| Amrita | "Die USA haben dem Irak giftige Chemikalien und tödliche Biowaffen geliefert" (Washington Post) Wie bereits berichtet, besteht der Hauptgrund für die neue Welle von Kriegshysterie in Washington und bestimmten Massenmedien darin, daß die angloamerikanische Kriegspartei immer stärker unter Rechtfertigungsdruck gerät, vor allem weil die UN-Inspekteure in Bagdad trotz der von Washington durchgesetzten verschärften Gangart bisher keinen "schwerwiegenden Verstoß" gegen die Resolution 1441 feststellen konnten, so daß auch in den USA die Unterstützung für einen Irak-Krieg geradezu täglich abbröckelt. Wie prekär die Lage für die US-Kriegstreiber inzwischen nicht nur international geworden ist - neben dem außerordentlich starken Friedensappell von Papst Johannes Paul II. in seiner Neujahrsbotschaft stellte z.B. UN-Generalsekretär Kofi Annan am 1. Januar unmißverständlich klar, daß die UN-Inspekteure wie geplant am 27. Januar dem Weltsicherheitsrat ihren Abschlußbericht vorlegen werden, und nicht, wie vorschnell von einigen Kriegstreibern in Washington bekanntgegeben, bereits am 9. Januar - , sondern auch an der "Heimatfront", zeigte sich am 30. Dezember daran, daß ausgerechnet die Washington Post den "Drückebergerfalken" zu Silvester eine "politische Bombe" präsentierte: Sie veröffentlichte die zwar weithin bekannten, bisher jedoch nach Kräften heruntergespielten Fakten darüber, daß in den 80er Jahren der Irak seine Biowaffen von den USA erhalten hat, und daß mit US-Verteidigungsminister Rumsfeld sogar einer der jetzigen Hauptkriegstreiber gegen den Irak diesen Waffendeal mit Saddam Hussein eingefädelt und abgewickelt hat. Bereits am 19. September hatte Senator Byrd diesen Tatbestand bei den Anhörungen im US-Kongreß zur Sprache gebracht, doch bis jetzt wurden sie von den amerikanischen Massenmedien gezielt unterdrückt. Daß sich jetzt ausgerechnet eines der führenden Establishmentblätter gezwungen sieht, diese Fakten zu "enthüllen", unterstreicht erneut die Effizienz der anti-Kriegskampagne der LaRouche-Bewegung, die das Ziel verfolgt, die "utopischen" Kriegsfanatiker in den USA öffentlich bloßzustellen und politisch zu isolieren. Der Reporter der Washington Post Michael Dobbs beginnt seinen Artikel vom 30. Dezember mit der Beschreibung des größten Paradoxes, das sich einem halbwegs objektiven Beobachter der internationalen politischen Szene derzeit bietet: "Oben auf der Rechtfertigungsliste der Bush Administration für einen Irak-Krieg ist Saddam Husseins Einsatz von chemischen, atomaren und biologischen Waffen sowie seine Kontakte zu internationalen Terroristen. Doch nur selten geben US-Politiker zu, daß die Ursache für diese Verstöße in einer Zeit liegen, als Washington Saddam Hussein als wertvollen Verbündeten ansah. Zu den Politikern, die entscheidend daran mitgewirkt haben, daß sich Washington während des Krieges zwischen dem Iran und Irak von 1980-88 auf die Seite von Bagdad geschlagen hat, war der heutige Verteidigungsminister Donald Rumsfeld, der als Sonderbotschafter des Präsidenten [Reagan] im Dezember 1983 mit Saddam Hussein zusammentraf und dabei die Weichen für die Normalisierung der amerikanisch-irakischen Beziehungen stellte. Jetzt freigegebene Dokumente belegen, daß Rumsfeld zu einem Zeitpunkt nach Bagdad reiste, als der Irak 'fast täglich' chemische Waffen einsetzte und damit gegen internationale Konventionen verstieß. Und die Geschichte der US-Zusammenarbeit mit Saddam Hussein in den Jahren vor seinem Angriff auf Kuwait 1990, die einen umfassenden Austausch von Geheimdienstinformationen, die [amerikanische] Lieferung von Streubomben durch eine chilenische Strohfirma, und den erleichterten Zugang des Irak zu Vorstufen von chemischen und biologischen Waffen umfaßte, ist geradezu ein Paradebeispiel für die dunkle Seite der US-Außenpolitik." Nach dieser - für eine Zeitung wie die Washington Post - sensationellen Eröffnung, geht der Autor Dobbs ins Detail und belegt auf der Basis der "Durchsicht von vielen tausend freigegebenen regierungsamtlichen Dokumenten und Interviews mit ehemaligen Politikern, daß die Geheimdienstinformationen und die logistische Unterstützung der USA eine entscheidende Rolle dabei spielten, die irakische Verteidigung gegen die 'Menschenmauer'-Attacken der selbstmörderischen iranischen Truppen zu verstärken. Die Regierungen Reagan und Bush [sen.] genehmigten den Verkauf zahlreicher Güter an den Irak, die sowohl für militärische als auch für zivile Zwecke eingesetzt werden konnten; dazu gehörten auch giftige Chemikalien und tödliche biologische Viren, wie z.B. Viren, die Anthrax und Beulenpest hervorrufen können. |