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  Forum: DIES und DAS
    Thema: Wirtschaft in den Nachtwelten
Arche-TypEin wahrliches Off-Topic Thema:

In den wahrlich weitläufigen, tiefrgündig-unterhaltsamen Felder der Nachtwelten frage ich mich, obs hier Accountinhaber gibt, die sich mit der allzu fiesen Welt dort draußen ökonomisch auseinandersetzen.
Meinerseits befasse ich mich als VWLer sozusagen "beruflich" damit.
Zum Wesentlichen:

Gibt es für euch einen unvereinbaren Widerspruch zwischen
"alternativen Lebensstil" (wie immer man auch diesen interpretiert)
und Volkswirtschaftlichen Denkweisen (Problem der Knappheit als Erklärung jeder Handlung, Präferenzen, Kosten jeder Tätigkeit,Vorteile, usw...)?

Ist für euch "Wirtschaft" eine Art "Feindbild"?

ökonomisches Denken/Handeln führt zur vollständigen Rationalisierung der Menschen?!

usw...


Bin schon gespannt auf die hoffentlich zahlreichen Antworten.

Der Arche
CagliostroGegen volkswirtschaftlich angehauchte Sichtweisen ist überhaupt nichts einzuwenden.........

Das Problem ist, dass man das hierzuland kaum mehr richtig lernt,
schon weil einer der grössten Wirtschafttheoretiker - Karl Marx -
Volkswirtschaftler war.

Deutsche "Manager" lernen im Grunde nur noch Betriebswirtschaft, unter Ausblendung jeglichen Lebens
ausserhalb der Quartalsbilanz.
Diese Unfähigkeit über den Tellerand blicken zu können
ist mit schuld, warum die deutsche Wirtschaft hintenan steht.

Hinzu kommt das Funktionärsunwesen.
Herr Hundt ist ein Funktionär und kein Unternehmer,
er hat keine Ahnung von dem was er sagt.

Wenn es Firmen gibt, die ihren Gewinn gar nicht mehr
zu weiten Teilen aus dem Betriebsergebnis speisen,
dann ist immer etwas faul.............


Die Wirtschaft als solche ist auf keinen Fall mein Feindbild,
allerdings die "Herren" Ackermann und Esser z.b. schon.
Selian[QUOTE][i]Original geschrieben von Arche-Typ [/i]
[B]Gibt es für euch einen unvereinbaren Widerspruch zwischen
"alternativen Lebensstil" (wie immer man auch diesen interpretiert)
und Volkswirtschaftlichen Denkweisen (Problem der Knappheit als Erklärung jeder Handlung, Präferenzen, Kosten jeder Tätigkeit,Vorteile, usw...)?[/b][/quote]
Ich würde das nicht Widerspruch nennen. Einen (wirtschaftlich) alternativen Lebensstil gibt es sowie nicht. Ich denke gerade an die Punks(?) die bei uns in der Stadt an einer Kreuzung für n paar € Windschutzscheiben putzen. Die denken von sich vermutlich auch das sie ein alternatives Leben führen aber das tun sie nicht. Sie verdienen sich ihre Geld und gehen anschließend damit nach MC D oder zum nächsten Kippenautomat und geben es wieder aus. Wie gesagt, alternativ unter dem wirtschaftlichen Aspekt betrachtet.

[quote][b]Ist für euch "Wirtschaft" eine Art "Feindbild"?[/b][/quote]
Feindbild würde ich nicht gerade sagen. Ich muß gerade daran denken das Zara sagte der Staat wäre das kälteste aller Ungeheuer. Da hat er die Wirtschaft etwas unterschätzt, denn die ist heute schlimmer als der Staat (zumindest in "freien" Ländern"). Die meisten Probleme die wir heute in Deutschland haben wurden durch die Wirtschaft geschaffen. Trotzdem wird nur auf den Staat geschimpft das er diese Probleme nicht in den Griff bekommt. Solange der Staat der Wirtschaft aber nicht ihre Grenzen aufzeigt und sie reguliert (keine Planwirtschaft!!!) wird er diese Probleme nicht lösen können. Das er bzw die Politiker das nicht erkennen (wollen(?) ist letztlich das Problem an der Sache. Dazu könnte so eine Regulierung nur Global wirksam werden was die Sache nicht gerade vereinfacht.

[quote][b]ökonomisches Denken/Handeln führt zur vollständigen Rationalisierung der Menschen?![/b][/quote]
Ich würde sagen ökonomisches Denken führt zu ökonomischem Handeln. Was eben nicht bedeutet das Menschen vollkommen rationalisiert werden. Man muß halt erkennen wo es sinnvoll ist rationell zu handeln und wo nicht, allerdings sehe ich da kein Problem drin. Das beherrscht doch jeder Perfekt. Würden alle nur noch rationell Handeln würde niemand mehr Heiraten (auch nicht wegen der Steuer).

Noch zu Cagliostro
[QUOTE][i]Original geschrieben von Cagliostro [/i]
[B]Deutsche "Manager" lernen im Grunde nur noch Betriebswirtschaft, unter Ausblendung jeglichen Lebens
ausserhalb der Quartalsbilanz.
Diese Unfähigkeit über den Tellerand blicken zu können
ist mit schuld, warum die deutsche Wirtschaft hintenan steht.
[/B][/QUOTE]
Es ist keine Unfähigkeit über den Tellerrand zu schauen, sondern es ist sein Job. Der Manager eines Unternehmens ist dafür da, das Unternehmen in seiner Macht zu stärken und Expansion vorranzutreiben. Es ist nicht sein Job Rücksicht auf Volkswirtschaft zu nehmen.

Man muß diesen Leuten gewisse Grenzen stecken in denen sie sich bewegen können, denn sie werden immer bis an genau diese Grenzen gehen um ihre Bilanz zu verbessern.
Cagliostro@Selian

jmd., der nur Befehle ausführt ist ein Soldat,
jemand, der über den Tellerrand blickt, ein Weiser.
Man kann eine komplexe Volkswirtschaft wie die deutsche
nur voranbringen, wenn man Weisheit einsetzt
nicht Kadavergehorsam.
Insofern sind deutsche Manager geistig eingeschränkt....
Selian[QUOTE][i]Original geschrieben von Cagliostro [/i]
[B]@Selian

jmd., der nur Befehle ausführt ist ein Soldat,
jemand, der über den Tellerrand blickt, ein Weiser.
Man kann eine komplexe Volkswirtschaft wie die deutsche
nur voranbringen, wenn man Weisheit einsetzt
nicht Kadavergehorsam.
Insofern sind deutsche Manager geistig eingeschränkt.... [/B][/QUOTE]

@Cali
Es ist aber nicht die Aufgabe eines Managers die Volkswirtschaft voranzubringen. Dem Manager kann die Volkswirtschaft ganz egal sein. Davon abgesehen könnte er selber Wissen das dieses oder jenes Volkswirtschaftlich gesehen negativ ist aber für sein Unternehmen halt gut. Deswegen ist damit nichts über die Geistige Leistungsfähigkeit des Managers gesagt.

Das mit dem nur Befehle ausführen und Soldat sein halte ich zwar für übertrieben aber wenn man es denn so will gilt dieser Vergleich für jeden Arbeitnehmer. Entweder du machst deinen Job oder du kannst gehen.

Man kann Leute in ihrem Handeln nur schwer nach den eigenen Ethischen oder Moralischen Werten beurteilen sondern eher danach was erlaubt oder verboten ist. Wenn du deine Steuererklärung machst und für das Haus das du dir gebaut hast Steuererleichterung beantragst, schadest du der Volkswirtschaft genauso. Natürlich ist das dann nur minimal aber umgerechnet auf alle Häuslebauer...

Was ich damit sagen will, jeder versucht für sich (oder sein Unternehmen) das beste rauszuholen, solange es legal ist.
Wer will das verurteilen?

Sich um die Volkswirtschaft zu sorgen, sollte die Aufgabe der Wirtschafts- und Finanzminister sein, nicht die der Manager.
Es wäre ja auch nicht sinnvoll einen Verbrecher selber das Urteil über sich sprechen zu lassen.
Duion[QUOTE][i]Original geschrieben von Arche-Typ [/i]
Ist für euch "Wirtschaft" eine Art "Feindbild" [/quote]
ja
[quote]
ökonomisches Denken/Handeln führt zur vollständigen Rationalisierung der Menschen?
[/QUOTE]
lieber rationalisierte ökonomie als rationalisierter schwachsinn
MontroseIch hatte gehofft, hier würde über die Eröffnung eines Restaurants diskutiert.
Cagliostro[QUOTE]Entweder du machst deinen Job oder du kannst gehen.[/QUOTE]

@Selian

genau das ist das Problem!

Entweder es wird erkannt, dass ALLES ganzheitlich ist,
also auch das Wirtschaften und Haushalten mit Ressourcen
oder WIR ALLE gehen vor die Hunde,
ob irgendein bescheuerter Manager noch irgendwelche
Gelder auf schweizer Konten transferieren kann oder nicht
ist hierbei egal....
Was nützen ihm seine Fränkli in einer zerstörten Welt?

Meiner Meinung nach ist Sozialismus/Kommunismus
kein Mittel der Wahl.
Auch wird sich durch Verstaatlichung keine Verhaltensänderung
einstellen.
Die Volkswirtschaft ist aber die einzig mögliche Betrachtungsweise
von Wirtschaft.
Alles andere ist Systemimmanent.

Der Froschteichblick der BWL ist auf Dauer einfach
dem Gesamtsystem nicht zuträglich.
Menschen, die sich nur mit BWL beschäftigen sind vermutlich
sehr eingeschränkte Persönlichkeiten.
Selian[QUOTE][i]Original geschrieben von Cagliostro [/i]
[B]
Was nützen ihm seine Fränkli in einer zerstörten Welt?[/b][/quote]
Im Moment sehr viel, es gibt soooo viele wunderschöne Flecken auf der Welt aber da kann ja von Zerstörung auch keine Rede sein.

[quote][b]Meiner Meinung nach ist Sozialismus/Kommunismus
kein Mittel der Wahl.
Auch wird sich durch Verstaatlichung keine Verhaltensänderung
einstellen.[/b][/quote]
Ich denke nicht das hier jemand Kommunismus haben will...?


[quote][b]Der Froschteichblick der BWL ist auf Dauer einfach
dem Gesamtsystem nicht zuträglich.
Menschen, die sich nur mit BWL beschäftigen sind vermutlich
sehr eingeschränkte Persönlichkeiten. [/B][/QUOTE]
Mal abgesehen davon das sich wohl niemand nur mit BWL beschäftigt, wäre das auch eine etwas eingeschränkte Sichtweise...
Iroträgerich betreibe sehr aktiv wirtschaft siehe signatur

ich seh da kein problem, weil man ja keinen zwingt da "mitzumachen" und wirtschaft in dem eigentlich sinne fängt ja schon an wenn ich mir ne konzertkarte oder nen bier kaufe ;) tja thats kapitalismus ;)
Arche-TypServus!

Fein, eine Diskussion ist hier entbrannt!

Zum Thema "Froschperspektivenblick" eines Unternehmers müsste man Festhalten, das Unternehmer nicht gleich Unternehmer ist.
Ein kleiner (aber auch evtl ja sehr profitabler usw..) Unternehmer, zb Einzelhändler, ist nur ein marginaler Teil einer Volkswirtschaft. Er alleine kann weder einen Preis setzen, noch eine Menge. Er ist (im allgemeinen) vom Marktpreis und der Marktnachfrage abhängig.
Groß-Konzerne jedoch haben nach meiner Meinung eine beträchtliche Verantwortung gegenüber der Volkswirtschaft. Eigentum verpflichtet (laut GG), somit dient es auch dem Allgemeinwohl -Stichwort Sozialstaat- und damit fängt es an schwierig zu werden.
Einerseits sitzt da der Vorstand, dem es verständlicherweise auf Gewinnmaximierung usw... ankommt, andererseits ist dort die Verpflichtung gegenüber dem Allgemeinwohl.
Klingt idealistisch, ich weis, aber im gewissen Maße Konjunkturabhängig. Dass Unternehmen wie VW wahrscheinlich Stellen demnächst abbauen ist sehr sicher. Dieses würde ich an sich nicht sofort anprangern (vorrausgesetzt das Unternehmen hat einen halbwegs umsichtigen Vorstand), wichtiger ist, wie die Rationalisierungen von statten geht.
Also hire and fire oder sozial verträglich (ja, schlag auf mich ein! ;-) )...
lange Rede, kurze Botschaft:

Nach meiner Meinung muss man Differenzieren: Umso größer, "mächtiger" und Global ein Unternehmen ist, desto höher ist dessen Verantwortung gegenüber einer Volkswirtschaft.

Dieser scheinbare "Tunnelblick" der BWL ist nach meiner Meinung eine Erfindung. Das sind halt alles arme Kostenrechner, Marketingnasen oder kümmern sich um Flaschenautomaten ;-)
Ihre Mission ist Gewinnmaximierung, dafür werden sie bezahlt...

Amen


Der Arche
Arche-TypDie Diskussion wärte nicht lange...

Scheinbar doch zu off-topic für die Nachtwelten.

Oder?!




(2. Versuch)
DarkSubJa die lieben BWLer, die auch immer wieder meinen, sie allein verkünden des Pudels Kern, ohne den der Unternehmer nicht bestehen könnte - das zu der Engstirnigkeit des einzelnen.
Wir sind zwar alle Individuum aber nur zusammen ergeben wir ein ganzes, eine Volkswirtschaft, wo Engstirnigkeit und Egoismus zum Marktversagen führen, wenn der Staat nicht eingreifen würde in Form von Steuern, Subventionen, Abgaben und Auflagen.

Was bin ich doch froh, als VWLerin die Welt erblicken zu dürfen *gg*
Hasturich studiere informatik, ich habe mit der realen welt nichts zu tun
Arche-Typ@ DarkSub: Genau! VWL ist die Krone der Wirtschaftswissenschaften!

Prost auf uns ;-)


Obwohl ich deine Ansicht zu Steuern nicht vorbehaltlos teilen kann. Steuern Schaden der Wirtschaft und den Konsumentenerheblich. Wobei natürlich eine vollständige freie Marktwirschaft brutal gegen all jene ist, die nicht an ihr konsumierend oder porduzierend teilnehmen können.
Dann lieber Steuern um den Sozialstaat zu finanzieren.
Was wieder die Frage nach der "richtigen" Besteuerungsart aufwerfen würde..aber das würde hier zu weit führen...


Der Arche
Suicide-SmurfKrone der Wirtschaftswissenschaften hm...
Wenn man vwl studiert hat man dann nich auch einige bwl vorlesungen und andersrum??
Was ich damit sagen will, irgendwas muessen die vwler doch auch lernen womit man geld verdienen kann...da vwl eigentlich niemand braucht (mal abgesehen von Politker, berater, paar wenige forschungseinrichtungen und einem selbst).
Korrigiert mich ... ;-)

Mit den Steuern meinte DarkSub sicher jene die dazu dienen externe Effekte zu internalisieren. Pigou Steuer (?).
Bei subventionen meinte sie sicher die um positive externe effekte zu fördern. Zumindest würde es keinen Sinn machen irgendetwas zu fördern ala wie hier landwirtschaft...

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