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  Forum: DIES und DAS
    Thema: Bonus für einen guten Freund?
Any BodyEin spontaner Gedankengang ...

Durch einen Link, den Celtvis mal auf die page eines wohlbekannten Teenager Magazines gesetzt hat, bin ich darauf aufmerksam geworden... hierin wurde zur Stärkung des Selbstbewußtseins die Empfehlung gegeben Forderungen zu stellen bzw. Argumentationen für mehr Taschengeld zu finden...

Eine Vorstufe zu dem, was in der Gesellschaft heute abgeht nach dem Motto, ich tue erst etwas für dich, wenn du mir dafür auch etwas gibst... Keine Leistung ohne Gegenleistung...

Gibt es etwas, was ihr heute noch umsonst anbietet?Beispielsweise wie Babysitten oder mit dem Hund raus oder ist es so, dass ihr für jede Leistung, die von Euch erbracht wird eine Gegenleistung erwartet?

Gibt es Leute/ Freunde, die einen besonderen Bonus bekommen und denen ihr gern unter die Arme greift?

Gruß
Any B.
MorgensternIch passe ab und zu mal auf die Katze einer Freundin auf, wenn sie verreist. (Obwohl dieses pussierliche Tierchen die äußerst amüsante Angewohnheit hat mir plötzlich mit gewetzten Krallen in den Nacken zu springen, während ich Gedanken versunken vorm Rechner sitze.)

Mal ernsthaft...
In meinen näheren Bekanntenkreis ist das eher ein Austausch von Gefallen. Mal bei einem Umzug helfen, einen Computer wieder zurecht schrauben, eine Wand bemalen oder einfach nur eine Fahrt zum Supermarkt. Dabei wird keine Gegenleistung gefordert oder erwartet. Man ist zwar nicht immer begeistert aber Freunden hilft man halt. Manchmal macht es auch Spaß und man Hilft gerne. Es ist mehr der "Empfänger", der versucht einen Ausgleich herzustellen.
Bei Aussenstehenden sieht die Sachen etwas anders aus.
Sie gehören nicht in diesen Kreis der "Gefallen-Austauscher". Es wird zwar auch hier nur selten etwas gefordert (von evtl. Materialkosten abgesehen) aber die Person sollte sich möglichst direkt erkenntlich zeigen.
Dies ist der mir bekannte Stand der Dinge im tiefsten Ostfriesland.

mfg
Morgenstern
gekitsuich finde unter freunden ist es ehrensache, dass man sich aushilft, wenn not am mann ist.

der rest... naja, der tangiert mich sehr periphaer :) aber ich bemuehe mich, bestmoeglich mit ihm klarzukommen.
kommt alles auf die relation an... irgendeinem komischen kiddie in zu grossen hosen wuerde ich nie "ma n euro" geben, weil ich keinerlei anlass dazu sehe und was gegen diese lebenseinstellung und respektlosigkeit hab.
wenn ich jemandem ehrlich mit etwas helfen kann was mir keine grosse muehe macht, ja warum denn nicht?
Sirius[QUOTE][i]Original geschrieben von Any Body [/i]
[B]Keine Leistung ohne Gegenleistung...
[/B][/QUOTE]

Bei Freunden würde ich eher sagen: Eine Hand wäscht die andere. Natürlich helfe ich nem Kumpel bei nem Umzug oder sowas und ich erwarte keine direkte Gegenleistung, weil ich ganz genau weiß, das sich derjenige früher oder später revanchieren wird, bei guten Freunden klappt das Spielchen von ganz alleine.

Gegenüber Fremden halte ich es schon eher mit dem o.g. Satz, warum auch nicht, schließlich bekomme ich auch nichts geschenkt
und mit Nächstenliebe hab ich's nicht so ;)
Any BodySirius,
die Argumentation "nur weil Du nichts von anderen bekommst ..."
find ich etwas schwach...

Morgenstern,
vielleicht ist das auch in anderen Regionen so... ;)

gekitsu,
nur weil jemand andere Klamotten trägt, gleich Pauschalurteile über die Person, die in diesen steckt?
Rising Sun/me schließt sich morgenstern an.

und es nicht nur in Ostfriesland so ;)
Hirogenaloha!


ich bin bemüht jedem bekannten im rahmen "vernünftiger, angemessener" möglichkeiten zu helfen, wenn ich ihn nicht gerade scheiße finde(aber bekannte die ich scheiße finde, gibts ja eigentlich nicht, weil ich sie dann ja nicht kennen mag...), ohne mir irgenwelche gegenleistungen auszurechnen...

also frei nach dem motto eine hand wäscht sowieso irgendwann mal wieder die andere ohne groß danüber nachzudenken, welche hand jetzt sauberer ist...

~~~

das motto "geben und nehmen muss sich die waage halten" ist auch kein schlechtes, wobei ich immer versuche nie in die überwiegende nehmerposition zu kommen, allein schon deswegen, weil ich gerne "unabhängig" bin und in niemands schuld stehen bzw stehen bleiben möchte...

~~~

sicherlich gibts da auch unterschiede, für wen man sich mehr den arsch aufreißt, je nach sympathien...unabhängig davon, was man als gegenleistung erwarten kann...



mfG


Hirohito
Nachtelfchenich gebe gerne, und oft auch zuviel...es sind mir oftmals dinge passiert wie zb: da ich schon früh aus lebensumständen heraus ein eigenes auto zur verfügung hatte als praktisch einzige in meinem freundeskreis, ich zum taxi mutierte, sprich alle überall hinfuhr, ich dachte dabei nicht mal drüber nach, anderen einen gefallen damit zu erweisen, war irgendwie selbstverständlich, waren ja schliesslich meine freunde. irgendwann kam aber mal ein punkt, an dem ich auf andere angwiesen war, mal gefahren zu werden und plötzlich war dazu niemand bereit (zu kompliziert, blabla). das hat mich enorm verletzt, vielleicht auch aus meinem eigenen denken heraus, da ich plötzlich darauf kam, dass ich ja jahrelang alle immer rumgefahren hatte, und jetzt keiner (mit wenigen ausnahmen) bereit war, etwas so simples für mich zu tun.

ich bin kein freund von kosten-nutzen-rechnungen, aber bei manchen leuten schau ich mittlerweile, dass es sich die waage hält. obwohl ich immer noch lieber diejenige bin, die gibt, als dass ich hilfe von jemandem anfordern muss.
rainravenWenn ich keinen Nachteil davon habe (muß aber auch nicht unbedingt einen Vorteil daraus ziehen), helfe ich jederzeit, wenn meine Hilfe erforderlich ist, auch fremden Menschen. Das heißt, mit Taten, einfach Kleinigkeiten, wenn z.B. eine Mutter nicht den Kinderwagen die Treppe alleine hochkriegt oder jemand irgendwo nicht hin kommt, weil er zu klein ist etc.

Freunden helfe ich sowieso, auch wenn ich manchmal sehe, daß das Einlösen des Versprechens der Hilfe mühsamer ist als ich gedacht hatte, aber ich kann einfach nicht anders (Mutter-Theresa-Syndrom?), und ich möchte für andere Menschen nützlich sein, und es amcht mir Freude, wenn ich sehe, sie freuen sich über meine Hilfe.



T.R.
Slo Mo SnailDa kann ich mich meinen Vorrednern eigentlich nur anschliessen... Freunden wird geholfen wo es geht, selbst wenn mir dadurch ein Nachteil entsteht mit dem ich irgendwie Leben kann. Nur wenn sowas zu häufig passiert und nichts zurückkommt (-> ausnutzen) hört es bei mir auf... ;)
Bei Fremden kommts immer ganz darauf an, was es ist und wie die Person auf mich wirkt. Solange mir kein Nachteil daraus entsteht, helfe ich meistens. Ausnahmen gibt es allerdings auch oft genug. Und manchmal hängt es auch einfach von meiner Laune ab.
gekitsu[QUOTE][i]Original geschrieben von Any Body [/i]
[B]gekitsu,
nur weil jemand andere Klamotten trägt, gleich Pauschalurteile über die Person, die in diesen steckt? [/B][/QUOTE]

das war ein beispiel :p

aber unabhaengig davon tu ich mir ehrlich schwer, kleine jungs in zu grossen hosen und gangstergetue in irgendeiner weise ernst zu nehmen. in meinen augen verkoerpert das einen lebensstil -oder zumindest eine affinitaet zu einem solchen- der im wesentlichen auf respekt-, stil-, und niveaulosigkeit begruendet ist.
ausserdem krieg ichn hals wenn ich seh wies da "szeneintern" ueblich zu sein scheint, die freundin zu behandeln.
Carcas999hmm...ich helfe meinen Freunden gern und würde dafür auch nie eine Gegenleistung,geschwiege denn Geld erwarten,ich sehe dass als ganz selbstverständlich an,mal was für den anderen zu tun, genauso sieht es auch innerhalb der Familie aus..
Obwohl es auch so ist dass ich immer auf ihre Hilfe zählen kann..

Würdet ihr euren freunden denn auch immer noch helfen wenn ihr wüsstest sie würden euch nicht helfen wenn ihr sie braucht?

carcas
Slo Mo Snail[QUOTE][i]Original geschrieben von Carcas999 [/i]
[B]Würdet ihr euren freunden denn auch immer noch helfen wenn ihr wüsstest sie würden euch nicht helfen wenn ihr sie braucht?
[/B][/QUOTE]

Hmm... dann würde ich sie allerdings nicht als Freunde bezeichnen...
MahsheedIm Allgemeinen helfe ich gern und allen, von denen ich mutmaße, dass sie Hilfe gebrauchen könnten (soweit ich diese leisten kann), finde das normal und richtig, für den Lebensstil, den ich bevorzuge, einen freundlichen, netten, höflichen. Das Leben aber erteilt sehr viele verschiedene Lektionen. Nicht immer ist gut, was man selbst als gut befindet. Manche Menschen halten einen
für dumm, denn sie bemerken gar nicht, dass man weiß, dass sie anders wären, dass man es trotzdem (aus freiem Willen) besser macht, nicht, weil man ihr Prinzip nicht verstanden hätte.

Ich gerate zunehmens in Gewissenskonflikt bei Menschen, denen ich schon anmerke, dass sie ganz anders sind, berechnend, egoistisch, gar nicht hilfsbereit. Habe mich häufig dabei ertappt, ihnen trotzdem zu helfen, im Willen, gut, besser zu sein, mich nicht anzupassen.

Dennoch habe ich vor, mich an den Rat einer Freundin zu halten. Sie meinte, dass man, wenn man jedem hilft und jedem verzeiht, denjenigen, die diese Hilfe wirklich verdient haben, sozusagen die Recourcen abzieht und diese an Leute verschwendet, die diese gar nicht verdient haben.

Außerdem wurde mir ebenfalls von einem Freund vermittelt, dass man Freunde (auch in dieser Beziehung) anders behandeln muss als Fremde. Ich überlege, ob diese Aussage wahr ist.

Der Weizen trennt sich dann von der Spreu, wenn es gilt, nicht nur gute, sondern auch schwere Zeiten miteinander zu teilen, wo einer auf die Hilfe des anderen angewiesen ist. Für nette, gesellige, redselige Stunden findet man allerlei Leute. Das Leben gemeinsam zu bestreiten erfordert aber viel mehr Qualitäten als gute Mundarbeit. Und das Leben möchte ich gern mit Leuten verbringen, die meine Vorstellungen von Höflichkeit und freundschaftlichem Verhalten teilen. Berechnende Menschen zählen nicht dazu.

Es ist sehr schade, dass man über eine Selbstverständlichkeit wie Hilfsbereitschaft ins Grübeln gerät ... Ich weiß nicht, ob das allein schon eine Form des Anpassens an ein berechnendes Wertesystem ist. Und ich hasse es, dieses Berechnen, diesen heutigen oft deutschen Egoismus ... Diese Art ist mir sehr, sehr zuwider.

Ich werde einen Kompromiss suchen. Möchte meine Hilfsbereitschaft natürlich nicht aufgeben, möchte nicht berechnen, aber aufmerksamer sein, mich und meine Freunde davor schützen, schlecht behandelt zu werden, wenn ich bemerke, dass es Anlass zur Vorsicht gibt.
LarmedesuicideWenn mich jemand um einen Gefallen bittet, dann tue ich den gerne, solang es in meiner macht steht.... hab zum beispiel meiner besten freundin dieses we angeboten, ihr beim Wohnung einrichten zu helfen, sobald sie den schlüssel dafür hat :)
Mahsheed[QUOTE][i]Original geschrieben von Carcas999 [/i]
[B]
Würdet ihr euren freunden denn auch immer noch helfen wenn ihr wüsstest sie würden euch nicht helfen wenn ihr sie braucht?

[/B][/QUOTE]

Es muss eine enttäuschende Erfahrung sein, jemanden für einen Freund zu halten und dann zu erfahren, dass er nicht helfen mag, weil es das temporäre Aufgeben von Bequemlichkeiten bedeutet z. B. Damit zeigt eine Person ja auch sehr deutlich, dass ihr an mir nicht viel gelegen ist, zumindest nicht mehr als an einer Fremden oder Bekannten. Ich denke, ich distanziere mich von diesem Menschen. Wie gesagt, ich möchte keine Menschen in meinem Freudeskreis, die auf ihren persönlichen Vorteil aus sind und eine Freundschaft entweder gar nicht kennen oder nicht führen können, weil sie nur ihr eigener Freund sind.
Nachtelfchenich hab vor nicht allzulanger zeit diese bittere erfahrung machen müssen...und gebe dir recht, distanzieren ist wohl dann die einzige möglichkeit, es passiert dann irgendwie einfach
Mahsheed[QUOTE][i]Original geschrieben von Mahsheed [/i]
[B]Es ist sehr schade, dass man über eine Selbstverständlichkeit wie Hilfsbereitschaft ins Grübeln gerät ... Ich weiß nicht, ob das allein schon eine Form des Anpassens an ein berechnendes Wertesystem ist. Und ich hasse es, dieses Berechnen, diesen heutigen oft deutschen Egoismus ... Diese Art ist mir sehr, sehr zuwider.

Ich werde einen Kompromiss suchen. Möchte meine Hilfsbereitschaft natürlich nicht aufgeben, möchte nicht berechnen, aber aufmerksamer sein, mich und meine Freunde davor schützen, schlecht behandelt zu werden, wenn ich bemerke, dass es Anlass zur Vorsicht gibt. [/B][/QUOTE]

Könnte es nicht sein, dass diese Vorsicht der Anfang eines Weges ist, der sich von einem anfänglichem Misstrauen hin zu einer übertriebenen Eiseskälte steigert?

Warum ist es denn so, dass Außenstehendes sowie Deutschen selbst auffällt, dass die allgemeine Höflichkeit und Hilfsbereitschaft in diesem Land zu wünschen übrig lässt? Ist nicht gerade die Sorge darum, selbst nur ausgenutzt zu werden, Ursache für unser insgesamt gesehen berechnendes System?

Wie heißt denn die Pest beim Namen, die beispielsweise die (meisten) deutschen Schulkinder lehrt, wider der lehrplangemäßen Vermittlung von Höflichkeit in der Schule, nicht daran zu denken, ihren Sitzplatz in Bussen für Hilfebedürftige frei zu machen?
Sirius[QUOTE][i]Original geschrieben von Any Body [/i]
[B]Sirius,
die Argumentation "nur weil Du nichts von anderen bekommst ..."
find ich etwas schwach... [/B][/QUOTE]

Warum, schließlich gibt es mir die Gesellschaft doch so vor, oder?
Jeder ist sich selbst der Nächste. Und es ist Fakt, ich bekomme im
Leben leider nichts geschenkt, warum sollte ich etwas an einen wildfremden Menschen verschenken? Das ist knallharter Egoismus, aber was solls. Klar werde ich nicht jemanden, der mich nach einer Straße fragte, erstmal die Geldbörse zücken lassen ;)
Aber einmal sprach mich z.B. ein älterer Herr an, ob ich ihm beim Tragen einer furchtbar schweren Kiste vom Einkaufszentrum zu seinem Auto helfen kann - naja letztlich hab ich das Teil allein getragen, es war wirklich schwer, da war ein Fernseher drin und der Herr bestand darauf, mir 5 DM dafür zu geben - ich habe nicht abgelehnt! Wie gesagt, Nächstenliebe ist nicht unbedingt meine Stärke...
MahsheedAufgrund dieses Threads habe ich mich mit anderen Menschen über dieses Thema unterhalten. Alle waren in anderen Ländern und bestätigten, dass die Deutschen durch besondere Zurückhaltung, Reserviertheit auffallen, was auch diese eher spärliche Hilfsbereitschaft und Höflichkeit untereinander mit einschließt.

Wie kommt das, dass das hier so ausgeprägt ist?
Any Bodyeine ziemlich philosophische Frage Mahsheed... habe keine Antwort darauf... kommt vielleicht auf die Erfahrungen des Einzelnen an...

könnte aber auch kapitalistische Ursachen haben... mir fällt dazu das Thema Wessi und Ossi ein, das vor einiger Zeit mal im Kaiser diskutiert wurde... finde es nur nicht mehr wieder...

Hilfsbereitschaft, Freundlichkeit gibt es denke ich schon genug, doch es wird vielleicht nicht gesehen oder bewußt wahrgenommen...

Gruß
Any B.

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