich absolut nicht wollte. Ich verlor schon fast meinen Stiefel, weil ich ihn bis ganz nach unten entfädelt hatte...aber lieber würde ich meinen Schuh verlieren als seinen Inhalt.
Auf dem Weg zu Asci, bekam ich erst viel zu spät mit, dass meine Kampftasche mit einer anderen "Kettchen" hielt. Plötzlich rannte mir eine rundliche Frau nach, bis ich irgendwann feststellte, sie konnte nicht anders, denn sie hing - im wahrsten Sinne des Wortes - an mir. Sollte ich mir über eine Zweittasche Gedanken machen?!
Ich war so froh, als ich endlich wieder an meinem Platz war! Zu meiner Freude, wurde meine Nase sofort bewundert...das hatte sie auch verdient. Und nach 10 Minuten, war auch das Konzert vorbei. Die Halle leerte sich, wir standen da und schütteten uns mit überteuerter Cola zu (hey...3 Euro...nein, das kann nicht wahr sein.), brüllten uns gegenseitig an, da immernoch einigermaßen laute Hintergrundmusik lief und schwitzten, von den Scheinwerfern der Fressibuden angeleuchtet, wahrscheinlich noch mehr als ohnehin, da es wirklich sehr, sehr warm war.
Und ich fand das alles super. Ich wünschte mir, das Ganze würde länger dauern als nur 4 Tage...alles war so vertraut und von positiven Erinnerungen geprägt.
Es war so, wie man es sich wünscht, wenn man abends alleine vor der Kiste hängt, weil sich niemand findenlässt, der mit einem unterwegs sein will. Wenn man nicht schlafen kann, weil man viel zu viel nachdenkt und nicht weiß, wie man sich nur ablenken könnte.
Ich bekam zum ersten Mal Angst, dass es wieder vorbeisein könnte...ich wollte mit allen reden wann ich es wollte, nicht nur an 4 festgelegten Tagen.
Wir storchten zu unserem Parkplatz, hinter dem Heidnischen Dorf, zurück. Asci kringelte sich noch immer über:[I]"Gibt es den Ring auch in 'ner anderen Farbe? So wie meine Ohrringe???" "Silber?" "JA!!!"[/I]
Er gab es gerade zum...234900x zum Besten, als er mitten im Satz - und natürlich mit offenem Mund - in ein paar Zweige rannte. Die Zweige trafen gezielt und gerecht ---> Asci hatte den Mund zu voll genommen und damit den Salat. *weglach* Angewidert und empört, versuchte Asci sein Blattwerk loszuwerden. Jaja...der liebe Gott bestraft die kleinen Sünden sofort...und ich noch schneller. *g* (Für den Ausspruch werde ich rennen müssen.)
Vor dem Hotel, unterhielten sich noch ein paar andere schwarze Heimkehrer. Zuvorkommend, wurden uns die Türen aufgehalten. Eine sehr nette Geste, muss ich sagen.
Im Zimmer war es das immergleiche Ritual. Ich warf mich auf's Bett und zog, so theatralisch wie nur irgend möglich, meine Schuhe aus. Danach rollte ich mich auf meinem Bett zusammen, bis - [I]"Nimm deine Haare von meinem Bett!"[/I]
Ich muss anmerken, dass - als ich aus dem Bad kam - jemand in meinem Bett saß. Mit dem Hintern...Hintern vs. Haare. Und Chips futterte. Also...Haare...Hintern...Chips...Krüüüüümel...*vielsagend schau*
Asci zog in sein Nest um und ich befasste mich damit, den Verband von meinem Fuß zu reissen. [I]*Plopp*[/I] Irgendwie waren die Schmerzen um meinen Verband drumrumgewandert...denn irgendwie hatte ich - [I]*plopp*[/I]...ich hatte nur um den Verband drumrum einen misshandelten Fuß. [I]*plopp*[/I] Asci bewarf mich mit Bonbonpapieren und das mit einer geradezu bewundernswerten Ausdauer.
[I]"Sag mal, spinnst du?"[/I]
[I]"Wieso? Du hast da doch schon Sachen liegen."[/I]
Vor mir lagen mein Verband und ein Kaugummipapierchen. -,-
[I]"Aber du zielst dabei so irgendwie auf mich, kann das sein?"[/I]
[I]"Nein, würde ich niemals machen." *plopp-plopp*[/I]
Ich nahm Ascis Spielzeug in Beschlag.
[I]"Heeeeey!"[/I]
[I]"Was?! Du bewirfst mich mit Fressi, das ich besorgte!"[/I]
[I]"Aber ich hab Trinki besorgt!!"[/I]
[I]"Aber ohne mein Fressi würden wir viel mehr Geld an den Ständen ausgeben müssen!!!"[/I]
[I]"Aber ohne mein Trinki, könntst du dein Fressi nicht essen!!!!"
...[/I]
Nein, wir haben keine Macke, wir waren lediglich total übermüdet, zugedröhnt von den Konzerten und immernoch vom Frühstück traumatisiert. *g*
Und ich erwähne es extra nochmal: Nein, Asci war und ist nicht mein Freund, wird es auch nie sein. Er ist mein Kumpel. Auch sowas soll es geben. ;-)



[COLOR=darkred][FONT=arial][I]Ascis einzige geglückte Foto-Attacke auf mich. [/COLOR][/FONT][/I]


[IMG]http://www.medion-fotoalbum.de/mediapool02_aldi_s/22/BA/F3/20/C8/14/11/DB/B3/B2/5B/7A/55/D8/0C/26/oma/10/6C6FE580594D11DEB862F2014E2B31EB.jpg[/IMG]
Töggelie[U]Tag 3[/U]

Teil 1 (Hoppla, wieder zu lang)


9:00 Uhr, mitten in der Nacht: Mein Magen knurrte, Ascis Handy piepte, Ascis waches Auge guckte entnervt, das andere schlief einfach weiter und in meinem Kopf fiepte eine verzweifelte Stimme melodramatisch:[I]"Neeeeeeeeeeeein!"[/I]
Ich glaube, es waren die 99% von mir, die einfach nur schlafen wollten. Das eine Prozent an Pflichtbewusstsein, welches mein Magen an den Tag legte, schien sich aber wohl leider ganz gut durchzusetzen und daher: quälten wir uns zur aufgezwungenen, unmenschlichen Frühstückszeit Richtung Jagdgebiet, dem Speisesaal. Wobei Speisesaal...na gut, bleiben wir einfacherheitshalber bei dem Begriff Speisesaal.
Vielleicht war es ganz gut, dass wir uns in diesem Zustand nicht auf neue Eindrücke einstellen mussten: Es war so irgendwie wieder kein Platz für uns frei.
Ich fragte mich, was dagegen sprach, sich das Futter zu schnappen und damit wieder in's Zimmer zu verziehen. Man würde sich quasi selbst das Frühstück an's Bett liefern, was nicht nur einen einzigen, aber leider ziemlich penetranten, Teil meines Körpers zufriedenstellen würde, sondern die restlichen 99% gleich mit. So gesehen, viel produktiver und einfacher. Aber auf eine solch brillante Idee, folgen garantiert immer tausend prinzipielle "Abers". ABER: Krümel!!! ABER: wenn das jeder machen würde!!! ABER: öfters Staubsagen!!! ABER: Mehr Staubsaugerbeutel!!!
Irgendwann hatten auch Asci und ich unseren Futterplatz und nachdem wir beide feststellten, dass ich lieber keinen Speck auf mein Brot gelegt hätte (sah super doof aus, wie mir sämtliche Speckfetzen aus dem Mund hingen), hörte ich sie, die "heimlichen Stars" des Wgts: GLÖCKCHEEEEEEEEEEEEEEEEEEN!
Eine Mittelalterband hatte sich ebenfalls in diesem Hotel untergebracht und einige davon hatten die super-börner Glöckchen schlechthin um ihr Bein gewickelt.
[I]"Wenn du je mit solchen Glöckchen ankommst, hack ich dir das Bein ab."[/I] Erwähnte ich schon, dass Asci nicht so unbedingt auf Glöckchen steht?
Das Manko für Asci...vielleicht auch irgendwann für mich...: Bereits beim letzten Wgt, hatte mich ein Glöckchenband adoptiert. Ich konnte nichts machen, es war vielleicht das letzte im ganzen Heidnischen Dorf und als ich vorbeilief, sprang es mich an und biss sich an meinem Bein fest. Asci hält zwar an einer anderen Version der Geschichte fest, aber da Asci gar nicht dabei war - weil er in der Zeit seiner Magenpflege nachkam und sich über Kuchen hermachte - würde ich sagen, dass ich glaubwürdiger bin.
Als wir unser Morgen-Mittags-Nachmittagsschläfchen hinter uns hatten (Ich habe das Gefühl, wir sollten dringend unsere Schlafenszeiten überdenken.), herrschte Kamera-Krieg. Ich war der Meinung, ich bräuchte dringend ein paar gelungene Schnappschüsse von Asci, Asci wiederum fand, ich müsste ohne leben. Nach ein paar Tret, - Sprung - und Schubsattacken, endete das ganze Theater damit, dass die Kamera plötzlich weg war. Ich saß im Zimmer: ohne Kamera. Asci saß im Bad...die Vermutung lag nahe: mit Kamera. Danach gab es keine Fotos mehr von uns. Da 50% von "uns" mich betrafen, fand ich die Tatsache bis zu meiner Uns-Hälfte ja auch noch ganz super. (Ich bin so schrecklich unfotogen. Jedes Foto wird geradezu von meiner Anti-Schokiseite angesprungen und vergewaltigt. Könnte man wenigstens sagen, man würde jedesmal auf andere Art und Weise gruselig aussehen, aber das ist immer die gleiche schreckliche Art. Meine Anti-Schokiseite hat ein grandioses Geltungsbedürfnis, das muss man schon sagen. (Das ist so, wie wenn gerade die Leute, die es absolut nicht tun sollten, mit extra wenig Kleidung, dafür aber extra viel...mh...wie sage ich das jetzt nett? Ich will ja nicht gemein sein...hm...mit extra viel Grundfläche, Anbauten und Erkerchen rumlaufen.)
Meine Schokiseite hingegen, ist wohl leider sehr schüchtern.
Ich glaube, ich lasse mich entweder nur noch von Profis fotografieren, oder aber ich besuche einen Model-Kurs, damit ich genau weiß, wie ich stehen muss, damit die Anti-Schokiseite gar nicht mitbekommt, dass da eine Kamera ist.)
Was jedoch die andere Uns-Hälfte angeht: Mist. -,-
Ich weiß im Nachhinein gar nicht so genau, warum, aber wir haben grundsätzlich erst gegen 17:00 Uhr unseren verpennten Arsch aus dem Hotel gekriegt.
Wahrscheinlich lag das auch am Wetter, denn ziemlich pünktlich am Freitag, wurde es nieselig, kühl und irgendwie nicht so begeisternswert. Womöglich wollte uns das Wetter eine Freude machen, frei nach dem Motto: Ich weine mit euch, Heulsusen.
Jedenfalls schafften wir uns Richtung Heidnisches Dorf und - machten angesichts der absolut abartigen Warteschlange, fast einen 3 Meter-Satz in die Luft. Ich konnte mich nicht daran erinnern, dass im letzten Jahr sooooo viele Leute dagewesen waren.
Ich sah nur zwei mögliche Gründe:
Entweder hatten Bands wie Winterkälte oder Sonar einen Überraschungsauftritt in der Agra hingelegt und alle waren panisch hierher geflüchtet, oder aber es lag daran, dass Sonntag war und sämtliche Famileinausflügler den Mittelaltermarkt besuchen wollten.
So ähnlich war es dann auch. Winterkälte und Sonar liefen vermutlich zumindest frei herum und wir hatten uns - wohlgemerkt, wie sämtliche andere auch - an der Schlange der Ausflügler angestellt. Ein Ordner ging herum und brüllte, dass Leute mit schwarzem Bändchen einfach an der Seite durch durften. Schwarz? Ich fragte mich, warum die Obsorge-Bändchen genannt wurden, denn unsere, also die offiziellen Bändchen, waren doch grau.
Asci konnte sich vor lauter Essensangebote gar nicht entscheiden, was er haben wollte und so turnten wir mehrere Male den ganzen Markt ab. In Gedanken malte ich mir schonmal aus, was ich am nächsten Tag alles verspachteln wollte, denn soooooo eine riesen Auswahl an Fressi, sieht man wirklich nicht alle Tage. Während ich nooch verzweifelt zu ordnen versuchte, ob ich zuerst Rahmbrot oder Kartoffelpuffer mit Apfelmus möchte, oder lieber doch eine ganz andere Reihenfolge, war Asci schon bei der Arbeit, bzw. bereits fertig und nun mit der Wässerung beschäftigt.
[I]"Hey du, stell mal bitte kurz dein linkes Bein auf die Bank."[/I] Ein wenig baff bewegte ich mein Bein Richtung Bank, als der Nachrichtensender kurz an den Glöckchen läutete und seinem Banknachbarn daraufhin eine feuerte. Ich muss ehrlich zugeben, ich hab den Witz nicht verstanden. Jetzt war Asci an der Reihe. [I]"Du, kennst du Anke? Das ist Anke."[/I] Das Mädel rief rot an und der Typ warf sich abermals fast weg vor lachen. Ja...hmhm...ich hatte keine Ahnung, wo der Gag darin versteckt war und während ich beschloss, dass es mir sonstwo vorbeiging, lief ein Mädel durch mein Blickfeld. Ihre Haare waren ähnlich wie meine angeordnet und - es trug ein hübsches Leinenkopftuch. Ich war begeistert. [I]"Weißt du was? Ich verzichte auf noch mehr Glöckchen und besorge mir stattdessen ein Kopftuch. Da."[/I] Asci war von den Socken. [I]"Halt mal...keine Glöckchen, dafür ein Kopftuch???? Ich fühle mich als doppelter Gewinner!!!"[/I] Leider stimmte das sogar. -,-
Als wir endlich eines gefunden hatten, probierte ich so lange vor dem Spiegel rum, dass die Verkäuferin schon fragte:[I]" Was ist los? Kriegst du's nicht hin?"[/I] Also, sorry aber bei meinem Kopf - das dauert!
Auf dem Weg Richtung Agra - wir wurden von einem Hund zusammengekläfft, Asci meinte, es wäre meine Schuld, wegen meiner Glöckchen, die hätten ihn verstört - trafen wir autumnnight sammt Freund. Wir standen bestimmt über eine Stunde mitten im Weg und noch bevor Asci mit Luftholen fertig war, wusste ich, welches Thema gleich aufkommen würde. Ja, ich hatte gestern morgen Asci geweckt!!! Die Polizei fuhr mit einigen Streifenwagen vor und belagerte das Haus, vor dem wir standen. Ich wusste, sie suchten mich, bzw. sie kamen wegen mir, denn schließlich hatte ich Asci geweckt.
Seltsamerweise vergaßen sie einen Streifenwagen, als sie nach langem Rumgestehe endlich abrückten. Klar, sie hatten mich nicht gefunden, schließlich trug ich seit vorhin eine Tarnkappe, aber dieser hier musste noch die Stellung halten, denn Leute, die Asci weckten, waren nicht zu unterschätzen.
Nach einem kurzen Zwischenstop, um für Asci eine Wurst zu besorgen, begab ich mich auf die Suche nach einem Piercer, denn schließlich hatte ich bereits vor einem Jahr beschlossen, mir auf diesem Wgt ein Labret stechen zu lassen. Die Sache ist die: ich lasse mich nur an besonderen Orten Piercen. Orte, die mir was bedeuten, ich möchte einfach eine Geschichte dazu, einer Erinnerung und etwas Besonderes.
Hätte ich nun also diese Chance verpasst, so müsste ich nun ein weiteres Jahr warten.
Einige Minuten zuvor, war Asci stolzer Besitzer von 7 Postkarten geworden, die er gewonnen hatte. Eigentlich hätte ich auch ganz gerne bei dem Spiel mitgemacht, aber da es darum ging, den Namen anzugeben, verzichtete ich. Das hört sich jetzt seltsam an, aber ich hasse, hasse, hasse es, meinen Namen irgendwo anzugeben. Aussprechen kann ich ihn nichtmal richtig, ich fange an zu nuscheln, muss dann zu allem Übel den ganzen Mist wiederholen und könnte aufgrundessen vollends ausrasten. Kann sich jemand vorstellen, wie heikel es für mich wird, wenn ich jemand Unbekanntes anrufen muss? Dabei ist es ein ganz einfacher Name, aber mit blöden Gefühlen verbunden.
TöggelieBald-wieder-Lösch-Beitrag


Wenn ich so darüber nachdenke, dann war ich seit einem Jahr nicht mehr krank. An und für nicht schlecht, aber was ist, wenn man für dieses Jahr monatlich 160 Euro Krankenversicherung blechen musste und das für nichts und wieder nichts?
Ich hasse Deutschland. Ich hab mir schon mehrfach überlegt, ob ich einen eigenen Staat gründen soll. Ich wäre mit Sicherheit sozial mit gegenüber. Ich wäre nett zu mir, ich würed mir zuhören, ich würde dafür sorgen, dass ich zu essen hätte, würde mich ernstnehmen und wäre ganz für mich da. Ich wäre ein prima "Für-mich-Sozialstaat". Klingt selbstgerecht, aber ich finde, das wird mal Zeit.
Ich meine, was soll ich denn machen? Das Sahnehäubchen zu allem Übel ist, wenn einem von dem ganzen Druck die Haare abstehen, der Kummerspeck schon Kummerspeck ansetzt (okay, das trifft es nicht ganz. Ich neige eher dazu, gar nichts zu essen, also bin ich eher in einem ständigen Streitgespräch zwischen mir und meinem Magen verwickelt), die Unterlippe vom draufrum Kauen dem Grand Canyon Konkurrenz macht und von der Umwelt der eine, wahre, unmissverständliche kontraproduktive Spruch ever kommt." Tja...in deinem Alter...", fortgesetzt und begründet durch:"Du existierst eigentlich gar nicht. Wie du bist, wie du lebst, das versteht keiner, das ist nicht normal. Du bist nicht normal., das ist deine Art. Du kostest und kostest nur." Ja und bald werde ich eingeschläfert, weil ich keine Eier lege, oder was?! Mir kommt da gerade in den Sinn, dass sogar Haustiere geduldeter sind. Du kannst ein niedliches Tier sein, alles ist erfreut. Du kannst ein blödes Tier sein, dann bist du drollig. Die einzigen Regeln sind: Pinkel nicht auf den Teppich und beiß nicht. Toll, das kann ich auch.
Die Geschichte, als zur Urzeiten eine perfektionistische Person ihre Stimme erhob und zum erstenmal in der Geschichte der Menschheit die erlösenden Worte "in deinem Alter" sprach und millionen von Eltern, Freunden, Großeltern, etc. ihre Verbundenheit...ihren Zeitgeist und ihre Erlösung erahnten, die gegenseitige Verbrüderung und Verständnis erkannten und begeistert "zugrunzten", liegt bestimmt unter dem Kissen so mancher Person.
"In deinem Alter." Wann wird man sowas eigentlich los? Ich seh mich schon als alte Oma und irgendein Depp sagt:" In deinem Alter...hat man aber eigentlich schon eine Gehhilfe."
Was die Sache mit der Versicherung angeht. Tja, wenn ich in einem Jahr wirklich 160 Euro monatlich bezahlen muss, weil kein Mensch einsieht, dass ich versichert werden soll (fühlt sich auch toll an, wenn man das weiß), dann lasse ich mich nicht versichern. Wie denn auch? Ich kann das nicht bezahlen. Und selbst wenn: Ich gehe einen ganzen Monat arbeiten und hab dafür 20 Euro netto und das wäre noch großzügig berechnet.
Ich stelle fest, über solche Sachen schreiben, macht nur noch aggressiver.


Witzigerweise, passiert sowas meistens kurze Zeit vor oder nach meinem Geburtstag...oder direkt. -,-
Krankenhausaufenthalte, Verstauchungen, Verbrennungen, verstorbene Haustiere, etc. alles fixiert sich auf den Juli. Von der Schule gekickt wurde ich übrigens auch an meinem Geburtstag. Ich will ja nicht meckern, aber ich möchte es.
Dieser Tag ist gefühlstechnisch total heikel.
1.) Ich werde melancholisch, erinnere mich an meine Kindergeburtstage, wieviele Freunde da waren, wie ich mit 5, als ich entdeckte, dass der Chipsnapf leer war, empört motzte:" Halt! Ihr bleibt alle da! Wo sind sie?!", und wie erschrocken einer meiner Freunde mich anschaute, wie eine große Pflanze in meine Schwarzwälder-Kirschtorte plumpste, usw.
Ausserdem hasse ich es, älter zu werden. Und das sehe ich schon seit 13 Jahren so. Ich wollte niemals erwachsen werden, da in Kinderbüchern viel zu oft von Abschied und einsamen Erwachsenen, die nur von einem supertollen Kind und von sonst absolut niemandem besucht wurden, die Rede war. Irgendwann wird einem klar, wie der Hase läuft. Als hätte dann auch jeder sofort ein edles Kind zur Hand. Nä!
2.) Diese Melancholie wird üblicherweise dadurch unterstützt, dass ich meistens alleine bin, da alles Urlaub, Ferien, Ausflüge, Klausuren, etc. und somit keine Zeit hat. Was bedeutet: Dinner for Töggi. Und ich zieh tatsächlich dieses scheiss Soloprogramm durch, in dem verzweifelten Versuch, eben nicht zu viel nachzudenken und mich mit vorgegaukelten Ritualen und schönen Sachen selbst zu verarschen. Ich pflücke für mich Blumen, backe meine Torte, heute hab ich mein Geschenk für mich besorgt (n paar Wasserpflanzen für's Aquarium), ich geh mit mir spazieren, schau mit mir einen meiner Lieblingsfilme und...dann wird es langsam schwierig, denn eine "Nonstop-undenkable-Einzelparty" durchzuführen geht nur wenige Stunden.
Das kotzt echt an.
lioba[SIZE=1][URL=http://www.youtube.com/watch?v=MIQ76hZd1ME&feature=related]...das geht vorbei.[/URL] [/SIZE]
Töggelie[U]Tag 3[/U]

Teil 2


Eigentlich, traditionell und netterweise ist es so, dass die Stelle, die durchstochen wird, mit Eisspray betäubt wird.
Und eigentlich, traditionell und dummerweise war es so, dass ich sagte:"Mir macht das nichts aus, ich brauche sowas nicht."
Wer sich daran erinnert, wie es sich anfühlt, wenn man sich den Finger in einer Schublade einklemmt, weiß, dass eine leichte Betäubung eine nette Alternative gewesen wäre.
Würde ich mich nicht kennen, dann würde ich schwören, dass der Typ mit einer Harpune, anstelle einer Braunülle zupiekte.
Mein Leben zog wie ein Film an mir vorbei...okay, nicht das ganze, eher der Teil meines Lebens, in dem ich großschnäuzig prahlte, mir das Piercing selbst stechen zu wollen.
Memo an mich - nein...halt, besser: Memo an Asci: Erinnere mich des Öfteren daran, dass sowas eine ganz blöde Idee ist.
Leider zog da noch was an mir vorbei...war da nicht irgendwas von einem Winterkälte-Konzert gewesen...Noise...jetzt...gleich.
Ich ließ es vorerst weiterziehen - ich musste schließlich erstmal gewährleisten, dass ich bei den 1 bis 2 Tröpfchen Blut nicht verblutete - leider kam es dabei an Asci vorbei und Asci sprang es erfreut an.
Winterkälte. Oi je.
Nachdem meine klaffende Gesichtswunde mit einem Druck...Tupfer...Verband...also...ja...verarztet wurde, war Winterkälte dran.
Aber zuerst:
[I]"Tat das Stechen weh?" "Ah, ja." "Wie sehr." Als hätte man sich was gequärhärgh..." "Hä?" Gequärhärgh?"[/I] Das war nicht das letzte Mal, dass der Stecker in Verbindung mit meiner Kauleiste zu einer Maulsperre wurde.
Zurück zu Winterkälte. Das beste, was ich darüber sagen kann, ist, dass keine Körperbetatschung am Eingang stattfand.
Hey, darüber muss ich mich erst kurz auslassen. Das war letztes Jahr aber nicht so! Ich steh nicht drauf, wenn mir fremde Leute in die Seiten und den Bauch pieken. Was - also was könnte ich Gefährliches am Bauch haben? Klar, ne Pumpgun! Woah, wie konnte ich das vergessen?! Ich frage mich jetzt...wird ein Mann mit Bierbauch rausgezogen...? Bombe? Stimmt doch...
Winterkälte raubte mir im wahrsten Sinne des Wortes...den Atem. Ich fühlte mich, als wäre ich Zeuge bei einem Autounfall. [I]"Wütsch-wütsch-wütsch-wütsch-rääääär-wütsch-wütsch-wütsch-wütsch"[/I]
Rechts von mir ein Rudel wild mit den Armen rudernder Cybergoten, die sich einen Bürzel aus rosa Gürteln auf den Hinterkopf getackert hatten (ich versteh es nicht, sorry), links von mir ein Päärchen Rüschen-Goths und vor mir eine Dame, die eine Wehrmachtsuniform des 3ten Reiches trug. Ich stellte fest, schaute ich auf die Bühne, bekam ich Schmerzen im Gesicht und das meine ich ernst. Meine Lippe, sowie meine Nase, waren immernoch extrem mitgenommen und die pure geballte Ladung Winterkälte, war in dem Fall ein Boxer, der mir in die Visage pitschte.
Aber in Verbindung mit der Uniform-Lady und den Rüschen, war das makaber und faszinierend.
Um es mit einem Vergleich zu verdeutlichen: Wodka alleine ist grausam, schrecklich, widerlich. Kippt man Kirschsaft dazu, ist es nur noch widerlich.
Und so beobachtete ich fasziniert diese beiden Parteien. Es war interessant. Diese Musik und das 3te Reich...die Faszination des Grauens. Es passte. Ich stellte mir vor, wie die braven, biederen Leute von damals tatsächlich zu dieser Musik abgingen, weil die Tonfolge die Mentalität wiederspiegelte. Krach - peng - splitter: wieder ein Haus kaputt. Ich sah diese Musik als Kritik und Spiegel an die damalige Zeit. Unter dem Aspekt: interessant.
[I]Use your Brain and think about it.[/I]
Das hätte man vielleicht mal der Antifa stecken sollen. Was soll man sagen, man kennt es ja nicht anders, aber es wirkt immer wieder lächerlich, wenn sie jedes Jahr - ja, was tun sie da eigentlich? Sie sitzen da, haben ihre Molotov-Cocktails dabei und zeigen der Welt "Wir haben nichts verstanden und verteidigen das auch." Nach gefühlten 398879384828348 Stunden, war Winterkälte gegessen. Ich hatte ehrlich Angst vor einer Zugabe und als sich herausstellte, dass ich es wirklich überlebt hatte, fiel mich die Angst vor Ascis CD-Sammlung im Auto an. Was, wenn dort etwas Schlimmes wäre, was ich noch nicht vern - von dem Asci glaubte, es hören zu müssen?
Jedenfalls hatten wir beide Rückenschmerzen. Bei jedem Konzert kommt irgendwann der Moment, in dem man sich wünscht, man könnte sich rücklings in einen übermäßig weichen Baseballhandschuh werfen.
Da ich mich ziemlich grob verschätzt hatte und das in allen Facetten eines der letzten Konzert des Tages gewesen war, blieb meine Idee, von einem weiteren Besuch bei der Agra auf der Strecke und wir fuhren - laut Supergrobi hörend und selbst bei jeder Gelegenheit "humpa-humpa-humpa-kreischend - zurück zum Hotel, wo ich unter größten und unmenschlichen Anstrengungen versuchte, ein Würstchen von sage und schreibe 2cm länge zu essen. Hey! Wenn du Angst haben musst, deine Unterlippe könnte dir die Frontzähne ziehen und ein bisschen Salz dir das Gesicht verätzen, dann ist das eine grandiose Leistung, die nach Beifall schreit! -,-
Töggelie[U]Tag 4[/U]

Ah...ja...wir kennen das ja: zu lang. Teil 1



Um es kurz machen, wir hatten total verpennt. Ich weiß gar nicht genau, wann wir letztendlich aufgewacht sind. Irgendwann bewegte sich der Kissenhaufen neben mir und teilte mir mit: [I]"Wir haben das Frühstück verpasst."[/I] Das war mir aber ehrlich gesagt auch scheissegal. Ich wollte schlafen, in's Koma fallen, mir die Todesspritze setzen lassen. Hauptsache keinen Muskel bewegen. Der Kissenhaufen war offenbar gleicher Meinung, denn mehr als diese Mitteilung war von ihm nicht zu vernehmen.
Gegen Mittag machte ich mich dann an die schwerwiegende Aufgabe, einen Apfel anzunagen und ein paar kleinere Dinge zu verspeisen. Ich versuchte es zumindest, denn ich blieb weiterhin zuverlässig alle 3 bis 4 Kaubewegungen - wenn ich gut war vielleicht nur alle 5 - mit dem Stäbchen an meinen unteren Vorderzähnen hängen.
Der Kissenhaufen hatte sich zwischenzeitlich in Asci verwandelt und während ich aß, verwertete Asci sozusagen denn Müll, indem er sein Bonbonpapier-Basketballspiel fortsetzte. Ich darf allerdings nichts Genaueres dazu schreiben, weil ich sonst bei nächster Gelegenheit, mit meinem Essnapf zusammen, irgendwo an einer Straßenecke ausgesetzt werde. Es ist nicht leicht, ich zu sein. -,-
Ich fühlte mich wie Feiertag. Es gibt so ein typisches Feiertagsgefühl. Ein bissel Trägheit, Lustlosigkeit + eine Winzigkeit an Einschränkung, weil man genau weiß, würde man jetzt z.B schrecklichen Durst auf Cola bekommen, wäre kein vernünftiger Laden geöffnet, der einem da aus der Patsche helfen könnte. Nein, ich wollte keine Cola, aber ich weiß ganz gerne, dass ich eine haben könnte, sollte ich je eine wollen. Ich habe immer ein bissel das Problem, dass ich etwas Angst habe, wenn ich irgendwo bin, gäbe es dort nichts zu trinken. Gut, nach traumatisierenden Schullandheim-Aufenthalten, bei denen es nur Sirup oder Pfefferminztee gab, war das auch absehbar. Sirup im Hochsommer!!! Das ist...da kann man gleich Honig lecken und wir waren am Meer! Salzwasser! Wir hätten in unserer Verzweiflung noch nichtmal das Meerwasser trinken können! Uns wäre es beinahe so ergangen, wie zahlreichen Schiffbrüchigen. Ich bin sicher, der Sirup hätte den Vorgang sogar noch beschleunigt. -,- Okay, zurück zum Thema.
Wir verschwendeten allerdings nicht unsere Zeit mit Sinnlosem. Nein, wir nicht. Wir taten etwas für unsere Bildung und guckten die Sendung mit der Maus. Ich kannte die Folge allerdings schon, es war die mit dem Storchennest. (Nein, das ist kein gefundenes Fressen, ich schaue nicht mehr regelmäßig Maus, ich habe nur ein infernalisch gutes Gedächtnis! So schauts aus.)
Ich schätze, für unsere Verhältnisse waren wir danach wirklich früh unterwegs. Bereits gegen 15 Uhr, bewegten wir uns Richtung Auto. Das hatten wir die ganzen Tage davor definitiv nicht geschafft. Auf dem Weg in's Heidnische Dorf, hatten wir dann eine folgenschwere Begegnung: Pippi Schwarzstrumpf.
Wir standen an der Ampel und vor uns latschte ein schlacksiger Typ mit langem Mantel, roter Kapuze und einem sagenhaften Undercut über die Straße. Anstelle eines Zopfes am Hinterkopf, hatte er es geschafft, sich links und rechts zwei Zöpfchen an den Schädel zu zurren. Auf der anderen Straßenseite angekommen, packte er diverse Dosen usw. aus seinem Rucksack und legte sie feinsäuberlich - nicht ohne die Oberlippe pikiert hochzuziehen und sein Gebiss zu präsentieren - in den Mülleimer. [I]"Oh Gott, haben wir Pippi Schwarzstrumpf getroffen?!"[/I] Asci war sichtlich beeindruckt...ich auch.
Im Heidnischen Dorf flitzten wir zielsicher zur Futterkrippe. Ich wollte endlich diese seltsame Päckchen, welches anscheinend ein Brot war, probieren. Es war der Börner! Ein riesen Laibchen Brot mit Speck und Käse darin und einem großen Schöpflöffel Rahm darüber, wanderte in meine Pfoten. Ich hatte das Gefühl, ich hatte eines der größten abgekriegt, denn während Asci schon auf der Zielgeraden war, kaute ich noch am Anfang rum. [I]"Ich hab das Gefühl, mein Futter ist riesig."[/I] [I]"Und ich hab das Gefühl, du kommst gar nicht vorwärts!"[/I] Ja, auch das könnte richtig sein. -,-
Nachdem ich Asci den riesigen Rest meines Brotes zur weiteren Bearbeitung anvertraut hatte, rannte uns Pippi Schwarzstrumpf erneut durch's Blickfeld.
Asci war begeistert:[I]"Mach ein Foto!!!"[/I][I]"Warum ich?!"[/I] [I]"Ich kann nicht!"[/I] [I]"Ja, warum denn nicht?"[/I] [I]"Weil du das besser kannst, jetzt mach!"[/I] Nein, ich machte erstmal kein Foto, denn leider musste ich furchtbar grinsen. Kennt jemand das Gefühl, wenn die Oberlippe einfach nicht mehr über das Gebiss zu kriegen ist, als hätte man Wäscheklammern daran befestigt? Pippi Schwarzstrumpf bekam das leider mit und trotz meiner angestrengten Versuche, auf den Boden zu starren, wurde mir der verwundert-verblüffte Lefzen-Hochzieher-Blick, mit dem er zuvor seine Dosen bedachte, dauerhaft zuteil. Pippi Schwarzstrumpf drehte sich ständig nach mir um und so war an ein Foto nicht mehr zu denken. Ich tröstete mich mit dem Gedanken, dass er vielleicht Asci so doof anglubschte...aber ich glaubte nicht ganz daran, schließlich hatte ich die Wäscheklammern im Gesicht.
Töggelie[U]Tag 4[/U]

Teil 2


Pippi Schwarzstrumpf schien zu ahnen, was ich vorhatte. Jedesmal, wenn ich die Kamera auch nur in die Hand nahm, machte er schlagartig kehrt und rannte davon.
Da Asci unbedingt sein Foto wollte und ich leider der Mensch mit der Kamera war, gingen wir einmal gaaaaaanz um den Mittelaltermarkt herum, in der Hoffnung, dort nochmals auf das doppelte Zöpfchen zu treffen.
Mir gingen 2 Gedanken durch den Kopf:
1. Ich glaubte nicht, dass es eine gute Idee war, jemanden frontal abzulichten, der sicher nicht begeistert davon war. Wenn mich alleine bei einem Grinsen schon gebleckte Zähne erwarteten, dann wollte ich nicht wissen, was bei einem offensichtlichen Foto passieren würde.
2. Ich fragte mich, warum zur Hölle ich den aufgeregten Anweisungen Ascis folgte, der zudem plötzlich die ungute Idee hatte, nicht wie vereinbart den Teil mit dem Rahm von meinem Brot wegzuessen, sondern ihn lediglich abzulecken und mir somit ein aufgeweichtes Abendessen zu hinterlassen, was ich jedoch unterbinden konnte.
[I]([Insider Modus on]: Jetzt hat der Knüppel wenigstens seinen Sinn. *g* [Insider Modus off])[/I]

Pippi Schwarzstrumpf war weg und wir bewegten uns Richtung Auto, da alles überfüllt und kein Sitzplatz mehr frei war. Wir hingen vor der Sparkasse rum und ich versuchte, meinen Hintern durch ein Geländer zu quetschen, in der Hoffnung, eine Sitzgelegenheit entdeckt zu haben. Ich blieb fast stecken und es sah scheisse aus. -,-
Während Asci versuchte, mich vom Geländer zu schubsen, fiel mir erneut auf, dass es offensichtlich Mode zu sein schien, sich mit zerfetzten Kleidern und irgendeinem Blutersatz zu schmücken. Das Pärchen, das dabei in's Auge fiel, hatte sich wohl für besonders clever gehalten. Anstelle unnötig Geld für Farbe oder Kunstblut zu vergeuden, hatten sie sich mit Rotwein oder Traubensaft übergossen. Es sah aus, als hätten sie sich lediglich übergeben und das Ganze grob rausgewaschen.
Nachdem wir uns doch ins Auto setzten, entdeckte Asci, dass jemand eine dieser Visitenkarten an seinem Auto befestigt hatte, worauf stand, dass derjenige Gebrauchtwagen oder so aufkaufen würde. [I]"Hallo?! Geht's noch?! Der ist neu!!! Die könnten sich den doch gar nicht leisten! Viel zu teuer! Da, warum machen die sowas nicht da hinten an den Leichenwagen?! Ich mach den da nachher hin, so."[/I] Asci war sichtlich empört.
Zum Trost, lenkte er sich mit den Schaltern seiner Autofenster ab:[I]"Halte mal deinen Kopf durch's Fenster."[/I] [I]"Du klemmst mich ein!"[/I] [I]"Nein, mach ich nicht! Jetzt los! Feeeeigling!"[/I] Um Asci zu beweisen, dass er mich ganz sicher einklemmen würde, hielt ich probehalber meinen Arm durch das offene Fenster und - wurde prompt eingeklemmt. -,-

Anderthalb Stunden später, hatten wir die Nase voll vom Autositzen.
Asci holte sich seine Genugtuung, indem er die Karte an dem großen Leichenwagen - oder was auch immer das für ein Auto darstellen sollte - befestigte und wir begaben uns zur Agra, zum Schelmish Konzert.
Was soll ich sagen, ja ich bin schuldig. Ich wollte zu diesem Konzert, Asci konnte deswegen nicht Sonar sehen und - Schelmish war grottig. Ich hatte das Gefühl, ein paar alternde Polka-Paules verausgabten sich in einem größenwahnsinnigen Anflug auf der Bühne. Es war irgendwie unpassend. Von der Langeweile getrieben, holten wir uns Eis, stellten uns vor den Stand mit überteuerten T-Shirts und - erblickten Pippi Schwarzstrumpf!
Asci johlte begeistert auf, ich zückte die Kamera und Pippi Schwarzstrumpf drehte abrupt ab. Jeder erfüllte also seinen Part.
Er konnte das gar nicht gesehen haben, es war reiner Zufall, aber diesem Zufall und seiner 10fachen Wiederholung - wirklich, er lief um die 10mal auf den Ausgang zu, drehte schlagartig um und lief wieder zurück - haben wir ein Video zu verdanken, auf dem nur Schwarz, ein bissel Licht und Ascis und mein schimpansenartiger Lachanfall zu hören sind. (Bei Interesse bitte PN an Töggelie, Betreff Video - Pippi Schwarzstrumpf. (Versucht das ja nicht. :-P))
Wir gingen aus der Halle, wollten Crepes, bekamen keine und zogen autumnnights Zorn auf uns. *g*
Wie es aussah, hatten wir autumnngiht sammt Freund, einmal umsonst durch den Regen gejagt, da wir die Halle vorzeitig verlassen hatten. Asci bekam somit seine...hmmmm...2te Nachtwelten-Sperren-Drohung.
Was mir erst viel später auffiel: Wenn wir jetzt mal genau sind...war es ja meine Idee gewesen aus der Halle zu gehen...aber wir sind jetzt mal nicht genau und akzeptieren stillschweigend und gemeinerweise Ascis Leid. *g*
Während des Letzte Instanz Konzertes, huldigten wir nochmals dem Chiligott und aßen einen Napf Chili. Es machte mich fertig...
ich schwitzte Blut und Wasser und das Chili schien immer schärfer zu werden...in einem Satz: Ich war überfordert. Die anderen drei beobachteten misstrauisch meinen Kampf mit dem Chili. Mal war ich oben, mal war das Chili oben, mal waren wir gleichstark.
Mitten in meinem Kampf um Leben und Tod, beschloss Asci plötzlich, im Auto schlafen zu wollen und rannte vor mir davon. Völlig perplex, flitzte ich hinterher, denn irgendwas musste ich ja machen, man weiß ja schließlich, was sich gehört. Wie sich nach ein paar Runden herausstellte, hatte autumnnights Freund Asci gesagt, meine Haare sähen im Scheinwerferlicht so aus wie Spinnenbeinchen, woraufhin Asci prompt sein Leben in Gefahr wähnte und sich zu einem Umzug entschloss.
Nach dem Gerenne musste ich mich setzen. Ich fühlte mich, als herrschten 40°C und alles brannte. Meine Laune ging mit mir zu Boden. Ich war müde und mir ging vieles durch den Kopf. Ich wollte nicht wieder alleine sein, ich war mit mir unzufrieden, ich wollte nicht sein wer ich war, mein Dasein machte mir Angst, eigentlich tut es das immer. Wer ich war, wie ich war, wie ich funktionierte...manchmal fühlt sich das furchtbar an...ich fühlte mich abgestorben und schwach...wahrscheinlich so, wie man sich als trüer Grifti eben so fühlt. Nach dem 15 minütigem Verabschieden der Band, war das letzte Konzert vorbei und zum erstenmal gingen die Lichter an.
Durch Zufall, wurden wir von autumnnight darauf angesprochen, ob wir nicht wüssten, dass wir nicht die offiziellen Bändchen trugen. Wir waren zu spät zur Bändchenausgabe erschienen und hatten somit ein Obsorge-Bändchen erhalten. Wir hatten die Bonzenbändchen und wussten es nicht!!! Gut, jetzt wussten wir es. -,-
Mir wurde auch klar, warum immer von schwarzen Bändchen die Rede gewesen war...wir hätten über den Zeltplatz gehen können. Ooooooh...
Auf dem Heimweg kippte ich eine Flasche Eistee auf einen Zug. Mein endgültiger Sieg über das heimtückische Chili.
[I]"Sieht so aus, als hättest du ziemlichen Durst gehabt."[/I] [I]"Ähä..."[/I], was Besseres fiel mir nicht ein, mir war auch nicht so wirklich nach reden, ich musste nachdenken.
Es regnete, das Scheinwerferlicht der entgegenkommenden Autos brach in den Regentropfen auf der Scheibe. Der Scheibenwischer verschmierte sie, wischte sie weg. Und damit war das Wgt vorbei.
Töggelie[COLOR=seagreen] [FONT=arial] Würde ich mich verhalten, wie ich mich fühle, würde ich jetzt vom vielen Beissen, Kratzen, Knurren, Fauchen, an die Wand springen, fies in's Essen von anderen Leuten pieken, Fiepen, Schreien, mich auf den Boden fallenlassen, Gegenstände werfen, Leuten anbellen, usw. zuerst SO aussehen: ----->[/COLOR][/FONT]


[IMG]http://www.medion-fotoalbum.de/mediapool02_aldi_s/22/BA/F3/20/C8/14/11/DB/B3/B2/5B/7A/55/D8/0C/26/oma/10/05D77FB089F711DEB2A54D2D5FD0AD00.jpg[/IMG]


[COLOR=seagreen] [FONT=arial] Dann langsam aber sicher SO: ----->[/COLOR][/FONT]


[IMG]http://www.medion-fotoalbum.de/mediapool02_aldi_s/22/BA/F3/20/C8/14/11/DB/B3/B2/5B/7A/55/D8/0C/26/oma/10/5F614D0089E211DE81CF18D15FD0AD00.jpg[/IMG]


[COLOR=seagreen] [FONT=arial]Da man sich entsprechend unkreativ fühlt, wenn man so aussehen könnte, ist auch keine bessere Fotomontage drin.[/COLOR] [/FONT]
Töggelie[U]Nachtrag WGT Teil....na, es bleibt bei einem. -,- [/U]

Da Asci meinte, ich müsse noch über die Abreise schreiben, weil sonst manche denken könnten, wir wären ja immernoch in Leipzig:


Asci starrte zum Fenster hinaus und stellte sachlich und knapp klar:[I]"Wenn der Hulk Hogan-Verschnitt sich auf mein Auto setzt, verprügel ich ihn mit seiner Beinschiene."[/I] Asci und sein Auto sind dicke Freunde, das hab ich später mehrfach gespürt, als ich meine Versuche, meinen Riesenkeks zu essen, startete.
Ich hasse Abreisen. Die Sachen passten auf seltsame Art und Weise wie immer nicht mehr in die Taschen und auf das Ausräumen danach, hatte ich zweimal keine Lust.
Da Asci seine Postkarten noch bepinseln musste und wir - Überraschung! - zu faul zum Frühstücken waren, gurkten wir vorerst noch durch Leipzig, um Briefmarken und Fressi zu suchen.
Asci versuchte eine möglichst künstlerisch wertvolle und ausgefeilte Karte zu verfassen und nachdem ich wieder in's Auto durfte (ich musste kurzzeitig das Auto verlassen, da mein Schoki...was-auch-immer leider ein bissel krümelte. Der Gag war: Während ich dabei war, die Krümel aus dem Auto zu picken, wehte der Wind die noch vorhandenen Krümel meines Schoki-was-auch-immers wieder in's Auto. *g* Und als ich dann wirklich die Nase voll hatte und das Fressi wegpacken wollte, fiel es mir aus der Tüte und da während dem Fall nunmal ein Luftzug entsteht...ja...ab damit in's Auto...) setzte ich meinen Servus unter die Karte. Darunter stand nun: "Viele Grüße, Asci und...ICH". *g*
Asci musterte entgeistert seine Karte. [I]"Das sieht jetzt aber so aus, als hättest du die Karte geschrieben."[/I] [I]"Richtig."[/I] Ich verstand jetzt auch nicht wirklich, wo da das Problem war *g* und widmete mich wieder meinem Schoki-was-auch-immer. Asci schaffte es noch, so irgendwie ein "Da musste sich wohl jemand wichtig machen", hinter meine "Unterschrift" zu setzen und damit durfte ich die Karte einwerfen.
[I]"Du darfst nachher noch putzen! Da, schaut dir das an!"[/I], Asci war offentlichtlich in putzlaune. [I]"Wer sagt, dass ich das war?!"[/I], ich allerdings nicht.
[I]"Das war vorher noch nicht und ich hatte das Auto geputzt. Extra für dich und so dankst du es mir... *künstlich schnief* Da..das sind Abdrücke von...fettigen, kleinen Kinder-Wurstfingern."[/I]
[Anmerkung on]: Was eine Unverschämtheit. Meine Finger sind weder dreckig noch mit Teilen eines Tierhinterns, in den Leichenteile gesteckt wurden, zu vergleichen, (Hab ich jetzt jemandem, ausser mir selber, den Appetit versaut? Ich esse leider ganz gerne Würstchen...-,- Asci, solltest du beim Essen sein: Sorry.) Meine Händchen sind sehr zart. -,- [/Anmerkung off]
Ich entrüstete mich:[I]"Was?! Da bei dir ist sowas doch auch!" [/I]
[I]"Nein...das ist...Arbeitsdreck...von schwerer Arbeit."[/I]
Ich kümmerte mich um meinen Riesenkeks und ließ Asci links liegen.
[I]"Was - hast du gerade gekrümelt?! Nein, also...du isst das nicht mehr, pack das weg."[/I]
Wir machten Pause und ich freute mich schon, nun endlich mein Schoki-was-auch-immer aufessen zu können, als Asci ein großes Schild auffiel: *Rastplatz bitte sauberhalten* [I]"Nein! Hier darfst du auch nicht!"[/I] Asci freute sich diebisch und ich beschloss, dass manche Schilder einfach ignoriert werden müssen.
Asci war verschwunden, um unsere Getränkeflaschen zu kühlen, als er wiederkam, stieg ich ganz aus dem Auto und spürte, wie ich irgendwas quer über den ganzen Parkplatz kickte: Ascis Flaschen. Meine standen weiterhin vor meinen Füßen. [I]"Ja...das ist..deine hast du nicht erwischt! Warum meine?"[/I] Es gibt schwerwiegende Fragen, auf die es einfach keine Antwort gibt...was soll ich machen, mein Fuß weiß nunmal, wo er hingehört.
Um gut Wetter zu machen, malte ich Asci mit meiner Sonnenmilch ein fettes, verzweifelt guckendes Gesicht auf den Bauch.
10 Minuten später standen wir im Stau. -,-
Ich ließ gelangweilt den Blick schweifen...aus dem Kleinbus neben uns, winkten uns Leute zu, die ebenfalls Wgt-Bändchen trugen, in einem kleinen gelben Auto saßen ein paar Mädchen, die mit Netzstulpen, entsprechender Schminke, etc. immernoch extrem aufgetakelt waren und vor uns stand der Kleinbus eines Piercers. Ich hatte aber ein viel wichtigeres Problem:[I]"Kann ich jetzt den Keks essen?"[/I]
[I]"Nein, aber du kannst dich nochmal piercen lassen."[/I]
Vorsichtig und vor allem leise, nagte ich meinen Keks zu Ende, nur am Ende auffallend und aufmerksamkeitsheischend mit der Tüte zu rascheln. KEINE KRÜMEL!
Es war langweilig, wir standen bestimmt 157 Stunden im Stau, ich kam nicht an den Rucksack mit dem Rest Proviant ran, bzw. war einiges umgekippt und ich konnte die...mh... Minileichenteile (manchmal hasse ich meine Assoziationen) nicht finden und überhaupt.
Schon fast daheim, machten wir zu Depeche Mode einen auf Playback. Mit imaginären Mikrophonen bewegten wir unsere Lippen zu "People are people".
Ich konnte den Text nicht und Asci guckte, als hätte er einen Liter Weichspüler getrunken. [I]"Ach...das Lied ist super..."[/I], [I]"Ja, aber bei dir sieht das aus wie bei Howard Carpendale."[/I], stellte ich möglichst unbeteiligt fest. [I]"Hallo?! Raus hier! Woah...Fräulein!"[/I] Damit wurde ich losgeschnallt und Richtung Autotüre gepiekt.
Die ohne Zweifel aufregende Überlegung wie wir nachher an Essen kommen könnten (Das mit der Aufregung meine ich ernst, ich kann total aufgeregt vor einem Regal auf - und abrennen und weiß vor lauter nicht, was ich jetzt essen könnte und bin dabei total aus dem Häusschen, fragt lioba.) und was es denn werden sollte, lenkte Asci ab. Also endete unser Trip mit...aaaaaaääääääh...Asci, was war das nochmal? Irgendner komischen Brotrolle, wo jemand noch mehr anderes Essen reingestopft hatte. Fertig. *aufsteh*

Ein besonderes Bild von Pippi Schwarzstrumpf folgt.
TöggelieIch bin seit Tagen in meinem Zimmer, esse kaum etwas, mir ist einfach nicht danach. Mir scheint es, als flitzt eine übergroße Ratte an mir vorbei, an deren Schwanz sämtliche meiner Probleme wild herumwedeln.
Die 600 Euro Gehalt habe ich noch immer nicht. Warum auch immer, der Chef ist nie zu sprechen und langsam habe ich das Gefühl, es ist Absicht.
Leider habe ich dadurch, dass ich damit ja nun nicht rechnen konnte, 400 Euro Schulden bei meiner Mutter, die ich nicht bezahlen kann, die sie nächste Woche möchte und aufgrundessen ihr wohl unter anderem Einfiel, dass ich jetzt, auf der Stelle, ausziehen soll, sie meine altklugen Sprüche nicht mehr hören kann und ihr auf den Geist gehe. Ich mache nur Ärger, sie möchte ihr eigenes Leben und das soll gänzlich ohne mich stattfinden. Schule, Studium, mein Zuhause, alles ist plötzlich mehr als gefährdet, da ich auch ohne ihre Unterstützung leben soll, was ich momentan definitiv nicht kann.
Weil ich mich bei einem Freund meldete und insgesammt einfach meine Ruhe möchte, kündigte mir eine Freundin nach einem Streit die Freundschaft.
Ich beschließe, dass mir das alles nichts ausmacht.
Eine Freundin sagte, dass Emotionen nur eine Last seien, die nichts als Probleme mit sich führen. Der Grund, weswegen wir ständig irgendwo abstürzen, weil wir viel zu viel empfinden, andere Leute zu wichtig nehmen, eben sensibel sind und es klingt einleuchtend. Sich für jemanden den Hintern aufreissen, Werte zu wichtig nehmen, sensibel zu sein, das scheint nicht in der Natur des Menschen zu liegen...nicht so extrem. Der Mensch ist ein Arschloch, rücksichtslos, auf sich selbst bezogen und wer anders ist, ist nicht - wie in romantischen, idealistischen Überlegungen - einfach ein besserer Mensch, sondern steht sich schlichtweg selbst im Weg.
Meine Emotionen sind weg, aber mein Körper sieht das ganze Thema etwas enger und nach einigen weiteren Enttäuschungen fiel ich einfach bewusstlos von meinem Schreibtischstuhl. Als ich wieder aufwachte, drehte sich alles, mir war furchtbar schlecht und augenblicklich wünschte mir mein kürzlich getrunkener Apfelsaft einen guten Abend. Ich hasse es mich zu übergeben und nun durfte ich auch noch den Fußboden schrubben. Wozu zur Hölle gibt es einen Bauchnabel?! Hätte man da nicht praktischweise irgendwie so n kleines Ventil einbauen können?! Ich finde das unnötig und widerlich! Ich finde, ich wäre eine viel bessere Natur, denn ich hätte das so gemacht.
Die Waage zeigte 4 Kilo weniger, vorsichtig und wackelig, bewegte ich mich unter die Dusche, weichte die alten Verbände ein und versuchte, mich irgendwie aufzuwärmen. Als mir erst richtig bewusst wurde, in welch einem Zustand ich mich befinde, fühlte ich mich gleich nochmal mieser: der totale Verlierer, was mir ein Blick in den Kühlschrank bestätigte.
Darin fand ich eine wundervolle Bisquittrolle. Ich liebe Kuchen mit Sahne, aber ich hatte schon lange keinen mehr gebacken bekommen, weil sowas nunmal ziemlich Arbeit macht. Dieser hier ist auch nicht für mich: der Freund meiner Mutter hat heute Geburtstag. Ich wurde augenblicklich leicht sauer, als ich mich daran erinnerte, dass sie vor Kurzem, an meinem Geburtstag, mit ihm im Urlaub war und somit meinen Geburtstag etwas ruinierte. Ich betrachtete die Torte und wünschte mir, ich hätte eine ganz normale Mutter. Etwas dicklich vielleicht, mit einer Brille, blonde, leicht wellige Haare, geschmacklose Leggings, viel zu weites T-Shirt und sich um mich kümmernd. Meine Mutter ist aber leider sehr hübsch, Marke: wie aus dem Fernsehen geschnitten. Erfolgreich, jeder verehrt sie, kriecht ihr in den Hintern, etc. Um es auf einen Nenner zu bringen: Ich muss sie mit jedem x-beliebigen Deppen teilen und krieg den angefallenen Stress ab.
Als Sahnehäubchen fallen von ihren Fans Sprüche wie:[I]"Ich beneide deine Kinder so! Solch eine Mutter hätte ich auch gerne."[/I]
Und da ist der springende Punkt: Meine Mutter ist bestimmt eine super Freundin, aber mein Bruder und ich kommen mit ihr als Mutter nicht soooo gut klar. Bei meinem Vater verhält sich das ähnlich. Nicht umsonst hatten beide nach ihrer Trennung augenblicklich wieder neue Partner. Sie sind das, was man als Sahnestückchen bezeichnen würde: Sozial, überall vorne dabei, witzig, für jeden Mist zu haben, etc. aber davon hatten mein Bruder und nicht wirklich was. Ich hasse es. Ich will hässliche und erfolglose Eltern!
Ich rief heute Mittag meinen Vater an, wollte, dass er mit mir Eisessen geht, mir war langweilig und ich wollte, brauchte dringend Ablenkung. Das Telefonat dauerte keine 3 Minuten, weil seine Freundin kam.
Mit meiner Mutter muss ich sowieso gerade nicht mehr rechnen, ihr Polizist beansprucht ja gerade jegliche Zeit. Eine Freundin erklärte mir, ich könnte mir dieses und jenes nicht erlauben, das würde sie ihrem Freund zwar verzeihen, aber der wäre ja auch in der Tat ihr Freund. Eine Freundin ist seit einem halben Jahr nicht mehr anzutreffen, sie hat ja jetzt auch einen Freund. Mir wird bewusst, dass ich in niemandes Leben gehöre. Nicht als Dreh - und Angelpunkt. Nicht als "Augensternchen", um es mal kitschig auszudrücken. Ich bin eine Beilage. Ich bin dabei, aber nie der Mittelpunkt. Der Grund, weswegen ich keine Torte bekomme, warum mir weniger verziehen wird, weswegen ich alleine rumhänge und nicht Eisessen gehen kann. Und ich beschließe wieder, dass mir das egal sein muss. [URL=http://www.youtube.com/watch?v=xBICYIRdQqY]klick[/URL]



[IMG]http://www.borderline-selbsthilfegruppe-bergischgladbach.de/Missbrauch/einsam.jpg[/IMG]
TöggelieIch liege im Bett, starre meinen Fuß an und beschließe, dass jemand mit einem solch hübschen rechten Fuß niemals verarmen wird. Im Notfall kann ich immernoch eine Karriere als Rechtsfußmodel starten. Ich stelle mir ein bedeutendes Buchcover vor. Ein Strand, Meer im Hintergrund und als absoluter Blickfang: mein rechter Fuß. Geschminkt und mit einem schweineteuren Fußkettchen. Alle reissen sich um das Buch, bitten um Autogramme, der rote Teppich wird für mich ausgerollt, ich kann ja schließlich nicht mehr auf gewöhnlichem Boden gehen. Heidi Klum hat ausgespielt. Mein Fuß macht Karriere und ich bin dabei. Ich sollte sicher stolz sein...und meinen Kopf untersuchen lassen.
Ich bin gerade wahnsinnig entspannt. Ich schaue in den Spiegel und fühle mich furchtbar erhaben. Ich schaue in meine Urlaubsdose und finde es cool, dass ich mir sämtliche Wünsche durch entsprechende Ideen selbst erfüllen kann. Ich krame in meinen Erinnerungen und stelle fest, dass es schon immer Situationen gab, in denen gegen mich kein Ankommen war, einfach weil ich es nicht wollte. Spätestens dann, als ich sah, dass der anderen an der falschen Stelle schluckte oder zwinkerte, hatte er einfach Pech gehabt. Ich frage mich, warum mich dann phasenweise schlichtweg die Panik überrollt, jemand könnte mir wieder etwas wegnehmen und damit mein Leben ruinieren.
Es hat wohl was mit einem Schutzhüllchen/Leibchen/Mäntelchen zu tun. lioba erklärte mir, ihre Psychologielehrerin hätte ihr einst erläutert, dass das der Grund für Unglücksphasen sei. Passiert etwas, das einen extrem verletzt, ist ein Riss in der Hülle. Und was passiert mit einem Riss? Er wird größer, ist undicht, lässt ungute Sachen dorthin, wo sie nichts verloren haben. Mir persönlich kommt es vor wie eine Art psychisches Immunsystem. Mein Immunsystem muss also ziemlich hinüber sein. Ich möchte Antibiotika. Ein ganzes Fass voll. Allein schon aus dem Grund, dass ich keine Lust habe, mich von irgendwem abhängig zu machen oder rumschubsen zu lassen. Ich will meine traumhafte "leck meine Hinterfront" - Einstellung behalten. Es ist super, es ist absolut kein Gefühl da. Ich fühle mich nicht einsam, ich bin nicht traurig, ich habe keine Angst, ich grübel nicht, sorge mich nicht. Ich bin einfach da, lebe von einer Minute zur nächsten, nehme mir was ich will, habe dabei kein schlechtes Gewissen und kann absolut beherrscht und rational handeln, ohne dass mir ein Gefühl und meine darauffolgenden Überlegungen dazwischenfunken. Ich hocke auch nicht am Computer und warte darauf, dass irgendwelche Leute Zeit für mich haben, weil ich mich einsam fühle. Es ist mir schlichtweg gleichgültig. Genausowenig wie ich enttäuscht bin, wenn wieder jemand keine Zeit für mich hat. Und wenn schon. Ich bin es leid, mir über all das den Kopf - oder eher das Herz - zerbrechen zu müssen. Nett wäre es, würde das nur ein weiterer Entwicklungsschritt sein. Richtung Erhabenheit, innere Mitte, blabla, all den idealistischen Kram eben, der wohl an und für sich ganz nett sein muss, aber der betroffenen Person erstmal reichlich Ärger macht.



[IMG]http://www.erz.be.ch/site/erziehungsberatung-fs-mut.jpg[/IMG]
TöggelieEs ist langweilig. Alles was ich noch empfinde, ist ab und an leichte Langeweile, die diese absolute Leere nur noch unterstützt. Ich könnte mir einen Kuchen zusammenmatschen, aber ich weiß, dass ich ihn nicht essen werde. Ich könnte mit jemandem telefonieren, aber ich weiß nicht, was ich reden soll.
Mich interessiert nichts, mir schmeckt nichts, nichts ist in irgendeiner Art befriedigend. Ich fühle nichts, ich bin wie ein Zombie.
Ich dachte, ein kleiner Ausflug könnte dagegenwirken. Ich war nach 30 Minuten wieder Zuhause. Gelangweilter als davor. Ich bin immerwieder fassungslos, wie manche Leute einem allen Ernstes mitteilen können, dass der Joghurt bei Aldi 84 Cent kosten würde und einen dabei gespannt anschauen. Was soll ich dazu sagen? Ist das günstig? Ist das teuer? Ist das eine Fangfrage? Gibt es bei Aldi etwa gar keinen Joghurt und ich sollte das wissen? Verdammt ich esse keinen Joghurt! Mein Erzeuger war sichtlich enttäuscht, dass ich diese wichtige Info nicht zu würdigen wusste. War mir scheissegal.
Nachdem ich meine Suche nach speziellen Brezeldingern mit Senf und Honig erfloglos aufgab und auch keine Lust mehr hatte danach zu suchen (nicht wenn jemand hinter einem herrennt und bestimmt 4 mal fragt:[I]"Was suchen wir eigentlich"[/I] und ich um Selbstbeherrschung ringend den ganzen Laden informiere:[I]"BREZELDINGER!"[/I]), saß ich im Auto, bemerkte den spontan eingetroffenen Herbst und überlegte, ob ich mich von allen komplett zurückziehen sollte. In letzter Zeit war alles eine einzige Enttäuschung, so gut wie jeder Kontakt zu anderen Menschen, war für mich eine kleine Katastrophe und momentan bin ich mir nichtmal sicher, ob das wieder auszubügeln ist. Mein Gehalt habe ich bekommen. Ohne irgendein Wort einfach so hingeknallt, 3 Monate zu spät und immernoch zu wenig. Wenn ich überlege, was ich mir dafür für Mühe gegeben habe, eine bodenlose Unverschämtheit, die ich nicht auf mir sitzen lasse. Zwischenmenschlickeit und Anstand: setzen 6! Naiver Blöd-Nussi der ich bin, rechnete ich sogar damit, eine Enschuldigung zu erhalten, vielleicht eine Wiedergutmachung, eine Blume, einfach was Wertschätzendes.
Ich weiß, dass ich nie wieder dort arbeiten werde, dafür waren die Antworten auf meine Fragen darauf zu ausweichend. Zu feige mir das direkt zu sagen, was habe ich Respekt vor solchen Leuten...
Aber immerhin kann ich ihnen so noch ohne Rücksicht auf Verluste eine mitgeben.
Wieder Zuhause, rechnete ich mit weiteren Personen ab. Ich wartete, ebenfalls seit 3 Monaten, auf eine Antwortmail vom "Knochenzernager" (*giftig schau*).
Nach einer einigermaßen wütenden Mail, wurde ich zumindest eines "Blickes" gewürdigt. Insgeheim hatte ich auf einen interessanten Streit gehofft. Das ist zwar nicht nett, aber es wäre vielleicht interessant und belebend gewesen. Die Reaktion war ernüchternd. Zwei Sätze :[I]"Also, wenn man mal was vergisst, ist man gleich eingebildet? Dann bin ich es wohl!"[/I]. Was zur Hölle ist das?! Ich musste aufpassen, nicht vor lauter Euphorie aus dem Häuschen zu geraten. Ich betrachtete die Mail von links nach rechts und von oben nach unten. Ich guckte sogar hinter den Monitor, aber diese zwei Sätze, waren tatsächlich alles. Nebenbei: die Antwort auf die letzte Mail hab ich noch immer nicht. Ich erwarte einfach zu viel.
Und ich weiß nicht weiter. Sämtliche Versuche, eine einigermaßen vorhandene Lebendigkeit zu erzwingen, sind gescheitert. Weit und breit ist nichts mehr in Sicht, was eine Art von Gefühl erzeugen könnte. Nichts was mich freuen oder ablenken könnte.
TöggelieOh...ich liebe es nicht. Fertiger Nebelpfad, technischer Defekt, alles weg, blabla, ich starre auf den Monitor, finde das irgendwie ungut, etc.

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Laut Entwicklungspsychologen, gibt es eine vierte Entwicklungsstufe, beginnend ab 18, endend mit dem 30ten Lebensjahr, genannt Nachreifungszeit. In dieser Zeit wird nicht erwartet, dass man sich erwachsen verhält, man ist aber natürlich auch kein Kind mehr, es ist einfach eine Art Welpenschutz. Meine Meinung dazu: hört sich bescheuert an. Warum legt jemand so bestimmend fest, wie ich wann zu sein habe? Es ist keine pure Information, sowas wird als Befehl gewertet. Solche Aufstellungen sind die "Eltern" von - aufpassen:[I]"Aber in deinem Alter hat man doch schon...sollte man doch..."[/I], jaja...hmhm...blabla. Es stresst, dass man in solche Raster gepackt wird.
Der Stress fängt mit 13 an, ab dann ist man jugendlich, bald erwachsen, dann denkt man, man hätte es mit 18 endlich hinter sich, weiter geht es mit 21, 25, 27 und immer wenn man denkt, man hätte es geschafft, dann kommt ein neues ABER und erneut muss man abwarten was passiert, wie es sich wohl anfühlt, ob es so fürchtenswert ist wie alle sagen und das wirklich Blöde ist, dass man weiß, wenn es soweit ist, hat man den optimalen Durchblick und weiß, sieht und erkennt, was man zu einem früheren Zeitpunkt dringend hätte wissen müssen. Ich verrenke mir regelmäßig sämtliche Synapsen, um vielleicht irgendwie rauszukriegen, wie ich zu einem späteren Zeitpunkt denken werde.
Warum zur Hölle wird da solch eine große Sache draus gemacht?! Es werden Infos gereicht und Thesen aufgestellt, die in ein paar Jahren wieder verworfen werden, die alles schwerer machen, die einem Angst machen, die einen zum Grübeln bringen, einen anspringen, an den Haaren rupfen und dazu zwingen, seinen Platz in diesen Ideen zu finden, egal ob es von Wert ist oder nicht.
In der Bücherei stehen meine Schmöker unter Generation x (15 - 30), in der Politik wird man Krisenkind genannt (18 - 35) und ich frage mich, wann ich endlich als vollwertig angesehen werde. Wenn ich mit weißem Haar, bebeinten Unterhöschen, deren Bund mir bis zu den Rippen geht (erschießt mich!) und Gesundheitsschuhen aufkreuze? Und woher würde die Umwelt dann wissen, was für eine Unterwäsche ich trage???
Ich bin jetzt erwachsen, ich brauche keinen Welpenschutz mehr. Vielleicht hätte ich das bis vor ein paar Monaten gebraucht, aber jetzt nicht mehr.
Es haut mir die Beine weg, es kommt mir wie ein Zeitraffer vor, aber ich bin innerhalb von 2 Wochen nicht mehr die gleiche Person wie davor. Mit solchen Schüben muss ich wohl leben. Was langsam und Schritt für Schritt ablaufen sollte, wird mir in regelmäßigen Abständen in einem Kinderplantschbecken über den Kopf gegossen. Ich bekomme keine Luft mehr, kann nicht mehr klar denken, ich werde krank, bekomme Kopfschmerzen (hey! Ich habe sonst nie Kopfschmerzen und ich hasse, hasse, hasse es! Und ich kenne da gar nichts! Es ist mir scheissegal, wie blöd es ausschaut, aber ich binde mir von links, rechts, oben und hinten Kissen an den Kopf. -,- Und ich schwöre, es hilft.), kann nichts fühlen und alles fühlt sich so ach und herrje und böh und einfach überfordernd an. Das wirklich Schlimme daran ist, dass ich nichts unternehmen kann und in solchen Momenten auch der angenehme Gegenpol gänzlich fehlt, es existiert nur der pure negative Einfluss, der einen dazu zwingt, ein Stückchen weiter zu wachsen, egal ob es gerade passend ist und ohne Rücksicht auf Verluste. Vielleicht hat irgendjemand irgendwann etwas davon und wenn nur ich selbst es bin.
TöggelieTöggelie versus - oah...jetzt hab ich auch noch das Wort vergessen...ah...Perfektionismus -,-


Ich krieg n Knall. An meine Freunde: Oh Gott, was tut ihr mir leid, ich würde wahnsinnig mit mir werden. An mich: Oh Gott, was tu ich mir leid, ich WERDE wahnsinnig mit mir.
Ich bin aufgekratzt ohne Ende, kann nicht schlafen und denke seit - keine Ahnung, wieviel Uhr ist es eigentlich? Und wo ist meine Uhr?!
Ich habe ein mehrstündiges Drama hinter mir und keiner kommt darauf wieso: Zellteilung! (An dieser Stelle denkt jetzt garantiert alles einheitlich: [I]Hä?![/I]) Jaaaaaah, Zellteilung.
Das ist doch total bescheuert! Alles fing damit an, dass ich einen Artikel las und ich wollte dem nochmal genau nachgehen, ich bin ja neugierig und aus Gedankengängen, die eigentlich jedem am Hintern vorbeigehen oder wobei man sich ab einem gewissen Punkt einfach denkt:[I]"Hey, ich hab aber was mit Bienchen und Blümchen gelernt, das klingt viel schöner, mehr will ich nicht wissen."[/I] wurden bei mir Gedanken wie:[I]"Hey, warum habe ich mich nicht an die Blümchen und Bienchen gehalten?! Jetzt muss ich das wissen!"[/I]
(HEY! Abau... -,- verdammt - wo ist mein Abschnitt hin?! Mir fehlt nicht nur meine Uhr, sondern ein Großteil meines Textes! Was ist das?!)
Jedenfalls: Ich habe einen sehr fordernden Perfektionismus, der - ich weiß nicht wo er wohnt, aber irgendjemand sollte schleunigst etwas dagegen unternehmen, ich will dass er umzieht, es ist Zeit für eine Scheidung - mit einem Panzer alles plattrollt, meine Abwehr erschießt und mich dazu zwingt, halb aufgelöst durch sämtliche Bio-Bücher zu kriechen, im Internet nach Infos zu hechten, die ich nicht wissen will und die nur noch mehr Fragen aufwerfen, an meinem Verstand zweifelnd durch's Haus zu jagen, Treppenstufen, die sich mir dabei in den Weg stellen, anzubellen, (Sätze mit viel zu viel Kommas zu verfassen), bis ich mich letztendlich in einem Biologie-Forum anmelde und darauf gebracht werde, dass ich vor lauter Gedanken keinen Gedanken mehr fassen kann, da ich einem Denkfehler unterliege und dann in's Bett geschickt werde. Jawohl! Das war nötig! Das brauchte ich heute Nacht! Und jetzt kann ich gleich wachbleiben, das lohnt sich nun auch nicht mehr.
Ich muss aufpassen was ich lese...ich sollte es mit Sonnenbrille lesen, vielleicht kann es dann mein Perfektionismus nicht sehen und lässt mich dann in Ruhe, vielleicht kann ich dann mal irgendeine Info lesen, ohne dass mich etwas anfällt, sich in mir festbeisst, mich mit Büchern bewirft und erst wieder in Ruhe lässt, bis ich meinen Doktor in dem Bereich abgelegt habe.
Da wird aus Töggi Dr. Öttgi und - verdammte Hacke - jemand mit einem Doktortitel muss alles wissen!!! Ich hasse das! Perfektionismus + Töggelie, (DA schaut, er hat die Kontrolle übernommen, er nennt sich zuerst!) das ist absolut tödlich. Ich sehe etwas und ich muss es wissen, muss es verstehen und denke und denke und nachher weiß ich nicht mal mehr, wie man auf eine Internetseite kommt und bin kurz davor, dem Computer zu erklären, was er mich mal kann - nein, ich bin nicht kurz davor, ich tue es, fange an mich mit Büchern zu streiten - nein, da bin ich wiederum nur kurz davor, fühle mich persönlich verarscht, bin dafür, dass derjenige, der dieses Thema zur Sprache brachte, deswegen hinter Gitter gehört und rege mich über meine Verbissenheit furchtbar auf.
Das ist...genauso umständlich, als hätte man ein Rätsel oder ein Spiel vor sich und kann nicht aufhören, weil man unbedingt die Lösung wissen muss, weil man sonst keinen klaren Gedanken fassen kann.
Ich habe zu viel in meinem Kopf.
Heute ist Donnerstag oder? Ich dachte, es wäre Sonntag. Ich sollte - den Kopf in die Regentonne stecken und mir ein Schild umhängen: [I][B]Töggi - wegen Töggi geschlossen.[/I][/B]
TöggelieSo, jawohl, und jetzt - bestimmt 5 Stunden später - weiß ich dass ich das, was ich nicht wusste, schon seit 7 Jahren weiß! Und das hab ich noch nichtmal durch Nachlesen erfahren, das fiel mir eben bei meiner Morgen-Brezel einfach so ein! Häh...ähähä...ouh.
Ich saß nicht nur auf meiner Leitung, ich hab obendrein draufrumgekaut.




[IMG]http://www.electrio.ch/images/kabelsalat.jpg[/IMG]
TöggelieBei meinem derzeitigen Redefluss sollte ich darüber nachdenken, nicht doch auf Lehramt zu studieren. Die Möglichkeiten, wild um mich quatschend andere Leute zu nerven, wären extrem.


[COLOR=seagreen]Etwas hat sich breitgemacht, sich einquartiert und die Vorstellungen und Hoffnungen, die sich während seiner Anreise entwickelt hatten, mächtig über den Haufen geworfen. Etwas benötigt Aufmerksamkeit, zu essen und zu trinken, Spielsachen und Liebe. Etwas wünscht sich zum Geburtstag Geschenke, ein bissel Torte - nein, gaaaaaanz viel Torte, es möchte dass alle für es da sind und ihm zeigen, dass es willkommen ist. Etwas verziert mit kleberigen Schokifingern die Tapeten und verlangt auf der Stelle, dass das Kunstwerk gewürdigt wird und man vor Verzückung beinahe ohnmächtig zusammenklappt. Etwas rupft mit großer Begeisterung Geranien aus, überreicht sie einem stolz und flüstert mit verschmitztem Grinsen, dass es einen lieb hat. Etwas macht einem Sorgen, weil es sich mit anderen angelegt hat, keine Lust zu irgendwas hat und sich vor einem aufbaut um zu erklären, es wäre schon soooo groß, dass es weiß was tut. Etwas möchte das neue Auto fahren, obwohl es gerade mal kurze Zeit den Führerschein hat und so überhöflich ist, ab und an Bordsteinen hallo zu sagen. Etwas erklärt einem, wie dumm man ist, wie nervig, dass man sich aus seinem Leben raushalten soll. Etwas geht irgendwann wieder und hinterlässt Verwirrung und ein leeres Zimmer. ...
Eltern tun sich sowas an, denn sie lieben das kleine, verfressene, übergriffige Etwas. [/COLOR]

Ich schätze, ich bin manchmal sehr unfair. Niemand hat das Recht, das andere ihre Vorhaben für jemanden zurückstecken. So ist es auch unfair, meinen Eltern einen Vorwurf daraus zu machen, dass sie ihre eigenen Ziele umsetzen wollen. Wenn ich darüber nachdenke, ist es extrem viel verlangt, dass man einen beachtlichen Teil seines Lebens für seine Kinder aufbringt, nur damit diese irgendwann ihr eigenes Leben führen und die Eltern nur noch selten oder einmal die Woche besuchen. Das ist eine harte Angelegenheit und manche Eltern setzen schon einiges früher ihre eigenen Wünsche und Ziele um.
Man hat 9 Monate lang Angst, ob das Kind gesund sein wird, danach hat man Angst, dass dem Kind etwas passiert. Man muss zusehen, wie andere Kinder unfair und gemein zu einem Menschen sind, der einem mitunter am wichtigsten ist, sollte aber nicht ständig eingreifen, da das Kind ja lernen muss, obwohl man den Übeltäter am liebsten mit seinem Gebiss schmücken möchte. Man muss die meiste Zeit zusehen, möchte man helfen, macht man es sowieso verkehrt und wird runtergemacht.
Auch Eltern sind ganz normale Menschen, die ihr Recht auf ein eigenes und selbstbestimmtes Leben haben, auch wenn man manchmal denkt, dass sie immer für einen da sein und den Kopf herhalten müssen. Unter der Berücksichtigung, dass sie es trotzdem tun, mag das seine Richtigkeit haben, doch diese Richtigkeit ist keine Selbstverständlichkeit, die man verlangen kann. Niemand hat ein Recht darauf, doch Eltern fühlen sich wohl meistens für ihre Kinder verantwortlich, ebenso, wie man sich ja auch für seinen Partner verantwortlich fühlt. Ich schätze, es ist normal, dass sich in einer Familie jeder um jeden sorgt, wobei das Alter keine Rolle spielt. Gefühle lassen sich nicht in Kategorien einteilen, so ist es egal, wie alt man ist, was für ein Leben man führt, wieviel Zeit vergangen ist, wo man lebt, wie oft man sich sieht und was man sich nennt. Wenn man jemanden extrem lieb hat, dann fühlt man sich immer für denjenigen verantwortlich...Schätze wurden schließlich schon immer beschützt.

Das Wort zum Samstag. Gehet hin in Frieden (Dank sei Gott dem Herrn [I]*Kreuzzeichen mach*[/I]) [I]*nochmal beweihräucher* *sich umdreh* *sich verneig* *Wein austrink* *sich vom Acker mach*[/I]
Töggelie[SIZE=1](Qualitativ nicht allzu begeisternswerter Pfad)[/SIZE]


Und es geht schlimmer, viel schlimmer. Der ganze Unsinn, der mich aufregt, mir auf den Geist geht...bei genauerer Betrachtung ist das lächerlich, denn es geht um Grade schlimmer. Eigentlich müsste ich schon seit 9 Jahren tot sein. Ich wollte nicht sterben, aber es gab keine Alternative und das ist nichtmal übertrieben, denn ich kann es heute noch nachvollziehen. Gerade noch rechtzeitig fiel mir allerdings ein, was denn wäre, wenn wir eine Seele haben...dann hört das nie auf...dann hätte ich zwar keinen Körper mehr aber das Grundproblem wäre immernoch da und würde mich immernoch wahnsinnig machen. Es spielten weder Wut, noch Selbstmitleid eine Rolle, sondern schlicht und ergreifend absolute Verzweiflung, die ich bis heute niewieder so extrem empfand. Nicht als ich von der Schule flog, nicht während der Schulzeit an und für sich, nicht als jemand verstarb.
Ich will das nie wieder erleben.
Es ist unvergleichbar mit der Enttäuschung und Wut, wenn uns eine Ungerechtigkeit wiederfährt, etwas nicht so läuft wie wir es gerne hätten, sogar wenn wir etwas verlieren.
Bis vor ein paar Minuten wollte ich vor allem davonlaufen. Ich suche einen Ruhepol, der ist nicht da, alles ist durcheinander und wahrscheinlich bin ich ganz einfach nur das Puzzelteilchen, das verkehrtherum liegt und deswegen alles blockiert oder durcheinander bringt.
Aber ich wurde durch Zufall daran erinnert, dass es eine absolute Steigerung zu dem gibt und pötzlich war ich froh, dass es nur das ist, was mich fertigmacht.
Es scheint damals natürlich gewesen zu sein, der Mensch reagiert in extremen Stresssituationen extrem und ich hatte eindeutig zu viel Zeit zum Nachdenken und war eindeutig zu verängstigt.
Ich hatte auch keinem davon erzählt, weil ich mir sicher war, dass niemand mir helfen konnte. Würde das heute wieder passieren, würde ich wieder so handeln, denn ich glaube nicht, dass einem dann geholfen werden kann.
Es klingt abgedroschen und einfältig, aber unter dem Aspekt, sollte man über alles was man hat froh sein, sogar über jeden Ärger, über das Gefühl von Einsamkeit und Stress, alles ist besser als das.


Nichts destotrotz, habe ich das doofe Problemchen, dass ich einen Jungen kennenlernen möchte, dafür allerdings etwas besser Bass spielen sollte, da die Basis des Kennenlernens mein "freiwilliges", (man stelle sich herbei bitte vor, wie das "freiwillig" sich beschämt vom Acker macht, weil es ziemlich verlogen ist) eintreten in eine "Band" ist. Das ist eine verzwickte Sache, denn natürlich möchte ich hier Freunde haben, natürlich ist dieser Mensch nett und natürlich ist das, was ich von ihm sah, interessant, aber ich will nicht nur unter Bedingungen Freunde haben und unter einem ständigen Vorwand, aber anders scheint es direkt vor Ort nicht zu gehen. Ich habe es bisher auch kein einziges Mal geschafft, mich mit jemandem vom Fußballverein zu verabreden. Wozu? Es gäbe weder eine Notwendigkeit noch eine Basis und würde ich jemanden dazu nötigen, müsste ich einen guten Grund liefern, den ich aber auch nicht habe.
Wenn ich ehrlich zu mir selbst wäre, dann hätte ich mehr als genug Zeit, mich in die Materie des Bassspielens besser einzuarbeiten, aber ebenso dürfte ich diese Zeit nicht haben. Ich sollte diszipliniert am Training teilnehmen (fällt mir schwer, wirklich. Der wichtigste Grund, weswegen ich Fußball spiele, ist der, dass es mich zu einer Regelmäßigkeit zwingt und ich weiß, dass es gut für mich ist.), ich sollte wahrscheinlich mehr lernen, ich sollte einen neuen Job finden, ich sollte einiges in meinem Zuhause richten, bzw. brauche ich ein Regal, welches ich erstmal entwerfen sollte, ich sollte meinen Garten...ja, den sollte ich vielleicht mit einem Bagger ausheben lassen und in eine überdimensionale Bio-Tonne stopfen, das wäre das Einfachste...,
ich sollte viel, bin aber gerade entsprechend demotiviert und wenn ich mir noch zusätzlich etwas aufhalse, was ich auch nicht diszipliniert durchziehen kann, macht das nur noch mehr Druck. Gut, ich hab's mir aufgehalst, weiß jetzt aber nicht, wie ich das handhaben soll, denn ich werde mir in nächster Zeit ganz sicher nicht irgendwelche neuen Tabs beibringen, dazu habe ich lerntechnisch auch schon zu viel an der Backe.
Obendrein lasse ich mich auch nicht allzu gerne verpflichten.
Als ich in den Fußballverein eintrat und sofort sämtliche Infos, Veranstaltungen, etc. auf mich einprasselten, wäre ich am liebsten prompt weggelaufen. Ich hatte das Gefühl, etwas, bzw. irgendwer würde mich einfangen wollen. Das ist dumm, das weiß ich, aber ich kann mich bis heute nicht ganz dem Gefühl erwehren. Einerseits möchte ich dazugehören, andererseits empört es mich, maßt es sich irgendwer an, mir zu nahe zu treten und sich an meine Seite zu stellen.
Ich weiß nicht was ich will und ich weiß nicht, was sich gut anfühlt.
Manchmal denke ich, ich habe 2 Seiten: Die eine ist Einzelkämpfer und duldet niemanden um sich. Es ist empörend, wagt es jemand, sich dieser Seite zu nähern. Mein Stolz ist gigantisch, ich fühle mich unantastbar und bin der Ansicht, dass ich niemanden brauche, von niemandem abhängig bin und alles alleine kann.
Die andere möchte sich nur in einem warmen Nest zusammenrollen, im Genick gestreichelt werden, sich mit Schokolade füttern lassen und umsorgt werden. So und jetzt krieg das mal unter einen Hut! Bzw. lasse bei einer solch starken "unnahbaren Seite" mal die "sensible Seite" zu, das ist hardcore!
Ich denke weiter, dass vielleicht der eine Teil nur aus Selbstschutz resultiert, vielleicht gelingt es irgendwann irgendwem diesen überflüssig zu machen, vielleicht auch nicht.
Töggelie[FONT=times new roman][I][COLOR=darkred]Gegen die Kälte...und die Dunkelheit[/COLOR][/I][/FONT]


[IMG]http://www.nachtbuch.lyriksite.de/2004/Bilder/kerze.jpg[/IMG]



[FONT=times new roman][I][COLOR=darkred]Ich habe kein Recht auf große Worte, es wäre sowieso alles nur unnötiger Ballast, der keine Erwiederung wert wäre...was soll man auch dazu sagen? Aber ich denke an dich und deine Familie und bin da, wenn du etwas Wärme brauchst. [/COLOR][/I][/FONT]
TöggelieIch kann nicht anders, es springen mich von allen Seiten her Themen an, die in mir Gedanken auslösen, die ich so schnell wie möglich jemandem aufdrängen muss. Der Auslöser eben: ich sah Pflaumen auf der Küchenablage. Nein, das ist nichts Besonderes, nein es geht nicht darum wie sie dorthin kamen, es ist: ich finde den Herbst doof.



Im Winter ist der Boden mit Schnee bedeckt, im Frühling mit Reif, im Sommer mit Blümchen und im Herbst mit Schnecken, Spinnen, nassen Blättern, matschigen Äpfeln und angekugelten Kastanien (manchmal auch mit über die angekugelten Kastanien drübergekugelten Menschen).
Spinnen, bleiben wir bei Spinnen. Heute morgen besuchte mich eine dünnbeinige Spinne, die so ähnlich wie ein Weberknecht aussieht, nur eben in der Netzmacherversion und mit langem Hintern. Ich vertraute darauf, dass man zwar immer Angst davor hat, dass Spinnen über einen drüberlatschen, sie es aber im Endeffekt nie tun, weil - wie wird einem doch immer so schön gesagt:[I]"Die haben mehr Angst vor dir als du vor ihnen!"[/I]
Ja klar! Und ich habe diesen Spruch noch nie geglaubt! Ich hab noch keine Spinne schreien hören, wenn SIE in MEIN Zimmer kam, sich IHR Netz in MEINEM Raum baute, und SIE an MIR vorbeiflitzte. Hätten sie Angst, würden sie das nicht tun! Dann blieben sie draußen! Und müssten wir keine Angst haben, dann wäre das umgekehrt, dann würden wir uns auf ihre Netze setzen! Wobei wir auch einfach die besseren Manieren haben...einer der wenigen Fälle, in denen das mal zutrifft...wow...das spricht weder für uns, noch für die Spinnen.
Eine hatte mal meine Chipstüte bezogen! Das ist der Gipfel der Übergriffigkeit und kommt aus Spinnensicht einer Begegnung mit einer Katze gleich. Der letzte Beweis dafür, dass sie keine Angst haben, die nehmen uns nichtmal ernst!
Also, in einem naiven Anfall schloss ich die Augen und wenige Momente später, saß der Achtbeiner auf meinem Gesicht! Das wäre nie passiert, hätte ich sie mit tellergroßen Augen angestarrt und darauf gewartet...nein, nicht darauf gewartet, sondern im Vorfeld schon das Weite gesucht. Mit einem lauten Schrei und hektischem Rumgefuchtel, hechtete ich aus dem Bett, trampelte dabei fast auf meine Brille, baute mich vor meinem Bett auf und starrte drohend jede Ecke an. Und sie war weg...das ist so typisch, das machen sie immer und ich hasse es. Da wird man die ganze Zeit über verarscht, aber wenn es dann Herbst wird, es kalt wird und das Essen rar, dann wieder ganz groß in unsere Wohnungen kommen wollen!
Und dann erinnere ich mich noch an das Essen. Pflaumen. Wer Pflaumen gerne isst, bitte nicht weiterlesen, sonst war es das.
Ich war ca. 11 Jahre alt und meine Freundin hatte einen Mini-Pflaumenkuchen gebacken. Während wir den vertilgten, erzählte sie mir davon, dass sich eine Schnecke in ihren Schuh verirrt hatte. Wie diese dorthin kam, bekam ich nicht mehr mit, weil ich in dem Moment den Kuchen genauer betrachtete. Könnte eigentlich irgendwer auf den ersten Blick unterscheiden, ob es sich um Plaumen oder Schnecken handelt? Guckt euch das doch mal an! Das schaut doch aus wie so n paar Nacktschnecken auf einen Teig gepackt und anstelle dem üblichen Salz mit Zucker bestreut! Hey, so machte man früher Hustensaft und Pflaumenkuchen gibt es auch schon ewig! Seitdem bin ich von solchen Backkreationen nicht mehr allzu angetan. -,-
Und dann wäre dann noch die Sache mit dem Schulbeginn. Pünktlich mit Schulbeginn, setzt der Herbst ein und das verbreitet - selbst nachdem man nicht mehr ganz so direkt davon betroffen ist - eine düstere Stimmung. Neues Klassenzimmer, neue Lehrer, neue Jahreszeit, das ist ein bissel zu viel Neues auf einmal. Und das Schlimmste: neue Schulhefte kaufen. Ich sehe heute noch Eltern vor mir, die ihr Kind in einer Ecke abgestellt hatten, um sich besser um ein Matheheft prügeln zu können. So nach dem Motto: [I]"Kind, wir opfern uns für dich...damit du was wirst. Mit diesem Matheheft...*bedeutungsvoll schau*"[/I] Wir reden von dem Matheheft, welches nach ein paar Wochen als Papierflieger endet. Ernsthaft, manche Eltern gehen da voll auf. Als hätten sie das ganze Schuljahr über auf diesen einen Tag gewartet, hätten Trainingslager, Beratungsstellen und alles Mögliche besucht. Als Kind macht dich das verrückt. Du stehst in dieser Ecke und darfst nicht mitmachen. In meiner Verzweiflung und um für später zu trainieren, habe ich damals diese kostenlose Stundenpläne eingesackt. Wenigstens das! 50 Stundenpläne für ein Schuljahr!
Gut, meine Eltern und die Eltern meiner Freunde hatten irgendwann die Nase voll und schickten uns alleine los. Hätten alle Eltern so gedacht, wäre das eine lockere Sache geworden: Die Schreibwarengeschäfte wären auf ihren Heften sitzengeblieben und wir hätten der Süßwarenindustrie etwas Gutes getan. Aber da sich nicht jedes Elternteil den Sinn seines Lebens rauben lässt, mussten wir uns mit Leuten anlegen, die für ihre Mission gemordet hätten. Das Problem hierbei: wir wären für unsere normalerweise nichtmal aus dem Haus gegangen.
Töggelie[COLOR=burlywood][U]Neueste Entwicklung: Nebelpfad mit Komfort und Bequemlichkeit, sowie einem hohen Maß an Übersicht[/U][/COLOR]



[IMG]http://www.medion-fotoalbum.de/mediapool02_aldi_s/22/BA/F3/20/C8/14/11/DB/B3/B2/5B/7A/55/D8/0C/26/oma/10/B8D64620A69211DE9EC80E5652D438CA.jpg[/IMG]

[COLOR=burlywood]Untertitel:

[I]*zufrieden grins*
*Zunge rausstreck*
*gähn*
*wähähä*[/I]

Damit wäre für die nächste Zeit alles gesagt. Zumindest ich verstehe, was ich damit sagen will.[/COLOR]



[COLOR=burlywood]Um der Bequemlichkeit weiterhin zu huldigen:
Ich bin dafür, einen Avatar einstellen zu dürfen und da will ich das Bild hier haben, weil das immer irgendwo passt. Ich müsste oftmals nicht mehr schreiben, einfach erscheinen und alles wüsste, was ich sagen möchte. :-) ...Ich schätze, daraus könnten sämtliche Nebelpfadeinträge bestehen... -,-[/COLOR]


[IMG]http://www.medion-fotoalbum.de/mediapool02_aldi_s/22/BA/F3/20/C8/14/11/DB/B3/B2/5B/7A/55/D8/0C/26/oma/10/C6B11E30A6A311DEBE5E0C7C52D438CA.jpg[/IMG]
[COLOR=burlywood]Untertitel:

[I]*bäääääääääh!*[/I]


[SIZE=1]Die Winzbilder zählen nebenbei auch noch als vollwertiger Ersatz für jedes BDB-Bild, was heißt, niemand darf Bilder von mir einstellen. :-)[/SIZE][/COLOR]
TöggelieEin Mensch wird durchschnittlich 80 Jahre alt, was nach dem Tod passiert, ist noch immer nicht geklärt und subjektiv gesehen, vergeht ein Jahr...ein Monat...rasend schnell.
Und das Meiste davon ist Zeitverschwendung.
Man wartet. Gehe ich von meinem Fall aus, so werden die nächsten 2 Jahre Zeitverschwendung sein, denn alles was ich tue, ist Zeit totschlagen, warten, damit ich meinem Leben einen eventuellen Sinn geben kann.
Ich sehe manche Freunde nur einmal im Jahr, manche habe ich noch nie gesehen, werde sie so schnell auch nicht sehen und - ich gebe es zu, ich könnte manch einem dafür eine befriedigende Ohrfeige verpassen, wenn ich mir anhören muss, man würde mich gerne sehen, aber das Unkraut muss gerupft werden. Dem Nächsten werde ich mitteilen, ich würde mich freuen, würde er mich besuchen, muss aber leider mein Auquarium säubern und danach ganz dringend den Schokifleck aus meinem Teppich rubbeln. Scheiss Text, was?! Ist ein bissel demütigend, wenn ein Schokifleck einem vorgezogen wird, oder?
Wer sagt mir, dass ich nicht morgen über die Straße laufe und von einem Auto überfahren werde? Wer sagt mir, dass das nicht meinem Gegenüber passiert?
Gleichzeitig muss man bedenken, dass ich dann zumindest ein gepflegtes Aquarium, sowie einen schokifleck-freien Teppich hinterlassen werde, das ehrt mich, das können wir dann gleich in der Grabrede verarbeiten, das wird Eindruck schinden.
Man muss Prioriäten setzen und alle meckern sie über den Alltag, aber wirklich etwas geändert wird nirgends.
Der geneigte Leser könnte erkennen, dass ich gerade auf einige Leute nicht sehr gut zu sprechen bin.
Den Abschuss brachte eine Freundin vor 5 Jahren. Wir waren verabredet, es war Silvester und es tobte sogar ein Schneesturm. Irgendwie stand ich eine dreiviertel Stunde alleine an der Kreuzung, bis ich wieder nach Hause ging. Auf die Frage hin, warum sie nicht dagewesen sei, kam die "einleuchtende" Antwort, es wäre wichtiger gewesen, dass sie die Silvestergirlande aufhängt und Zeit für eine Sms wäre dadurch auch nicht gewesen. Lustig, wenn man bedenkt, dass ich dafür jemand anderem einen Korb geben musste und im größten Mistwetter verweilte. Nachdem das witzigerweise zur Regelmäßigkeit wurde, bekam ich das Gefühl, dass nicht jeder seine Prioritäten den meinen gleichsetzt, obwohl mir mehrmals hoch und heilig versprochen wurde, es wäre so. Und jetzt frage ich mich, warum ich nichts darauf gebe, sagt man mir, ich wäre wichtig und allergisch auf kurzfristige Absagen reagiere. Ich muss aber auch ein Sensibelchen sein. *sarkastisch grins*
Die Gewohnheit, sowie Bequemlichkeit gehen vor...natürlich.
Meinerseits breitet sich bei solchen Aktionen ein Gefühl aus, als hätte mich jemand an einen Zaun gekettet, obwohl ich ganz dringend etwas Wichtiges erledigen muss, es aber dadurch nicht kann.
Vor lauter Nervosität zähle ich die Monate, die ich älter werde, die mich mehr verändern und die ich mit niemandem teilen kann. Der Wahrscheinlichkeit nach, werde ich noch 20 075 Tage leben. Bei knapp 700 werde ich zusehen müssen, wie sie den Bach runtergehen.

Ich bin mir jetzt übrigens nicht sicher, ob ich hier noch weiterhin schreiben kann...ich muss schließlich Schokolade essen, Flecken in meinen Teppich machen, diese dann entfernen...wichtige Dinge.
Töggelie[COLOR=firebrick](Warnung: albern. Mir aber egal.)[/COLOR]


Mit tellergroßen Augen renne ich vor einem Regal hin und her. Was stimmt an dieser Aussage nicht?
1. Will ich es nicht. Ich will nicht aufgeregt vor einem Regal rumflitzen. Das ist entwürdigend, das sieht aus, als hätte man es nötig. -,-
2. Genaugenommen bin es nicht ich, der da so aufgeregt ist. Ich hänge da nur irgendwie blöd mit drin und habe mit der ganzen Sache nichts zu tun...eigentlich. Das ist mein Bauch. Verfressen, dickköpfig und egozentrisch, nimmt er absolut keine Rücksicht auf mich. Er ist es, der vor dem Regal mit den...ah Ch... (ich darf das nicht ausschreiben, er darf das Wort nicht lesen) schmachtet und ich hänge nur machtlos, verängstigt und panisch quiekend dran. Ich habe keine Beweise dafür, aber genau so ist es.
Mein Bauch, mein Feind. Er geht mir auf den Zeiger.
Nachdem mein Bauch dann etwas erspäht hat, muss ich es erbeuten. Mein Bauch hat ja keine Arme und Beine...die gefährliche Drecksarbeit, ja, die muss dann ich wieder machen. War ja so klar, wie hätte es auch anders sein können...?
Mit geübtem Blick beobachtet er seine "Fressfeinde", stürzt sich unnötigerweise fauchend und wild um sich knurrend auf sie und flüchtet danach Hals über Kopf.
Dass ich an der ganzen Aktion (peinlich berührt, mit wedelnden Armen und laut "AUS!" schreiend) beteiligt bin, stört ihn überhaupt nicht. Auch nicht, dass ich mich in den nächsten Jahren nicht mehr in der Nähe dieses Ladens blickenlassen muss und seine Besuche bei seinem heißgeliebten Ch-Regal damit Geschichte sind.
Wäre mein Bauch nicht so ein egozentrischer Depp, müsste ich mich nicht mit angefressenem Babyspeck rumschlagen (ja, der lange Arm der Babyspeckigkeit reicht bis in die 20er, ihr freut euch mit mir, was?). Das hat er wirklich gut hingekriegt. -,-
Manchmal möchte er auch unbedingt etwas essen, wobei er genau weiß, dass es ihm nicht gut bekommt. Wer hat dann den Ärger damit?! Ich. Ich kann dann im Bett liegen, mich schlecht fühlen und werde dann auch noch dumm angemacht, weil er Tee zu sich nehmen sollte.
Dabei ist er sowieso so extrem wählerisch und empfindlich. Au Mann...ich liebe es nicht.
Oder er denkt, er würde etwas mögen, dabei ist es ganz furchtbar, was sich aber erst im Nachhinein herausstellt, nachdem er es schon übereifrig verspachtelt hat.
Ich werde auch oft mitten in der Nacht geweckt, weil etwas meint, es müsste jetzt dringend was zu Essen haben. Dass ich um diese Uhrzeit weniger Lust auf ausschweifende Diskussionen oder Streitereien mit einem egozentrischen Bauch habe, versteht sich von selbst.
Er ist auch sehr unsportlich, das muss ich ebenfalls bemängeln. Meine Kondition wäre super, wäre da nicht ein Weichei, das mich nach einiger Zeit durch Pieken darauf aufmerksam machen muss, dass es keine Lust mehr hat. Ja und jetzt erklär mal, dass das nicht von der Puste her rührt, sondern dass dein Bauch einfach eine Null ist! Wie steh ich denn da?! Jeder denkt, ICH wäre der Weichkeks!
Durch seine Launen, wurde mir sogar schon mit Magenspiegelung gedroht! Wieso kassiert er nichtmal selbst die Quittung für sein Verhalten?!
Jedes Körperteil weiß, wie es sich zu verhalten hat, nur dieses nicht. Ich verlange entsprechende Maßnahmen. Es gibt Supernannys, es gibt Erziehungslager - jetzt, hier, was macht man hier?!
Was mich das schon Nerven kostete, man glaubt es nicht.
Am Schlimmsten ist, wenn man irgendwo sitzt, alles ist ruhig - und das hat auch seine Gründe, denn meistens wird dann geschlafen oder gelernt - und mein Bauch meint, er müsste seine Meinung kundtun.
Mit hochrotem Kopf und hektischem Husten, versuche ich dann jedesmal die Lage zu retten, was leider nicht unbedingt Wirkung zeigt. Im Gegenteil, das macht ihn wütend. Nach einem verzweifelten Hustenanfall, folgt meistens eine doppelt so laute Knurrattacke als Rache.
Alles guckt und wieder denkt jeder, ich wäre es gewesen. Nein - er war's!
Ich bin der Meinung, das Ganze hätte man deutlich besser regeln können. Der Bauch sollte mal so gar nichts zu melden haben, dann entstünden erst gar nicht solche Autoritätsprobleme. Ich bin zwar in allen Bereichen für Gleichberechtigung aber hier nicht!
TöggelieManche Personen sind der Ansicht, akademische Tätigkeiten und solche, die sie ausführen, als unnötig, bequem, sogar faul abzustempeln.
Okay, wenn ich mich selbst anschaue, so spricht bei mir nicht viel dagegen. Ich bin definitiv faul. Würde man mir ein Bett und eine Hantelbank hinstellen, würde ich mich spontan in Richtung Bett bewegen und mich dort für mehrere Stunden zusammenrollen...egal ob müde oder nicht.
Ich kann zwar nicht nachvollziehen, was meine Vorliebe für bequeme Plätze mit dem Papierkram auf meinem Schreibtisch zu tun hat, aber vielleicht ist das auch wieder eine Hirnakrobatik für sich.
Ich schätze aber vielmehr, dass manche Leute ein Respektsproblem haben.
Jedenfalls hört man von nicht wenigen, nur körperliche Arbeit würde zählen, wäre als Arbeit anzusehen. Sprich: wer sich nicht bewegt, arbeitet nicht. Würde man jetzt nach diesem Prinzip gehen, müsste der Mensch pro Bewegung bezahlt werden. Mir drängt sich nun die Frage auf, was mit hyperaktiven Menschen ist. Und was ist, wenn ich einen Hustenanfall bekomme, oder eine Spinne auf mich springt. Wird das Gezappel dann auch bezahlt, oder wird das vom Lohn abgezogen?
Jedenfalls soll geistige Arbeit nicht im Geringsten mit körperlicher zu vergleichen sein und schon gar nicht, was den Wert anbelangt.
Leider bin ich der verhängnisvollen Meinung, man sollte sich mal Gedanken machen, wem die fortschrittlichen Werkzeuge für körperliche Arbeit zu verdanken sind. Ich glaube nicht, dass da jemand einen Stein hingeworfen hat und aus diesem spontan eine Bohrmaschine enstand oder der erste Betonmischer aus einer Eiche geschnitzt wurde.
Mangelnder Respekt führt zu geringerem Ansehen des Senders. Solche Personen denken nicht im Geringsten darüber nach, was passiert, würden andere den Spieß umdrehen, ob vielleicht ein Geben und Nehmen, eine Abhängigkeit herrschen könnte und wie der andere sich fühlt.
Jeder hat seine Stärken, seine Eigenarten, seine Schwächen, aber es gibt immer irgendwen in einer "Gruppe", der nicht in der Lage ist, einem anderen mit Respekt und Einfühlungsvermögen zu begegnen. Der seine Wünsche und Ansichten über die anderer Leute stellt, auf mehrmalige Erklärungen nicht reagiert und dem Gegenüber somit zusetzt, bzw. ihn in Bedrängnis bringt.
Sowie es eine Selbstverständlichkeit sein sollte, dass ich die Grenzen anderer Leute wahre, individuelle Eigenheiten anerkenne, sie damit z.B. in Ruhe lasse, wenn sie darum bitten (eigentlich sollte darum nichtmal gebeten werden müssen, in manchen Situationen ist es eine klare Sache, dass man sich dezent zurückzieht, seine Bedürfnisse zurücksteckt und dem anderen ganz alleine das Feld überlässt, ohne dazwischenzupfuschen und ohne sich ihm aufzudrängen) und ein "Nein" respektiere, so sollte auch endlich durchgesickert sein,
dass man sich in allen Bereichen entsprechend zu verhalten hat. Es gehört zu einem guten Charakter und wird einem eigentlich schon in der Grundschule beigebracht.
Ich finde es traurig, dass recht wenigen dieses Einfühlungsvermögen zugetraut werden kann. Meistens denkt man doch in erster Linie nur daran, wie man sich selbst besser fühlt und was man selbst für Bedürfnisse hat, bzw. welch bahnbrechende Leistungen man höchstpersönlich vollbracht hat.
Die Qualitäten, Leistungen, Empfindungen, die nicht die eigenen sind, sollten bei Weitem mehr wahrgenommen werden.
TöggelieIch bin empört. Dabei bin ich gar nicht direkt betroffen und eigentlich spricht das Ganze sogar für mich. Aber eben nur eigentlich.
Ich kenne jemanden, der sich leider sehr für Feminismus begeistert. Gut, man könnte meinen, jeder wie er will, aber in dem Moment, in dem bestimmte Ansichten Männern gegenüber bei fast jedem Thema aufkommen, wird es schwierig. Die Probleme, die sich dabei ergeben, könnte man sich leicht ausmalen.
Ich trenne Menschen nicht nach Geschlecht. Mensch ist Mensch und im Ursprung sind sowieso alle tupfengleich, mit dem Unterschied, dass sich bei dem einen dieses und bei dem anderen jenes eben ein bissel weiter entwickelt hat. Mehr ist da nicht. Das ist der ganze Unterschied. Das hört sich für manche jetzt erschreckend subjektiv an, ist aber wissenschaftlich ohne Weiteres nachweisbar.
Aber Sprüche, die besagen, dass Männer grundsätzlich nicht vertrauenswürdig, unfähig, egozentrisch und schwanzgesteuert, etc. seien, sind schlichtweg abartig. Was soll der Mist?!
Erwarte ich von jemandem eine Reaktion zu einem Thema, dann gehe ich von allen möglichen Variationen aus, insbesondere von denen, die ich an diesem Menschen schon beobachten konnte. Aber ich spule doch nicht die Mann/Frau-Klischees ab!
Ich hasse es, wenn jemand solch einen Mist verzapft. Ich habe vernünftiger zu sein, ich müsste schlauer sein, ich sollte dieses und jenes doch besser wissen, weil ich weiblich bin.
Was ist das?! Habe ich irgendwas nicht mitgekriegt? Ich weiß da gar nie, was ich dazu sagen soll. Ich bin deswegen doch nicht besser, aber auch nicht schlechter als ein Mann.
Warum bestimmen Körperteile, die ich in kleinerem oder größerem Format besitze, was ich denken, fühlen und empfinden muss?! Und warum darf nichts anderes in die Tüte kommen? Demnach dürfte ich also nur ca. 50% der Gefühlsbandbreite kennen, die anderen 50% "gehören" ja schließlich den männlichen Wesen.
Ich bin manchmal extrem jähzornig, huch aber auch, was ist da denn schiefgelaufen? Muss ich mich auf einen baldigen Stimmbruch gefasst machen? Ich glaube nicht, dass sich das mit meinem Gesicht vereinbaren ließe, wobei...ich spiele Fußball, also dürfte der Bartwuchs auch bald in Erscheinung treten.
Entschuldigung, aber das ist so albern.
Schaut man sich Partnerschaften an, so gibt es Frauen - gerade auch gerne in Sketchen oder Komödien inszeniert - die ihre Freunde und Männer wie - ja, wie soll ich das sagen...wie einen Hund behandeln. Über alles, was der Partner sagt oder macht, belustigt man sich, sämtliche seiner Eigenheiten werden aberzogen und sind nicht erwünscht und weiß der Geier was noch. Und alle finden das witzig.
Das ist doch krank. Was ist ein Partner? Vielleicht ein Gegenpart? Ein Teil eines Ganzen? Einer Partnerschaft womöglich?! Es heißt nicht Frauchenschaft oder Herrchenschaft (dann würde sich diese Hundesache wohl erklären - wenn ich das auch als sehr makaber empfinden würde), sondern Paaaartnerschaft. Gottes Willen, das war doch jetzt nicht schwer zu begreifen, oder? Ich erwarte, dass ich als Individuum wahrgenommen und entsprechend behandelt werde, also habe ich das bei anderen - oh mein Gott, auch bei Männern! *theatralisch geschockt schau* - auch so zu handhaben.
Ebenso irre ist es, wird das Klischee andersrum erfüllt.
Männer, die über ihre Frauen reden, als wären sie Schoßpudel. Wahrscheinlich wurde die Hälfte solcher Stories ohnehin dazugedichtet, weil's sonst nur halb so lustig wäre, dafür aber frei nach dem Motto: Jeder Flachwitz ein Brüller. Ich verstehe nicht, warum man über die Person, mit der man zusammenlebt, so liederlich reden muss. Ist es so peinlich, zu der Person, die man sich selbst ausgesucht hat, auch zu stehen? Das spricht nurmehr gegen die Urheber solcher Klopfer.
Um wieder auf die Allgemeinheit zu kommen:
Ich verstehe z.B. auch nicht, was der ausgelutschte Gag vom Rückwärtseinparken soll. Okay, kann sein, VIELE Frauen können das nicht so gut...aber das heißt nicht, dass das bei ALLEN so ist. Und selbst wenn - wen interessiert das?! Es geht nur darum, eine vermeindliche Gruppe damit ärgern zu wollen und klarzustellen, was man selbst angeblich besser kann. Kindergarten.
Das, was ich beim Autofahren wohl am besten kann, ist rückwärts einparken. Da schaffe ich die kleinste und ungünstigste Parklücke und das kerzengerade.
Mein Großvater brachte diesen Witz erst kürzlich, untermalt mit einem gespannten Grinsen und voller Vorfreude auf meinen empörten Protest.
Alles was er bekam, war ein verständnisloser Blick. Was soll das? Ich weiß, dass ich einparken kann, also gehöre ich nicht zu dieser Gruppe. Unverschämt, mich selbstverständlich sofort einzusortieren und zu normen.
Ausserdem: Ich habe nicht darum gebeten, als Mädchen zur Welt zu kommen. Ist halt so, ändern kann man's nicht, aber entsprechend teilnahmslos und lasch sind meine Verteidungen dem gegenüber, da es mir schlichtweg egal ist. Ist ja nicht meine Leistung gewesen, ich hab's mir auch nicht ausgesucht, passierte halt. Idiotisch, einem Menschen dies dann in einer gewissen Art und durch ungerechtfertigte Unterstellungen, praktisch vorzuwerfen.
Solche Scherze langweilen mich nur und geben mir Gelegenheit, mein Gegenüber als leicht borniert wahrzunehmen. 'Tschuldige, aber das ist so dumm, als müsste man felsenfest davon ausgehen, nur weil ich Schwarzwälder bin, würde ich bedingungslos und ohne Hinterfragen, alles hier super finden, bzw. einem exakten Standart entsprechen. Gut, manche gehen sogar davon aus.
Ich käme niemals auf die Idee, Frauen als Ganzes zu verteidigen, dafür sind zu viele Idioten darunter. Sprich, solche Witze sollte man bei mir nicht bringen, möchte man sich nicht in's eigene Fleisch schneiden.
Es geht nicht in meinen Kopf, wie traumhaft tölpelhaft man sich aufgrund solcher Dinge gegenseitig das Leben schwermachen kann. Es kommt mir vor, wie gesucht und gefunden. Da besteht eine Differenz, da kann man dem anderen eine reinwürgen, man hat ja sonst nichts zu tun und es ist ja auch eine geradezu bequeme Form der Profilierung.
Meine Güte, ganz großes Kino. Allerdings bin ich mir zu schade für Billigproduktionen.
Töggelie[IMG]http://img.fotocommunity.com/Raubtiere/Baeren/es-ist-die-einsamkeit-die-mich-auffrisst-a17955669.jpg[/IMG]

[I]Untertitel: Es ist die Einsamkeit, die mich auffrisst.[/I]



Es ist Herbst, es wird kälter, jemand stirbt...Zeit für mich, über den Tod und seine Begleiterscheinungen nachzudenken.
Die sterbende Person war Zeit ihres Lebens alleine. Bei manchen kann nie ergründet werden, ob es aus eigenem Antrieb und eigenem Zutun so weit kam, oder ob zufällig.
Bei dieser Person spielte wohl eine ordentliche Portion eigenes Zutun eine große Rolle. Es drehte sich grundsätzlich alles um die eigenen Vorteile und dabei war es egal, wen es betraf.
Sie hat immer alleine gelebt, sich um sich selbst gekümmert und den Rest der Welt mit Gleichgültigkeit und entsprechenden Gemeinheiten gestraft.
Ich empfand dies immer als furchtbares Leben. Alles. Alles an diesem Leben kam mir furchtbar vor und die Person tat mir leid. Ich fragte mich, wie sie sich wohl fühte, wenn sie Streit anfing. Vielleicht wollte sie nur Aufmerksamkeit. Womöglich war sie einfach nur traurig. Ob mein Mitleid angebracht war, weiß ich nicht, ich weiß nur, dass ich meine eigenen Gefühle damit assoziierte.
Ich bin einem solchen Leben näher als einem anderen.
Vielleicht bin ich genauso egozentrisch, vielleicht bin ich nicht so reflektiert, wie ich immer dachte, vielleicht merkt man selbst es gar nicht. Sonst würde womöglich kaum einer vehement behaupten, er wüsste nicht, weswegen er gemieden werden würde.
Vielleicht gibt es wirklich nicht so viele üblen Menschen, vielleicht ist es oftmals nur ein Missverständnis.
Ich bekomme mit, wie hinter dem Rücken über die besagte Person geredet wird. Und ohne, dass ich etwas damit zu tun habe, verletzt es mich. Ohne einen Anflug von Liebe und Trauer, wird die Beerdigung geplant...man muss es tun, es ist teuer, es ist eine Sache, ein Geschäft.
Es wird der Körper einer Person, die auch mal ein kleines Baby war, bei dessen Lächeln sich jeder freute, die zu einem Kind wurde, das gerne Süßigkeiten haben wollte und stolz seine Schultüte präsentierte, beseitigt. Mit wieviel Aufwand dieser Körper entstand, großgezogen wurde...und jetzt wird er beseitigt. Es ist ein emotionsloses Geschäft.
Der Gedanke, wie jemand daliegt, stirbt, der tote Körper, wie er hinausgetragen wird und wie so mancher nur daran denkt, was derjenige alles falsch gemacht hat und welchen Nutzen man nun aus dessen Tod ziehen könnte, ist grausam.
Ich sehe mich so sterben.
Töggelie[I]"Es gibt Leute, die dürfen kein Glück haben." [/I] Ja, mein Auto ist weg.

[IMG]http://www.wissenschaft.de/sixcms/media.php/1434/bearbeitet_a_bombe02.jpg[/IMG]
TöggelieEs ist warm, viel zu warm, vielleicht weil ich einen dicken Pullover an und eine Decke über mir habe. Ich hasse das Gefühl, mit Alltagskleidung im Bett zu liegen. Die Bewegungen sind eingeschränkt, man schwitzt und da man das normalerweise nur in unguten Notfallsituationen macht, assoziiert man das auch damit.
[I]Ich bin jung, deutlich jünger als jetzt. Ich trage Rollschuhe, die anstelle von Rädern Panzerketten an den Sohlen haben. Damit fahre ich begeistert Treppen rauf und runter. Sogar dann, wenn ich glaube, ich müsste umkippen, fahren die Panzerrollschuhe die unmöglichsten Stellen auf und ab. Zwar sind sie langsam, aber sie fahren. Ein Junge hat seine Füße ebenfalls in meinen Rollschuhen, aber das ist okay, denn gemeinsames durch die Gegend fahren, macht sowieso mehr Spaß. Wenig später hängt ein Staubsauger an meiner Wand. Ich halte ihn für einen Computer, bin verwirrt, versuche ihn anzuschalten und warte auf ein Bild am Monitor. Jemand kommt rein und erklärt mir, das wäre die Entschädigung für das Auto. Ich weiß nicht, was ich mit einem Staubsauger soll, einem Staubsauger an meiner Wand. Ich will, dass er da weg kommt. Plötzlich steht ein kleiner Computer daneben. Der Jemand schällt ihn ein und es hört sich an, als hätte ich einen Rasenmäher im Zimmer. Meine Bücher wirbeln durch die Luft, es ist laut und ich frage dezent, ob ich damit rechnen kann, dass er noch leiser wird, wenn er erstmal hochgefahren ist.
Ich bin in einem Zimmer, es sieht aus, als wäre es aus einer Sandmännchenkulisse geklaut worden. Die Wände sind hell, von dunklem Fachwerk durchzogen, die Möbel altgrün und wackelig. Von irgendwoher kommt eine Stimme:"Nun liebe Kinder, gebt fein acht, ich hab euch etwas mitgebracht." Ich bekomme Angst, denn nun ist alles wie in einer Puppenausstellung. Wie eine moderige, alte Puppenausstellung in einem Freizeitpark oder Museum. Alles ist alt, weltfremd, die Puppen haben tote Augen, es ist bedrückend. Wenig später brennt mein Bett, ich halte meine Hände in die Flammen und jemand schlägt mir in den Bauch.[/I]
Ich wache auf. Mein Magen knurrt. Ich habe nichtmal bemerkt, dass ich Hunger hatte. Dafür erinnere ich mich daran, dass Antidepressiva Esstörungen fördern...gut, aber ich brauche die Tabletten und man muss Abstriche machen. Ich bin verwirrt, weiß nicht, welche Tageszeit und welcher Tag vorherrschen, alles ist fremd, seltsam, beängstigend...und dabei liege ich in meinem Bett, in meinem Zimmer. Ich habe Angst und stelle mir vor, wie ich mit einem überdimensionalem Raubtiergebiss in der Mitte einer Menschenmasse stehe, von allen in die Enge getrieben und nach jedem schnappe. Hier und dort wahllos ein "Happs" und die Welt ist ein Stück sicherer für mich.
Heute besucht mich eine Freundin, sogar das sehe ich als Bedrohung. Ich kann es mir nicht vorstellen, sehe nur eine abstrakte Figur, die in mein Zimmer kommt. Ich bin beunruhigt, aber ich zwinge mich zu diesem Treffen, da ich weiß, es muss sich was ändern.
Mein Blick fällt auf die Schulsachen. Auch davor fürchte ich mich. Ich fürchte mich davor, dass die Angst vor Schulen mich sogar daheim erreicht. Ich weiß, dass ich - sollte etwas schiefgehen - endgültig eine gescheiterte Existenz sein werde. Ich fürchte mich vor Wartesemestern, davor dass meine Pläne für ein besseres Leben den Bach runtergehen, davor dass jemand wie ich nicht gefragt ist. Wenn ich nicht bald an Geld komme, weiß ich sowieso nicht mehr, was ich machen soll, da von allen Seiten die Rechnung auf mich einprasseln. Rechnungen für die Krankenversicherun, die Schule, irgendwann die Studiengebühren, Arztkosten, Vereinsbeiträge, Verwaltungsgebühren...es ist viel zu viel für mich. Viele Aktionen und viele Kosten resultieren aus dem Fehlverhalten anderer, das ich jetzt ausbaden darf. Möchte ich endlich meine Ruhe, muss ich eine neuerliche psychische Durchleuchtung über mich ergehen lassen. Wieder jemand, der meine Grenzen überschreitet, Dinge über mich erfahren will, auf die keiner ein Recht hat und das nur, damit der Staat weiß, dass es mir wirklich zu viel ist. Ich ekel mich davor und es wäre nicht nötig, hätten ein paar Leute "nein" gesagt, bzw. ihr Handeln besser überdacht.
Ein brennendes Gefühl der Übelkeit breitet sich in mir aus und mein Magen zeigt mir abermals an, dass ich etwas Essen sollte.
Ich verschwende mein Leben, bzw. es verschwendet mich. Sogar unter Menschen fühle ich mich einsam. Ich fühle mich immer und überall einsam, fremd und gehetzt.
Das Auto ist weg, das ist ein arger Rückschritt in die Einsamkeit. Ohne Auto ist man in ländlichen Gegenden abgeschottet. Eigentlich ging ich davon aus, den Tiefststand schon erreicht zu haben. Ohne Auto kaum Jobchancen, ohne Auto kein Fußballtraining, ohne Auto noch nichtmal das Gefühl, die Möglichkeit zu haben. Mein Gefängnis bekommt ein Zusatzschloss. Ich weiß auch gar nicht, wie ich in anderthalb Jahren, nach meinem Auszug, alleine klarkommen soll, wenn ich kein Auto habe. Die Möglichkeiten sind sehr beschränkt und alle sehr unangenehm. Nicht das, was ich nach einem Sturz in's kalte Wasser gebrauchen könnte.
Mit den neuen Schwierigkeiten kommen die alten Ängste. Ich fürchte mich vor meinem Körper, die Panik macht mich fast wahnsinnig und ich frage mich, ob das jemals aufhört. Mir fehlt jegliches Körpergefühl. Ich nehme meinen Körper als Last, angstmachend, verletzlich und abstoßend war. Ich will ihn nicht. In meinem Kopf nisten sich Gedanken von Ärzten, die mich zu grausamen Untersuchungen zwingen, schlimmen Schmerzen, ekeligen Gefühlen, demütigenden Momenten ein. Vor Panik kann ich keinen klaren Gedanken mehr fassen, meine Kopfschmerzen werden schlimmer und ich frage mich, wie ich mit all dem jemals fertigwerden soll.
Alles was ich tun kann, ist mich dazu zu bringen, nicht daran zu denken, denn unternehmen kann ich momentan nichts.
Es zählt nur das Jetzt und jetzt habe ich Kopfschmerzen.
TöggelieOh je, wo der Herbst so hinführt. Passend zur Jahreszeit: Gedanken zum Alter.

Als Kind dachte ich, man wächst, man wird erwachsen und man bleibt auch eine Weile so, also, einfach erwachsen, ein Mittelwert, einfach so.
Zumindest ich dachte, der Mensch würde einen "Fertigzustand" erreichen, so wie er endgültig aussehen soll.
Was soll ich sagen: Wissenssendungen können grausam sein.
"mit 20 altert der Körper, ab 15 (*!!!!*) kommen die ersten Mimikfalten...", mein Gesicht entgleiste und das kam sicher nicht von den Mimikfalten, die ich nun schon erahnen konnte. "Das könnte für die Zuschauer unter 20 jetzt ein Schock sein, aber...", ja...ja doch, ich hatte nicht selten so doof geguckt. Und so irgendwie teilt man die Botschaft, dass etwas eventuell schockierend sein könnte, auch vor dem eigentlich Schockierenden mit, blöder Kerl!
Erst war man noch ein Kind und plötzlich sollte aus dem Milchshake, der nie was anderes war, Buttermilch werden?! Ne! Blöder Witz! Die Natur ist eine blöde Wutz!
Heute weiß man natürlich, dass das kein Blöder Witz war, die Natur aber immernoch eine blöde Wutz ist.
Ab 20 nimmt die Konzentrationsfähigkeit ab, Männer wie Frauen sollten möglichst schon vor 35 ihre Kiddis haben (jaahaaa, auch Männer! Hab ich jetzt irgendwen geschockt? In der Tat sind auch Männer diesbezüglich nicht "unsterblich", im Gegenteil. Zum Trost: natürlich ist das keine festgelegte Grenze. Ginge es nach der Natur, sollten wir ja bestenfalls zwischen 18 und 20 als Mamis und Papis durch die Gegend gurken und das machen wohl die wenigsten.)
Manche schaffen es sogar, ab 25 schon schneeweiße Haare zu haben! Nicht nur ein paar weiße Haare, sondern komplett weißes Haar!
Die Zeichen der Zeit erscheinen bereits, wenn man noch aus Baustellen besteht. Zu viele Informationen! Viel zu viele Infos! Ich will das gar nicht alles wissen, man denkt nur viel zu viel darüber nach und bauscht alles, was man - hätte man es irgendwann festgestellt, gekonnt ignoriert hätte - zu gigantischen Katastrophen auf. Was soll man auch denken? Man ist es schlichtweg gewohnt, jung zu sein. Kommt dann unerwartet jemand und erklärt einem, was man sowieso noch nicht sieht und womit man sich deswegen auch noch nicht auseinandergesetzt hat, dann wandert die Visage wohl immer erst gegen den Erdboden. Würde man einem mitteilen, man würde bald grün sein, wäre das wohl nichts anderes. Ich stelle mir vor, wie entspannt das Leben wäre, würde man nicht so viel wissen und damit auch nicht so viel erwarten. Man fragt sich nicht umsonst, was denn schlimmer wäre, der Schmerz, oder die Angst vor dem Schmerz. Meistens ist es die Angst, die viel länger und viel intensiver quält. Bei vielen Sachen bin ich einfach froh, dass ich sie nicht schon vorher wusste, bzw. erschrak ich zwar kurz, gewöhnte mich aber sehr schnell daran.
Zurück zum Thema: Es scheint keine fertige, erwachsene Version eines Lebewesens zu geben. Es gibt nur junge Teilchen und etwas ältere Teilchen, aber alles kann man nicht unter einen Hut bringen.
Meine Haare sind sogar schon tot und da, also, die Wimper da, ganz rechts, die hat ihre Zeit auch bald hinter sich.
Irgendwo fällt ein Blatt, ein neues taucht auf, so ist der ganze Mechanismus aufgebaut. Schaut man jedem Blatt nach, wird einem nur schwindelig und man übersieht die hübschen, grünen Spitzen, die nur ein bissel später auftauchen.
Töggelie*in Tüte atme* *auf den Boden plumps* *zerfließ*

Ich habe eigentlich keine Lust auf die immergleichen Jammertexte, es weiß ja sowieso jeder, wie scheisse alles ist.
Und ich will einen solchen Mist nicht immerwieder in meinem Pfad lesen, das regt mich selber nur noch mehr auf.

Ich habe Bauchschmerzen und ich habe Panik, wobei der Grund für die Angst noch gar nicht eingetreten ist und bestimmt auch nicht so schlimm ist, vielleicht sogar ganz okay, aber ich habe mich da so schrecklich reingesteigert, dass ich nicht mal mehr 5 Meter geradeaus denken kann. Ich möchte was kaputtmachen...etwas, das dafür verantwortlich ist.


[IMG]http://www.heise.de/imagine/UUY6fOAjBCvFAiukyZIOM2ST870/gallery/Verzweiflung-im-Angesicht-der-elektronischen-Konkurrenz.jpg[/IMG]


Mann...was für ein bescheuerter Eintrag...sogar das Bild will nicht.
TöggelieIch kann mein blödes Gejammere nicht mehr ertragen. Deswegen wird der Pfad geschlossen.
TöggelieTeil 1


[I]Ich kann nicht ohne Nebelpfad. Irgendwas fehlte einfach. *Pfad küss*[/I]

Unter dem Tisch...? Nein. Da, hinter dem CD-Fach... auch nichts. Wer weiß, was normal ist? Ich suche es. Mir fehlt die Normalität, die einfach nicht einkehren will.
Mein Zimmer kam mir fremd vor, mein Lieblingsessen schmeckte mir nicht, die Personen in meinem Umfeld wirkten alle abstrakt und seltsam. Alles, was mir eigentlich vertraut sein müsste, wirkte befremdlich.
Es schien, als hätten sich alle seltsamen Vorkommnisse die Hand gereicht und sich gutgelaunt [I]"Hey, was geht?! Alles klar?! Und - was macht das Leben?"[/I] zugeblökt.
Ich wachte nachts auf und konnte nicht mehr atmen, der ganze Weltschmerz zerquetschte mich und ich konnte nicht anders, als mich verkrampft, hustend und jammernd zu verkriechen, bzw. einem armen Schweinchen den Schock seines Lebens zu verpassen und es so aus dem Schlaf zu reissen (es tut mir immernoch leid).
Nicht nur das, alles, was sonst gut ging, wurde mir jetzt zum Verhängnis. Ich hab meine Brille kaputtgelatscht. Sie lag auf dem Boden, ich wollte sie aufheben und walzte voll drüber. 5t Töggi versus 50g Brille. Überraschung: Die Brille hat verloren.
Ich wollte weg. Vor zwei Wochen lag ich im Bett und war kurz davor, meine Schuhe anzuziehen, Handy, alles liegenzulassen und mit nichts weiter, als mit einem Rucksack und ein paar nützlichen Sachen, abzuhauen. Ich sah mich schon mit anderen jungen Leuten an einer Essensausgabe stehen. Mit jungen Erwachsenen, Jugendlichen und Kindern, die auch keine Lust mehr hatten und unsichtbar sein wollten. Ich hatte bereits meine Springerstiefel in der Hand, die richtigen Schuhe...haben nicht alle, die abhauen, Springerstiefel an? Ich machte mir ernsthaft modische Gedanken. Ja, das bin ich.
Allerdings dachte ich daran, was danach werden sollte. Irgendwann würde ich zurückkehren müssen, irgendwann möchte mich irgendjemand wiederfinden, würde das vielleicht auch schaffen und dann würde es unangenehm werden. Man kann nicht einfach ohne Konsequenzen für eine Weile weg sein, das geht nicht. Und ganz ernsthaft und logisch gedacht: das wäre eine, für meinen Charakter ZU impulsive und ZU spontane Aktion gewesen. Nicht nur das: Mit 20-Loch Springern kann man keine spontanen Aktionen starten, man braucht für's Anziehen ja schon einen halben Tag und währendessen hat man wiederum viel Zeit zum Nachdenken...man hat also als Rüstzeug schonmal alles, was Spontanität schrottet.
Und dann bin da noch ich...ja...ich erkläre es jetzt mal an einem Beispiel: Wenn ich am Verbluten wäre, würde ich erst eine Stunde vor dem Krankenhaus rumschleichen, überlegen, ob es wirklich notwendig wäre, oder es nicht vielleicht doch genügen würde, wenn ich das Blut auffange und mit einer Gießkanne wieder in die Wunde zurückkippen würde (man kann hier schon das Ausmaß meiner Verblutungsaktion erahnen) und dabei vielleicht, eventuell - aber nicht wirklich schnell - Richtung Eingangstüre wanken. Man ahnt es schon: ich werde wohl niemals einfach so das Weite suchen, denn Schuhe und Nachdenkerei würden dies erfolgreich verhindern.
Dabei möchte ich einfach ein bisschen mehr ich sein. Ich war in letzter Zeit immer darauf fixiert, ein perfekter Mensch zu werden. Leicht zu handhaben, gut verträglich und umgänglich, sodass mich ja jeder liebhaben wird. Ich habe mir fast den Hintern dabei aufgerissen, keine Einsicht konnte mir schnell genug vonstatten gehen, aber ich fühlte mich trotzdem nicht geliebter. Ich wollte um jeden Preis der Welt gemocht werden, perfekt sein, rundum mit mir zufrieden. Stattdessen sollte ich vielleicht einfach perfekter ich sein.
Ich bin nicht einfach, ich bin schwierig, launisch, bequem, manchmal depressiv, eigenwillig, exzentrisch. War ich schon immer. Ich war immer schwierig, immer anders. Entweder vergeht das irgendwann, wenn ich wirklich glücklich bin, wenn ich ruhiger und gesetzter werde, wie man immer so schön sagt *g*, oder eben nicht, aber damit muss man dann eben leben...nicht nur ich, auch mein Umfeld. Dabei fällt mir eines meiner Lieblingsbücher ein, das ich als Kind so gerne anschaute: das kleine ich bin ich. Ein kleines, seltsames Tier fragt sich, wer es ist, bis es nach einer langen und abenteuerlichen Reise darauf kommt, dass es ein Individuum und einzigartig ist.
Ich hatte einen seltsamen dazu passenden Traum. In diesem ist mir auf traumhafte Art und Weise der Kragen geplatzt. Kennt jemand diese...Kragen-Echsen...so, und genau SO hab ich bestimmt in meinem Traum ausgesehen.
Ich wusste, dass ich unfair und gemein reagierte, aber in dem Moment war mir das scheissegal. In diesem Traum war ich im Urlaub und mein Bruder sowie einige Bekannte waren auch dabei. Um's kurz zu machen: Ich wurde von allen Seiten verarscht. Ich wollte bei einem Radrennen zusehen, aber irgendein Schönling schubste mich ständig weg. Irgendwann habe ich ihm wutentbrannt eine runtergehauen. Das war dann der Startschuss für andere, mich ebenfalls zur Weißglut zu bringen. Am Eingang zum Hotel wollte mir jemand klarmachen, dass ich, um auf mein Zimmer zu kommen, durch irgend so ne enge Röhre kriechen müsste. Ich versuchte dann wirklich, durch diese Röhre zu kriechen, bekam Platzangst und wurde am Ende von allen Seiten für den Versuch ausgelacht.
Danach wollte jemand ein Spiel mit mir und einem Bekannten spielen. Es ging darum, wie das Abendessen ausfallen würde, wenn man gewann. Ich kannte das Spiel nicht, verlor und bekam deswegen ein paar Zweige Hopfen zu Essen. Wütend warf ich etwas gegen meinen Teller.
Später, wir saßen wieder beim Essen, wurde abermals ein Spiel gespielt. Mein Bruder gewann, ich verlor haushoch und das Spielergebnis besagte, dass ich eine abartige Persönlichkeit wäre, entsprechend wurde ich behandelt. Das war genug für mich. Ich zerwarf voller Enttäuschung das Geschirr und erklärte allen, dass ich es satt hätte, mir den Hintern für alle aufzureissen, aber immer, immer, immer zu verlieren. Und tatsächlich war es selten anders. Ich fühlte mich oft als Beilage, die zuschauen, aber nicht mitspielen durfte. Als nettes Schmuckstückchen, das helfen durfte, da sein sollte, mit dem man Spaß wollte. Es wurde etwas verlangt, aber schwierig durfte ich nicht werden, sonst war ich schneller weg von Fenster als ich mich erklären konnte. Es kam mir vor, als würde ich beliebig hin und her geschubst werden, mal wurde ich gemocht, im nächsten Moment zog man sich wieder von mir zurück und ich war nicht mehr wichtig. Dieses ständige hin und her macht mürbe und misstrauisch. Man kann sich niemals sicher sein, dass man immernoch und wirklich geliebt wird und hat das Gefühl, wirklich ständig um etwas Zuneigung kämpfen zu müssen.
Im Traum bin ich dann abgehauen. Ich war plötzlich in einem Internat und suchte an Schildern nach dem Ausgang, landete aber in der Dusche. Meine Hände hinterließen überall Blutflecken. An den Wänden, an den Türen, mir war das egal, ich zerwarf alles und jeden und war mit dem Scherbenhaufen zufrieden, denn irgendwo erschien mir das als Gerecht.
Fazit: Man ist uninteressant, wenn man sich um andere sorgt...zusehr sorgt und sich dabei vergisst. Irgendwo geht man davon aus, dass genau so das Wunschbild eines Menschen sein müsste, aber in der Realität ist der, der nicht auf sich selbst Acht gibt, nicht gefragt. Man muss auf sich aufpassen, das wird einem niemand anders abnehmen.

[SIZE=1]Mist, zu lang [/SIZE]
TöggelieTeil 2


Und manchmal denkt man, man würde etwas Zuneigung bekommen und sofort wird sie einem missgönnt. Wie mein Auto. (Langsam kann ich das Wort "Auto" nicht mehr hören, es kann doch nicht sein, dass ein Bogen Blech soviel Ärger hervorrufen kann.) Ich dachte, man würde mir aus Zuneigung ein Auto schenken. Ich hatte auch ganze drei Wochen etwas davon...mehr oder weniger, eigentlich machte es mir mehr Arbeit, da ich morgens um fünf meinen Bruder durch die Gegend kutschierte. Vor einer Woche bat meine Tante mich darum, es ausleihen zu dürfen, da ihres kaputt war. Klar, sie braucht es dringender, ist zwar blöd wegen der Versicherung, aber ich muss keine Einkäufe, etc. tätigen und Kleinkinder zum Kindergarten bringen, also steige ich freiwillig auf den Bus um und gebe das Auto für einige Zeit her. Was des einen Freude ist, bringt andere dann wieder dazu, etwas Schlechtes darin zu sehen. Mein Großvater kam auf den Trichter, ich hätte das Auto ohnehin nicht verdient. Jemand, der keiner geregelten Arbeit nachkommt, hätte kein Auto verdient und überhaupt hätte man bei mir schon viel früher etwas an der Erziehung ändern müssen und meinem Charakter so einen "Keil reinhauen", wie er sich ausdrückte. Das Ganze gipfelte darin, dass meine Mutter sich entrüstete, er häbe sich gefälligst zurückzuhalten, da er sowieso keine Ahnung hätte, wovon er überhaupt reden würde.
Irgendwo habe ich auch nichts anderes erwartet. Ich erinnere mich noch daran, wie er - als ich ca. zwei Jahre alt war - meiner Mutter riet, wenn ich unleidig und unzufrieden war, mir den Hintern zu versohlen und mich in mein Kinderzimmer zu sperren. Meine Eltern hatten irgendwann so die Nase voll, dass sie meine Großeltern ca. ein halbes Jahr nicht mehr besuchten.
Manch einer kommt nicht darauf, aber selbst ein kleiner Mensch von zwei Jahren macht sich Gedanken, bekommt Angst (hat z.B. plötzlich Angst zu sterben oder hat Angst, die Eltern könnten sterben), fühlt sich unverstanden, etc. und drückt durch Quengeln sein Unwohlsein aus. Für viele steht fest: Kleine Kinder verhalten sich so aus Ungehorsam, was sofort unterbunden werden muss. An eine komplette Persönlichkeit, die ihre Höhen und Tiefen auszuhalten hat, denken manche nicht im Traum.
Zudem sollte man allgemein bedenken, dass Positives durchaus über Negatives hinwegtrösten...es vielleicht ein bissel kaschieren, ihm einen Body verpassen, in dem es nicht mehr gar so mopsig aussieht und es zum kalorienzählen verdonnern kann, damit es nach und nach ein bissel schlanker wird.



[IMG]http://www.bkk-hessen.de/oppromedia/bilder/x_200/logo_das_kleine_ich.jpg[/IMG]
[SIZE=1]Das kleine ich bin ich[/SIZE]

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TöggelieFreundschaft kann etwas sehr Angenehmes sein...kann sein, muss aber nicht. Freundschaft kann ebenso frustrierend ohne Ende und verletzend sein.
Ich fühle mich zum ersten Mal dazu genötigt, darüber nachzudenken, einem meiner besten Freunde die Freundschaft zu kündigen. Nicht etwa aus verletztem Stolz oder aus Streit. Ich möchte meinen Frieden und die Vermutung liegt nahe, dass ich diesen so schnell nicht finden werde, im Gegenteil.
Vor Kurzem zeigte mir jemand einen Artikel über organisierten Selbstmord.
Aus Neugierde machte ich mir eine Liste, auf der stehen sollte, welche Gründe für das Leben und welche dagegen sprechen würden. Man muss beachten, ich war zu diesem Zeitpunkt gut gelaunt und setzte die Punkte gut durchdacht, ohne jeglichen stimmungsabhängigen Impuls. Und ich betone nochmal, dass ich einfach nur neugierig war. Trotzdem: Der einzige Punkt, der momentan gegen Selbstmord sprechen würde, wäre der, dass ich es aus Prinzip nicht tun würde. Geht man von sämtlichen anderen Faktoren aus, würde vieles auf der falschen Seite stehen.
Ich fühle mich in die Enge gedrängt. Nicht mal unbedingt berufs - oder schulbedingten Faktoren. Vielmehr von den Dingen, die mir wichtig sind und die Freude bereiten sollten. Von Freunden. Ich schätze es, wenn jemand seine eigenen Ansichten und seine Meinung hat, aber ich bin kein Spielzeug. Ich habe allerdings immer öfter das Gefühl, als solches angesehen zu werden.
Ich fühle mich auf eine gewisse Art bedroht und in die Enge getrieben und das von mehreren Seiten.
Das letzte Tröpfchen war ein etwa siebenstündiges und angenehmes Telefonat mit einer Freundin...welches in einem lautstarken Streit über das "Vorrecht" über mich endete. Ich kann über mich bestimmen, wie weit ich es möchte und inwiefern ich es für angebracht halte. Ich räume niemandem das Recht ein, über meine Risiken und mein Wohlbefinden zu bestimmen...insbesondere dann nicht, wenn ich vermehrt darauf hinweise, dass derjenige sich auf waffeldünnem Eis befindet. Es gibt Grenzen, die niemand stecken kann, ausser mir. Ab einem extremen Grad, sehe ich mich als bedroht an. Die Absichten, die dahinter stecken, sind ab dem Moment zweitrangig. Ich gestatte es niemandem, niemandem, niemandem so weit zu gehen, egal, welche Absichten dahinter stehen.
Den einzigen Nutzen, den ich aus der Aktion ziehen werde, ist der, dass ich mir den Tipp, ich sollte anderen im gewissen Sinne nicht zu nahe kommen, zu Herzen nehmen werde. Ich bin mir nicht sicher, inwieweit ich das durchziehen kann und werde, aber aus reinem Selbstschutz wäre es für mich das Beste, würde ich keinen, bis auf eine gewisse Toleranzgrenze, wie sie unter flüchtigen Bekannten herrscht, an mich heranlassen.
TöggelieDas mag sich wie eine Abrechnung anhören, vielleicht ist es das auch. Vielleicht bin ich ungerecht, aber ich erhebe kein Recht auf ein allgemeines Urteil, es geht nur darum, was ich empfinde und wie ich es erlebe.
Ich bin von sämtlichen Personen schlichtweg abartig enttäuscht.
Ich bin wütend. Nach verschärftem Nachdenken kam ich zu dem Entschluss, dass es nicht alleine meine Schuld ist, wenn es mir wieder mal schlecht geht. Ganz sicher nicht alleine. Ich fühle mich weggeschubst, von manchen ausgenutzt und als Gebrauchsgegenstand zweckentfremdet. Von wieder anderen verarscht und auf unverschämte Art und Weise beurteilt.
Der Gipfel ist, wenn man mich bis zum geht nicht mehr reizt und mir dann nahelegt, doch endlich einen Arzt aufzusuchen. Wow, das war einfach, was? Das ist unverschämt, mehr nicht. Wenn ich jedem, von dem ich glaube, dass er es braucht, dazu raten würde einen Seelenklepmner aufzusuchen, wären die Wartezimmer voll.
Ich fühle mich manchmal als krank und unzurechnungsfähig abgestempelt, als bräuchte ich jemanden, der sich um mich kümmert. Nicht auf diese Art und Weise, nur mal endlich nicht weniger, als es jeder andere braucht. Ich stehe mit mir und meinen Problemen alleine da, da brauche ich niemanden, der mir die Hand hält, ich kam schon als Kind alleine zurecht. Ich bin nicht krank.
Ich fühle mich nichtmal sonderlich schlecht, aber alles, was sich in letzter Zeit aufgebaut hat, ist wieder weitestgehend hinter einem Stück Mauer verschwunden. Ich sehe auch keinen Grund, dem entgegenzuwirken, es ist anscheinend besser für mich. Und genau darum geht es: was gut und besser für mich ist.
Ich träumte heute Morgen von einer Party. Ich wurde mit den Worten:[I]"Du gehst ja jetzt, oder?"[/I], vor die Tür gestellt. Draußen schneite es. Es war eine Glastür und ich guckte nach, was die Leute da drinnen machten. Sie waren ausserordentlich gut gelaunt. Ich sah Freunde und Bekannte. Ich sah glitzernde Geschenke und Kuchen. Irgendwann ging ich in den Schneesturm raus.
TöggelieIch hab 'n Schatten. (So und jetzt alle mal schämen! Die (garantiert!!!) vermutete Version ist zwar auch richtig, aber die meine ich nicht. -,-)
Ich bin auf der Suche nach Freunden, Bekannten, Gesellschaft. Das hat auch richtig gut geklappt, vielleicht ein wenig zu gut.
Hinter meinem Schatten müsste sich wohl eine Wäscheleine, die voller Sabbereimerchen hängt, befinden, damit nicht sämtliche Leute den Boden bewässern, so gut schaut er aus, nur halt extrem jung, aber irgendwann gibt sich auch das. Nett ist er auch, extrem zuvorkommend, witzig, nimmt sich Zeit, blabla, man könnte die ganze Bandbreite runterleiern.
Aber ich interessiere mich nicht. -,-
Wenn das nicht blöd gelaufen ist... Man muss sich vorstellen, da ist jemand im gleichen Alter, nett, gutaussehend, aber man selber hat mal so absolut kein Interesse. Ich frage mich, ob man die Chance hätte, das auf irgendeine Art und Weise zu beeinflussen. Ich wollte viele, die wollten mich nicht, irgendwo nicht wirklich mein Problem, verpassen sie halt was und ich renne bestimmt niemandem nach, dazu bin ich mir zu wertvoll.
Aber irgendwann möchte man schon mit jemanden auf einen gemeinsamen Nenner kommen. Das muss keine mords Sache sein, ich möchte nur gerne wissen, dass da jemand ist, der mich mag und umgekehrt, möchte ich auch ganz gerne mein Gegenüber mögen dürfen. Fertig. Anspruchslos und unkompliziert. Ich wäre wohl die letzte Person, die jemanden einengen und kontrollieren möchte, dazu stehe ich zu sehr auf meine eigene Freiheit. Das Problem ist, meine lockere Einstellung bringt mir mal so absolut nichts, wenn mein Interesse nicht mit meiner Pflegeleichtigkeit zusammenarbeiten mag. Ich möchte nur mal probehalber einen Bissen probieren, kein Drama, nichts Weltbewegendes (das wäre für mich auch leicht überfordernd, muss ich zugeben.)
Denkt man mal über den ganzen Beziehungs-Quark nach ('tschuldige, so schön das sein mag, aber ich beleuchte mal kurz ein bissel die negativen Seiten, die manche da ein klein wenig zelebrieren), so kommt man auf einige Sachen, die einen schreiend, wild mit Armen und Beinen wedelnd, wegrennen lassen. Man wird als freier Mensch geboren, das wissen wir, das weiß jeder für sich, ich glaube aber, dass die mutierte Spezies "Partner" das nicht so ganz auf die Reihe kriegt.
Bestes Beispiel: der "Terrormodus" beim Treffen mit andersgeschlechtlichen Freunden. Ganz ehrlich, wenn mein Freund mich blöd anmachen würde, weil ich mich mit Kumpels treffen möchte, würde das schwer an der Beliebtheitsskala kratzen. Umgekehrt, würde ich mich in Grund und Boden schämen, würde ich hinter jedem Mist einen Skandal und Rosenkrieg vermuten. Das wäre mir mal sowas von zu blöd. Ich würde wohl eher die Gelegenheit nutzen, mich ungestört um mich selbst kümmern zu können. Wobei ich auch anmerken muss, dass ich - bin ich bei jemandem länger zu besuch - die Zeiten genieße, in denen ich mich im Badezimmer verkrümeln kann und mal eine halbe Stunde oder Stunde für mich hab. Ich habe auch absolut nichts dagegen, würde der andere sich während meines Besuches alleine irgendwohin bewegen, sei es nun, um kurz jemanden zu besuchen, oder weiß der Geier was. Kontinuierliches Zusammenhängen stresst.
Ich würde sogar soweit gehen, dass ich im Leben nicht mit jemandem in einer kleinen Wohnung zusammenleben möchte. Wenn ich keinen Rückzugsort hab, der mir, mir, mir, alleine mir gehört, werde ich das ungenießbarste Stück Fleischklumpen auf Erden. Sogar noch vor Gammelfleisch und Konsorten!
Freiraum, ganz, ganz wichtig und fehlt er, wahrscheinlich der Beziehungskiller Nummer eins. Bin ich mit jemandem zusammen, gehen mich auch die Sms, die Mails, die Briefe, die Badaktivitäten, etc. meines Gegenübers absolut nichts an.
Auch ätzend: nur noch als Pärchen aufkreuzen. Wöargh! Ab und an, selten, okay. Aber, wenn ich jemanden frage, ob er mit mir irgendwohin geht und der Eimer fragt erstmal automatisch sein Anhängsel, ob es denn Lust hätte usw. dann hätte sich das Treffen schon erledigt. Was soll das?! Gleichzeitig würde ich als Partner auch nirgends einfach selbstverständlich mitwackeln, da ich mir selber aufdringlich vorkommen würde. Davor würde ich eher 25mal nachfragen, ob alle Beteiligten es auch okay finden.
Ich finde dieses Vereinnahmen einfach furchtbar und höre ich das Wort "Beziehung", kommt mir zu allererst das in den Sinn. Man muss so vieles, denn in einer Beziehung macht man das. Ich habe manchmal das Gefühl, man handelt nicht nach dem, was man empfindet, oder möchte, sondern danach, was man in einer speziellen Schublade vermutet, oder was man bei anderen gesehen hat. Das man es ganz anders machen kann, wird dabei in den meisten Fällen ausgeklammert, man möchte ja eine "richtige" Beziehung haben. Kein Wunder haben so viele Leute Beziehungsangst. Es sollte was Angenehmes, Schönes sein, wo das Wollen eine Rolle spielt, nicht das Müssen. Wenn ich mein Lieblingsessen esse, dann möchte ich auch nicht, dass mir jemand irgendwelche Beilagen auf den Teller legt, die ich doch eigentlich so gar nicht haben möchte. Legt man diese dann noch so richtig ungeschickt über das Hauptmenü, dann kann man es gar nicht mehr essen, ohne mit dem ekeligen Ding in Kontakt zu kommen. Das ist doch furchtbar! Oder der Zwang, sich treffen zu "müssen". Nach meinen Beobachtungen, meistens hervorgerufen von der Frau. Ist es eine Fernbeziehung, will sie jedes Wochenende aufkreuzen, ist es eine normale Beziehung, muss man Glück haben, wenn sie nicht jeden Tag vor der Türe steht, irgendwelches gesundes Gemüse mitschleppt und gemeinsam kochen will. Das wäre mir vom Zuhören her schon zu doof.
Gut, es geht auch anders, aber bei dem, was ich so mitgekriegt habe, darf das Wort Beziehung bei vielen Frauen nicht fallen, möchte man nicht augenblicklich angesprungen und (wie es Kinder im Kindergartenalter mit Kuchen oder Schoki machen) abgeleckt werden: MEINS! (Und das mit dem Ablecken ist noch nichtmal eine Metapher.)
Jeder soll mitkriegen: Hier ist besetzt.
Man nehme das Weibchen (oder auch das Männchen), packe es bei den Haaren und führe es zu einer Wand: [I][B]*dütsch!*[/B][/I]
Herr lass Abend werden...scheisse geht mir sowas auf den Pudel.
Ich möchte zu nichts gedrängt werden, ich möchte keine Angst vor irgendwelchen Dingen haben müssen, das ist doch einfach nicht Sinn der Sache. Und ebensowenig möchte ich, dass mein Freund diese absolut unangenehmen Gefühle hat.
Es gibt soooo vieles, bei dem man einfach nur doof gucken kann und entgeistert:[I]"NÄ!"[/I], brüllen möchte, und sollte mir so etwas je in den Weg stolpern, werde ich das auch tun.
Ich bin mit Sicherheit keine einfache Person, aber unter diesen Voraussetzungen wohl einer der pflegeleichtesten Partner.
TöggelieKrieg der Knöpfe



[I]"Aber freundlich zu sein, ist das Beste was es gibt."[/I], stellte ein hässlicher Vampir fest. Ich hatte mir nur wenige Minuten zuvor, quasi mit Anlauf, die Nähnadel in den Finger gerammt. Sie kam zur anderen Seite wieder heraus und blieb von der Wucht in der nächstbesten Zimmerwand stecken. Gut, das mit der Wand war gelogen, sie blieb nicht darin stecken, sie ging durch.
Ich hasse nähen, ich hasse Handarbeiten und ich brauchte auch tatsächlich fast eine Stunde, bis ich 6 alte Militärknöpfe an meine Jacke genäht hatte. Was den Zusammenprall mit der Nadel und dem Finger angeht...gut, ich hätte nebenher nicht unbedingt fernsehen müssen. Aber das, was der hässliche Typ sagte, war an Naivität fast nicht zu übertreffen. Freundlichkeit kann eine gewisse Zeit lang okay sein...oder um es besser auszudrücken, für den Empfänger ist das mit Sicherheit angenehm, aber für den Sender ist das eine etwas unsichere Sache.
Ich nehme mal das naheliegendste Beispiel: Jemanden besuchen. Es gibt immer den einen, der besucht wird und es gibt den anderen, der die Arschkarte hat und seinen Hintern zur entsprechenden Person schwingen muss. Ich bestreite nicht, dass es stressig ist, wenn man planen muss, was man mit dem Besuch anstellt oder wenn man entsprechend aufräumen muss, blabla. Ich weiß aber auch, dass das der wesentlich angenehmere Part ist.
Ein aktueller Fall: mein neuer Kumpel. Es ist interessant, wenn man von Leuten besucht wird, die direkt im Anschluss klarstellen, [I]"Aber nächstesmal kommst du wieder zu mir."[/I]
"Wieder" ist das Schlüsselwort und meine Einstellung dazu:[I]"Leck mich."[/I]
Man nimmt sich für neue Jahre wohl ständig neue Vorsätze vor und meiner wird sein:
Ich werde so schnell keinen mehr besuchen.
Man braucht immer irgendjemanden, der gerade zufällig in eine bestimmte Richtung fährt, hat man den dann gefunden, muss man erstmal zu dieser Person gelangen, was oftmals gar nicht so einfach ist. Beim letzten war es so, dass ich ihn über's Handy mal so gar nicht verstanden habe, der Empfang war einfach mies und wie es so ist, wenn man nichts versteht, plappern beide gleichzeitig los. Der Blödmann hatte mich deswegen dumm angemacht. Ich starrte voller Wut mein Handy an, fassungslos darüber, dass so ein alter Sack mich angemotzt hatte und war drauf und dran, etwas entsprechend Beleidigendes zurückzuwerfen. Das Manko ist, dass man nehmen muss was kommt, ansonsten kommt man selber nicht weit. Und wenn man sich schon nach den ersten fünf Minuten einer Reise fragt, warum zur Hölle man sich sowas antut, kann man sich die Schwierigkeit des ganzen Unternehmens ausmalen.
Ich war sauer ohne Ende, vor allem, da ich wusste, dem unverschämten Oldtimer auch noch 25 Euro geben zu müssen.
Ein anderes und vielleicht interessanteres Beispiel: einer meiner Jobs war in einer Groß-Gärtnerei, in der ich irgendwelchen Floristen beim Einpacken ihrer Primeln und Büsche helfen musste. (Blumen sind schön, aber ich glaube nicht, dass ich Lust hätte, mich abzurackern, damit so ein paar Omis ihr Grünzeug auf die Fensterbank bekommen.)
Es war interessant, die Reaktionen zu sehen. Manche waren total baff, dass ihnen jemand helfen wollte. Andere wiederum sahen es als eine Selbstverständlichkeit an, kommandierten mich zu sich, stellten mir Büsche, kleinere Bäume und Setzlinge (da diese meist nur aus Dreck bestehen, haben die ein unfassbar extremes Gewicht) vor die Nase und gingen selber Kaffeetrinken. Nicht, dass man sich je dafür bedankt hätte, dass ich ihren ganzen Lieferwagen vollgeladen hatte, was so eigentlich auch nicht gedacht war, wenn ich die Sache richtig verstanden hatte.
Man hat manchmal den Eindruck, man sei ein Kindermädchen. Man hat mit sich selber genug zu tun, aber wenn einmal klar ist, dass man versucht, sich ein bissel um andere zu bemühen, wird einem die Bude eingerannt. Ich finde es auch ein bissel arg, sich monatelang nicht zu melden, aufzukreuzen und dann sofort irgendwelche Lösungsstrategien für abstrakte Probleme von einem zu verlangen, bzw. gleich dramatische Ansagen, ala "man hätte sich die Arme aufgeschnitten", zu machen. Ahm...ich glaube nicht, dass man sowas jedem direkt auf die Nase binden sollte, das könnte unter Umständen ungut ausgehen.
Noch ein bissel abgefahrener wird es, wenn das Gegenüber dann mit den Lösungsvorschlägen nicht zufrieden ist und man stellvertretend für die Problemverursacher angemotzt wird. Ich hab mir schon des Öfteren überlegt, mir für solche Bekanntschaften eine Signatur zuzulegen: Ich bin von den Guten.
Entschuldigung, aber das muss ja nun wirklich nicht sein. Meine Eltern haben mich sicher nicht großgezogen, damit ich ein Papiereimerchen für zerknüllte gescheiterte Lebenspläne werde, das hätten sie dann auch einfacher haben können.
Und auch für das gewünschte Treffen mit diesen Personen steht fest: NÄ!
Wobei ich auch nicht müde werde, die Sache mit "meinem" Auto an den Haaren herbei zu zerren. Hey, wenn man jemandem etwas leiht, hat sich doch niemand anders einzumischen und den Verleiher dumm anzumachen. Nachdem wir festgestellt haben, dass meine Eltern mich nicht großzogen, damit ich ein Papiereimer werde, stelle ich auch noch klar, dass Selbiges für Autoverleih-Anlage gilt. Und als ich so ein kleinwenig die Schnauze voll hatte und mir wieder jemand blöd kam, mit der Ansage:[I]"Äh, du, ich hätte mal eine Frage, ist das Auto immernoch nicht da?"[/I], zischte ich - wobei ich so viel Empörung wie möglich in diesen Satz legte:[I]"Äh, du, ich hätte mal eine Frage: KANNST DU ES SEHEN?!"[/I], zurück.
Es war vielleicht arg grob und ich war selber ein bissel überrascht, als sowas so plötzlich aus meinem Mund rutschte, aber sei's drum. Es gibt Bushaltestellen, es gibt Busse, es gibt Beine und alles kann man nutzen, da muss ich nicht kostenfreies Taxi für die "schwerarbeitende Bevölkerung" spielen.
Also wirklich! Klar, ich kann mir meine Zeit gerade ziemlich gut einteilen, aber ich bin kein Allzweckwerkzeug, dessen man sich kurzerhand bedienen kann.
Das Wort zur Freundlichkeit.
TöggelieIch hatte schon fast die Schere in der Hand und wollte nur mal ein bissel antesten. Ich würde vielleicht fünf Minuten brauchen. Vielleicht würde ich mich danach irgendwie leichter fühlen, vielleicht würde es sich nach all den Jahren auch witzig anfühlen. Ich könnte mir durch flauschig weiche Haare streichen, was in meinem Fall äusserst lohnenswert wäre. Als ich sie noch offen hatte, zu Schulzeiten, wurde ich gerne in Physik und Chemie als Versuchsobjekt genommen, da sich meine Haare bei elektrischer Spannung irgendwie immer besonders gut aufstellten. Irgendwann standen auch mal an die 7 Leute um mich rum, betatschten meine Haare und riefen anderen zu, wie schrecklich weich sie doch wären. Gut zu wissen, wenn alle Stricke reissen, habe ich immernoch eine Karriere als Kuschelweich-Bär vor mir.
Ich fragte eine Freundin:[I]"Soll ich mir die Haare abschneiden?" "Warum?" "Mir ist irgendwie danach?" "Aber, du mochtest sie doch, es hat dich doch so viel Mühe gekostet." "Mir ist aber was nach Krassem zumute, irgendwas, das etwas verändert...wenn auch negativ." "Soll ich dich gleich in die Hölle schicken? Das ist doch nichts anderes, als sich mutwillig zu verletzen, oder?"[/I]
Gute Frage, vielleicht auf eine subtile Art und Weise. Wobei das auch ganz gut überspitzt ist, denn es sind ja nur Haare, die früher oder später sowieso ab müssen. Natürlich, die Mühe war und ist da, vielleicht ist es auch ab und an kränkend, dass etwas so Mühevolles als ekelig betitelt wird, aber irgendwann wird es einem auch selber zu blöd und man hätte einfach gerne seine normalen Haare wieder.
Es ist immerwieder oder eigentlich ständig das alte Problem und damit kann mir auch einfach keiner helfen. Man könnte mir vielleicht Massagen verschreiben, aber das wäre auch schon das höchste der Gefühle, denn dagegen kann man einfach nichts tun. Es ist zermürbend und ich fühle mich so gar nicht wohl in meiner Haut...wenn von Haut überhaupt die Rede sein kann. Man muss es sich ein bissel so vorstellen, als hätte man keine Haut mehr. Alles wäre freigelegte Muskulatur und manchmal kann man nicht mehr atmen, weil man vor lauter nichts mehr spürt. Ich erkläre mir das so, dass man sich von etwas Schmerzhaftem, etwas Ungeliebtem irgendwann soweit entfremdet, dass ein Zusammenspiel nicht mehr möglich ist. Was würde ich denn z.B. mit einem Bagger anfangen wollen? Ich kann ja gar nicht fahren. Ich würde mit der Schaufel rumwedeln, damit wohl sämtliche Häuser abdecken, Büsche plattwalzen, das Führerhaus so ausser Kraft setzen, dass es sich im Kreis dreht und ich irgendwann im hohen Bogen rauskatapultiert werde.
Naja, jedenfalls ist es nicht so toll. Und nicht so toll ist es auch, was eben mit mir ist. Und da das eben schon seit...ich erinnere mich da an ca. 8 Jahre...seit 8 Jahren so ist, ja...die Möglichkeiten sind da leicht begrenzt.
Irgendwo muss man sagen: Gut es ist halt so, dafür bleiben mir andere Dinge erspart. Natürlich ist es nunmal so, ich muss damit leben, versuche das auch so gut es geht, aber Fakt ist auch, dass es Phasen gibt, in denen man einfach leidet. Und damit meine ich nicht, so ein bisschen wischi-waschi, sondern ich meine schon das, was ich sage. Der Leidensdruck kann schon enorm sein und das die meiste Zeit. Ich kann mich zwar ablenken, aber unterschwellig ist sowas eben doch ständig spürbar.
Ich stehe manchmal da und fange aus heiterem Himmel an zu weinen, weil ich es irgendwo nicht mehr ertragen kann. Und ich bin bestimmt niemand, der nahe am Wasser gebaut hat, ganz im Gegenteil. Ich komme mir blöd vor. Ich meine, man geht den Leuten irgendwann extrem auf die Nerven mit sowas. Ich kläre das zwar ganz gut mit mir selbst, aber wenn man irgendwo ist und es einem für ein paar Minuten plötzlich nicht so gut geht, fällt man dem Rest einfach damit auf die Nerven...auch wenn man sich dann einfach zurückzieht oder ruhig wird, das ist eben einfach so und das kann ich auch verstehen. Dabei möchte ich dann einfach nur kurz Ruhe haben, ich möchte keine großen Aktionen, aber allein die Tatsache, dass jemand plötzlich ruhig ist, ist nunmal für die Mehrheit einfach unangenehm.
Das heißt aber alles nicht, dass etwas mit mir persönlich nicht in Ordnung wäre...dass ich eine Macke hätte oder so. Es ist allein mein Problem, von dem im Normalfall auch keiner was mitkriegt.
Jemand erzählte mir, es würde besser werden, wenn ich erstmal älter wäre, das wüsste er von sich und eine andere Person schwor darauf, es war besser, als sie schwanger wurde. Ähhh, ja, aber ich kann nunmal nicht schneller altern und Kinder...(Gottes Willen, reden wir in 10 Jahren nochmal darüber, wobei mich sowieso keine Macht der Welt dazu bringen würde auf Kaiserschnitt und Co. zu verzichten...ich bin doch nicht blöd. So schön etwas sein kann, aber auf gewisse Dinge verzichte ich dankend und DA kommt bei mir sicher nichts raus! Auf den Bauch darf sich das Ganze ruhig beschränken, da glaube ich auch, dass das ne coole Sache sein kann, aber die Etage tiefer ist mir um Welten zu heikel...nur über meine Leiche...halt - noch nichtmal dann!)
Jedenfalls muss ich da wohl durch. Zumindest, solange ich noch einigermaßen jung bin.
Ich suche nach Trostpflastern, ich möchte irgendwas ändern, um mich über ein bissel etwas freuen zu können. An meine Haare getraue ich mich noch nicht wirklich, die Tätowierungen stehen auch noch nicht so ganz, auch wenn ich schon weiß, wer es wie machen wird. Abnehmen wäre mal wieder ganz nett, das dicke Bäuchlein sollte flacher werden. Das sind zwar alles keine Allheilmittel, aber irgendwo sind so kleine Geschenke an sich selbst vielleicht doch eine Art, sich ein bissel zu trösten, wenn's auch nicht wirklich lange anhält.

[IMG]http://styleman.de/wp-content/uploads/2008/11/angst-hat-grosse-augen.jpg[/IMG]

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Töggelie[COLOR=darkred][B]70er Beitrag. Man muss keine große Sache draus machen und Geschenke nehme ich gerne an. Adresse per PN erhältlich.[/B][/COLOR]



Wir sind Reinhold Messners, hocken auf irgendnem komischen Berg, auf dem wir eigentlich nix verloren haben, besitzen ein Zelt, welches geschmackstechnisch 0 hermacht, haben Futter, das geschmacktstechnisch nichtmal mehr erwähnt werden darf, so grottig ist es und dicke Winterjacken und gefütterte Unterhosen, die uns fett machen. Draußen hüpft irgendwo ein dicker Yeti rum, den wir vielleicht mal irgendwann gesehen haben, den wir extrem gerne wiedersehen möchten und dessen Existenz uns von anderen madig gemacht wird.
Soviel zur Situation, alles klar?
Dabei habe ich drei Probleme:
Erstens: Ich mag Reinhold Messners Frisur nicht.
Zweitens: Wo findet man in 8 000 m Höhe eine Toilette? (Und ich bestehe darauf! Niemand bringt mich dazu in einer Affenkälte auch nur ein Fleckchen Haut freizulegen. -,-)
Drittens: Was soll das?
Jeder hockt auf seinem Berg, mit einem dürftigen Zelt. Warum? Weil wir ohne den Berg kein Zelt hätten und ohne das Zelt nicht auf dem Berg hocken könnten. Die meiste Zeit sitzen wir alleine rum, ab und an steigen wir höher...werden noch einsamer und bekommen vielleicht ein bissel die Höhenkrankeit (lebensmüde, völlig kaputt, depressiv). Per Megaphon brüllen wir dann den Menschen auf dem Berg neben uns um Hilfe an. Und was bekommen wir zurückgebrüllt? Wir müssen wieder ein bissel weiter runter, wo man besser atmen kann, die nächste Siedlung nicht so weit entfernt ist, wo man ein bissel entspannen kann. Da hätte man auch selber drauf kommen können, oder?
Jeder hat sein Ziel...wir vermuten es auf irgendeine Art und Weise, ob es erreichbar ist, ist allerdings eine andere Frage.
Meistens sind die Bergbrüter um uns rum auch ganz dolle gegen unser Ziel, weil es vielleicht ein bissel arg abstrakt oder seltsam ist. Und seltsame, abstrakte Dinge wollen, das darf man als guter Berghocker nicht, denn wer weiß, ob ein solcher Wunsch nicht eine Lawine auslösen könnte, die die ganze Ordnung ein wenig durcheinander bringt? Nene, es wird sich ordentlich hingesetzt und gut...das muss reichen.
Aber warum hocken wir auf so nem blöden Hügel? Warum tänzeln wir nicht mit Baströckchen an einem Strand entlang?
Irgendwo haben wir uns wirklich die dümmste Position ausgesucht und da wir eigentlich schon als Kind auf kleinen Hügelchen rumturnen und das alle so praktizieren, lässt sich da auch schwer was dran ändern. Aber ich bin trotzdem der Meinung, dass man es sich zumindest selber ein bissel einfacher machen darf, wenn man nicht gar so weit hochkriecht. Spätestens, wenn einem schlecht wird, muss man sowieso wieder runter. Was ich dabei schade finde: Wird man krank, ist man müde, gehts einem nicht gut, wird man sofort von einer Seite zum Weitermachen gedrängt. Man muss funktionieren, egal wie weit es möglich ist und wie weit es geht, das steht völlig ausser Frage, es wird erwartet. Manchmal wundere ich mich, dass man einfach so sterben darf. Aber vermutlich steht irgendwann selbst dann jemand auf der Matte und meint, um Leistung betrogen worden zu sein.
Ich sorge mich um die Leute, die mir wichtig sind. Ich hasse die Personen, die sie dazu drängen, überstunden zu machen, die Urlaub unmöglich machen, die sie stressen und trotzdem zu wenig Gehalt rausrücken. Fahrt zur Hölle.


[IMG]http://www.medion-fotoalbum.de/mediapool02_aldi_s/22/BA/F3/20/C8/14/11/DB/B3/B2/5B/7A/55/D8/0C/26/oma/10/197DE5A0DDD411DEB644569A6DC06EB2.jpg[/IMG]
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Was gehört rasiert?
Spätestens, wenn einem Pinsel aus den Ohren wachsen, sollte man darüber nachdenken. [URL=http://www.haustierratgeber.de/typo3temp/GB/7ee113e870.jpg]klick[/URL]
Meiner persönlichen Meinung nach, am gernsten und am liebsten alles. Was mir momentan irgendwo ein bissel negativ auffällt: Gesichtsbehaarung bei Männern. Nichts gegen Männer mit Bart, aber ich sah schon so manchen Lehrer, der nicht so ganz verstanden hatte, dass sein Pausenbrot in eine Tupperbox gehört hätte und nicht bruchstückchenhaft in die Gesichtsbehaarung. -,- Das geht nicht, wenn man mit seinen Ersatzteilen nicht umgehen kann, dann sollte man sich über eventuelle Lösungen Gedanken machen...die hier sehr naheliegend sind.
Jedenfalls, hätte mich mal irgendjemand zu der ganzen Evolutionssache befragt, hätte ich die gewagte Idee in den Raum geworfen (hey! Erst zuende lesen, dann kreischen!) - ahm, da ein bissel was von manchen Spinnen abzkupfern. (Ihr habt gelesen, was ich vorhin schrieb, oder? Erst weiterlesen.)
Aufpassen: Mir erzählte ein Bekannter, er hätte viele Spinnen daheim...mit Absicht, also er mag die. Jedenfalls muss es wohl so sein, dass die Viecher sich im größten Recht sehen und mal eben aus ihrem Terrarium latschen. Herrchen liegt auf dem Bett, guckt zum Fenster raus und sieht dann gerade noch, wie sein kleiner Schatz, als wäre nix gewesen, wieder zum geöffneten Fenster reinspaziert. (So, was ich in dem Moment dachte, reichte von der Nato bis zur Biowaffe)
Gut, Herrchen ist gerührt, dass der Pelzluftballon wieder da ist und Pelzluftballon hat gelernt, dass er sich sowas ruhig öfter genehmigen kann.
[I]Jetzt hab ich mich verzettelt...moment...AH![/I]
Also, Jedenfalls büxte das Teilchen irgendwann wieder unbemerkt aus und hatte sich wohl als Feriendomizil die Wand gegenüber des Elternschlafzimmers ausgesucht. Die Eltern wollten in's Bett, mussten logischerweise an der Wand vorbei, Spinne fühlte sich deswegen belästigt und feuerte einen ganzen hinternbreit Brennhaare ab.
Wenn man sich jetzt vorstellt, wir hätten da jemanden, denn wir ein bissel blöd finden würden...könnten wir das auch, wäre es möglich einfach hinzugehen, klarzustellen:[I]"Hey, was ich noch loswerden wollte! [B]*zoing!!!* *piek!!!* Hihihihiiiiii"[/B][/I] Das würde bedeuten, nie wieder Achseln rasieren und weniger Schlägereien, [SIZE=1]aber dafür deutlich wirkungsvollere Attacken[/SIZE]. Zwei Probleme beseitigt!
Ich wäre auch schon zufrieden, wenn nur ich das könnte. Ich würde das auch nicht öfter als unnötig zur Rache benutzen.
Eigentlich können das doch alle Tiere, oder? Also, mehr oder weniger. Wenn sich meine Karnickel aufregen, dann haaren sie furchtbar. Man könnte schon fast den Versuch erkennen, das nervige Objekt (in dem Fall mich, aber sorry, Tierarzt muss halt manchmal sein) zu ersticken oder durch einen Hustenfall des Störers, zu entkommen.
Ich kann mich aber nicht daran erinnern, dass ich bei Aufregung je das Fusseln anfing. Okay, momentan habe ich auch leichte Schwierigkeiten, das zu überprüfen, aber so aus der Erinnerung heraus, wäre mir da jetzt nichts bekannt.
Es nervt einfach, sich alle paar Tage irgendwelcher Haare und Fläumchen zu entledigen. So ein allgemeines Fläumchen, weiße, weiche Haare, das ist ja noch akzeptabel, aber richtige Haare sind einfach ekelig. Wobei ich noch extrem Glück gehabt habe.
Es gibt allerdings auch Leute, die die These vertreten, hätte man sich nie rasiert, wäre an der entsprechenden Stelle nie etwas gewachsen. Ich tue mich etwas schwer mit dieser Behauptung...ich kann mich nicht erinnern, meine Beine je grundlos mit einem Rasiermesser bearbeitet zu haben, wohl noch mit dem Gedanken:[I]"Ahö, aktivieren wir da mal ein bissel was, das sieht so nackt aus."[/I] Nein.
Tatsache ist wohl, dass einige Haare durchaus ihren Sinn und Zweck haben...Augenbrauen und die gemeinhin akzeptierte Kopffrisur...und...hm...ich glaube, was meine persönliche Beurteilung angeht...ja, das war's dann auch schon. Den Rest hätte man sich getrost sparen können, das stört einfach.
Ich las kürzlich auch die Behauptung, Indianer hätten kaum Behaarung, da sie sich die Haare an den entscheidenden Stellen unwiederuflich ausgerupft hätten...mit Muscheln. (Können Muscheln sowas?) Ja...würde das stimmen, hätte ich mich an einem Mittag mal in einen schalldichten Raum gesetzt (man muss Prioritäten setzen) und hätte seitdem einen Kostenfaktor weniger.
Aber ich glaub das nicht. Dann hätte ich mir nicht erst kürzlich eine neue Pinzette für die Augenbrauen zugelegt, dann hätte ich einmal gerupft - mich möglicherweise auch gleich ordentlich verrupft und damit entstellt - und die Sache wäre erledigt gewesen.
Da glaube ich noch eher, dass die Indianer schon deutlich früher was von Laserbehandlungen wussten. (Die Römer hatten ja auch schon früh ganz ausgefuchste Wasserrohr-Systeme, da kamen wir auch lange nicht hinterher.)
Und während wir noch zupfen, gehen die, als wär das nix, einmal in ihre geheimen Laser-Center.
TöggelieNeeeeeeeeeeein!!! Meine - also, oh Gott, was ist denn das?! Sind das etwa...?! Das kann doch nicht sein! Sind das etwa [COLOR=firebrick]K[/COLOR][COLOR=darkred]E[/COLOR][COLOR=firebrick]K[/COLOR][COLOR=darkred]S[/COLOR][COLOR=firebrick]E[/COLOR][COLOR=darkred]????[/COLOR]
[URL=http://www.nachtwelten.de/vB/showthread.php?postid=1716791#post1716791]klick[/URL] (ca. mittig der zweiten Seite. Lob bitte direkt darunter. Danke.)


So, das war erstmal das Wichtigste. Beitrag folgt.
TöggelieEin helles Kügelchen zischt an mir vorbei, ich verrenke mir schier den Kopf, um den genauen Standpunkt auszumachen und hechte hinterher. Es kommt mir vor, als hätte ich Betonschühchen an, ich bin ein mieser Läufer, vor allem auf längeren Strecken. Einen Sprint kriege ich noch einigermaßen gut hin und dann verließen sie mich. Irgendwann geht mir die Puste aus und damit auch die Lust. Ausdauer ist nichts für mich. Sogar das Schlachtschiff neben mir ist schneller...dabei ist es einen Kopf größer und wiegt an die 30 Kilo mehr...Gott, Schande über mich. Ich bin mir sicher, dass ich wirklich Beton in den Schuhen haben muss. Wenigstens hab ich eine eiiiiiiiiiiiiiinigermaßen Technik drauf und so tue ich was sein muss, um die dreckige, hässliche, Lederkugel in meiner Gewalt zu behalten...ich grätsche das Schlachtschiff über den Haufen (Sehen wir das mal sachlich, das ist schon eine drastische Aktion wegen eines zerkauten Lederballons.) und bin von meiner Leistung beeindruckt. Zwei Überschläge und als Nachtisch einen Happs Sand vom Kunstrasen. 90 Kilo Matsch liegen vor mir und ich überlege, was ich mit meinen Täuschungsmanövern und Reingrätschaktionen im Alltag alles anstellen könnte...ungestraft wohl eher nichts. -,-
Nachher höre ich mir an, wie cool das doch ausgesehen hätte, als ich den Riesen wegkatapulierte. Und dann war's das auch schon wieder.
Integration und Zugehörigkeit, zwei Dinge, die von allen Abhängen. Ich bin jetzt seit...anderthalb Jahren im Fußballverein und ganz ehrlich: ich ging bisher zu jedem Training mit Bauchschmerzen und schwerer Unlust, weil ich einfach nicht in der Lage bin, mich auch nur ein stückweit in die Mannschaft zu drängeln. (Wenn das hier jemand liest, der Schulsport hasst und sich davor sämtliche Ausreden überlegt, um nur ja drumrum zu kommen und die Zeit nicht abwarten kann, bis es wieder vorbei ist: Ja...so ein Gefühl hege ich gegenüber meinem Freizeit...Spaß...*hust*)
Wenn ich ganz genau bin...es gelingt mir manchmal für ein paar Stunden, wenn irgendwas anfällt oder ich etwas gut gemacht habe, aber im Trainingsalltag bin ich chancenlos. Zwischenzeitlich sind ein paar Neue aufgetaucht, allerdings wurden die von Leuten aus dem Team eingeschleust, die sich mit ihnen abgaben und dafür sorgten, dass sie aufgenommen wurden.
Meine Aktionen ziehen irgendwie nicht. Ich versuche einen auf witzig zu machen...das kommt nicht an. Ich versuche interessant zu wirken...das funktioniert nicht. Ich versuche gar nicht zu wirken...damit habe ich mir wenigstens viel Arbeit gespart.
Irgendwas scheint nicht zu stimmen...die Chemie ist vielleicht nicht die Richtige, es sind vielleicht einfach zu viele Leute, die zu viele Alternativen haben, mit wem sie rumhängen möchten.
Dabei weiß ich eigentlich, dass ich niemals meinen Platz finden werde, immerhin wurde mir das vor so ziemlich einem Jahr mitgeteilt. Es ist schwer in diese Mannschaft reinzukommen...eigentlich unmöglich.
Gut, irgendwo habe ich meinen Platz: den als Aussenseiter. Allerdings fühle ich mich dort überhaupt nicht wohl. Wird man in eine bestimmte Rolle gedrängt, verhält man sich auch entsprechend, was einen leider nicht attraktiver macht. Sobald ich die Umkleide betrete, schalte ich um auf Depp. Ich assoziiere mich in dem Moment als Idiot und wahrscheinlich übertrage ich das auch ganz gut. Vielleicht läuft das Ganze auch wie ein Tennisspiel ab. Ich krieg den Ball zugespielt und gebe ihn entsprechend zurück, daraufhin muss man ihn mir ja wieder zurückspielen und ich, hechte automatisch nach dem kleinen Bällchen und muss es treffen. Man könnte kurzen Prozess machen und sagen: Gut, du Trottel, dann hör doch endlich auf, den Ball zu schlagen.
Ach was! Mach das mal! Es ist ja mehr so ein Ausversehen. Eigentlich stehe ich nur doof in der Gegend, treffe aber immer diesen scheiss Ball und umgekehrt wird das genauso sein. Kann vielleicht mal jemand diesen verfluchten Ball wegnehmen?! Hat jemand einen Hund?
Ich bin mir nicht mehr sicher, ob man das als Ausdauer oder Blödheit bezeichnen kann...vielleicht beides. Ich versuche mir ab und an Pausen zu gönnen, irgendwann zurückzukommen und zu hoffen, es hätte sich etwas verändert...aber eigentlich sollte ich mir einen neuen Verein suchen.
Bezieht man das allerdings auf weitere Verläufe, Leben, Schule, Arbeit...ich kann nicht immer wechseln, sobald ich nicht klarkomme, vor allem nicht, da ich weiß, dass es unter anderem auch an mir liegt. Ich tue mich nunmal wirklich sehr schwer, mich irgendjemandem ein bissel zu nähern. Entweder plappere ich vor lauter Nervosität einen Mist zusammen, das den anderen Hören und Sehen vergeht oder ich gucke doof und bringe den Mund keinen Millimeter auf, um auch nur mal kurz "Fieps" zu machen.
Schüchternheit ist ätzend. Man steht da, weiß nicht, wie man sich bewegen soll, weiß nicht, was man sagen soll und fühlt sich so extrem peinlich berührt, dass man etwas zum Verstecken haben möchte. Und das Schlimme dabei ist, dass man sich aus solchen Situationen meistens auch nicht so ohne Weiteres zurückziehen kann, da das ebenfalls ein Kraftaufwand und eine Überwindung der Schüchternheit bedeuten würde.
Die ganze Situation ist peinlich und hat das erstmal so ein bissel angefangen, kann man auch die guten Vorsätze von wegen: Hey, heute erzähle ich von...blablabla, ohne Weiteres in den Müll pfeffern. Dann geht gar nichts mehr. Ich habe schon Stunden damit zugebracht, einen geplanten Satz vorzutragen. Nicht machen...das kommt nicht gut an. -,-
Klar baut sich das irgendwann ab, aber dafür sollten erst gegenseitige "Beschnüffelungsaktionen" erfolgreich abgeschlossen worden sein, was alles andere als einfach ist.



[IMG]http://www.dhu.de/images/tiere/aktuell/katze_versteckt.jpg[/IMG]
TöggelieIn der Schule heiß begehrt, im Alltag rar und bei manchen anscheinend völlig unbekannt: Das Aha-Erlebnis. In meinem Fall war das sehr wissenschaftlich angehaucht...irgendwo war es auch nichts wirklich Neues, aber es war etwas, das man an die tausend Male vor der Nase hat und nie wirklich zu fassen kriegt. Irgendwo ist es auch ein bissel eine Fortsetzung von einem Thema, das ich schon vor ein paar Wochen in einer ähnlichen Form vorgetragen hatte und das hier ist vielleicht u.a. der Beleg für die damalige Meinung.


Ich war neugierig, mir war langweilig, ich klickte ein bissel ziellos umher und landete in einem Forum, in dem ich mich früher öfters rumtrieb und in dem nach und nach - Überraschung! - so irgendwie einige Nachtweltler aufkreuzten.
Naja gut, das tut aber eigentlich nichts zur Sache, weiter im Text:
Ich blieb an einem Beitrag kleben, in dem sich ein Mädchen in einen Jungen verliebt hatte...der allerdings irgendwann ebenfalls ein Mädchen war und nun verzweifelte, weil der Junge sie nicht an sich ranlassen wollte.
Ich hatte darüber nie wirklich nachgedacht...ich weiß, dass Männer, die in einem falschen Körper geboren wurden, leider niemals wirklich wie eine Frau aussehen werden. Der breite Körper, das kantige Gesicht, etc....was sich einmal entwickelte, kann wohl nur noch operativ entfernt werden. Umgekehrt ist es für Frauen anscheinend kein Problem, die körperliche Entwicklung geht einfach weiter und fertig.
Ich entdeckte Bilder und war...ich würde sagen, sprachlos trifft es am ehesten. Ich wäre im Leben nicht darauf gekommen, dass die abgebildeten Männer als Mädchen zur Welt gekommen waren. Ein Unterschied war einfach nicht auszumachen, weder vom Körperbau, noch vom Gesicht.
Doch das Faszinierendeste daran war, dass das alles einem kleinen bisschen mehr an Testosteron zu verdanken war. Keine komplizierte OP, nichts. Nur ein bissel mehr von einem Hormon als der Körper produziert und alles verändert sich.
Da ich auf eine genauere Erläuterung nicht verzichten will - Achtung, jetzt wirds wissenschaftlich:
Jeder weiß, dass es vom Menschen bis zum Affen nicht weit ist. Nicht allzu berühmt ist, dass der einzige Unterschied zwischen Männchen und Weibchen ein Befehl ist. Laut Wissenschaft liegt auf dem Y-Chromosom nicht viel mehr als der Befehl zur Ausbildung männlicher Merkmale (Damit ist gemeint, dass die Gene, die zu Entwicklung und Aufbau von Geschlechtsmerkmalen führen, dort nicht vorzufinden sind..wahrscheinlich auch nicht auf dem X...seltsam, dabei lag die Vermutung nahe.), dem Befehl, mehr Testosteron zu bilden (Fachsprachlich nennt sich das Gen übrigens SRY. Ist dieses Gen allerdings kaputt, wird auch aus einem Menschen mit XY-Chromosomen ein Mädchen...was gar nicht mal so selten vorkommt, im Gegenteil). Das ist alles. Die entsprechenden Merkmale - die entsprechenden Gene - haben wir alle, es kommt nur darauf an, ob sie ausgebildet werden oder in einem Dornröschenschlaf versinken. Für kurze Zeit, in den ersten Lebenswochen, sind wir sogar Junge UND Mädchen, erst die Hormondusche entscheidet, was sich zurückbildet. Ich glaube, es hat schon seinen Sinn, dass man sich in dieser Zeit noch keine Gedanken über Bademode machen muss...
Möchte man krass schlussfolgern, so ist jeder Mann eine potentielle Frau und umgekehrt.
(Gottes Willen...und es macht auch Sinn, dass ich Cytologie in den Müll kickte, man kann in kaum einem anderen Bereich besser vom 100stel in's 1000stel kommen...wobei mir da auch ein neues Nebelpfadthema einfällt...kein Wunder stand unter ein paar wenigen alten Klausuren, ich wäre eine Labertasche...ich betone das "wenigen". Ich muss aufhören. Oh nein...es ist wieder so weit...Quasselanfall... -,- Stoppt mich vielleicht mal jemand?!)

Ich rollte mit meinem Stuhl zu meinem Schrank und schaute mein Gesicht im Spiegel an. Hätte mein Körper damals einen kleinen Anreiz erhalten, würde mich heute ein Junge im Spiegel ansehen. Ich fragte mich, wie meine Stimme sich wohl anhören würde...wahrscheinlich ein bissel rau, wie bei meinem Bruder auch. Ich fuhr mit der Hand über mein glattes Gesicht und konnte mir beim besten Willen nicht vorstellen, dass dort etwas Pieksiges wachsen könnte. Meine Nase wäre wohl etwas breiter und größer...und wahrscheinlich hätte ich in etwa die Größe meines Bruders...vielleicht etwas kleiner und stämmiger. Lustig...aber es ist okay, dass ich das wurde, was ich bin.

Der einzige Unterschied ist der, ob etwas größer oder kleiner vorhanden ist...mehr ist da nicht. Ich ließ mir die Folgen der Größenunterschiede durch den Kopf gehen...deswegen durften die einen wählen und die anderen nicht...deswegen meinen beide Seiten ständig, sie wären besser als die anderen...deswegen wird alles in blau und rosa unterschieden...
Manchmal weiß man nicht nur, dass viele Leute ein bissel dumm sind...man meint es plötzlich zu verstehen. Man weiß eigentlich, dass es den Menschen als Einheit gibt, aber man empfindet es irgendwie nie so ganz, denn man bekommt es einfach anders vorgelegt und das nimmt man an. Man kategorisiert sofort automatisch in männlich und weiblich, man ist es einfach gewohnt. Und ich finde, das stresst. Denkt nicht jeder manchmal darüber nach, was angemessen ist, was er darf, was das andere Geschlecht darf, wie unfair es ist, usw? In manchen Phasen empfindet man so Manches schon ein bissel als unfair und gerade dann kommen einem die Unterschiede gigantisch vor und etwas, von dem man anscheinend Welten entfernt ist, dem bringt man nicht unbedingt viel Verständnis entgegen und je unabänderlicher man eine Gerechtigkeit vermutet, gerade da man glaubt, die Grenze wäre um Lichtjahre entfernt, umso drastischer erscheint sie einem, da man es wohl niemals erreichen kann...es ist für jemanden bestimmt, der anscheinend so viel anders als man selbst ist und somit ist es weit weg.
Es ist wie immer, was wie eine andere Welt aussieht, das wird zum Mysterium.
Aber es ist auch mal ganz witzig, gerade unter der Berücksichtigung, dass eigentlich jeder irgendwo beides ist, das Ganze probehalber zu blocken und nur die Person zu begutachten.
Man steht keiner anderen Sorte Mensch gegenüber, nur einem anderen Menschen.


So, Biostunde beendet...gehört da auch noch was in Ethik? Ich hatte niemals Ethik, aber der letzte Rest könnte durchaus auch aus diesem Bereich stammen, oder? Nein...bevor das schon wieder losgeht...ich geh jetzt lieber, sonst verfasse ich noch einen Text über...ja, egal.
[SIZE=1]Gebt mir einen Maulkorb...oder Handschellen...oh, apropos Handschellen, da fällt mir ein - SCHLUSS![/SIZE]
TöggelieIch bin mir fast sicher: Jeder, der jetzt mehr oder minder fettgefressen vor dem Computer sitzt, fand es okay seinen Anhang mal wieder zu sehen, ist jetzt aber womöglich auch nicht böse, wenn das nächstemal erst in vier oder fünf Jahren stattfinden würde.
Sagen wir es direkt und böse: Das Zeug nervt.
Dabei habe ich an und für sich eine recht coole Verwandtschaft...es ist mehr so, dass ich Einzelmensch und nur bedingt mit Artgenossen zu vergesellschaften bin. Also, man sollte nicht so einfach jemanden in meinen Käfig setzen, das kann zu bösen Revierkämpfen führen.
Trotzdem, so manche nervige Eigenschaft stellt man gerade dann fest, wenn man sich etwas enger auf die Pelle rückt.
Momentanes Beispiel: Mein Bruder lässt sich von mir jeden Morgen durch die Gegend kutschieren und isst zum Dank mein Essen weg. Dass ich meinem Karottensalat nicht hinterhersprang und ihn aus dem Bauch meines Bruders wieder hervorzerrte, war nur eine Frage der Hygiene und meines Anstandes. Also musste ich mich mit einem entsetzten Blick in den leeren Napf und mit einem bitterbösen Blick in Richtung meines Bruders begnügen.
Es ist nicht so, dass ich selten etwas zu Essen bekomme, das nicht. Ich mag nur eben sehr wenige Dinge und die lasse ich mir dann ungerne wegschnappen. Vor allem nicht von jemandem, der unter der Betitelung "KLEINER Bruder" mit mir aufwuchs.
Bleiben wir bei einer anderen Spezies von Kleinvolk - dem offensichtlich ebenfalls nicht klar zu sein scheint, dass durch gewisse Umstände etwaige Skrupel sehr leicht ausser Kraft gesetzt werden können (ich umschreibe das jetzt mal nett, es ist ja Weihnachten...ouh).
Mich springt da ganz spontan dieses "Ich hab euch alle sooooooo lieb...habt ihr gehört? ALLE!" - Getue an.
Bei meinen Cousinen weiß ich, dass es Fake ist. Es ist gerade cool, das jemandem zu sagen, egal, wer einem dabei in die Finger kommt (man sollte in dem Fall über einen Einsatz als Allzweckwaffe nachdenken) und wann kann man es besser anbringen, als an dem richtig schön verquietscht-verkitschten Weihnachten?
Es ist so schrecklich...ich habe eine Cousine, die wie ein Barbiepüppchen aussieht: weißblond, dürr und obendrein ist sie auch richtig original...nicht ganz so clever. Barbiepüppchen hat die Angewohnheit, laut quietschend auf mich zuzuflitzen und mich umarmen zu wollen. Sind noch meine Cousins dabei, flitzen die aus reinem Herdentrieb mit. Und so stehe ich da, sehe eine durchgeknallte Höllen-Barbie plus der Opfer, denen offensichtlich das Hirn durch eine rosa Barbie-Plastik-Erdnuss ersetzt wurde, auf mich zurennen und bin durch einen Schockzustand (ich bin mir nicht sicher, ob dieser absichtlich durch Höllen-Barbie herbeigeführt wird oder ob es wirklich der Schreck ist) absolut unfähig, mich einfach umzudrehen und wegzurennen. Ein einziger Gedanke wirbelt wie besessen und von einem eisernen Überlebenswillen zeugend durch meinen Kopf:[I]"Nein, ich will weg...ich will weg...ich will weg...ich will -"[/I], und dann kommt meistens die rettende Idee: Ich strecke ihr die Hand entgegen, sie bleibt irritiert stehen, weil das so gar nicht in's Programm passt und die anderen drehen schlichtweg gelangweilt ab.
So simpel kann es sein, das Alphatier der Barbie-Bande zu kippen. Niemand wird je wieder auf eine Höllen-Barbie hören, die durch Händeschütteln zur Strecke gebracht wurde.
Ja, so einfach ist das.
Höllen-Barbies wollen dich quälen, die wollen keine Hände schütteln, das ist langweilig, das passt nicht in ihre rosarote Hdgdl-Welt. Da muss alles totgeknuscht werden, sonst wurde ihr Auftrag, ihr Sinn des Lebens, nicht erfüllt.
Man stelle sich das im Alter vor: Eine wasserstoffblonde Omi schlittert wild mit dem Krückstock - oder der Gehilfe - wedelnd auf einen zu, schlägt dabei links und rechts Passanten nieder, räumt Fensterbänke ab, killt die Tomatensträucher und schlägt Autofenster ein. Sirenen heulen auf, Krankenwägen, Rettungshubschrauber und Notarzt versuchen zu retten was zu retten ist...sie wissen: Es ist wieder so weit.
Barbie-Oma wird mit einem Suchscheinwerfer verfolgt...vor ihr, das verzweifelte Opfer, das hakenschlagend versucht, zu entkommen. Jemand schreit dem Opfer zu:[I]"Halte ihr die Haaaaand hin!!!"[/I], doch der arme Mensch ist zu keinem klaren Gedanken mehr fähig. Jedem ist klar: Sollte er das überleben, wird er nie wieder die selbe Person sein.
Man hört verzweifelt schreiende Menschen, die in Todesangst um ihr Leben kämpfen, Frisuren werden durch den Rotor des Hubschraubers ruiniert, irgendwoher taucht jemand auf, der auch dramatisch sein will und mangels Kunstblut mit Ketchup durch die Gegend spritzt (alte Wutz, wer das wohl wieder putzen darf?!), die zertrümmerten Autos werden von Hammer und Panzer plattgefahren, die die Bundeswehr zur Barbie-Oma-Einfangung zur Verfügung gestellt hat. Alles versinkt in einem absolut heillosen Chaos...und irgendwo...alles übertönend und furchtbar schrill...hört man die Barbie-Oma [I]"Hdgdl"[/I] kreischen.
TöggelieDeutschland, das Land der Dichter und Denker...und der Arschkriecher, Duckmäuschen, seelenlosen Zombies und - auch immer mehr von etwas ärmeren Leuten...was ja aber allerdings nichts ausmacht, denn das sind ja meistens gerade junge Leute und die können durchaus ein bissel was ab. Die sollen sich mal nicht so anstellen! Verzärteltes Pack! Und Essen...ja mein Gott...Tiere haben da das bewährte System Winterschlaf. Die Unterkünfte von manchen Leuten ähneln ja schließlich immer mehr dunklen Grotten, da dürfte das das Nächstliegende sein.
Zurück zu den Wurzeln...irgendjemand muss sich nunmal opfern und die Sachlage im Mensch und Naturbereich abchecken und man redet ja schließlich immer von den jungen motivierten Entdeckern...mutig springen sie von Bordstein zu Bordstein, übernachten in Eiseskälte draußen...auf den wilden Straßen...haben keine Krankenversicherung, aber der wahre Artist sichert sich ja schließlich auch nicht ab, also weg damit.
Witzig finde ich in dem Hinblick auch immer wieder, dass offensichtlich vergessen wird, dass der Mensch - und jetzt kommt's: auch die Deutschen! Huch! - ein simples Naturprodukt ist, das bestimmte Voraussetzungen zum Leben braucht. Wenn ein Baum seine Rinde von sich wirft und die Eichhörnchen von sich sprengt, kreischt alles auf. Ein fremdes Wesen, eine fremde Rudel...pflanze...was auch immer. Sein eigenes Rudel macht der Mensch aber kategorisch und ohne mit der Wimper zu zucken kaputt, was gerade in Deutschland zur Sportart Nummer eins entwickelt wird. (Wir sind ja eh zu fett...was allerdings nicht daran liegt, dass man wegen Stress, Kummer und weniger Geld und versteckten Zucker/Fettfallen, Zeitmangel wegen Arbeit usw. verstärkt ungesundes Zeugs in sich reinstopft. Das ist natürlich Quatsch. Alles jammert, aber ich sehe immernoch den ganzen Mist in den Läden (es hat sich nichtmal irgendwas an der Rezeptur geändert) und es ändert ja auch niemand was. Wozu hat man Politiker? Man wird doch sonst überall entmündigt und zu irgendwelchen übergriffigen Sachen gezwungen, aber hier nicht? Und nebenbei: Das Gesundheitssystem hat kein Geld mehr, da wird - aus eigener Schuld, natürlich - viel zu dick und daher krank sind. Hä?! Warum wird man dann bei manchen Sachen zu absolut unnötigen Untersuchungen genötigt? Stichwort Hormonelle Verhütung. Warum bekommt man in Deutschland die Antibabypille nur auf Rezept? Das ist in kaum einem anderen Land so, macht nur Schwierigkeiten und ist unnötig. Die WHO ist radikal dagegen, das Ausland reagiert mit Unverständnis und Deutschland beklagt sich über vermehrte Kosten, da sich ja irgendjemand um den Papierkram kümmern muss, der dann auch bezahlt werden möchte. Wir sind uns also alle wieder einig.)
Wir sind der Brecher. Alles erinnert sich sicher an die wundervolle Kampagne "Du bist Deutschland, wir sind Deutschland, blabla". Irgendwann fragt man sich, ob das eine Beleidigung sein soll.
Wer will schon zu einem Land gehören, das anderen Ländern unaufhörlich in den Hintern kriecht, weil es zeigen will, wie lieb und nett es doch ist. Ich als "anderes Land"...hätte da einige Fragen.
1tens: Ein Land, das bei sich weiß Gott genug zu tun hätte, drängt fremden Ländern mehr Hilfe und Geld auf als die anderen europäischen Staaten?! Welcher Normaldenkende würde so etwas tun? Das ist so ein bisschen wider der Natur des Menschen, da wird doch der Selbsterhaltungstrieb komplett schachmatt gesetzt. Ich habe irgendwie das Gefühl, dass dieses demonstrative Liebsein und die Vernachlässigung der eigenen Leute...ähm, bei manchen so ein bissel ein unguter Schubser Richtung Förderung von braunem Gedankengut sein könnten. Muss nicht sein, aber es könnte prima Futter darstellen.
2tens: Mehr eine Feststellung: Es nervt. Ein ewig jammerndes und kriecherisches Volk, das bei nahezu jeder internationalen Veranstaltung in Mausgrau hinter den anderen herkriecht und die Schuhputzlappen zückend "unwürdig, unwürdig", murmelt. Das muss doch tierisch auf's Sträußchen gehen. Das ist so dieser typische Aussenseiter mit Hornbrille, der auf einer Geburtstagsparty in der hintersten Ecke hockt und alle blöd angafft. Irgendwann sagt garantiert einer:[I]"Also...nö, du brauchst echt nicht mehr aufzutauchen."[/I]
Deutschland - schlagfertig und nicht auf den Kopf gefallen, würde darauf den altbekannten Totschläger-Spruch schlechthin bringen:[I]"Uaaaaaah...wir sind doch keine Nazis mehr...wir sind doch lieb..."[/I]
(Gut, hat mit dem Problem rein gar nichts damit zu tun, aber ich kann schon verstehen, dass es einem lieber ist, eine Aktion als Grund voranzuschieben, in der man einen auf dicke Hose gemacht hat als durch Mauerblümchen-Aktivitäten.)
Die Partygäste verdrehen entnervt die Augen und tun Deutschland den Gefallen:[I]"Jaja...das kann jeder sagen. Natürlich seid ihr alle...hm...na, welche Farbe war das nochmal? Waren die damals Pink oder rosa? Klar seid ihr alle Pink. Ah so...braun..."[/I]
Wer nimmt denn so ein Volk für voll?! Das wehrt sich noch nichtmal! Die USA könnte uns öffentlich als Salz von den Brezel-Zupfer betiteln und Bundesmerkel und Co. würden dastehen, in grauen Anzügen, den Kopf demütig gesenkt...[I]"Aber wir sind doch keine Nazis meeeehr..."[/I], bravo, hat damit wieder nichts zu tun, aber wenigstens eine Antwort, die man wörtlich verstehen kann, ohne dass man am Ende des Satzes nochmal 20 abstrakte Schritte zurückdenken muss.
Wieviele Leute hier haben schonmal versucht, nach dem 18ten Lebensjahr an die paar Kröten Kindergeld zu kommen? Solange man das nicht über irgendeine TV-Gala zu regeln versucht, ein äusserst schwieriges Unterfangen.
Ich saß mit meinem Wisch in der Hand, auf dem es - würde man es in's normale Deutsch übersetzen - heißen würde:"Kindergeld abgelehnt, weil wegen...ähm...sohalt", vor der Kiste und verfolgte äusserst misstrauisch, wie die Grauträger - begleitet von dramatischen Auftritten, wässrigen Augen, süßen Kindern auf den Armen, die da wahrscheinlich absolut nicht sein wollten, ernsten Blicken und viel Applaus, wie zig Millionen für Einrichtung bla und blub gespendet wurden. Wäre es weniger rührend und würdevoll, das Geld ein paar nicht ganz so süßen Obdachlosen zukommen zu lassen? Mir kommen da spontan die Begriffe "Profilierung" und "Werbung in eigener Sache" in den Sinn.
Also, nichts gegen die Empfänger solcher Aktionen, aber...ich stellte mir vor, wie ich meinen Kindergeldantrag einreiche, jemand den Soundtrack von der fabelhaften Welt der Amelie anschmeißt und mir eine Person in einem grauen Kostüm - unter Freudentränen und begeistertem Applaus der anderen anwesenden Beamtenapparat-Zahnrädern - mein Geld in die Hand drückt und Thomas Gottschalk der Überbringerin einen übergroßen Blumenstrauß reicht. Kann sich das auch nur einer vorstellen?
Irgendwo weiß doch eigentlich jeder, was er zu tun hat...also, nicht nur wir hier, ich meine jetzt explizit auch den Rest der Welt. Seit Ewigkeiten werden Geschichten geschrieben, wird ideales Verhalten vorgelebt. Trotzdem werden ganz bewusst Benachteiligungen, Manipulationen, etc. ausgeübt. Im Alltag lässt sich das sogar durch Menschlichkeit erklären. Jeder macht Fehler, jeder möchte gerne ein bissel was vom Kuchen abhaben und so drängelt sich auch jeder mal mehr oder mal weniger vor. Dass allerdings ein Staat, dessen Aufgabe nicht darin besteht, die Fehler seiner Bewohner nachzuahmen, sondern gerechte Entscheidungen zu treffen und vielleeeeeicht Denkanstöße zu liefern (gut, das war jetzt arg utopisch), diverse Brecher reisst, ist schon ein wenig bedenklich.


Ich kann das ganze System nicht nachvollziehen...nicht nur hier, überhaupt. Was soll das, was ist das und warum bin ich überhaupt hier? Genau, was mache ich eigentlich hier?
Ich las einmal, wie jemand sagte, dass Delphine, würden sie das wissen, was wir wissen, sich umbringen würden, weil es zu viel, zu grausam und zu schrecklich ist.
Ich denke, das stimmt. Ich weiß gar nicht, wie oft ich völlig verstört und am Rande eines Nervenzusammenbruchs vor dem Computer sitze, weil ich mich in irgendein Thema hineingesteigert hatte. Dinge, die mich eigentlich nichts angehen, die mich nicht oder noch nicht betreffen...alles.
Wenn der Zweibeiner die Krone der Schöpfung sein soll, lässt sich daraus eine sehr einfache Antwort ableiten, warum manche vor Spinnen und anderem Kleingetier Angst haben. So nach dem Motto: Gott, wie schlimm werden die erst sein?!?!?!
Töggelie[IMG]http://www.borderline4u.de/Onlineshop/bilder/Accessoires/gross/ACCMTG32700.jpg[/IMG]


[I]Das bin ich. Einmal von vorne und einmal von hinten. Mich gibts bei "Mein Kinderkaufladen" im Sonderangebot, da ich schon einigermaßen kaputt bin. Aber trotzdem bin ich ein ziemlich cooles Spielzeug.
Man kann zum Beispiel mehrere Wochen im Voraus meine Einladungen annehmen und sie dann einige Stunden davor wieder absagen, weil man lieber mit anderen Leuten zusammen ist. Die Klee-Brötlein, etc. die ich eigentlich schon gemacht hatte, kann dann ohne Weiteres mein Bruder verwerten. Ansonsten stehen sie eben so lange im Kühlschrank, bis sie nicht mehr essbar sind.
Man kann mich auch für mehrere Monate in eine Ecke setzen und vermutlich durch andere ersetzen. Die Selbstzweifel etc. machen nichts aus. Allerdings könnte es mit den etwas zerbrechlichen Details des Vertrauens Probleme geben.
Es ist auch kein Problem, mir wochenlang schöne Sachen zu versprechen und die ungläubige Vorfreude anzuheizen. Dass man mich dann nachher leer ausgehen lässt und tut, als wäre nichts gewesen, gewöhnt mich nur an meinen Job als gutes Püppchen.
Gerne übernehme ich auch Aufgaben, die jemandem nicht liegen, allerdings sehr wichtig für denjenigen sind. Logisch, dass es mir nichts ausmacht, wenn man meine Arbeit dann als die eigene ausgibt.
Übrigens, ich bin bei 30° waschbar und möchte gerne in einem Deckchen vor einer Heizung zum Trocknen hingelegt werden. Es wäre nett, würde auf bügeln verzichtet werden.[/I]


Ernsthaft: Ich möchte niemanden mehr sehen.
Ich gewinne immer mehr den Eindruck, dass man mir zwar nachrennt, mich toll findet, ich aber irgendwann rigoros ausgewechselt oder weggekickt werde.
Ich habe eine These, die mir immer wahrscheinlicher vorkommt: Mich kann man zwar ganz nett finden, aber mehr nicht. Weder liebhaben noch lieben (gut Letzteres sowieso nicht). Was Komisches klebt wohl an mir. Nein, ich bin komisch.
Es geht nicht, es ist wider der Natur. Und das wird immer selbstverständlicher für mich. Ich kann noch nichtmal mitreden, wenn es um das Thema Küssen geht, ich bin ein Alien. Ich kenne diese Seite des Lebens schlichtweg nicht. Langsam möchte ich das auch nicht mehr, dann werde ich schon nicht mehr enttäuscht.
Ich sehe keinen Zweifel darin, dass der grandioseste Idiot von jemandem auf Pfötchen getragen werden könnte, allerdings wird es immer natürlicher für mich, dass mir das auf mich bezogen so abwegig und abstrakt vorkommt, als müsste offensichtlich sein, dass ich kein Mensch bin. Vielleicht bin ich wirklich kein Mensch. Wer sagt das einem denn, wenn es so ist? Vielleicht sehe ich nur so aus, bin aber in Wirklichkeit was ganz anderes. Es ist nicht so, dass ich mich als nicht liebenswert erachte...aber die anderen wohl irgendwie.
TöggelieUm irgendwo an den heutigen Beitrag anzuknüpfen.

Ich habe vor Jahren behauptet, wohl eher aus reinem Selbstschutz und Trost:"Mit 27 sterbe ich." Ich hatte wohl irgendwo mal gehört, dass die meisten jungen Menschen mit 27 sterben - wenn sie denn sterben - und hatte das aus diesem Grund wohl automatisch übernommen.
Die Therapeuten waren über diese Ansage entsetzt, was mich nicht davon abhielt, sie auf Anfrage immerwieder selbstsicher und aalglatt rüberzubringen. Das war alles, was ich zu meiner Verteidigung beizusteuern hatte. Es war ein prima Schutzschild. Im Tod kann einem keiner was. Niemand kann dagegen bestimmen. Wenn du sterben willst, dann tust du es einfach. Wenn gar nichts mehr geht, tröstet einen das sogar, weil man weiß, dass man sich allem, was einen fertig macht, ohne Weiteres entziehen kann. Meistens hat das allerdings weniger mit Freiwilligkeit und Feigheit zu tun, sondern vielmehr mit dem Gefühl, von aussen unausweichlich in diese Richtung gedrängt zu werden. Wenn ich darüber nachdenke, wäre ich alleine und ohne auf andere angewiesen zu sein, bestimmt sehr entspannt und glücklich. Der ganze Stress kommt eigentlich hauptsächlich von aussen und wird von unsensiblen Zweibeinern angefeuert.
Denkt man dann an die Option des "Frei"-Todes, geht es einem meistens gleich viel besser und man wird ruhiger...obwohl sterben doch auch etwas Beängstigendes ist, aber da sieht man mal, wieviel Druck in diesem Stück Leben stecken kann.
Heute möchte ich eigentlich nicht mehr sterben, allerdings habe ich manchmal Angst, dass sich eine Art Eigendynamik entwickeln könnte.
Zeitweise kommt mir in den Sinn, dass ich gehen muss, dass meine Zeit schlichtweg abgelaufen ist. Es ist so ein Gefühl, wie wenn man auf einer Party ist und weiß, dass es einfach an der Zeit ist zu gehen. Vielleicht ist es ja das, was alte Leute meinen, wenn sie sagen, ihre Zeit sei vorbei.
Ich frage mich auch immer häufiger, was ich hier eigentlich mache. Ich halte manchen Leuten Händchen und schaue ihnen zu, freue mich, wenn sie ein bissel Glück hatten und frage mich, wie lange ich noch warten muss. Für mich selber bleibt eigentlich kaum oder nie was übrig und seit Ende letzten Jahres, hat sich das Ganze in's Krasse gesteigert.
Ich fühle mich inzwischen körperlich krank. Ich kann nichts mehr essen, liege den ganzen Tag im Bett und starre die Wand an. Der Fernseher läuft nonstop, um mir ein bissel anspruchslose Gesellschaft vorzugaukeln, aber meistens kriege ich das gar nicht richtig mit. Ich möchte auch gar nicht mehr am Leben anderer teilhaben. Ich fühle mich durch und durch schwach und ausgelaugt. Manchmal werden so viele Forderungen und Wünsche geäussert, dass ich mich frage, ob irgendjemand heimlich meine Eltern dafür bezahlt, dass ich darauf eingehe.
Jedenfalls kommt es mir nicht so vor, als würde man mich sehr mögen, wenn man so viel Wert auf meine Leistungen legt und stimmen sie mal nicht, mir die Zuneigung sofort entzogen wird. Ich möchte bedingungslos gemocht werden, ohne dass ich micht ständig auf's Neue beweisen muss und ohne, dass ich davon ausgehen muss, dass es nicht lange vorhält.
Ein Schalter hat sich umgelegt und wo ich davor noch Hoffnungen hatte, dass irgendwann ein paar schöne Dinge passieren könnten, weiß ich jetzt, wie utopisch das ist. Sowas passiert mir einfach nicht und das hätte ich bereits seit Langem wissen können, aber wie es so ist, hat man doch immer noch irgendwo Hoffnungen, weil man ja irgendwo hoffen muss.
Ich falle und zu allem Überfluss habe ich nichts, was mich im freien Fall auffangen könnte und würde.
Nichts macht Spaß, nichts entspannt mich, alles ist mit einem mords Druck und Unsicherheit behaftet, was man mir aber nicht anmerken darf. Ich stehe gegen den Rest der Welt und gehe langsam aber sicher dazu über, alle von mir wegzuschubsen, da ich keine Lust auf Ersatzlösungen, Kompromisse und Mitleid habe. Bei manchen habe ich auch den Verdacht, sie wollen mich halten, da sonst entsprechende Leistungen wegfallen. Aber ich möchte auch mal was haben, nicht umsonst träume ich ständig von Geschenken, die ich irgendwo verstecke. Ich bin - oder war mal - wesentlich mehr wert als das alles und war auch der Meinung, ich hätte mehr gegeben.
Ich träumte letzte Nacht von ganz vielen Geschenken, die an Luftballons und Fallschirmchen vom Himmel kamen. Ich war so durch den Wind, dass ich nach ihnen sprang, versuchte so viel wie möglich zu bunkern und jeden Moment damit rechnete, dass mir die anderen alles wegnehmen würden. Ich hatte nachher den ganzen Arm voller Geschenke, sie waren alle alleine für mich und konnte mein Glück kaum fassen. Ich weigerte mich allerdings, auch nur etwas davon aus der Hand zu legen, da ich wusste, man würde es mir - wie schon so oft - wegnehmen. Irgendwo empfand ich das als bezeichnend, auch wenn es sich wie eine Anklage anhört.
Danach standen zwei Menschen auf einem Hochhaus und der eine nagelte die Hände des anderen an der Brüstung fest, nur um ihn dann über die selbige zu werfen, wo er dann an den festgenagelten Händen hängenblieb. Der andere klopfte ihm noch ein paar Nägel in den Kopf, überall war Blut und nach einer Weile lösten sich die Nägel und die Person fiel vom Hochhaus. Unten bohrten sich die Nägel, die sich noch in seinen Händen befanden, in seine Lungen und er starb. Ich sah zu und dachte:"So ist das Leben wohl."
Im Anschluss war ich in einem Laden und war im Begriff, mir schöne Dinge einfach zu nehmen, weil ich sie eben haben wollte. Ich war völlig verzückt und murmelte vor mich hin:[I]"Aber ich möchte es so gerne haben..."[/I]
Dann war jemand hinter mir her und wollte mir die ganzen schönen Sachen wieder wegnehmen. Ich hatte meinen Pullover komplett mit meinem Beutezug ausgepolstert und flitzte so panisch vorneweg, als plötzlich irgendwo eine Bombe explodierte, deren gigantische Druckwelle mich und die anderen von den Füßen riss. Alles war voller Sand und Dreck. Aufgrund der Explosion mussten alle in eine Kirche gehen, wo sich lauter Gräber befanden. Ich sollte mich auf eines dieser Gräber setzen, durfte aber nicht darauf treten, da mir sonst kleine Trolle das Herz herausschneiden würden.
Sehr seltsame Träume...ich möchte nicht mehr schlafen.
Das ist nicht meine Welt. Ich verstehe momentan absolut nicht, was ich hier soll. Ich meine das nicht mit einem enttäuschten Unterton, sondern mit einem verständnislosen. Was soll ich hier, wenn ich offensichtlich nur dazu da bin, zuzuschauen, schmückendes Beiwerk und Fußabtreter zu sein? Ich tue nichts anderes, als zusehen, Hilfestellungen zu geben, die Visage poliert zu bekommen und letztendlich wieder zusehen.
Aber ich kann nicht leben.
Ein Ziel war, nach dem Abitur in Bielefeld zu studieren. Mittlerweile stelle ich auch das in Frage. Warum sollte ich mir das antun? Dort oben würde ich mich sicher noch schlechter fühlen als hier. Neue Umgebung, auf mich alleine gestellt, neue Situation. Hier kann ich mich wenigstens zurückziehen und hier weiß ich, dass mich die Leute im Zweifelsfall wenigstens ein bissel mögen [I]müssen[/I], da ich ja immerhin Kind/Schwester/Enkel, etc. bin.
Auch wenn man mich nicht mögen sollte, so kann ich mir wenigstens einreden, dass ich so eine Art Zuneigungsversicherung habe. Vielleicht rede ich mir das auch nur ein, weil ich mir nichts mehr als einen sicheren Ort wünsche.
Ich möchte sicher sein, dass man mich mag, auch wenn ich es dann und wann nicht verdient habe. Ich möchte nicht täglich um Zuneigung kämpfen müssen. Und ich wünsche mir, dass man sich um mich kümmert, ein bissel betüdelt, umsorgt und tröstet, weil der Rest der Welt hart genug ist.
Als Jugendlicher wollte ich das so verzweifelt haben, dass ich dazu überging, die Leute dazu zu zwingen, mir Aufmerksamkeit entgegenzubringen. Wenn nicht positive, dann zumindest negative. Alles ist besser, als nicht beachtet zu werden. Alles drehte sich nur noch darum, wie ich am besten zu Aufmerksamkeit gelangen konnte. Ich fälschte Unterschriften so offensichtlich, dass ich meinte, es müsste Protest kommen - nichts. Ich kam ein komplettes Schuljahr jeden Morgen zu spät, bis zu einer Stunde - nichts. Es funktionierte einfach nicht. Der alte Lehrertrick: den Störer ignorieren, hatte alles noch verschlimmert. Es kamen keine Warnschüsse, dafür ein Todesstoß. An meinem Geburtstag bin ich dann geflogen. Der Grund war eigentlich Einsamkeit und damit ein gebrochenes Herz.
Dabei sollte man meinen, dass einem Kind mit solchen Eltern, das eigentlich nicht hätte passieren können. Man glaubt ja gut und gerne, sowas geschieht nur Kindern aus sozial schwachen Familien und das bin ich bei Weitem nicht.
Ich habe mir eine Art Zweckpessimismus zugelegt, da ich dachte, mich könnte dadurch nichts mehr sooo leicht schocken. Aber wenn kein Ausgleich stattfindet, wird es auch schwierig, damit über die Runden zu kommen.
Ich bin momentan auch zu sensibel...warum bringt man jemanden um, weil man an sein Geld möchte? Warum dürfen ganze Länder Leute im Namen des Gesetzes umbringen? Dieser ganze Mist mit Gewalt, Erpressen, doof finden, gut finden...was für Trottel leben hier eigentlich? Mich macht das gerade alles fertig. Es betrifft mich nicht, aber ich muss mit solchen Leuten auf einer Welt leben und allein das macht mir schon zu schaffen.
TöggelieIch habs nicht so mit Gefühlen und um die Frage eines kürzlich gelesenen Threads zu beantworten: Ja, sie stören mich. Vielleicht auch: Ja, sie störten mich.
Es ist schön, ein Loblied auf alles, was gefühlt wird, aber wenn man romantische und tiefgreifende Gefühle mit ein bissel Babypuder und Windeln versorgt, kommt man auf die chemische Gleichung, dass alles giftig sein kann, wenn es zu viel ist.
Wenn man keine Luft mehr bekommt, wird man ohnmächtig: war zu viel für die Lunge. Wenn man sich mit dem Hammer auf den Finger schlägt, schreit man: war zu viel für den Finger. Wenn man zu viel gegessen hat, sagt einem das Gegessene das persönlich:[I]"Sorry, war zu viel für den Bauch."[/I]
Blabla und irgendwie ist das mit dem Gefühlskram doch ähnlich.
Ich las in einer Zeitschrift, dass es definitiv möglich ist, Empfindungen über mehrere Jahre hinweg konstant und absolut zu unterdrücken. Dass man das mit einer gewissen Disziplin oder durch extreme Enttäuschung hinkriegt, war mir klar. Was ist aber, wenn nichts mehr unterdrückt wird, sondern schlichtweg nichts mehr da ist? Ich frage mich schon mehrere Jahre, ob ich es schaffen könnte, gegenüber Menschen eine dermaßen große Gleichgültigkeit aufzubauen, dass ich unverletzbar wäre. Enttäuschenderweise gelang mir das bisher allerhöchstens nur für ein paar Monate, und das ist auch schon Jahre her.
Wäre das aber wirklich für immer, könnte ich mich ohne Weiteres meinem Leben widmen, ohne dass mich irgendwelche Vorkommnisse oder Bedürfnisse aus der Bahn werfen würden.
Ich bin wütend und ich hasse und dazu kommt, dass mir ständig neue Dinge durch den Kopf gehen, die mich wahnsinnig machen.
In letzter Zeit stehe ich oft mehrere Stunden mit dem Kopf gegen die Wand gelehnt einfach nur da. Die Augen geschlossen und ab und an verzweifelt aufstöhnend. Ich muss nachdenken. Über alles. Allerdings sollte ich das sein lassen, da ich mich damit nur selber fertig mache. Stupide Ablenkung wäre gut, aber mach mal bei dem Wetter irgendwas, was wirklich sinnvoll ablenkt.
Dass das Internet ein Sammelplatz für geklopfte Schwachkartoffeln ist, habe ich in dem Zusammenhang erst richtig bemerkt. (Eigentlich habe ich ja gerade mehr oder weniger ärztlich verordnetes Internetverbot, weswegen ich nur auf den Nachtwelten oder "ungefährlichen" Seiten über's Wetter oder so unterwegs sein kann.)
Oder allgemein, was manchmal für kranke Meinungen mit komischen Leuten dran unterwegs sind...
Das sind keine schwachen Augenblicke mehr, das sind gänzlich umgekippte Lichtjahre. Ein Universum voller Blöde. Man stelle sich mal vor, man fährt extra in ein Planetarium, guckt durch ein Riesen-Fernrohr, denkt, man sieht jetzt jeden Mondkrater und stattdessen guckt man direkt in die Hackfresse des Typen, der vor 60 Jahren erklärte, dass Arbeit frei machen würde.
Dafür bin ich nicht extra in ein Planetarium gefahren!!!
Da ist nichts mehr zu holen. Gott...es ist unfassbar, was alles vom Kindergarten in die Grundschule - und offenbar noch weiter - gekrabbelt ist.
Ich kann das nicht glauben. Den Meisten kann man als Antwort nur noch die nächstbeste Tür gegen die Front knallen. Wenn ich so darüber nachdenke...ja...der Gedanke löst eine irre befriedigende Genugtuung aus.
Ich bin froh, wenn ich mich wieder komplett so weit habe, dass ich völlig gefühlskalt bin.
Psychisch ist das auch - zumindest meiner Meinung nach - einiges verträglicher als physisch. Ich bin gerade ziemlich panisch, körperlich nichts mehr oder nicht genug fühlen zu können. Ich weiß gar nicht, woher das kommt, aber Andeutungen, die - na gut, das sind nun wirklich keine Andeutungen mehr - also hinterhältig in's Gesicht geschlagene Infos, die besagen, dass an Narben eine Unempfindlichkeit auftreten kann, führten dazu, dass ich hektisch eine Nadel suchte und damit auf eine der Narben einpiekte. Allerdings war das jetzt nicht zwingend ein Durchbruch in Sachen Taubheits-Erkenntnis. Ich bin mir immernoch nicht sicher, ob da was beschränkt ist, aber ich habe Angst, dass es so ist. Ich fühle mich ungut.
Als kleiner Trost - und auch als Absicherung - möchte ich mir endlich mein Tattoo stechen lassen. Nicht mal unbedingt wegen des Motivs (an dem ich bestimmt schon seit zwei Jahren rumgebastelt habe), vielmehr, weil ich weiß, dass es weh tut. Ich stehe bestimmt nicht auf Schmerzen, aber ich möchte mich vergewissern, dass ich etwas fühle. Das hört sich ziemlich konfus an, ich weiß. Aber ich weiß auch, dass es bei mir so ist, dass eine gewisse Art von Schmerz dafür sorgt, dass man über andere Dinge hinwegsehen kann. Man sieht, was man alles aushält und wird von der Schmerzwelle irgendwo so weggespült, dass scheissegal ist, was da sonst noch alles an Problemen war. Ich glaube, man besinnt sich damit ein bissel auf das Wesentliche. Vielleicht ist das auch wieder so ein "Urinstinkt"-Geblubsel, von wegen: "Die Uuuuuurmenschen hatten damals auch nicht solche komplexen Probleme, da gab es eben ab und an mal was auf den Pudel, dann war Ruhe."
Gut. Ich denke, ich als Urmensch würde so oft etwas auf die Mütze kriegen, dass ich vor lauter Beiss-Tret-und Zurückschlag-Attacken den ganzen Tag lang gut beschäftigt wäre, aber das bringt mir heute recht wenig...was ich auch nicht unbedingt als sonderlich unzumutbar ansehe. Trotzdem brauche ich für mich andere Lösungen.

[IMG]http://www.wasserstelle.de/uploads/pics/Eisblume.jpg[/IMG]

[SIZE=1]Hab ich zwar schon irgendwo gepostet, aber egal: [URL=http://www.youtube.com/watch?v=ntwlGsP5X0I&feature=related]klick[/URL] [/SIZE]
TöggelieOoooh - mein Gott...ich werde alt. Ich weiß nicht, was ich gemacht habe...das heißt, doch, weiß ich, ich hab mit äußerstem Widerstreben getankt (20 Euro für gut 15 Liter?!?!?!?!? Fahre ich mit Goldstaub?!?!?! (Das wiederum würde das lästige Auffahren mancher Spinner erklären) Wohl wahnsinnig geworden.), aber davon kriegt man keinen verspannten Rücken. So derbe unangenehm...wenn ältere Leute das nonstop haben, möchte ich aber jetzt nicht unbedingt älter werden. Wenn dann noch Waschen-Legen-Frisuren, Kittelschürzen, Gesundheitsschuhe, zu große Gebisse, etc. dazu kommen, bestelle ich diesen Teil meines Lebens ab. Ich will mein Geld zurück.
Anderes Thema:
Hätte der Mensch eine Glatze und wäre gänzlich auf Mützchen angewiesen, hätte er weniger Probleme. Das ist meine These und mir der stehe ich momentan noch gut und gerne ganz alleine da.
Meine beste Frisur war definitiv meine Baby-Frisur. Der Sitz war gut und bis auf dass die paar Federn nicht in der Lage waren, meine Fettwulst im Genick zu verbergen, kann ich mich auch nicht beklagen. (Warum muss man sich schon als Baby mit Fettröllchen rumschlagen?! Es gibt Bilder, da kann man vor lauter Fett das Weiß meiner Augen nicht mehr sehen! Ein rosa Ball, der Quietschen und Kreischen konnte...wahnsinn...
Nein, Babies sind bestimmt nur deswegen süß, weil man es sich gekonnt einredet. Geht man das Ganze mal objektiv an, so würde doch niemand in die Backe von etwas kneifen wollen, das zuerst knitterig und wabbelig ist, nur um im Anschluss prall wie eine Presswurst zu werden. Für sowas stellt man im unverblendeten Zustand normalerweise Fallen auf.)
Das Zeugs, das ich jetzt auf dem Kopf habe, nervt in jeder Form.
Lustig...die Körperteile, die andere an sich meistens hässlich finden und die nun auch wirklich nicht soooo gut gelungen sind, die finde ich bei mir eigentlich ganz akzeptabel, aber es ist mir ein Rätsel, was man bei dem bisschen Fell auf meinem Kopf verhunzen konnte. Gut, für ein Stofftier wäre das eine prima Sache gewesen. Aber ich mag das nicht...(Wobei mir da der Ausspruch einer Lehrerin damals, von wegen, wenn sie könnte, wie sie wollte, würde sie mich unter den Arm nehmen und als Knuddelbär mit zu sich nach Hause nehmen, ungut in den Sinn kommt. Hätte sie das getan, hätte sie ihr Haus für den Zeitraum meines Aufenthaltes sicher nicht mehr bewohnen können. Ich hätte mich unter Garantie nicht knuddeln lassen, hätte im Gegenzug allerdings für ordentlich Terror gesorgt.)
Nebenbei bin ich dank meiner Haarpflege so saublöd an einem Piercing hängengeblieben, dass mir Hören und Sehen verging.
Das Teil ist jetzt drei Monate alt und trotz der gruseligsten Ankündigungen von Freunden, hat das Stechen absolut nicht weh getan. Dafür kam danach die Quittung. Das Widerlichste ist, wenn man irgendwo eine Stelle hat, die zwar unglaublich schmerzt, aber gleichzeitig auch ein bissel juckt. Jetzt, was machen? Ein bissel kratzen ist keine gute Idee, das würde dem Brennen und Pieken Zunder geben, mache ich allerdings nichts, kommt das Brennen und Pieken nicht gegen das leichte Jucken an.
Ich werde meinem Schatten erklären, dass ich nicht mit auf seinen Ausflug kann, da meine Haare mich verletzt haben. Nein, ich sage direkt, dass ich nicht will. Eine Rose war in meinem Briefkasten und damit eine Einladung.
Ich verstehe nicht ganz, wozu ich Schlag auf Schlag bei so vielen Aktivitäten, bei denen ich eigentlich nichts verloren habe, beiwohnen soll.
Manchmal komme ich mir wirklich vor, wie irgend so ein Häppchen oder wie etwas, das Leute benutzen, um ihre Freundinnen zum Ausrasten zu bringen.
Irgendwann, mitten in der Nacht, klingelte mein Handy, am anderen Ende war meine beste Freundin. Stocksauer. Der Grund: Ihr durchgeknallter Freund fand mich ein bisschen zu interessant. Eifersüchtig ohne Ende, schilderte sie mir die Lage, nicht ohne das im Hintergrund sitzende Häufchen Elend, zwischendurch übel anzugiften.
Ich frage mich, welche Rolle ich dabei spiele, denn ich hab ja schließlich absolut nichts gemacht. Das ist einfach nur richtig, richtig albern und ich bin der Depp bei der Aktion.
Auf der Weihnachtsfeier des Fußballvereins ein ähnliches Bild und auch wenn man sich geschmeichelt fühlen sollte, macht es mich wütend ohne Ende. Ich bin kein Appetithäppchen für zwischendurch! Interessant genug, um ein bissel Abwechslung zu versprechen, aber lieben will mich keiner, dazu bin ich dann doch wieder ZU interessant, sprich: schwierig. Würde ja Arbeit machen. Drecksäcke. Ich bin kein Spielzeug, das auf einem Regal sitzt, komisch ausschaut und nur darauf wartet, dass jemand vorbeikommt und unverbindlich mit mir spielen will. Ich gehe verdammt schnell kaputt!
Ich bin sauer und ich werde definitiv auf absolut rein gar nichts eingehen, nichtmal auf eine Einladung für irgendwas. Ich bin mir schlichtweg zu schade, als dass ich mich als Abenteuerurlaub buchen lasse. Irgendwo ist mir auf das ganze Theater so richtig extrem die Lust vergangen. Ich glaube mittlerweile nichtmal mehr daran, dass jemand imstande ist, mich wirklich irgendwann mal richtig zu mögen. Ich glaub das einfach nicht. Daher: Der Laden ist geschlossen.
Sowieso: ich bin diesbezüglich total uninteressant. Man traut mir viel mehr zu, als ich eigentlich bringe.
Als ich in der Klinik war, unterhielt ich mich mit einer Krankenschwester über das Thema Trampen. [I]"Schonmal gemacht?"[/I], fragte ich. [I]"Nein, ich nicht. Aber Du!"[/I], keine Frage, kein vorsichtiges Anklopfen, sondern eine direkte Unterstellung. Ich habe noch nie getrampt, ich fahre sogar immer angeschnallt und halte an roten Ampeln.
Des Weiteren dachte man, ich wäre mit Sicherheit Drogen nicht gänzlich abgeneigt. Geht's noch?! Ich hab ein einziges Mal geraucht, es widerlich gefunden und seitdem nicht mal mehr eine Zigarette angefasst!
Ich wollte mich ja tätowieren lassen, ich denke, ich lasse mir ganz groß auf den Bauch schreiben: Ich bin brav und bieder!
Und Rückenschmerzen, wie ein altes Knöchelchen, habe ich auch...
TöggelieKapitel eins, erster Abspann: Töggelie und die Rentnergang.
Und bitte!


Es gibt einen guten Grund, weswegen man morgens in der Regel keine Probleme hat, einen Arzttermin zu bekommen. Es gibt einen guten Grund, weswegen sich die die Meisten sogar trotz Freizeit weigern, morgens eine Arztpraxis aufzusuchen. Es gibt auch einen guten Grund, weswegen ein Unfallopfer sich lieber nochmal überfahren lässt, das verlorene Blut mit einer Gießkanne auffängt und sich selbst in die Wunde kippt, als morgens in die Nähe eines Arztes zu kommen: Die Rentnergang.
Ich war dumm, naiv und wahnsinnig, als ich gestern Morgen einen Termin vereinbahrte und mir prompt gesagt wurde, dass ich sofort vorbeikommen sollte. Spätestens die Tatsache, dass ich bei diesem Telefonat kurze Hosen und T-Shirt trug, die Sprechstundenhilfe mir allerdings sagte:[I]"Ja, zieh dich an, dann kannst du vorbeikommen."[/I], hätte mich misstrauisch machen müssen. Woher wusste sie, dass ich kaum was anhatte?!
Im Glauben, eigentlich mehr sofort als schnell dranzukommen, kroch ich durch die Türe der Praxis, setzte mich eher aus formellen Gründen in's Wartezimmer und wurde von 6 Paar Rentneraugen angeblinkt. Mist - die Falle war zugeschnappt. Ich ignorierte die Tatsache, dass ich als Freiwild in ein fremdes Revier eingedrungen war und setzte mich so vorsichtig wie irgend möglich - natürlich nicht, ohne nonstoper Beobachtung, das versteht sich von selbst - auf einen Sessel. Den Blicken nach zu urteilen, war das bereits zu viel. Da ich in der Hierachie ganz unten stand, war mir wohl ursprünglich der Fußboden zugedacht und so rechnete ich jeden Augenblick damit, dass sich einer der Omis zu mir rüberbeugen würde, um mir [I]"Du bist zur falschen Zeit am falschen Ort"[/I], in's Ohr zu zischen. Mein Wartezimmer, mein Arzt, mein Sitzplatz, meine Gewohnheit. Dem hatte ich nicht wirklich viel entgegenzusetzen, zumindest nichts, was sie gelten lassen würden. Meine Verletzung, mein Notfall, meine Schmerzen? Da fehlte noch eine ordentliche Portion Alter, dann wäre das eine andere Sache gewesen.
Ein älterer Mann kam herein, setzte sich und starrte mich an. Da er direkt neben mir saß und sich mir vollends zuwandte, bestand kein Zweifel darin, dass er mich mit seinen superdicken hightech Brillengläsern scannte. Die Gläser waren so dick, dass ich vermutete, dass dort sogar eine kleine Kamera eingebaut war, sodass hochaufgelöste Bilder von etwaigen Feinden gemacht werden konnten, die eine bessere Wiedererkennung zuließen. Wahrscheinlich war das auch der Grund gewesen, weswegen er mich so doof angeguckt hatte. Bestimmt befinden sich jetzt hunderte von Bildern von mir in irgendeiner Gang-Akte, wo sie von geschulten Renterspionen ausgewertet werden, um die nächste Gehwagen-Attacke oder Einfach-über-die-Straße-renn-Aktion zu planen. Vermutlich setzen sie aber auch gerade einen Opa mit Hut, und altem dreck-beigem BMW, der mir bei nächster Gelegenheit die Vorfahrt nehmen soll, auf mich an. Die obligatorische eingestrickte Toilettenpapierrolle ist dabei in Wirklichkeit eine Handgranate.Warum denkt da nur nie jemand drüber nach? In Zeitungen stehen wichtige Dinge, da kommt aber niemand auf die Idee, seiner Zeitung ein Strickleibchen zu verpassen, sogar die Bibel und hysterisch-historische Bücher haben sowas nicht, aber eine Rolle Klopapier darf das haben?! Ausserdem, was macht man mit Toilettenpapier im Auto? Die ganzen Nacktscanner, etc. könnte man sich sparen, man müsste nur mal die hässlichen Röllchen genauer untersuchen.
In der Nähe des Spähers saß eine Oma mit einem Ordner, in dem sie einen ganzen Stapel von Zetteln bei sich hatte, die schwer nach Laborberichten aussahen. Ich war beeindruckt. Wenn diese Gang etwas machte, dann machte sie es ordentlich und gut organisiert. Ich persönlich hatte noch nie ein Blatt mit auch nur einem Blutwert von mir in die Hand gekriegt und die gerissene Omi hatte gleich einen ganzen Ordner voll.
[I]"Es ist immer das Gleiche...*stöhn*"[/I], setzte die Blut-Omi an. Ich hatte jetzt damit gerechnet, dass das eine Mecker-Attacke werden würde, aber, wie sich im Anschluss herausstellte, war das ein Code. Der Späher hatte den Code geknackt und antworete nach mehrmaligem Stöhnen:[I]"...ah...ah...nah...es ist iiiiiimmer das Gleiche,"[/I] vermutliche signalisierte das Wiedergeben, dass er gesprächsbereit war. [I]"Es ist immer das Gleiche, sagst du..."[/I], ich war platt, die Omi hatte doch glatt ihren eigenen Code wiederkannt. Ich war mir sicher, dass als nächstes:[I]"Es ist immer das Gleiche, sage ich, sagst du...habe ich das gesagt?!"[/I], kommen würde.
Beeindruckend war, dass der Späher grundsätzlich erst antwortete, nachdem er zigmal gestöhnt hatte. Manchmal war allerdings das Stöhnen auch schon die Antwort, da musste man dann aufpassen. Ich fragte mich allerdings, woher er wusste, dass er überhaupt der Angesprochene war oder war das vielleicht auch schon abgeklärt? Ich unterstelle den Beiden jetzt einfach mal, dass ihnen nichts fehlte. Es sollten Blutwerte besprochen werden und der andere musste auf sein Rezept warten, mehr war da nicht, aber wenn sie redeten, waren sie ihrem Ableben näher als ein frisch durch den Fleischwolf gedrehtes Kalb. Auffällig war auch, dass der Späher zuvor mit der Sprechstundenhilfe ganz normal geredet hatte, das Stöhnen kam erst, als er in seinem Rudel war. Vermutlich gehört das einfach zur gepflegten Konversation.
In den nächsten Minuten wurde geklärt, wie unzuverlässig die Jugend wäre - ich war dabei und kann berichten, sie ist seeeeehr unzuverlässig. Ausserdem hatte wohl eines ihrer Kinder Hochverrat begangen und einen Nicht-Schwarzwälder als Partner ausgewählt. O-oh, würde mir nie einfallen, sowas macht man einfach nicht.
Zum Abschluss fragte die Blut-Omi den augenscheinlich genervten Späher (das Stöhnen wurde eindringlicher und ich glaube nicht, dass man da was anderes reininterpretieren kann), ob er noch selber schneeschieben, kochen, waschen würde...in Gedanken erweiterte ich diese Liste auf gemeine und nicht allzu jugendfreie Art und Weise. Nachdem ich allerdings merkte, dass mich das noch mehr runterzog, unterließ ich das. Mir ging es richtig schlecht, eigentlich durfte ich gar nicht sitzen und die Beiden klauten mir die Zeit. Mir fiel auf, wie gut sich das Szenario in die Zärtlichkeit der Verdammten einfügen lässt [I]"Wie geht es dir...?"[/I] [I]"Mir geht es schlecht!"[/I] [I]"Schlecht?"[/I] [I]"Natürlich geht's mir schlecht!"[/I], ([URL=http://www.youtube.com/watch?v=0KEx6EvtrYQ]klick[/URL]) wer konnte denn schon anzweifeln, dass es den Beiden da richtig mies ging?
Die Blut-Omi wurde aufgerufen und was soll ich sagen - die war schnell. Ich hätte im Leben nicht erwartet, dass die so schnell sein konnte. Die hechtete regelrecht dem Arzt entgegen, welcher im Gegenzug fast ein bissel zu schnell voraus stapfte. Aber ich kann es verstehen. Ist jemandem schonmal aufgefallen, dass manche Omis (und auch Opis) eine sehr ausladende Oberweite haben? Das kann nicht normal sein und ich wette, dass sie die früher auch nicht hatten. Das sieht fast ein bissel unnatürlich aus. Meine These: Das sind Vorrichtungen für versteckte Panzerfäuste...bei den Opis wohl eher Taschen für die Monition, aber auch das ist nicht zu verachten, denn wer braucht schon Monition, wenn er keine Waffe hat? Wenn sowas hinter mir her wäre, wäre ich auch sehr schnell gegangen, ich will ja schließlich ungerne hinterrücks abgeknallt werden.
Die Omi war weg...und war weg und war weg...zwischenzeitlich waren zwei neue Gangmitglieder aufgetaucht...ebenfalls mit Laborwerten in der Hand. Ja, da die Omi natürlich ein schlechtes Gewissen hatte, dass sie sooo lange brauchte, kam sie nach ihrem Termin nochmal in's Wartezimmer, beugte sich weit vor (das sah ich in meiner Situation und mit verletztem Rücken als pure Provokation) und sagte zu den beiden erst angekommenen - aufpassen:[I]"Ist ja doof, dass man immer so lange warten muss, hoffentlich werdet ihr vorgezogen und kommt jetzt sofort dran"[/I], jawohl, sie hatte mich großzügig aus dem Programm gekickt und überhaupt - es ist ja wirklich unzumutbar, wenn man KEINE Schmerzen hat, eigentlich nur Laborwerte absprechen will und dann auch noch fünf Minuten warten muss! In Gedanken holte ich den verborgenen Panzer aus meiner Hosentasche hervor, pustete ihn auf und walzte damit die Omi mit den Panzerfäusten platt. Die wäre so geschockt gewesen, dass ihre Panzerfäuste mal so gar nichts gebracht hätten.
TöggelieMir kommt es vor, dass wann immer man Schlagseite hat, sich sämtliche Radio-, Fernsehsender und eigenes Missgeschick verbünden, um die angeritzte Stelle mit grausam abgestimmter Musik oder anderen passenden Beiträgen noch ein kleines bisschen mehr aufzurauen.
Lieder, die man seit 25998965 Jahren nicht mehr gehört hat, müssen ganz dringend, überlebenswichtig, ganz genau dann, auf keinen Fall irgendein anderes Mal - nein, bloß nicht, gespielt werden.
[I]"Saaaaaaaaaaaaaved by the bell..."[/I][URL=http://www.youtube.com/watch?v=l-uzRYCFmUw]klick[/URL] , die laute quäkige Stimme, die mich frontal über den Haufen muht, trieft vor Erschütterung und ich spüre den tragisch-verletzten Blick eines schwarz/weiß Bildes mit Pilzkopf auf mir ruhen. Das fiese Lied ist 41 Jahre alt, es hatte sehr viel Zeit, gespielt zu werden und genaugenommen ist es sicher unnötig, sich übereifrig vorzudrängeln, denn Radios wird es noch eine ganze Weile geben. Aber genau heute lief es nur im Radio, um mir zu sagen:[I]"Ja, schau an, so geht es jemand anders jetzt deinetwegen"[/I], und ich muss zugeben, ich war kurz davor, mich zu rechtfertigen.
(Wobei ich auch gleich die Gelegenheit nutze, um über mein Autoradio abzulästern. Mein Bruder und ich rechnen jeden Moment damit, dass es Flammen schlägt oder einen Zettel ausspuckt, auf dem steht:[I]"Dieses Radio wird sich innerhalb der nächsten 10 Sekunden selbst zerstören...selbst zerstören."[/I] Das Ding ist der Brecher. Es kriegt genau zwei Sender rein: Swr3 und Antenne und auch das nur nach gutem Zureden. Das Ding funktioniert nur, wenn man eine bestimmte Lautstärke einstellt, schafft man das nicht, ist das Teil kurz davor, meine Lautsprecher durch extrem lautes Geknistere zu schrotten. Will man das einigermaßen in den Griff kriegen, muss man an dem Lautstärkeregler ziehen...der es sich zur Angewohnheit gemacht hat, in die Hand zu hüpfen, die sich ihm nur leicht nähert. Möchte man den Regler nun wieder anbringen, um dem elendigen Geknistere (Noise Fans wären angetan) zu entgehen, stellt das Radio automatisch den Sendersuchlauf ein...verstellt allerdings dadurch brillanterweise alles. Hat man es durch Zufall geschafft, einigermaßen Empfang zu haben, sollte man auf Lenken verzichten...die Vermutung liegt nahe, auch das führt dazu, dass das Radio sich verselbstständigt. Ich bin sicher, mittlerweile haben die anderen Autofahrer Angst vor mir. Es ist sagenhaft. Zu allem Überfluss ist das neue Ersatzradio nun auch funktionsunfähig, weiß die Krabbe, wieso. Ich habe eine böse Vermutung...Autoradios, die so komische Dinge tun, wie das meinige, die machen auch noch andere Sachen. Sollte sich nochmal jemand ärgern, dass sein Radio ein paar kleine Mäckchen aufweist...denkt an meines und habt eures lieb!)
Natürlich bin ich nicht blöd, ich weiß ganz genau, dass die Situation alleine schuld ist und nicht in etwa eine Person. Ich habe eigentlich nichts gemacht. Das "eigentlich nichts gemacht", hängt auf tragische Art und Weise in meinem Kopf fest. Ein absoluter Blindfisch, zu blöd, den Weg in die Herzregion zu schaffen, denn dieses ist ab und an immernoch fleißig dabei, aus Rache an mir, einen Kamikaze-Auftritt zu starten, sich selbst in der Luft zu zerfetzen und mich vor Wut in Tränen aufgelöst einen blöden Drecksack zu schimpfen. (Wow, das war jetzt aber ein Satz, oder? Also, jetzt sagt doch mal, so eine mit dem Gummihammer dahergeprügelte Dramatik....sowas Tragisches und gleichzeitig tiefschwarz Trues...das könnte glatt von Lacrimosa sein. Wenn ich mal wieder der Meinung bin, nicht genug Aufmerksamkeit zu haben, werde ich den Satz in den Raum schmeißen, mal gucken, was passiert...entweder schmeißen sich mir kreischende Goten an den Hals, voller Überzeugung, ich wäre ein ziviles Bandmitglied oder sie schmeißen mir ihre Flaschen an den Kopf. Beides würde meine Trueness bestätigen, beides könnte ich ganz furchtbar tragisch zum Anlass für noch einen solchen Satz nehmen. Gut es reicht, ich hab mich genug verkaspert, denn ich meine den Satz wirklich ernst.)
Später blieb ich kurz an einem Krimi hängen, in dem plötzlich jemand auf ein Brückengeländer steigt und runterguckt. Meine Augenlieder fielen spontan auf halbmast und ich schnaubte ein sarkastisches [I]"Oh bitte..."[/I]
Wie oft kommt sowas in irgendeiner Serie vor? Viel zu oft. Das ist die Hebebühne für allwöchentliche Sendungen: Der Brückensprung. Geschmacklos und immer gleich billig umgesetzt. Natürlich kam irgendjemand angerannt und flehte den Brückensteher mit wild abstehenden Augenbrauen an, nicht zu springen, als dieser dramatisch fiepte:[I]"Aber ich liebe sie."[/I] Was?!?! Ich konnte mir ein vernichtendes [I]"Fresse!"[/I] nicht verkneifen. (So ein Depp, ich will mir gar nicht ausmalen, auf was zermürbende Gedanken mich dieser pseudo Liebeskummerich bringen könnte. Wäh!)
"Fresse" ist ein gutes Wort, um überflüssige Aussagen im Geheimen zu kommentieren. Es kann ohne Weiteres super vernichtend klingen und löst eine tiefe Befriedigung aus, das Gegenüber auf imaginäre Art und Weise tief getroffen zu haben. Zumindest hat es bei mir diese Wirkung...womöglich auch, da mir das Wort bei solchen Gelegenheiten nicht ohne Akzent rausrutscht. Das an sich harmlose "R" wird zu einem keuchenden und Stimmbänder - Rachenvernichtenden "Rrrch". (Für alle Nicht-Schwarzwälder, Nicht-Allgäuer, Nicht-Vorarlberger, Nicht-Tiroler und Nicht-Schweizer: das fühlt sich selbstverständlich nach Nicht-Halsschmerzen an, ist harmlos. ...Und dosiert angwandt, bleiben auch keine Folgeschäden. *g*)
Um mich von meinem Drecksackdasein abzulenken, ging ich Schneeschieben. Die Kälte, der schwere Schnee, die Tatsache, dass ich Nussi die Kapuze meines Pullovers fein säuberlich aus der Jacke gezupft, allerdings nicht aufgezogen hatte und nun darin und in meinem Genick fleißig Schnee sammelte, waren für eine Zeitlang eine gute Ablenkung. Es war mitten in der Nacht, 1 Uhr, mein Nachbar erschien ebenfalls draußen und fing an, den Hof freizukratzen. Ich fragte mich, ob er auch ein Drecksack war und deswegen jetzt schneeschieben musste. Ich glaubte allerdings nicht, dass nachfragen für uns beide befriedigend gewesen wäre.
Zurück zur Problematik: Ich fragte vor ein paar Tagen eine meiner besten Freundinnen, ob sie je geglaubt hätte, dass mir das so viel ausmachen würde. Ich hätte mich vor ein paar Wochen noch selbst ausgelacht und wenn man so mitkriegt...es scheint nicht unbedingt jedem so nahe zu gehen, jemandem eine Abfuhr zu erteilen. Mir allerdings schon. Es tut mir einfach nur wahnsinnig leid.
Ihre Antwort war:[I]"Wenn du mich so fragst: ja, war mir klar."[/I] Grausam, wenn manche Leute einen besser kennen als man selbst. -,- Ich frage mich, woher sie das wusste. Und warum zur Hölle bedeutet einem jemand schlagartig mehr als zuvor, wenn auch nicht in dem Ausmaß, in dem diese Person einem selbst Empfindungen entgegen bringt.
Schätzungsweise liegt es noch nicht mal daran, dass mir die Person nicht im Entferntsten gefällt, was das Ganze nur noch blöder macht. Ich rege mich darüber auf, mir nicht selbst befehlen zu können, jemanden zu lieben. Da ist das, was ich lange suchte, es liegt direkt vor meinen Füßen, aber ich kanns nicht aufheben, weil es nicht für mich ist.
Die Person ist hübsch, nett, zuvorkommend, cool, steht genau wie ich auf Blumenpflücken, schreibt Gedichte, singt, spielt genial Schlagzeug und hat definitiv was Interessantes an sich. Aber anscheinend irgendwie nicht für mich. Wahrscheinlich trampel ich gerade irgendwo mein eigenes Glück platt, hebe es auf, betrachte es und puste es an, sodass es in kleine gerupfte Zipfelchen zerfällt. Aber es geht nicht nur um micht. Jemandem geht es richtig scheisse und ich bin schuld.
Aber ein Eingehen meinerseits, wäre definitiv ausnutzen (da nunmal kein Gefühl vorhanden ist und ich abgeneigt bin, was sich sehr deutlich zeigte, was mich danach allerdings zusätzlich verwirrte, weil ich ihn doch eigentlich nett fand, sprich: das Gefühlte ringt gerade mit dem Verstand und beide wissen nicht, was sie da eigentlich machen) und das kann ich nicht, dafür ist er zu wertvoll.
Ich komme mir gerade vor, wie jemand der viel Geld gefunden hat und es wieder zurück gibt, eben weil er kein Recht darauf hat und weil es nicht ihm gehört. Mist.
TöggelieIch glaube, das ist jetzt der vierte/fünfte Pfad, den ich angefangen, irgendwann demotiviert wieder aufgegeben habe und trotzdem unzufrieden darüber war, nicht das schreiben zu können, was ich eigentlich will. Wäre ich ein hochangesehener und erfolgreicher Schriftsteller, würde ich mich mit einem Augenmäskchen zurücklehnen und aller Welt dramatisch unter die Nase reiben, dass ich eine Schaffenskrise hätte. Sollte ich je auch nur halb so erfolgreich sein, wie manche von mir erwarten - das setzt mich auch gar nicht unter Druck, sowieso nicht, wenn ich gerade nicht mal den normalen Anforderungen gewachsen bin - werde ich das bringen. Echt, wenn ich beobachte, wie alle den ganzen Tag über voll ausgelastet sind und rumwuseln und vor lauter Stress alles über den Haufen rennen und ich es seit ein paar Wochen nichtmal gebacken kriege...ja, was eigentlich...? Ich kriege gar nichts hin. Und das ist jetzt nichtmal ein grenzenlos übertriebener Anfall von Melodramatik, das ist wirklich so. Das heißt...doch grenzenlos ist es irgendwie schon...grenzenlos ätzend. Ohne Witz: Sogar schlafen ist mir manchmal viel zu viel. Dabei weiß ich gar nicht, ob dieses "zu viel" von der Aktivität herrührt oder ob das eher so ein Gesamtzustand ist. Ich weiß sehr wohl, woher das kommt, dass das gerade normal und irgendwo auch notwenig ist, aber ich weiß auch, dass ich Angst habe, dass mir das so ein wenig meine Zukunft versauen könnte...noch mehr versauen könnte. Ich breche schon bei den Gedanken, acht Stunden am Tag zu arbeiten, zusammen. Ich weiß, dass ich das wohl hinbekommen würde (hab ich ja schon gesehen), aber vom Gedanken her, macht mich das völlig fertig. Mich macht es ja schon fertig, zu wissen, dass ich irgendwann am Tag was essen sollte. Natürlich tue ich das, muss ja sein, aber es ist so...Gott es ist so schrecklich unsäglich. Solange es noch irgendetwas ist, das mich interessiert und was ich so noch nicht wirklich oder selten gegessen habe, kann das sogar eine angenehme Angelegenheit sein, aber bei alltäglichem Essen habe ich manchmal das Gefühl, vor Erschöpfung und Langweile umzukippen. Es ist unfassbar, wie lange man brauchen kann, um einen Napf Nudeln mit Soße (und schlimmstenfalls einigen Stückchen Fleisch) zu essen. Der Börner.
Als Aussenstehender würde ich sagen, ich wäre ein durchweg bequemes Schwein und so komme ich mir auch vor, aber das stimmt gar nicht (glaubt aber keiner) Ich bin erschöpft und wenn ich darüber nachdenke, dass beim Grund für diese widerliche Erschöpfung die Energie draufgeht, für die mich andere Leute richtig gut bezahlen würden, möchte ich kotzen. Das ist nicht fair! Und da dieser Satz so ausgelutscht ist, dass ihn keiner mehr richtig wahrnimmt (ich auch nicht), setze ich noch einen drauf: Es ist absolut, absolut, absolut, absolut nicht fair!!! (Jetzt sieht es durch die vielen "Absoluts" wenigstens richtig überzogen aus.) Man hat mir anfang dieses Jahres versprochen, dass das in ein paar Monaten endgültig aufhört (in ein paar WAS?!?!). Ja, Monaten und dass ich das anerkennen sollte, da es bei 90% nie aufhören würde, aber bei mir höchstwahrscheinlich doch (wäh?! Sicher?!?). Jaaah, sicher (aha...). Danach hat man sich vor mir vorbeugt und den imaginären Hut gezogen. Nein, nicht so, dass man sich verkaspert fühlt, sondern ernsthaft. Das war ein bisschen...nein, das war mir schon arg peinlich. So peinlich, wie mir alles in dem Zusammenhang ist. Mir ist egal, was ich in leiste, ich möchte nur endlich leben können, ohne jeden Tag damit rechnen zu müssen, jemand schafft es, einen Zustand hervorzurufen, der mich eins zu eins fühlen lässt, als hätte man mir eröffnet, ein Freund wäre tödlich verunglückt. Ich weiß gar nicht, wieviele "Freunde" schon auf diese Art und Weise gestorben sind. Ich will das nicht mehr. Vor allen Dingen nicht, da das praktisch immer passieren kann, wenn einer aus einer unbeabsichtigten Tollpatschigkeit heraus das Glück hat, volle Kanne in's Schwarze zu treffen. Das sind nur zwei oder drei verschiedene Sätze, aber die sind für mich tödlich. Und zwischendurch dieser ständige Druck, immer daran denken zu müssen. Ich hatte über fünf Jahre lang jeden Tag nonstop Angstzustände...ein ständiger Druck, als würde man vor einer angsteinflößenden Prüfung stehen. Immer wenn ich Leute sah, die offensichtlich eine Beziehung führten und sich dadurch auch zwangsläufig näherkamen, Ärzte, etc. manchmal war es auch egal was, da wusste ich, dass jeder zu irgendwas Furchtbarem fähig sein könnte. Seit einem halben Jahr ist das größtenteils weg...ich kann gar nicht sagen, wie schrecklich froh ich darüber bin. Was ich daran rumgebastelt habe...ich müsste mir selbst ein halbes Vermögen dafür hinblättern. Seit ein paar Wochen kann ich sogar an Dinge denken, die jahrelang Todesängste auslösten und ich bin stolz auf mich. Ich weiß auch, dass das niemand sonst versteht, das kann auch niemand nachvollziehen (Leistung und stolz auf bitteschön was?!), das weiß ich, denn nüchtern betrachtet, kann ich es selbst nicht, da absolut kein Grund zu Panik besteht, es passiert mir ja nichts mehr. Ich wüsste jetzt auch nicht unbedingt ein Beispiel, welches das anderen näherbringen könnte, denn eigentlich hat man im normalen Alltag, in Europa, keine todesähnlichen Begegnungen (und eigentlich habe ich auch noch nie wirklich jemanden kennengelernt, der das kennt...das heißt - bis auf meinen Fahrlehrer, der war Soldat und der hat das auch, das weiß ich. Das hat man so allerdings nie gemerkt, im Gegenteil. Man sollte meinen, dass solche Leute eher in sich gekehrt, ernst und ruhig sind, aber das ist wohl definitiv nicht der Fall). Ich kann das nur immerwieder mit dem Tod eines Freundes vergleichen (genau die gleiche Verzweiflung, Ohnmacht, Hilflosigkeit, etc. es sind nahezu identische Reaktionen) und dem gleichzeitigen Gefühl, auf der Stelle tot umfallen zu wollen (obwohl man wirklich nicht sterben will, aber man will, dass es aufhört) und zu wissen, dass es niemand nachvollziehen kann und keiner Verständnis dafür haben wird.
Und - eigentlich geht es mir sehr viel besser und ich weiß, dass es in ein paar Monaten ganz vorbei sein wird, aber momentan bin ich so schrecklich müde und durcheinander und es ätzt tierisch an, wenn man wegen jedem Mist anfängt zu weinen, obwohl gar kein Grund besteht. Ich denke, ich bin irgendwo zu schnell. Ich träume von niedlichen Tieren, die in meine Rolle schlüpfen und ich persönlich beschütze sie mit meinem Leben und nachher weiß ich, dass ich dieses Tier bin und es ist komisch, wenn einem ehemals gefährliche Sachen jetzt nichts mehr ausmachen und irgendwie...bin ich total überrumpelt und verwirrt, aber das darf ich nicht sein, denn es ist ja ein alter Hut und alles wird inzwischen wieder genervt ohne Ende sein, (zumindest bin ich das) und ich kann auch keine Rücksicht erwarten, weil man einfach nicht sieht, was los ist und man es mittlerweile eben auch nicht mehr hören kann, ohne entnervt die Augen zu verdrehen.
Aber es hilft mir jetzt gerade auch nicht sonderlich, dass meine Eltern einen erneuten Schub ihrer wundervoll demonstrierten Sturm und Drangphase ausleben müssen. In melodramatischen Ausschmückungen wird uns berichtet, dass sie ja das Haus verkaufen wollen (wie lange denn noch!?) und meine Mutter guckt alte Schrotthütten an, die sie dann renovieren möchte und ach, dieses Haus hier wäre zu teuer und blabla. Ja, das ist ein Timing, das an Traumhaftigkeit kaum zu überbieten ist, yeah, die habens echt drauf. Dabei habe ich mehrere Fragen: Für dieses Haus müssten beide zusammen noch 50 000 Euro abbezahlen, dafür haben sie viel Zeit. Die alte Hütte soll 110 000 Euro plus Renovierung kosten...und das ist billiger???? Mathe war nie wirklich mein Fach, aber so doof bin ich nun doch nicht. Und wo soll ich dann hin? Eigentlich ist bekannt, dass ich erst in anderthalb bis zwei Jahren ausziehen kann, es wurde auch gesagt, dass ihr "altersbedingert Umzugsanfall" erst irgendwann stattfinden wird, fünf Minuten später wurde das dann aber wieder anders hingedreht. Jetzt, was soll das? Das ist alles andere als gut für mich und ja, sorry, aber um mich geht's dabei auch. Toll, wenn sie ihre Wünsche erfüllen wollen, aber doch nicht auf hohe Kosten anderer. Jetzt soll irgendein komischer Typ unser Haus schätzen, nur der Interesse halber. Logisch, ich bin wahnsinnig glücklich darüber, dass irgendwer ungefragt in mein Zimmer latscht und alles angafft. Während ich dabei bin, den einen Übergriff zu verarbeiten, starten die nächsten Figuren eine andere Form des Übergriffes...ich bin begeistert.
Irgendwo kommt da schon die Frage auf, wieso und wofür ich mich eigentlich anstrenge, wenn ich davon ausgehen muss, dass ich dann, wenn ich mein Leben endlich genießen könnte, es dann doch nicht kann.
Au...mir geht der Platz aus.
Töggelie[U]Bücherei Abteilung: Generation X (13 - 35 Jahre); Titel: Krisen Eulen; Autor: Töggelie; Erscheinungsjahr: 2010; 1. Auflage[/U]




[IMG]http://www.medion-fotoalbum.de/mediapool02_aldi_s/22/BA/F3/20/C8/14/11/DB/B3/B2/5B/7A/55/D8/0C/26/oma/10/02D11A50263311DF9A0721096DC02163.jpg[/IMG]

[I]Das bekrallte Flaumding über mir sieht doof aus...aber es ist wütend. Ich denke, es würde mit seinen strammen Beinchen alles und jeden wegtreten, um sich danach mit ständig wachsender Begeisterung nach dem Nächsten umzusehen, der eindeutig was auf die Zwölf verdient hat. Das ist das Mindeste, was die Baby Eule tun kann, denn eigentlich weiß sie gar nicht, wohin mit ihrem Hass. Eulenbaby ist natürlich nicht die einzige "Person", die angepisst ist, eigentlich ist ständig wer sauer und eigentlich hassen alle und alle meckern früher oder später rum und alles regt sich über alles auf, (ich schätze, da könnte man sich jetzt auch reinsteigern) aber diese Baby Eule ist sich sicher, so scheisse wütend wie kein anderer zu zein. Des Eulenbabies Problem: Es wurde alles in der Richtung bereits gesagt, getan, ausgelatscht...nichts dürfte wirklich in dem Maße rüberkommen, wie es gemeint ist. Nichts destotrotz, einige Beispiele für Reaktionen, die Eulenbabies Ärger würdig wären.


Sowas wäre recht eindrucksvoll:

[IMG]http://www.medion-fotoalbum.de/mediapool02_aldi_s/22/BA/F3/20/C8/14/11/DB/B3/B2/5B/7A/55/D8/0C/26/oma/10/7E6B27A0263811DFAEBDFF726DC02163.jpg[/IMG]

Allerdings würde das des Eulenbabies Nest ebenfalls durcheinanderbringen (was Eulenbabies pingeliger Reinlichkeit nicht zwingend entgegen kommen würde).
Nicht ganz so zerstörerisch, aber durchaus aktionreich und Genugtuung versprechend, wäre diese Lösung:

[IMG]http://www.medion-fotoalbum.de/mediapool02_aldi_s/22/BA/F3/20/C8/14/11/DB/B3/B2/5B/7A/55/D8/0C/26/oma/10/7EA6F820263811DF93931EBA6DC02163.jpg[/IMG]

...blöd ist nur, dass so große Autos sehr teuer sind und Eulenbaby einen empfindlichen Magen hat, der bei dem "auf anderen Autos Rumgehüpfe", sicher einiges zu sagen hätte.
Eine etwas handlichere Idee, wäre hingegen das hier:

[IMG]http://www.medion-fotoalbum.de/mediapool02_aldi_s/22/BA/F3/20/C8/14/11/DB/B3/B2/5B/7A/55/D8/0C/26/oma/10/7E8D7CB0263811DF8A8D59516DC02163.jpg[/IMG]

Der Nachteil: Eulenbaby kann kein Karate, und man könnte sich allein beim Versuch eine Kralle stauchen, wenn man entsprechend kraftvoll zutritt...und das würde Eulenbaby.
Jedenfalls ist sich Eulenbaby sicher, dass es das hier:

[IMG]http://www.medion-fotoalbum.de/mediapool02_aldi_s/22/BA/F3/20/C8/14/11/DB/B3/B2/5B/7A/55/D8/0C/26/oma/10/7DC571C0263811DF873D112D6DC02163.jpg[/IMG]

nicht mehr so schnell tun wird...[/I]


Epilog:
Es ist albern, natürlich ist es das. Aber, was ich auf eine naive Art (die Kinderbuchfassung hat, wie bestimmt einigen aufgefallen ist, einen tieferen Sinn. Man könnte es als eine Art "mit der Nase reinstupsen" bezeichnen) sagen möchte: Im übertragenen Sinne wären genau das die goldrichtigen Aktionen. Krass und zerstörerisch, ohne jeglichen Zweifel, dass da jemand nicht ganz glücklich ist, was unter [B]normalen[/B] Umständen nicht unbedingt auffällt, geschweige denn gesehen werden [B]will[/B].
Töggelie[I]"Aus Respekt verkneife ich mir jede Antwort. Gute Nacht!"[/I] ich glaube, ich hätte ihr nach der leicht pikierten Antwort, ich soll sie nicht um Rat fragen, wenn ich ihn sowieso nicht befolgen würde, den Hals umgedreht, wäre ich nicht gegangen. Dass ich damit auch meine erschrockene Cousine vor den Kopf stieß, die gerade dabei war, mir ihre Hausarbeit abzuliefern, die ich kontrollieren soll, war leider nicht zu verhindern...und irgendwo hat mich das noch mehr gereizt, denn natürlich weiß ich, dass sie nur deswegen da war, weil sie etwas von mir wollte und wäre ich ein Drecksack, würde ich ihr gerade zum Leid die ganze Arbeit verhunzen (und es würde mir Spaß machen und wie!). Ich bin mir sicher, ich könnte den größten Schrott hinkrakeln, sie würde es genau so abgeben, weil man einfach blind davon ausgeht, dass ich das schon richten werde. F.d.!!! (Wenn nochmal was dazukommt, schreibe ich das aus.)
Das ist richtig blöd gelaufen, das Wochende wird noch schlechter als die vergangene Woche und ich werde alleine in meinem Zimmer sitzen, mir selbst traumhaft ausgeliefert und damit ein leichtes Opfer für verstörende Gedankengänge. Wow! Das kenne ich ja gar nicht, das wird eine völlig neue Erfahrung für mich!!! HAH!!!
Aber irgendwann ist es einem auch egal, was andere von einem denken. Da ist der Anstand nur noch ein niedergetrampelter Fetzen...verdammt, wieso kommt mir jetzt schon wieder dieser scheiss Joghurt in den Sinn?! - blöder Fetzen Joghurtbecher! Ich weiß, dass ich niemanden brauche, ich komme super alleine klar, wahrscheinlich ging es mir sogar richtig gut, wenn nicht 284838 Leute um mich rum wären, die mir ständig in den Rücken treten, dafür aber weiß Gott was erwarten! (Ich schreibe es wirklich gleich aus.)
Und das eben war einfach zu viel. Ich lasse mir auch von einer guten Freundin nicht sagen, was ich zu befolgen habe und was nicht, vor allem nicht, wenn ich - oaaah, ich hasse, hasse, hasse es!!! - wenn ich nach einem verstörenden Albtraum kurz auftauche, eigentlich nur ein bissel Ablenkung möchte (ich erwarte noch nichtmal, dass irgendwas in Form von Trost kommt!) und dann nur die Frage kommt, ob ich denn ihren Rat befolgt hätte (der selbstverständlich absolut nichts mit diesem Thema zu tun hat. NICHTS!). Ja natürlich! Was denn sonst?! Wenn mir spontan das Bein abfällt, sorge ich mich selbstverständlich trotzdem weiterhin darum, dass mein Haar gut sitzt! Natürlich nicht, verdammt!!! Und dann der Spruch, ich soll sie dann gefälligst nicht mehr um Rat fragen! Ich bin kurz davor, nochmal zurück zu gehen und richtig auszurasten. Das ist unglaublich...das wird das letzte Mal gewesen sein, dass ich überhaupt irgendwen gefragt habe!!! Es kommt größtenteils nur Mist dabei rüber und das Geniale ist, dass - seitdem ich heute Mittag meine Ansicht in einem Thread schilderte - mir alle die Bude einrennen, um mir zu zeigen [I]"Ja! Du hast Recht! Guck mal, ich bin auch so ein Arsch!"[/I], eine sich selbst erfüllende Prophezeihung. Ich bin begeistert.
ArrogantNick[QUOTE][i]Original geschrieben von Töggelie [/i]
Es kommt größtenteils nur Mist dabei rüber und das Geniale ist, dass - seitdem ich heute Mittag meine Ansicht in einem Thread schilderte - mir alle die Bude einrennen, um mir zu zeigen [I]"Ja! Du hast Recht! Guck mal, ich bin auch so ein Arsch!"[/I], eine sich selbst erfüllende Prophezeihung. Ich bin begeistert. [/QUOTE]

Ui... klingt jetzt nicht so pralle. Aber bevor ich Dir jetzt hier 'nen Vortrag halte und Du arme Schnuffine noch das Verlangen bekommst, mir mit dem nackten Arsch ins Gesicht zu springen, sage ich einfach mal: Glaub einer alten Knöselerna (mir) - das geht vorbei. (Und übrig bleiben die, auf die Du wirklich ganze Welten bauen kannst. ;-))

Grüßle
Mischa

[size=1]edit PS: In dem anderen Thread melde ich mich auch dann nochmal.[/size]
Töggelie[QUOTE][i]Original geschrieben von ArrogantNick [/i]
[B]Ui... klingt jetzt nicht so pralle. Aber bevor ich Dir jetzt hier 'nen Vortrag halte und Du arme Schnuffine noch das Verlangen bekommst, mir mit dem nackten Arsch ins Gesicht zu springen, sage ich einfach mal: Glaub einer alten Knöselerna (mir) - das geht vorbei. (Und übrig bleiben die, auf die Du wirklich ganze Welten bauen kannst. ;-))
size] [/B][/QUOTE]


Merci für die lieben Worte. :-) Nein, nein, ich lasse meinen Hintern lieber im behosten Zustand und springe damit in Richtung Erste-Hilfe-Scheiss-Laune-Zwischensnacks, davon haben die Welt und ich ein bissel mehr. *g*
TöggelieEin kleiner Berg an genetischem Schrott hängt auf meinem Drehstuhl.
Ein Häufchen aus schwarzem Stoff, unter dem man mit viel Mühe fast durchsichte Haut erwühlen könnte (man könnte es, sollte es aber lieber lassen, ich sehe nach einem Winter grundsätzlich furchtbar durchsichtig und ätzend aus) und oben auf der Spitze einen *Richtung Spiegel roll* ouh, einen strubbeligen Putzmopp.
Ich bin so ziemlich gerade erst aus dem Bett gefallen, eigentlich hätte ich schon seit 9 Stunden auf einer Kommunion sein sollen, wurde aber so irgendwie durch ein Missverständnis vergessen.
Wahrscheinlich habe ich sowieso nichts verpasst: hardcore Killer-Katholiken (das ist böse, aber ich darf das sagen, ich bin selber katholisch), Omas mit waschen/legen-Frisur, Opas, die nach Wick-Blau riechen, Klamotten - über Jahre hinweg in Mottenkugeln und Staub konserviert, Raucherhusten der übelsten Sorte - der betroffene Leute immer dann überkommt, wenn es auch ja alle mitkriegen (logisch, so wirkt es am besten und in Kirchen ist ja immernoch dieses geniale Echo) und aussedem wäre ich jetzt gut befüllt mit Gemüse, Salat, Nudeln, Eis, etc....mh...Mist, wobei, ja eigentlich vielleicht auch ganz okay, mir ist gerade so ambivalent und nach kaputtgegangen zumute. Ich glaube, wenn man sagt, dass man sich minderwertig fühlt, dann gilt das meistens einem selbst, vielleicht noch dem Aussehen, weil man zu dick ist oder einem das Gesicht nicht gefällt, aber bei mir ist das irgendwie so...mehr so diese...hm...allgemeine Funktion, die nicht nur mich betrifft, nicht unbedingt, sondern alle, aber ich fühle mich so befangen und so...als müsste ich den ganzen Murks der menschlichen Entwicklung hinterfragen. Ich fühle mich, als hätte man mich in einen Schneeanzug gesteckt - da, jetzt schwimm mal, lauf mal n Halbmarathon, irgendwas extrem Unpraktisches eben, was man in dem Zustand gar nicht ausführen kann. Am liebsten wäre es mir, könnte ich mich in einem riesigen Wollknäuel verstecken, ab und an rausgucken, irgendjemand würde mir Trinken und ein bissel Essen reichen und damit wär's das dann. Ich komm irgendwie nicht so ganz klar, als hätte man mich in einen viel zu unpraktischen Körper verfrachtet, eine Fehlkonstruktion, mit der ich so gar nichts anfangen kann, das ist so - also, kann sich jemand vorstellen, wie ekelig das ist? Als wäre man festgebunden.
Ich möchte irgendwie ständig an mir rumzupfen, wie an einem Pullover, der einem zu eng oder zu groß ist, aber mach das mal mit dem Körper, das ist etwas schwierig und dezent problematisch. Nicht, dass ich es nicht schon versucht hätte.
Irgendwie...weiß nicht, mir ist nach entgeistert gucken, rumzupfen, halbmäßig verzweifeln, seufzen und auf den Boden sinken zumute...so blöd irgendwie. Hm...mh, wie kriegt man das denn nur weg... [img]http://www.cosgan.de/images/smilie/traurig/d035.gif[/img]
Töggelie[FONT=arial][I][B][SIZE=3][U][COLOR=darkred]WGT 10[/COLOR][/SIZE][/B][/I][/FONT]


Tag: einen vor eins[/U]


Schiller meinte einst, Leidenschaft wäre eine wunderbare Sache, sobald sie sich verabschiedet hatte. Die Erklärung ist simpel: Sie lehrt einen im Nachhinein allerlei, zerstört im Moment des Geschehens allerdings alles, wenn man sich in seinen Handlungen nicht zurücknimmt.
Wahrscheinlich spricht daher rückblickend nicht mehr allzuviel gegen eine Äusserung meinerseits zum Wgt.


Egal, was ich mache: kurz vor knapp kommt mir meistens die Motivation abhanden und macht der Frage Platz, warum ich mir das unbedingt antun musste. So auch in diesem Fall: Wgt ist mit der richtigen Laune, unter den richtigen Umständen und anscheinend mit viel Glück eine feine Sache. Allerdings gibt es auch ein großes Aber, das - fallen die ersten drei Punkte aus - nicht besonders gut kommt und einem im Voraus bereits gekonnt auf die Nerven geht. Was zur Hölle hat SM dort verloren? Auch das, was dort gemeinhin als Kunst angesehen wird, erscheint mir als pure Provokation, die einfach erwartet wird. Nackte Leute, die sich irgendwelche abgefahrenen Sachen an Körperstellen antun, die man normalerweise mit Samthandschuhen anfassen sollte, blabla, das kann doch nicht wahr sein, das ist Kunst? Ja, das ist Kunst, wenigstens passt sowas zu meinem aufgerissenen Hintern. Ich hatte mir an nebensächlichen Kleinigkeiten den Hintern...vergrößert, erweitert - verdammt, aufgerissen klingt so dermaßen blöd! Aber doch, ich hatte mir im Vorfeld die Hinterfront angemessen aufgerissen. Für unnütze Kleinigkeiten, die nachher sowieso alle wieder über den Haufen geworfen, nicht gebraucht wurden oder falsch gedacht waren. Man kann sich selbst extrem gut stressen und ich schätze, darin hatte ich in den letzten Wochen meinen Meister gemacht. Völlig übertrieben und unangemessen hatte ich mich an der Verpflegung, der Reinigung und Renovierung meines Autos und der Auswahl meiner Klamotten aufgehängt. Ich hätte mir im Nachhinein selbst in den Hintern beissen können.

Trotz - nein, gerade WEGEN des Navis hatte ich mich bei erster Gelegenheit total verfahren. Ich hatte absolut keine Ahnung mehr, wo ich war, wie ich zum Bahnhof kommen sollte und ob ich blöderweise auch noch geblitzt worden war und das nur, weil dieses Navi mich durch beinahe jeden Hausflur gejagt hatte. Dass ich nicht beim nächstbesten Eumel im Wohnzimmer stand und mir eine nervige 08-15 Frauenstimme befahl, doch bitte endlich - nein, halt, bitte sagt sie nicht, unverfrorenes Frauenzimmer! - in's Badezimmer abzubiegen, zu wenden und durch den Abfluss der Badewanne wieder auf die Hauptstraße zu flutschen, war alles! Ich wunderte mich nicht wirklich, als ich zwar vor dem Bahnhof stand, Seelenreise sah, aber offensichtlich irgendjemand, als er mich kommen sah, spontan drei Pfosten in den Weg gestellt hatte, denn das Navi hatte davon nichts gewusst. Hoppla aber auch.
Wie es mit dem Navi weiterging, erklärt vielleicht der nächste Satz besser als jede langwierige Umschreibung: Es gibt zwei Wege nach Herford: einen über die Autobahn und einen quer durch die Pampa. Bitte einen Moment nachdenken. Korrekt. Es wäre auch irgendwo gegen ein gewisses Naturgesetz gegangen.
Sogar der Kassierer von irgendeiner Tanke, die - ich hab keine Ahnung, in welchem Bundesland wir waren - irgendwo stand, wo wohl schonmal Menschen gewesen sein mussten, anders kann ich mir die ständigen Geschwindigkeitsbegrenzungen nicht erklären - freute sich, dass er etwas Menschliches vor's Gesicht bekam und versuchte mich verzweifelt in ein Gespräch zu verwickeln:[I]"Ja hast du ein tolles Kennzeichen! Woher kommst du denn? Ich hab gerade gegoogelt und gesehen, dass da ein Auto kommt und da sah ich dein Kennzeichen! Das ist ja passend! Super!"[/I] Die Gegend war wirklich sehr abgelegen. Klar, TUT ist für ein Auto schon ne klasse Sache, aber dass man so deswegen ausflippt, wird wohl tiefgreifendere Gründe haben. Wie gesagt...sehr abgelegen.
Irgendwann, wir zuckelten durch einen Wald...durch EINEN von vielen Wäldern...(immerhin durfte ich 60 fahren - abau, nach zig Zone 30 Schildern befand ich mich im Geschwindigkeitsrausch) ließ Seelenreise einen jener Sätze ab, für die man in einem Actionfilm normalerweise als erster dran glauben muss:[I]"Ich würde mich nicht wundern, wenn jetzt das Gps ausfällt"[/I], wenige Sekunden später: [I]*plopp*[/I] (merk dir das mit den Actionfilmen, beim nächstenmal greift das *g*), das Navi war aus. Sollte es vor lauter Schande gewesen sein, ich könnte es verstehen, aber ich glaub das nicht. So viel Anstand hat selten jemand.
Nach über achteinhalb Stunden Fahrt (nur für's Protokoll, die Rückfahrt ohne Navi dauerte sechs Stunden) und einer anschließenden Stadtrundfahrt durch Bielefeld - ja, Herford kann man nicht schneller erreichen als über eine gründliche Erkundung von Bielefelds Seitengassen - waren wir bei Asci.
Fünf Minuten später hatten wir die Ehre, dem Umzug einer original westfälischen Spinne beizuwohnen (mit diesen Tieren stimmt irgendwas nicht, es kann doch nicht sein, dass nahezu jedesmal, wenn ich auftauche, ein mutierter Achtbeiner im Flur sitzt). Ja, das...ahm, also, ich bin es nicht gewohnt, dass eine Spinne, nur auf einem Besen sitzend, über mir schwebt und daran werde ich mich auch nicht gewöhnen, da gibt es nämlich eine beunruhigende Sache: diese Tiere haben verdammt viel Bein und wissen, damit umzugehen. Die Wahrscheinlichkeit, dass sowas ruhig sitzenbleibt, ist nicht sehr hoch und dass mir einer der Anwesenden im Falle eines Unglückes geholfen hätte, geht nochmal um einiges in den Keller.
TöggelieManche Sachen sind manchmal so doof, dass ein einziger vernichtender Satz mehr Genugtuung hervorruft als wildes Herumgetobe.
Ich soll in zwei Monaten monatlich 65 Euro Krankenversicherung bezahlen. Joah...öhm, wovon? Ich hab ganz gut Schulden, bin meinen Minijob los und muss bald auch noch 120 Kröten monatlich für die restliche Schulzeit bezahlen und wenn man davon ausgeht, dass ich eigentlich gar nicht mehr arbeiten sollte, sondern ab jetzt dann mal nonstop lernen angesagt wäre, wird das Ganze noch bescheuerter. Und eigentlich sollte ich jetzt innerhalb von ein paar Wochen an die dreißig Hausarbeiten einreichen, damit meine Eltern irgendwelche Rückzahlungen bekommen (ja, wären an die 4000 Euro, also, nicht wirklich nennenswert, das setzt mich auch nicht zwingend unter Druck...Gottes Willen, nein) und damit wäre ich dann auch ganz gut ausgelastet. Ja, super, irgendwie hört sich das alles nach sehr viel Stress an, damit sehr viele andere Leute ihre Lutscher bekommen und ihren Hintern wohlgepampert vorfinden, aber für mich springt dabei in erster Linie wenig bis gar nichts raus, dabei sagt mir so irgendwas, dass ich in diesem Fall so irgendwie die Hauptperson bin und sich andere so irgendwie...also...es sollte mal so ein bisschen was Richtung hierher gehen...hier, ich stehe hier. Hallo?!
Mal ernsthaft: Wovon soll ich die 65 Euro bezahlen? Wenn sich nicht bald grundlegend was ändert, dann geht das einfach nicht, da können sich sämtliche Bundfaltenhöschenträger auf den Kopf stellen, was nicht da ist, ist nicht da.
Ich fühle mich ehrlich gesagt im Stich gelassen, da auch von absolut keinem auch nur irgendwas Konstruktives kommt, was in irgendeine Richtung clever wäre. Ich hab vor Kurzem nachgefragt, ob mir wenigstens jemand mal sagen könnte, für welche Schule man mich zuteilt. Die Antwort war ernüchternd: Da ich mich selbstständig vorbereiten würde, müsste ich alleine klarkommen (ach?! Und ich rate jetzt mal ganz verrückt: Wenn mir irgendjemand verrät, wo sich das lustige Häuschen mit den vielen Tafeln und den komischen Leuten, die Geld dafür bekommen, dass sie anderen auf die Laus gehen, befindet, dann darf er nicht mehr mitspielen und wird als Petze in die Ecke gestellt! Echt he, so ein Kindergarten) und die Schule wird wohl irgendwo im Bezirk Freiburg sein. Ja...das ist schön, nur ist dieser Bezirk sehr groß und ich fände es problematisch, müsste ich da vor einer immensen Stresssituation zuerst eine halbe Weltreise hinlegen und mich dem Stress noch zusätzlich aussetzen. Oh Mann, geht doch bitte nicht so zimperlich mit mir um, das hab ich echt nicht verdient. Das einzige, was mir jetzt durch Zufall und vielen Nachforschungen auffiel: Ich bekomme vielleicht in ein paar Monaten Bafög, aber - Überraschung - da ich niemanden irgendwas angehe, wurde mir das trotz mehrfachem Nachfragen auch nicht gesagt, bzw. wurde verneinet, dass ich irgendwas bekomme, also...ja, wie gesagt, "vielleicht". Ich könnte mir manchmal den Hintern weichtreten, dass ich keinen anderen Weg einschlug. Was man sich nicht alles antut...
Also bitte, wenn ich nicht mindestens irgendwas werde, wo ich meine übergroße Klappe regelmäßig weit aufreissen kann, falle ich vom Glauben ab. Für diese Anstrengungen...also, das würde ich dann schon erwarten, doch. -,-
Ich möchte es nicht sagen, aber ich glaube, mir rutscht gleich was Unschönes raus und ich schätze, ich werde Spaß dabei haben: Ihr seid Arschlöcher. Hoppla, da war's auch schon, na sowas aber auch.
TöggelieEs ist ein altbewährter Psychotrick, die Dinge aufzuschreiben, die einem Spaß machen, schön vorkommen und guttun, um sie sich so ein bissel mehr vor Augen zu führen und im Falle eines spontan eintreffenden Weltschmerzes (meistens ausgelöst durch zu viel Grübeln - ich muss es wissen, ich kann das in Perfektion. In meinen Bestzeiten konnte ich durch intensives Training, ohne Aufwärmen, von einer Krise in die nächste springen und das im Stundentakt. Ich war gut, verdammt! Nein, das ist nichts, worauf man stolz sein sollte, so schafft man sich lediglich seine eigene Hölle. Es ist erwiesen, dass man sich bei solchen Aktionen mit Dingen rumschlägt, die zu 90% nicht eintreffen werden. Es ist definitiv ein undankbares Hobby, aber der Verstand gewöhnt sich daran und tut sich schwer, weniger dramatische Wege einzuschlagen, schließlich muss doch irgendwo etwas zu finden sein, das einen ängstigt, sei es nun real oder nicht), sich selbst ein wenig auszubremsen.

Es fällt auf, ich bin gerade erschreckend positiv drauf, allerdings heißt das nicht, dass ich das Gefühl habe, vor Glückseligkeit kaputtgehen zu müssen. Ich will gar nicht alles durchweg positiv sehen, allein schon aus Prinzip. Man denke nur mal an die Werbung vom HB-Männchen: Hätte der Kerl sich nicht so dermaßen aufgeregt, würde heute kein Mensch mehr wissen, wer HB-Männchen ist. Die Werbung lief lange vor meiner Zeit, aber ich kenne sie, würde man mich hingegen nach der glücklichsten Hausmutti fragen, wüsste ich doch im Leben nicht, wer das gewesen sein soll. (Diese dauergrinsenden Werbeweibchen sind sowieso das Letzte. Diese Dinger wecken irgendwie meinen Jagdinstinkt, die rutschen für mich schon aus dem hintersten Zipfelchen der Nahrungskette raus. Diese Dumpfnüsschen leben dafür, dass man ihnen die Bude versaut! Letztens sah ich eine Werbung, da hatte eine davon einen überdimensionalen Fussel bei sich wohnen! Wenn es mal soweit ist, hat es sich aber schon weit herumgesprochen. Und es ist so irreführend. Es weckt die Illusion, dass man keinen Ärger kriegt, wenn man irgendwas Entsprechendes einsaut. Als ich eine Freundin zum erstenmal besucht hatte, gab es dort zwei Bäder. Ich hätte es jetzt gerne so gesehen, dass meine Freundin und ich uns ein Bad teilen, leider hatte ich aber das Glück, mir das Bad mit ihrem Vater "teilen" zu müssen. Diese Badrivalität war Murks. Jedes Mal, wenn ich in's Bad wollte, war der Vater am Duschen oder was auch immer, im Gegenzug hab ich ihm die Haarbürste ausversehen in's Klo geworfen. Irgendwo fand ich das fast ein bissel gut, blöd war nur, dass die Bürste nass und der Vater ein bissel nicht ganz so freundlich war. Dafür habe ich jedenfalls kein verständnisvolles Lächeln gekriegt.)
Jetzt weiß ich nicht mehr, was ich eigentlich schrieben wollte. Oder doch - ah, jedenfalls meine ich, das Aufregen durchaus recht unterhaltsam und witzig sein kann, sofern man sich nicht wie ein cholerischer Drecksack aufführt und das Ganze zu ernst nimmt. Meine Mutter ist z.B. meistens ziemlich lustig, wenn sie sich aufregt. Sie deutet an, mit ihrem Kopf auf den Tisch zu schlagen oder zieht Grimassen und vergräbt sich in Gartenarbeit. Mit so jemandem kann man auch viel eher mitfühlen als mit jemandem, der sich so dermaßen und unverschämt ereifert, dass dessen Gesicht meinen Hintern animiert, hinein zu hüpfen. Und irgendwann ist es soweit, ich muss nur noch den richtigen Absprung üben.

Gut, also das wäre dann jetzt mal die Einleitung zu meinem eigentlichen Thema gewesen...die dann auch konkret gar nichts damit zu tun hat. Aber es ist natürlich bestimmt gut, dass auf diesem Wege die komplexe Thematik von Hausfusseln, Klobürsten und springenden Hintern behandelt wurde.

Wenn ich mich jetzt nicht völlig aus dem Konzept gebracht habe, dann wollte ich, glaube ich, ursprünglich ein Selbstgespräch darüber führen, dass ich eigentlich ein ziemlich gutes Leben führe. Ich meine, ich habe das Glück, in einer angenehmen Gegend zu wohnen, ich hab tolle Freunde, ich kann mich meinen Hobbies widmen, habe sämtliche Möglichkeiten, mich zu beschäftigen (oh hoppla, jetzt fällt mir auch ein, warum ich ursprünglich einen Nebelpfad schreiben wollte. Also, wenn man jetzt vom allerersten Ursprung ausgeht, sollte das hier eigentlich eine Satire auf meinen ersten Freibadbesuch seit nahezu 10 Jahren werden. So rutscht man von einem Napf in zehn weitere. *erröt* Egal, später, ich bin gerade so gut in Fahrt), kann mich vor meinem Zimmer in meine Hängematte hängen und bei klaren Verhältnissen bis in die Alpen schauen, ich kann mich vollfressen oder es bleibenlassen, ich bin momentan eigentlich ganz zufrieden mit meinem Charakter, mein Aussehen könnte auch schlimmer sein, meine Hände und Füße sehen sogar echt gut aus (also, ich finde zumindest, dass sie schön sind), ich muss nicht allmonatlich zum Frisör, um den obligatorischen Zentimeter nachschneiden zu lassen, ich habe eine annehmbare Verwandtschaft, mein Schrank ist voll mit Süßigkeiten, ein Auto besitze ich auch, ich habe...ja, doch ziemlich viel. Es reicht, um Leute damit zu langweilen, also ist es viel.
Ich glaube, es ist ab und an ganz gesund, wenn man sich bewusst macht, dass man es doch in diesem oder jenem Fall ganz gut getroffen hat. Ich möchte z.B. auf keinen Fall in einem Plattenbau leben müssen und schon gar nicht in einer Großstadt. Es ist auch eine schöne Annehmlichkeit, einen großen Garten zu haben, ebenso schön ist es, wenn man kein vollkommener Handwerks-Nussi ist und sich sein Nest, sein Zimmer, nach den eigenen Vorstellungen einrichten und gemütlich ausbauen kann. Nicht jeder hat ein Talent dafür. Als ich die Wohnung vom Chef meines Vaters sah, war ich ehrlich enttäuscht. Er hatte Geld ohne Ende, war Bankier eund Konsul und - ja, keine Ahnung, was noch alles, jedenfalls ein reicher Pinsel und so irgendwie waren in seiner Wohnung auch ein paar recht teure Sachen, allerdings geschmacklos ohne Ende. Hätte ich nicht gewusst, dass es Originale sein sollen, hätte ich gedacht, das ganze Zeugs wäre aus einem Hamsterkauf beim Trödler.
Die eigenen Fähigkeiten sollte man hierbei also wirklich nicht unterschätzen. So bin ich auch ganz froh, dass ich mir schultechnisch einiges selber aneignen kann, sonst wäre ich ganz schön aufgeschmissen. Wenn nicht ich selbst, wer sollte mir dann helfen? Lehrer sind zwar vorhanden, aber die Antworten erfolgen logischerweise nicht prompt, ausserdem bin ich der Meinung, dass selbst Erarbeitetes wesentlich einfacher haften bleibt, als Erfragtes.
Man könnte sogar noch weiter gehen. Mein Therapeut meinte vor Kurzem, dass es das Leben ziemlich gut mit mir meinen würde. Eigentlich, nimmt man sich die Hintergründe vor, könnte man sich verschaukelt vorkommen, aber die folgende Erklärung war relativ einleuchtend. Durch Erfahrungen lernt man dazu und im Endeffekt weiß ich dadurch heute schon über Dinge Bescheid, die viele erst Jahrzehnte später hinterfragen, also erst dann, wenn schon viel verpasst oder falsch gesehen/gemacht wurde. Natürlich, wenn man es so sieht, ein klarer Vorteil, und da dieser Vorteil mich verdammt viel gekostet hat, wäre ich ja schon ein bissel blöd, würde ich ihn nicht als solchen ansehen...wenigstens ab und an, man muss ja nicht gleich übertreiben. Ebenfalls natürlich: Dank mancher Erlebnisse möchte man manchmal am liebsten tot umfallen, nur damit man keine Angst, Zweifel, Schmerzen mehr hat, aber wieso sollte man sich dann ausgerechnet den einzigen Vorteil nehmen lassen? [URL=http://www.youtube.com/watch?v=KJ90CcRBkIU&videos=E4uldkvZKH0]klick[/URL]


Die Story "Töggelie und das zu schwere Wasser" folgt. -,-
Töggelie[IMG]http://www.tierforum.de/customavatars/avatar588_1.gif[/IMG]

Das ist Jeanne d'Arc. Warum sie so heißt, weiß ich nicht, aber ich suchte eine ironische Antwort auf das Original und etwas, das vielleicht annähernd zu mir passt. Jeanne d'Arc sieht mir sogar ein bisschen ähnlich. Ich glaube, sie hat in etwa die gleiche Haarfarbe wie ich (sofern ich meine Haare nicht färben würde), ausserdem ist sie offensichtlich ein kleines Fusselbällchen, eine Eigenschaft, die man mir auch nachsagt. Sie guckt auch ein klein wenig genervt, vielleicht sogar von sich selbst, was dann nahezu perfekt für meinen Vergleich wäre.


Jeanne d'Arc hat den Namen, ich eine blöde Eigenschaft, man könnte also sagen, wir haben gerecht geteilt, wobei ich der Meinung bin, das Karmuffel hat sich den besseren Part gekrallt.
Idealismus ist eine schöne Eigenschaft...für das einzustehen, was man für richtig hält, andere zu beschützen, es scheint daran keinen Fehler zu geben, entweder hat man diesen Idealismus oder nicht, aber mir scheint, als würde es da noch eine Zwischenstufe geben, die so ein bissel was mit Blödheit zu tun hat. Ich bin so darauf aus, alles und jeden zu verteidigen, dass ich - ungeachtet der Tatsache, dass derjenige noch nichtmal Zeit hatte, überhaupt Luft zu holen und selbst irgendwas für sein Wohl zu unternehmen - wie ein Rudel Elefanten auf das vermeintliche Problem zuflitze, alles mit meinen Fußabdrücken schmücke und dezent Kratzer austeile, wo es gar keine gebraucht hätte. Ich glaube, ich habe in letzter Zeit der Welt mehr Abdrücke meiner Füße aufgedrängt als es Fingerabdrücke in der örtlichen Verbrecherkartei gibt.
Ich war mir auch eigentlich mit mir selbst einig, mit dem Mist aufzuhören, es wurde mir auch mehrfach gesagt, geschrieben, gezeigt: Bitte nicht Jeanne d'Arc spielen, es macht nur Ärger. Natürlich macht es das, wenn jemand Hilfe braucht, kommt er an, wenn nicht, dann möchte er seine Ruhe, die Sache ist eigentlich ganz einfach. Leider ist es nicht wirklich einfach, sich sämtliche Macken wirkungsvoll und sofort abzugewöhnen oder sie auf ein gesundes Maß zu reduzieren.
Ich fürchte, ich lebe immernoch ein bissel in dem Größenwahnsinn, alles, was lebt, vor den Dingen retten zu wollen, die ich nicht ertragen konnte. Ich wollte nie glauben, dass es eigentlich kaum jemanden wirklich interessiert, wenn es jemandem schlecht geht. Man kann tatsächlich vor sich hin leiden und niemand fragt nach, was denn überhaupt los wäre. Ich wollte das alles besser machen, aber ich schätze, unterwegs ist meine Bremse kaputtgegangen und die Reifen sind auch etwas abgefahren und eigentlich sollte ich jetzt mit den bescheuerten Auto-Metaphern aufhören, da ich vorhin ganz groß Vergleiche mit einem Elefanten anstellte. Jedenfalls übertreibe ich manchmal einfach maßlos und damit ist niemandem geholfen.
Wenn ich mich richtig erinnere, wurde die historische Figur zum Schluss verbrannt und das Herz blieb unbeschadet übrig. Super Sache, da reisst sie sich den Hintern auf, wird angeschossen, für verrückt erklärt, fällt allen auf den Wecker und der Dank ist, dass sie zwar stirbt, ihr Herz aber übrig bleibt. Wem soll das denn bitte helfen? Ich glaube, ich hätte darauf nicht unbedingt Lust. Aber spätestens hier wird eindeutig klar, warum man mir ein Jeanne d'Arc Syndrom andichtet: Die Vorsätze sind vielleicht okay, aber es bringt einfach nur Ärger.
[URL=http://www.youtube.com/watch?v=ig2Q4Ub4TnM&feature=related]klick[/URL]
TöggelieBadeshorts - check, Bikinioberteil - check, Flauschbadetuch - jaaah *anflausch*, Sonnencreme mit Lichtschutzfaktor ohne Ende - sowieso, geeignete Lösung für meine Haare - überspringen wir das lieber, angemessene Kondition - ... im Notfall könnte ich immernoch Rutschbahnfahren.
Ich war seit über zehn Jahren nicht in Schwimmbadnähe und fand das auch gut so. Zu nass, zu kalt, zu warm, zu dreckig, zu unangenehm. Aber irgendwie...Schwimmen soll ein angenehmer Sport sein und letztendlich trieb mich auch die Neugierde auf das neue Freibad in Richtung Chlor - und (nein, belassen wir es bei Chlor, ich habe Angst, darüber nachzudenken, was noch alles Bestandteil von Schwimmbadwasser sein könnte) - jedenfalls Chlorwasser. Ich hasse Chlorwasser (und wir konzentrieren uns weiterhin darauf, dass nichts anderes in diesem Wasser wohnt...). Es ist widerlich, wenn es in die Augen kommt und man alles nurmehr wie durch eine Art Nebel sieht. Es ist noch viel widerlicher, wenn es einem in die Nase flutscht und man noch Minuten damit beschäftigt ist, das haarsträubende Brennen im Nasen-Rachenbereich wegzuschniefen. Es ist widerlich, wenn ich mir vorstelle, dass sich meine heiligen Dreads damit vollsaugen (es ist nur Wasser mit etwas Chlor...alles sauber...ganz sauber - wenn mir hier irgendjemand mein Mantra versaut, dann - lasse ich mir noch eine geeignete Drohung einfallen)! Wie gesagt, ich war schon Jahre nicht mehr schwimmen, muss allerdings zugeben, dass ich beim Betreten der Anlage mehr als positiv überrascht war. Alles sah aus, als hätte man es aus dem neuesten Heftchen für angenehmes Wohnen und Gärtnern ausgeschnitten: Schöne Sommerblumen säumten die Becken, das Holz der Bänke war nicht lackiert, sondern gewachst und die Schwimmbecken schimmerten nicht grell türkis, sondern silberblau/metallic. Es gefiel mir. Und so flitzte ich in meinem schwarz gemusterten Hawaiiblumen-Badeshörtchen (ich hatte auch ein Oberteil an, keine Sorge) Richtung Wasser...aber erstmal Richtung Dusche...es wurde dezent kühl...ich fli - nein - stakste weiter, nicht mehr ganz so enthusiastisch, da einigermaßen empfindlich von der Kälte der Dusche überrascht und storchte bis ca. Hosenbundhöhe in's Wasser. Von da ab geriet die ganze Aktion einigermaßen in's Stocken. Vielleicht sogar gänzlich. Da sich der Hosenbody unglücklich aufgepumpt hatte, stand ich im Wasser, sah aus, als hätte ich ein gigantisches Pumphöschen an und hüpfte zentimeterweise und so steifbeinig, wie irgend möglich, voran. Die Hardcore-Rentnergang hinter mir warf mir Ratschläge zu - die mir absolut nicht halfen. Ich hätte mich schon in's Wasser geworfen, denn dass das mit Sicherheit besser ist, als die Kälte in winzigen Etappen den empfindlichen Bauch hochkriechen zu spüren, war mir auch klar, aber wenn ich mich in's Wasser werfe, hängen da leider immernoch meine Haare mit dran und wer weiß, ob ich dann wieder hätte auftauchen können. Ich hatte meine Haare zu einem festen Knoten verwurstet, verbrauchte dafür drei Haargummis (einer platzte, der zweite alleine reichte nicht aus) und einige meiner Nerven, weil nichts so halten wollte, wie es meine höchsteigenen Sicherheitsvorschriften vorgaben und diese besagten eindeutig: Bloß kein Schwimmbadwasser an meine Haare!
Mein Bruder fragte mich ernsthaft, ob ich denn überhaupt in Schwimmbädern zugelassen sei oder ob so eine Art Schild für mich existieren würde:"Ich muss leider draußen bleiben". Schließlich hatte es vor ein paar Jahren Ärger wegen diesen langen Badehosen gegeben, da sie anscheinend zu viel Wasser aufsaugen würden und seine Überlegung war, dass ich von der Logik her ein doppeltes Problem darstellen würde: Ich hatte schließlich nicht nur eine lange Hose, sondern quasi noch ein integriertes Schwämmchen. Er stellte sich das Ganze so vor: Ich gehe in's Wasser, ich komme wieder raus, meine Frisur hat den Umfang eines Gartenhäuschens und das Schwimmbecken ist - naja, nicht ganz leer. Ich finde es nicht schön. -,-
Es kamen dann noch Vorschläge bezüglich einer Bademütze, aber mein Gegenargument war sehr schlagkräftig: Eine Bademütze zerreisst es, wenn man sie über meine Haare zerrt und ausserdem würde ich dann aussehen, wie ein Alienbaby. Blöde Idee. Es gab wohl Ansätze von anderen Dreadlocks-Besitzern, die sich dann einfach einen gigantischen Luftballon besorgten und diesen entsprechend vergewaltigten ([URL=http://dreadlocks-community.de/forum/viewtopic.php?t=10386]klick[/URL]), nur bin ich der Meinung, dass ich mir sowas erst antue, wenn ich es mir aufgrund von entsprechender Kondition auch leisten kann, wie ein Gummi-Zäpfchen auszusehen.
Mittlerweile stand mir das Wasser bis zum Hals und ich überlegte, wo ich als nächstes langhüpfen konnte, als mich eine Welle am Hinterkopf traf. Nass!!! Und irgendwo war es ja auch sowas von klar gewesen. Jetzt war sowieso alles egal. Ich wich einigen Omis aus (Gott, manche können so gut schwimmen, das ist abartig), warf mich in's Wasser und schwamm. Uuuund paddelte und gurgelte und stöhnte und prustete und ächzte und ging fast unter. Schwimmen wird definitiv unterschätzt. Von wegen mal eben plantschen gehen. Ich spielte bis vor Kurzem im Fußballverein und natürlich war auch das anstrengungstechnisch oftmals gut grenzwertig, allerdings konnte man jederzeit eine Pause einlegen. Wenn mich jetzt aber im Wasser die Kräfte verlassen, wird es mit einer spontanen Pause verdammt eng. Ausserdem war ich es absolut nicht gewohnt, dass mein kompletter Körper so extrem in eine Aktion miteinbezogen wurde.
Und sowieso: Brustschwimmen war noch nie meine Stärke. Was bei anderen so einfach und gleichmäßig aussieht, ist bei mir ein hektisches Rumgerudere und da das Gewicht meiner Haare mich obendrein dazu zwingt, den Kopf extrem in den Nacken zu legen, ist ohnehin erstmal gar nichts mit locker und leicht. Ich war also immernoch am Absaufen, kam aber trotzdem einigermaßen voran und schaffte doch glatt anderthalb Bahnen. Ich beschloss, dass meine Dramatik und das Gestöhne und Geächze gar nicht so schlimm waren, denn durch das ständige Ankündigen meines Erscheinens, machten die ganzen Kampfschwimmer zumindest einen großen Bogen um mich. Bei dem Theater, das ich veranstaltete, wundert es mich sogar, dass ich keine komplette Bahn für mich hatte.
Um mein Ansehen vielleicht noch ein bissel anzuheben: Als ich mich umdrehte und einfach auf dem Rücken schwamm, war ich sogar sehr pflegeleicht und schnell.
Nachdem sich die Stelle in meinem Bauch, an der normalerweise mein Magen sitzt, anfühlte, als hätte sich dieser vor Erschöpfung aus dem Staub gemacht, beschloss ich, es meinem Magen gleichzutun und so taumelte ich völlig geschafft aus dem Wasser und meinem Abtrockungsplätzchen entgegen. Ich fühlte mich, als müsste ich dringend kaputtgehen, und als ich endlich meinen Platz erreichte, brach ich unter dem Gewicht meiner Haare zusammen. Ich kann mir bis heute nicht erklären, wie ich es schaffte, mich in mein Flauschbadetuch einzuwickeln. Es war mir egal, dass sich alle halbnackt sonnten, ich saß wie ein großer gestreifter Knödel auf meinem Platz und überlegte, ob ich es wagen konnte, einen Schluck zu trinken oder ob mein Körper inzwischen auf jegliche Zuführung von Wasser allergisch reagierte. So viel zu der locker-flockigen Leichtigkeit eines Freibadbesuches.
Vielleicht sollte ich mich doch lieber erst mit der Rutschbahn befassen...

[IMG]http://www.captainhur.org/uploaded_images/nasse-katze-702152.jpg[/IMG]
Ascaron[SIZE=1][QUOTE][i]Original geschrieben von Töggelie [/i]
[B]Schwimmen wird definitiv unterschätzt. Von wegen mal eben plantschen gehen. Ich spielte bis vor Kurzem im Fußballverein und natürlich war auch das anstrengungstechnisch oftmals gut grenzwertig, allerdings konnte man jederzeit eine Pause einlegen. Wenn mich jetzt aber im Wasser die Kräfte verlassen, wird es mit einer spontanen Pause verdammt eng. Ausserdem war ich es absolut nicht gewohnt, dass mein kompletter Körper so extrem in eine Aktion miteinbezogen wurde.
[/B][/QUOTE]Wenn Schwimmen einfach wäre, würde es Fußball heißen. ;)

[QUOTE][i]Original geschrieben von Töggelie [/i]
[B]und als ich endlich meinen Platz erreichte, brach ich unter dem Gewicht meiner Haare zusammen.[/B][/QUOTE]Ich stelle mir das ungefähr so vor:

[URL=http://img180.imageshack.us/i/kopfstandellbogen.jpg/][IMG]http://img180.imageshack.us/img180/1571/kopfstandellbogen.jpg[/IMG][/URL]
[/SIZE]
TöggelieDa fehlt die nötige Dramatik, da hat man gar nicht den Eindruck, dass diese Person kurz davor ist, das Zeitliche zu segnen. Das hab ich wesentlich besser gemacht. :) :p
TöggelieIch neige zum wiederholten Motzen...aber ich weiß es, daher finde ich es nur noch halb so schlimm und ausserdem ist das manchmal gar nicht so verkehrt, man fühlt sich wirklich wesentlich besser. Ich bin zugegebenermaßen dezent überfordert. Ich muss mich für die Prüfungen anmelden, aber ich fürchte mich davor. Ich weiß absolut nicht, was auch mich zukommt und ich weiß nicht, ob die Prüfer mir zeigen werden, dass sie mich unsympathisch finden. Ich meine, stimmt da von vornherein die Chemie nicht, habe ich ganz eindeutig den Part, der den Nachteil zu spüren bekommt. Ich denke da auch ganz gezielt an fiese Fragen, schlechte Noten, usw. Und noch viel gezielter denke ich daran, dass mein Durchkommen oder Durchfallen auch absolut nichts mit dem Ego des Lehreres zu tun hat, weswegen ich wohl nicht damit rechnen muss, auf allzu menschliche Regungen zu stoßen. Ich habe mir zumindest vorgenommen, niemandem zu sagen, wann genau was geprüft wird. Nachher passiert irgendwas, ich bin völlig am Boden zerstört und nebenher darf ich mich als kleinen Bonus damit befassen, wer mich jetzt wieder alles für einen Vollpfosten hält. Nicht, dass einige da noch mehr Überzeugung nötig hätten, aber ich muss ja nicht unbedingt 25 Bestätigungen liefern und meinen "Fans" einen Grund mehr zu ekstatischen Jubel und "Unterwäsche-von-sich-rupf-und-durch-die-Gegend-werf"-Anfällen geben.
Überflüssig, zu erwähnen, dass ich leider auch zu den Spezis gehöre, die prinzipiell nur unter Druck arbeiten und so ziemlich genau vieles bis fast sehr vieles vor sich herschieben, bis es nicht mehr geht. Das gibt meiner Nervosität viel Spielraum. Ich habe allerdings den Verdacht, dass ziemliche viele Leute so arbeiten, sonst würde ich jetzt nicht seit sechs Wochen meine verbliebenen 4 Euro verteidigen. Ich weiß noch nichtmal, wozu, denn darauf kommt es nun wirklich nicht mehr an, aber es hört sich bei Weitem besser an, als würde man sagen, man hätte gar nichts mehr. Wobei zwischen "ein wenig mehr" und "gar nichts mehr" momentan sowieso kein Unterschied existieren würde. Da bräuchte es wohl eher ein "wesentlich mehr".
Ich finde es nicht nett. Es ist Sommer, es ist warm, ich möchte ganz gerne mal wieder in's Freibad oder Eisessen. Solche typischen Dinge eben, die man nunmal ausschließlich um diese Jahrezeit machen kann. Nun denn, mit ganzen 4 Euro weiß ich gar nicht, wohin ich zuerst flitzen soll, damit lässt sich sicher viel Aufregendes anstellen. Ich könnte mir vier Flaschen Eistee kaufen, sie austrinken und einen Rekord im Langzeit-Pinkeln aufstellen. Da mir ein Notar dabei zusehen müsste, wird dieser Versuch nicht stattfinden.
Ich könnte mit dem Zug nach Rottweil fahren (ach so, mein Auto ist übrigens auch in Gefahr. Wenn die so weitermachen, kann ich die Versicherung nicht bezahlen und mir wurde bereits mit einem Verkauf gedroht. Völlig bescheuert, da ich mir aller-allerspätestens in einem Jahr dann wieder ein neues kaufen müsste.) und mir eine Eiskugel kaufen...komme allerdings nicht wieder zurück. Eine dreiviertel Kinokarte wäre auch drin, aber ich habe Zweifel, ob jemand meinem Vorschlag entgegenkommt und mir glaubt, dass ich auch wirklich und ganz ehrlich...fast ganz ehrlich...kurz vor Ende aus dem Saal gehen werde. Ich könnte auch an's Freibad fahren...käme dann allerdings nicht mehr rein, daher wäre das etwas blöd. Letztendlich fürchte ich, ich muss mich mit ernsthaft mit Spazierengehen und Fahrradfahren auseinandersetzen...ich bin begeistert. Natürlich kann ich mich auch ganz gut mit mir selbst beschäftigen und natürlich braucht es dazu nicht zwingend Geld. Aber Abwechslung könnte hier der Knackpunkt sein.
Mein Therapeut würde sicher irgendeinen lockeren Spruch ala [I]"Wir brauchen nichts mehr als die Natur, das genügt dem Menschen völlig"[/I], raushauen und ich würde darüber nachdenken, wieviel er letztendlich schon mit diesem blöden Spruch verdient hat und ob er dieses Geld dazu genutzt hat, die entlegendsten und sagenumwobendsten Wanderwege zu erkunden. Kann sein, mag sein, aber mal ehrlich, wer - ausser einem Althippie - springt auf sowas an?! Ich stelle mir gerade vor, wie es meine Enkel eines Tages aus den Socken haut, wenn ihre Oma ihnen erzählt, wie sie wilde und verrückte Spaziergänge unternahm, mit einer Nacktschnecke um die letzte Walderdbeere kämpfte und der alten Kröte, die damals waldwegbekannt war, total nächstenliebemäßig auf die andere Wegseite half.
Wenigstens ist alles drin: Abenteuer, Action und wichtige Werte...wow.
...und irgendwie fällt mir jetzt auch wieder ein, warum ich diesen Kerl mal so selten blöd fand. Ich würde ihm sogar einen Dialog wie folgenden zutrauen:[I]"Oh au, mein Bein ist gebrochen, so ein blöder Mist!" "Das liegt nur an deiner Bewertung, es ist erstmal, wie es ist. Dein Bein ist gebrochen und fertig, bewerte dies einfach nicht negativ."[/I] Stimmt, sind wir mal positiv: Mit einem gebrochenen Bein ist zumindest das Thema SPAZIERGÄNGE gestorben! OAH! Unverbesserliche Weltverbesserer...das macht aggressiv. Man ist geladen ohne Ende und eigentlich wäre gepflegtes Ausflippen extrem gut für die Gesundheit und dann knallt sich doch ein gigantischer Zottelkopf vor einem in seinen Sessel und fängt das Grinsen an! [I]"Das Leben meint es gut mit uns - "[/I] JA! ABER NICHT JETZT! *fauch* Geh und spiel den Nikolaus!!! Ich hasse es, wenn mich jemand auf diese Art am Ausrasten hindert. Da kommt man sich so dumm vor, als hätte man nicht alle am Sträußchen. Ich bin definitiv niemand, der alles verteufelt und nur am Jammern und Meckern ist, aber ab und an muss das einfach sein, dann soll man mich doch lassen.
Natürlich, er hat auch seine guten Seiten. So hatte z.B. diese Aktion ungeahnte Auswirkungen, von denen er allerdings nichts weiß und die so auch ganz sicher nicht gemeint waren, aber die Wirkung war da:
Ich bekomme manchmal nur schwer Luft, vor allem dann nicht, wenn ich mich extrem fürchte. Meine Lunge verkrampft sich dann und befüllt sich nur noch mit ca. 80% an Luft. Sehr unangenehm und leider wird das auch nur besser, wenn man es schafft, sich zu entspannen. Ich hatte mich ein bissel in meine Angst vor meinem Körper reingesteigert, weswegen ich tagelang nur am Keuchen und nach Luft schnappen war. Also bekam ich Atemübungen. Aufpassen. Mein Therapeut ist der personifizierte Yeti. Er sieht aus wie ein Yeti, wirklich. Das soll keine Beleidigung sein, aber jeder, der ihn sehen würde, würde mir sicher zustimmen. Man muss sich jetzt also vorstellen, wie sich ein Yeti vor mir aufplustert, die Luft des gesamten Raumes aufsaugt, sich dabei verrenkt, als hätte ihn etwas sehr erschreckt und dabei atmet, als wäre er ein großes Tier mit verstopfter Nase. Ich hab geguckt und gedacht. Geguckt habe ich bestimmt sehr blöd (das war nötig) und gedacht habe ich: Wenn diese Person vor mir es schafft, mit einem Körper, der so gruselige Dinge tut, zu kooperieren, warum habe ich dann so große Probleme mit meinem, der bis dato gar nicht wusste, dass er das Gesehene überhaupt veranstalten könnte? (Herr, erhalte diesen Zustand.) Ich fühlte mich wirklich ziemlich gut und begriff, dass es eigentlich keinen Grund gibt, sich vor sich selbst zu fürchten, vor allem dann nicht, wenn man - betrachtet man sich mal einigermaßen distanziert - noch nichtmal wirklich viel an seinem Äusseren bemängeln darf. Mein größtes Problem sind ganz sicher unschöne Narben, die ich bei jeder Gelegenheit zweifelnd untersuchen muss, aber sonst bin ich vielleicht ganz okay. Natürlich, man darf nicht übersehen, dass das nicht der Grund meiner Angst ist, aber es hilft doch schon einigermaßen, wenn man sich nicht ganz so kritisch sieht. Eigentlich bin ich sogar ganz stolz darauf, mich so sehen zu können. Bis vor einigen Jahren war das noch anders und wenn ich an einige Äusserungen zurückdenke, bin ich mir immernoch nicht wirklich sicher, wie ich diese werten soll. Aber was soll man auch denken, wenn man jahrelang zu hören bekommt, man wäre wahnsinnig hässlich? Das verunsichert doch sehr. Das Fiese bei solchen Dingen ist, dass sie - erinnert man sich daran - wieder ein wenig aktuell werden und man sich erneut als ekelige Zumutung sieht. Dabei ist das völliger Schwachsinn, denn man weiß doch, wie man heutzutage zu sich steht und bekam auch zigmal das Gegenteil gesagt, aber trotzdem zweifelt man kurzfristig doch sehr. Vor allem wurde für mich nie die Frage geklärt, ab wann man hässlich ist und ab wann sich andere vor einem ekeln, bzw. warum das damals so war. Fängt das denn schon bei ein paar Narben an?
Demon17[QUOTE]Ich weiß absolut nicht, was auch mich zukommt [/QUOTE]

Also Töggelie,

Du solltest Deine Zeit wirklich besser nutzen um Deine alten Schulbücher nach Informationen bezüglich Deines Studienfaches zu durchstöbern, oder gar mal die Unibib besuchen. Da soll es auch Bücher geben, die sogar nach Stichworten zu finden sind. Es würde mich gar nicht wundern, wenn Du eines über die Evaluation von Studienbewerbern im Fach blablabla finden würdest. Es gibt auch Aushänge mit Semesterplänen. Die vielen unverständlichen Worte zu ergründen könnte hilfreich sein. Du siehst also, es gibt eine Vielzahl von Möglichkeiten um Licht in das Dunkel zu bringen ... :)
TöggelieDanke, das ist gut zu wissen, das kann ich nächstes Jahr sehr gut gebrauchen. Aber mein Problem ist, dass ich zuerst die Abi-Nachprüfungen überstehen muss und das sind insgesamt 12 Stück und alle sind extern. Ich war lange krank, deswegen hab ich jetzt quasi den ungeschicktesten Weg vor mir, bzw. halbwegs hinter mir.
Vielleicht bin ich auch einfach verunsichert, weil ich gestern meine alten Klassenlehrer gesehen habe. Das hat mich zartes Wesen einigermaßen verwirrt und mein Selbstbewusstsein hat einen dezenten Knick erlitten. Ich muss jetzt erstmal meine "Aufbaukur" durchziehen. -,-
TöggelieWie der Verfasser: wird geschlossen.
lioba...das ist es aber nicht wert, weil du viel wichtiger bist. Du kennst meine Meinung dazu, wer dich wann verdient und wer nicht.
Erinner dich mal daran, was wir vorgestern gesagt haben, als wir Beethoven gehört haben. Ich weiß, der lichte Moment ist rum, aber es ist trotzdem eine Tatsache.
Ich bin für dich da.
TöggelieDanke. Es geht nicht darum. Ich möchte sämtliche Mauern wieder aufbauen und das hier hindert mich. Deswegen: geschlossen.


Ich bilde mir einfach zu viele Sachen ein, die nie passieren werden, die einfach nicht für mich bestimmt sind. Ich will nicht besonders toll sein, eigentlich wollte ich auch absolut nichts Besonderes, aber ich gehe durch Gefühlsschrott kaputt, deswegen wird das alles radikal auf 0 runtergefahren.
TöggelieAlte Beiträge (12.01.11) vom gelöschten Ersatzpfad, die ich trotzdem gerne wieder online stellen würde :


Teil1


Ich habe in letzter Zeit ziemlich häufig von wundersamen "Rezepten", "Tricks" und "Anstupsern" gelesen, die - ganz bestimmt, aber sicher, so ziemlich vielleicht - den heissersehnten Glücksgefühlen auf die Sprünge helfen sollen. Es waren in letzter Zeit ständig Feiertage, man kann nicht immer nur lernen und ich bin sehr neugierig, deswegen bin ich mein eigener Glücks-Test-Dummie geworden.
Eigentlich halte ich absolut rein gar nichts von irgendwelchen Glücksrezepten. Ich halte noch nicht mal irgendwas vom Wort "Glück" und das, was ich hier und da mal ausprobiert habe, würde ich auch absolut nicht als "Glücksgarant" bezeichnen. Es ist vielmehr so ein "Ouh, ich mache mal was anders und hoffe, dass das ansteckend ist". Wieviel Sinn und Unsinn dahintersteckt und ob es einem wirklich weiterhilft, kann man schlecht pauschalisieren. Ich stellte z.B. fest, dass diese typischen Fotos aus Zeitschriften - z.B. von Menschen, die frisch geduscht aus dem Bad kommen und lächelnd einen mords Handtuchhaufen auf dem Kopf balancieren - , die meistens auch noch eine entsprechend gesund - und juhu-klingende Überschrift haben, echt anfällig machen und sehr ansprechend sind, mir aber beim Selbstversuch entweder irgendein Zwischenstück der Aktion fehlte oder ich erst noch lernen muss, dass Tuchkontakt in Kopfnähe ganz tolle Gefühle und dementsprechend glücklich macht. Also...duschen...ja, tolle Sache, aber ich könnte danach nicht ausflippen vor Freude, auch wenn es in zahlreichen Zeitschriften als kleine Glücksspritze für zwischendurch gehandelt wird. Die Angelegenheit ist verdammt individuell, deswegen ist das mit "Tips" auch so eine Sache...


[B][U]Erster Versuch: Bauchweh und so[/U][/B]
Ich startete die Versuchsreihe ganz primitiv und abergläubisch. Ich fing bei "null" und "blöd anstellen an". Dabei konnte man nicht viel verkehrt machen. Ich bin sicher, jeder kennt das Spiel "Wenn ich dieses und jenes schaffe, durchhalte, blabla, dann passiert dieses und jenes blabla". Eigentlich ist das nur ein primitives Selbstverarschungs-Spiel, aber hat das mal jemand gezielt untersucht?
Damit mein Versuch optimal wirkte, sollte eine entsprechende Schwierigkeit vorherrschen. Ich hasse Mineralwasser und normalerweise wird mir nach den ersten Schlückchen schon einigermaßen schlecht. Ich nahm also eine ganze anderthalb Liter Flasche und vereinbarte mit mir, dass wenn ich es schaffe, diese Flasche in einem Zug auszutrinken, ohne dass mir schlecht wird, ich...mir... - mir fiel nichts ein, also blieb ich gleich beim niedrigen Niveau der ganzen Sache: Ich mir nach dem nächsten Händeeincremen nicht gerade dann die Finger ablecke oder sie anderweitig in den Mund nehme. Das hört sich jetzt zwar so an, als wäre das keine große Glückssache und als könnte man das selbst steuern, aber wer sich daran erinnert, wie schwer es ist, etwas genau dann, wenn man es nicht tun sollte zu unterlassen, der weiß, wieviel Glück wirklich dahintersteckt: verdammt VIEL!
Es ging überraschend gut. Tapfer und mit geschlossenen Augen zog ich meine Mission durch...bis kurz vor knapp. Ich öffnete die Augen, sah, dass es nur noch wenige Schlückchen waren und offensichtlich wurde genau in diesem Moment meinem Bauch klar, was er da gerade getan hatte ---> mir wurde furchtbar schlecht. Da mir die Übelkeit sowieso schon sicher war, ich aber wenigstens die Chance auf eine cremefreie Zunge wollte, nötigte ich mich unter unmenschlichen Anstrengungen dazu, auch noch den Rest zu vernichten. Sagen wir so: Das mit der Creme war auch danach noch so eine Sache, aber es ist interessant, was einem alles in den Sinn kommt, wenn man mit einem halben Wasserfass im Bauch rumrennt. Zuerst musste ich tatsächlich an den Spiegel rennen und nachgucken, wie dick mein Bauch war, denn gefühlsmäßig war das mindestens 5ter Monat. Hinlegen getraute ich mich auch nicht, da ich Angst hatte, das Wasser könnte sich irgendeinen Weg suchen und ihn finden. Ich wollte das nicht durch ungünstige Bewegungen unterstützen. Mir blieb also nur rumstehen, konzentriert gucken und "Ooooouh..."- sagen übrig.
Mein Bauch tat weh. Und - auch wenn es völlig schwachsinnig war: Ich bekam das Bedürfnis, Brot oder Kekse zu essen, um mir ein bissel vorzugaukeln, das würde das ganze Wasser in meinem Bauch auftunken. Man glaubt es gar nicht, aber viel trinken oder besonders viel essen, das ist schon eine psychische Herausforderung, da man einfach nicht weiß, wie der Körper darauf reagiert, da man sowas im Normalfall nicht macht...machen sollte. Ob es jetzt tatsächlich eine Chance für mich und meine Handcreme gab, das sei mal so dahingestellt. Jedenfalls hatte ich für kurze Zeit (vielleicht 5 Sekunden) das nette Gefühl, dass ich auf der sicheren Seite stand. Trotzdem glaube ich nicht, dass ich noch einmal das Risiko in Kauf nehme, meinen Bauch mit Keksen leertupfen zu müssen, nur um kurze Zeit abergläubisch sein zu dürfen. Da muss was Handfesteres her, deswegen:


[B][U]Zweiter Versuch: Ich will die Scheidung![/U][/B]
Diese Art und Weise des Besserfühlens ist etwas besser erprobt als meine erste. Freunde/Bekannte, die mich eigentlich nur noch stressen, mussten eine Trennung durchmachen.
Leider ist es gar nicht so einfach, sich vor jemanden hinzustellen und ihm mitzuteilen, dass er einem auf den Zeiger geht und ein traumhaftes Talent dafür hat, dafür zu sorgen, dass es einem schlecht geht. (Das Blöde ist, dass ich zu den Persönchen gehöre, die versuchen, sogar noch den letzten Krempel zu retten - sprich: Ich mag die entsprechende Person leider und lasse mir deswegen länger als nötig auf der Nase herumtanzen - und meine bei einem Streit schon aus Reflex, die Lage retten zu müssen. Das ist in vielen Fällen etwa so irre, wie in ein Gefängnis einzubrechen ----> man tut sich einfach keinen Gefallen). Lange Erklärungen ziehen so eine Aktion nur unnötig in die Länge und ich weiß, dass viele daraufhin Unsicherheit wittern und versuchen, einen doch nochmal weichzuklopfen, um mit der Masche der Nervensäge weitermachen zu können. Ist ja schließlich eine tolle Sache, wenn man einen Deppen für alles hat, das möchte man natürlich ungerne aufgeben.
Sehen wir der Tatsache doch mal in's Gesicht: Die meisten Nervensägen ändern sich nie. Unter anderem H. H. ist eine Bekannte aus meiner Schulzeit und eigentlich taucht sie nur immer dann auf, wenn sie irgendjemanden braucht, der mit ihr in's Kino geht...wobei sie denjenigen dann anstarren kann, Eis isst...wobei sie denjenigen dann anstarren kann oder - Überraschung, denn jetzt wird der Spieß umgedreht - ihr beim Computerspielen zusieht (ja, stimmt schon, jetzt darf der andere mal starren). Das Demütigende dabei: Sie tut es nur, wenn ihre Arbeitskollegen, die sogar sie selbst als spießig und verklemmt bezeichnet, keine Zeit haben (es ist also ein Privileg, dass ich für sie den Hampelmann machen darf). Mal davon abgesehen, dass ich meinen Platz auf ihrer Hitliste nicht ganz so begeistert aufnehme, wie vielleicht von ihr erwartet, habe ich gefühlte 25000 mal versucht, doch noch irgendetwas Gutes aus unseren Verabredungen zu ziehen...mit dem Ergebnis, dass sich mir nach 10 Minuten in ihrem Auto der Wunsch aufdrängte, mir selbst glühende Drähte in die Fingerspitzen zu pieken. H. musste also gehen. Da ich keine Lust hatte, die Wochen oder Monate bis zu meiner nächsten "Nutzung" abzuwarten, fragte ich sie, ob sie Lust hätte, mit mir einen Spaziergang zu machen. Der Trick dabei war: Sie hasst Spaziergänge. Der Hintergedanke dabei war: Wenn ich ihr das antue, dann hasst sie auch mich.
Meine Freundin J. meinte, ich soll dafür sorgen, dass sie mir auf keinen Fall leid tun kann, was am besten klappt, wenn ich alles mit mir machen lasse, was ihr in den Sinn kommt, da das eine anständige Wutbasis wäre. Und dann:[I]"Fick dich!"
"Hä?!" "Nein, nicht du. Das sollst du zu H. sagen."[/I]
Eigentlich hatte ich mich in meiner Vorstellung etwas seriöser gesehen und eigentlich wollte ich auch nicht als totaler Idiot aus dieser Geschichte rausgehen. Allerdings ist ganz offensichtlich, dass Leute, denen man die Tür weist, einen mit sehr großer Wahrscheinlichkeit immer als Idioten einstufen. Wobei es immernoch einen Unterschied macht, ob derjenige zurückzickt und mit noch mehr Unverschämtheiten aufwartet oder leider Gottes traurig wird. Letzteres ist für das Vorhaben extrem kontraproduktiv, das geht einfach nicht.
Ich habe natürlich nicht gesagt, dass H. irgendeine Aktion mit ihrer Hosengegend abziehen soll. Vielleicht hätte ich das aber sogar bringen können, denn die Reaktion signalisierte mir absolute Gleichgültigkeit. Geschenkt. Es hat mich nicht wirklich überrascht. Ich ärgerte mich im Nachhinein nur umso mehr darüber, was ich mir in den Jahren alles angetan hatte, wo ich jetzt nicht mehr als ein Schulterzucken wert war. Für kurze Zeit trauerte ich doch sehr J's [I]"Fick dich"[/I] nach.
TöggelieTeil2


[B][U]Dritter Versuch: Tätigkeitsrausch/Flow[/U][/B]
Wiki sagt dazu:[I]"Bedeutet das Gefühl des völligen Aufgehens in einer Tätigkeit[/I]. Dann zu erreichen, wenn der Wille zentriert ist. Konzentration ohne zwingend zu werden. Es ist eine Form von Glück, die beeinflussbar ist. Wichtig sind dabei folgende Dinge - aufpassen:
1 - Man bekommt eine unmittelbare Rückmeldung auf die Aktivität (also Spaß z.B.)
2 - Die Tätigkeit hat ihre Zielsetzung bei sich selbst (man zieht also nicht irgendeinen Mist durch, um so an etwas Besseres ranzukommen, das ist nicht)
3 - Man kann sich auf die Tätigkeit konzentrieren
4 - Anforderung und Fähigkeit sind in einem ausgewogenen Verhältnis (also, man darf weder überfordert noch gelangweilt werden)
5 - Man hat die Sache unter Kontrolle, nicht umgekehrt (och jo...wäre nett)
6 - Mühelosigkeit
7 - Sorgenvolle Gedanken verschwinden
8 - Zeitabläufe verändern sich (das Berühmte":*?!* Ist schon vorbei?!?!")"


Nach dieser Beschreibung bemerkte ich, wie meine Motivation Runzeln bekam. Wie um Gottes Willen kann man sowas mehr oder weniger erzwingen? Spontan fiel mir das Stichwort "Fußballtraining" ein und damit auch die Antwort auf meine Frage: Erzwingen ist absolut nicht drin.

Der Tätigkeitsrausch also...ich hatte ihn bislang zweimal: Als Kind während meinem Lieblingsspiel (Playmobilfigürchen durch die Gegend laufen lassen und so tun, als würden sie Zimmerpflanzen anbeissen und als Dschungel entdecken oder sie - das war leider verheerend - mit Kleber irgendwo festkleben und so tun als würden sie im Sumpf stecken. Gut, von den Figuren ging der Kleber ja wieder ab...)
und - und das war mir immer etwas peinlich, da es so absolut rein gar nicht zu mir passte - beim Tanzen. Ich habe vier Jahre lang getanzt. Standard, Modern, sogar ein bissel Ballett, eigentlich so ziemlich alles, was in dem Verein geboten wurde.
Mit knapp 15 hatte ich dann keine Lust mehr. Meine Schulprobleme reichten bis in den privaten Bereich hinein und damit leider auch in's Tanzen. Fazit: Meine Partner waren futsch, und früher oder später wurde das wohl oder übel zu einem kleinen Problem. Ein wenig später war mein Selbstbewusstsein ohnehin so dermaßen im Eimer, dass ich sämtliches Gefühl für meinen Körper komplett verlor (Handstand, gut gezielte Sprünge, blabla ich kann's nicht mehr, mein Kopf macht da nicht mehr mit und sowieso bin ich heute zu schwer und zu untrainiert dafür. Alles, was ich noch kann: Ewig und drei Tage auf einem Bein stehen und Balanceübungen durchführen, allerdings glaube ich nicht, dass das jemanden in Atem hält und von den Stühlen spült). Alles in Allem ist es allerdings schön zu wissen, dass ich es einmal konnte und viel Freude daran hatte.
Gut, weiter zu meinem aktuellen Rauscherlebnis. Da ich mir sicher war, dort keine entwürdigenden Handstandversuche mit viel Gestrampel, hochrotem Kopf und murksenden Geräuschen durchführen zu müssen, fiel in die engere Wahl: eine erneute Handballkarriere (nachdem der Fußball alles andere als berauschend war. Ich bin zwar immernoch als Stürmer eingetragen und einen Pass habe ich selbstverständlich auch, aber es müsste schon einiges passieren, bevor ich mir noch einmal anhören muss:[I]"Das, was du auf dem Feld nicht bringst, musst du in Form von Trinkfestigkeit wieder reinholen."[/I] Arsch...)
Was meinem Handball-"Flow" allerdings absolut nicht gefiel und weswegen er sich höchstwahrscheinlich auch nicht blicken ließ: Es ist nicht so, dass etwas, dass man früher konnte, gleich wieder einigermaßen gut läuft. Ich stellte mich an wie der erste Mensch, höppelte unsicher hin und her, vergaß nahezu jede Regel und stolperte über ein zu langes Sporthosenbein, welches natürlich mir gehörte. Machen wir es kurz: Vorerst ist hier rauschtechnisch nicht so überragend viel zu holen, ausserdem bräuchte es für einen "Flow" vielleicht auch erstmal weniger Körpereinsatz. Zumindest solange, bis ich mich wieder mehr an mich gewöhnt hatte. Eigentlich war ich sowieso vielmehr wütend und etwas verzweifelt gewesen, da ich mich nicht so bewegen konnte, wie ich wollte, da diese fiese gedankliche Sperre auch hier sehr fleißig am rumwurschteln war. Und damit waren meine Möglichkeiten auch schon erschöpft. Ich bin zwar jemand, der furchtbar gerne sehr viel ausprobiert, sich aber sehr schwer tut, dann bei einer Sache zu bleiben und voll darin aufzugehen. Es gibt einfach so furchtbar viele Dinge, die ausprobiert werden wollen.

Und zum Trost für alle, die sich genauso schwer mit einem Tätigkeitsrausch tun: Dieses Gefühl stellt sich angeblich auch ein, wenn man gestreichelt wird, seine Lieblingsmusik hört oder etwas seeeehr Leckeres erschnuppert oder isst. Was Lieblingsmusik und Essen angeht...nja, es kann passieren, dass man dabei freudig aufgeregt reagiert, allerdings ist diese Art von Tätigkeitsrausch - meiner Ansicht nach - nicht sooo umfangreich und daher nicht mit einem echten zu vergleichen.


[B][U]Vierter Versuch: Arschlecken[/U][/B]
In dem Moment, in dem ich anfangen würde darüber nachzudenken, was unsere Nachbarn von mir denken könnten, würde ich mich nicht mehr aus dem Haus getrauen. Wobei nicht gesagt ist, dass ich nicht ab und an ein mulmiges Gefühl habe, wenn ich jemandem aus der direkten Nachbarschaft begegne. Mein Problem ist, dass ich von anderen nie wirklich mitbekomme, dass sie ähnliches wie ich veranstalten, was zwei Gründe haben kann: Entweder sie tun es wirklich nicht oder - und das gefällt mir wesentlich besser - man bekommt es schlichtweg nicht mit.
Erwähnung sollten hier vielleicht meine "Singanfälle" finden. Wenn ich mich über irgendwas besonders freue oder besonders erleichtert bin, besinge ich alles und jeden. Leider. Dabei steht mein Glückszustand in einer extremen Relation gegenüber der Lautstärke. Mein Bruder kennt das inzwischen und so lässt er regelmäßig meinen Einsatz ([I]"Dudumdudum-döpdöp..döp-dö-döp *schnipps-schnipps*[/I]) und meinen - mh...ich nenne es "Geiertanz" (darauf wird hier nur über meine Leiche genauer eingegangen) abwartend über sich ergehen und weist mich, nachdem ich dann fertig bin, höflich auf etwaige geöffnete Türen oder Fenster hin. Ich bin mittlerweile so weit, dass ich glaube, dass auf offene Türen und Fenster keine Rücksicht mehr genommen werden muss. Das reissts auch nicht mehr raus.
Unter unseren Nachbarn befindet sich ein fränkisches Ehepaar. Beide frisch in Rente, ein bissel besser betucht, großes Haus...leider mit großem Balkon, der ca. 40m von unserem Badezimmerfenster entfernt ist.
Eigentlich haben wir wirklich gute Jalousien an diesem Fenster. Die plötzlich nicht mehr da waren. Mein Vater hatte das Teil Zwecks Reinigung gemopst.
Ich stieg also irgendwann ganz bequem und zufrieden aus der Dusche (und in all der Zufriedenheit vergisst man leider schonmal das ein oder andere wichtige Detail) - um mich Sekunden später mit Schmackes der Toilette entgegenzuwerfen.
Auf dem Balkon Gegenüber wurden Geranien bezupft. In den folgenden Sekunden hatte ich jede Menge Zeit darüber nachzudenken, ob die Geranien immernoch Mittelpunkt waren, und falls nicht...ja...dann wohl nicht.
Nachdem ich angezogen aus dem Bad gekrabbelt war und ganz vorsichtig von einem anderen Fenster aus nachguckte, ob die Geranien vernachlässigt wurden, stellte ich fest, dass sie immernoch inbrünstig angerupft wurden und vielleicht gar niemand irgendwas von meinem Auftritt mitbekommen hatte. Wieso eigentlich auch? Warum sollten sie genau in dem Moment, in dem ich aus der Dusche kroch, die Eingebung gehabt haben:[I]"Och komm, wir gucken jetzt ganz spontan in Richtung zweites Fenster von rechts da drüben, da hüpft jetzt gleich ein Nacktfrosch auf der Dusche."[/I]
Schätzungsweise wird das auch mit meinen anderen Aktionen so ablaufen: Andere sind sicher so sehr mit sich selbst beschäftigt, dass sie solche Dinge ganz einfach nicht mitbekommen. Ja, so wird es sein.
TöggelieTeil3


[B][U]Fünfter Versuch: Theatralisch abdrehen[/U][/B]
Es ist ja nun nicht so, als hätte nicht jeder ein Talent dazu, andere mit Kleinigkeiten zum Verzweifeln zu bringen.
Meine Mutter hat da so einen kleinen Tick: Für sie gehört ganz Baden-Württemberg, also auch das Allgäu, der Schwarzwald - ja, sogar Teile Bayerns - zum Schwabenländle. Sie liebt dieses Wort und findet es seit der Entdeckung total klasse. Nicht tragisch, nur leider teilt sie das auch jedem mit. Eigentlich immernoch nicht tragisch, aber wir gehören nunmal nicht zu Schwaben, was mich auch immer einigermaßen froh gestimmt hat, denn: Ich kann kein schwäbisch hören. Es tut mir ja für die Schwaben echt leid, aber gerade im stuttgarter Raum hört es sich für mich so an, als würde der Sprecher auf einem Waschläppchen rumkauen. Und nochmal: Eigentlich wäre mir auch das noch recht herzlich egal, aber, wie es eben so ist: Alle schlimmen Dinge auf dieser Welt hängen mit Mathe zusammen: Ich hatte in der 5ten, 6ten und 7ten (also für eine furchtbar lange Zeit) eine Mathelehrerin aus Hechingen. Da hatten wir dann nicht mehr Mathematik, sondern - aufpassen - Madhemadig. Oooooooooooooouuuuuuuuuuuuuuuuuuuuh!!!!!! AH! Und man hört auch wirklich sofort, wenn jemand aus Stuttgart, Hechingen, etc. kommt, diese Sprache ist einfach durch und durch weich und fließend - ganz im Gegensatz zu unserem stolperigen Rumgestopsel und Rumgeröchel. Trotzdem: Ich kann's nicht mehr haben. Nicht seit "Madhemadig". Und jetzt kommt meine Mutter in's Spiel. Sie ist wirklich cool und super, aber warum sie jedem meiner Freunde als erstes:[I]"Und? Wie gefällts euch im - SCHWABENLÄNDLE"[/I], sagen muss, ist mir ein Rätsel. So, und jetzt kommt mein Einsatz. Kennt noch jemand diese Werbung, in der ein Kind vor dem Süßigkeitenregal ständig rumquengelt und die Mami sich irgendwann theatralisch tobend und schreiend auf den Boden wirft, das Kind dadurch volle Breitseite schockt, wodurch danach Ruhe ist? Nach dem letzten Besuch im "Schwabenländle", sank ich theatralisch heulend auf die Knie und knallte den Kopf angedeutet *!!!* auf den Boden (nachdem mir auffiel, dass das die Stelle war, an der kurze Zeit zuvor ein Hundepo gesessen hatte, improvisierte ich spontan und sehr fix mit dem Tischbein). Es war klar, dass mein Auftritt nur Spaß war, allerdings scheint sich sowas wohl eher ins Gedächtnis zu brennen als eine simple Bitte (eigentlich auch logisch). Ich glaube - also, sagen wir so: Seit einiger Zeit wohne ich offensichtlich wieder im Schwarzwald und nicht mehr im Schwabenländle.
Was ich eigentlich mit diesem Beispiel sagen will: Ich habe gerade bei älteren Leuten schon beobachtet, dass die sich gerade bei solchen Kleinigkeiten richtig fies anpampen können. (Es ist nichts Besonderes, es geht nur um eine Winzigkeit, die - zigmal wiederholt - irgendwann ein bissel nervt.) Natürlich mit dem Erfolg, dass wütend zurückgepampt wird. Ist ja wohl auch klar, ich lasse mich auch nicht - womöglich auch noch vor anderen Leuten - wegen Kleinigkeiten blöd anmachen (nicht, dass ich nicht auch solche Spezies um mich rum hätte). Jedenfalls weiß ich von mir, dass die Stimmung für die nächsten Stunden auf Eis liegt, ist so etwas passiert. Und eigentlich nicht nur das. Ich bin leider einigermaßen nachtragend und wenn der Motzknödel sich eines Tages einen entsprechend großen Brecher leistet, geht der Punk ab.
Fazit: Ich habe mir seitdem tatsächlich angewöhnt, bei jedem Anflug von Verzweiflung über Angewohnheiten - oder richtig blöden Kommentaren in unangemessenen Momenten - einen künstlichen Heulanfall zu improvisieren. Das ist klasse, die Leute sind so geschockt (Gottes Willen, natürlich nur Bekannte, bei Fremden kann man das nicht machen), dass sie sich ein paarmal überlegen, ob sie das nochmal haben wollen. *g*


[B][U]Sechster Versuch: Sich auf die Zukunft freuen[/U][/B]
Klingt logisch, das ist diese Ansporn- und Zielsache. Mir wurde gesagt, ich soll mich ganz doll freuen, wenn ich die Prüfungen hinter mir habe. Ja, schon klar, aber irgendwie gehört das für mich nicht so ganz dazu. Jeder freut sich, wenn er so einen Mist hinter sich hat - aber doch wohl eher wegen der Tatsache, dass es vorbei ist. Und natürlich ist es auch schön, wenn man Erfolg hatte, aber der Akt an sich ist ja nun nichts, wobei man sich voller Glückseligkeit durch die Gegend wälzt. Das kommt erst noch. Das wird vorerst vielmehr sowas wie eine gigantische Genugtuung. Ich denke, ich werde überall im Umfeld meiner früheren Schule Kopien verteilen und darunter schreiben:[I]"DAS habe ICH gemacht! Ohne Euch, Ihr Saus!"[/I] Hähä...
Und anschließend freue ich mich auf ein eigenes Atelier mit hübschem Gehaltsscheck. Was ich ganz bestimmt irgendwann mal haben werde. Doch...es dauert bestimmt noch ewig, aber trotzdem ist das ein nettes Ziel, das ich einfach gerne verwirklichen möchte. Es würde ja nun nichts bringen, würde ich zum Thema "Zukunft super" einen Satz ala [I]"Ja, wird ja eh nix, man wird heutzutage ja sowieso nur ausgenutzt und an einen kleinen Schreibtisch verfrachtet"[/I], bringen. Wem soll das denn helfen?!
Irgendwie freue ich mich auch jedesmal - wenn ich an Spielzeugläden vorbeiwandere - schon darauf, meinem zukünftigen Kind die Spielsachen, die ich so toll finde, unauffällig aufzudrängen. Man hört ja oft und gerne von Vätern, die ihren Kindern (ganz typisch) eine Rennbahn schenken, nur um letztendlich selber damit zu spielen. Klar, für mich wird es auch ein ganz besonderer Tag werden, wenn mein Kind meinen Kinderkaufladen (mit ganz viel Zubehör!) auspackt. Diese Dinger sind klasse! Es gibt dazu alles! ALLES! Sogar Chips, winzige Klopapierröllchen, einfach alles! Und schließlich muss man bei der Spielzeugschenkerei auch immer im Hinterkopf behalten, dass es pädagogisch wertvoll und dem Alter entsprechend sein soll: Was will ich mit einer Babypuppe?!
Ich glaube auch ganz allgemein, dass es ein tolles Abenteuer sein wird, irgendwann ein Kind und damit einen Bauchbewohner zu haben. Gehört wahrscheinlich in die Kategorie: Muss man mal erlebt haben. Bei einer Freundin ist es gerade so weit. Und ich muss zugeben, dass es schon schwer ist, bei Beschreibungen wie:[I]"Absolut abgefahrenes Gefühl...man denkt:"Rollt mir den roten Teppich aus"...soooo süüüüüß...krass und mein Körper hat das gemacht...sogar der Herzschlag (etc.) vom Kind ist mit dem der Mama synchron, wusstest du das?!"[/I], nicht ein biiiiiiissel...mh, nicht direkt neidisch, aber so ein kleines Klößchen im Halsbereich gibt es da schon. Ich hab für sie dann auch ein hübsches Babygeschenk ausgesucht. Nur eine Kleinigkeit, aber - mein Gott, es waren so süße Schühchen! Die strickt eine Oma selber und zwar sind die unten ganz puschelig. Ich hab dann ein Paar für meine Freundin bestellt...und noch ein Paar...und noch eines...warum sollte ein "Minitögg" (Zitat aus dem "Männchenproblem-Thread") nicht auch so süße Schühchen haben und woher soll ich denn jetzt auch wissen, ob das Minitögg mal eher auf lila oder weiß steht?! Da brauchte es ganz dringend mehrere Pärchen.
Und um die nähere Zukunft nicht völlig ausser Acht zu lassen, wäre da noch die Freude auf den Sommer und das Ausprobieren der Badeshorts und Bikinioberteile, die ich im letzten Jahr kaufte. *narf* Ja, und am Wochenende versuche ich, selber Eis herzustellen...wenn das klappt, wäre das absolut irre...das wäre der Todesbiss für die Eisboxen, die ich nur aus purer Verzweiflung - und wenn der Magen anderweitig abgelenkt ist - esse. Nja, das wärs dann auch schon fürs Erste, man muss sich ja auch nicht gleich überanstrengen.
TöggelieTeil4


Ich hätte das jetzt zigfach weiter ausbauen und eine Peinlichkeit nach der anderen starten können. Und selbst wenn das ein oder andere ganz lustig gewesen wäre, ich hätte ganz sicher weder Zeit noch Lust, täglich - oder schlimmer: bei jeder Stimmungsschwankung eine Liste zu zücken, um mich an gute Vorsätze zu erinnern. Im Leben nicht! Wenn ich schlechte Laune habe, dann will ich sauer sein und wenn es mir scheisse geht, dann will ich leiden und ein furchtbar armes Ding sein. Und wenn irgendjemandem etwas anderes einfällt, als mir zu sagen, dass ich wirklich ein furchtbar armes Ding bin, dann werde ich zur Wildlaus. Auch wenn sehr viele Menschen Bücher mit diesen ganzen tollen Ratschlägen kaufen: Klar, aber doch nicht, um sie zu lesen. Diese Bücher haben die Aufgabe, im Regal zu stehen und einem das gute Gefühl zu geben, dass man könnte, wenn es denn dringend nötig wäre. Da in einem solchen Fall allerdings der Effekt mit der Wildlaus eintreten würde, ist es allerdings besser nicht dringend nötig.

Meistens, wenn ich in meiner "Furchtbar-armes-Ding"-Phase bin, dann, weil ich zu viel erwartete.
Wie sollte man auch nicht ab und an zu viel erwarten? Man liest Bücher, man guckt Filme, man hört Berichte von anderen und so irgendwie komme ich manchmal kurz in's Grübeln, ob ich ein zwischenmenschliches Problem habe oder beziehungsunfähig bin, weil ich niemanden kenne, der nach einem Streit mit mir an seinem verregneten (auf verregnet bestehe ich) Fenster sitzt, während im Hintergrund ein ganz trauriges Lied läuft...durch die Wohnung trottet (das Lied läuft immernoch)...missmutig Wäsche beschnüffelt und zusammenlegt (jetzt hört man das Solo vom Klavier)...den Kopf gegen die Wand ditscht (jetzt wäre mal so langsam das [I]"Uuuhuuuhuuu"[/I] des Sängers an der Reihe)...innehält (oh ja, die Musik wird jetzt leicht dramatisch)...sich die Jacke schnappt (wieso Jacke? Meistens flitzen sie doch spontan los. Jetzt läuft übrigens irgendein Mitgroove-Hit)...über den Gartenzaun springt, auf irgendeinem Feldweg nach einem Taxi ruft, natürlich keines bekommt (huh, Überraschung!), wie ein wilder losrennt, die Schuhe verliert, jemandem das Fahrrad klaut, demjenigen dafür einen Hunderter zuwirft, zwei Meter weiter vor lauter Hektik vom Fahrrad fällt (also doch wieder rennenderweise unterwegs ist), Abkürzungen durch Gärten nimmt, kleine, dicke Hunde aufscheucht, kleine, dicke Hunde angepisst macht, die Schmerzen beim angepissten Hundebiss ignoriert, eine Blutspur hinter sich herzieht, kurz stehenbleibt, sich mit messerscharfem Blick orientiert, währendessen eine Blutlache hinterlässt, sich daran erinnert, dass er den Weg doch eigentlich kennt, sich langsam fragt, warum er nicht das Auto genommen hat, das tapfer beiseite schiebt und als wichtigen Teil der Dramatik sieht - um letztendlich total verschwitzt, vollgeblutet, immernoch mit einem röchelnden Schoßmops im Schritt vor meiner Haustüre zu stehen und mir völlig ausser Atem zu sagen, dass er blöd war (die Musik hat an dieser Stelle übrigens abrupt aufgehört).
Wie muss man jemanden bestechen, um sowas zu erleben?
Nein, natürlich ist das ein arg übertriebenes Beispiel, aber ich neige ab und an schon dazu, mir zu viel zu erhoffen. Ich war z.B. regelmäßig enttäuscht, wenn ich mir eine wahnsinns Mühe gemacht und extra für jemanden etwas gebacken hatte (ich hasse Backen!) und - naja, sagen wir so: Perlen vor die Säue, ein Stück Brot hätte es da meistens auch getan. Oder ich war eine zeitlang so blöd und habe Geschenkpapier selber bemalt. Ich wollte manchen Leuten auf diese Weise einfach die Aufmerksamkeit zukommen lassen, die sie meiner Meinung nach verdienten. Es war allerdings hart zuzusehen, wie z.B. meine Oma direkt nach dem Aufpacken das Papier zerknüllte und weg warf. Natürlich, was will sie auch damit? Aber es hatte keinen Unterschied gemacht. Sie hätte sich genauso gefreut oder nicht gefreut, wenn ich das Geschenk gar nicht eingepackt hätte. Und vielleicht wäre auch die Sau von meinen Backkünsten mit einer Scheibe Brot tatsächlich ganz glücklich gewesen.
Es ist zwar schwierig, sich solche Dinge abzugewöhnen, da man sich irgendwo immernoch vormacht, man könnte jemandem damit eine Freude bereiten, aber ich mache solche Dinge heute einfach nicht mehr und irgendwie entspannt es ganz ungemein, wenn es einem herrlich am Hintern vorbeiziehen kann, ob jemand etwas isst oder ob er lieber fastet.



Wenn ich das jetzt rückblickend zusammenfasse: Mein Glücksgarant scheint eine gesunde Faulheit zu sein. Allein diese Feststellung macht mich doch irgendwo glücklich...es ist so eine gute Rechtfertigung.
TöggelieIch las eben einige Artikel mit - ich würde jetzt gerne schreiben "dezent bitterer Note", aber da war nichts dezent und eine Note wars auch nicht mehr...das war ein ganzer Katzenchor.
Die Inhalte spiegelten relativ einheitlich folgende Meinung wieder:"Menschen, die wenig nützlich sind, haben in der Gesellschaft nichts verloren". Jetzt schauen wir uns mal an, wer laut der Umfrage "wenig nützlich" ist: Das sind Leute mit Mini-Jobs, faule Studenten, Hartz4-Empfänger (ja natürlich, wer auch sonst...), Menschen mit Krankheiten, etc.
Es ist wohl so, ich merke das selbst. Ich schreibe Artikel für eine große Zeitung, bekomme dadurch ein einigermaßen gutes Taschengeld und kann mir Benzin fürs Auto, gutes Essen und hier und da einige Kleinigkeiten leisten (ein bissel ein kleiner Luxus, den ich natürlich auch genieße, das war jahrelang absolut unmöglich und es ist für mich immernoch ganz großes Tennis, wenn ich mir irgendetwas leiste. Man vergisst starke Entbehrungen (aus welchen Gründen auch immer) wirklich nicht so schnell und lernt sehr vieles ganz extrem zu schätzen). Ausserdem bekomme ich dadurch, dass ich auf mich gestellt Prüfungen nachhole, vom Staat eine kleine Unterstützung (immerhin, ich brauche keinen Lehrer, keine Schule, ich koste nichts und bin aus dem Weg). Ich muss sagen, nachdem sie mir willkürlich mehrere Jahre Kindergeld weggenommen haben (das musste nicht sein, das lag im Ermessen, sie hätten es mir ebenso lassen können, das hätte vieles erleichtert), nehme ich das mehr als gerne. Ich hab sogar für einige Monate richtig Hartz4 bezogen und es ist mir scheissegal.
Dadurch rutsche ich allerdings nochmal n guten Zacken in Richtung Pickschnäbel mancher Menschen.
Was ich mache, wie ich lebe, das ist ganz, ganz furchtbar. Ich hab in der weitläufigen Verwandtschaft Personen, die nichts mit mir zu tun haben, es mir aber ganz furchtbar ankreiden, dass ich nicht 8 Stunden am Tag produktiv arbeite und mich bald zu allem Überfluss in Richtung Uni begebe - wo ich natürlich wieder nichts arbeite, oach jö!
Dass ich ein Auto habe, ist für manche ein kleiner Skandal.

Nur mal als Beispiel:
Ich kam vor einiger Zeit von einem Ferienjob nach Hause und wusste, dass meine Großeltern zu besuch waren. Ich war gut gelaunt und hatte deswegen Himbeerkuchen für alle gekauft. Die größte Sorge meines Großvaters war, wie ich DAS bezahlt hatte und wieso zur Hölle ich mein Geld (das vielleicht noch nichtmal mir gehörte, vielleicht hatte ich es seiner armen Tochter abgeschwatzt) für so etwas ausgeben würde.
Weils schön ist? Weils gut schmeckt? Weil ich Spaß an dem Gedanken hatte, dass sich jemand darüber freut?
Während sie gemütlich beim Kaffee saßen, hatte ich bereits - man höre und staune, für eine unnütze Laus ist das verdammt viel - 5 Stunden gearbeitet, aber da es nur ein kleiner Job war, zählte das nicht. Meine Mutter ist heute noch sauer über die Reaktion von ihm.

Geistige Arbeit, lernen, Artikel schreiben, studieren...wer braucht das? Ich bin kein produktiver Mensch und als solcher darf ich kein Auto, kein Handy oder irgendetwas, was in irgendeiner Art und Weise nicht dem puren Überleben dient, besitzen (auch keinen Himbeerkuchen!!!!). Das steht nur dem ehrlichen und harten Arbeiter zu.
Wer ist denn so ein harter Arbeiter? Menschen, die sich durch den Alltag quälen, nur am meckern sind, ihr Leben hassen, eine Arbeit verrichten, die möglichst direkt der Gesellschaft zugute kommt und - ganz wichtig, sie sollten auf einer Ebene mit anderen harten Arbeitern stehen, was heißt: genau so ne arme Sau wie der Nebenmann sein.
Stehst du drüber, bist du eine faule Wutz, stehst du drunter - ja, dann natürlich ebenfalls.
Dabei scheint es wirklich so zu sein, dass einige dauergefrustete Vertreter der Mittelschicht besonders gerne zutreten. Gegen "die da oben" können sie nichts machen und sie sind so froh, dass sie nicht zu "denen da unten" gehören, dass sie da das bisschen Macht, das sie anscheinend besitzen, voll auskosten wollen. Oh Gott, wie furchtbar muss es sein, wenn jemand, der in der Uni sitzt und dort - ganz sicher, anders kanns nicht sein - nur Pickelchen zupft, eines der wenigen Statussymbole eines voll verdienenden "kleinen Mannes" besitzt: ein Auto - ooooho NEIN!!! Merde! Auf so etwas sollte der sofortige Todesbiss stehen!
Was ich dabei so interessant finde: Zwischen Dauermotzer und Verachteten liegt nicht viel. Was glauben sie eigentlich, wer als nächstes auf der Abschussliste steht?
Kann sich nicht einmal jeder um seinen Scheiss kümmern? Solange mir niemand direkt in die Quere kommt, kanns mir doch sowas von am Arsch vorbeigehen, was er hat, was er isst, wann er schläft, was er arbeitet, wieviel er arbeitet.
Es ist erbärmlich, dass die Wertigkeit einer Person von ihrem Nutzfaktor abhängen soll. Das geht für mich schon wieder ganz schwer in eine gewisse Richtung.
Ach ja, nicht ganz so beliebt ist anscheinend auch der Glückspilz, der einen Beruf hat, der ihm Spaß macht.
Ich vermute, dass entsprechende Personen das so ein bissel als eine Art von Luxus ansehen, zu viel Freude sollte man jedenfalls nicht haben.
Mir fallen dazu ganz spontan diese dahingestöhnten Unterhaltungen bei Bäcker, Arzt und Co. ein. Die Stöhner hätten sich wirklich nichts zu sagen, wenn ihr Leben nicht so dermaßen daneben und furchtbar wäre.
Ich rede von sowas:

Wir befinden uns vor einem Kühlregal, wenn wir wollen, vor den leckeren Milchdrinks ([Sarkasmus] die natürlich in den Einkaufswägen minderwertiger Menschen nichts zu suchen haben...nana, wer wird wohl wollen...*tadel* [/Sarkasmus]). Zwei Personen begegnen sich dort nachmittags beim Einkaufen:

[I]X:"So, auch Feierabend?" (diese Frage darf ruhig dahingeleiert werden, der Mensch aus dem Volk darf sich das erlauben)
Y:"Oh je, ja, Gott sei Dank"
X:"Ja, hast dus hinter dir"
Y:"Oh je, hör mir auf"
X:"Jaja, ich bin auch froh, dass ichs hinter mir hab."
Y:"Oh je, glaub ich"
Y:"Jaja, was will man machen"
X:"Tja, kannst nix machen"
Y:"Jaja, man hats nicht leicht"
X:"Nein, leicht hat mans nicht"
Y:"Jaja"
X:"Tjaja"
*betretenes Schweigen*[/I]

Wir hörten den Sinn des Lebens, vorgetragen von zwei wertigen Menschen.

Wenn du mal so stöhnen DARFST, weißt du, du hast es geschafft.


(Nach nochmaligem Überlesen kurzes Edit ;): Mir gehts dabei gar nicht wirklich um mich, ich nehme mich eigentlich nur als Beispiel, um einige Situationen, wie sie durch diese Denkweise, die leider keine Seltenheit ist, entstehen, aufzuzeigen. :))
TöggelieEs gibt nicht viel, wozu ich noch nichts zu sagen wusste, aber ich glaube, hierzu habe ich wirklich noch nichts Bedeutsames verlauten lassen: HDL-Tippsler (Hab Dich Lieb) und Schätzchen-Streuer. Das sind sehr schöne Worte, die ich auch wirklich gerne höre, aber ich lasse mich doch nicht von jeder dahergeschwebten Flöte, die vielleicht seit 10 Minuten von meiner Existenz weiß, anschätzeln. Das macht alles kaputt, meine Laune (die sowieso) und das Wertvolle, wenns dann jemand mal wirklich ernst meint (wobei man einem ja wirklich viel Mist erzählen kann, es sollte dann schon auch irgendwann mal annähernd gezeigt werden, dass man jemanden gerne hat. Ein bisschen lieb daherreden, das ist keine Kunst). Ich bin mittlerweile in den aktiven Protest übergegangen: wenn ich HDLt werde und ich weiß ganz genau, dass derjenige das einfach nicht so meinen KANN, kriegt er von mir ein dezent böses IDN (Ich Dich Nicht). Das ist zwar nicht wirklich nett (es ist sogar gar nicht nett) und es hilft auch nicht wirklich weiter, da ich nicht glaube, dass IDN so genau analysiert wird, dass es verstanden werden kann, aber es ist ein sehr befriedigendes Gefühl. Das ist wie…jemandem, der einen geärgert hat, ins Essen zu pieken. Das hilft niemandem weiter, aber es ist eine Form von Gewalt, die einem sehr viel Genugtuung bereitet (zu meiner Verteidigung, ich hab mit dem Gepieke nicht angefangen, das war meine Mutter, sie hatte mir das beigebracht. Sie hat uns auch vorgemacht, wie lustig es für die eine Hälfte der Beteiligten ist, wenn man Telefonstreiche spielt (mein Onkel hat deswegen seine neuen Turnschuhe in die Mülltonne gepackt, da sie als Quelle-Versand anrief und ihm mit verstellter Stimme einigen Mist über Käsefüße erzählte). Das ist meine Mutter, ja). So…jetzt, wo war ich…
Ich sehe auch in den aktuellen Fernsehsendungen immer wieder, dass jeder Depp spontan "Maus“, "Schatz“ oder …weiß nicht…“Pupsi“ (wobei das schon wieder eine Strafe ist. Wenn dich jemand Pupsi nennt, musst du etwas sehr Elementares falsch gemacht haben) ist. Und diesen Mäusen, Schätzen und Pupser-Sepps wird dann auch ohne zu zögern und voller Liebe (abör natürlisch) hinterrücks der Arsch aufgerissen. Manchmal glaube ich, wenn man mal Schatz ist, muss man sich sehr vorsichtig bewegen und sehr umsichtig agieren. Das ist kein Liebesbeweis, das ist eine Drohung.
Menschen können so subtil fies wie manche Tiere sein (tschuldigung Tiere, aber ihr habt schon ein paar fiese Möpps unter euch). Da sind manche sooo süß, schnäutzeln einen an (ich denke mir immer, dass sie in diesem Moment etwas wie:“Oh komms du, isch schenke dir so viele feuschte Nasenbüssis wie du wills“, denken), schmeicheln sich bis auf den Schoß – um dort mit voller Absicht 80% ihres Haarbesitzes abzustoßen. (Und das muss Absicht sein, oh doch, denn wenn denen das immer mal wieder ausversehen passieren würde, hätten diese peinlichen Bodies, die Herrchen und Frauchen kaufen können, doch glatt einen Sinn.)
Ich komme mir prinzipiell verarscht vor, wenn jemand so schnell so dermaßen lieb zu mir ist. Vor ein paar Jahren hat mir sogar mal jemand mit den Worten: “Aber die kleine Maus wars“, eine Schlüsselverschlampung untergeschoben. Da hatte sie wirklich alles falsch gemacht, aus heiterem Himmel Maus und dann auch noch in diesem Zusammenhang: ich hisste augenblicklich das dicke Minus in meinem Gesicht und stakste aus Protest so steif wie nur irgend möglich von dannen. Und natürlich hatte die Maus mal so gar nichts verschlampt, der Schlüssel lag beim Hausmeister, wo er auch hingehörte. -,-
Ähnlich ist das auch bei Umarmungen. Als ich noch zum Fußballtraining ging, waren alltrainingliche Begrüßungsumarmungen (wenns dumm lief, folgte ein extrem gequältes Bussi) leider so üblich und weil es immer ein wenig blöd aussah, wenn Leute, die sich nicht so gut leiden mochten, sich aus dem Weg gingen, hat man da eben auch mehr als lustlos gedrückt.
Es gab da so eine Spezi, die mich ganz offensichtlich nicht leiden konnte - kein Problem, das beruhte auf Gegenseitigkeit - und ich war mir immer auf eine peinlich berührte Art und Weise sehr sicher, dass sie sich nach jedem Körperkontakt mit mir gerne übergeben hätte. Manche haben eine Körpersprache, da müsste man schon sämtliche Nervenschädigungen aufweisen, um sagen zu können, man hätte nichts bemerkt.
Es ist ja auch okay, man kann nicht jeden mögen, aber es ist irgendwo sehr demütigend, wenn einem jemand auf die Pelle rückt, nur um sich anschließend umzudrehen und eine Grimasse zu ziehen. Auch wenn man weiß, wer es ist, man kommt fast nicht umhin, sich kurz ein wenig beschämt zu fühlen - immerhin findet einen da jemand ganz offensichtlich ekelhaft.
Durch solche Schrazen kommt man auch immer wieder in die blöde Situation, dass man es mit jemandem ehrlich meint und dieser erstmal gar nicht oder sehr verhalten darauf reagiert, weil er denkt, man macht sich nur über ihn lustig.
Leider kann man das demjenigen nicht einmal verübeln, zumindest ich kann es nicht, da ich vermutlich ähnlich vorsichtig reagieren würde.
Es ist nur einfach schade, dass schöne Dinge durch manche Aktionen einen kleinen Hau weg bekommen, der alles noch viel schwieriger macht, als es ohnehin schon ist.
Ich meine, geh mal zu jemandem hin und sag ihm, dass du ihn gerne hast. Der Gedanke ist schon aufregend und anstrengend, das erfordert eine ordentliche Portion Mut. Erst recht, wenn man weiß, mit welchen emotionalen "Farbtöpfchen" man schlimmstenfalls übergossen werden kann.
TöggelieSchreckliche Nachrichten sind normal (schlimme Feststellung) und wenn man sich nicht in Acht nimmt, hat man täglich mehrfach traumhafte Gelegenheiten, um in grenzenlosem Weltschmerz zu versinken.

Hier hab ichs dann auch wirklich getan: "68 Jähriger überschüttet Obdachlosen mit Benzin und zündet ihn an".
Mir wurde ein bisschen schlecht, ein bisschen sehr schlecht. Der arme Kerl hatte geschlafen, er hätte nicht einmal weglaufen können. Eine Tatsache, die mir den Rest gab: er war vollkommen hilflos und der Typ hatte ihn einfach angezündet....

Ein paar Zentimeter weiter schenkte eine Püppi der Welt ein frisch gebleichtes Grinsen. Ich hatte keine Ahnung, wer sie war, aber was sie mir mitteilte, war essentiell: sie fand sich ein wenig zu dick. Da, an der Hüfte.
Ich fuhr mit den Fingern die Holzmaserungen meines Schreibtisches nach, schaute mir ein wenig beim Zehenwackeln zu und verglich die beiden Artikel abermals. Was für Gegensätze...aber doch beides mehr oder weniger arm.
Nach ein paar Minuten blinzelte ich entschlossen, flüsterte der Hüfte ein:"Der Arsch platzt früher", zu und legte meinen Kopf auf den Tisch, um ganz schrecklich zu hadern.
Ich haderte mit vielem, mit kopflosen Hassaktionen, Zuständen der Hilflosigkeit und dicken Hintern.
Vor allem aber mit mir. Ich war enttäuscht, dass mir vieles bewusst war, ich aber trotzdem nichts dagegen unternommen hatte. Hätte ich mich wenigstens daran erinnern können, dass es mir häufiger gelungen wäre, das Versprechen "es wird wieder gut, glaub mir das" zu halten. Aber auch hier hat viel zu viel einfach nicht geklappt.

Meine Stimmung wurde immer unterirdischer und irgendwas in der Herzgegend fühlte sich dazu berufen, langsam aber sicher richtig wehzutun.
Jaja, die Welt und so weiter, manchmal war sie furchtbar schlecht, aber diesen Gedanken hatten schon einige vor mir, das war nicht neu.

Vor einiger Zeit kam ein Bericht bei...ich glaube, es war SternTV...jedenfalls ging es darum, dass einige Jugendliche einen alten Mann krankenhausreif geprügelt hatten.
Es wurde die Frage gestellt, was zu tun sei, bekommt man einen solchen Übergriff mit. Die Antwort: Polizei rufen, nicht den Helden spielen.
Wenn Jugendliche sich an einem alten Mann zu schaffen machen, der sich vielleicht nicht mehr rührt, dann rufe ich die Polizei, stelle mich daneben und zupfe Füsselchen.

Nein.

Wer soll das aushalten?
Mal angenommen, es spielt sich wirklich so ab, dann ist es mir lieber, sie gehen an mich, als dass sie jemanden, der sowieso schon genug hat, vielleicht sogar umbringen. (Immerhin hab ich noch die Chance wegzulaufen, ein Bewusstloser eher weniger.)
Wie soll man sich das denn verzeihen?! Dann mache ich mir ja erst recht die Hölle heiß.



[URL=http://www.youtube.com/watch?v=X0dnp5E8FMo]klick[/URL]
TöggelieBlauwürste


Ich denke immer wieder, ich hätte die Zeiten, in denen mir mit zu Schlitzen verengten Augen aus den Mundwinkeln heraus zugezischt wird, dass irgendjemand auf irgendwas an mir blöd schaut, längst hinter mir. Ich merke das meistens gar nicht und eigentlich ist es mir auch sehr wurscht, mir geht vielmehr die Tatsache auf die Nerven, dass meine jeweilige Begleitperson irgendwas bemerkt haben will und das dann sofort auf ihre Art und Weise interpretiert.
Heute bekam ich ganz super viele ganz schlimm entsetzte Blicke weil: Ach du Schande, man hat 5cm Knie gesehen - im Winter! Sagt mein Anhang, obs denn wirklich stimmt, weiß ich nicht, denn mir ist nicht ganz klar, warum die Menschheit nichts Besseres zu tun haben sollte, als mir aufs Knie zu gaffen, um sich hinterher entsetzt zuzuraunen:[I]"Oah, die Sau! Hast dus gesehen?! KNIE!"[/I] (Mein Gott, der Strumpf ist beim Gehen halt ein wenig gerutscht, Jahreszeiten beeindrucken den nur wenig und er hat halt einfach nicht 1A gehalten (sonst hätte es wie eine Strumpfhose ausgesehen), was ich davor nicht wusste. Was für eine abartige Provokation!)
Obendrein, da die "Menschheit", die mir heute durchs Blickfeld gehuscht ist, sich aber sowas von absolut nicht in einer geeigneten Position für Kritik befindet.
Blauwürste.
Ihr kennt doch sicher auch die Menschen, die nur auf zwei Möglichkeiten in ihre Jeans reingekommen sein können: Sie wurden direkt reingenäht oder reingeschossen. Dabei verzwickt sich der Po ganz offensichtlich so unglücklich in der Hose, dass...auch woanders alles schön kuschelig verpackt ist.
Ich könnte so nicht gehen - geschweige denn sitzen - ich müsste mich hüpfenderweise fortbewegen, damit da ja nichts an/in ungewohnten Gegenden scheuert.
Dazu trägt die moderne Blauwurst "Astronautenstiefelchen", die den Blauwurstlook frech und flippig unterstreichen. Das macht ja alles noch schlimmer!!!!!
Mich zwickts überall, wenn ich das sehe, mir ist aber noch nie aufgefallen, dass jemand der Wurst mit zu Schlitzen verengten Augen aus den Mundwinkeln heraus zugezischt hat:[I]"Die starrt ganz schlimm, deine Pelle ist aus dem Po gerutscht, nur daran liegts."[/I] òó

Die Blauwürste können mir ja eigentlich auch einerlei sein.
Ich erwarte nur, dass sich nach Jahren, wirklich nach ewig langen Jahren, endlich mal jeder, der mich näher oder auch nicht näher kennt, damit abfindet, dass manches an mir anders ist, man kennt es jetzt doch, man weiß es. Jemand, der mich noch nie gesehen hat, der kann von mir aus starren oder tuscheln, das ist mir egal, damit muss ich rechnen, aber ich verstehe nicht, dass bekannte Personen alles regelmäßig frisch aufputschen müssen.
Ich bin es einfach leid, mit einer absoluten Selbstverständlichkeit auf jeden Kleinmist blöd grinsend angelabert zu werden - vielleicht sogar zum 4ten oder 5ten Mal.
Was soll das? Als gäbe es eine Art Freifahrtschein, der es selbstverständlich macht, dass man gewisse Menschen hemmungslos doof anlabern oder sogar anpatschen darf.
Man muss doch nicht ständig mit den Fingern alles anfassen, sowas macht man doch bei anderen Leuten auch nicht.
Da wird teilweise einfach an den Ohrringen rumgezogen (das machen auch Leute, die mir nun wirklich nicht so nahe stehen, als dass es als normal zu bezeichnen wäre. Der Brecher war, als mir jemand an ein entzündetes *!!!!!!!!* Piercing gefasst hat. Ich habs nicht geglaubt) oder man fasst mir in die Haare oder, oder, oder.
Warum tut ihr das? Würdet ihr fragen, aber so ist das doch einfach keine Art.
TöggelieMan sagt einen Namen mehrfach, ein wenig öfter, zu oft und er hört sich merkwürdig an. Sage ich ganz oft Töggie, Töggie, Töggie, Töggie, Töggie, Töggie, Töggie,..., halte ich mich am Ende noch selber für ein Töggie-Fix-Fertigsößchen, denn so ähnlich klingt es dann.
Das beschränkt sich allerdings nicht nur auf Namen, man kann...Nasen ja auch so seltsam finden. Nasen und Ohren und eigentlich ist überhaupt alles ein wenig seltsam, schaut man es sich zuuuu genau an.
Bärte sind da auch so ein Ding. Schnauzbärte. Wieso wachsen Männern eigentlich Haare im Gesicht? Wieso aus der Nase? Wieso aus den Ohren?
Ich hab da mal eine Theorie aufgestellt: Es ist ja nun so, dass Nasen-und Ohrenhaar sich in etwa zur gleichen Zeit melden, wenn sich Haupthaar verabschiedet...vielleicht...bei Bäumen ist es ja manchmal so, dass Triebe an ganz ungewöhnlichen Stellen auftauchen. Unterirdisch verwachsen. Das würde allerdings bedeuten, dass manche Männer einen mords Fusselball im Kopf haben müssen. Weiß mans?
Nächste Merkwürdigkeit: Warum haben Frauen keinen Beuteltier-Beutel? Ich halte diese Dinger für unglaublich praktisch und es ist ein Unding, dass gerade Menschenweibchen keinen besitzen. So müssen wir uns immer mit Ersatzbeuteln abgeben...Handtaschen, Schultertaschen, Einkaufstaschen...schlimmstenfalls die entwürdigendste Variante: raschelige Einkaufstüten, die einem bei jedem Schritt den unterbewussten Beutelkomplex unter die Nase reiben.
Was würden einige Männer darum geben, hätte Frau einen körpereigenen Beutel?! Nie wieder des Tütentragens Willen mit zum Einkaufen!!! (Man denkt ja immer, das wäre ein billiges Klischee, der vollgetütete Mann...aber nein, ich war selber dabei...hab selber schon ein wenig aufgeladen. *nachträglich erröt.)
In Zeitschriften gäbe es so putzige Überschriften wie:"Straffer Beutel auch nach Sommerschlussverkauf?! - So bringen Sie den Beutel in Form, die neuesten Übungen" (hätte ich niemals ein Problem, ich HASSE Einkaufen! Seit es es alles und mehr im Internet gibt, sind mir meinem Schweinehund gegenüber endgültig die Argumente ausgegangen, seitdem überlege ich mir über mehrere Wochen ganz genau, ob ich mir gewisse Läden antue.
Ich hätte deswegen einen "knackigen Beutel bis ins hohe Alter - so gehts!"
Es gäbe zahlreiche Tipps für die richtige Beutelpflege, extra Beutelpflegeprodukte - alles bio, nur das Beste für den Beutel, versteht sich. Und im Fitnessclub gäbe es actiongeladene Bauch-Beine-Beutel-Angebote.
Es ist wirklich schade. Känguru- oder Koalaweibchen müsste man sein...


Nochmal zum Einkaufen, das ist wirklich schlimm. Ich weiß gar nicht, wie man das genießen kann, wie man das zur ENTSPANNUNG betreiben kann. Für mich ist das eine astreine Sportübung.
Am aller-aller-allerschlimmsten sind Einkaufszentren - Gott, wem ist das nur einfallen?!
Ich bin schon nervlich am Ende, habe ich den Eingangsbereich erfolgreich passiert.
Es ist so laut, überall Stimmen, überall Tütenrumwedlerei, überall Ladenmusik und überall das Gequietsche, wenn Kleiderbügel über Kleiderständer kratzen.
Ich habe es mir zur Gewohnheit gemacht, mich - gibt es gar kein Entkommen - auf den Männerabstellplätzen zu parken. Anfangs waren sie noch misstrauisch, aber nach und nach wurde ich als einer der ihren akzeptiert. Wir sitzen da, starren vor uns hin und zucken theatralisch zusammen, raschelt in der Nähe eine Tüte auf. Das ist unser Leben.

Um die Klischeewelt komplett auf den Kopf zu stellen: am schrecklichsten ist das Einkaufen mit meinem Vater.
Er liebt das.
Egal, was es ist, ICH muss es "mal anschauen, mal anprobieren".
Dabei kann es sich auch mal um Bauschaum handeln, das macht nichts.
Meistens schwebt er wie ein Bodyguard von Schaufenster zur Schaufenster, von Wühltisch zu Wühltisch, von Kleiderständer zu Kleiderständer, während ich ein wenig auf der Stelle tänzel, um vor Kraftlosigkeit, Langeweile und "Schnelligkeit" nicht umzukippen.
Er schwebt und schaut, als wäre er ein Ladendetektiv, der alles inspiziert. Die Arme verschränkt, die Ärmel hochgekrempelt, die Sonnenbrille auf der Nase und den schwarzen Hut tief ins Gesicht geschoben.
Hat er was erbeutet - meistens ein Hemd, immer fünf Ausgaben davon - schultert er seine Beute und schleift sie mit vor Stolz geschwellter Brust in Richtung Kasse, nicht ohne achtungheischende Blicke nach links und nach rechts abzufeuern:[I]"Habt ihrs alle gesehen?!?! ICH habs gefunden!!!"[/I]...anschließend wird die erlegte Tüte in gleicher Pose erbarmunglos quer durch den Laden, durch das Zentrum, über den Parkplatz gezerrt.
Ich - ebenfalls erlegt - quer durch den Laden, durch das Zentrum, über den Parkplatz hinterher.
Ich hasse Einkaufen.
TöggelieAchtung depressiv - auch das muss mal sein.


T: "Ja, man kann auch würdevoll leiden. -,-"
l: "NIEMAND kann so würdevoll und stark leiden wie wir! :-D"


Ich hatte das mit dem würdevollen Leiden schlichtweg unterschätzt. Es hört sich zunächst immer fast ein wenig einfach an; leidet man, dann muss man nicht viel unternehmen, nur stillhalten...stillhalten und die in ihrer Vielseitigkeit beeindruckenden Schmerzspitzen ertragen, die sich quälend langsam in einer Endlosschleife wiederholen und wiederholen und wiederholen...
Man hält sich an Hoffnungen, während man nicht fassen kann, dass noch immer keine Ewigkeit vergangen und noch immer nichts passiert ist, das die Gefühle, die man keinen Moment länger zu ertragen glaubt, endlich in Luft auflöst.
Das eigentliche Problem daran ist, dass man ganz genau weiß, dass man manche Gefühle aussitzen muss. Dass sie nicht innerhalb der nächsten Tage verschwinden, auch nicht innerhalb der nächssten Wochen und vielleicht auch nicht innerhalb der nächsten Monate.
Vielleicht macht es hier und da sogar ein wenig Spaß, sich mit ordentlich Anlauf nochmal selber eine reinzuhauen und den makabren Augenblick bewusst wahrzunehmen.
Wo bleiben eigentlich diese witzigen Wunder, die immer mal wieder passieren?
Ich schaute mir vor einiger Zeit einen Film an, in dem ein kleiner Junge auf seinen Vater wartete und irgendwann kam dieser dann auch tatsächlich. Ein ganz klares Wunder. Ich ließ mir später erklären:"Das ist kein Wunder, das ist das Leben". Auf gar keinen Fall, sowas passiert nicht. Es wird niemals passieren, das ist alles nur ein Witz.
Und ich verstehe sogar die Pointe, ich würde mich auch auslachen.
Ich wundere mich selber, dass ich mich nicht darüber wundere, dass bislang noch kein Arzt panisch aus dem Behandlungsraum rannte, um der Welt zu verkünden, dass ich doch gar kein Mensch wäre. Wobei genau das vieles erklären und vieles erträglicher machen würde. Wenn man gar keine entsprechenden Voraussetzungen hat, hat man eine gute Entschuldigung für sein Versagen. Besitzt man sie allerdings, gehen einem die guten Erklärungen aus.
Womöglich gibt es aber gar keine Erklärungen, sonst gäbe es nicht so viele Menschen, die ihr ganzes Leben hoffen...bis sie kurz vor ihrem Tod feststellen, dass sie zu der Gruppe gehören, die einfach Pech gehabt hat. "Das Leben" hat diese Gruppe einfach übersehen und da es anscheinend keine Wunder gibt, ist die Sache dann eben einfach gelaufen - vorbei.
Ich lege ehrlich gesagt auch keinen Wert auf irgendwelche Wichser, die mir übermäßig schlau erklären:"Tja, man muss halt auch was investieren". Das soll doch wohl ein Scherz sein?!?!?! Wenn ich sämtliche verpulverte und sinnlose Investitionen zusammenzähle, dann komme ich auf verdammt viel verschwendete Lebenszeit. Auf Illusionen, erträumte Wirklichkeiten, die im Nachhinein nurmehr unfassbar sind.
Wobei eine erträumte Welt so schlecht nicht ist. Ich kann verstehen, wenn man sagt, dass das reale Leben draußen in der Welt stattfindet, es doch viel aufregender und schöner wäre als jede Illusion. Das dachte ich auch mal, die Welt kann so sein, in manchen Fällen und in den anderen, da wird sie teilweise so unerträglich, dass man nicht mehr aufwachen möchte. Man möchte nur noch schlafen, um nicht mehr wahrnehmen zu müssen, dass da nichts ist.

Ach so, ja doch, da wäre ja doch etwas. "Ach je, du prügelst dich da durch..."
Richtig.
Pervers, aber man kann sich durchaus so lange selber quälen, dass man dadurch gesünder, stärker und besser wird - und entsprechende Ängste abbaut. Lediglich die Preisfrage ist noch nicht so ganz geklärt. Ständige und absichtliche Konfrontation mit verschiedenen Schrecksituationen, die für mich allesamt furchtbar sind. Manchmal denke ich, dass es eine Art Sucht geworden ist, weil ich einfach nicht mehr aufhören kann und manchmal wundere ich mich, wie ich das all die Jahre ausgehalten habe. Ich will aber nicht mehr. Das kann doch nicht alles sein.
Oftmals wäre ich einfach gerne alt. Ich wäre gerne alt und hätte gerne das gute Gefühl, dass ich es bald geschafft habe.
lioba[SIZE=1][URL=http://jura27.files.wordpress.com/2011/10/20091119_45_daslebenist.jpg]Bild[/URL]

An dieses Bild musste ich gerade denken. Und an: Die Hoffnung stirbt zuletzt, am Anfang stirbt der Glaube. Sag Bescheid, wenn du ein bisschen Glaube brauchst. Ich geb dir was ab. Für dich ist da immer ein bisschen übrig.

Und lösch das einfach, wenn es dir hier nicht passt. Hauptsache du liest es.[/SIZE]
Töggelie[B]Überleben für Fortgeschrittene[/B]

Heute: Definitiv zu viel Bein - Der Spinnenübergriff

Da die gängigen Methoden, einen Achtbeiner des Hauses zu verweisen, oftmals nicht genug Sicherheit(sabstand) bieten, hier die Flaschennäpfchenmethode:

PET-Flasche in zwei Hälften sägen, Schraubverschluss abnehmen und in diesen eine kleine Öffnung hineinbohren (je nach Größe des Holzstäbchens). Stäbchen einstöpseln und mit Leim und/oder zwei Schraubmuttern fixieren (je nach Sicherheitsbedürfnis, es soll sich in Aktion ja schließlich um Gottes Willen nichts lösen). Die Stäbchenlänge darf übrigens ebenfalls den entsprechenden Sicherheitsmaßnahmen angepasst werden. Deckel wieder draufschrauben und sich freuen, dass man das schonmal geschafft hat.
Danach wird ein stabiles Stückchen Pappe ebenfalls mit einem Stäbchen versehen (hierzu das Stäbchen am vorderen Ende etwas einsägen).
Das wars. Der Witz an der Sache sind die praktischen Stäbchen, man hat dadurch jede Menge Abstand und kann somit nicht angegriffen werden.




Jetzt muss man nur noch auf unliebsamen Besuch warten, Flasche drüber, Pappe drunter, beten, dass die Spinne nicht stärker als vermutet ist.



Das Ganze sollte dann ungefähr wie auf dieser Skizze aussehen ------>

[IMG]http://de.myalbum.com/Foto-DZO4M36L.jpg[/IMG]



Ja, ich hatte heute Nacht eine unschöne Begegung. -,- Man kann zwar Alarm schlagen und hoffen, dass iiiirgendwann jemand kommt und etwas unternimmt (man kann auch umziehen und auf dem Sofa schlafen, aber wer weiß, über welchen Zeitraum Spinne ihre Belagerung eingeplant hat und wann sie wieder das Zimmer räumt), aber so eine Spinne hat nicht zwingend vor, sich nicht von der Stelle zu bewegen und auf ihren Rausschmiss zu warten. Deswegen: Selbstverteidigung.
Ich hoffe, es funktioniert so gut, wie es sich anfühlt.
Töggelie@erste Nervensäge: Weiß Gott, was Du für einen Vogel hast, aber wenn man mir jahrelang vorschmalzt, ich wäre die einzige Person, für die man die Hand ins Feuer legen würde, der man vertraut, die überhaupt die einzig Wahre und Beste ist, sollte man sich schon auch daran erinnern, wenn es dann ans Hand ins Feuer legen geht. Das hab ich wirklich gefressen: Da wird einem voller Überschwang gestanden, was man alles wäre, aber bei der ersten Gelegenheit, beim allerleisesten Verdacht, da war sofort alles pure Böswilligkeit. Weitere Optionen werden strikt ausgeschlossen und dass ich womöglich auch Gefühle habe, das ja sowieso. Tu mir nur einen Gefallen: Wenn Du so eine Ahnung hast, Du hättest genug Vorbereitungen für eine dramatische Versöhnung getroffen, bitte streiche die Effekt-Heulerei.

@zweite Nervensäge: Wenn Du was von mir willst, kannst Du Dich auch mal melden. Was sind das eigentlich für Moden?! Man benimmt sich scheisse, meldet sich über Monate nicht, dreht aber beim ersten Aufkreuzen alles so hin, dass der andere gefälligst das schlechte Gewissen zu haben hat - man hätte schließlich in der Zeit sooooo gelitten. An was?!?! AN WAS?!?!?! Waren die Finger ausgefallen? War Zungenpiercing an Lippenpiercing festgerostet?

@dritte Nervensäge: Beobachte mich nicht!

@vierte Nervensäge: Du auch nicht!! Was willst Du eigentlich sagen? Wenn ich im Garten bin und Du aufkreuzt, siehst Du immer so aus, als möchtest Du irgendwas sagen. Du prahlst offensichtlich mit viel zu viel Geld, Zeit und Selbstbewusstsein (zu viel nackte Haut, zu viele hängende Männertitten - sorry) und bist immer, immer, immer am Gaffen. Kann ich Dir helfen? Möchtest Du meinen BH? Vernachlässige ich meine Rosen, haben sie Dir irgendwas gesagt? Sieht mein Auto nicht teuer genug aus? Passt meine Frisur nicht zu Deinem Pool? Ja? Ist es das? WAS IST ES?!?!?! *fauch*
TöggelieFeststellung des Tages:

Nie, nie, nie wieder eine Spinne anpusten, um zu erreichen, dass sie wegläuft. Nie. Nicht machen.
Die dicken, großen Teile, die laufen nicht weg. Die springen. Seeehr weit.
Die saß an der Wand und ist plötzlich an die 1,5m durch die Luft gesegelt.
Ich hab nichts genommen und nichts falsches gegessen, sie muss wirklich losgesegelt sein...
Wäre ich in der Fluglinie gestanden, stünde jetzt sicher die Polizei vor der Haustüre...wie will man das dann erklären...

Heute ist nicht mein Tag.



(Edit: Es lag leider wirklich nicht an mir, sie können das in der Tat. "Nun, Spinnen können tatsächlich fliegen. Sogar hunderte von Kilometern weit. Das machen sie mit einem so genannten Flugfaden. Der Wind trägt die Spinne samt Faden davon. Offenbar nutzen die Tiere dabei Luftverwirbelungen aus. Doch wohin die Reise geht, das können sie nicht beeinflussen." [SIZE=1]http://www.tk-logo.de[/SIZE]

Ich dachte eigentlich, dass die großen Tiere das nicht hinbekommen. Wie...schön. Schöne Welt...mit ihren Spinnen, denen sie offenbar jede noch so abwegige Fortbewegungsmöglichkeit in den Po gesteckt hat (wortwörtlich). Als wäre das unbedingt nötig gewesen.)


Ooooh, aber das ist süß...SO hätte man Spinnen durchweg gestalten können:

[IMG]http://www.rhone.ch/heimatkunst/rechsteiner/bilder-3/springspinne.jpg[/IMG]

Dududu *piek*

Das ist eine Springspinne, die sind vielleicht ein paar mm groß und total putzig. Kleine, dicke Beinchen, dicker Hintern und ständig am Hüpfen (wenn sie sauer werden oder sich bedroht fühlen, springen sie den Übeltäter an. Ja, ich weiß, ist ähnlich wie "ansegeln", aber es kommt immer darauf an, wers macht).
TöggelieVieles ist schlichtweg wahnsinnig selbstverständlich - für viele von uns. Selbstverständlich, dass Freunde erreichbar und spürbar sind, dass man ab und an eine tröstende Umarmung ergattert, gelobt wird, Anerkennung bekommt, jemandem in die Augen sehen kann.
Natürlich genießt man all diese Dinge, so normal sie für so manchen auch sind, sie tragen einen durch den Alltag, halten einen aufrecht und geben dem Leben erst einen Sinn.
Wahrscheinlich haben einige von uns das Pech, dass sie früher oder später lernen müssen, was es heißt, auf all diese Dinge verzichten zu müssen...zumindest auf einige der aufgezählten Wichtigkeiten.
Für kurze Zeit ist es schlichtweg eine neue Erfahrung, die man als Übergang, als unangenehmen Übergang, ansieht. Ja, es ist sicher nicht schön, aber man zehrt von den gemachten Erfahrungen und lebt in der Gewissheit, dass sich bald schon alles ändern wird, dass man bald wieder besitzt, was man immer besessen hat, denn wieso sollte es auf Dauer anders sein?
Diese Denkweise kann man durchaus einige Jahre aufrecht erhalten, man lebt in der Hoffnung, dass sich jeden Tag etwas ändern kann, dass die neue Chance bereits wartet, dass es nicht mehr lange dauert...nein, es dauert sicher nicht mehr lange.
Irgendwann sind es 10-15 Jahre, die Hoffnung ist immernoch da, was sollte man auch ohne sie machen? Die Hoffnung scheint also nicht daran interessiert zu sein, sich unterkriegen zu lassen, na, wenigstens eine, denn das Fünkchen Lebendigkeit, das zwangsläufig an der Hoffnung dranhängt, dürfte das inzwischen anders sehen. Es ist nicht auszuhalten, das Gefühl, es würde jemand verhungern, trifft auf ekelhafte Art und Weise genau ins Schwarze.
Der Mensch streichelt Steine, um überhaupt einen ausreichenden Reiz zu erhalten, es fasst ihn ja niemand an, niemals, es gibt keine Gründe dafür.
Der Gedanke, dass man für Geld Erlösung finden könnte, wird langsam aber sicher verlockend, denn schließlich bemüht sich dieses drängende Gefühl, das etwas ganz und gar nicht stimmt, jeden Tag aufs Neue, einem die essentiellen Dinge des Lebens ans Herz zu legen.
Als hätte man das nicht schon längst begriffen.


Liest sich dramatisch, überzogen, ist aber so. Ganz ähnlich sieht das ein Professor aus Wien. In seinem Buch erklärt er sehr anschaulich und beinahe schmerzhaft ehrlich, was mit Personen passieren kann, die nicht das Glück haben, in einer gesunden Zwischenmenschlichkeit eingebettet zu sein, denen sämtliche Zuwendungen vorenthalten bleiben.
Liebe Worte, das Gefühl, gebraucht zu werden und wichtig zu sein, Rückhalt, Streicheleinheiten, Fürsorge.
Alles, was uns erstrebenswert scheint (ein guter Job, Gesundheit, Besitz), ist letztendlich nur dann möglich und erreichbar, wenn wenigstens ein paar dieser Grundbedürfnisse gesichert sind.
Ist das nicht der Fall, so folgen früher oder später Leistungseinbrüche, Depressionen, Schläfrigkeit (einschlafen und nie mehr aufwachen wollen), Aggressionen, Ängste, Hautkrankheiten, ein schwaches Immunsystem,...alles basiert auf dieser verfluchten Einsamkeit und aus der verhängnisvollen Tatsache, dass der Mensch ein soziales Wesen ist - und meistens keinen blassen Schimmer davon hat.
TöggelieDie Schwierigkeit des Herbstes

Jetzt wäre der Sommer dann so langsam auch mal vorbei. Das ist zwar irgendwo recht schade - vor allem, wenn ich an meine morgendlichen Freibadaufenthalte denke – aber gleichzeitig ist es auch immer sehr schön, wenn eine Veränderung stattfindet, etwas Neues kommt…wäre es nur nicht unbedingt der Herbst. Nichts gegen den Herbst, aber ich mag ihn nicht. Wobei es nicht einmal ums Mögen geht, er engt nur meinen Lebensraum auf unattraktive Art und Weise ein:

So manche Eisdiele verabschiedet sich in die Winterpause, die Sorge, wo das lebenswichtige Joghurteis in den nächsten Monaten herkommen soll, wächst; es wird kälter, was mir persönlich nicht sonderlich viel ausmacht, mir wird nicht so schnell kalt, doch andere frieren da wesentlich schneller. Ich würde den nächsten Satz gerne ein wenig hinauszögern, um den Schein meiner Nächstenliebe ein bisschen zu wahren, aber ich fürchte, ich muss hinzufügen, dass es mir dabei nicht ganz so sehr um Menschen geht…auch nicht um puschelige, flauschige, ungefährliche Haustiere…eher um die Achtbeiner (oah, Überraschung!) unter uns, die der Meinung sind, sie müssten ganz dringend dorthin, wo es schön warm ist…meistens bin ich auch nicht weit, was einen ganz eindeutigen Interessenkonflikt heraufbeschwören kann; Halloween...es ist nicht einfach, wenn man in Versuchung kommt, sich Gruselfime anzuschauen, aber eigentlich weiß, dass…dass…wie gesagt, es ist nicht so einfach. Ich bin ganz schwer dafür, dass angegeben werden sollte, ob in den Filmen irgendwelche Alltagsgegenstände eine tragende Rolle bekommen haben. Es ist einfach etwas anstrengend, wenn man über mehrere Tage hinweg konsequent und mit tellergroßen Augen möglichst schnell an Spiegeln vorbeihüpfen oder vorbeikriechen muss. Vor einigen Wochen hatte ich Besuch. Es war spät, es war dunkel und passenderweise kam das Thema Horrorfilme auf. Anfangs war es recht entspannt, aber es kann doch erstaunlich hektisch werden, wenn beide Anwesenden feststellen, dass sie vorm gleichen Horrorfilm ein wenig…hm…Respekt haben, einer der beiden Anwesenden daraufhin das „schlimme Geräusch“, das in diesem Film eine sehr zentrale Rolle einnimmt, täuschend echt nachmacht, einen Moment Stille herrscht, beide entgeistert in die Dunkelheit starren, beide feststellen, was es bedeutet, wenn man entgeistert in die Dunkelheit starrt, das Gestarre von einem „Oh mein Gott, MACH DAS LICHT AN!!!“ unterbrochen wird und der Angeschriene den Lichtschalter nicht finden kann.
Momente des nackten Überlebens.

Wie gesagt, nichts gegen den Herbst, aber…
TöggelieIch bin mir nicht so ganz sicher, ob ich mich darüber bereits ausgelassen und der Welt meine Meinung aufgedrängt habe, aber ich glaube, ich hab eben ein gutes Interview gesehen.
Über eine Type, die beinahe alles kann. Singen, Schauspielern, Gemäldefälschen, Tanzen, den Rest habe ich vergessen, irgendwann wars mir zu viel Können, aber ich fand das einfach cool. Nicht, dass er alles konnte, sondern die Art, wie er es machte. Absolut selbstverständlich, als wärs nur ein Spiel, weil ers eben wollte. Höchstwahrscheinlich ist das der Witz an der Sache, denn als ich anfing, verbissen zu werden, klappte bei mir gar nichts mehr.
Früher war es selbstverständlich, dass der Handstand, den ich im Begriff war, zu vollführen, ohne Komplikationen ablaufen würde. Später habe ich über den gleichen Handstand im Vorfeld eine Bergpredigt gehalten (wichtige Gebote und Prinzipien: es wird nicht klappen) - fiel um und bretterte auf alles, was an einem gesunden Körper geschätzt werden darf.
Nach den ersten Misserfolgen kommt die Sache richtig in Schwung: man wird zusehends schlechter - immerhin ist man darin dann richtig gut.
Ich finde das irgendwie sehr schade, denn wenn meine Interpretation richtig ist, dann müsste das gar nicht sein. Meine Großeltern sind da ein kleines Musterbeispiel: eigentlich sind sie sehr unzufrieden, was ich absolut verstehen kann, denn ich hab noch nie so viele "Ooooh, das klappt nie"s, "Das darf man nicht"s, "Wieso hat der und warum ich nicht"s, von jemandem gehört...obwohl...es gibt scharfe Konkurrenz. Das zieht nicht nur das Umfeld auf wundervolle Art und Weise runter. Diese extrem ausgefeilte Jammertechnik legt sich wie eine schwere Decke auf einen drauf, ich habe immerzu das Gefühl, dass ich mich anschließend erst mühevoll freistrampeln muss. Mit dieser Einstellung kann man wirklich alles schrotten. Ich meine, natürlich ist es wahnsinnig schwer, sich da rauszuwurschteln und wieder einigermaßen neutral zu denken (bei einem entsprechenden Umfeld wird das wohl eher schneller oder langsamer gehen), aber ich hoffe trotzdem, dass das nichts Erbliches ist und ich während des Älterwerdens nicht zusehends dramatischer werde. Ich habe ja schon von meiner bisherigen Meckerei die Schnauze voll.
Es nervt aber wirklich extrem, wenn sich jemand da leidenschaftlich reinsteigern kann, ist mit ihm nichts mehr anzufangen. Ich hatte mich vor Jahren mit jemandem unterhalten und es ging darum, wie wir in Zukunft leben wollten. Ich möchte Platz und Rückzugsorte und wenn ich je mit jemandem zusammenziehen sooooollte, dann auf jeden Fall: getrennte Schlafzimmer (ich steh das wirklich nicht durch, wenn da jemand neben mir schläft...über Jahre...Jahrzehnte...
Oder nein! Besser! Derjenige steht das nicht durch! Wenn jemals irgendjemandem einfällt, sich jahrelang neben mich zu legen, werde ich Rache nehmen. Etliche Leute schnarchen nachts, dann krieg ich das auch noch hin und wenns mir die Mandeln zerreißt). Derjenige lachte auf und erklärte mir seine realistischen Wunschvorstellungen: Wohnung wird sicher zu klein und zu teuer sein, daher niemals zwei Schlafzimmer, auf dem Land keine Zukunft, also muss eine Stadtwohnung her, guter Zweitjob, da das Geld sicher nicht reicht,...
Ja, tolle Wünsche...darauf folgt sicher der baldige Wunsch nach Erschießung. Wenn DAS die Wünsche sind, was sind dann die Ängste? Das wird sicher ein erfülltes Leben...
TöggelieDas Alter hat eben doch auch seine Vorteile, das hier hätte man sich als jüngerer Mensch vermutlich eher nicht getraut…vor allem nicht mit dieser beeindruckenden Selbstverständlichkeit. (Ich bin mir sicher, ältere Leute wissen, dass vieles, was sie tun, irgendwie...süß ist und sie deswegen ohne größere Probleme davonkommen kööööönnten.)

Vorhin im Radio: Ein Mann entdeckte in einem Möbelhaus einen günstigen Backofen, war (warum auch immer) hellauf begeistert und packte ihn zu sich in den Einkaufswagen (Respekt, ich dachte bis dato, die Teile wären einigermaßen schwer). Daraufhin ließ er den Wagen stehen und wechselte das Stockwerk.

Bis hierhin verlief die Sache ganz harmlos, aber jetzt kommt eine Oma ins Spiel.

Eine Oma muss an diesem Ofen vorbeigeschwebt sein und festgestellt haben, dass sie eigentlich auch ganz dringend einen Ofen benötigte. Ob dieser wichtigen Eingabe räumte sie alles Überflüssige aus dem Einkaufswagen raus und weg und machte sich mitsamt Beute aus dem Staub. Ganz so weit kam sie allerdings nicht, denn ihr „Raubzug“ blieb nicht unentdeckt, der Mann stellte sie und verlangte empört seinen Ofen zurück. Dass Oma nicht wollte und nicht einsah, muss ich sicher nicht erwähnen, also wurde ihr das Prachtstück (ach was, Prachtstück, das wird sicher 08-15 gewesen sein) kurzerhand wieder abgenommen. Naja, „kurzerhand“ kann man vielleicht nicht sagen, der Typ hat jetzt eine Oma-Anzeige am Hals, weil sie sich bei der ganzen Aktion wohl ein wenig verletzt hatte. (Ahm ja…sie mopst, haut ab, verletzt sich dabei und…naja…okay.)

Ich will ja niemandem was unterstellen, aber ich sehe das so: Wenn überhaupt einer der beiden das Ding bekommen hat (vielleicht durfte es auch keiner haben, weil sie sich beide ein wenig doof anstellten), dann sicher nicht die Oma und ich kann mir schon ganz gut vorstellen, dass sie das gar nicht so gut findet, sich daher auf einer Art von Oma-Rachefeldzug befindet.

Das ist so unglaublich dreist, ich habe mich vor Fassungslosigkeit weggelacht.
Ja...damit mir das nie passiert, werde ich lebenslang mein Lauftraining beibehalten, ich möchte mit meinen Eroberungen schließlich schnell genug wegkommen.
TöggelieIch sah am Wochenende einen interessanten Film. Über Menschen...Menschen mit viel Haar - überall, es waren eigentlich Haare mit irgendwo ein bisschen Mensch drin ("kann Spuren von Mensch enthalten")...Menschen, die samt viel Haar in Walla-walla-Säcken steckten...Menschen, die trotz viel Haar, mit welchem sie in Walla-walla-Säcken steckten, sehr viel Zeit und Energie aufbringen konnten, anderen auf den Piss zu gehen. Ich werte das als Leistung, ich wäre sicher unter einem der beiden Dinge zusammengebrochen.
Als ich diesen interessanten Film sah, machte ich eine tolle Entdeckung: ich habe wirklich Lust, den Baumkuschlern meines Lebens eine auf die Fresse zu geben.
Diese spezielle Art von Mensch, die sich selbst durchgeknallt ohne Ende gibt, so schrecklich frei und wild ist, dass Dank der fingergebürsteten Haare beim Liegeradfahren die Sache mit dem Helm elegant vergessen werden darf, aber sich so dermaßen schwer mit anderen Wesen und Geschöpfen tut.
Eine tolle Einstellung:"Ich darf alles, ich tus einfach, Du allerdings eher...nnnnicht, nein".
Ich frag mich wirklich, was in manchen Schädeln vor sich geht, woher sich manche das Recht nehmen, das eigene Leben nach Lust und Laune, ohne Rücksicht auf Verluste zu gestalten und gleichzeitig anderen zu erklären, sie wären arrogant, wenn sie der unfassbaren Verkündung, ein Hilfsjob und niemals mehr, würde für ihre erbärmlich Existenz völlig ausreichen und das Ende der Fahnenstange darstellen, selbstverständlich mit Wut und Protest begegnen.
Es muss ganz sicher verschiedene Definitionen von Arrogant geben, anders kann ich mir das nicht erklären, es sei denn, sie haben bereits öfter Prügel bezogen, was ein paar elementare Gehirnzellen offenbar nicht gut überstanden haben.
Das sind wieder so spezielle Momente, in denen ich mit besonders körperbetonter Aussprache meine "Ich fass es einfach nichts" in den Raum werfen muss.
Ich fass es einfach nicht!

Ein System voller selbstgerechter Penner, die alles, was ein wenig anders ist, ohne mit der Wimper zu zucken auf die Ersatzbank schicken.
Leute, die einen nicht kennen, die sich nicht für einen interessieren, maßen es sich an, über ein fremdes Leben zu entscheiden oder stupide Kommentare darüber abzulassen.
Ich habe es so satt, anderen beim Leben zuzuschauen, während ich immer und immer wieder gezeigt und gesagt bekomme, dass für mich kein Platz ist und mir dafür auch noch von Lebendingen dumme Sprüche anhören muss, die sich nur leicht sagen lassen, wenn man nicht in der Situation und augenblicklich ganz ausdrücklich mit Leben beschäftigt ist.
Oh wie schön, ihr hattet eines von 100 000 Erfolgserlebnissen, aber klar, ich verstehe, dass man nicht zurückschauen darf, es gerade einfach nicht sein sollte - wiedermal, naja, hah - und nein, das ist echt kein Problem, viel Spaß beim Anerkennungeinsacken, fühlt sich sicher abgefahren an, das kann [B]ich ja nicht wissen! VERDAMMT!!![/B]
Ich hasse euch, ich kann nicht sagen, wie sehr ich euch hasse und wie sehr ich hoffe, dass irgendwann der Tag kommt, an dem ihr von mir und meiner Gnade abhängig seid.
Sicher bin ich blöd genug, sie zu gewähren, aber ich weiß, dass ihr Angst habt, dass ich es nicht tun werde und letztendlich ist immernoch die Angst vor einer Sache meist schlimmer als die Sache selbst und verdammt, ich will, dass ihr die gleiche Angst spürt, die ihr mir zuteil werden lasst.
Fahrt zur Hölle!!!!
TöggelieIch kann nicht schlafen und bin der Meinung, die Welt muss es wissen.

Wahrscheinlich kennt jeder diesen Horrorfilm, in welchem der Geist eines Mädchens komische Knarzgeräusche macht und über dunkle Flure huscht. Es tut mir ja sowas von leid, dass ich diesen Film je gesehen habe. Und es tut mir ebenso leid, dass ich vor einer guten Stunde eine ganze Flasche Mineralwasser in mich reingekippt habe.
Ich weiß nicht, manchmal denkt man über die unglaublichsten Dinge nach. Man liegt im Bett, ist nicht richtig müde und aus irgendeinem Grund fallen einem Dinge ein, die in ruhigen Bett-Minuten einfach nicht besonders entspannend sind.
Wäre gut möglich, dass die Szene, in der dieses Mädchen knarzenderweise unter die Bettdecke von jemandem kriecht, um ihn umzubringen, dazugehört. Vielleicht kann sich jemand vorstellen, dass ich fast einen Herzanfall erlitt, als ein paar Augenblicke später wirklich ein knarzendes Geräusch unter meiner Bettdecke ertönte. (Ich weiß, was einige jetzt denken, daher: Nein, ich habe nicht gepupst, aber das Mineralwasser trat gluckernderweise in Aktion.)
Oh-mein-Gott.
Ich lag über Minuten mit tellergroßen Augen regungslos da, anschließend brach die Hölle los. Ich warf mich mit einem Ruck aus dem Bett, um mit übermäßig viel Gefuchtel und erstaunlich viel Temperament (huch) in Richtung Lampe zu paniken.
Ich wollte wirklich nicht, dass mich unterwegs etwas anhuschte, um - froh über die Tatsache, nicht unter die Decke kriechen zu müssen - über mich herzufallen.
Meine Güte, ich möchte diesen Film nie wieder sehen.
Als mich lioba vor einem Jahr besuchte, hatten wir eine ähnliche Situation. Wir lagen im Dunkeln und redeten über Horrorfilme. Es war meine Schuld, ganz allein meine Schuld, ich erzählte von diesem mysteriösen Horrorfilm und endete mit einem:"Oah, dieses Schnurren von diesem Mädchen, ich hab mich danach nicht aus dem Zimmer getraut", woraufhin ich berichtigt wurde:"Nein, es war eher dieses Geräusch: *knaaaaarz*", meine Antwort:"Ähähä...ach ja...", fiel noch überraschend gefasst aus...anschließend war es allerdings lange ruhig.
Sehr lange.
Bis:"Oh mein Gott, mach sofort das Licht an!!!" - Panik ausbrach.
Selbstverständlich konnte ich in diesem Moment nicht sofort den Lichtschalter finden - ach ja, die Welt ist witzig. *narf*
Es ist beeindruckend, worauf der Mensch reagiert. Man sollte meinen, viel Krawumms, Blut und Hölle-Hölle wären die perfekte Mischung für einen sagenhaften Horror, aber wie so oft reizt das am meisten, was nicht gesehen wird, was nicht offenkundig spricht, sondern vermummt knarzt, mehr erahnt als erkannt werden kann...und als Gipfel des Grusels das Auge in die Überwachungskamera hält, um den Wachmenschen zu erschrecken...und natürlich mich.
Ein recht simples und einfaches Stilmittel: Das starrende Auge - aber es wirkt abartig gut.
Warum eigentlich? Diese ganzen subtilen Dinge aktivieren Grundängste des Menschen. Beobachtet werden, erspäht werden, schutzlos sein, den Feind/Gegner nicht einschätzen können, dadurch hilflos und ausgeliefert dem Untergang geweiht. Welch Grusel...
Ähnlich erschreckend sind Dinge, die weit von menschlichen Verhaltensweisen entfernt sind, dazu gehören Beispielsweise auch ruckartige, unberechenbare Bewegungen.
Interessanterweise sollen wir auch unter anderem deswegen Angst vor Spinnen haben.
Ich bin ganz schwer für diese Theorie, denn spitzige, staksige, kantige, zigfach gefaltete Netzspinnenbeine finde ich wesentlich schlimmer als eher wuschelige Vogelspinnenbeine.
Zigfach Falten wäre mir beim Menschen augenblicklich noch neu, aber wuschelig kriegen wir unter Umständen ganz gut hin.
Töggelie"Das Vorzelt zur Hölle", so heißt ein verdammt gutes Buch, das ein bisschen fies und unglaublich direkt auf den Punkt bringt, was viele Kinder jeden Tag durchmachen müssen. Ich liebe dieses Buch.
Ich möchte es preisen und umtänzeln; denn die arme Wutz, die es geschrieben hat, hat weit schlimmere Vaterschäden als ich davongetragen.
Als Junge zu Campingausflügen mitgeschleppt, weil Papa ein absoluter Campingfan und Extremsportler war/ist (was, liebe Eltern, nicht automatisch bedeutet, dass die Junioren ähnlich gestrickt sind) und dadurch in sämtliche bekloppte Situationen gebracht worden, z.B. als der Vater eine Kuh, die sich vor dem Zelt platziert hatte, vertreiben wollte und sie deswegen mit Sand bewarf...also, was heißt "bewarf", sie war das eigentlich Ziel, aber beworfen und getroffen hat er ausversehen seinen Sohn und zwar mit Schmackes in die Augen. Der übrigens direkt davor von ihm zum Schnorcheln überredet worden war und dabei in einen Seeigel latschte, jetzt also nicht nur gehbehindert, sondern tatsächlich über Stunden blind war.
Das war alles nicht böse gemeint, im Gegenteil, es geschah in bester Absicht, aber diese "beste Absicht" traf leider die falsche Person.

Jeder kennt den berühmten Spruch: Man kann es mit Kindern nur falsch machen. Jaja, aber manche sind dabei etwas kreativer als andere.
Mein Vater ist ein Bastler, er entwickelt und baut furchtbar gerne Dinge. Zum Beispiel das Häuschen meiner Kaninchen. Es ist ein tolles Häuschen und so solide gebaut, dass ich mir ganz sicher bin: wenn jemals ein Erdbeben oder ein Sturm unser Haus dem Erdboden gleich macht - kein Ding, das Hasenhäuschen wird dem Unwetter trotzen und uns allen als Schutzbunker dienen. Es garantiert meinen Kaninchen auch absolute Privatsphäre, ich habe keine Ahnung, wie es in diesem Häuschen aussieht, denn wir können es nicht vom Fleck bewegen, geschweige denn hochhalten.

Ich erinnere mich daran, dass wir in der zweiten Klasse Projektwochen hatten, ich war in einer extrem umweltbewussten Grundschule, daher lag das klangvolle Thema "Müll" recht nahe. Wir sollten uns, bewaffnet mit Wurstzängchen, auf den Weg machen und die Wanderwege von etwaigem Müll befreien.
Alle Kinder gingen nach Hause und baten die Eltern um eine Wurstzängchen-Spende, auch ich. Alle Kinder bekamen ihr Wurstzängchen - ich nicht.
Mein Vater war begeistert in den Keller geflitzt und bastelte mir...ich weiß nicht, wie ich es nennen soll, aber es hatte meine Größe. Ich schleppte es jedenfalls mit in die Schule und hoch auf die Wanderwege, aber benutzen konnte ich es beim besten Willen nicht. Mal davon abgesehen, dass ich bei Einsatzbeginn bereits völlig fertig und erschöpft war.

Ähnlich ging es mir an Sankt Martin.
Mein Vater, fürsorglicher Kerl, der er ist, wollte mir einen elektrischen Laternenstab bauen und dabei ein paar neue Werkzeuge ausprobieren. Ich hab mich tierisch gefreut, denn ich hatte eine ziemlich kleine (wirklich sehr kleine) Ich-bin-ich-Laterne gebastelt, da ich wusste, dass ich keine Rücksicht auf Teelichter nehmen musste.
Also...ich wollte was Besonderes und ich bekam verdammt nochmal was Besonderes. Meine Laterne war ca. 6cm breit...der Stab an der breitesten Stelle übrigens auch.
Es sah zugegebenermaßen dezent merkwürdig aus...fanden auch die anderen Kinder. -,-

Die Differenzen bezüglich der Größe brachten auch bei meinen Fahrrädern ab und an ein paar Problemchen mit sich.
Meine Fahrräder waren immer zu groß für mich, was mir pro Fahrrad je einen Krankenhausbesuch bescherte. Aber das war okay, man kannte mich in der Kinderabteilung noch aus meiner experimentellen Phase.
Mit einem Fahrrad war ich einfach so umgekippt und als es auf mich fiel, quetschte ich mir mehrere Finger. Bei einem anderen waren einfach die Reifen zu groß, als ich bei der Fahrradprüfung damit um Hindernisse kurven sollte - die eher für Kinderfahrräder gedacht waren - kippte ich auch damit um. Diesmal fiel zwar das Rad nicht auf mich, dafür aber ich auf das Hindernis und das war nicht unbedingt fortschrittlicher.

Ich kann wirklich nicht behaupten, dass ich seine Mühe nicht geschätzt habe, es ist nur so: ich war einfach zu klein für seine Künste, es war manchmal nicht so ganz einfach, viele Dinge konnte ich beim besten Willen nicht benutzen. Wäre ich einen Meter größer gewesen, dann hätte ich nichts gesagt, aber...die Sachen waren wunderbar, nur das dazugehörige Accessoire, das Kind, hatte nicht die passende Größe.
TöggelieIch glaube, es gibt Leute, die sind noch am ehesten mit „ein bisselchen angeblödet“ zu umschreiben und in einem Anflug von Arroganz bezeichne ich mich jetzt einfach mal als deren Gallionsfigur, irgendwelche Erfolge hat schließlich jeder. Man stolpert durch die Gegend, hat von dem, was vor sich geht, mal sowas von überhaupt keine Ahnung und geht währendessen im größten Recht davon aus, dass sich die Welt um einen dreht, kurze Zwischenstops einlegt, wenn was nicht in den Kram passt oder man glaubt, sich ganz dringend die Beine vertreten zu müssen, und – als wäre das nicht bereits genug – laufend, frei nach der bezaubernden Jeannie, irgendwelche Wunder passieren lässt, mal kurz dekorativ mit einem Berg gewackelt und ein Wunsch erfüllt sich, tadaaaa. Ich stehe immerwieder mit dem gleichen blöden Gesicht da (ein anderes hab ich sowieso nicht) und wundere mich darüber, dass ich mich überhaupt wundere, da man eigentlich irgendwann sowas wie einen Lerneffekt erwarten sollte. Gut, bei jemandem, der immernoch am Abi rumkrebst, ist das mit dem Lernen sowieso so eine Sache.

Aber mal ernsthaft: Man macht ja auch nicht die Augen zu und behauptet steif und fest, der Himmel wäre quietschig giftgrün, obwohl man ganz genau weiß, dass das nicht so ist und auch niemals so sein wird. Ich könnte es nicht einmal mehr als Hoffnung bezeichnen, denn Hoffnung hat vielleicht noch etwas mit gelernter und wahrgenommener Realität zu tun und nicht damit, dass man lebenslang darauf wartet, dass sich…ahm…z.B. an Weihnachten ein röhrenförmiger, auffallend schlängeliger Weihnachtsmann samt teebeutelchengroßem Sack mangels Kamin durch die Heizung fädelt und fröhlich ho-ho-hoig Geschenke streut. Es gibt Dinge, die sind einfach nicht wahr, so ist das einfach.
TöggelieUnd wieder einmal präsentiere ich: Ich kann nicht schlafen und die Welt muss es wissen.


Ich würde es als eine dezent misslungene Aktion bezeichenen, wenn man sich mehr oder weniger ausversehen in Reviere verirrt, die nichts für zarte Gemüter sind - und weiß, dass man zu "zarte Gemüter" gehört. Eigentlich wollte ich mich lediglich kurz bei gmx anmelden, landete allerdings Dank offenherziger Nachrichten bei einer extrem anschaulichen Beschreibung über den Tod auf dem elektrischen Stuhl. Toll. So gut wollte ich niemals informiert werden.

Ich fühle mich in etwa so angematscht - mit diesem spezifischen kurz-vor-Übelkeit-und-Kopfschmerz-Gefühl - wie nach dem schockierenden Besuch eines Foltermuseums.
Man geht hin, um sich davon zu überzeugen, dass es nicht so schlimm ist wie gedacht...gut, "man" vielleicht nicht, aber ich habe das tatsächlich deswegen getan. Ich dachte über Jahre hinweg, es gäbe nichts Schlimmeres als Folter und war zwischenzeitlich davon überzeugt, dass mein Kopfkino sich...sagen wir mal "verselbstständigt" hatte; ich wollte mich sozusagen der Angst stellen.
Was soll ich sagen: Es lief alles nach Plan, aber der Plan war Scheiße, denn auf unfassbare Art und Weise war es noch sehr viel schlimmer als gedacht. Ich lief wie betäubt durch dieses Museum und konnte und wollte nicht glauben, was Menschen zustande bringen, noch Tage danach schaute ich mir Personen an und überlegte, ob er oder sie wohl auch dazu imstande wäre, noch Tage danach suchte ich angstrengt nach einer Antwort auf die alte Frage, ob der Mensch Gut oder Böse ist.
Fakt ist, dass beides in uns angelegt ist und sich in verschiedenen Abstufungen und Variationen verwirklichen lässt. Erschwerend kommt hinzu, dass "Gut/Böse" subjektiv und wertend ist, der Mensch hat die erstaunlichsten Rechtfertigungen parat und nimmt sich und seine Tat ggf. nicht als brutal wahr; ist das, was er macht, also wirklich böse?
Weniger als 2% der Dinge sollen scheins tatsächlich mit der Absicht, gezielt etwas Schlimmes zu tun, geschehen. (Ich bin ein Mathe-Nussi, keine Ahnung, wie man das rauskriegen will, aber es ist eine Feststellung, die einen positiven Einfluss auf meinen "ich kann nicht schlafen"-Anfall hat, deswegen bestimme ich jetzt einfach mal, dass das richtig ist.) Ich weiß nicht, inwiefern das irgendwas besser macht, dann stellt sich womöglich nicht die Frage nach Gut und Böse, sondern nach "reflektiertes Geschöpf" und "Blindgeier". Und noch sehr viel mehr stellt sich die beunruhigende Frage: Wieviel der 98% werden von Blindgeiern gestellt?
Töggelie"[I]Papa...Papa...Papa...[/I]", "[I]Mensch Hanna[/I]!!!" Ein Mädchen namens Hanna lebt ein paar Häuser neben mir. Sie ist in etwa 8 Jahre alt. Mehr weiß ich nicht, denn ich habe sie noch nie gesehen - aber ich kenne ihre Stimme. Jeder kennt ihre Stimme. Eine sehr laute und häufig gebrauchte Kinderstimme.
Ich muss zugeben, dass mich das nicht in geringster Weise ärgerlich stimmt - vielmehr nachdenklich. Denn wenn man Hanna so dermaßen gut vernehmen kann...dann mich erst recht.

Man kennt das, im Sommer sind alle Türen und Fenster offen und während man...also, während ich so überflüssig kraftvoll wie beschwingt mein: "[I]Wutzi, mein schnuggelisch Wutzi...yeah[/I]", schmettere, stellt sich mir die Frage: Habe ich Publikum?
Nicht, dass es mich sonderlich interessieren würde, aber man kommt doch ein wenig ins Grübeln. Mir ist noch nie, wirklich noch nie, aufgefallen, dass andere Menschen im Umkreis von 200m Wutzis oder Ähnliches besingen.
Und ich glaube einfach nicht, dass nur ich solche Texte von mir gebe, das bringen andere garantiert auch! Wenn auch dezenter.

So richtig stutzig wurde ich, als ein Freund mich überraschenderweise besuchte und hier in der Nähe anfragte, wo genau mein Haus liegen würde. Das wusste man schon, allerdings mit der zweifelnden Anmerkung, man wäre sich nicht sicher, ob ich dort noch wohnen würde, es wäre gerade so ruhig.
Entsprechend fiel die Begrüßung meines Freundes aus: "[I]Sag mal - was treibst du hier eigentlich?![/I]"
Ich...naja...siehe Wutzi.

Und wenn ich es mir so recht überlege, dann gab es tatsächlich immer mal wieder entsprechende Situationen.
Wie damals in der 5ten Klasse. Die ganze erste Reihe bestand darauf, dass ich während des Matheunterrichts gesungen hätte.
Das ist natürlich Unsinn.
Wobei, DASS ich gesungen habe(n könnte), macht mir keine Sorgen, ich habe vielmehr Angst, WAS das wohl gewesen sein mag. Ich meine...siehe immernoch Wutzi.

Es gibt aber auch ganz anderen Momente, in denen es gesünder wäre, weniger Dezibel drauf zu haben.
Schulsport wäre so eine Sache.
Wir sollten der Reihe nach ein Rad schlagen und standen entsprechend angeordnet in einer langen Schlange. Ich hasste Radschlagen. Bei mir sah das prinzipiell nach gebrochener Achse aus.
Um meiner Empörung Luft zu verschaffen, fauchte ich ein leises: "[I]Poah, ist das eine Scheiß-Idee[/I]". Es hätte zumindest leise sein sollen, aber ein giftiger Blick aus Lehrer-Richtung sagte mir, dass das nicht hingehauen hatte.
Das ist einer jener Momente, in denen man plötzlich weiß, wieso es heißt, es würde einem das Herz in die Hose rutschen. Entweder sind ein heftiger Adrenalinschub oder das krampfartige Zusammenzucken entsprechender Muskeln dafür verantwortlich - oder beides.
Es wird einem plötzlich so ungut zumute, sämtliche Organe knäulen sich beinahe schmerzhaft zusammen, vor allem, wenn man weiß, dass es das noch nicht gewesen sein kann, da würde noch etwas folgen.
Die Reihe wurde kürzer und immer mal wieder traf mich ein abschätziger Blick, meine Vordermänner turnten mich einer nach dem anderen in Richtung Ärger.
Immer näher, bis ein gefährliches Grinsen mich fragte: "[I]Naaa? Hast du gerade einen offenen Augenblick?![/I]", man muss dabei nicht grinsen, so etwas fragt sich auch ganz prima mit ernstem Gesicht, aber ich vermute, dass dieser Ausdruck ein gut eingeübter Spezialeffekt war, denn natürlich verfehlte er seine Wirkung nicht.
Jedenfalls waren die zu rennenden Strafrunden sehr viel weniger schlimm als die Ankündigungs-Visage.



Das ist lange vorbei, es ist Ewigkeiten her...das Mathesingen, die Räder, der Achsenbruch...sogar der angesprochene Sommer scheint Lichtjahre entfernt zu sein.
Momentan liegt viel Schnee, was bedeutet, dass Geräusche gedämpfter wahrgenommen werden und die Welt ein wenig ruhiger wird. Es ist, als hätte sich die Wolke, in der sich mein Kopf die meiste Zeit befindet, um einen Bruchteil Realität gehüllt.
Nur leider sind Hanna und ich gleichzeitig in Sachen Schnee unterwegs, was das mit dem "ruhiger" schwer in Schräglage bringt und meiner Ansage, gewisse Dinge wären "lange vorbei", einen leichten Kratzer verpasst.
Hanna schippt und schaufelt an ihrem neuen Iglu herum, ein Teil davon bricht ein, die Welt muss es wissen - und erfährt es auch.
Ich schippe und schaufel im Hof herum und brettere mir selbst (Dank einer unglücklich gelegenen Eisplatte) den Stiel der Schneeschaufel in die Leiste - auch das muss die Welt wissen und sie erfährt es.
Immerhin, jetzt weiß man wieder, wo ich wohne.
TöggelieHosen, wir wissen das, passen seltenst so, wie man es sich vorstellt. Ich weiß nicht, wie oft ich bereits in zweifelhafter Behosung vor einem Spiegel posierte, über Ewigkeiten meine untere Körperhälfte anstarrte und mich einfach nicht entscheiden konnte: War das, was ich da sah - war das gut?
Zumindest sollte der darauf getragene Pullover nicht allzu kurz sein, da ansonsten wichtige Körperteile Gefahr liefen, aus der Hose zu fallen, aber das musste wohl so sein und der oberste Knopf...mein Gott, er hielt.
Im schlimmsten Fall würden sich die Zweifel durch ein bisschen mehr Sport ganz bestimmt legen. Immer. Und immer vergisst man, was an dem "bisschen mehr Sport" so alles dranhängt.

Es war letzten Sommer, ich war so übelst durchtrainiert. Müskelchen an Müskelchen. Tatsächlich trainierte ich alle zwei Tage und zwang mich sogar unter vorgetäuschter Motivation zum Joggen. Ich habe da so eine Theorie: Entweder du kannst es oder du lässt es bleiben.
Ich dachte kurz, ich könnte es. Muss mich dabei allerdings mit jemandem verwechselt haben.
Ich kanns nicht.
Ich bin eher so der Typ: Schneller Sprint und danach formvollendet kaputt gehen. Ausdauer und konstante Geschwindigkeit...ich habe noch nicht einmal annähernd Lust darauf, mir liegt das einfach nicht.
Ungünstig, wenn einem das erst nach der Anmeldung zum Marathon auffällt und peinlich, wenn man davor großschnäuzig verkündete, man wäre einigermaßen sportlich.
Das war zwar richtig, aber auch wieder nicht, es kommt einfach darauf an, mit wem man sich vergleicht und ob es überhaupt möglich ist, irgendetwas zu vergleichen.


Wobei ich zugeben muss: Ich hatte bereits so ein komisches Gefühl, als ich mir die dick besohlten Laufschuhe schnürte, um mich mit meiner Laufpartnerin zu treffen, einer 27 jährigen jungen Frau, einem Mädchen (manchmal weiß man das nicht so genau), die seit gerade einmal 4 Wochenenden ihre Runden drehte und sich mit dem Begriff "lahme Ente" umschrieb.
Bevor ich mich seelisch und moralisch aufs Aufwärmen eingestellt hatte, watschelte sie los. Mit großen Schritten, mit langen Beinen und leider auch mit Leichtigkeit. Betrug! Die Ente war viel zu gut!
Ich hechtete perplex hinterher.
Nach 6km kamen meine Lungen heraus, um sich zu erkundigen, was denn los wäre. Meine Beine vermeldeten mir, sie hätten einstimmig beschlossen, meine Macke wäre gewaltiger als angenommen und mein Selbstbewusstsein...keine Ahnung...lag irgendwo angematscht am Start rum, ich hatte es schon länger nicht mehr gesehen.
Ich joggte nicht, ich starb mit Anlauf.

Ich glaube, das Schlimmste war, dass sie mit mir reden wollte. Also, in diesem Zustand. Sie fragte mich ein paar Kleinigkeiten, was ich sonst so mache, gerne esse, blabla.
Um Würde bemüht, quetschte ich ein einigermaßen verständliches: "[I]Hä?![/I]" aus mir heraus.
Mein Gehirn war zu diesem Zeitpunkt damit beschäftigt, die wichtigsten Körperfunktionen aufrecht zu erhalten, Smalltalk war gerade etwas ungünstig.
Zwischen meinem Gekeuche wehte ein gesundes und fröhliches: "[I]Weißt du, mit dir ist das echt angenehm, gar nicht so anstrengend[/I]", von rechts an meine Ohren.
Oh toll! Ich dachte kurz darüber nach, entweder sie oder mich in den anliegenden See zu schubsen.
"[I]Sag mal, wenn du Fußball gespielt hast...musstet ihr da nicht auch Ausdauer trainieren?[/I]"
Jahaaaaa, gespielt! GESPIELT!!! Verdammt!
Es war nicht böse gemeint, dennoch, durch meinen Kopf flammte kurz eine scharfe Empörung, aus der wie durch ein Wunder ein einigermaßen Sachliches: "[I]Hey, ich torkelte nicht umsonst häufig desorientiert im Abseits herum[/I]", wurde.
Nein, sie war nett, wirklich nett, aber ich fühlte mich blamiert, was durch ihre mehr oder weniger subtilen Andeutungen nicht gerade besser wurde.
Kennt jemand diesen Moment, wenn der Körper nach zig Kilometern und größter Anstrengung Glückshormone ausschüttet und man ewig weiterlaufen könnte? Ich auch nicht. Mir war einfach nur schlecht.
Es war ein Versuch wert, aber das war wirklich nicht mein Tag. Das ist etwas, das macht man einmal und danach weiß man nicht mehr, wieso zur Hölle man das getan hat.
Wir haben uns seither nicht wieder gesehen und die Vermutung liegt nahe, warum das so sein könnte. Es ist manchmal nicht so ganz einfach, Menschen zu finden, die einigermaßen zu einem passen oder bei ungenauer Passform keinen Schaden erleiden...zu erleiden glauben.


Aktuell stand ich erneut vor der Entscheidung: Quälst du dich nochmal mit Ausdauer oder...? Was auch immer es ist, momentan bin ich für "oder...". Ich habe gelesen, dass Ausdauer - gerade was die Ausbesserung figurtechnischer Mängel betrifft - gar nicht so sinnvoll ist.
Es bringt nicht viel, es verbrennt eben Kalorien, wenns gut läuft. Mit Muskelaufbau hingegen wird der Körper geformt, was mir sehr viel erstrebenswerter erscheint. Und irgendwo denke ich, dass man nicht alles können muss. Jeder ist anders und es bringt einfach nichts, sich vermeintlich Sinnvolles, das so gar nicht dem eigenen Naturell entspricht, anzutun.
Bei sämtlichen Dingen ist Durchhaltevermögen das wichtigste Kriterium, aber wie utopisch gestaltet sich die Aufrechterhaltung des selbigen, wenn der Kraftakt für den Antritt größer ist als jener der zur Durchführung dient?
Es wird einem kein Orden verliehen.
Töggelie"[I]Brrrrrrt[/I]"
"[I]Was soll denn DAS sein?[/I]"
"[I]Ein Baby-Seelöwe, sieht man doch[/I]"
Nein, das war bestimmt kein Baby-Seelöwe, aber mit Sicherheit eines der niedlichsten Wesen, denen ich jemals begegnete...im Traum, es war leider nur ein Traum und gar nicht wahr.

Es muss die Arktis gewesen sein, so genau weiß man das nicht, aber das ist auch völlig nebensächlich, die Hauptsache waren Unmengen an Packeis, welche sich gemächlich über einen in sämtlichen Grüntönen schillernden Ozean schoben und durch achtungheischendes Knarren Respekt einforderten - und ein wuscheliges Kleinwesen, das am ehesten aussah wie...kennt jemand Barbapapa? Ein kleiner Fusselball mit mehr Kopf als Körper wuchtete sich aus dem Meer und schenkte mir ein zahnloses Lächeln.
Das türkisfarbige Teilchen robbte direkt auf mich zu, ließ sich von mir streicheln. Seiner Eleganz und Gewandtheit nach zu urteilen, schien es keinen einzigen Knochen im Leibchen zu haben, es war einfach nur beeindruckend weich, strubbelig und sehr anschmiegsam.
Ein kleines Seelchen, ummantelt mit Plüsch; Wärme und Sanftheit im Überfluss...oh mein Gott...ich war im Delirium.
Ich liebte dieses Wesen, ich kann mich wirklich nicht mehr daran erinnern, wann ich im Wachleben zuletzt solche Gefühle empfinden konnte, ich liebte es einfach, für alles, was es war.
"[I]Es ist wie ich...es gibt etwas, das ist wie ich[/I] ", hörte ich mich entrückt murmeln, während ich Fell und Biegsamkeit des kleinen Körpers bewunderte, der sich meiner Hand sanft schnurrend entgegenreckte und eines seiner leisen "Brrrrt"s verlauten ließ. Wir gehörten zusammen, ich wollte nie wieder ohne dieses Tierchen sein, wie konnte ich nur jemals ohne es leben...



Skizze des "brrrrt"enden Wesens:


[IMG]http://de.myalbum.com/Foto-C4DCVAB4.jpg[/IMG]
Töggelie[COLOR=purple]"Ein Gedanke ist wie ein Virus, resistent, hochansteckend; die kleinste Saat eines Gedanken kann wachsen. Er kann Dich aufbauen oder zerstören."[SIZE=1]Inception[/SIZE][/COLOR]


Ja.
Man sagt "ja" und verfällt nur Augenblicke später in wattige Lethargie; vermutlich weil es so abartig wahr ist, vermutlich weil man befürchtet, die unergründlichen Verzwirbelungen des Verstandes könnten es als Herausforderung verstehen.

Ich vermute, dass einige um die Handlung dieses Filmes wissen, schließlich stehen wir klischeegemäß auf philosophische Krisen und schnucklige Gedanken, mit denen wir uns selbst die Hölle heiß machen.
In diesem Film ist es möglich, sich selbst und andere in einen Traum zu versetzen, um dort Gott zu spielen oder einen der Mitträumer zu beeinflussen. Gleichzeitig wird auf drastische Art und Weise die Frage aufgegriffen, inwiefern man sich in einem Traum verlieren kann...und wann man sich sicher sein kann, dass man mit anderen eine Realität teilt.
(Sehr sehenswert und einer der wenigen Filme, denen man wirklich aufmerksam folgen muss, da man sonst die Verkettungen nicht richtig einsortieren kann.)

Was ist, wenn alles nur ein Traum ist? Was ist, wenn alles gar nicht wahr ist?
Ich weiß, dass einige sich immer mal wieder mit diesem Gedanken befassen - und ich bin froh, dass ich das weiß.
Ich glaube, ich war 9, wir standen draußen im Garten, mein Vater buddelte gerade an einem kleinen Baum herum, den wir in den letzten Monaten zu Tode gegossen hatten, und plötzlich war da die furchteinflößende Erkenntnis, dass es Grenzen gibt, die man nicht durchbrechen kann und ich niemals sicher sein werde, was in anderen vor sich geht, was sie fühlen, sehen,...was bedeutet, dass ich genauso gut völlig alleine mit mir selbst sein könnte.
Ich kann nicht sagen, was das Ganze mit dem abgesoffenen Gestrüpp zu tun hatte, aber es muss mich auf ungünstige Art und Weise inspiriert haben, denn das sind ehrlich gesagt keine besonders geeigneten Gedanken für Kinder.
Man hängt in diesem Alter sehr an seinen Eltern, vielleicht ein bisschen an seinen Geschwistern (na gut...man hängt vielleicht auch ein bisschen mehr an ihnen) und der Gedanke, sie könnten nicht echt sein, ist so ziemlich das Letzte, worauf man kommen möchte.
Ich stand also dort, verfolgte um Fassung bemüht die bäumische Rettungsaktion und spürte, wie sich das beklemmende Gefühl zwischen den Ohren in Richtung Herz und Magengegend vorarbeitete - offenbar nicht in der Absicht, allzu schnell und folgenlos aus meinem Leben und mir zu verschwinden.
So unauffällig wie möglich verzog ich in mein Zimmer, um ihn Ruhe nachdenken und grübeln zu können.
Es hilft nichts, in manchen Situationen hilft es einfach nichts, wenn einem die Mutter nachläuft, um zu fragen, was los ist. Manche Gedanken fallen einem so schwer, dass man glaubt, man könnte und dürfte sie niemandem anvertrauen. Man denkt tatsächlich, niemand wäre in der Lage, einen auch nur annähernd zu verstehen und ist so dermaßen verheerend davon überzeugt, die Last alleine stemmen zu müssen.

Ich war völlig überfordert, legte mich in mein Bett, deckte mich zu, brach in Tränen aus, hielt es liegenderweise nicht mehr aus, kniete mich auf den Boden, um in einem erneuten Heulkrampf gänzlich zusammenzubrechen. Selten fühlte ich mich so verloren und so wahnsinnig. Ich dachte, ich wäre verrückt geworden und sah mich bereits in einer Psychiatrie oder in einem Kinderheim.
Wer wollte das verstehen?
Irgendwann getraute ich mich doch, jemanden darauf anzusprechen, meine damalige beste Freundin schien mir einigermaßen ungefährlich zu sein, zumindest hatte sie nicht die Macht, mich in ein Heim zu stecken; bei Erwachsenen konnte man sich da nie so ganz sicher sein, aber Kinder, das war klar, konnten so etwas nicht.
"[I]Du...denkst du eigentlich manchmal auch, dass alles nicht echt ist...jeder was anderes sieht?[/I]", beinahe stolz auf die gelungene Beiläufigkeit, starrte ich angespannt ihren Rücken an. Rücken war gut und Rücken ist eigentlich nie so ganz verkehrt, wenn man unangenehme Dinge anspricht.
"[I]NÖ![/I]", ...oh. Wie ungünstig.
Ehrlich gesagt, ich weiß wirklich nicht, was ich erwartet hatte, aber "nö" fand ich jetzt doch ein bisschen sehr daneben gegriffen. Immerhin, es blieb zumindest ein folgenloses "nö".
Es dauerte Wochen, bis ich glaubte, die Lösung gefunden zu haben.
Man muss sein Umfeld beobachten, dann erkennt man den Ansatz, aber darauf muss man in all der Panik erst einmal kommen.
Jedenfalls war das wohl einer der ersten und gleichzeitig heftigsten Gedanken, die sehr grenzwertig waren und einiges an Zerstörungspotential mit sich brachten.

Jahre später erfuhr ich: Meine jetzige beste Freundin hatte die gleichen Gedanken. In der Literatur wurde ebenfalls darauf eingegangen; wie man sieht, hatte sich sogar das Kino mehrfach damit beschäftigt.
Man ist nicht verrückt, war es nie, es stellt eine normale Hinterfragung und Reflektierung der Welt dar. Wo bewege ich mich? Wie ist das alles um mich herum möglich? Wer sind die anderen?
Gut, vielleicht ist es ein bisschen besser, wenn man erst als Erwachsener normal reflektiert und hinterfragt, da kann man das dann doch ein bisschen entspannter hinnehmen...also...ein bisschen sehr viel entspannter.
TöggelieIch widme mich in diesem Beitrag einem gar wunderschmätzeligen Getränk: Kakao!
Früher als Medikament und wichtiges Nahrungsmittel hochgelobt, heute immernoch.


Immer mal wieder hört man die Aussage, Schokolade würde ja so glücklich machen, man bräuchte für ein bisschen mehr Glück einfach etwas Schokolade.
In der Schrottabteilung jedes Kaufhauses gibt es kitschige Schokotäfelchen, die drohen, im Notfall gegessen werden zu müssen (Gott...das Zeug schmeckt furchtbar...) oder gar Glück zu bringen (ähähä...) und nahezu fast einige Menschen kennen jemanden, der auf der Suche nach Schokolade bereits die halbe Wohnung auf den Kopf gestellt hat. Eine Lehrerin hatte das einmal erzählt, es war ihr sehr ernst und wir hatten Angst.
Jedenfalls ein toller Stoff! Super Schokolade!
Aber vor allem habe ich nie...wirklich NIE irgendeine der beschriebenen Wirkungen gespürt.
Das kann auch gar nicht wirken, die meisten Sorten enthalten viel zu wenig Kakao. Das sollte man wissen, bevor man euphorisch durch die Gegend torkelt.

Der richtig gute Stoff befindet sich gut getarnt in der Backabteilung. Diese unscheinbaren, dunkelbraunen Kakao-Schächtelchen, die man zum Kuchenbacken benötigt, genau da sollen Cannabinoide drin sein. Cannabinoide...Cannabis...ich wollte es zuerst nicht glauben.
Mir war damals das Kaba-Pulver ausgegangen, also kippte ich notgedrungen mit Schmackes eine etwas zu großzügige Portion Kakao in mein Milchnäpfchen.
Aus irgendeinem Grund war mir nach einer halben Stunde so beschwingt zumute. Mir war so blöd. Alles war so lustig und ich fing an, meine Heizung zu lieben (nicht SO, ihr Ferkel!).
Die Vermutung lag nahe, dass es etwas mit meinem Tasseninhalt zu tun haben musste und wirklich, eine ordentliche Portion von diesem Pulver hat Tatsache Potential, einen zumindest für kurze Zeit ein bisschen Knäcke zu machen.
Man darf natürlich nicht zu viel erwarten, aber man kann durchaus etwas spüren. Abgesehen davon: Es macht einfach Spaß, aus seiner Lieblingstasse irgendetwas zu löffeln, das hat für mich immer einen etwas meditativen Charakter.
Es ist so ein wunderbar simpler und monotoner Vorgang...fast bin ich geneigt zu glauben, das könnte sogar das wuseligste Gehirn ein bisschen zur Ruhe bringen.
Töggelie"Sei immer du selbst...zumindest solange, bis du Einhorn sein kannst, dann sei immer Einhorn".
Mir ist heute so Einhorn. Wem noch?


Würde ich mich jemals wieder auf einer Fastnachtsveranstaltung blicken lassen, dann als Piggycorn, als angedicktes Einhorn.
In meiner Vorstellung bin ich hinreißend: Ich hätte einen etwas sackigen Flauschbody an, der an Bauch und Hintern ordentlich gepolstert werden kann, den Schweif würde ich lässig zu einem Knoten binden (wir Piggycörner sind äußerst modebewusst) und auf meinem Kopf...ein wundervolles Horn - schillernd, groß, eben so, dass ich überall ganz toll andatze. Bei gnädiger Stimmung könnte es sogar sein, dass ich so etwas wie Hefe-Hufe verteile.

Ich musste darüber nachdenken, ich musste einfach über ein Kostüm nachdenken, denn sofern man nicht ernsthaft in Erwägung zieht, über Fastnacht oder Karneval abzuhauen, wird man von der Gesamtsituation überrollt. Einfach so.
Ich verlor sogar meine Unschuld. Es gibt Interpreten, über die weiß man nichts, sie sind ständig in der Presse, aber man hat keine Ahnung warum, man kennt kein einziges Werk und findet das auch richtig gut so.
Helene Fischer gehört zu diesen Geschichten. Den Namen liest man ständig, aber weiß Gott, was sie singt, nie gehört.
Vorhin hörte ich es. Nur wenige Straßen entfernt fuhr ein Lied von ihr vorbei, mit einem dieser Themenwägen, mühevoll umgebaute Traktoren, teilweise richtige Kunstwerke; aber wenn man schon einmal so weit ist, warum versaut man es dann bei der Musik? Ich filterte ausversehen ein Schlagwort aus dem Text, zählte eins und eins zusammen und brach augenblicklich in ein "neiheeein, ich bin nicht mehr unschuldig"- Geheule aus. Sie war es! Jetzt kann ich nicht mehr sagen, ich hätte noch nie davon gehört. -,- Ich fühlte mich beschmutzt. Helene Fischer, ich weiß Bescheid - Mist.

Von der unterirdischen Musik - sie war seit jeher schlecht, was womöglich mit dem Wiedererkennungs(und-mitlall)wert im besoffenen Zustand zusammenhängt - einmal abgesehen, war ich als Jugendlicher schwer fastnachtsbegeistert.
Das hatte wenig mit "lustig" und Alkohol zu tun, aber einiges mit Nebensächlichkeiten, den leiseren Tönen.
Detailverliebte, außergewöhnliche Kleidung und die Chance, Freunde, die selten Zeit hatten, zu treffen; die spürbar entspanntere Gefühlswert einiger anderer Menschen - sie haben Spaß und strahlen das auch aus, ein mitunter wünschenswerter Zustand. Es ist zwar zum Kotzen, wenn sie nerven, aber sie nerven entspannt und das ist dann wiederum eine akzeptable Sache.

Das wäre die positive Sicht, meine romantische Verknüpfung. Aber was tatsächlich wahr ist: Einige Leute vergessen sich und benehmen sich wie komplette Volldeppen. Ich muss zugeben, dass ich ohnehin nicht besonders anfällig für Respekt bin. Aber diese Respektssache ist angesichts eines völlig außer Kontrolle geratenen Großmauls gänzlich dahin.
Hier werden für alles und jeden Dreck Räte gewählt, die furchtbar streng kontrollieren sollen, dass sich alle innerhalb gewisser Grenzen lustig verkleiden und fröhlich verhalten.
Es handelt sich nicht um Polizeiarbeit, sie schützen niemanden, es geht eher um Wahrung der Bräuche und für manche um die Gelegenheit, es anderen zu zeigen.
Geht schief, wenn so jemand besoffen und lediglich zur Hälfte bekleidet durch die Gegend purzelt.
So ein Zustand kullerte mal direkt neben mir über die Straße. "[I]Oah nä...[/I]", meine Verachtung brach sich rücksichtslos Bahn, aber das schien ihn nicht zu stören, denn er antwortete mit einem glücklichen: "[I]Jaahaaa![/I]", also "jaahaaa" wie "ich komme gleich".
Ich hatte ihn sicher nicht gerufen, das war ein übles Missverständnis, aber er schaffte es ohnehin nur bis zur Laterne, umarmte sie und verharrte regungslos.
Die Bedenken, was jemand in diesem Zustand als nächstes anstellen könnte, waren entsprechend groß. Du müsstest ihn festketten, damit er nicht auf die Straße rennt und sich jubelnd überfahren lässt.
Man kommt nicht umhin: Es hinterlässt einen mordsmäßig fiesen Eindruck und das Schönste ist: Wenn diese Kullerbacken einem im nüchternen Zustand noch einmal begegnen, haben sie nicht den leisesten Schimmer, warum man verhalten reagiert. Vergessen, alles weg. Man selbst zückt dieses bestimmte Bild eines Idioten, während der Idiot vielleicht nicht einmal weiß, warum er so ein Depp ist.
Töggelie"[I]Komm, wir hauen ab![/I]"
"[I]Jepp...aber vielleicht erst, wenn ich Urlaub habe[/I]"
"[I]Dann ist es noch abhauen?[/I]"
"[I]Wenn wir es so nennen, dann ist es das[/I]"


Diese Abhau-Thematik wird sich wohl in nahezu jeder Biographie finden, man trifft sie überall an; es kann auch gut sein, dass ich das Thema hier bereits behandelte - egal.

Man möchte weg, sofort, stellt sich vor, wie man sauber und satt irgendwie in einem spannenden Land, an einem schönen Ort aufschlägt, um festzustellen, dass man ziemlich abgerockt, hungrig und alleine ist. Einfach weg ist nicht so einfach, wie man sich das gerne zurechtträumt, aber manchmal genügt einem bereits die Vorstellung und man hat immerhin für kurze Zeit seine höchstpersönliche Idee von Freiheit, in wohldosierter Form, ganz ohne negative Begleiterscheinungen.

Ich habe bereits einige Länder gesehen, ich muss nicht noch einmal nach England, Frankreich, ans Meer,...Meer, da müsste wirklich mehr her.
In meiner Vorstellung wäre Australien ein wundervoller Ort, um weg zu sein. Allerdings wirklich nur in der Vorstellung, denn Australien bringt ein paar nette Geschenke mit sich, dort ist ja praktisch alles giftig.
Diese typischen Australier werden meistens in irgendwelchen Survival-Klamotten dargestellt - die werden wissen wieso. Hut, Hemd, Buschmesser - falls ein wildes Tier vorbeikommt und wenig Verständnis dafür aufbringt, dass bereitwillige Zwischensnacks in Wirklichkeit gar keine sind.
Ich glaube, in Australien werden nur die richtig Harten geboren. Man stelle sich einmal vor: Ein Sensibelchen kommt dort zur Welt und sieht sich einem wilden Tier gegenüber - nehmen wir gleich einmal den Extremfall: einer Spinne!
Wegschreien klappt nicht. Mein Bruder meint, wenn das jemand schafft, dann ich, und ich bin wirklich jedes Mal überrascht, dass sie immernoch völlig unbeeindruckt an Ort und Stelle sitzen.
Anpusten - bloß nicht!!! Die werfen sich in die Luft und segeln mit der Puste - auch diese Zwergtaranteln!
Wenn es wirklich um Leben und Tod geht, sie auf einen drauffallen, nützt einem nicht einmal das Buschmesser etwas, dann ist es zu spät. Für alles. Man stirbt. Okay, fast, man stirbt nur fast.
Vor kurzem hat mich eine Spinne sogar als Treppenstufe benutzt. Auf meinem Kopf machte es *plonk* und wenige Sekunden später sah ich das Tier in aller seelenruhe über den Teppich davonstüpfeln. Da kennen die nichts.
Skorpione, Schlangen...mir wären Wombats irgendwie lieber. Oder Koalas. Koalas schlafen um die 14 Stunden am Tag, ruhen sich anschließend bis zu 5 Stunden aus und verbringen ansonsten die Zeit mit Fressbarem.
Klingt schwer nach meinen Sonntagen, gutes Tier.
Wir Menschen sollten mehr Koala sein, Koala für mehr Lebensqualität, Koala gegen Stress und Koala aus Protest.
Irgendjemand hätte bereits Taschen-Betten erfunden - für dösige Zeiten. Sämtliche Streitereien würden sich in wohlgefallen auflösen, sie ergeben ohnehin in den meisten Fällen keinen Sinn, als tiefenentspanntes Wesen begreift man das womöglich eher.
Und dann wäre da immernoch die Sache mit meiner Beuteltheorie.
Ich halte daran fest: Es ist ein Skandal, dass wir Menschen keine Beutel am Bauch haben, voll funktionstüchtig, versteht sich. Für mich persönlich wäre ein solcher Beutel eine Offenbarung. Ich wäre so gut in Koala, ich spüre es.

...Australien, Heimat der Bestien, Heimat der Kuscheltiere...das wird ein ewiger Zwiespalt bleiben, auch das spüre ich.
Wüsti[QUOTE]Aber was tatsächlich wahr ist: Einige Leute vergessen sich und benehmen sich wie komplette Volldeppen. Ich muss zugeben, dass ich ohnehin nicht besonders anfällig für Respekt bin. Aber diese Respektssache ist angesichts eines völlig außer Kontrolle geratenen Großmauls gänzlich dahin. Hier werden für alles und jeden Dreck Räte gewählt, die furchtbar streng kontrollieren sollen, dass sich alle innerhalb gewisser Grenzen lustig verkleiden und fröhlich verhalten. Es handelt sich nicht um Polizeiarbeit, sie schützen niemanden, es geht eher um Wahrung der Bräuche und für manche um die Gelegenheit, es anderen zu zeigen. Geht schief, wenn so jemand besoffen und lediglich zur Hälfte bekleidet durch die Gegend purzelt. So ein Zustand kullerte mal direkt neben mir über die Straße. "Oah nä...", meine Verachtung brach sich rücksichtslos Bahn, aber das schien ihn nicht zu stören, denn er antwortete mit einem glücklichen: "Jaahaaa!", also "jaahaaa" wie "ich komme gleich". Ich hatte ihn sicher nicht gerufen, das war ein übles Missverständnis, aber er schaffte es ohnehin nur bis zur Laterne, umarmte sie und verharrte regungslos. [/QUOTE]

[SIZE=1]Ich bin auch mal so frei und schreibe hier was dazu.[/SIZE]

Schlimm ist, dass ich vor einigen Tagen selber zu so einem Depp mutiert bin.
Dazu aber gleich mehr in meinem Pfad. Aber du hast es gut ausgedrückt,
wie komplette Volldeppen und außer Kontrolle geratene Großmaul.

Ich bin ja so etwas von froh, dass es dieses Karneval hier nicht gibt im Norden.
Das würde mich auch nerven, mir reicht schon ein mal im Jahr unser Stadfest
wo seit 15 Jahren fast immer die gleichen Bands mit immer den selben Liedern auftreten. Echt schlimm.

Wie du das dann beschrieben hast wie der Mann sich weiter benommen hat (Laterne umarmt und verharrte regungslos) das war schon witzig.
TöggelieAch was, schau an, wir haben uns auch schon lange nicht mehr miteinander unterhalten. :)


Die Schwierigkeit ist letztendlich - egal, um welche Veranstaltung es sich handelt - dass sich einige wirklich nicht mehr im Griff haben und mitunter zu gefährlichem Verhalten neigen.
Hier wurde vor einigen Jahren ein Mädchen von einem Betrunkenen umgebracht und ich kenne ein paar Menschen, die von völlig Benebelten verprügelt wurden. So etwas darf einfach nicht sein. Und Wirkungen wie Aggressivität oder Kontrollverlust sind ja nun keine überraschenden Erkenntnisse, die - hoooppala - urplötzlich da sind.


Ich habe deinen Pfad gelesen; auch wenn ich mir aus der Ferne kein Urteil bilden kann und es auch gar nicht dürfte: Es macht immernoch einen Unterschied, ob man ein wenig angeheitert ist oder wirklich richtig einen sitzen hat und dadurch nicht mehr weiß, was man tut.
TöggelieMitten in der Nacht raschelt mein Bruder durchs Haus, ich unterbreche meine Anstalten, mir etwas Trinkbares aus dem Keller zu holen und warte, warte bis die Luft wieder rein ist. Das ganze Haus ist mein Reich, im Normalfall kommt mir niemand in die Quere, manchmal fühle ich mich wie ein grundloser Großgrundbesitzer, der gar nicht weiß, was er mit sich und seinem Drumherum anfangen soll.
Ein bisschen neidisch denke ich darüber nach, wo mein Bruder so lange gewesen sein könnte. In Gedanken sehe ich ihn unbeeindruckt und entspannt an irgendeiner Theke stehen, dekorativ eine Flasche irgendwas in der Hand, sanft lächelnd, gelangweilt an einem Etikett zupfend.
Man steht da und weiß, dass man da war; was man während dieses Daseins gemacht hat, spielt eine untergeordnete Rolle, wichtig ist, dass man gesehen wurde. Anders gesagt, wichtig ist, dass man seine Chancen nutzt und sich nicht selbst zum Außenseiter degradiert.
Die Schwierigkeit besteht darin, es dennoch zu genießen, Stichwort Ausstrahlung. Man ist immer dann am besten, wenn es einem so richtig scheißegal ist. Führerschein - scheißegal, da, bitteschön, Führerschein. Blöder 08-15 Aushilfsjob - demonstrativ scheißegal, leider ohne Erfolg, trotzdem eingestellt. Süße Menschen, die man gerne für sich gewinnen möchte - definitiv sowas von überhaupt nicht scheißegal...absolute Katastrophe.

Ich hatte mir das ein oder andere Mal gewünscht, tatsächlich stumm zu sein. Unschuldig stumm zu sein. Aus praktischer Sicht würde das keinen Unterschied zu meinem gesellschaftlichen Alltagsauftritt darstellen, aber wenn man theoretisch in der Lage ist, seine Stimmbänder zu nutzen, wird erwartet, dass man das auch in angemessener Form praktiziert.
Ich sage entweder gar nichts oder gebe ziemlich viel Blech von mir, garniert mit sämtlichen Verhasplern und Stolperfallen, weil sich meine Gedanken vor Aufregung überschlagen.
An Weihnachten saßen Leute namens Verwandtschaft am großen Tisch des Esszimmers. So dezent wie irgend möglich schlich ich an meinen Platz, um nicht ausversehen von Wortfetzen wie Spritpreise, Flüchtlinge, Autos und dergleichen getroffen zu werden, sie womöglich sogar zurückwerfen zu müssen.
Sichtlich angespannt präparierte ich sorgfältig mein Essen. Mittlerweile hatten sich alle daran gewöhnt, dass es keinen Sinn ergibt, mich danach zu fragen, was ich denn gerade so treibe, wie es in Schule/Beruf/Studium läuft.
Es fragt auch keiner mehr lästig nach, ob ich denn einen Freund habe. Ob ich denn einen Freund habe...
Als ich noch ein Teenie war, wurde ich gefragt, ob ich denn schon den richtigen Jungen kennengelernt habe.
Anfang 20 gingen einige dazu über zu fragen, ob ich denn schon das richtige Mädchen kennengelernt habe.
Jetzt fragen sie nicht mehr, vermutlich getraut sich keiner die Frage zu stellen, ob ich denn schon das richtige Schaf kennengelernt habe.
Fragen, die die Welt bewegen.
Während ich vorsichtig meinen Salat bepickte und mich umständlich an einem Kräuterhälmchen aufhielt, ging ein Satzgefüge meiner Großmutter an mich. Ich anwortete mit einem bedauernden Lächeln, schüttelte den Kopf und ging weiterhin meiner Arbeit nach. Es tat mir leid.
Ich hatte einfach keine Worte. Manchmal sind da einfach keine Worte mehr. Das fremde Drumherum wabbert durch einen hindurch, während das eigene Drumherum ob dieser Berührung völlig erstarrt. Ihre Gefühle, Gedanken, ihr Erleben, es ist so unendlich weit weg.
Ich denke, ich werde Zeichensprache erlernen, um wenigstens so zu tun, als wäre ich unschuldig.


Auf youtube existiert ein Kurzfilm über einen Jungen, der stottert und deswegen nicht mehr sprechen möchte. Alle denken, er wäre wirklich stumm, seine wenigen Infos schreibt er auf einen Zettel, den er den Leuten unter die Nase hält. Seine Eltern existieren lediglich per Anrufbeantworter, das Haus ist groß und teuer, aber es lebt keiner darin. Jeden Tag besucht er seine Großmutter, nur mit ihr redet er und nur mit ihr fühlt er sich lebendig.
Das ist zwar nur ein Film, aber er enthält doch so einige Wahrheiten. 1tens: Irgendwie kommt man immer durch. 2tens: Gegen sanftes Schubsen hat gewaltiger Druck keine Chance und 3tens: Ich hasse Anrufbeantworter.

Überhaupt...lasst uns über das Fernsehprogramm sinnieren: Es ist Scheiße.
Ich habe nicht einmal einen Fernseher, aber wenn ich mich alle paar Wochen bequeme, doch einmal kurz nachzuschauen, ob es etwas Interessantes geben könnte, streift mich ein leichtes Fremdschämen am Arm.
Ich meine, dass montags einmal ganz interessante Filme gekommen wären, aber das muss lange vorbei sein; montags protzt jetzt wahrscheinlich regelmäßig ein asozialer Millionär damit, dass er seine Frau blöd anmachen kann; was mich feststellen lässt, dass ich doch nicht so viel Blech rede. Ich hielt das Elend geschätzte 5 Minuten aus, danach musste ich mich erholen.
Leben und leben lassen, aber manche Hackfressen brauchen dringend ein wohl gezieltes High five ins Gesicht.

Am Wochenende, früh am Morgen, läuft Kinderprogramm. Ich bin dabei. Meinen Kaba fleißig bepustend und mich hüpfenderweise auf meinem Sitzsack in Position bringend, schaue ich BloghausTV und fühle mich angenehm eingelullt.
Eine Clique junger Erwachsener vom Bodensee, deren zentraler Dreh- und Angelpunkt ihr eigener Blog darstellt, trifft sich im Seehäuschen eines Großvaters, um Geschichten und Artikel zu schreiben.
Rein zufällig stoßen immer weitere junge Menschen zur Gruppe dazu, eingebunden und wichtig durch ihre individuelle Persönlichkeit, jeder bringt sein Talent mit ein, jeder wird respektiert, alle sind unglaublich sozial und emotional intelligent...blabla, manchmal tut mir vom Zuschauen alles weh.
Am Ende jeder Folge gibt es ein humanes Fazit, einen tollen Erfolg, ein großes Verzeihen.
Ich bin anfällig für so etwas. Nicht nur ich, ich weiß, dass sich jeder nach einem vertrauten Umfeld und der entsprechenden Sicherheit sehnt. Eine sichere Welt und Geborgenheit, das Wissen, dass Fehler ohne anschließende Skandale und Rachefeldzüge erlaubt sind, man gemocht wird und mögen darf, ohne allzu verkopfte Regelungen und Unterstellungen.
Ich brauche meinen Kaba...
TöggelieEins, zwei, drei. Drei Flammkuchen in meinem Bauch. Ich kaue gerade auf dem letzten Stück herum, das ich mir ein wenig zu hastig gänzlich in den Mund gestopft hatte. Die letzten Krümelchen werden aufgepickt und trotz deutlichem Platzmangel ebenfalls dazu gestöpselt.
"[I]Du scheinst Hunger gehabt zu haben, diese Menge reicht dir normalerweise für eine ganze Woche[/I]", mein Bruder kann meine Begeisterung kaum nachvollziehen - Gott sei Dank, beim Essen ist es immer besser, wenn die Reviere klar abgesteckt werden und umso weniger Konkurrenz vorhanden, desto besser. Nicht umsonst gibt es unter Geschwistern die Sitte, das Essen auf spezielle Arten zu markieren.
Das kennt jeder: Es gibt Kuchen, alle futtern davon, aber dieses eine besonders schokoladige Stückchen möchte man sich für später aufbewahren. Mit Geschwisterkindern ein Problem. Wie schützen? Brüder lecken das Stückchen einmal ab und stellen fest: "[I]So, das magst du nicht mehr.[/I]" Richtig. Mist.
Schwestern sind besser, sie beißen direkt einmal rein. Das macht mehr Eindruck und kann auch nicht vergessen werden. Beißen rules.
Nicht, dass ich das immernoch praktizieren würde, man wird schließlich erwachsen, mein Bruder hat den Ekel vor schwesterlichen Schutzmaßnahmen längst abgelegt. Es bringt nichts mehr!

Bin ich satt? Ich lasse die Augenlider spontan auf halbmast fallen, drehe mich ein wenig zur Seite, um erschöpft gegen die warme Heizung lehnen zu können. Manchmal weiß man nicht so genau, was man ist. Satt vielleicht schon, aber satt bedeutet nicht, dass nicht noch ein bisschen Platz für Toblerone-Parfait wäre, das hat mit satt ja nun nichts zu tun, so etwas dient nicht der Befüllung, es dient den Geschmacksnerven und gute Geschmacksnerven müssen trainiert werden, sonst gehen sie kaputt. Für immer. Bestimmt.
Nach dem Training rolle ich entspannt in Richtung Badezimmer, um mich in meinem angenehm schläfrigen Zustand unter die Dusche zu stellen. Erst vollfressen, dann sauber machen - ich wäre ein tolles Haustier.
Ich bin ungefähr so lange ein tolles Haustier, bis ich den Kopf zu weit in den Nacken lege und damit einen ordentlichen Schwall Wasser in die Nase bekomme. Hustend und schneufend klammere ich mich mit tellergroßen Augen an meinem Shampoo fest. Fast ertrunken.
Die Regel "nach dem Essen nicht ins Wasser" gilt offenbar nicht nur für Schwimmbäder.
Haustier...wir lassen das lieber.
Überhaupt haben Haustiere einen richtig großen Nachteil: Sie kommen eher schlecht ohne fremde Hilfe an den Kühlschrankinhalt.
Als ich noch eine Katze hatte, schlich ich mich immer so leise wie möglich in die Küche, weil ich ganz genau wusste: Einmal falsch gescheppert und die Katze kommt sofort zum Schluss, dass das nur etwas mit ihrem Essnapf zu tun haben könnte.
Kann auch sein, dass sie gerade einmal zwei Minuten zuvor gefressen hatte, vielleicht sogar noch Reste im Essnapf waren. Pfffft, damit muss man sich nicht aufhalten, da geht sicher noch mehr.
Mit "sicher noch mehr" war häufig mein Essen gemeint. Anklagend und so steifhalsig wie irgend möglich saß das Fell neben seinem mit Trockenfutter befüllten Essnapf, den Blick starr auf mich gerichtet.
Ich brauchte sie gar nicht anzusehen, dieser stechende Blick, der meinen Rücken und mein Tun taxierte, war überdeutlich spürbar.
Als ich mich umdrehte, sah sie, was ich hatte und sie ganz eindeutig nicht. Würdevoll, aber um Fassung ringend, missachtete sie mein Vorbeiziehen.
Die Katze saß da, unerschüttert.
Ich ging noch einmal zurück in die Küche, um ein Glas zu holen.
Die Katze saß da, unerschüttert.
Als ich zu meinem Essen zurückkehrte - die Katze hing in meinem Teller! Deswegen so unerschüttert...
Man sagt, im Krieg und in der Liebe sei alles erlaubt - das ist völliger Blödsinn. Aber beim Essen scheint das tatsächlich zu stimmen.
TöggelieHowdy Babes, ich freue mich über eine erneute Präsentation von: Ich kann nicht schlafen und die Welt muss es wissen.


Ich träumte unattraktiv von Spaghetti, die jemand in meinem Bad züchtete. Als ich an meiner Dusche klingelte und mich naturgemäß gerne geduscht hätte, wurde ich sofort mit der Begründung, solche Scherze würden die Spaghetti empfindlich in ihrer Entwicklung stören, man würde dies nicht lieben, rausgeworfen.
Okay.
Ein kleiner Schlenker und ich befand mich in einer Tiefgarage. Mir gegenüber ein Mann, der dürftig bekleidet auf Handtücher wartete.
Da ich völlig falsch war und in einem der oberen Stockwerke einen Arzt aufsuchen sollte, begab ich mich in Richtung Fahrstuhl...und begab mich unfällig wieder zurück.
Dieses Ding konnte unmöglich ein Fahrstuhl sein, es sah aus wie eine Schrottpresse! Nichts und niemand würde mich dazu bringen, dort einzusteigen.
Ich hatte Angst, Punkt, aus.
Zurück beim handtucherwartenden Herrn bat ich diesen, ob er mich nicht per Treppe in die gewünschte Etage begleiten könnte, denn: "[I]Ich gebe dir dafür auch 2€[/I]", "[I]Okay, ich machs für 4[/I]", "[I]...[/I]"
Na gut, 4€, aber immerhin musste ich nicht alleine gehen.
Wir bestiegen zwei Treppen und - tadaaa - standen vor der gewünschten Türe, das war einfach.
Gewünschte Türe, ja, nur war der gewünschte Arzt nicht da. Ich wartete.
Einige Zeit später traf er ein, ebenfalls mit Begleitschutz, er hatte sich nicht in seine eigene Praxis getraut - wofür ich vollstes Verständnis aufbrachte, denn er trug...es erinnert sich doch sicher jeder an diesen Fetisch-Typen von den Village People. Knallenge, pofreie Lederhosen - hey Welt, schau her, was ich habe, uiui.
Er tänzelte in seine Praxis, drehte sich um die eigene Achse, befummelte und berüschelte Unmengen von Tüchern und Schals - alles in dezentem Lila gehalten (wieso zur Hölle "dezent"? Darauf wäre es jetzt wirklich nicht mehr angekommen) - und erklärte mir beiläufig, ich müsste zweimal die Woche aufkreuzen, um kopfüber gekreuzigt (!!!!) und untersucht zu werden.
Er wollte mich zweimal die Woche umbringen. Nach den Spaghetti ergab das beinahe Sinn.
Ab diesem Moment hatte ich ernsthaft die Nase voll. Ich versuchte, ihn anzuschreien, aber es kam kein einziger Ton aus mir heraus.
Naja, eigentlich dreimal, so erklärte er weiter, aber zweimal wäre das absolute Minimum.
Ich überlegte, ob ich heulen oder ihm eine reinhauen sollte, entschied mich dann aber für kopflose Flucht.
Das irritierte ihn nicht sonderlich, denn er hatte seine Kapitänsmütze verlegt und musste sie aus ästhetischen Gründen dringend wiederfinden.

1tens: Wie zur Hölle kommt so etwas in meinen zarten, niedlichen Kopf?
2tens: Die Personen gibts in echt und ich sollte ihnen irgendwann wieder ernsthaft gegenübertreten...können.
3tens: Ich habe mitnichten Shades of grey gesehen.

Ernsthaft, bei manchen Träumen kann man sich doch wirklich kaum mehr erklären, wie man auf so etwas kommt.
In einem älteren Traum fesselte man mich an einen Baum und zwang mich auf diese Art zuzusehen, wie ein Mann kopfüber an die Fensterscheibe einer Schule geklebt wurde. Jemand zückte ein Streichholz und zündete ihn an. Er verbrannte nicht, er schmolz, sein Gesicht, sein Körper...er schmolz einfach. Es war ein furchtbarer Anblick, ich wandte mich in meinen Fesseln und schrie wie am Spieß; ganz so, als wäre ich das Opfer, das in Flammen stand.
In einem anderen Traum war ich tatsächlich Opfer, jemand hatte mir einen Arm ausgerissen und beschäftigte sich in beinahe andächtiger Ruhe damit, Messer und Stricknadeln in die Wunde zu stecken.
Pervers, das sind absolut perverse Handlungen, die ich eventuell noch nach einem Horrorfilm nachvollziehen könnte, aber wenn einen so etwas aus heiterem Himmel überfällt, hat das schon so seine speziellen Qualitäten.
TöggelieVorhin eine denkwürdige Aussage gelesen: Ich bin ein richtiger Mann.
Das ist hübsch, aber was soll das sein? Und was bringt das?
Mir begegnen ständig die unterschiedlichsten Männer, einer anders als der andere, ich könnte mich nicht entscheiden, welcher richtig und welcher falsch sein soll, welcher echt und welcher unecht. Und selbst wenn ich mich entschieden hätte, käme ein anderer daher und sähe die Sache gänzlich anders, es ergibt absolut keinen Sinn.
Ich weiß nur: Wenn ich ein richtiger Mann wäre, würde ich mich auf jeden Fall schminken, mir die Fingernägel lackieren und - da mir gerade Brian Molko zwischen die Musik rutschte [URL=http://www.youtube.com/watch?v=9BMcTyfnWuo](Link)[/URL] - Röcke tragen.
Richtiger Mann...richtige Frau...was für ein Hirnfuck - er ist nicht einmal biologisch haltbar, es ist ein reines Konstrukt.
"[I]Du weißt schon, dass du ein Mädchen bist?[/I]", es gab ernsthafte Bedenken, ich könnte irgendetwas nicht mitgekriegt haben. Wie niedlich.
"[I]Sag mal was, irgendwas, sag mal "Hallo", ich will deine Stimme hören[/I]", mir völlig unbekannte Typen aus der Oberstufe auf Erkundungstour.
Ich finde es einfach schade und sehr lästig, dass eine interessante, natürliche Vielfalt (wenn sie nicht natürlich wäre, bestünde die Möglichkeit dazu nicht) durch "richtig Mann und richtig Frau" streckenweise verhindert wird und es geht mir einigermaßen auf den Senkel, wenn selbst heute noch fachgerecht festgestellt wird: "[I]Blablabla eine junge Frau[/I]", und zur Bekräftigung: "[I]Und das bist du[/I]". Ich fühlte mich ernsthaft provoziert und hätte gerne ein paar Takte zur Oberflächlichkeit gesagt, aber man kann schlecht zu jeder Gelegenheit ganz groß ausholen.
Es ist auch mehr als überflüssig, vor den Nachnamen eine Geschlechtsbezeichnung zu setzen, man muss nicht bei jedem Mal anquatschen sicherstellen, dass das Gegenüber auch weiß, welche Rolle ich ihm zugestehe. Ich muss nicht daran erinnert werden, dass ich weiblich zu sein habe, wenn ich mir beispielsweise eine Brille kaufe. Die Brille hat mit meinem Gesicht zu tun, ich trage sie eher selten bis gar nicht in der Hose.
Ich glaube, das war einer der Aspekte, die mich am Erwachsenwerden am meisten ängstigten, der Körper zwingt einen dazu, eindeutiger zu werden und anstelle des Vornamens tritt der Nachname samt Merkzettel, der einem ständig unter die Nase reibt, was der Körper mit einem anstellt. Ich meine, ich sehe gerne so aus, wie ich eben aussehe und am Gesicht erkennt man leider überdeutlich, dass ich eher weiblich bin, aber ich lasse mir nichts anhängen, was ob der Tatsache, dass ich einen alten Menschenschlag wohl kaum zum Umdenken bewegen werde, eine ziemlich anstrengende Einstellung ist.
Vielleicht spielt es im Prinzip sowieso keine Rolle, man sollte sich abgewöhnen, einiges zu ernst zu nehmen und es einfach ignorieren. Es genügt manchmal, wenn man hier und da auf Gleichgesinnte trifft und weiß, dass sie wohl das gleiche Problem haben.
Wahrscheinlich wird vieles letztendlich dann erst richtig schwierig, wenn man anfängt, sich dagegen zu wehren, man einer Sache auf diese Art erst die nötige Kraft zukommen lässt, ansonsten würden diverse Dinge einfach ungesehen an einem vorüberziehen und im Nichts verpuffen. Zumindest theoretisch; theoretisch, ja.
Ronin76[QUOTE]Es ist auch mehr als überflüssig, vor den Nachnamen eine Geschlechtsbezeichnung zu setzen, man muss nicht bei jedem Mal anquatschen sicherstellen, dass das Gegenüber auch weiß, welche Rolle ich ihm zugestehe.[/QUOTE]
Sehe ich auch so. Zudem ist "Herr" ein (patriarchaler) Herrschaftsbegriff, während "Frau" auf das vermeintliche Geschlecht reduziert. Das stetige Siezen nervt mich eh ungemein. Ich kontere das dann manchmal mit Duzen. Wenn dann zB das obligatorische "Ich habe Ihnen nicht erlaubt mich zu duzen !" folgt, kann man entgegnen, daß man auch nicht erlaubt habe, gesiezt zu werden. Das englische "you" ist, nebenbei bemerkt, kein "du" sondern ein "Sie". Engländer und Amerikaner Siezen sich also permanent; selbst innerhalb von Familien und Freunden. Das engliche "du" ist "thou", wird jedoch allgemein kaum noch praktiziert, und ist auch nur auf engste Vertraute beschränkt.
TöggelieHmmm, ja, wobei "Frau" nicht nur das Geschlechtswort, sondern tatsächlich eine dem "Herrn" gleichwertige Anrede darstellt; die adäquate Bezeichnung zu "Mann" wäre nämlich das heute als Beleidigung wahrgenommene "Weib".
Der Witz ist, dass "Frau" und "Dame" ebenbürtig sind, wir das allerdings ganz anders erleben. Das ist ein bisschen missverständlich und um eine Gleichberechtigung zu erlangen, müsste man demnach aus dem "Mann" auch in der Geschlechtsbezeichnung einen "Herrn" basteln, ihn also anheben.

Mit dem "Sie" hatte ich auch lange Zeit Schwierigkeiten, das war besonders in der Pubertät ein schwieriger Übergang und - wie man anhand anderer Länder sieht - ein sehr überflüssiger.
Ich empfinde es immer als sympathischer und sehr viel angenehmer, wenn man wenigstens auf "Frau" und "Herr" verzichtet und stattdessen "Sie" plus Vornamen verwendet - Gott sei Dank machen das auch viele von sich aus.
Nur einmal, als ich - damals noch minderjährig - jemanden darum bat, mich bitte auf diese Art anzusprechen, wurde mir erklärt, ich hätte nicht zu bestimmen, wie ich genannt werde. Das war...reizend.
Die tatsächliche Bedeutung der Begriffe "you" und "thou" ist interessant, ich ging bislang blindlings davon aus, beides käme dem "du" gleich.
WüstiHallo Töggellie,

ich wollte hier eigentlich schon längst mal was zu geantwortet haben,
also erstmal ja, wir hatten schon lange keine Unterhaltung mehr gehabt.
:)

Entschuldige, ich Idiot, habe da immer etwas vorgeschoben und mich hier anderen Gedanken gewidmet oder denen anderer. Ich habe deine Erlebnisse meist gerne (mit die einzige, aber auch nur die letzten, ich habe ja auch mehr zu tun als hier oder woanders im Netz was zu lesen) gelesen.

Zitat :

"So etwas darf einfach nicht sein. Und Wirkungen wie Aggressivität oder Kontrollverlust sind ja nun keine überraschenden Erkenntnisse, die - hoooppala - urplötzlich da sind.


Ich habe deinen Pfad gelesen; auch wenn ich mir aus der Ferne kein Urteil bilden kann und es auch gar nicht dürfte: Es macht immernoch einen Unterschied, ob man ein wenig angeheitert ist oder wirklich richtig einen sitzen hat und dadurch nicht mehr weiß, was man tut."



Zum ersten Abschnitt, ja die meisten (oder jeder) haben nach zuviel trinken Kontrollverlust.
Das muß auch wirklich nicht sein.
Zum Glück sind meine wilden Zeiten wohl vorbei.
Also dem geselligen Trinken war ich meist nicht abgeneigt.
Aber ich möchte das nicht mehr.
Ich habe auch zu viel Verantwortung heutzutage.
Das eine Mal war ich auch nicht total voll, nur ich habe
mich da schon etwas lächerlich gemacht.
Daraus sollte ich wohl lernen.

:rolleyes:

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