| Any Body | Schaue ich auf meinen Gehaltszettel, dann finden sich darauf entsprechende Pflichtbeiträge zu Sozialversicherungen, wie KV-, PV-, RV- und AV-Beiträge neben den Pflichtabgaben wie Lohnsteuer und Solidaritätszuschlag wieder. Darüber hinaus gibt es in der Wirtschaft einige Versicherungsformen, die, wenn man sie abschließt auch noch staatliche Zuschüsse erhalten. Beispielsweise die Riesterrente, eine zusätzliche Versicherung zur Steigerung des verfügbaren Einkommens nach dem altersmässigen Ausscheiden aus dem Berufsleben. Bausteine, die absichern sollten, was im Falle eines Falles zu finanzieller Not führen könnten. Was haltet ihr davon? [list]Würdet ihr euch zusätzlich privat versichern, wenn das Geld, Einkommen verfügbar wäre? Was haltet ihr grundsätzlich von Sozialversicherungen und Pflichtbeiträgen? was haltet ihr grundsätzlich von zusätzlichen Vericherungsformen für Rentensicherung im Alter, die staatlich bezuschußt werden (Riesterrente)?[/list] Nutzt ihr es oder lehnt ihr es grundsätzlich ab, wenn ja warum? Gruß Any B. |
| Kroeger | Hallo Any! Da bin ich in einem persönlichen Dilemma: Einerseits halte ich theoretisch nicht viel davon, sein Leben in allen Fragen abzusichern. Nicht nur daß es mich jetzt einengt (indem ich unglaubliche Beiträge zu zahlen habe), es ist auch eine prinzipielle Einengung: Wer Rentenversicherung zahlt, muß auch alt werden wollen... Andererseits stelle ich fest, daß ich furchtbar gut abgesichert bin (vom Arbeitsplatz abgesehen), fürs neue Auto eine Vollkaskoversicherung, fürs Alter irgendwelche Aktienfonds, für die Zähne demnächst die Goldzahnversicherung... Was nicht alles passieren könnte... Am schlimmsten finde ich aber, daß man zu so vielem verpflichtet ist. Mir wäre eine ausschließlich private Sicherung lieber, denn dann könnte ich ja überlegen, ob und wann ich dritte Zähne wohl brauchen werde, ob ich denn mit 65 in Rente will und wieviel Geld ich fürs Leben brauche. |
| Industriegirl | Von den Versicherungen halte ich nicht viel. Hätten wir genügend Geld, würden wir uns für später vielleicht absichern, aber wer hat schon genug Geld im Monat? Wir nicht! Uns reichen schon die Pflichtbeiträge und eben die üblichen Kosten wie Miete, Strom..., KFZ-Versicherung, Hausrat, Haftpflicht, Hundehaftpflicht und seit letztes Jahr braucht mein Mann auch noch eine Berufshaftpflicht :rolleyes: Ach ja..., stimmt, wenn man sich für später gut abgesichert hat (oder absichern will) sollte man auch zumindest den Wunsch haben, möglichst alt zu werden, aber ehrlich gesagt möchte ich nicht 70, 80 oder noch älter werden. |
| Tiberon | Kauft man sich damit aber nicht ein unglaublich großes Stück Freiheit? Ich möchte mir nicht vorstellen wollen, beim Arzt zu sitzen und die Rechnung mit klopfenderem Herzen als die Diagnose zu erwarten. Über manche Pflichtversicherung läßt sich durchaus streiten, doch befreit es uns davon, auf viele Situationen vorbereitet sein zu müssen. Man ist halt versichert .. |
| jay | [QUOTE][i]Original geschrieben von Tiberon [/i] [B]Über manche Pflichtversicherung läßt sich durchaus streiten, doch befreit es uns davon, auf viele Situationen vorbereitet sein zu müssen. Man ist halt versichert .. [/B][/QUOTE] Man ist halt bevormundet. Ich liebe Deutschland. Das einzige Land, in dem demnächst vermutlich selbst Kleidergrößen meldepflichtig werden und manche Leute ein Verbot bekommen in bestimmte Gegenden zu gehen, weil sie da das Landschaftsbild stören. Hier wird jeder Scheiss reguliert, mich würds net wundern wenn es gesetzlich vorgeschrieben Normen für Kloschüsseln gibt (die gibts garantiert). Soviel zu meiner allgemeinen Meinung, und jetzt zur konkreten auf die Versicherungen bezogen. Entweder man zieht diese Pflichtversicherung RICHTIG auf, oder lässt es GANZ bleiben. Dieses Mittelding, in dem ich jetzt den vollen Beitrag zur Rentenversicherung zahlen muss und in 40 jahren dann nichts sehe und mir dann noch ne eigene Versicherung abschließen darf, kotzt mich einfach tierisch an. Es ist einfach so, dass dieses System ungerecht ist und als ein Überschuss in den Rentenkassen in den 70ern war, wurde er in anderen Sachen investiert. Wenn Deutschland ein Unternehmen in der freien Wirtschaft wäre, es würde sowas von auf die Schnauze fliegen. Das ist meine Meinung zu den Pflichtversicherungen. Ich würde es bevorzugen mich komplett selbst zu versichern. Wenn ich schon für eine brauchbare Plombe beim Zahnarzt was zahlen muss, im Gegenzug aber 1x im Jahr nen Schnupfen/Bronchitits/irgendwas halbharmloses hab, dann die 10€ pro Quartal an Praxisgebühr zahlen muss und anschließend noch das Medikament zum größten Teil selbst, dann hakts bei mir aus. Jemand der FREIWILLIG in SO eine Versicherung in meine Situation einsteigt, muss bescheuert sein. Ansonsten halte ich private Versicherungen für sinnvoll. Haftpflicht beim Auto, überaus praktisch. Gesetzlich vorgeschrieben, von privaten Versicherungsunternehmen durchgeführt. Vorbildlich, funktioniert doch auch ne? Gut, der Text war jetzt bißchen polemisch, aber dieses Thema regt mich einfach auf. Würde noch mehr schreiben, aber muss jetzt weg. Arbeiten und mir ne Kohlenmonoxidvergiftung holen. (Ja, Gott sei dank hab ich mir die Rippe vor Neujahr gebrochen, sonst hätte ich vermutlich noch die 10€ fürs Krankenhaus bezahlen müssen) |
| Sir C | Tja da bin ich irgendwie im Zwiespalt. Einersteits schompfe ich auch andauernd über diese Halsabschneider die einem nur noch mehr aus der Tasche ziehen (am besten fand ichs ja als ich gehört habe das die lieben Abgeordneten wieder mal ein Sonderrecht bekommen haben im Bezug zur Praxisgebühr/Arztbesuch - die verdienen noch viel mehr als unsereins und müssen dann noch weniger zahlen? - Wo ist da denn die Gerechtigkeit?) andererseits ist man ganz froh darüber das es gesetzlich vorgeschrieben ist Mindestversichert zu sein. Denn was eine einfache Gallenstein-OP kostet mit allem drumherum konnte ich mir mal auf Heller und Pfennig ansehen, und da wird einem ganz schnell schwarz vor Augen. Wer das selber zahlen müßte der wäre ganz schön arm dran. Allerdings würde auch ich eine private Absicherung bevorzugen als eine gesetlich vorgeschriebene die jedes Jahr in ihren Leistungen gekürzt wird (bspw. Brille) und deren Beiträge sich trotzdem erhöhen. Allerdings halte ich nichts davon sich für´s Alter abzusichern, zumindest nicht über Versicherungen. Die Rente werden wir eh nicht mehr erleben (erstens gibt es sie dann nicht mehr und zweitens kann so viel passieren bis dahin...), also warum sich dafür absichern? Wir leben jetzt und was in 30 Jahren ist (falls man es solange noch aushält) kann sowieso niemand vorraussagen! Also gebe ich lieber jetzt etwas mehr aus anstatt darüber nachzudenken das ich da Geld später nochmal (viel besser?) gebrauchen kann.... Gewisse Mindestversicherungen sollten schon bestehen (Haftpflicht,.....) , aber man sollte ansonsten die freie Auswahl haben für was man sich noch versichern will und es nicht vorgeschrieben bekommen. Und die Riesterrente ist nur etwas was wiedermal dem Staat und nicht dem Bürger dient, wenn man mal dahintergestiegen ist , wie das alles wirklich über die Jahre gemeint ist, was diese Rente bewirken soll. |
| DragonAscendant | ICH bin Versicherungsfachmann. Dazu kann ich mich also recht gut zu Wort melden. Und gleich vorab: Ich bin heilfroh, wenn ich den Job wechseln kann. Egal wo man arbeitet, Versicherungen sind immer Drückerbanden. Keine Versicherung achtet auf die Person des Kunden, sondern auf das, was sie einnehmen kann. Ich habe nun die erfahrung, sagen zu kpönnen, welche Versicherungen wirklich wertvoll sind Rentenversicherung Ausbildungsversicherung (nur für neugeborene Kinder) Private Krankenversicherung KFZ Versicherung Haftpflicht (nur bei wertvollem Wohnungsinhalt) Hausratsversicherung Alles andere ist Quatsch. Geldvernichtungsanlagen. Lebensversicherungen sind etwas durchweg schlechtes, eine Anlage für das Alter KANN nur ein Aktienfonds oder Immobilien sein. Sicher denkt ihr jetzt, wie ein Versicherungsfachmann SOWAS sagen kann. Die Antwort ist einfach. Man darf nicht moralisch sein wenn man so einen Job machen will. Und ich bin zu ehrlich. Und ich weiss das die Versicherungen Unsinn sind und nichts taugen. SO kann man natürlich schwerlich Erfolg haben. Unsere besten Mitarbeiter sind die, die allein stehenden Frauen einen Versicherungsfonds verkaufen können, trotz das die Frau kaum Geld für Windeln hat. SO will ich nicht werden. ^^v^^ |