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  Forum: DIES und DAS
    Thema: freiwilliges ökologisches Jahr
LadyGwendolineNach hoffentlich gutem Abitur möchte ich die Zeit bis zum Kunststudium durch ein "Freiwilliges ökologisches Jahr" überbrücken. Allerdings bin ich mir noch nicht so ganz sicher, ob das wirklich etwas für mich ist. Hat jemand von euch solch ein freiwilliges Jahr gemacht und kann mir sagen, was auch mich zukommt?

P.S. die theoretischen Sachen habe ich schon durch. Ich habe Fachbücher gewelzt und mich im Net umgesehen! Es geht mir also um Erfahrungen anderer, die solch ein Jahr absolviert haben.
Vanja@Lady....
meine Freundin hat so ein ökologisches Jahr angefangen und dann mit Ach und Krach wieder abgebrochen, weil die Bezahlung mies war und es absolut nicht ihren Vorstellungen entsprochen hat (sie musste weitgehend als "minderwertige Mitarbeiterin" jede anfallende Drecksarbeit tätigen...)...also ich kann dir keine genauen Details sagen, da es schon zu lange her ist, aber sie hatte damals jedem abgeraten, so eine Zeitverschwendung anzufangen.....
sanguisgenauso wie beim sozial jahr ist beim ökologischen jahr die bezahlung wirklich mies, bei einer bekannten hätte sie davon nciht einmal ihre miete bezahlen können, und wohnungen/wohnheime werden bei solchen überbrückungsjahren im regelfall auch nicht angeboten.
allerdings ist es sicherlich eine erfahrung ein solches jahr zu absolvieren, solltest du aber finanziell abhängig davon sein rate ich dir schwerstens ab.
LadyGwendolinedanke Vanja und sanguis,
das hilft mir weiter. Ich hatte schon vorher meine Bedenken, jetzt sehe ich mich lieber nach anderen Alternativen um. Es wird zwar ständig davon geschwärmt, wie toll dieses freiwillige Jahr sein soll, aber es gab einige Sachen, die für mich dagegen sprachen. Z.B. bekommt man eine Unterkunft gestellt, ich hab dann aber schon ne eigene Bude und das "Taschengeld" (wie sie es schon so passend bezeichnen) ist auch nicht der Hammer, wenn man daran denkt, dass mich die Miete in Essen ca. 400 - 500 Euro kosten würde.

Na ja, falls noch jemand Tipp und Ratschläge hat, her damit!
LadyGwendolinedanke Vanja und sanguis,
das hilft mir weiter. Ich hatte schon vorher meine Bedenken, jetzt sehe ich mich lieber nach anderen Alternativen um. Es wird zwar ständig davon geschwärmt, wie toll dieses freiwillige Jahr sein soll, aber es gab einige Sachen, die für mich dagegen sprachen. Z.B. bekommt man eine Unterkunft gestellt, ich hab dann aber schon ne eigene Bude und das "Taschengeld" (wie sie es schon so passend bezeichnen) ist auch nicht der Hammer, wenn man daran denkt, dass mich die Miete in Essen ca. 400 - 500 Euro kosten würde.

Na ja, falls noch jemand Tipp und Ratschläge hat, her damit!
VanjaWas ich dir zB. empfehlen könnte (aber das hängt natürlich ganz von deinen persönlichen Umständen ab!!)... eine andere Freundin hat ein Missionsjahr im Ausland gemacht, in der dominikanischen Republik....ging zwar von der kath. Kirche aus, aber sie hat Kindern in Waisenhäusern geholfen usw. und fand es echt megaschön, es war auch keine Nonnenarbeit sozusagen, grins....und sie kann fließend spanisch, Bezahlen musste sie für das Jahr garnichts und war bestimmt um tausend Erfahrungen reicher (jaja, die Vanja bereut heute noch, nicht mitgegangen zu sein...)
LadyGwendolineDas klingt wirklich schön, aber ich habe irgendwie Hemmungen ins Ausland zu gehen! Es wäre ein Überlegung wert.
Palenehallo!
hab auch ein föj gemacht..... hat mir im grunde ganz gut gefallen...
kann aber nur sagen, dass föj nicht gleich föj ist... hängt SEHR von der einsatzstelle ab...
suuuupertoll fand ich die seminare. quasi fünf mal im jahr kostenlose urlaubsreise!!!!
mit dem geld hat ich kein großes problem, zumal ich bei meinen eltern wohnen bleiben konnte...
sonst noch spezielle fragen???
gruß, palene
LadyGwendolineJa, hab noch eine Frage, Palene! Wie sah es denn mit dem "Taschengeld" aus, das du bekommen hast und wie wurdest du sonst noch vom Staat unterstützt?
Palenealso, ich hab halt 300 dm im monat bekommen... bzw. dann den entsprechenden betrag in euro....
meine vorübergehende "mit-föj lerin" hat auch ne wohnung gestellt bekommen, aber von der einsatzstelle, nicht vom staat... der staat zahlt halt noch die fünf seminare...
was erwartest du denn noch für unterstützung?
LadyGwendolineDie üblichen Unterstützungen wie Essensgeld und Kleidergeld! Ist das auch dabei? Also es geht mir nicht darum Kohle zu machen, aber ich müsste mich die Zeit irgendwie über Wasser halten können! (eigene Wohnung usw. sind wirklich teuer)
GrauerWolf@Lady G.
Wie wäre es denn damit, schnapp Dir Deinen Zeichenblock und zieh' durch die Städte und Museen.
So kannst Du Dich wunderbar auf Dein Studium vorbereiten.
FÖJ halte ich für ideologischen Krimskrams und die Gefahr , daß Du ausgenutzt wirst, ist groß.
Denk' an Dich!
LadyGwendoline@ Zorn Gottes

Ich habe auch schon darüber nachgedacht rumzuziehen, zu zeichnen und zu malen und mich mit kleinen Nebenjobs über Wasser zu halten (natürlich nur bis zum Studium). Also wenn Palene so ca. 150 Euro (umgerechnet) bekommen hat, dann wäre das noch weniger als ein Zivi verdient. Also mein Freund verdient als Zivi so 400 Euro im Monat. Und er ist schon eine äußerst günstige Arbeitskraft und muss ständig die Arbeiten machen, die andere nicht machen wollen. und wenn ich mir überlege, dass ich nicht einmal die Helfte bekomme und teilweise sehr schwere Arbeiten machen muss, dann steht meine entscheidung schon fest! Ich suche mir was anderes!
GrauerWolf@Lady Gwendoline
Frag doch z.B. mal bei der Deutschen Stiftung Denkmalschutz in Bonn an, ob sie Dir nicht einen Praktikumsplatz bei einem der Projekte vermitteln können, das sie gerade unterstützen.
LadyGwendolineIch hatte auch gehofft etwas in dieser Richtung zu finden, zumal sich das föK auch mit Denkmalschutz beschäftigt, aber es ist relativ schwer, den passenden Platz zu finden.
Günstig ist, dass Essen eine Kunst- und Kulturstadt ist. Da lässt sich sicher ein passender Praktikumsplatz finden, danke für den Tipp, Zorn Gottes!
GrauerWolf@lady Gwendoline
Du lebst in Essen? Die Stadt wurde ja sehr heftig im Kriege zerstört und dann äußerst lieblos wieder aufgebaut, aber ein paar Lieblingsecken habe ich doch,
den Gruga - Park, Kettwig und die wundervolle Margarethenhöhe.
LadyGwendolineZur Zeit lebe ich noch in Parchim (ach ja Pch bedeutet wirklich Parchim), aber ich werde zum Studium oder dem, was ich bis zum Studium mache, nach Essen ziehen. Ja, Essen wurde wirklich schrecklich zugerichtet im 2. Weltkrieg, aber es gibt ein paar sehr schöne Ecken in der Stadt. Ich weiß nicht, ich bin trotzdem der Meinung, dass Essen eine besondere Ausstrahlung hat.
GrauerWolf@Lady Gwendoline
Zum Glück gibt es ja im Ruhrgebiet keine Entfernungen. Außerdem hast Du recht, Essen hat kein richtiges Gesicht und trotzdem eine heitere Grundstimmung.
Na, wird schon werden!
LadyGwendolineIch denke auch! Zudem wäre auch ein Praktikumsplatz Beispielsweise in Bochum möglich, weil man ja locker in einer halben Stunde in viele andere große Städte kommt. Mir ist in diesem Jahr beim Castle Rock Festival IV aufgefallen, dass Mühlheim an der Ruhr auch ein schönes Städtchen ist! (obwohl vielleicht etwas zu klein) Ich möchte unbedingt in die Großstadt zurück! Ich wohne jetzt 6 Jahre in Parchim und habe vorher immer in einer Großstadt gewohnt. Parchim hat mir gezeigt, dass kleine Städte nichts für mich sind!
GrauerWolfLady Gwendoline
Kleine Städte weißt Du in 20 Jahren wieder zu schätzen!:D
Mülheim ist ein nettes Städtchen, Recklinghausen hat eine nette Altstadt, Hattingen ist ein Traum in Fachwerk, in Dortmund gibt es wundervolle Jugendstilzechen (Zeche Zollern), das ganze Ruhrgebiet ist von Schlössern und Herrenhäusern durchsetzt.
Und der Menschenschlag ist herzlich und direkt.
LadyGwendolineJa, du hast den Nagel auf den Kopf getroffen! Genau deswegen habe ich mir das Ruhrgebiet als als "Wahlheimat" ausgesucht! Nur mit der Arbeit bis zum Studium wird es halt noch etwas kritisch!
Paleneja, um noch mal ganz kurz auf das ur-thema zurück zukommen:
föjler verdienen weniger als zivis, ja. wenn man nicht mal "genug zum leben" hat, gehts natürlich nicht, aber ansonsten würde ich nicht sagen, dass das etwas mit "ausnutzen" zu tun hat. es heißt ja auch "freiwilllig" was für mich auch heißt, das man es einfach so tut, und nicht weil man geld braucht. man bekommt jede menge eindrücke und denkanregungen und -was für mich am wichtigsten war- eben ein weiteres jahr bedenkzeit, was die berufswahl angeht. aber beides kann man sicher auch auf zahlreichen anderen wegen erreichen...
gruß, palene
LadyGwendolineDanke noch mal, Palene, aber ich denke, für mich kommt ein freiwilliges Jahr nicht mehr in Betracht.

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