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  Forum: DIES und DAS
    Thema: Über einen Freund
White_FangHallo,
Ich möchte einige Zeilen über einen Freund von mir schreiben.
Wahre Freundschaft ist in der heutigen Zeit, ja etwas sehr seltenes und kostbares, deshalb ist mir diese Freundschaft umso wichtiger und erhaltungswürdiger. Und deshalb möchte in paar Zeilen über Felix, meinem Freund, schreiben. Abgesehen von der tiefen Vertrautheit zwischen uns, ist Felix auch ein bemerkenswertes Individuum. Wir kennen uns bereits seit seiner Geburt, und ich glaube, irgendwie, bin ich ein Vaterersatz für ihn. Aber mehr noch, ich bin der einzige Mensch der ihm etwas bedeutet auf dieser Welt. Gesagt hat er mir das zwar nie, aber ich weiß, dass es sonst nichts gibt im seinem Leben, außer eben diese Freundschaft. Seine Mutter starb sehr früh nach seiner Geburt, seinen Vater lernte er nie kennen, seine Geschwister wurden an Pflegefamilien übergeben und sonstige Verwandte hat er auch keine. Er ist allein in dieser Welt, bloß ich bin sein Fixstern. Zudem kommt noch, dass er über keinerlei materiellen Besitztümer verfügt. Eine Schulbildung hat er nie genossen, genauso wenig wie eine dauerhafte Wohnung. Das einzige was er besitzt, ist das was er am Körper trägt.
Er ist oft tagelang verschwunden, taucht ohne Erklärungen auf, schläft auf meiner Couch und verschwindet wieder. Er ist rast- und ruhelos. Er führt ein gefährliches Leben, hat häufig Schlägerein, und schwere Verletzungen, einmal wurde er fast getötet, ich konnte gerade noch schlimmeres vermeiden. Im Grunde genommen ist Felix, eines jener bedauernswerter Wesen, denen das Schicksal hart und grausam mit gespielt hatte und ihm ein Leben voller Entbehrungen und voller Leid aufbürdet. Viele Menschen an seiner Stelle, ich eingeschlossen, hätten schon längst aufgeben. Sich aufgeben, sich dem Suff ergeben oder gleich Selbstmord begannen, oder sie würden um Mitleid heischend jammern und betteln. Aber nicht Felix. Er hat eine Stille unbeugsame Würde, die ihm kein Schicksalsschlag je nehmen könnte. Er hat nie um Mitleid gebeten oder seine Situation beklagt. Ich habe ihn auch noch nie weinen gesehen. Und darin zeigt sich seine wahre Stärke. Eine Stärke die viele Menschen nicht erkennen, wenn sie überhaupt von deren Existenz wissen. Felixs Augen sind die Augen eines Königs. Er herrscht über diese Welt und er weiß es auch. Und wenn ich ihn an einem sonnigen Tag draußen sehe, wie er sein pechschwarzes Fell putzt, glaube ich, dass er der glücklichste Mensch auf Erden wäre, wenn er bloß ein Mensch wäre.
Carcas999eine schöne Geschichte..und das meine ich ohne Ironie!
ist Felix dein Kater?

schon komisch wie unterschiedlich das Leben der Lebewesen ist und wenn man meint felix wäre ein Mensch würde sich das nach einem sehr harten Schicksal anhören,aber bei einem Tier sieht das wieder ganz anders aus,kann mich darüber nur wundern!
Fallen Star [y]kann mich nur anschließen, eine rührende Geschichte.
Der Grund allerdings, warum dein Felix sich nicht beschwert oder sich aufgibt, liegt 1. daran, dass er als Tier nicht logisch denken kann, und 2. dass er einen angeborenen Überlebenstrieb besitzt.
jadeEr hat keine Verantwortung, weder für sich noch für andere.

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