| arsena | [I]Naamaaste, ich weiß nicht obs hierher passt. Wenn nicht bitte verschieben.[/I] Der lange Name Einen Mann starb die Frau im Kindbett. Ich muss meinem Sohn eine Mutter geben, sagte er sich und heiratete aufs neue. Diese Frau aber liebte das Kind der anderen nicht. Sie rief den Knaben kurz Chori-san und glaubte das Dasein des Knaben durch diesen kurzen Namen zu verkürzen. Nach einem Jahr gebar sie selbst einen Sohn. Dem wünschte sie ein langes Leben. Deshalb suchte sie einen ungewöhnlich langen Namen für ihn. Onyudo – konyudo – mappirani – yudo –hiraniyudo – heitokoheitokoko – heiganoko –hemetani – kameta –icchogiri – kachogirika – chochoranochogirika – shikishikandono – heianji – temmoko – mokudono – eisuke nannte sie ihn. Die Knaben wuchsen heran. Sie spielten mit den Kindern des Dorfes am Fluß ; und eines Tages rutschte Chori-san ins Wasser.Chori-san ist in den Fluß gefallen!schrien die Kinder. Der Vater, der es hörte, sprang hinein und rettete den Sohn. Nicht lange danach geschah es, dass Chori-sans Bruder in den Fluß fiel. Onyudo – konyudo – mappirani – yudo –hiraniyudo – heitokoheitokoko – heiganoko –hemetani – kameta –icchogiri – kachogirika – chochoranochogirika – shikishikandono – heianji – temmoko – mokudono – eisuke ist in den Fluß gefallen! Reifen die Kinder. Doch ehe es ihnen gelungen war , den langen Namen auszusprechen, war der Kleine ertrunken. Kitschigo Kitschigo war ein Schelm. Eines Tages band er ein paar fette Fasanen an seinen Bambusstock. Schulterte die Last und spazierte damit am Hause des größten Geizkragens der Stadt vorbei. Sperlinge, prachtvolle Sperlinge, nur ein Goldstück das Dutzend! Rief er laut. Der geizige Herr sah aus dem Fenster. So ein Dummkopf. Kann Fasanen von Sperlingen nicht unterscheiden, dachte er. Lief vor die Tür und warf Kitschigo ein Goldstück zu. Hier hast du. Her mit den Sperlingen! Er lachte. Kitschigo lachte auch. Er steckte das Goldstück ein. Holte zwölf Sperlinge aus seinem Beutel und reichte sie dem Geizhals. Die Reiskuchen Es ist schon lange her, da lebten einmal zwei alte Leute, Mann und Frau. Die aßen für ihr Leben gern Reiskuchen. Eines Tages blieb etwas von ihrer Lieblingsspeise übrig. Das heben wir auf für heute Abend, sprach der Mann. Und wer darf es essen? Fragte die Frau. Du oder ich, wer von uns beiden es fertig bringt, bis es Nacht wird, nicht zu reden. Es fing aber kaum an zu dämmern, da kam ein Räuber ins Haus. Der Mann und die Frau sahen sich an und- sagten nichts. Der Räuber riss Truhen und Schränke auf. Der Mann und die Frau pressten die Lippen zusammen und schwiegen. Da wurde der Räuber noch frecher. Er nahm das schönste Tuch des Hauses und breitete es auf dem Boden aus. Warf darauf, was er an Kostbarem fand, und griff schließlich auch nach dem Napf mit dem Kuchen. Die alten Leute sprangen auf. Halt, das sind unsere Reiskuchen! Schrie der Mann. Ich habe gewonnen. Die Kuchen esse ich, rief die Frau. Und der Räuber? Der Räuber lachte sich eins. Packte die Beute und suchte schleunigst das weite. Der Steinhauer Ein Steinhauer ging zu seinem Auftraggeber. In dessen prächtigem Haus pflegten die Leute der Muße und vergnügten sich. Die haben es gut. Brauchen sich nicht zu plagen. Herrschen und genießen. Reich müsste man sein , dachte der Steinhauer auf dem Heimweg. Doch kaum gedacht, da wehte mit staubaufwirbelndem Wind ein geflügelter Kobold herbei und sprach: Dein Wunsch ist erfüllt. Der Steinhauer wunderte sich. Rannte nach Hause und staunte noch mehr, als er anstelle seiner Hütte ein stattliches Gebäude vorfand. Erfreut nahm er davon Besitz und ließ es sich wohl darin sein. Eines Tages blickte er aus dem Fenster. Viele Menschen zogen vorüber. Und in ihrer Mitte schritten geputzte Diener, die ihren Herrn unter einem goldschillernden Sonnenschirm spazierentrugen. Fürst müsste man sein, dachte der einstige Steinhauer da. Und - kaum gedacht, da wehte mit staubaufwirbelndem Wind ein geflügelter Kobold herbei und sprach: Dein Wunsch ist erfüllt. Wahrhaftig nun war er Fürst. Reiter ritten vor und hinter ihm her; und Knechte schützten ihn vor der Glut der Sonne. Die Sonne hat mehr Macht als ich. Ich wollte, ich wäre die Sonne, dachte der einstige Steinhauer da. Und - kaum gedacht, da wehte mit staubaufwirbelndem Wind ein geflügelter Kobold herbei und sprach: Dein Wunsch ist erfüllt. Nun war er die Sonne. Schickte stolz seine Strahlen überallhin. Versengte das Land und verbrannte die Haut der Menschen . Bis eine dunkle Wolke sich zwischen ihn und die Erde stellte. Ist sie denn mächtiger als ich? Ich will eine Wolke sein, dachte der einstige Steinhauer da. Und - kaum gedacht, da wehte mit staubaufwirbelndem Wind ein geflügelter Kobold herbei und sprach: Dein Wunsch ist erfüllt. Nun war er die Wolke. Um seine Macht zu beweisen, ließ er es regnen. Ohne Pause. Da schwollen die Bäche, die Flüsse ,die Ströme. Felder und Wiesen wurden verwüstet, Häuser hinweggeschwemmt. Nur das Gebirge blieb stehen. Die Berge sind mächtiger als ich? Ich will ein Fels sein dachte der einstige Steinhauer da. Und - kaum gedacht, da wehte mit staubaufwirbelndem Wind ein geflügelter Kobold herbei und sprach: Dein Wunsch ist erfüllt. Nun war er ein Fels, und er freute sich seiner Macht – bis ein Mensch kam. Der trieb einen Keil ins Gestein und löste Brocken auf Brocken. Der ist ja noch mächtiger! Ich will der Mann sein, dachte der einstige Steinhauer. Und - kaum gedacht, da wehte mit staubaufwirbelndem Wind ein geflügelter Kobold herbei und sprach: Dein Wunsch ist erfüllt. Und dann? Dann stand der Steinhauer wieder am Berg. Alles war, Wie es gewesen. Und der Steinhauer genoß seine Kraft Steine und aus ihnen schöne und nützliche Dinge zu hauen. |
| LordKnolan | «Ein General, der mit seinen Soldaten zu Pferd unterwegs war, traf auf einen Zen-Mönch, der in Zazen (Anmerkung von LordKnolan: das ist eine Art der Meditation) sass. Der General rief ihm zu: „He, du da! Mönch! Geh mir aus dem Weg." Der Mönch sass regungslos da und schwieg. „Bist du denn taub? Hast du nicht gehört? Ich habe dir gesagt, du sollst mir aus dem Weg gehen." Aber der Mönch blieb weiterhin unbeweglich und still. Von seinem Pferd herunter rief der General ihm drohend zu: „Ich glaube, du weisst nicht, wen du vor dir hast? Vor dir ist ein Mensch, der dich jederzeit töten kann, ohne mit der Wimper zu zucken." Da schaute der Mönch auf und antwortete: „Ich glaube, du weisst nicht wen du vor dir hast? Vor dir sitzt ein Mensch, der jederzeit sterben kann, ohne mit der Wimper zu zucken."» |
| arsena | Der Mann, der den Gott der Unterwelt an der Nase herumführte Es war einmal vor langer Zeit ein interessanter Mann namens Sasuke. Eines Tages wurde Sasuke krank und starb. Also kam er auf seinem Weg in das Reich der Toten vor den Emma, den Gott der Unterwelt. Auf die Frage, wer er sei, antwortet er: "Mein Name ist Sasuke, und es gibt wohl auf der ganzen irdischen Welt keinen Mann, der die Menschen mehr belustigt und erfreut hat als ich. Deshalb werde ich bestimmt auch ins Paradies geschickt." Der Emma erwiderte darauf: "Du hast während deines irdischen Lebens aber auch ganz schön viele Lügen erzählt, weshalb ich dich so einfach nicht ins Paradies lassen kann. Ich werde also die Entscheidung, ob ich dich in die Hölle oder ins Paradies schicke, von deiner Rechtfertigung abhängig machen. Was hast du also während deines irdischen Lebens gemacht?" "Während meines irdischen Lebens habe ich absolut alles gemacht, " war die schlagfertige Antwort. Woraufhin der Emma ungläubig nachfragte: "Ah so, wie sieht es denn zum Beispiel mit dem Theater aus? " "Theater mag ich sehr gerne. Ich habe sehr viele Leute erfreut mit meinem Theaterspiel." "Aha", fragte der Emma weiter, "und hast du auch Theaterstücke gespielt, in denen die Hölle oder das Paradies vorkamen?" Und sofort lautet die Antwort: "Solches Theater ist kinderleicht, das habe ich oft gespielt." Daraufhin forderte ihn der Emma auf, ihm jetzt auf der Stelle solch ein Theaterstück vorzuspielen. "Das mach ich gerne", entgegnete Sasuke, "ich fange zuerst mit einem Theaterstück an, das in der Hölle spielt. Da ich aber gerade kein Gewand habe, wie es der Gott der Unterwelt trägt, möchte ich Euch bitten, mir Euer Gewand zu leihen und so lange meines anzuziehen." Also tauschten die beiden ihre Kleider, und das Theaterstück aus der Hölle konnte schließlich beginnen. Sasuke, verkleidet als Gott der Unterwelt, warf sich in die Brust und rief die Teufel: "He, du roter Teufel, komm her. Und auch du da, du grüner Teufel, los komm. Hier dieser Sasuke, der hat während seines irdischen Lebens nur schlechte Dinge getan. Fesselt ihn und werft ihn in die Hölle." Und er wies mit spitzem Kinn auf den Emma, der da in Sasukes Kleidern saß. Die Teufel aber, die diese Worte für die des wahren Emma hielten, kamen alle angelaufen, warfen den Emma in Sasukes Kleidern nieder und fesselten ihn diensteifrig. Der Emma war völlig verblüfft und schimpfte mit den Teufeln: "He, roter Teufel, he, grüner Teufel, was tut ihr da? Ich bin doch der wahre Emma." Aber die Teufel riefen nur: "Hört euch bloß an, was der Sasuke hier sagt. Einfach unglaublich. Der behauptet, er wäre der Emma. Weil er ein so unverschämter Kerl ist, werden wir ihn jetzt gleich gefesselt in die Hölle werfen." Die Fuchshochzeit Es lebte einst ein Ehepaar weiße Füchse, und die hatten einen Sohn, so nett und glatt, wie nur je einer zu sehen war, schneeweiß, wie seine Eltern. Alt der junge Fuchs erwachsen war, da sagte ihm sein Vater:"Jetzt will ich mich aufs Altenteil setzen und dir das Regiment des Hauses überlassen. Suche du dir eine Frau und fang an, selbst zu wirtschaften; mit Rat und Hilfe will ich dich gern zu jeder Zeit unterstützen." Der junge Fuchs dankte seinem Vater aufs verbindlichste und begann sogleich mit Eifer zu arbeiten und den neuen Hausstand vorzubereiten. Die Frage, wen er als Braut heimführen sollte, war auch sehr bald entschieden, denn gar nicht weit wohnte ein anderes Paar weißer Füchse, die ein Töchterchen hatten, das seiner Schönheit halber berühmt war, sein Fell strahlte weithin und war so glatt wie Seide. Nun war es vor allen Dingen nötig, die Einwilligung der Eltern des schönen Mädchens zu haben. Ein geschickter Brautwerber fand sich und brachte die Angelegenheit in der üblichen Weise, mit allen erdenklichen Höflichkeitsbezeugungen, ohne weitere Hindernisse in Gang. Geschenke vom Freier kamen an, und der Bote, der sie mit zierlich gesetzten Glückwünschen anschleppte, ward mit reichem Lohn entlassen. Nun wurde eine Zusammenkunft der Brautleute verabredet, damit sie sich doch vorher kennenlernten, ehe die Braut in ihres Mannes Haus käme; das übliche Faß Sake wanderte in die Wohnung des künftigen Paares, und es blieb nichts übrig, als einen guten, glückbringenden Tag im Kalender für die Hochzeit auszuwählen. Endlich kam dieser heran; aber leider war es recht schlechtes Wetter. Schwere Wolken zogen unablässig am Himmel dahin, und fast beständig fielen Regenschauer herab. Dennoch setzte sich der Zug mit der Braut zur rechten Zeit in Bewegung, und, siehe da, bei vollem, strömendem Regen lachte die Sonne, gerade als die Braut unterwegs war. Alle Welt wunderte sich und war darüber sehr erfreut, und daher sagt man noch heutzutage in Japan, wenn bei vollem Regen die Sonne scheint:"Die Braut des Fuchses geht in ihres Mannes Haus." Hier angelangt, leerte die schöne Braut die Sakeschale, von der zuvor ihr Bräutigam getrunken; dann waren alle vergnügt und tanzten, sangen und tranken nach Herzenslust. Und so lustig die Hochzeit, so glücklich war das fernere Dasein des jungen Paares. Füchslein, alle nett und weiß von Pelz, der eine noch runder und kräftiger als der andere, umsprangen sie bald in Menge und gediehen zur Freude der Eltern und des würdigen alten Großvaters, der nicht verfehlte, jeden derselben seinen Schutzpatronen, der Göttin und dem Gotte von Inari, vorzustellen und sie ihrem Schutze zu empfehlen. Und die Götter halfen auch getreulich, die ganze Familie vor bösen Hunden und anderen Feinden zu bewahren, und so dauerte das Glück viele viele Geschlechter hindurch bis auf den heutigen Tag. >>Der dümmste Reisende der Welt<< Es war einmal ein Dummkopf,der ging auf Reisen. Wieso er ein Dummkopf war?Weil er immer alles glaubte.Und so hielten ihn alle Leute,auf die er traf, zum Narren.Bald hatte er all sein Geld,seine Kleider und sogar seine Schuhe verschnekt.Aber wiel er so leichtgläubig war,vergoss er bei jeder neuen Lüge dicke,runde Tränen und sagte:"Hier sei glücklich damit.Sei glücklich damit!" Bald war er spliterfasernackt und er schämte sich so sehr das er beschloss nur noch im Wald zu reisen. Doch dort traf er auf die Monster,die im Wald wohnten.Die Monster wollten ihn auffressen und führten ihn mit List und Tücke hinters Licht. Natürlich viel der Dummkopf darauf rein und gab ihnen seine Arme und Beine,eines nach dem Anderen. Scjließlich war nur noch sein Kopf übrig.Dem letztem Monster gab er seine beiden Augen.Das Monster lies sie sich genüsslich schmecken.Dann sagte es:"Hier ein Geschenk von mir als Dank!" Aber auch das war eine Lüge.Es war nur ein Zettel auf dem >>Dummkopf<< stand. Doch der Reisend weinte dicke,runde Freudentränen. "Danke,danke!!",rief er, "Mir hat noch nie Jemand was geschenkt!Ich bin so froh!Danke,danke!" Und aus seinen Augenhöhlen tropften dicke,runde Tränen. Und so sarb der Reisende,so dumm wie er geboren war Der giftige Fisch Ein Mann hatte einstmals einen Fisch gefangen, den man Stachelbauch oder Fugu nennt und für giftig hält. Er kannte dessen böse Eigenschaften nicht recht und begann, ihn zum Mahle herzurichten, obwohl er doch nicht ohne alle Besorgnis war. Während er mit dem Zubereiten des Fischs beschäftigt war, kam eine hungrige Katze, ergriff ein Stück von dem Fisch und lief damit davon. Der Mann verfolgte sie; sie lief deshalb in einen engen Spalt zwischen zwei Häusern, wo sie in Sicherheit war; das Stück Fisch hielt sie fortwährend im Maul. Der Mann dachte nun, als er von der Verfolgung der Katze zu seiner früheren Beschäftigung zurückgekehrt war, daß seine Besorgnis wohl unbegründet gewesen sein müsse, denn wenn die schlaue Katze den Fisch nicht verschmähe, könne er ihm unmöglich schaden. Als sein Mahl fertig war, begann er daher, ruhig den Fisch zu verspeisen. Die Katze aber hatte, nachdem sie ihre Beute in Sicherheit gebracht, doch auch einige Bedenken gehabt. Sie kam daher aus ihrem Versteck wieder hervor und sah zu, ob der Mann den Fisch auch wirklich verzehrte. Als sie nun sah, daß er ihn wirklich aß, da zögerte sie nicht länger und fraß ihr Stück ebenfalls. Beide, Mann und Katze, starben elendiglich. So täuschen sich die schlauesten oft am allerleichtesten. |