| Diodatis | Merkwürdig, immer wieder wenn ich zufällig als unfreiwilliger Zuhörer in Situationen gerate, in denen ein junges Mädchen einen Jungen gerade kennenlernt, dann höre ich als Erstes die Frage: "Was hörst Du gern für Musik?". Egal wann und wo, egal ob 12 Jahre oder schon 25 Jahre, innerhalb der ersten drei Minuten des ersten Kennenlernens, kommt diese Frage. Klar identifizieren sich die Meisten in ihrem Lebenstiel zuerst an der Musik, weil es die Musik ist, die uns bestimmte Lebenseinstellungen erst vormacht und suggestiert. Stimmt die Musik, dann stimmt auch die Wellenlänge. Soweit okay. Doch je mehr ich das mitbekomme, muss ich zwischen meiner damaligen Jugendzeit und dem Heute vergleichen. Lächelnd. Bestimmt wären wir damals nicht auf die Idee gekommen den Interessensgehalt einer Eventuellpartnerschaft an der Hauptfrage: "Was hörst Du denn für Musik" festzumachen. Ich meine, und das war uns wohl schon damals unbewußt klar,: Das Leben ist mehr als ein Dreiminuten - Popsong. Es ist eine Symphonie! Vielleicht waren wir auch viel zu schüchtern um direkte Fragen zu stellen - ich weis es nicht mehr. Aber dieses Plumpe: "Was hörst Du denn für Musik?", hört sich in meinen heutigen Ohren genauso profan an, als wenn sie fragen würden: "Was isst Du denn am liebsten?". Diese Nicht -Wertigkeiten erscheinen mir einfach zu unbedeutend für einen Interessensbeginn. Und doch ist es die meistgestellteste Frage am Anfang - nicht nur bei den "Bunten", sondern auch bei den Jüngeren in unseren eigenen Reihen. Warum dies so ist, haben wir nun geklärt. Darüber sich aufzuregen, bringt auch nichts, also laßt uns doch mal zusammentragen, wie es bei Euch war: Dieser erste Anfang, dieses erste Kennenlernen. Vielleicht kommen ja doch noch hoffnungsvoll romantischere Geschichten zutage. Ich glaube ich war damals um die 13, als ich mich das erste Mal ernsthaft nach einem Mädchen umdrehte. Und weil ich mich nie traute sie anzusprechen, schrieb ich ihr einen Brief und gab ihn ihr so, als wäre nicht ich der Absender, sondern nur der Bote für einen Freund. Zweit Tage später kam der Antwortbrief zu mir, den ich noch immer aufbewahrt liegen habe: "Hallo Th. Wenn Du zu feige bist, Dich auch als der zu zeigen, der Interesse an mir hat, dann bin ich das Mädchen, das nun nach Deinem nicht vorhandenen Freund suchen wird. C." . Das war eine bittere Erfahrung. Aber lehrreich. Was blieb war immer das Schreiben von Briefen, weil ich mich darin emotional besser ausdrücken konnte, als mit der Sprache. So erhielt ich über die Jahre, wunderbare Brieffreundschaften, und so manche davon, wurden in späteren Jahren auch fleischlich. Vielleicht litt ich schon immer an einem unheilbarem Romantizismus, doch lächelnd küss ich lieber das Strumpfband einer Seniorita, als die Hand einer Tusse. Nun seid Ihr dran. Diodatis |
| Homunculus | ein schönes thema was du da angeschnitten hast dio :) in der tat würde ch mcih wahrscheinlich auch zu den hoffnungsvollen romantikerinnen zählen ;) liebe ist mehr als die musik, welche man hört *lach*, aber ich denke die fähigkeit zu lieben muss sich erst entwickeln, durch erfahrungen und zeit, und deshalb gehen viele den einfachsten weg - den möglichst großflächig abgedeckter gleicher interessensgebiete... meine erste annäherung an einen partner war direkt und ist direkt schiefgelaufen, aber darüber möchte ich in einem so schönen thema nicht reden. lieber spreche ich von einer aktuelleren sache..... und muss gestehen, es läuft doch wieder auf die musik heraus *lach* wir haben uns auf einem konzert kennengelernt, waren beide mit freunden unterwegs und hatten einen wunderschönen konzertabend - nur das konzert war mist *lach*, deshalb haben wir uns nach einiger zeit gequälten zuhörens in die eingangshalle verdrückt, etwas getrunken und gequatscht. und festgestellt dass wir uns sehr gut verstehen. später des nachts waren wir in der eisekälte draußen spazieren, es war wundervoll, voll harmonie. wir tauschten telefonnummern aus und haben uns noch mehrmals getroffen. mittlerweile sind wir seit kurzer zeit ein paar, seit jenem abend an welchem er mir gesagt hat was ich ihm bedeute. als realist bin ich nie sicher wie lange etwas hält, doch jeder gemeinsame augenblick, den man bewusst in glücklicher zweisamkeit erlebt hat, wiegt alles andere, was vielleicht kommen mag, auf. anbei gesagt: wir hören nahezu die gleiche musik, was wir aber erst nach und nach festgestellt haben...... |
| Amlaruil | Hallo Diodatis, erstmal: Strumpfband küssen ist eine gute Idee - sehr edel! Sage ich dir quasi als Elfe! :) Hm...nun ja ich als Mädchen kann die Frage nach dem Musikgeschmack wahrlich verstehen. Musik ist ja nicht nur das hören von....irgendwas sondern auch ein Gefühl das damit verbunden wird. Lieder drücken Stimmungen aus und Gefühle - manchmal auch Lebenseinstellungen. Hui - ist voll schwer das auszudrücken also vorne weg schonmal sorry für das gestammele. Wenn ich einen holden Jüngling nun frage was er so hört und er antworet z.B. Death-Metal oder so (also quasi etwas was ich so gar nicht höre :D ) naja dann frage ich mich schon: Warum? Warum hört er dieses und jenes! Hinter der Frage steht ja vielmehr. Einfach zu fragen: Wie siehst du dein leben? Wie ist deine Einstellung zum Leben? Was denkst du? Was fühlst du? Nein, das geht in den ersten Minuten/Stunden nicht. Also fragt man solche (oberflächlich gesehen belanglose) Fragen um auf etwas tieferes schließen zu können. Übrigens finde ich den Brief deines ersten Schwarms sehr sehr schön. Ja, zarte Bande knüpfen ist schwer finde ich. Noch heute fehlen mir die "richtigen" Fragen, damit ich die Antworten bekomme, nach denen ich suche bei meinem Freund. :) naja...vielleicht verstehst du als Mann was ich meine... Verwirrte Grüße, Amla |
| Diodatis | [QUOTE][i]Original geschrieben von Amlaruil [/i] [B]Hinter der Frage steht ja vielmehr. Einfach zu fragen: Wie siehst du dein leben? Wie ist deine Einstellung zum Leben? Was denkst du? Was fühlst du? Nein, das geht in den ersten Minuten/Stunden nicht.[/B][/QUOTE] Warum nicht? Zugegeben, als meine Stärke noch meine Jugend war, hätte ich auch nicht begonnen, sofort direkte Fragen zu stellen, doch in den letzten Jahren, hatte ich an jene Frauen gleich zu Anfang nur die eine Frage, die ich auch sofort nach den ersten drei Minuten loswurde: "Hast Du einen Traum?". Denn genau das wollte ich immer wissen. Es war nie eine Masche, denn wenn ich DEN Traum eines Menschen kenne, dann kann ich auch sein Richtungsziel erahnen und finde so meine "inneren" Vergleichspunkte. Obgleich, ( ich muß es zugeben, auch wenn ich nicht weis warum), es war wahrscheinlich immer diese Frage, die mein Gegenüber so sehr verdutzte, dass wahres Interesse aufkeimte und alles weitere mit sich führte. Vielleicht bin ich Heute einfach alterbedingt gelassen genug, um direkt zu fragen. Aber warum auch nicht, denn genau diese Antworten suchen wir doch. Zudem macht es unheimlich Spaß, dieses Gemisch von Irretation über derartige direkte Fragen und dem "Wow" dahinter, auf den zarterrötenden Gesichtern gebleichter Schönheiten zu lesen. Ab dem Moment, beginnt das Schmecken. :D (Aus der Erinnerung, denn heute darf ich nur noch im eigenen, gemeinsamen Sündenpfuhl baden. Alles andere würde mir wahrlich schwer bekommen. :D ) Mehr noch von den vielen, Euren Anfängen. Diodatis |
| Homunculus | @dio: es ist schön, die menschen nach ihren träumen zu befragen.... manch einer meint dass sei eine eigenart der romantiker ;) auch die direktheit ist für mich wichtig. was nutzt es um alles rundherumzureden... liebe ist es für mich auch, mein gegenüber zu kennen, tiefer als es andere tun. kennen ist nicht unbedingt mit verstehen gleichzusetzen, aber es ist der versuch, den anderen zu ergründen. und dieser versuch lohnt immer, ob der andere nun metal hört oder illuminate ;) ich gebe aber zu, dass durch seltsame zufälle meine partner doch meist einen recht ähnlichen musikgeschmack wie ich hatten, ob dies nun aber auf spezielle charaktereigenschaften schließen lässt sei dahingestellt.... |