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  Forum: DIES und DAS
    Thema: Der ganz normale Festivalwahnsinn - oder: Das erste Mal...
FallingTearsDieser Text basiert 100% auf wahren Begebenheiten, entweder selbst erlebt (nur wenig, nicht das ihr ein falsches Bild von mir bekommt), oder von anderen erzählt bekommen. Ein wenig überspitzt dargestellt vielleicht, aber es soll ja auch witzig sein. Der Text richtet sich an Festivalgänger, die vielleicht ähnliches erlebt haben und an Newbies, die hier ein paar Tipps bekommen können Alles witzig!!!

Nach langem Kampf um den Parkplatz, bei dem man noch diverse Hürden überwinden muss, wie zum Beispiel einen Extraslalom (WGT 2003) bei der Einweisung, hat man es geschafft. Mit allen Sachen bepackt, macht man sich nun auf den Weg, um sich um die heißbegehrten Bändchen anzustellen. Aber welche Schlange ist die Richtige? Na gut, probiert man es an irgendeiner. Nach ungefähr 30min sinnloser Warterei erfährt man schließlich, dass es hier doch nur die Karten gibt und die Bändchen an der anderen Schlange. Sich ärgernd, dass man nicht eher gefragt hat, stellt man sich also erneut an. Dieses Mal mit Erfolg. Nun gut dachte man, das nächste Mal passiert dir das nicht wieder. Ein Jahr später, das gleiche Problem, dieses Mal sofort gefragt, kämpft man sich die Reihe nach vorn, um dort erfahren zu dürfen, dass man sich doch vorher hätte die Obsorgekarte besorgen sollen, an der anderen Schlange. Also wieder warten, anstehen, warten..... Geschafft! Nun das nächste Problem. Den richtigen Platz zum Zelten zu finden. Es wird klar, dass man nicht gerade der Erste ist und die Auswahl ist nicht wirklich groß. Wenn man neu ist, wählt man natürlich nach sehr eigenwilligen Kriterien, wie zum Beispiel, nur nicht so weit vom Parkplatz (nach der langen Warterei will man natürlich so schnell wie möglich das Zelt stehen haben), oder ... ach, direkt bei den Toiletten ist praktisch – eine Wahl, die sich für den einen oder anderen zum fatalen Fehler auswirken kann. Nun das Zelt – die ersten vergessenen Dinge werden bewusst. Wer denkt auch schon an einen Hammer für die Heringe? Aber es gibt ja nette Zeltnachbarn, die einen da aushelfen. Und so entstehen meist auch schon die ersten Kontakte. Stress vorbei – die Bändchen um den Arm, das Zelt steht, Sachen ausgepackt... eine gute Gelegenheit einen Blick ins Programm zu werfen. Bei einer Band wird man allerdings stutzig. Wer in aller Welt ist t.b.a. und warum spielen die so oft? Natürlich werden sofort die Nachbarn gefragt, die sich das Grinsen nicht verkneifen können und mit Mühe und Not, nicht laut loszulachen, unseren Newbie diesen Begriff erklären. Hochrot kriecht man ins Zelt zurück. Nach dem ganzen Stress melden sich nun natürliche Bedürfnisse an. Man wagt den Weg zum Dixi. Kaum hat man die Tür geöffnet, möchte man am liebsten wieder umdrehen. Aber was sein muss, muss sein. Unser Newbie war noch nie auf einem Dixi. Ordentlich wie er ist, möchte er spülen, nur wo ist diese verdammte Spülung. Wo sie doch sogar Waschbecken haben? Aber auch da war kein Wasserhahn zu finden. Nun gut, etwas Flüssigkeit befindet sich ja drin ... und Händewaschen gehört sich ja. Wieder zum Zelt zurückgekehrt, trifft er wieder auf die Nachbarn, die es sich bereits mit einem Grill gemütlich gemacht haben. Sich seiner Frage eigentlich unsicher, dennoch wissbegierig, fragt er mit einiger Überwindung doch, was es mit dem Wasser im Waschbecken auf sich hat und warum es dann keinen Wasserhahn gibt. Man spürt förmlich, wie den Angesprochenen, die gerade noch das Essen genossen, vor Ekel die Bissen im Hals stecken blieben. Nach einer kurzen Weile des Schweigens erklärte sich aber dann doch einer bereit, es auszusprechen. Newbie wäre am liebsten wieder heimgefahren. Der Tag war gelaufen. Aber seine Freunde, mit denen er da war (auch Newbies), munterten ihn wieder auf. Eine Frage beschäftigte unseren Newbie allerdings noch. Wer ist HELGA? Und warum rufen die andauernd nach ihr? Aus Angst vor der nächsten Peinlichkeit unterdrückte er seine Frage. Zu guter Letzt wurde noch der Plan für den nächsten Tag geschmiedet. Natürlich wollte man so viele Bands wie möglich sehen. Ja keine auslassen, schließlich hat man ja viel Geld bezahlt. Nächster Tag. Früh wurde sich, wie es sich gehört, erst einmal geschminkt. Die angekündigten 37°C wurden natürlich völlig ignoriert. Nach ca. zwei Stunden zeigte sich dann das ganz individuelle Gruftiaussehen – schwarze, verwischte Schmieren auf einem nicht mehr ganz so weißem Gesicht. Egal. Eben keine Schminke. Trotzdem zog man festen Willens das Programm durch wie es sich gehört. Die Konsequenz daraus zeigte sich bereit am Nachmittag. Man war einfach nur fertig. Kraft war alle, Musik hatte man schon zuviel gehört, Lust auch keine mehr, ... Fazit: man widmete sich dem Alkohol in der Hoffnung, dass man wieder neue Energien wecken könne. Aber - danach ging gar nichts mehr. Besoffen und kaputt lag man im Zelt und schlief. Und dabei hatte man doch die besten Sachen verpasst, die ja am Abend waren. Egal, es war einfach nur noch egal. Das einzige, was der Tag brachte, war die Erkenntnis, es den nächsten Tag besser zu machen. Am nächsten Morgen dann die Abrechnung – Kater. Und was hilft da wohl am Besten? Natürlich! Frühshoppen. Mist, ist nur noch Wodga da, aber der tut es auch. Eine halbe Stunde später musste die Mülltüte ihren Zweck erfüllen. Erst am frühen Nachmittag war man wieder halbwegs fit um sich dem Festivalgeschehen zu widmen. Vorher aber noch einmal einen Gang zum Dixi. Doch kaum wollte er ein freies betreten, geschah das Unmögliche. Eines dieser Klos fiel plötzlich um. Der Schreck saß tief. Ob da wohl noch einer drin war? Er dachte nur, dass würde ich meinem schlimmsten Feind nicht wünschen. Vorsichtig angeklopft ... keine Antwort. Erleichterung. Klo wurde wieder aufgestellt. Doch es war zu spät. Es naheliegendes Zelt hatte es erwischt. Es schwamm förmlich in den Fäkalien. Was tun? Es wegtragen? Eine Möglichkeit... Heringe entfernt, was eine Sache für sich war, packten nun vier kräftige Kerle das Zelt. Aber nein!!! Man vergaß den Bierkasten, der sich noch im Inneren des Zeltes befand und ratsch ..... das Zelt zerriss.... Auf weitere Details muss nicht eingegangen werden. Der Schock saß tief, aber man wollte ja noch etwas vom Festival. Bei der Security angekommen, endete die Reise. Sicherlich hatte man die Hinweise in der Broschüre gelesen, aber wo ist denn der Unterschied zwischen einem 1,5l Tetrapack und einem 2l? Und am Tag zuvor ließ man ihn ja auch rein mit dem Nichterlaubten. Aber heute führte kein Weg rein. Alle Diskussionen umsonst. Also zum Zelt zurück (was wegen der intelligenten Platzwahl ca. 15-20min vom Festivalgelände entfernt war). Dort angekommen wurde erst mal pausiert. Alk floss und Chips ohne Ende. Das Zeltinnere bildete nach und nach eine Schicht aus verschütteten Alk, Krümeln von den Chips und Tabakresten.... und da noch eine Nacht drin schlafen??? Egal, die Nacht wird eh durchgemacht. Zurück zum Festival, dieses Mal mit 1,5l – exzellentes Wasser aus den Wassertrögen für 25000Leute. Um ein Konzert richtig zu genießen, muss man ganz vorn stehen. Nur war dort leider nur noch Platz direkt an den Boxen. Newbie sah sich um. Alle um ihn hatten irgendwie solche Dinger im Ohr. Egal, brauch ich doch nicht. Ich bin hart im nehmen. Ich halt das aus. Stunde um Stunde verging. So war es klasse das Festival. Doch dann war da so ne Band, die Newbie überhaupt nicht gefiel. Na gut, geh ich eben. Doch keine Chance. Durch seine vortreffliche Platzwahl, war er förmlich gezwungen, dieses Konzert zu hören. Seine Kumpel waren in dieser Zeit bei einem anderen Konzert. Danach wollten sie sich treffen, aber das nächste vergessene Utensil machte sich bemerkbar. Er hatte keine Uhr! Nachdem er sich durchgefragt hatte, was angesichts seiner einseitiges Taubheit schwer fiel, macht er sich auf zum vereinbarten Treffpunkt, dem „Bierstand“... nur welchen? Es war zu spät, sie hatten sich verloren. Wie sollten sie sich erkennen. Haarfarbe? – alle schwarz, Kleidung? Auch schwarz! ... Nach ca. zwei Stunden wollte der Zufall dann doch ein Wiederfinden. Das letzte Konzert ging noch zehn Minuten. Die Hoffnung, dort noch ein wenig bleiben zu können wurde zerstört, als die Security mit ihren Bändern angerückt kam und sogar den letzten Besoffenen in der Ecke unsanft herauswarf. Also blieb nur noch das Zeltlager. Dort wussten sich bereits eine Gruppe von Leuten zu helfen, die ihre eigene Musik machte mit Hilfe von leeren Flaschen, Mülltonnen und anderen Dingen. Die Stimmung war bestens, es wurde getanzt bis die Füße so weh taten, dass Newbie die Schuhe auszog. So entstand dann eine Wette, die ihm lange nachgetragen wurde. Er erklärte sich bereit, barfuß aufs Dixi zu gehen. Ihm galt die gesamte Bewunderung und natürlich der Hohn... Andere, die bereits in den Zelten waren, nutzten ihre Zeit auf andere Weise. Strahler, die den Zeltplatz nachts erleuchteten, funktionierten die Zelte zu eine Art Schattenspiel um, was man im Zelt natürlich nicht wusste. Freilichtkino der besonderen Art, der besonders erotischen Art... Gegen 3Uhr morgens dann ein Wolkenbruch. Es musste kommen. Den Rest der Nacht verharrte man in irgendeinem Partyzelt, was niemanden der Insassen gehörte, wie sich herausstellte. Der Regen hörte nicht mehr auf. Aber das Zelt musst ja abgebaut werden. Also los.... doch was war da? Eine fremde Gestalt? Als der Halbtote zu sich kam, fand sich, dass er das Zelt verwechselt hatte. Natürlich war das nicht schwer. Wer fährt auch schon mit einem silberfarbenen Iglu zu einem Festival, wo es Hunderte von der Sorte gibt? Die nächste Frage, die sich stellte, war, wie er die Nacht da drin überlebt hat. Das Deckzelt war weggeflogen und alles schwamm in einer Brühe aus Wasser, Alk, Keksen und anderen ekligen Dingen. Und das einpacken? Ein schauderhafter Gedanke. Überhaupt, wie man selbst aussah. Von oben bis unten mit Schlamm. Gummistiefel sollte man bei jedem Festival dabeihaben. Aber nächstes Jahr .... Auf ein Neues!!!!
scorchedHerrlich... erinnert mich an mein erstes Festival. Das ganze endete mit Regen und drei Wochen (!) Antibiotika schlucken:D aber jederzeit wieder (nur ein Wohnmobil anstelle Zelt wäre nett)
FallingTearsLass mich raten - MeraLuna2002???? Das mit dem Zelt ist uns passiert ;) danach war auch erst mal krank sein angesagt:D
scorchednein, auf dem M'era Luna war ich erst 2003; ich meinte das Woodstage in Glauchau/Chemnitz 2000 oder 2001, als die Fields und Front 242 Headliner waren. Freitags morgens erste Anzeichen einer Erkältung, trotzdem hin, Samstag Festival und mir ging's gut, nach den Fields fing es an zu regnen, also sind wir zurück, da Front nicht so interessant schien. Keine wilden Nächte, eher schlafen. Montag morgen ging's dann los.:D
Vanja@Falling Tears.....

ich fasse es nicht....du hattest wohl einen genauso beschissenen Parkplatz, wie ich.....vielleicht waren wir sogar auf dem selben Zeltplatz (und ich hab mich auch immer gefragt, wer Helga ist, grins....aber egal....)
So ein WGT ist schon ne gewaltige Strapaze teilweise, aber es lohnt sich doch.....deine Erzählung hat mich echt stark an meine WGT Erfahrung erinnert, lach......
Wolfskind:D
hach ja... dixiklos, helga, freilicht kino und sogar das trommelkonzert (mera luna 2003)
ich freu mich schon aufs nächste mal :)
was mit fehlt sind stinkende dieselgeneratoren (woher soll man sonst strom für den kühlschrank herbekommen?), ausgelaufene sonnenmilch (macht sich gut auf schwarzen samt) und das man selbst zu spät kommt um plakate zu klauen (habe sogar die securitys angebettelt, aber es gab einfach keins mehr das ich wollte:( )

aber wozu n briefkasten?? klärt mich mal auf*g*

(wir haben euch was mitgebracht-duplo, duplo *sing*)

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